1906 / 53 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 02 Mar 1906 18:00:01 GMT) scan diff

Fürst begangen bäxte, wäre zu einer ganz cmpfindlicben Geldstrafe vemrteilt worden. In Breslau hat man seitens des Genchts die

inkriminiertcn Artékel gescbwärzt (der Redner zeigt das betreffende

nicht mit Druckerschwärzs, deren man sich doch so ar in Rußland bedient. Es wird avf alisn diessn Gebieten erst de er werden, wenn der

Heutige Klaffenstaat zerfaklen ist.

Staatssekretär des Reich§justizamis Dr. Nicbcrding:

Meine Herren! Dkk Herr Vorrsdner hat seine Ausfüdrungen mit der Vsrficbcrung gcschioffen, daß er und seine poiikischsn Anhänger fortfahren wiirdcn. der dcntscbcn Jdstiz kein Vextrauen zu 1ch€nken. (ZurUic links.) Dg:? hätte cr nicht zu 52181er krauchen, davvn War ich von dornddrsin Übstzeugt, und ich würde glauben, in dem Augen- blick von dem 1ichtigen WSIS abzxxkymMn, wo mir don jcmxr Seite aus kckundxt würde, daß 85 in där Justizdsrwalfung anders gewordkn sei, wis LI [)*F-bcr gcwescn sei, daß man dort auf der linksn Skike nun in 7:81“ Lags fi-k). befinde, dex deutschen Justiz Vertrauen zu sckmken. Alis Akußsrxmssn ükCr unscrc staatlichen Verhältniss: die von Jhnsn audzcken, bczcxxgxn ja immer wikdkr, daß Sic: fich mik den Auf- 1111111119211, dis anßsrkalb Jbrer Partei übxr di? Ziel? und Be- düxfniffe deö Staathens vsrtrcéßn find, ;F-adsolut nicht der- traMn könnsn. Ick) sage, isi) Verstehe es, daß fie unserer In'stiz Ihr Vertrauen nick): sswäbren onen, (xder ich bkstrcits ganz entsxbisden daß, daß die dsutsäßen Arbeiter dieses Veritauen in unsere Instiz nicbt babs". (Zurufe von den Sozialdemokratsn.) _ Das wiffen Sie nicht beffsr. Sie wünschen nur sednlicb, és wärs 10, wie Sie bcbaupUn, Wenn man das sten und Treiben anfiedt da draußen in der soziaidemokrajifchsn Bswegung, Wenn man fisbt, _ U::d das 121,811 die Arbeiter 1111 und sehen es nicht 11111, svndern cmdfindén ks auch _, was dort an Cinfsitigksit, an Partcilicbkcit, ja, an Terwrismus fich brsit macht, dann, glaube ich, wird “(er dentschs AkkLitkk, wxnn Ls dis 11113196 Täkingik ur11er€r (Gerichte [md die Un- bsiadgénsn Entscbsidungsn d€r Ricbtkr ddr sicb fixdi, übc1zeUgt scin, d&ß 11T) untrr dicsxr RCÖTÖPÜKZS imm?! noch besser leben läßt, als 1111161 demjsni-Ze'n, was wir zuerwartcn dättén, WWU die Anschammg€m dis dram'zsn im Lands don dur Sozialdxnwkratie erbrsitst werdcn, Uias'gxdénd Werden 101]th (WE) in den Anschauungen der recht- sdr€chendsn Instanzsn. Méine Herrkn, was Sie auch sagm 111591211: an Loyalität, an Ekriicdksit dsr Ueberzcugung, (111 (G6- séßmäßigkeit, an UmkartaLLiÖkeit wird der dcnisckoe Richtsr, 10 wik er in dsm 1e151118n, dyn Jdnkn so gsrmnntkn .Klaffénstaat' urtsilr, immer tmmkdé; erkaben skin Über den Richiern, die künftig im Sogenannjen Prolctaiickstaat uxtsiisn würden. (Zurufe von den szialdemokrarcn.)

Das sage ich zu dkn aUgsmeinkn Ausführungen, mit dxnsn dxr Herr Adgeordnafe gcsckzkdffen bat. Dis einzclnkn, Von ihm berüb1ten Fäiie Mrdc ich nicht berühren, kann ich auch nicht berüdrem; das war cin Turäokinandsr ron Tatsackxsn und Urteilcn, von Einssitizksiksn Und Irrtümern, dée ich unmöglich dor diéskm [1011811 Hans: erörtern könnte, ohne Zdrk GCduld auf die böÖste Proke zu sthSn. Ick babe mx: Linige 2530118 511 1agkn zunäÖst zu de'm, was der Herr Abgéordncte in seinsm Vortrags gegen mich richtcte.

Er kam zu meinen Bkmerkungen geg-xn den Antrag, der die Zu- 1157digkcit dEr Schirurgerichtx ausdebnen wiki (M die Preßdelikte auch in NNTchTsÖland. Er mxinte, disse Erkiärungen wärxn von mir wisdcrbdlx wordxn Und 10 ksstimm! anggédkn worden lsdiglick), weil e:“; 1111: damtf ankäms, "dis Pr€s1€ möglichst unter dkm Knxbkl _ 10 517111151) drückt? er 1151) aus _ zu ballen. Msine Hsrren, ich bin dsr- 111§,:-:111ei11:r amxiicb-xn Sthung aUem fxemd, was irssndwie an Fxrxkksxkdlgunged dcr Prkffe auf Grdnd der ZSTSZiil-ixcn Volimacbien dcr ZtUTSanrultiÖUft-Zn 1:1 Dcut1chland 17611 Ersignen farm; ici) Ick? d1111itnich1551 11111. 30312111? (11155 nicmals bier im Hanse, aucb 157-531 Harten gxgcnülA mismals, stwas gssazt, was 10 gkdkutst wsrdén kÖUsTC, „11-5 wenn ick) besondch Sumpalbicn mit Pkéßrsrfolgungen [ckck Ich bin im disssr Bézicdu11g,gla11bsich, imm21unbxfanzsn ZLWesen und 13-156 mich 1112 [211511 13111811, werds 111151; in Rscbtsfragén aUcb nie leitxn 1317911 ODU ciner VNLZWMOMMZUÖLZT 1135211 irgénd Lins Partei. Wxnn der Hérr Adgeordnkte QIC: drmxock) dazu kommt, mir Vorzu- rrxz'kxé, "ck 1€i 11111 dnrch dkn Wunsck), dkc Prxffk mözlichst 1111th dem K11:§:!, Unter der Kandare ZU kalten, “Taxa derunlaßt wordcn, 1111111 10 bw'xéqnx'xt ZIZLU die Crw8€kcrur1g der Zdsräpdizkeir dér *Säxwzrgkrickptx a11§311*1“r€chc11, so ZW:“: 111 das nur dadxréy erklärcn, da?"; (5 ja EHM vixxe Ösrrcn Zidt, dis, wcrm fi: fich das Vsrbalten anderst nicbt dSF-Zr dCUtc-n kÖTMCN, cinem MOTM Untsrschikden, die? möglichst unscbén find; Und ein unschönes Mdkiv ist daI, daS dsr Herr Ab- geordnyt-Z 1111! cntgxxsnzidaltsn bat. Jui) Ükkriase ss dsr Beurxcilnng seinxr sigsnen Partei, ob er dazn Veranlassung batte.

I):: Ger Für mxins H4liung gkgsnüi'sr dém An- trag a::f EkWTiTLrUP-J der Zusjändigkxit dEr Schwurgericbte ist d::b Sin ssb: cinfackyer. Ick bade ein lebhaft-ZH 251171312178 daran, diése Rcform dcs Strafprozeffes, die ja 511131) 1117 30:11 Scitsn diess-F [»Odsn Had'scs dringend chüniJ-«t wird, ml),;lé-Öst ZU !"ördcrn. Weil ?ck) diesss Jntercffe babe, wünsÖe ich auch in 15dsr Wxiie, für die!,"e Ardsit alis Hindernisse vorweg aus dsm W555 zu 1521111211, die uns unsere Aufgabe noch mehr erschweren kaMLN. Ick 17:03 es aber _ und Sie können es mir glauben, meine «I;."r-M _, da?“, die Ausrehnimg der Schwurgerichtskomv€i€nz ein schwerst Stcim :x? Amswßks scin würde, und ich wisderdols es, daß dsr Annas ABWL kain: Au§1"1cht hat, Von skitcn der hohen Regie- runz-Jn ÜKZSKJMMLU zu wcrdxn. Wcil ich daS weiß, Weil mir auf jen-Ir Seits, WO “die1' ! Antrag 1111181111131 wird, dixfes an- sckchik€nd 11111116: noch nichx gsglaubt wird , weil die Folge dadyn sein WINE, "da?; dann die Strafvrozsßreform be- so-“kU'Z grcL-Z SÖWiLÜZkSiTM durchlaufkn und doraULficthickp ickexxm würde, [LAM an dkm Antrag festgckaltkn wird, deébalb, mxxrs «Öerzn, 113112 “11:13 dixsen Punkt 10 düstiwmt berdorgcbobsn, au? kein-Im (!!“.dékexk MOW, wis dsr Herr Abg. Stücklen mir das untarNeIt bat.

Der Herr szkrdncxs bat cxnn die Vérdältniffe des kaängnis- weséns 16:01:71, 1111: *Ich möcht? zu dicksn AuéMkrungen einige Wette sass!» 11111 12“??? vi-xei-bt di? Aufiaffxmg dkr Regierung falsä) ge- dSUTkT wxrden FHNW? ZCZMÜÜT'.“ dex angséliZoen Taféachkn, auf die er s1ch 132€: bera'sn kat.

Meine HEUER, dé: Hcrr ständén in d:": Stxaiansxalx kam; auf dic EinZSLÖCiTM Wir kénM Unmöziiah, wäixn, bis“: die Vkrkäiinisée

Angmdnete ift don den Zu- ZU NeU-Ruwin ausgegangen. Ich isjm-“r Aquübrung-Zn nicht eingehen. ami) wenn wir kompetent daz'a einer einzelnen Strafanstalt

auf Grund der, wenn fie auch noch so gut gemeint sind, doch ein-

, ) eiii en Aus 1": run en eines eordneten beurteilen. Da u würde bekckylagnabmjen Blätter der Redaktion wieder zugestellt, abxr tte - s g f b g Abg ;

unter aUen Umständen gehören, daß die Regierung in der Lage ist,

' o «. ' “' ) führun en vorher zn kennen damit fie mit Hilfe ihrer lett iter ro Lr Miterkett dev («mes Vor), und zwar uni Kienruß, ; diefe AUS _ J , 1 m J J » ** Organe prufen kann, ob in der Tat die Behauptungen des Herrn

Abgeordneten richtig find. Ich bezweifle nicht, daß er sie inLoyalität vorgebracht bat; ich bezweifle aber, daß er sie hier vorbringen würde, wenn er über die Verbältniffe wirklich orientiert wäre. Wenn es ihm darauf ankommt, die Verhältnisse der Neu-Ruppiner Straf- anstalt bier erschöpfend und richtig darzulegen, dann müßte er selbst den Wunsch haben, uns vorher Mitteilung zu machen, damit wir an der Hand unserer Wabmebmunßen dem Hause sagen können, wie die Dinge wirklieh liegen. (Sehr richtig! rechts.) Davon ist dsr Herr Abgeordnete natürlich sehr weit entfernt. (Sehr gut! rechts) Meine Herrrn, die Verhältniss der Ruppiner Strafanstalt sind Vor einiger Zeit im preußischen Abgeordnetenhause Gegenstand der Bespchhung gewesen; dort gehören fie auch bin, und die Unterhaltung im preußischen Abgcordnetenbause hat dem preußischen Henn Justiz- minister, dem das Ruppiner (Gefängnis unterstelit ist, Veranlassung gxgcbrn, die Dinge näher zu untersuchen. Da möchte ich zunächst, nicht indem ich auf die Einzelheiten, die der Herr Abgeordnete an- gefükyrt bat, eingebe _ das kann ich eben nicht _, aber im allgeweinen konstatieren, daß, wenn man aus den Ausführungen dW Hkrrn Abgeordnrtkn schlisßen vatc, für die Ar“ bsitM, die in dem Gefängnis angefübrt werden, ganz er- beblick) nikdrigere Preise gezahlt Werden, als für di? glcich€n Arbeiten außerhalb der Anstalt, dies falsch sein würde. Die Differenz dcr Löbns, die für die Gefangenen in der Anstalt gezahlt werden, und für die Leute, die außerhalb dEr Anstalt in Fraibeit dissclbe Arbeit verricbkkn, kcträgt etwa 100/0 durch1chni1tlich im ganzen Be- trieke. nicht für Untsrkunft und Beköstigung zu sorgen haben, während dsr freie: Arbcikdrdus dem Ertrages skins: Arbeit dock) seinkn Unterhalt und sein Untcrkommen bestrcifen muß; wenn man 1811191: erwägt, daß der freie Arbeiicr, Weil ('r gcschult isi, ksffkr arbeitet als der ArbciLLr in der Anstalt, der zu seimcr Beschäftigung vislfacb herangezogen wird, 013116 ddrbsr in glsichcr Art tätig gkwesen zu sein, dann wird man dcch unmöglick) sJZLU können, daß eine Differenzierung der Löhne um 10 0/0 zwischén der Arbsit in freikr Tätigkeit und der Arbeit in Gefäng- niffen Lire: undiiligc ist. Meine Herren, eine solche Bedauptung müßte dock) cmders bewi€1en we1den als durch die nach meiner Meinung unrichtigen Ausführungsn, die der Herr Abg. Stücklen gemacht bat. Ich kann nur wieder'xolen, was ich neulich schon erklärte, das Bestreben der Verwaltungen gebt dahin und ihr ledbaftestes Jntereffe ist darauf gerichtet, die Axbeit im Freien nicht zu schädigen, nicbt zu unter- rückm dis Stollung der freien Arbeiter nicht zu verschlechtern, da- durch daß die Löhne in der Gefängnixarbeit beruntergedrückt werden. Der Herr Abgeordnete bat fich auf die Beschlüsse des Bundes- rats häufen, die dieser bezügléck) der Beschäftigung der Gefangenen zum Schußk der freien Arbeiter gefaßt hat. Es ist ganz richtig, was er angkfübrt hat. Nach meinen Wahrnehmungen sind auch die (HsfängniOVerwalwngen in Dsutschland seit einiger Zeit überall darauf bedacht, diese Beschlüffe, soweit es bisher noch nicht der Fall gewcsen fein soÜte, praktisch zur Wahrheit wchsn zu lassen. Ick bin auch'übsrzeugt, nachdem erst im vorigen Jahr? im preußiscly-ZU Abgkordnetenbaus die Verhältnisse dieser Rnppiner Anstalt eimer Würdigung Unssrzozen worden sind, find auch in ?(:m Gefängnis zu Nku-Ruppin die Arbeitswerbältniffe strengstens im Existe und Sinwc der Beschlüsse des BundsSrats geordnxt worden, nnd Wenn dcr Hsrr Abgeordnete das bcftreth, so möchte ich iIm andcimstsllsn, wir das Material 1ür seine Be- hanptungcn zu ükcrgcben, statt 85 [IM ynkvntroUiert und nnkontwllicrdar dem Hause vorzmtragén. Ick fichere ihm zu, daß wir eine gcnaue Prüiimg des Inhalts sein2r Sckoriftstücke ein- trstxn [1111811 werden, Und ich msinc, den Intérsffen der Arbsiter würde durck) 61112 solch: Untsrsvcbung meHr gedient werden als durch eine RM, wie wir fi? cken gsbört baden, die don keinezr Seite gewäxdigt xrcrdsn kann, und dzrkn Ausführungcn wir un§e1erseits pmktifck) nicbt xrsitsr zu dcrfolgcxn Vermögen. Dsr Herr Nngdrdnete [rade ich ihn dkrsxanden _, nüg-Ind zu landwirtschaftlicbcn

hat dann g€1agt _ so wcnigstens dic Gefangsnen würden 11icht ge- Arbeiten herangezogen; das sei ja aach nicbt möglick), denn die Beköstigung der Gefangenen sei Line 11) unterwertige, daß die Gefangsnen die Arbeit im Fkkixn gar nicht außbalten würden. Mein? HMM, 1333 ist nach dodrsltér Richtung nicht zutreffend. Die Beköüigung der Gefangenen in den Strafanstalt-Zn unterlickzt eincr regelmäßigenxKontrolle durch die Aerzxe (Zara; bsi dsn Skzialdemokraten.) Wenn man bedaudtsn wiki, daß die Aerzte nicbt génügcnd für dix Nahrung dSr Gefangenen sorgen, so ist das, meine Herren, cin Vorwurf gkgen das pflichtmäßigc Verhalten dsr Mrzky, den ich emschisden zurückweisen mxxß. Ich zweiflc nicht, daß die Aerzte gexviffendaft und mit Wohlwoüen für die Zntereßen dsr kaangenkn sorgen.

Die Behauptung enthält aber auch in andkrer Beziehung eins Unrichtigk€it; denn nach der Statistik für die Gefängniaßdsrwaltung des Preußischkn Ministeriums des Innern, die ja jsder- mann doriiegt, Mil fie im Druck V:?töffentlicbt wird, warxn im Zakk? 1903 bereits _und das wird 1111), wie ich annehmen darf, inzwischen noch gesteigert haben _ in den Gefängnissen und Anstalten, die dcr preußischen Verwaltung des Jnncrn unterstehen, im ganzen über 400, und nach kincr Statistik, die im Zustizminisietium Prkußens für die der Justizverwaltung unterz-Zkenen Gefängniffe auf- genommen ist, waren am 1. Dezember 1904, (1110 woblßemerkt, meine Herrsn, in Winterßzeit, in den Gefängnissen der Justizderwalfung 642 Gefangene mit ländlichen Arbeiten befaßt," d. b., meine Herren, man darf annebmsn, daß nach einem gsw'kffen Durchschnittssatz über 1000 Gefangene tatsächlich in den preußischen Gefängnissen und ;Un- kkalten mit ländlichcn Arbeitsn'iru Freien befaßt smd. Und “da, meine erren, findet fich bier im Hause ein Redner, der behauptet, die Be- köstigung der Gefangenen sei so schlecht, daß fie für die Beschäftigung der Gefangenen im Freien nicht ausreichend wäre. Diese Behauptung, meine Herren, gegenüber den Tatsachen, die ich konstatiert habe, über- laffe ich ruhig dem Urteil der öffentlichen Meinung. (Bravo! rechts.)

Abg.Kitsch(Zenir.): ZweiAnträge,beide vom 21. Februar dieses Jahres dajiert, fordern die Gewährung don Diäten an Schöffen und (Hesehworene. Unter dem Antrag der beiden Volfévarteien finde ich

noch den Name!) Sartorius „als Mitantragsteiler, LZ dürfte das nur der Geist diefes derfionenen Kollegen sem. Aber auch

Wenn man erwägt, meine Horten, daß die Gefanzenen doch '

sonst halte ich unseren Antrcig für den besseren, weil er nur das Prinzi ausspricht, während der freifinnige auch davon spricht, daß die eiziebung minderbemittelter Staatsbürger ermöglicht wird. Solx etwa im Geseß ausdrücklich bestimmt werden, dM Minder- bemrttelte heranzuziehen figd? Es foil doch Wohl nur otivierung sein, daß durch die Entschadigung die Heranziehung Minderbemitteltkr ermö licht wird. I)er freifinmge Antrag sagt ferner, daß noch vor der ' eform der StrafprozeßordnunßBdie Entschädiguxlg eingeführt werden soll. Aber die bezügliche ,estimmung entb't nicht die Strafprozeßordnun , sondern das Ger1chtöderfassung§ge1eß, Worauf in richtiger Weise uxKer Antrag Bezug nimmt. Un1er Antrag ist auch

*ricbtiaer, Weiler nicht Von Tagegeldern, sondern nur von einer Ent-

schädigung dieser Zeitversäumnis spricht. Danach kann die Entschädi- gung je nach den geschäftlichen Verlusten verschieden bemessen werden. Unser Antrag Verdient also den Vorzug vor dem freifinnigen. Dkk Abg. Molkenbubr meinte, meine Freunde sollten den Toleranzantrag zurückziehen und dafür lieber den ntrag am Zebnboff bezüglich der Bestrafung geringerer Eigentumsvergeben mit Geldstrafe wieder ein- bringen. kann versichern, daß wir den Toleranzantrag nicbt zurückziehen werden'. Der Abg. MüÜer-Meiningen glaubte uns einige vergnügte Stunden bereiten zu können, wenn er aus seiner Raritäten- 1amn1luna ein kleines Bukett Vorlegen würde Von Fälien, in denen Kunstwerke aus Gründen der Sittlichkeit verurteilt worden sind. Wir haben bier Ernsteres zu tun. Eine Vergnügte Stunde wurde mir nur seinerzeit durch einen poetischen Erguß des Abg. Müller- Meiningen bereitet» Die beiden Fäiie, die er aÜein anführte, find absolut nicht stichhaltig. Er behauptete, das Domka itel in Mainz oder auch die Mainzer bischöfliche Verwaltung ade die Aus- stellung gewiffer Bilder in einem Laden Verbofen. J1i denn dicser Laden der einzige in Mainz, wo _1olcbe Bilder ausgestellt find? Die Sache liegt eben anders, sonst hatte ja die bischöfliche Verwaltung dafür sorgen müffen, daß solche Ausstellungen in ganz'Mainz ver- boten würden. Der Betreffende hatte Von dem Domkapxtel_ in der Nähe des Domcinaangs einkn Laden gemietet und darin die1e Bildcr (1119112118111. Dec Vßrmietcr hat das Recht, dem Mieter ctwas in der gemieteten Wohnung zu untersagen. Ick) kann Verstehen, Wenn 111 der Nähe einer Kirche derartige Produkte, auch Wenn si? K_un1t- rodukte find, nicbt aussesteüt werden können; denn die »Ktrchganger

koklen 1"1ch sammeln und nicht mit anderen Gedanken in dieKtrche geben. Auch in dem Fall eines Blanes aus Südbaden hat der Abg. Müller- Meini11gen den Namen des Blattes nicbt angegdben, sondern nur nach der .annkfurtcheitung“ zitixrt. Es fehlt uns jede Nachricht! wo die Notiz gestanden hat, und selbst in Wklchem Jahre es gewesen ist. BEr- scbiedene Ansichten übcr den Geschmack sind doä) auch bei „Leutrn Vorhanden, die nicht auf dem Boden des Abg. MüUer-Memingen stehen, und dor aÜem kann der Artikel eines einzizen, nicht genannten Blattes nicbt 9611911 und angeführt werdsn. Mit der bloßsn T_atsachk, daß darin über das Ziel binaußgeschoffen'sei, Yann man dte'Not- wcndizksit der Bsstrebungen der Sittlichke1tk§ivsrem€ nicbt beseitigen. Jm erYisckyen Abgeordnetenhaus: hat neul!ch_ der Abg. v._Campe bsi dcr esprsckwng der Eintragyn? won Klo1tergenoffm1ch31ten als Gsseliscbaften mit beschränkter Hatung 9:16:11, “daß dtcllcicht der Reichstag in dsr NodeUc über die Rechtsfabtzieit dsr BS_rufsdcreme cin ultramontanes Kuckucksei ausbrüten könne, aus dern die Jesuixcn hervorgehen könnten. Od CZ schön ist, in einem anderxn Parlamsnt so vom ReichStag zu sprechen, überlasse ich Ihrer Kkltlk, ,akxkr sach- lich muß sagen, _ daß diese Cmtraßung' religtö1cr Ge- noffenschaften erfolgt i1t, ,weil Ye fich m1t_ 'dCr Pflege: von evilédtiLÖen und anderen _ rarzksn beschcxfttge'n. Von Provinzialder änden Waren ihnen jährliche Unterstützungsn nur zugebiUigf, rvenn fie KorporationSr-Zckyte besäßen; daraufhin haben die Gcncffknscbaften die Eintragung beim Ymthericht beantkagt und dann die Zuwendungen der Provinzialverbande erbalt-xn. Sqlche Ein- tragungcn kommen am!) bei evangelischen,Diakoniffchexemen vor. Ich hoffk, daß der Staatssekretär aus kd1e1en zrzm Teil Von 1111- kenntnis zeu Lndsn und einseitigen Ausführungen tm Abgeordneter)- bause keine *iotiz nehmen, sondern uns den Geseßeytwurf über die Rechtsfähiakeit der Berufßvkreine vorlegen wird. Mit den von dem sozialdamokratifchen Redner zur Vegkßndung des Vorwurfs der Klassen- justiz ddrgedrachten einzslnen Fällen 111 aar nichts 311 machen. Dazu dätw cr uns den Tenor Von ericbtsurteiien mit der_BegrÜndgng Vox- legen müffen. Wenn er glaubt, damit den Vorwurf der Kla11enjus11z begründen zu könnkn, so irrt ex s1ch gcwaltig; mit aligemeinen Redens- arten ist gar nichts zu bkw-Zi1en. Aus'jener Aeußerixng des Abg. Windißorst you 1837, das; ein Richter im BemtungSzimmer gesagt [Hubs, das: ein Angxklagtcr schon 10 viel doxbestraft set, dgß e_s nun auf eim Jahr Strafe mehr oder wcniger nicht ankomme, laßt 1111) ab- 1'91111 11icht 1131116111, daß Windthorst [ich füx die; Schwurgertcht-Z aus- zssvrocben bat; 1161111 dic Strawbmeßung i1t nicbt Sache des Laien- richt€r§,sc11dcrn des Beruf§gkrichts. Wenn wir auch 'dkn Antrag Adlaf; ablebncn, so fickt doch kin großer Teil“ mkmer Freunde auf dem Stzndpunkt, daß die „Schwuxgerichtc durch_ die sogsnanten großen Sckpöffsngericbte _mcht er1_cx«t werden MUM. dcr C'miüdrung der SÖWUrgertcknx An1ang des 19. Jahr- bundsrts ]:erscbts dersslbe Streit Wie LLM daruber. 'Wenn wir gwße Schöffengericht: sixxfddrcn, fo __1na_chcn „WU em Exdériment; wie fie fich bewahren wkrden, 11t_1ek)r die ange. Um dieScHwargeriÖte zu wsrdächtigen, in Von kqlo11alxn Feblsdrnäxn ge1prcchcn mdrden. Die Sprüche der Schw1zrger1chte jmd dem Oder- landeSJerickotÖpräfi-dkntcn Vorzulchn.“ bm übeszugt,' wenn _eme ZUsäMMLUstLUUUZ der Jcblsprüche m §Yreußen vxronentltckyt _ wurde, daß die Zahl nichtannabernd_1o groß skin wurde ck12? die Zahl derjenigen Urteils von Stra1kammcrn, dre durch dte Re'vifi'on als Feblsprücbe brzeichnet worden find. Das, unxzchnge Urteil dcr Schwurgerichte wird auch_ dadurch zum Teil ge10rdert, daß bei den Schwurgerichtrn acwxnc 0311§05 0é1_é;1)r€5 verdor- gerufen Werden, die in der O:!fentlichkett Au1=eben errégen,

während Prozess von Strafkammern haufig unbeachtct „bleiben. Nach alledem glaube ich, daß 01? Reichéjuftiwerwaltung mit Recht dtm Vorschlage der Kommission für die Strawwzsßyrdnung in dieser Beziehung nicht xugestimxnt hat. Die Beschlüsse dte1er Kommtffion smd nach keiner Seite bindend. Ich wünsche aber, _daß die 011317111011 der Strairxozeßordnung bald zu einem Entwurf fuhren moge, der uns alle bcsricdigt. „__ , Abg. Dirkscn (Rp.): Die Angriffs de_r Sozialdemokratie bat

der Staatssekretär fcbOn zurückgewiesen. Es ist schwer, sich txnt de'n Herren über jUristische Fragen zu unterhalten, da sie meist,mcht die nötige jurisji1che Vorbildung haben. Warum bxklagen sick) dre Herren, wxil fie meist in di? Lage kornmen, 1"1ch gegen duk Gesetze zu Ver1eb1en. Andsre Parteien haben 1111) mcbr in der Zucht und geben weniger Anlaß zu einem Vorgkben. Daß Ebrenkrankyngen schwsrer bestraft werden (115 bisher, habe ich allerdings neulich gewun_scht. Dieser Wunfck) wird auch Von Anderen geteilt, um dem Duellwe1etz entgegxn- zutrcten. Der Abg.Kune1t bat negliäzNgesagt, daß xbm meine Aeußerungen über den Staatsanwalt i_n * „unklar geblieben seiez1. Ick) habe ganz deutliä) esazt, daß ich es nxcht„ver1tebe,nysnn em Staatsanwalt Hand in and geht mit der Sozialdemokratie. „Ick babe ausdrücklich hervorgehoben, daß meme Quelle die .Lotbxinger Volközeitung' sei. In einer anderen Zeitung," der .Lotdringrschen Bürgerzeitung“, stand eine andere „Ver11on, wonach der Staatöanwalt nur von linksstxbenden Pgrteten gesprochen hat. Danach würde ich mein Urteil einschranken w'üxxen und_k_ann'nur sagen, daß dsr Staatöanwalt ein geringes polttrs es,Ver1tandms gezeigt bat. Der Abg. Kunert hat mir hinsichtlich meiner Aerzßerungen uber das preußische Wahlrechtsystem mit Unrxcht Vorwurfe emacht iznd mich in nicht gewissenhafter Weise jtttert. Ich muß einx Angriffe zurückweisen. Der Abg. dyn Gerlach kennt die Dixnstboxen- dsrbältniffe auf dem Lande 1ebr wenig. Ich habe ihn 11111 meinen Ausführungen über die Einführung von Diensihotengertäyten nur ironifieren onen. Die Diekstboten in den Stadien sind wesent- lich schlechter daran als die Dienstbotxn auf dem Lande. Der Abg. von Getlackz hat mir den Vorwurf gemacht, ich derstande yon der Sache 10 viel wie ein gewiffes Tier vom Lautescblagen.

(Schluß in der Zweiten Beilage.)

(Schluß aus der Ersten Beilage.)

JK wia ibm auf das, zoolo ische Gebiet nicht folgen. Daß aber au ne Auffassung über die Stel ung des Aöq.von Gerlach zur Sozial- demokratie nicbt unricbtia ist, beweist [ein Artikel im „Tag“ : Bür ertum und Sozialdemokratie ( DerRednerzttiert diesen Artikel“) Dieser* rtikel wurde am 13.Februar veröffentlicht.. meine Rede hielt ich am 20“, am 18. stand in dex „Staatsbürger-intung' ein Bericht über eine Ver- sammluyg, der meine Auffassung heftätigte. Der Abg. Von Gerlach "proklathrtx nacb .dtesxm Bericht em Zusammengehen mit der Sozial- demokratie m der Bekampfung des Dreiklaffenwablsystems. Die Sozial- demokraite, sagte er, sei die etpzige Partei, mit der man zusammen- eben konne. Der Vergleich m1_t dem Tisr, welcheskei41911B€ruf zum * auteschlagen bat, trifft also der mir nicht zu. Der Abg. Müller- Meiningen bat bcehxuptet€ dqß tcb zu der 163 Heinze geschwiegen hätte. Das ist Wilkommen unrtchttg. Ich habe gesagt, Wenn die Verbündeten Regierungen Bedenken tragen, den „Weg der Geseygebung zu be- schreiten mfolge_des „traurigen Sch1cksals, das die 1631 Heinze er- litten bade, jo konne 1 Es tbr ntcht vsrargen. Jchsagte weiter, man könnte vielletcbt die Fe [er der ]S! Heinze darmsiden, aber ihr Ziel im Au_ge behalten. Der Abg. MüÜer warf mir Schroffbeit in meinen Ausdrucken vor; er jelbst (_ck-:x hai'te die 1chärfsten Ausdrücke gegxn die „deutsche Justiz; WLT'WSUlg teh die (Gefahren der Pornographie über- trieben habe, 111 „mir inzwischen Vor] mehxeren Seiten bestätigtworden. Gestern erhielt ich don einem Oberlehrer in Mühlhausen eine Zu- schrift, wyrm er mtr schreibt, 1ch„h§1tte die Verhältniss eher zu unsjig ge1ch1ldert. Von 316 außwarttgen Firmen waren 31 deutsche „_nßaber. 5,2 deutfche Firmen befinden sich meist in den großen Stadtßn. Dxe Bewegung gegen den Schmutz in Wort und Büd er- greifx tmmskwettere Kreise. Ich erinnere in dieser Beziehung auch an emen Artikel des „Tag“ vom 24. Februar. Jm preußischen Abge- ordnetenhaus)?" haben ZIM nur Vertreter der konservativen Partei gegen „den Schmux) stüung genommen, sondern auch Vertreter der Linker), wre elta1ohn 11,110 „Münsterberg. Manthe Geschäfte machen “([!an Umsatz von jahrlich 10 Millionen. (Gegkn einen "solchen KSchmuß 100th sich alle Parteien zusammer-finden. §184 Y, G-Y. _genugt nicht. Es sind_ mindcstsns Anweisungen an die Staatsanwalts notwendig. (O_r. Kammer macht den sehr beachtens- roerten VorsÖlW, Sacthstandigenkammern einzurichten, zu denen nicht allem, w111enschaftliche Sachverständige, sondsrn auch L?Hrer, Aßrzte, Erzteber und Frauen bmzugezogen Werd-Zn. Man darf solchc ZOtnge nicht bloß mtt dem AuZL des Juristen und des Künstlkrs an- 1eben. Wir brauchen „gegen die Pornographie gesetzliche Vorschriften :xuefidYsunder Basis, em Göseß, das die Fehler ddr 183: Hzinzs der- Abg. KaemPUfr. VMM): Dem Antrag Wegen Vsreind un und Verktlligung d_1§ Wechselprotestderfabrens durch den Abg. sGcrböbe? kann ich xnich v'oUUandtgansclyließen. Es muß endlich einmal dén Formalitaten dteFes Versabrerxs cin Enke gemacht Werdkn, von denen Einige als Kynosa direkt _tns Rarii'äkenkabinett gehören. Dazu York, daß jeßt die Festnéllung, daß der Bezogene in seiner ahnung nicht anwesend war, eist ersolgen kann, wenn ein Notar und die_ Polizei in Bewegzxng gesetzt worden find. Außer durch die Gench_tsvol]zteber muß diese"Ptote11erbebung auch durch die Post erfolgen konnen; aber dazu gehort, daß die Post die Haftung über- nimmt. Ich darf annehmen, daß der Staatssekretär des ReiÖÖpOst- umts beute dieser Forderuyg nicht mehr ablehnend gegenübersteht. Kester), Baden, quérn, Wurttemberg haben jainzwischen die «Haftung ur dle Vsrseben thx; Beamtcn übernommen; was für die süd- deytschen_Staatsn mdgltch war, muß auch für ganz Deutschland moglxch 11-111. Daß die Postbeamten zur Aufnahme cincZ Wechsel- vrotestes nxcht gebildet _genug sein 1011611, ist ein durchaus nicht stich- haltigkr Einwand.“ Dre Einführung des Posjprotsstks würde dcn alten Zopf gbscbnetden und endlich die Veréinfachung schaffen, die der Handelsstand sCtt mehreren Jahrzehnten erhofft.

Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Niéderding:

Meine? Herren! Ich bin in der angenehmen Lage, den Herm “Vorredner beruhigen zu könnem Unscre VerhandlMgen übsr die „Revision dsr Wechsclordnung haben sich Von Vornbetein aucb W die Frage der Proiestkrbebung durch die Postbeamtsn bezogen, in der Erkenntnis, daß ohne die Einführung des Postprotestes Link nach aUen Richtungen genügende Revifion sich nicht wütde durchführen laffen. W'tr sind zu dcm Behnke mit der Reichsposjveiwaltung in Vcrkindung getre en, u_nd die PosWexxwaltung _ das kann ich zu meinst Genug- tuung konstatieren _ ist uns in iiksraus dankenZMrtcc Weise cnt- gsgengckommcn. Wir sind zwar mit dkn maßgsbsnden Steilen dsr süddeutschen Posten noch in keine Beziehungkn darüber eingetreten; fck bade adsr pecéöklicb „k1inen Zweifel an dcrén entgcgcnkcmmender Auffaffuug und hoffe, daß die (“Zacke in der auch don dem Herrn Abgesrrneten gewünschten Weise ihren Abschluß finden wird. (Brady!)

Abg. von Damm (wértsch. VW.): Das gefsßliche Erbre t "olite doch €Udllch in der „Wem: eingeschränkt rvsrden, daß die Entférnt'esten Serienverwandxet1 mcht mehr _als" unbedingt erkberecdtigt geltcn, cs sVÜTYU afuch' dis thetben b€1chrgnkt werden, wobxi mtürlicb die Testrerfret'bett unbkdmgt ynangetmtet bleiben müßte. Heut? ist es beinabz _dte szgkl, daß'bel de'm gksetzlichcn Erbrecht die Erbschaft an Leule fall!, die mxbedmgt nicht die Erbschaft erhalten hätten, wenn dex Erblqffer em Testament batte machen können. Eine solche Reform wuxdc ct_ne groß? Zahl don MiÜionen einbringen und die ncue Retchßerh1chaf1ssjeyer vielleicht ganz übetflkrsfig machen. Ich bitte dahsr, dtesen Por1chng zu berüjckßchtigen. „_ Abg. O_etn e (Soz.): Mit 1olchen thungen, wi? jest der Gtgatsskkretar sie anwendet, um die Prsßsachen nicht an die Schwur- genckzte gelaqgen zu lassen, bax man aUezeic operiert, tvsnn man einkn Fort1chc11t'b1ndern d:_ollte. J1t etwa die Rxform dsr Stra1prozeß- ordnuyg enz undsrdtxnleß Geschenk an das dkutscbe Volk? Besser, es bleibt beim altkn Versabren, al? daß wir eine Verbesserung nur erlangen ddrch Opf_er, durch Ruckjchritte, die fich spätkr wie BoüTerke jedem Weiteren Fortschritt entgegenstcüen. Es ist heute eme &gtsackpe, daß das von uns abgelehnte Gesetz WZJ(U Beseitigung 353 fltegendexx G'encbt'k-standes" der Presse ein leerer Schein ist.

s ©2168 last dle Wiederemfuhrung des fliegendcn erichtsstandes auf Umwxgen zu. Jy einem von meinen Parteigenoffen in Berlin axn 14. Januqr verb1ettchtenJ10gblatt fand kein Berliner Staatéanwalt veas Anstößtgcs, aber jkßt Ut deSwegen in Ma deburg nicht nur der

ecbrecter, sondern an der Verfasscr des Flu Flattes in Berlin an- elklagt wotden; Da ba „en Sie den fliegendkn erichwstand. Wo ein ugblqtt" nur, irgend hinkommt, kann ker Veifaffer auf (Grund der onnxxtéat unt etrctp ker erbreijer angeklagt Werken. Wie wir sto!z ?xfldte_21blebnyng Uescs Gemzss gewesen sind, so wsrden wir auch Sti sem auf die Ablehnung der ganz. unzulänglichcn Vdrschläge der .rafprozeßoxdnuygskozumission. Das Vorderfabren bat die Kom- kmssion „noch trqmfitonécher Jemacht. Sie wiU uns ferner mit einem enimmaxtscben Verfahren bxglucken, das noch viel schlechter ist als die s nerzett bier beantragte ]SF Rintslen. Danach soll ein An-

Ziveite Beilage

W. Z"" DMWM Neichsanzeiger UUd Königlich Preußischen Staatsanzeiger.

Berlin, Freitag, den 2. März

Tat cingésteht,

können. drucks, der dem überwachenden

Schrcckensjustiz erwünscht.

1151) viele Angriffe gegen unser Strafproze verka ren Em Partergenone, der in Königsberg wegen „vertalis egen Ruß- !an angeklagt War, Wurde in Haft genommen, weil die efabc vor- lagßdaß er nag!) Rußland entfliehen und sich in die Arme der zarischen Justiz rktien foxmte. Pie Strafprozeßordnungskommission will nun kunft'tg“ dte Grunde, dre den,_Fluchtverdacht rechtfertigen, .akten- kundig gsrxmcbt !vtffe'n. Das 111 so die Wonne der Juristen. Akten- kundig,“ d. [. zw_€r 3211an mehr geschrieben, und die Sache ist gerecht- xerttgt. , DZH biete; 111cht dre geringste Garantie gegen Mißßrauch. Man Wrßxserqer eme Berufung gegen die Strafkammerurteile geben abe_r fis r1t abwlut ryexrtlos, Weil sie nicht mit dem Recht der Beweis:, (1111111151115 derbunden 111. Der Angekla te kann zwar seine Zeugen auf WM? Kosten nach dem entfernten Beru?ung60rt kommen lassen, aber die Berdfungskammexbraucbt die Zeugen nieht zu vernehmen. Jm ganzxn Volk herxschtxxbnsucbt nach der Berufung gegen Strafkammer- u'rtkrle, aber 5er dte1€r Berufung wird man bald sagen: Hätten wir lieder kéin? Bsrufung. Der heutige Zustand wird sogar noch der- schltmmsrt, denn der Staatßanwalt kann nach dem Kommisfions- Vorschlgg, wen); der Angkklagte Berufung eingelegt hat, auch nach Ahlans der Frmtxme Ixmchlußberufung einlegen, damit, wie die Kom- mtssion Jffenberztg „erklarx, muxwilligeb RevisionSeinlegungkn bestraft 1ve'rdex1 „konnen Em11chttg_e,Manner aben die frübcren Strafen für mutijlgCS'YPPLÜiSkén bestatigt, aber jetzt nach 100 Jahren wagt es eine Komm1111on don Befamten, Parlamentariern und Juristen, eine solchF Maßregel 'Wikker mrt ihrem Namen zu decken. Der Angeklagte, der Berufung etr_1[egen möchte, muß also immer Angst haben, daß ihm m_der zweitexz Instanz erst recht was draufgelkgt wird. Ich habe wredxrhqlt 11111. angehört, wie AmtSriÖter Leuten, die: gegen Siycn xolrzxtlicßen Strafbefehl Berufung eingelegt hajten, di1ekt 11111 Liner hobezkn Strafe drohten, wenn sie nicht den Widerspruch zuruckzögxn._ Wenn das bei Baaatellsachen ae- sch1€ht,'rvte dann erst 111 Sachen, Wo die Leidenschaft mitspielt! Es_1st 6111 Jrrtuxv, zi; glauben, daß die sch1iftliche B8g1ündung der G€1chworCL1snurtetiZ enxen VorzuZ bilden würde, höchstens für die Yerm-z'hrung, des Schr§tbwe_1xes. („Tauben Sie, daß die Geschworenen, dre "seinerzeit den „Simplicissimus' freigesprochen haben, nicht ihre Grunde dazu gehabt haben? Ihr Urteil sch€int mir gerechter, als das „Urteil der gelehrten Richter in LeipziÉ und Stuttgart über einen gewjffxn derben Spott und gew:ffe ittlichkeitsfanatiker. Daß die 1uddeuischen „Geschwo'renen uns den .Simplicisfimus' erhalten haben, darm erblicks" tch e_me nationale Tat. Der „SimplicissiMUS“ ist kein Blatt fur Ktxider, Witz und Humor sollen nicht auf das Nideait" der Ktnderstube gebracht werden. Vor den geschriebenen Grunden der BerufSrichter steht oft der juristische, vor _ aklem aber der gesunde Menschenverstand stlU. Der Abg. Stadthagen bat neuiicb Von vorher geschriebenen Urteilen gesprochen. Das [chien von der rechten Seite des Hauses bezweifelt zu we1de11. Das | aber wahr. Ein Recht§anwalt in Bcrxin sah in dén Akien sogar die Bémxtkung: Durch die Vernehmung der engen zst crwtesey und 11th tatsqchlickoqfest usw. Solche VorkommnisFz kznn 19!) aus msiner CkJLUSUUYraiZ'ls bestatigen. Ich mußte, als ich in die Justiz Ltntkät, vor der Schonen tsung das rowkol] abfassen und sogar die angena'ussagjen aufnerxn. Jcb ha 6 mich geweigxrt, das zu tun. Zandgertcht§dtrsfwr erjtag in Brcslau arbkitete nach demselben Kkzkdt. Es Yam zu einem Eklat, und was geschah? Ec käm an das Odesrsazxdssgerxckyt „m_Naumburg und nachher an das Reich:?gericbt. Drexelben Lsgxe,_d1€ jede kleine Formderle ung bestrafen, erlauben fich bier ganz dr'eUt 10lch€ Vsrleßungkn der be tehendkn Vorschriften. Tie gelehrten chhtcr leiden WL aUcm an ciner bureaukratiscben Verknöcks- 1711111 und dara_n, daß fie 1111), Von ihren eigenén politischen Leiden- schaf1811 kskßrx1cht, als Pattei fühlen. Daß die polijisäpen Prozesse anch Berxéadiger,'kec („Ulf, Recht und Wahrbsit hält, verbittcrn muss"„ will ich xncbt k€11rstt§n. ngsn einkn Vagabunden oder gegen zwsr ksrfc-nde WLiber Gexxcbttgksit zu üben, ist kein Kunststück, aber wo CCT, sich uxn r011t11ch2 Partsilcidenscbaften handelt, da soll der „011111181 115113611, vfb cr wirk11ch Richter oder Partei ist. Gewa; krcmpsln,11ch'dt€ Nichtkr nicht die Aérmel auf und sagen: _.„Nun wollcn- wir einmal xincn fe-1ten RechtSdruch be ehsn“, aber 112 kommen leicht dazu, _s1ch etn Dei kt zu konstruieren. 330111 Richter derlanzxe lä), daß ex 111cht1_1uc_dengutcn Willen, sonkkrn auch die Kraft bat, fich) [Smet subjßkthZn Parteileidenschaft zu exxtäußerp. ziack) dxr 1achs11chen Judikatur 1191th die Sozialdemokraten ihrer Ueberzcujgunfg wegen als mindsibkrechtigt. Ter Abg. Titksen ist 1a schr 'SWP'meUTH'JlgM leeidigUn-an. Er hat das auch vor der Oeffkntltchkctt gezxxgt, imd kr_ erangt cine Vkrschärfung dsr Strafkn. Was 1011811 w1r etst1agkn, die wir täglich mit Schmuß hdnzorfkn werden? Dcr Redner erinnert an den Bergarkeimprozkß K*ramcr u,nd (m_ das Urteil gegdn dcn Btcslauer Redakteur Locbe. Dqs Urtxtl in diesem Prozsß w.]r don politischer Vcreingenommen- Hatt dtkttext. Jn Stargard _erblickts das Amtsgericht in einer STLÜL eme Auftetzung znr GSWalttatixkeit: Erhebt Euch, idr Massen, eilt zu den Ve1'satztmlungen und gbonniert auf die sozialdemokratischen Zkitungen. Was tmr uber 101th Urteile denken“.) Na,_das werden Siesich wobl sklbec [agrm Wenn „wn der Justiz x,!aubsn 1ol1en, Was fie sagt, dann mag 118 aber auch Zumal anfangen, an dis politische Ehrlichkeit der Gkgner zu glgubdn. Solanßéz tas nicht g€schiebt, werden wir nicht an die Cbxlz_chkett tex poltttschsn Justxz glauben. Es kann keine gérkchte pol_m1ch€ Jtzsttz geben. Gewiß kö-«nen auch die (Gesckyworenengerichte [11111118 Ut_tetle fallen, wenn fie über politische Gxgner zu Gericht 111__;en_. T_Qte Konseqaenz aber wärs, die politischen Prozsffe überhaupt arzuéchaffen. Was hat marx depn ddvon, wenn der Gexner füreinige Mdnate muddwt gemacht 111. Die Betroffenen [)]ben das (Gefühl: „Fur uns gibt es kein Recht, wir stech nicht Vor dem Richter, sondem vor, deuxFemde“, gegen dsn offencn Chllikbkn Kampf kann man moralisch mchts'emwcnden. Wenn aber der Richter unter der Toga dEr Gerkchttgkett das Schwert dks Feindes trägt, 10 kann er drs Achtung Vor der Justiz nicht erhödxn.

Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Nieberding:

Meine Herren! Ich habe das Bedürfnis, einige Worke auf die Anklagcn zu sagen, die der Herr Vorrkdner gegen die deutsche Justiz erboken bat. Ick glaube, er hat visifach Worte gebradcbt, die, wenn er es fich ruhig überlegt, und Wenn kk immer den Tatsachen gebührend Rechnung tragen wil], wie ich das annehme, er fie nicht gebrauchen würde. Wie er ja schon gleich anfanzs seirer BemeikungM auch mir gegenüber seine leidenschaftliche Haltung bekundet hat. Er hat'micb bezicbjigt, ich hätte an das Haus Drohungen gerichtxt, und als ich dieses Wort abWebrte, hat er das Wort Wiederholt: „Ja, Drohungen, Herr Staatssekretär!" Wenn aue bier gehörten Aeußerungen des Ab- geordneten so zutreffend find wie die, dann bedauere ich ihn. (Sehr

stünden.

geklagt“, der wegen Vergehens auf frischer Tat ergriffen ist oder die

' innerhalb 24 Stunden von einem Ei Schoffengertchts ohne .Zuziebung von Schöffen „abgeiktsteelirlitchtJerxefrst Tann kann jeder VerFmFlungNedniJ wegen eines Aus“ das _ ' en armen n t e "llt,

nachsten Am1511chter innerhalb 24 Stunden ab ZLF) axxxurtéisl? Zverden, ohn? daß der Mann _fich auch nur einen Anwalt nehmen ann. Das ware aUerdingsUfötr KewiffeckJcZeunde einer prompten e er en tsloen Yntersuckpungsbaft durch unsere Justiz herrscht Esmpötéjxxfmciéf TF

1906-

da's Recht,. vermöge meiner amtlichen Pflicht, zu sagen, wie ich die Drugs. auf1affe. (Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Ich habe immer, getan obwe Um1chWeife, éhklich und aufrichtig; ich war verpflichtet, in der Frage, diE hier zur Verbandlurg stand um das Haus keine Irrwege geben zu sehen, zu sagen, wie Voraus: ficbtlicb die verbündeten Regierungen zu der Sache stehen würden. Werin der Hkrr Absedrdnete nicht mxbr wünscht, daß so etwas vom Resterdngstisck) gesagt wird, möZe Lk die Anregung geben, daß die Vertreter der Régierung übérbaupt fich entfernen; dsnn dazu find sie da; Wenn sie die Auffassung dsr verbündeten RégierungenMicht mehr bekunden dürfen, find fie übxrfiässig. Wsun der Herr Abgeordnete Aeußerunden, wie ich sie gktan habe, als Drohungen dezeiehnst, so hat cr'ntcht 19 gespwckyen, wie sr den tatsächlichen Vsrhältniffen gérkcht erd, und wknn aUe feine Auffaffnngen 10 Wenig tatsächlickyen Boden haben, so wurde ich nicht degreifßn, wie dEr Herr Abgkordnete kei ruhiger Ueberlegung zn solchen Extradaganzen, will ich mal sagen kommen kann. (Sehr gut! rechts.) ,

Meine Herren, der Hsrr Abgsordnete hat unsere Justiz hart mit- genonixnen, indem Lr eine Anzahl von Fällxn aus der Praris hier Vorgefuhrt hat, die sr dann mit mehr oder mindér vo1s1ch1igen Worten verallgemeinette. Wir haken im Jahre in Deulschland «[[ein in der Strafrscbtspflege etwa 4000 Entscheidungen yon Schwurgerichten wir, haben, wsnn ich nicht irre, etwa 100 000 Urteile Vor 1611 Land: gerichtén und WOM das Dreifache an Urteilen seitens der Schöffen- gerichte.“ Daß da bei einer solchen Anzahl von Urteilen auch mal fehlgegrtffen wird, daß unter den Ykännern, die zu Urteilen berufen sind, hier und da auch einer leidenschaftlicben Auffassnng Raxmi gelaffsn wird, ja, daß es auch Vorkommen kann, daß im einzelnen Faüe cin ungereckxfes UrteilSwort gesprochen wird das gebe ich :ckan weitere's zu; das kann 061 einer sokchen Zahl “vori GeriÖtSsprückpen nicht auffalisn und der Jußiz im aügemeinkn nicht zur Schande gsreichen. WEnn der Herr Abgeordnete in feinen Be- schuldigungen gegen die Justiz wirkiicb unparteiistb sein onte mußte er hervorhebkn, daß die FäUS, auf die Er Bszug nahm, ndr Aus- nah111en darstküen; niemals wird cr brbaupten dürfen, daß die deutsche Justiz im ganzen nach diesen Vsispiske'n“ handle.

Der Herr Abgeordnete bat ang€fübrt, Ss würden falscbeProtokolie aufgenommen; er hat auf Fälle hingewiesen, in denen Urteile bereits entwvrfen waren, ehe der Spruch des Richters gefäÜt War; er hat behauptet, daß in Einzelnen Fällen in die gerichtlichen Protokolle die Zeugenaussagen schon hinein- gesetzt worden seien, bevor die Zeugen dernommen worden wären _ ungebeue1lich in meinen Augen _ aber er erzählte das alles biTrll nichtßalss cxnen Außnabméfaü, den man bedauern und ver- ureten mu , on cm zur Charaktetistik der deut en uti [ . (Hödl! hört! rechts.) Er hat gemeint, die ELéscheiZmLeFf e1T: Gerichte wären in vielen FäÜen parteiisch, und hat vor allen Dingen verlangt, daß die Gerichte sich frei machten Von politischen Vorurteil?!» dknkn sie jsßt unterlägen. Ja Herr Abgeordneter, VOU dsm Stankpnnkt Ihrer Pattak aus, das Veélangen dEr Frsixheit Von politi1ch€11 Vorurteilcd! (Zuruf Von den Soz.) Er hat 1ogar gsmeint, ss würds in dcr Vshandlung der politischem Gegner dor dEn (Herichtsn uxcdrlicky derfabrén _ un€brlich, msiwe Herrem! _ (Es Wäkén Zcbxxfts, die das Um. (Ssbr richtig! bei den Soz. _- Gwcke FCZ Präsidénkén.)

_ Aber dennoch, dsr HSL“); Abgeordnste wa t oJ, 11 (1 en 1 ' Rechtsprechung so1ch€r Art in Deutschland ZMaß Zegsrißfcn, ZLFZKULT Wagt es, z_u bxhaudten, daß Fälle, die er hier angeführt hat, wie er sagt, 1ypi1ch seicn für 11n1'3re Justiz. (Hört! hört! rechts.) Was heißt das andsrs, als daß der Regel nacb in der deutschen Justiz in solcher Lirt Verfahren wird! (Zuruf rechts.) Meine Herren, ich bin zu entrüstet übsr diese Alt und Weise, unsere heimische Justiz bier tm" Hause Hsramtkrzmsißen, als daß ich die' richtigen Worte dasnr finden kann. Aber ich will doch ausdrücklich hier festnageln wie _er fich dazu hergegeben hat, mit unzweideutigen Wendungen dié Zeui1che ?ustiz i? einer Weise schlecht zu machen, daß das Ausland arr wxr LU MU , wenn es das hört. Se r ri t ! Mitte und bsi dM Nationallibcraien.) ( b ck ig rechts, in der Meine Herren, der Herr Abgeordnete hat uns besonders emphatifcb vorgehalten, daß es Vor allen Dingen darauf ankäme, der Ehrlichkeit und der Wabrbsit zu dienen; Wahrheit sci dem deutschen Volk Vor allem Vonnöten. Ganz richtig! Aber wiÜ denn der Herr Ab- geordnete bebauptxn, daß der deutsche Richterstand nicht immer bemüht sei, der Ehrlichk8it_und der Wahrheit in séinem Amte zu dienen? Es können Fälle vorkommen, in denkn das leider nicht der Fal] ist; ich kestreite aber entschikden, daß die deutsche Rechtstl€ge auf einem Standpunkt steht, der dym, was der Herr Akgsordnefe als etwas Neuss fordcsrt, nicht gerecht wird. Er hat uns auf ein Blatt aufmerksam gemacht, das ich Hier nicht nsnnen wil], weil ich mich zu seimem Ruhmcsrednér nicht machen möchte; er hat uns, indem er dies Blatt nannte, Vorgebaltkn, das deutsche Volk gebrauche ein Blatt, i.»,dem die Wahrheit Ummwunden auk-gcsprochen würde. Ia, meine Hkrren, ich möchte ibm erwidern: Die deutsche Arbeiterbevölkerung braucht Vor allem die Wahrheit und eine Presse, die fie verkündet, und wenn der HSrr Abgeordnete eine Entrüstungs- und Warnungßrede baltsn will, dann möge er seine Rede richten an die sozialkcmokratische Presse; dknn Ebrlickpkeit und Waörbeit sind nirgends geringer dertrcten als in dieser Press. (Sehr richtig! rechts und bei den Najionalliberalkm; lsbhafte Unruhe und Widerspru-Ö bei „den Sozialdemokraten.) Hierauf wird Vertagung beschlossen. .Es folgen varsönkicks che1xu_ngen __der 531ng Stücklen und Hélne- d1e sich gegen Mißdex1tandni11e des Staatssskretärs der- wahren. S lu e en (; Ulr. ?? Si un ““ér' (Fortsecßhunxfz3 dJrgEtatsberTLtung.) ck! H g 1“ Mag 1 Uk)!“-

gut! MW und bei dsn Nationalliberalen.) Ich habe hier im Hause

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