sebr wobl verstehen. Wenn die Arbeitgeber wieder die UeberzeuZung gewinnen können, daß ihre Leistungen anerkannt werden, und daß ich und Schatten zwischen ihnen und den Arbeitern gleichmäßig verteilt wird, dann wird auch ihr Vertrauen zur Regierung zurückkehren. Wir haben aÜe ein dringendes Interesse daran, daß das vollkommene Vertrauen zwischen der Industrie und der Regieruné wieder bergesteÜt wird, wenn wir nicht schlie [ich an der Klippe der ozialdemokratisäoen Vorherrschaft scheitern wo en. Das kann nur geschehen, wenn der Einfluß Preußens und des prxußischext HandelSmmisiers in der Sozialpolitik wieder gestärkt wrrd, wie es, dem größken Bundes- staat gebührt. Ich byffe, daß der Minister die Stellung des andelsmjnisters so starken kann, daß nicht bloß zum Wohle reußens, sondern zum Wohle von ganz Deutschland das Wort des *eichskanzlers sich erfüllen kann: In Deutschland Preußen voran.
Minister für Handel und Gewerbe Delbrück:
Meine sehr Vereinten Herren! Die sämtlichen Hrrren Vorredner sind in ihren Ausführungen in erster Linie geleitet und beherrscht ge- wesen durch die Fürsorge für das Handwerk, und es sind von den verschiedensten Suiten an mich die wärmsten Appelle gerichtet worden, daß ich auch meinerseits dem Handwerk die ihm zukommende Sorge nicht Vorentbaiten möge. Ich habe 23 Jahre in ein und derselben Provinz gelebt und gearbeitet, ich habe in kleinen und großen Städten derselben Provinz gelebt, ich,bin mit denselben wirtschaftlicben Ver- bäliniffcn bis zum Schluß in enger Berührung geblieben, zu denen mich meine erste Tätigkeit als Landrat bingeführt hat, und ich kann sagen: ich habe mit Schrecken und mit Kummer gesehen, wie der werdende Mittelstand namentlich in den kleineren und den mittleren Städten unseres Osirns zurückgegangen ist, und ich muß das umso- mehr beklagen, weil ich mir darüber klar bin, daß mit diesem Schwinden des werbenden Mittelstandes in den - kleinen Städten des Ostens auch rettungslos ein Vordringen des Polentums verbunden sein muß. (Sehr richtig! rechts und bei den Nationalliberalen.) Die Herren wollen daraus entnehmen, daß ick) gewiß doUes Ver- ständnis für die Wichtigkeit der Aufgaben habe, die mir auf diesem Gebiet in meinem jetzigen Amt erivacbsen.
Meine Herren, ich möchte aber eines hinzufügen. Es ist durch die Erörterungen der Herren Vorredner auch wiederholt die Klage bindurcbgegangen: ja, die StaatSregierung bat häufig der- sprocben, mit gutem Wilien sich der Sachen anzunehmen, aber wir haben die Taten dermißt. Nun, mrine Herren, ich glaube, von meinen sämtlichen Hrrren Amtsvorgängern versichern zu können, daß das nicht böser Wille gewesen ist, sondrrn daß es verursacht ist lediglich durch die Zweifel an drr Durchführbarkeit der Wünsche, die gerade don seiten des Handwerks der Regierung Vorgetragen sind. Es bildet in der Tat die Durchführbarkeit der zur Hebung des Handrverks außgesprocbenen Wünsche große Schwierigkeiten, und ich bin als Minister nicht nur befugt, sondern auch Verpflichtet, genau die Konsequenzen zu prüfen, die die don mir gewünschten Maßnahmen im rinzslnen Falle und für die Gesamtheit haben werden.
Meine Hsrren, das kann mich aber nicht hindern, an alis die Auf- gaben, die mir hrute nabcgelegt sind, unbefangen und mit dem energisckorn Wunsckpe beranzutretkn, zu möglichst vielen praktischen Ergebnissen zu gelangen. '
Im Vordergrunde der Erörterungen, namentlich der beiden ersten Herren Redner, haben die Fragen gestanden, die man sprziell als die Fragen des Haxdwerks bezeichnet, insbesondere die Frage des Be- fähigungknacbweises. Ich kann konstatieren, daß die Reden der Herren dem Eindrucks entsprechen, drn ich auch frübkr schon von der Ent- wicklung disser ganzen Frage gewonnen habe, nämlich, daß wir glück- licherweise aus dem Stadium der tbeorrtiscben Erörterungen heraus sind, und daß infolgedcffen diese Fragen ibre grundsätzliche Schärfe verloren haben. Ich kann es nur als eine nicht hoch genug zu schä§zende Tat dcs Cölner Hardwerk- nnd Gewerbekammertages be- grüßen, das; er diese Fragen endlich auf eine Basis gestellt hat, auf der man hoffen kann, zu einem glücklichen Ergebnis zu kommen.
Durch dkn Cölncr Tag find die Wünsche zunächst auf den Be- fähigungSnackxweis für das Baugcwerkc bxscbränkt. Meine Herrm, die Verbündeten chicrungen und auf!) meine: Herren AmtIVOrgänZer haben es für zwrckmäßig gehalten, nicht den Briädigung§nachweis für das Baugewcrbe cinzufüdren, sondern den Ihnen ja schon alirn bekannten Gesrßkntwurf über Abänderung dcs § 35 der Gewerbrordnung Vorzulegen. Ich halte es nicht für zeitgemäß, heute in die Erörterung über die Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit dieses Gescßentwurfs einzutreten: es wird fick; augenblicklich empfeblkn, zunächst abzuwarten, Welche Stellung der Reichstag zu dieser Frage nimmt. Ick habe bei der Außarbeiiunrz drs Eniimrrfs nicbt mitgewirkt, aber im großen und ganzen die Auffaffung gehabt, das; die Verbündeten Regierungen bier keinen unglückiichen Griff getan haben.
Die zweite Frage behandelt dkn sogenannten kirinen Befähigungs- nachweis, d. b. die Frage, ob jemand, der ein Hankwrrk nicht geirrnt bat, befugt sein srll, andere dieses Handrverk zu lehren. Meine Herren, damit ist die ganze Angelegenheit auf eine einfache Frage- zurückgefübrt, die man im allgemeinen übereinstimmend wohl nur dahin beantworten kann, daß grundiäßlich verlangt werden muß, daß jemand, der anderen etwas beibringen will, selbst bewiesen hat, daß er es versieht. (Sehr richtig!) Ich vrrkenne nun aber nicht und möchte dies betonen, daß in der praktischen Durchführung des Ekdankens doch ein? Reibe don großen Schwierigkkiten liegen. Gleichwohl aber bin ich gern bereit, zu prüfen, ob sich dieser Wunsä) in einer brauchbaren Form in di? Praxis überführen läßt. Mehr kann ich, da diese Dinge mir früher Verhältnismäßig fern gelegen haben, heute nicht erklären, zumal da mir die Sirilung des preußiicben Staats- ministeriums und der Verbündeten Regierungsn zu dieser Frage noch nicht bekannt ist.
Der Herr Abg. Maikewiß hat dann das LandeßgeMrbeamt de- sprochen und bedauert, daß diese Jnstituiion biSher noch so wenig in Wirksamkeit getreten sei, und daß sie nicht mit der Behandlung der Fragen befaßt worden sei, die ich hier eben erörtert habe, Wenn ich ihn recht verstanden habe - (Zuruf des Abg. Maikewißx Beirat!) - ja, der Beirat! Nun, meine Herrcn, ich bemerke dazu, daß der Beirat in aUernäcbster Zeit zusammentreien wird, daß ich ihm in erster Linie den Jahresbericht vorlegen werde, und daß auch eine Reihe anderer Fragen der Erledigung durch ihn harren. Ich möchte (1er doch zur Vermeidung von Yiißvcrsiändniffen bemerken, daß nach § 75 der AUerböchsten Verordnunß über dir Errichtung eines Landes- gewerbeamjß und eineß ständigkn Beirat.“? für das gerverbiickx Unterrichts- weien und dir Gewerbeiörderung das Landessekrerbeamt folgende
.
1) An der Aufsicht über das gerverbliebe Unterrichtswesen und über die der Gewerbeförderung dienenden Einrichtungen teilzunehmen; 2) über die Entwixklung des gewerblichen Unterrichtswesens und der GewerbeförderungVerivaltungsbericbte zu erstatten; 3) die im Inland und Ausland erscheinenden, das gewerbliche Unterrichtßivesen und die Gewerbeförderung betreffenden Veröffent- lichungen zu sammeln und systematisch zu ordnen; 4) in den das gWerbliche Unterrichtswesen und die Gewerbe- Lördßrung betreffenden Angelegenheiten den Minister technisch zu era en. „Dazu ist dann folgende Bemerkung gemacht: Der Minister für Handel und Gewerbe kann dem Landes- gewerbeamte weitere Aufgaben auf dem Gebiete der Verwaltung des gewerblichen Unterrichts und der Gewerbeförderung überweisen, ihm auch die Verwaltung einzelner, der Gewerbeförderung dienender Einrichtungen übertragen.
Sie werden mir zugeben, daß nach diesen Bestimmungen der Rahmen für die Funktionen des LandeSgewerbeamts doch so gesteckt ist, daß nicht ohne weiteres Geseßentwürfe, die allgemein die Frage der Gewerbeförderung und speziell des Handwerks betreffen, zu seiner Zuständigkeit gehören. Ich bitte die Herren, aucb berücksichtigen zu wolien, wie denn überhaupt noch Gesetzentwürfe zustande kommen sollen, wenn in jedem Falle über sie zunächst das Landeßgewerbeamt gehört werden soll, die Handwerkskammern gehört werden sollen, die Handelskammern gehört werden sollen, und womöglich auch noch die Landwirtschaftskammern gehört werden folien, falls es sich um Dinge handelt, die zugleich die Landwirtschaft berühren. Ick; werde stets bemüht sein, mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln und unter Benußung der mir durch die Organisation unseres Staats gegebenen Wege über die Wünsche, Meinungen und Auf- fassungen der einzelnen Berufsfiände zu unterrichten. Ich halte es aber für ein Ding der Unmöglichkeit, ihnen regelmäßig die Gefes- entwürfe selbst zur Begutachtung vorzulegen. Ich möchte insbesondere noch darauf aufmerksam machen, daß die Königliche Staatöregierung über die Wünsche des HandWerks in allen vorhin erörterten Fragen durch die verschiedenen Verhandlungen, die auf den Versammlungen der geordneten Vertretungen des Handwerks stattgefunden haben, so eingehend unterrichtet ist, daß es wirklich nicht nottvendig war, einen Geseßentwurf über diese Fragen auch noch den Handwerkskammern vorzulegen. Hierbei möchte ich ausdrücklich bemerken, daß eine Ver- pflichtung der StaatSrcgierung nach dieser Richtung nicht Vorliegi. Ick) wiederhole aber, ich werde dieseOrganisationen stets gern benutzen, um mich über die Wünsche des Handwerks und das, was es glaubt fordern zu können, zu unterrichten. Ich kann mich aber nichtkinden, dicsen Organisationen die Gesesentwürfe Vorzulegen, die ich auf Grund der eingezogenen Informationen dem Königlichen Staatsministerium vorzulegen für zweckmäßig halte. Ich möchte auch noch auf die Schwierigkeit bin- weisrn, daß ich einen eigentlichen Geseßentwurf überhaupt nicht vor- legen kann, sondern höchstens einen Entwurf meines Referenten; denn der Geseßentwurf als solcher wird erst durch die Königliche Staats- regierung und die Krone festgestellt.
Dann hat der Herr Abg. Malkewiiz beklagt, daß über die Ab- grenzung des Handwerks und der Industrie noch immer keine Ent- scheidung getroffen sei. Mir ist aus meiner eigenen dienstlichen Er- fahrung bekannt, wie uncrquicklicb und unerwünscht die augenblicklichen Zustände sind. Ich kann ohne weiteres anerkennen, daß sie zu Un- gerechtigkeiten sowohl gegenüber dem Handwerk als auch gegenüber den Fabriken und auch dem Handrlsstande führen, insbesondere wenn es sich darum handelt, einen Betrieb der Handwerks- kammer oder der Handelskammer zwangsweise zuzuweisen. Mein Herr Amtsvorgänger hat bereits Gelegenheit genommen, eine Ab- ändrrung diefrr Bestimmungen in geeigneter Weise herbeizuführen, und augenblicklich schweben kommissarische Verhandlungen mit den Ressorts des Reichs darüber, ob und inwieweit den Wünschen des Handwerks in dieser Beziehung entsprochen werden kann.
Wenn ferner dem Wunsch Ausdruck gegrben ist, daß diejenigen Fabrikbetriebe, welcbe bandwerkßmäßig außgebildete Arbeiter Verwenden, zu den Veranstaltungen der Handwerkskammern und Innungen für die Ausbildung der Lehrlinge herangezogen werden möchten, so wird diese Frage erst entschieden Werden können, wenn man genau übersieht, in welchem Umfange die Fabriken tatsächlich bandwerkSmäßig aus- gebildete Arbeiter verwenden. Es fehlt bis 1th hierüber bei den sehr weit außeinander gebenden Auffassungen der beteiligten Kreise an irgend einer sicheren Unterlage; ich habe aber bereits vor einiger Zeit Veranlaffunq genommen, eine Erhebung zu Veranlaffen, um mir Klarbrit hierüber zu Verschaffen.
Der Herr Abg. Malkewiy bat sodann geäußert, daß die Handwerks- kammern für ihre Zwecke von seiten des Staats nicht hinreichend dotiert würden. Meine Herren, es stehen mir in meinem DiSpofitions- fonds 100000 .“ zur Verfügung, die zur Förderung der Zwecke der Handwerkkkammern Verwendet werden können. Wenn bei dies er Gelegenheit Bezug genommen ist auf die sehr viel reichere Dotierung, die der Staat den Landwirtickpaftskammern zugute komfnen läßt, so möchte ich auf eins hinweisen. Die Handwerkskammern sind eine verhältnis- mäßig junge Institution, die sich erst in ihre Aufgabe bineinfinden und ihr Arbeitsfeld schaffen müßen; die Landwirtschastskammern waren aber die Erben eines in 75 Jahren entwickelten Vereinßwesens, das sich im Laufe dieser langen Zeit sein Arbeitsfeld geschaffen und gezeigt hat, daß es mit den Mitteln, die der Staat zur Verfügung stellte, auch Außerordentliches leistete. Ick kann versprechen, daß, wenn die Hank-wrrkskammern den Erwartungen entsprechen, die auf sie geseßt werden, ich meinerseits bemüht sein werde, wenn ich so lange im Amt bleibe, im Laufe der Zeit ihre Ziele in derselben Weise zu fördern, wie das meinem Kollegen für die Landwirtschaft bei den landwirrschaftlichen Zentralvereinen und den Landwirtschaftskammern ieinerzrit gelungen ist. (Bravo!)
Der Abg. Maikewiß hat dann moniert, daß noch immer die odiöse Bestimmung beiiebt, daß ein Vater, der seinen Sohn in seinem eigenen Handwerk ausbilden will, mit diesem einen Vertrag zu schließen habe. Es ist, glaube ich, schon seitens meines Herrn Amtsvorgängers aner- kannt, daß es erwünscht sei, diese Bestimmung zu beseitigen. Es ist diese Anregung mit einer ganzen Anzahl anderer Fragen, die eine Abänderung der Gewerbeordnung erfordern, seinerzrit dem Herrn Reichskanzler vorgelegt worden; es hat sub aber bisher noch nicht eröglichen lasen, eine entspräbeude Vorlage an den Reitbstag zu nngrn.
Der Abg. Malkewiß hat dann der Gewerbeauifichtsbeamten ge-
meinen der Tätigkeit dieser Beamien Anerkennung gerollt bat. Ich möchte darauf hinweisen, daß es vielleicht kaum eine andere Beamten- klaffe gibt, die so schwierige Funktionen zu erfüllen bat, “wie die Ge- werbeaufsichtsbeamten. Die Gewerbeaufsicbtsbeamten sollen auf der einen Seite die Vertrauensleute der Arbeiter sein, sie sollen fich speziel! davon überzeugen, ob die zu ihrem Schutze getroffenen Anordnungen befolgt und die zu ihren Gunsten vor- geschriebenen Einrichtungen vorschriftSmäßig vorhanden sind und aus. reichen. Sie müssen zu diesem Bebufe, Wenn sie den gesteuten An. forderungen gerecht werden sollen, das technische Detail einer Fülle yon Betrieben kennen. Unter dissen Umständen besteht die Gefahr, daß sie den Ueberblick über das Gesamtgebiet ihrer Aufgabe verlieren oder mit Rücksicht auf die Größe ihrer Verantwortung in einzelnen Fällen sich von bureaukraiiscbem Formalismus nicht frei balken. Ick bitte aber, diesen Beamten“ etwaige Versehen nicht zu boch anzurechnen. Ich habe die Ueberjsugung, daß die ganz überwiegendé Mehrzahl von ihnen vollständig davon überzeugt ist, daß ihre Aufgaben andere sind als die tote Kontroiie der Unzahl don Vorschriften, aus denen nmi einmal unsere gewerbepoiizeilichen Bestimmungen bestehen, und ich hoffe, daß sie sich auch in Zukunft immer gegenwärtig halten werden, daß sie nicht lediglich Polizeibeamte, sondern daß sie die Vertrauens. leute sowohl der Arbeiter als an.“!) der Arbeitgeber sein sollen (sebr richtig!), und daß sie demgemäß stels bestrebt sein werden, das gute Verhältnis zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu verbessern, daß sie ferner auch bestrebt sein werden, die Arbeiterschußbestimmungen in einer Weise zu Handhaben, die dem Unternehmer nicht mehr als nötig Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten bereitet. (Sehr richtig!)
Weiter ist nun auch daVon gesprochen, "ob die Gewerbeaufsicbts. beamten hinreichend über die Vorgänge in den Betrieben unterrichtet würden, die ihrer Aufsicht unterstehen. Die Einrichtung der GeWerbe- aufsichtsbeamten ist Wrbältniömäßig jung Wir mußten bei der Neu- ordnung drs Gewerbeaufsickptsdiensies die Beamten in der Hauptsache aus der Eisenbahnderwaltung übernehmen, und ich kann sagen, daß sich unter diesen ersten Aufsichtsbcamten eine ganze Anzahl Von Be. amten gefunden hat, die ihre Aufgabe in beworragender Weise ver- standen und erfüllt haben. Ich möchte hierbei folgende Zahlen an. geben Im Jahre 1890, als die Reorganisation des Gewerbe- aufsiÖtSdienstes begann, hatten wir 28 Beamte, im Jahre 1894 hatten wir 166. Daß es nicht möglich gewesen ist, die neu zu bescßenden 138 Stelien mit einem gleichmäßig vorgebildeten Material zu beseßen, liegt auf der Hand.
Inzwischrn sind über die Vorbildung bestimmte Anordnungen getroffen. Es wird von jedem Gewerbeaufsickptsbeamten ver- langt, daß er das Abiturientenexamen einer neunklaisigen höheren Schule gemacht hat, es wird verlangt ein dreijähriges technisches Studium im Maschinenbau- oder im Berg- und Hüttenfarb oder in der Chemie; ck wird verlangt eine einjährige, bei Chemikern eine zweijährige praktische Tätigkeit im Maschinenbau, im Bergbau, in einem Hütienbetriebe oder in einem ähnlichen Gewerbebetriebe; endlich wird verlangt die Prüfung als Dipiomingenieur oder als Berg- referendar und, soweit es sich um Chemiker handelt, als Dr. phil. oder NabrungSmittelcbemiker. Dann folgt eine eineinhalbjäbrige praktische Ausbildung als Gewerbereferendar bei einem Gewerbe- inspektor, darauf ein eineinhalbjäbriges Studium der Nechts- und Staatswiffenschaften und erst dann die Prüfung als Gewerbeafseffor. Jeb glaube, daß es auf dieser Grundlage gelingen-wird, cin Personal zu erzielen, das den zu stelienden Anforderungen genügt, und ich hoffe, daß die Klagen, die gegenwärtig hin und wieder über Gewerbe- aufsiebtsbeamte laut werden, je länger je mehr verstummen werden.
Die Ausführungen des Herrn Abg. Schroeder finden im wesent- lichen ibre Erledigung durch das, was ich zu der Rede des Herrn Aba. Malkewiß gejagt babe; ich möchte deshalb nicht gern noch einmal auf eine theoretische Erörterung der Frage über den großxn und kleinen Befähigungönackpweis eingeben.
Der Herr Abg. Schroeder hat aber ebenso wie die anderen Redner noch einmal sich eingehend mit der Heimarbeit beschäftigt. Ick) möchte deshalb im Anschluß an das, was ich gestern gesagt habe, noch einmal sagen: es ist dankenswert, daß die Ausstellung unser aller Augen einmal auf die Verhältnisse in der Heimarbeit gelenkt bat, *öbwohl darüber für mich kein Zweifel besteht, das; diese Aussteiiung ein einwandfreies Bild von den Verbältniffen der Heimarbeit nicht gibt. (Sehr richtig!)
"Ick; habe auch gksiern gesagt, daß es vielleicht kaum ein Feld der
heimischen Arbeit gibt, das sich in seinen einzelnen Beziehungen so sehr unserer Kenntnis entzieht, wie die Heimarbeit. Ich möchte bemerken, daß das aber «t die: Schuld der Behörde ist; wir haben nicht geschlafen, sondern ck ist rms nur, wie die Dinge liegen, un- möglich gewesen, uns ein Bild von den Verbältniffen einer sehr weit verbreiteten Kategorie yon Arbeitern zu verschaffkn, weil uns jede Unterlage für ihre Kontrolie fehlte. Die Heimarbeiter sind nicht an- gemeldet, sie zahlen keine (Gewrrbesteuer, sie sind in keiner Kasse; der Heimarbeiter entzieht sich der Aufmerksamkeit der Behörde, und es ist deSwegen sehr schwer, ein abschließendes Bild Von seinen Verbältniffen zu gewinnen. Ick) denke aber, wir werden dazu bald gelangen. Be- merken möchte ich aber dock), daß die Geseßgebung und die Behörden seit einer ganzen Reihe von Jahren bereits mit den Verhältnissen der Heimarbeit sicb beschäftigt haben. Es finden auf die Heim- arbeit nach § 119 b der GeWerbeordnung Anwendung die Bestimmungen über das Trucksysiem, über die B2- schränkung der Lobneinbebaltung und über die Lobnbücber. Lohnbücher sind bisher eingeführt für die Kleider- und Wäschekonfektion. Es “ist auch bereits in meinem Ministérium die Frage erwogen wvrden, ob es sich nicht empfehle, fie ebenfalls einzuführen für die Hausweberei. Es gelten für die Heimarbeit weiter die Bestimmungen drs Kinderschußgeseßes, Es sind ferner besondere Bestimmungen er- gangen über die Betriebsverhältnisse in den Zigarrenwerkstätten, in denen wenigstens eine nicht zur Familie gehörige Person beschäftigt wird. Unter Beteiligung meines Ministeriums ist auch bereits ein Geseßentwurf über die Regelung der Heimarbeit in der Zigarren- induftrie außgearbeitei, insoweit in den Werkstätten nur zur Familie gehörige Personen beschäftigt werden. (.Es-ist endlich die Indexliditäts- und Altersverficherung auf die Hausgewerbelreibenden in der Textil- und Tabaksindustrie erstreckt. - _
(Schluß in der Dritten Yrilage.)
Befugnis bat :
dacht, und ich nehme zunächft dankbar davon Akt, daß er im allge-
„NZ-T 41.
(Schluß aus der Zweiten Beilage.)
Die Herren woiien daraus ersehen, daß die Annahme, wie'sie manchen Aeußerungen in der Preffe anscheinend zu Griinde liegt, nicht zutrifft, daß sii!) niemand mit der Heimarbeit beschäftigt hatte. Die Schwierigkeiten lagen einmal in den von mir vorhin angegebenen Gründen, zum Teil aber in der berechtigten Scheu, allzuiveii in die Familienverhältuiffe einzudringen und die Gewalt des Familienober- hauptes in der Beschäftigung der eigenen Familienangeiiörigen durch polizeiliche Bestimmungen zu beschränken. (Sehr rtchiig !) Grundsäßlich hat man ja mit der Auffassung, daß dies unzulässig sei, gcbrochen, und ich hoffe, wir werden allmählich in dieser Beziehung „zu wünschenöwerten Ergebnissen kommen.
Der Herr Abg. Schroeder hat sich sodann mit der Frage der Meisterkurse beschäf1igt. Ich glaube, wir sind alle darin einig - ich bin wxnigstens davon überzeugt -, daß, wenn ein Mittel geeignet ist, dem Handwerkerstande in der augenblicklichen Konjunktur zu beif'en, das die Meisterkurse find. Ich bin aber auch der Ansicht, daß diese Kurse in erster Linie notwendig sind für die älteren Meister; die Jugend bekommt ja eine ganz andere Ausbildung. Ich werde muh bxmüben, die Meisterkurse nach Möglichkeit zu fördern. Die ganze Sache ist ja noch im Stadium der Vorbereitung, des Versuches. Ich bin auch zweifelhaft, ob die großen Meisterkurse zum Ziele führen werden. (Sehr richtig !) Ich meine, daß man, namentlich soweit die kieinersn und mittleren Städte in Frage kommen, Versuchen “muß, kurze Wanderkurse einzurichtcn, (sehr richtig! rechts) die den Handwerker nicht zu lange von seiner Heimat entfernen, die ihm auch die Möglichkeit geben, im Laufe der Woche wieder nach seinem eigenen Geschäft zu sehen, und man wird sich dabei zweck- entsprecbend auf das Notwendige beschränken müssen. In Westpreußen werden jetzt derartigeMeisicrkurse eingerichtet werden, und wir Werden ja sehon, zu welchen Erfolgen die dortigen Versuche führen werden. (Bravo! rechts.) -
Ich möchte dabei nur noch bemerken, daß für Meisterkurse aus meinem Disvositidnsfonds Verwandr sind im Jahre 1903: 27 0(0 „M, in 1904: 32 000 «46, in 1905: -60 000 ckck, und daß für die großen Kurse im neuen Etat 82 000 „ja auSgeworfen sind. Ich hoffe, meine Hsrren, daß sich mit diesen Mitteln etwas erreichen lassen wird.
Auf dir. viel umstrittene Frage der Lehrwerkstätten möchte ich heute nicht eingehen, ebenso möchte ich die Steuerfreiheit der Beamten und der Konsumvereine auf sich beruhen lassen, da dies eigentlich nicht mein Ressort betrifft.
Was die MittelstandSenquete betrifft, möchie ich sagen, daß mein Herr Amtsvorgänger den Wunsch gehabt hat, die dafür notwendigen Unterlagen zu gewinnen auf Grund der bevorstehenden Berufszäblung. Dieser Wunsch bat sich als nicht gangbar'erwiesen, und es wird des- halb geprüft werden müssen, ob das erforderliche Material auf andere Weise beschafft werden kann.
Meine Herren, ich möchte sodann auf die Ausführungen des Herrn Abg. von Zedlitz kommen, der sich ja im wesentlichen an das angeschloffen hat, was die beiden Vorredner gesagt haben. Ich möchte nur eingeben auf einige aÜgemeine Ausführungen, die er am Schluffe seiner Rede gemacht hat. Er bat die Stellung des Handels- minisiers mit drr des Landwirtschaft§minisiers Verglichen, und hat darauf hingewiesen, daß es notwendig sei, daß der Handelsminister die Jntcreffen don Handrl und Gewerbe mit demselben Erfolge ver- treten möchte, wie das bei meinem Kollrgen Von der Landwirtschaft in so hervorragendem Maße zum Segen der ihm anderiéauten Inter- essen gelungen sei, wie es aber meinem Herrn AmtSVorgänger nach seiner Auffassung bezüglich seines Rrfforts nicht in Voilem Umfange g?g[ückt sei. Nun, meine Herren, ich kann Versichern, daß ich von der Nokwendigkeit einer solchen Vertretung meines Ressorts überzrugt bin, und daß ich mir?!) bemühen werde, mindestens in der Energie meinem mir eben als Beispiel vorgehaltenen Koliegen nachzueifern. (Bravo !) Aber, meine Herren, ich möchte mir doch dazu eine Bemerkung ge- statten. Mein Herr Amtsvorgänger war zweifellos bci der ihm ge- stellten Aufgabe nicht in derselben glücklichen Lage, in der sich sein Kollege von der Landwirtschaft befand. (Sehr richtig!) Denn, meine Herren, die Tätigkeit eines Ministers auch in einem Staate, der keine parlamentarische Regierung hat, ist nicht unabhängig Von der Zusammensetzung der Parlamente, mit denen er zu arbeiten hat. (Sehr richtig!) Daraus ergibt sich selbstverständlich, daß es in einer Zeit, in der man - wie ich übrigens von meinem Standpunkt aus bxmerke, aus allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Rüebsichten nicht mit Unrecht - fij) verpflichtet hält, die Landwirtschaft zu unter- stützen, schwer ist, für ein anderes GeWerbe mit den gleichxn Er- folgen durchzudringen. (Sehr richtig !)
Dies möchte ich vorausschicken. Aber ich stimme darin mit Herrn don Zedlitz absolut überein, daß es wünsäoenswert ist, daß die Minister aller Ressorts die Jntereffen ihrer Ressorts mit Erfolg vertreten. Das wird ihnen aber in dem Maße leichter werden, meine Herren, als sich die einzelnen Jnteressentengruppxn im Kreise unserer erwerbenden Stände nicht darauf beschränken, lediglich ihre weitgehenden Wünsche an die Staatöregierung zum Auddruck zu bringen und ihr das undankbare Amt zu überlassen, nun außzusuchen, was dem einen gegeben und was dem andern genommen werden soll. Meine Herren, das ist für eine Staatßregierung eine schier unlösbare Aufgabix Ganz anders würde es liegen, wenn fick) die einzelnen Erwerbßgruppen in sich zu ver- ständigen suchten über das, was der eine braucht, und was der andere nicht entbehren kann. Meine Herren, das klingt Ihnen viel1eicht utopistisch.“ Die Sache hat aber eine sebr ernste Seite. Nur auf diesem Wege, meine Herren, werden wir in der Lage sein, der Politischen Gefahren Herr zu werden, die in der Sozialdemokratie liegen. Nur wenn sich alle diejenigen Stände, die an der Ueber- windung der Sozialdemokratie ein Intercffe haben, in ihren wirt- schaftlichen Forderungen so“ weit verständigen, daß sie als eine ge- ftbloffene Macht in den sozialen Fragen auf dem Plan erscheinen können, nur dann wird es mögliib sein, die Sehwierigkeiten, die in der
kieilage
zum Deutschen Reichsanzeiger und öniglich Preußischen Staatßanzeiger.
Berlin, “FreiWYÜk“'é_,dm 1-6 Februar
Sozialdemokratie liegen , zu
tungen zu entsprechen, die in
kann ich meine Ausführungen Seiten.)
nehmen zu können. Ständige
der Griverbekammern.
auf diplomatischem Wege, Vorkrbrungen dagegen zu Verdienst, die und Kindern außgeübt.
dasselbe
könnten. n bezug auf die
zu, daß es auch heute no Handbetrieb knicht durch YZ geläuterter Geschmack und Ku
von ihm verlangen kann.
dann wieder „kreuzige ibn“ Minister es nicht so machen tuch zwischen fich
e, daß er manches Ueble
Man hat einen
diefe
Wir don der Opvo tion da für den Grafen Posadowsky
liches Verdienst des Grafe)! Arbeitgeber zur Sozialpolitik
Sozialpoliti vorge tracht; er
an, immer zu reden Von
nur mit den Arbeitgebern, s
willkürliche Herrschaft übt, des Jolies auf Rohstoffe zur Persieilung fertiger P Fabrikanten konkurrenzfähig kammer bat den
Die Steuerbcamten bei dem
hier darauf hinzuweisen. mit der Warenderzoilung
Kreise miisien rechtze
bildung der Kaufleute anon keinerl-„i theoretische Kenntni ni t schwieti? sein, solche Mt den Re
Kraktisck) auszuüben. Dazu
und was es leisten soll.
Reichssache, aber das Reich,
schwankenden AbgrenzunYcZerb 23er n
treffen sucht. Da xschlechte Löhne gezahlt werden, die vottcn, war' bekmznt. „Aber die ie Zuiande systematis gebracht zu haben. ie eimarbeit wird vorzugsweise von, Frauen 5 Wäärl? usa erwägen, ob nicht in bezug daran die Täti keit der rauen n beranxfzezo en wßrden ran?. Der Staa muß allerdings bei den rauen aß an Vorbildung und Leistungs „ Fanuc. Ich würde überhaupt im aligemeinen wunschen. daß die Frauen zur ewerbeinFektion in etwas. größerer
ierbei könnte und mir te der Staat zur Yun, wie z. B. in süßdeutschen Staaten durcb Heranziehung hervor- ragender Künstler vorgegangen ist. Auch in Preußen hat sich künstlerische Bedeutung der Porzellanmanufakiur durcb Heranziehunkg3 bedeutender Künstler sebr gehoben. " , jeder Handwerker in sich die Kraft fublt, das zu leisten, was die Zelt
und einer Partei zerschmiden und si
wieder mit derselben Partei gn denselben T11ch se en. eit- der Hoffnungen, und es ti nichts so schön, a 5 wenn man noch Wnungen haben kann. Die
()
allen Seiten die e ra en behandelt werden müßten. s F I drm „Manne mit der Sklavenpritscbc' oder auf der anderen Seite yon einer „unbegrenzten Bcgebrlicbictt“; Ich hätte allerdings ebenso gcrn gehört, das; der Minister bereit sei, nicht
gegeniiber solchen Verbändcn ist. ' _ des Sebußes der nationalen Arbeit, wenn in der Behandlung
Umstand zur , . Handelsvertraa mit Bulgarien, der am 15. Januar d. I in Kraft trat, erst am 17. Januar der deutichcn-Oxndclöweit bekannt gt" oben wurdc.
t" an 1. Mär 'baltcu werden wird. der UIC : itiLLwissenz wrlcher Zolisav in Auwrndung
kommt, sie müssen si darauf Vorbereiten können. Die Ano- dehnung dcr I)ieisterkurie wünschen wir auch. Schwierigkeiten. Wir hatten bei dcr Einrichtung in Fran _ Mühe damit, weil die Gcwrrbikreiie sicb zunäaZst fernvieltru. Wit später fanden die Kurse lebhafte „Zustimmung. I _ „_ , ob es nicht möglich ist, an diese Meisterkurse auch urie fiir die Faib-
stkrknrscn wird es abcr nicbt abgetan den Leuten ermöglichen, das, was sie in den Kursen kniet"! haben,
_“,iideqoinden und dabei die sozial-
politiscben Aufgaben zu erfüllen. "dk? uns, wie die Redner alier Par- teien dieses hohen Hauses gestern und heute Wiederholt anerkannt haben, obliegen. (Lebbastes Bravo.) Meine Herren, ich will mich ernstlickp bemühen, auf dieser Gruydlage ju arbeiten und den Erwar-
den für mich iir sonst so freundlichen
Worten des Herrn von Zedliß gelegen hüben. -- Ich glaube, damit
schließen. (Lebhafter Beifall auf allen
Abg. Münsterberg Lfts. VIX"): Auch die Linke sieht der Amtstätigkeit des neuen Min stets mt 9 Leider hat auch der Handelsta niYaYenügend Gelegenheit gehabt,
zu den geplanten geießgeberis en
roßem Vertrauen entgegen.
nahmen rechtzeitig Stellung Unzukräkzlichkeiten ergeben sich aus der e der andelskammern und
o der inister darin endlich
ff a Abhilfe schafft. In bezug auf sie Weichselstbiffabrt in Westpreußen babe ich Klagen darüber vorzubrin en, daß durch Regulierungßarbeiten in Oesterrei schiffahrt viel Abdruck) gesckßiäbt.
die man clbaiten und Rußland de_r eichsel- cb bitte den Minister, daß er onders nach Nu land bin, gründliche in der Heimarbeit jeder modernen Entwicklung eimarbeitsaussieüun hat das in „die breite Oe entlichkeit
wie bei den Fabrikinspektionen äbigkeit verlangen w € beim Zahl herangezogen Werden
allgemeine Lage des Handwerks gebe ich underte von Gebieten gibt, in denen der
rikarbeit erseßt werden kann, weil dabei
'nstfertigkeit notwendig sind. Aber gerade Hebung des Handwerks viel
ja die
Wir müssen dahin gelangen, da
Abg. Oeser (frs. VolkSp.): Man sagt, neue Mühlen wahlen gut. Es wird die beste Würdigung für den n'euen Minister sein, ihn nur nach seinen Leistungen zu beurteilen und nicht einmal .Hosianna“ und
zu rufen. Hoffentlich wird der neue wie andere Minister, die erst das Tisch- dann doch och ist die
teilung des andelSministers ist eine vnbüten und au erordentiicb viel Gutes
veranlassen kann; auch ist „diese Stellrxng ja, verhältniSmäßtg nicbt schwieriger als dir des * Landwrrtschartömin'ijsters zum ewiffen (Gegensatz zum „
minister und dem Rei shandelSminifter, dem Staatssekretar des Innern, kon truiert. Es wäre erstaunlich, weiin der "Abg., von Zedliy und Neu- kir Ich nicht darin angeschlossen hatte; ich finde aher nicht, daß ngriffe auf den Grafen Posadowsky durcb Wiederholung an
Rriz gewinnen. Ich habe die Empfindung, als "ob auch in der Presse ein planmäßiger! Vor eben gegen den Staatssekrctar des Innern Vorliegt.
Beispiel. chen dem Handels-
ben zwar keine_ besondere eranlaffung, wegen seiner Haltung zu den H dels-
Verträgen einzutretcn, aber in einer Beziehung finde ich, „da drr Staatssekretär sick) außerordentlich entwickelt hat; er'i')at eur großes Maß von Mut und Entschlossenheit in der Sozialpolitik gezrigt und ist mit einem ungeheuren Arbeitßeifer, der leider selten zu beobachten ist, an die Lösung dieser Fragxn „herangetretßn. , land mit Vertrauen auf die Sozialpolitik blickt, so ist das ein wasent-
Wenn ganz Deutsch-
Posadowsky. Wenn das Vertranrn der der Regierung notwendig ist, 10 dock) auch
in erhöhtem Maße das Vertrauen der Arbeitnehmer. Der Abg. Von Cynern hat gestern schon auf den Unterschied zwischen der Haltrtng_der Konser- Vativen hier und im Reichstag hingewiesen. Minister Delbruck bat nicbi, wie der Ab . don ?rdliß und Neukirch meinte, einen Protesr gcgen die
hat Von dem Ton gesprochen, 111demdon Es gcht auch nicht
ondern auch mit den Arbeitnsbmcrn zu-
sammen zu geben.. Der Arbeiter will als ein gleicblxe'rechtigicr Faktor anerkannt werden; daß man ihm das yorentbalt, tram wesentlich zur Verstimmung bci. , _ _ . Handelöetat gleich den anderen Horch emige Wunicbc v'orzubrmgqn. Das; das Koblcnkonior in „bezug auf die Rheinschiffabrt cmc ziemlich
Auch ich habe in bezug auf den zeigt, wic schwgch die Regierung umi) Es ware auch eine Nufaabc
dir aus dem Auslande einncbrn und roduktc, dic wicdcr angrfülzrt werdcn,
Verwendung finden, Maßnahmen gciroffcn würden, die dir dxntsckxn
erhalten. Die Düffcldoxfer Hgndelr- Sprache gebracht, dai: dcr
Ueberwachungkdienst sind ni t grniige'nd
besoldet; bei dcr Erhebung der Zollgebühren sind fiskaliickoc 1354-111th-
kt elterd. Obwo [ das Rcicbösacbe ist, Will ich nicht vmieblcn, vun e g ! b Von der größten Wichtigkcii, wcii cd sich dabei um hohe Werte handelt, ist cs, das; der Handel weiß, wic cd
bci dcm Inkrafttreten der Haydeis- Dic inirrrjiicrtcn
Allerdiridxö hat das
m“! a. M. möchte aure'ncn,
iiedcrr'. Die kleinen Kauficutr bach e in dcr Buckofübruna usw. (In wird Kurse an die Meisterkurxc auzrmiicdcru.
ein man tun!:
gehört ein kleiner! Kapita ilein'r das
s ' b t mü en wir erfahren, was er positiv „].-mm bat ande gewer eam " Die Förderuna des Mittelstandes ii
1 zwar das so viele Mitko! zur Verfiimma bat,
, dem Handwerk
1906.
muß auch die Mittel für eine En nete über den Mittelstand bereit- stellen. Der BefähigungSrrachweis iii erfreulicherweise eute von allen Parteien im Prinzip aufgegeben, und man_zieht si auf den so- enannten kleinan Befähigun Snacbweis zurück. Ich habe nicht ver- kteben können, warum das andwerk auf den Befähigungßnachweis o großes Gewicht legte. Man hoffte damit wohl eir_1_e Mende Kon- kurrenten zu beseitigen, aber man sollte nicht vergknen, daß damit neue Schranken aufe'riegt würden, die ihm die Konkurrenz mit den Großbetrieben erst recht erschweren. Dem Handwerk ist nur _zu helfen durch eine innere Kräftigung und Stärkung des Handwerks, wie wir es immer gewolit haben. Die Bahn des Befabigungsnaäyweises ist schon recht verschlissen und-hat große Löcher, zrvar nicht durch Kngeisciyüsäe im Kampf, iondern dlzkch Ndottenbisse. Bei drr Heimarbeitsausste ung baden fi die Sozial- politiker alier Parteien zusammengeseblossen _; dre Außteürmwkann daher als eine soziale Tat ersten Ranges angejehen werden. Sie hat uns die Augen iibcr die Verhältnisse geöffnéi, und ich_begrüße es mit [Freude, daß sich eine Geschlossenheit aÜer oberen Kreiie darm gezeiat )at, das; alle über diese Vkrhältnisse in glric er Weise HYpökk sind. Wir sehen hier Löhne, daß wir uns wirkli fragen miriien, ob es noch gerechtfertigt ist, ob es eine richtige Wirtsciyaftspolttik ist, dem Volke durch die Zölle die Lebenrmittel noch mehr zu der- teuern. Die sozialen Schäden der Heimarbeit liegen auf der Hand. Die Hcimarbeit ist unkontrollierbar, es kann_ eine voli- kommene Auznnßung der Frawzn- und Kinderarbeit stattfinden. Die Frage hat auch eine allgemeine sanitäre Bedeutung, denn es wrrden in den Verpestcten Räumen drr Heimarbeiter Nahrungs- mid Gewuß- mittel, 3. B. das Marzipan, hergestellt. Der Bundsdrat rst ermach- tigt, dic Krankenversichernng auf die Heimarbeiter aUZziZdebnen, daVon ist noch kein Gebrauch emacbt wordZn, weil das Preußische Handels- ministerium WidersprUcÉ] Erhob, woraus ich ibm untcr dyn Obwaltenden Umständen ailerdings keinen Vorwurf morden wiki. „Es iii in be- grüßen, daß ein Geseß zunächst für die ;Oeimarbe-„tt m der Tabgk- brauchs ausgearbeitet wird. Bei der Heimarber dandzlt S-SWUÖ wesentlich um die Rechte des Kindes. Ick Hoffe, daß der Mmriter, so wie wir, seine Aufgabe darin crblicki, dem aUJememen dei zu Lienen durch einc gesunde Enlwicklang des geiamtén Orcduknven ebens.
Abg. Trimborn (Zéntr): Dsr Yiinisrrr dar Yinerr griyndrn, praktischen Sinn gezeigt, den Er drr 'HÖUli-iiiß' rw_!chirr€r „sryderCn amtlichen Tätigkkit drrdankx. Dar Mimitrr wiki FYYÖWU-Z' Mik den Arbeitgebern gern nrhmen, wrnn d;r Ton mrs dr€1_e_r Zsixerrn anderer wird. Aus seinen Erklärungen konnte eine 'grwims Mirzbrßtgnng des Vorgehens der Reichsregierung herauskiingen, [ck gl311ke eme !dlckye «drr doch nicht annehmen zu sollen. Eine der Handtamgaben desxÖandeXZ- ministers ist die kräflige Förderung rinrr beirnnenxn [mr iii'rs wr:- scbreitenden Sozialreform, nichi nur für M Arbrxt-w iyndkrnZ13ch für di“: Mittelstände, für die Pridatdeamisn mw. _ Tre 1:52:78 HLUL- sorge darf sich nicht mshr aÜEZn, wie CZ nch UL? „30 335an “cc“: _;zaU sein konnte, auf die Arbeiirr erstrrcksn. Dxc'e Srzralrewrm wirnicbsn wir von dem Handelsminister; fie isi noxwxndig,_ um ch w :a1cn Frieden zu sichern. Wir bekiagen alis die großcw'OczialkampY abs: nichts wäre verfeblier, als die Sozialreform dame: deranrwdrritcb zu machen. Diese ist geeignet, der weiteren_Vere_ler«du_ng weirer Volls- schichten vvrzubeugen, wovon die Wedrbattigkert unyxres Vaterlandes abhängt. Zwischen beiden besteht ein innigerTZmamxnenbang, der noch gar nicht genug gewürdiY worden ist. ir wunicbe!) daher nicht eine Verlangsamung der ozialreiorm, sondern zum windeiten ein Fortschreiten in_ dem bisherigen Tsmpo. 1904 lit. allerdings das Geseß über die Kaufmannögxricbte ergapgen,_d3s madd rrn ,;rrrzsr Bedeutung ist, ab€r 1905 iii kéin 811151ng !ozraldoimirhsxs GEWI erlassen. Seit 40 Jahren kämpft 211311 um die N;“Öksfabißkrit :rr Berufsdereine, eine Forderung,_ dia 1,0 ait 111 wie die Ubrraicrr Partsien, und dir sind doch 1chdn_rrcht air gcwxrdxn. Er't_ :er HeimarbeitSanIsteUung bar 633 icdizrr'x, um srwgs Man in :ic ;;ckze zu kringsn, Und d0ch fordern wir wir F31§k::1__dzc *)ikgsizmg dsr arbeit. Man hätte hier früher zqurrrxn :.“121'1371, „::.“r3r: ::*:_,::::ch dissss Ausstellungselend dazu gctrisdrn zu, werdcn.“ 211:er (*r-3:1- richtiger, als Wenn man in dsr Sdzr3lrrirxxk :cn €*.:an Y::(rmxvii- tcurpo spricht. Nichts würds rsrdsrbiiÖcr Mir, 31-5 :rerm :n xxx “*r-:- gierungskrriscn Dissonanzen cintrkrcn: wir YiiU'Öckif *.".11 :xrrrrarhxxg-xs Zusammenwirke'n auch mit drm gesenwxrtrgcn dxwdrrrixnrxw “:x-„(rr dcs Reicbk'amts [*r-5“ Innern, drr dw) 2211: LJLTTTTYU'K mr_wr: *.-_rr:,;;:2-ck hat. Wir wünschen Cine Vcrmriérrxriz dcr*Er_wcrdzarr":ck:eraner. fcrrrcr dic Hrranzicbun' wcidiicbrr Krä'rc, :x; Y_"TTTKZTCZUUZ rrxxir-„vr: Elrurcntc nnd erdroxirr 'Urdcrrrr_z:: Erwrrdcwar. __ 211151115 Frenndc baicn im :iieiÖ-Isag sims anxrrr urcr dcn F3U':r:„:3n:'wikr und gcwcrbiickzen Mittelstand dc3nrr3gr, ".:::? .d Hi!!; drr! Y::xlk-xr-Iz minincr, dicse Enqucrc (iir'kgiiÖ zu UNTCTJTU'ZCLL. T:» L_UTTTcr für solche Zwecke wird der _ :'Tchich§ra=5_ :cwrxixockx. In der kleinen K311M3nnschart km: ?::er _.: 4,112; :x; Kaufmannschaft gar liichk r*rkxiuxxg-Iurxxz :.:-“51:7. Ju dcr kanfmänuisckxcn Lkbkiinxx_§a112kiikU;!5 ' *.*-“Qs 3.195. cs ist vieles faul. Dic kaufmänuivikc Faikarxldüerxc „“.-::“: „";-_ck: xxx drr gcnügcndkn Sorgfalt geübt, unter den Yandxrcrkcrri am:: :ndrrc» einmal dic Streitaxt bcgrabezi wcrden, darm: *:c :::ch_ „:::-chr ck.ng auftreten und ihre Kraft _aus das Crrrccdi'arc i::rzeurrxrrrn _kxxrzzcrr. Dazn gciyört der ilcinc Befähigungsimcdxrcw. MTS drr M*.m'i-xr :rer [einc Kraft cinsc ;cn, damit wrnigilcns dcr iicmr 274»:'x;;i:1„x-:„3chwrxs crrcicbt wird. &Iann wird c?“ 11051114.) 7-1'2, da"; 3:11: ?vi-x'T-xr “11156 im Handwcrk cintritt, und kaliii wcrden dw Z(rrÖT'ertgx ».:1, RUM dcn Cdltwr Beschluß gsm?! baden. gcgcxrridcr dcan, :::- noch 1111112: dcm Brfädimmxrsnaibwrw Uickrn. EJ um: 53,5 _ heitliche *„n'tanz gi'i'rba'ie'n n*;*rdci'.„ d:? „':11'3; (?:: *.;Jr'r dw “xs".rzc, * i'ci cinem “L rtrirbr' Handwsrks- odcr Fadrikörxxsd 79:31“ ;! _ CI ?'1 schon cin aitrr Licbiingsgrdanke (“0:1 mxr, Kak; 3.1!) :.i: «adrr-kx-r, wie in Ocslcrtcirb, unt zn dcn Kyiwr- dcr ;“.::!Tk1'r'11?i*sxrriuri!n dcranm'zogcn nwrdcn, rin Gedanke dcr 313. ck51: Jm sin.?- scbaft von seiten der FabrikdriiZ-„r :i!!§r'i*.1„;(-i 23? *Im ck“*: *.).iit'isicrknrscn muß man j'iiiirsÖCikéli zwx'Dcix d;» 3719. dc;;xcn,-cn tccizniscbcn Kursen und dcn .riigcuremcw Kili'xli; '1,'i:*x*rrrk:r:kc dcr ersteren Art diirfr'n nur in rmwirwn „'s-57»: Öl.;dkcxi _;xxgcrxixwr werdcn, wrnn sie ihr?" eig.:*utri:::it.i*cu Urinal?» «ck .*cwaoxrn *:acn, Vii'lici ! in jeder Provinz cin 191chc9 *Y'O:r*i„:x*3*1;tr TV:: Hazen xis! vier so (be Mciiierkmir eingrrrrbtct, „rde: «ck H;»: 11:1) wr: **:-ck ::.ivr «anz aud" dcm Vmimbdi'tadinm verdad“. 21.1 ?.Lie *?_'«**.»'1:*rk*.r:'c ki,“:axicu sich dann dic mekmkc 'm den kirimrcn Swdww lx! dcn Prodmzcu x1llich1ii'sii'ii. Ju einzxincn Pcrnbrcu dc: Yo,:?wcrk-Ikemmcm :rixd mit T'ir'xbt über dic *„xirxcrc'icioyizkikx dcr „Pirqdnw'kér =;:1“'.agk. Dic *!i'xirkiamkcit des "Libere" kNmUtkrs von ",'Toiicr 31-3 ;„Rxgdcisnnmirr kann man Ta vchbiedeu dernrrricu, „xder «de'; “im» QZkkgksik aiko Handwmköm nister bat er Wii; chrkrmmng „*r-adxcn, :md 1.1: 351.1 ir-i'miibcu. daß der UN]? „Har Handci-IUUURU darm (31 ckck 5ch€cheu Liavrxmt wie icin ergingcr ?orc'adrcu "vrrd,
“.Uiimsicr fiir Hands! Und Gewerbe "Deidrx:„k
Piri"? Herms "Ick giaaix“ co dat Udon ,;c'irm i'm MWikcd dirieö boden Wms» augedcutcd cker dw kc'oad'rs ausgxedtgc Weyand- imm meines Etats wexeutiird drm &»ka diem“, um!: in mein Aux eimuiridreniWiterkMi uud Lid:“! dic Au'gadcu m dcicdten, dic meiner
dier imma (Heiterkeitx 'Meine Herren. Tek RMB»? UMA Gedanken
dahin ioigeu xu dxirisw dak ixk um! den zadiioien Aureguugeu zogen.
FYÜYWÜÜMNSLÄWNÉÉÄ„JÉ*' „„