1906 / 72 p. 34 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 24 Mar 1906 18:00:01 GMT) scan diff

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Zentrale den Brennspiritus in den Handel bringt, sollte dieselbe dock) gerechterweise den DetaiUisten den anfänglixben Verkaufönußen von 5 ,I pro Liter wiodcr bewiUigen“.

Nur noch einen Wunsch bezüglich der Lieferungs- bcdingungcn :

Bei Bezügen in geteilten Basfinwagen behält sich die Zeutmle außer den bekannten, gedrnckten Lieferungs- bcdingungsn einen weiteren Spielraum von ca. 14 Tagen vor. Tic Lieferung kann daher nach Belieben der Zentrale inner- 1)an 28 Tagen erfolgen. Durch solchen langen Lieferungs- spiclraum kann der Abnehnwr in große Verlegenheit geraten, da er oft nicht in der Lage ist, einen Monat vorher über seine Voxwätc und Abgänge di§poniercn zu können. Besonders C'ssigfabrikanton können durch eine derartige verspätete Lieferung in Fabrikationsstörungcn geraten, einerseits, da die (Gärung nicht unterbrochen werden darf, andererseits das Qantum Spiw'tns nack) steucramtlichen Vorschriften auf das dreifache mit Wasser vermehrt wird, wozu für einen Monat Vorrat, sslbst für mittlere Betriebe 20 000 Liter steueramtlich ver- dünnten Spiritus ständig vorrätig sein müssen.

Mir ist zwar noch kein Fall bekannt, in dem die Zentrale von ihrer besonderen Lieferfrist aUSgiebigen Gebrauch gemacht Mitte. Die Zentrale begründet die verlängerte Lieferfrist infolgs Mangel an geteilten Bassinwagen. Es dürfte fich da[)er mit Rücksicht auf die geschildertßn Umstände für die Zentrale empfehlen, mehr geteilte Basfinwagen anzuschaffen, ein Wunsch, den eine Gcfsllschaft mit bedeutenden Mitteln und solchen Machtverhältniffen unbedingt erfüllen müßte.

Vorsißender: Das Wort hat Herr Hauth. (Zuruf: HLW" Hautk) ist schon abgereist!)

Tas Wort bak Herr Müüer.

Brennereibesißer [ [ er - Stahlenhaus: Ich vertrete den Verein der Kornbrennereibesißer und der Preßhefe-

fabrikanten Deutschlauds. Unser Verein hat ca. 900 Mitglieder. Er umfaßt eine kleine Zahl großer Lufthefebrennereien, die zum Teil der Zentrale angeschlossen sind, in der Myhrzahl umfaßt LL“ abcr Qualitätsbrenncr, HersteUer von Kornbrannt- wsin. Wenn ich nun die Lufthefebrennsreien ausschließe, die nicht der Zentrale angeschlossLn sind, und die wenigen Korn- brcnnsr, diE weit mehr Spirikus kaufen, als sie selbst her- 17911211, so darf ich für die übrigen Mitglieder wohl erklären, daß sie die Tätigkeit der Zentrale als im Sinne unseres Vereins wohltätig erachten. Wenn die vielsn kleinen und mittleren Betriebe im Westen und Süden des Zollgebietcs nicht dio Unterstüßung der Zentrale ncbcn dem Kontingcnt gehabt hätten, so würden die BetriebSoinstellungcn einen ganz orsckwcckcndcn Umfang angenomnwn haben.

Direktor der Dampf-Kornbrcnncrei und Preßhcfefabriken, Aktiengesellschaft, Florian-Wa11d§bck-Hamburg: Meine Herren, nach den AuBführungcn des Herrn Müllchtakücnhaus kann ick) Mick) kurz fassen. Auch ich kann konstatieren, daß das Bcstehen der Zentrale für Spirituövcrwcrtung auf die Hefe- brcnnercien als solche im al]gcmcincn einen günstigen Einfluß gehabt hat. Auf das in meiner Hand befindliche „Zahlen: material will ick) wcgcn der vorgcsckzrittcncn Zeit nicht detaiÜicrt eingehen und werde mir erlauben, dasselbe zu- smmnéngcfaßt mit schriftlicher Begründung in kürzester Frist dcr Regierungcinznrcichcn, und mich cht nur auf einige „Worte bcscbränkcn. Meinck Ansicht WC!) ist bei dchri'mdung der Zentrale für Spiritusvcrw-n“tung bezw. beim Zusmnmcn: schluß dcs (Vcwcrbes im Vcrwertungsverbande der “Fehler gemacht 111ot“dcn, daß die gcnwrblicbc Getreide: und Hefe- brcnnerci, die an der jährlickwn Gcsamtproduktion von Spiritus mit ungefähr 129,5 beteiligt ist, nicht für den Verband in iln'cr Gcsamthcit gewonnen wurde.

Zeit dem Bestehen der Zentrale haben sich die gewerb- lichen Hefcbrcnncroicn um ca. 110 0 ausgedehnt, Kies basiert anf der [Zunahme dc?- Hefckonsums. Ta wir mm 11111“ Hefe produzieren kötmcn, wcnn wir auch gleicbzcitig Spiritus produzieren, so ergibt sich dio Vermckn'nng der Svirims; prodnkxion von selbst. Eine Verschiebung in dicschroduktion hat aber in der Hinsicht stattgefunden, daß die wenigen, der „Zentrale angeschlossenen Hefew'cnncrcion an der aUZcmcincn ProduktionéZznnahmc nur in gcringcrcm Maße teil hatten, als die Outsider, weil diese an den Unkostcn des Kartells nicht zn partizipieren brauchten und diesen Mekzrvcrdicnst boim Verkaufe ihres Produktes Hefe Ucrwsuden konnten, und da: durch eine fühlbare Konkurrenz gegen die angeschloffenen Hefe- brcnncrcicn auszuüben in der Lage waren. Jeb möchte die Bittc a116sprcchcn, das; bei einem ncucn Zusmntnenschluffo die gcwcrblichon Brennereien in ihrer Eigcnar: berückfichtigt werden möchten, um sie in die Lage zu vcrfeßen, nach1908 der Muen Zentrale beizutreten.

Nun, meine Herren, gestatten Sie mir eine allgemeinc chcrkung. Wir haben durch diese drcitägigcn Vcr- l)m1dlungcn viel gelernt und wenn man auch über die „böse“ Zentrale viel Unangenehmes [mt l1örcn müssen, so ist ohne Zweifel anzutwl'xnon, daf; sick) in Zuktmft dcr (HcsckzäftSvcrkckn' der Zentrale glatter darstcücn dürfte, wie dies ja auch die Zentralo für Spit'itusucrwcrtung in Ansficks gcstcllt [ml. Es ist ja ein bcdaucrlickxcr Nachteil jedes Kartech, das; die Jxxdividualixät des einzelnen verloren goht und das; mcwr oder :n€:xdcr 95.119 scbsmatischc Behandlung der Gescküifte cin- trßn'. Sim“ Karstgcscßg-Ibnng möchte ich vermieden wiffcn, da ein 50161325- Gesetz 7er genereüe Bestimmungen enthalten könmc, 957.8 "D:? dé.“ sx:czis"xd'chct1 Vcrvältnisse ikgcnd cines Kartckls QUÖTLÖÖCTIÖC BW.“:FÜÖZTJUNJ finden könnten, was im Imorch dsr VrokrsÜtä: O2: erxlxiertcn Gewerbe vermieden werden muß, Ick 9413.be OLM 5.31 Namen vieler zu sprechen, daß es m€x groß?: (?»:KUZIUJZ _.. KFWFM wäre, wenn 'die Regierung 1:1) 13:2 32; '*OZÖZ W::srzk, M dée Heutigen und vortägigcn voran:"wlm: wTrdx. :::“; 22:7: A:;Ir-che dcr Konsu- menten und VWÖUZMM, 17171 ck.“: %»!st zu er: möglichen. Ick 911111172, d::ß DT; ..ck-x; OTWZ'ÜQC ENUM bei WLilEm fricdlickwr uxxd kÜrzxr :UÖ'ZULÜ TÜTUL *

Meine Herrkn, avkr au.?) M T*

„_ 60 __ bitter über die Zentrale“ und deren PreiSpolitik beklagt

haben, möchte ich ein paar Worte richten. Sie haben da- durch, daß Sie die außenstehende Konkurrenz des Ringes, die Ostdeutsche Fabrik und andere Fabriken und ebenso ringfreie Brennereien teilweise mit Ihrer Unterstüßung hervorgerufen haben, selbst dazu beigetragen, daß die Spannung zwischen Verkaufßpreis und Abschlagspreis, über welche in den leßten Tagen und heute noch so viel geklagt wurde, eine so hohe werden mußte. Ich gehe nicht fehl, anzunehmen, daß sehr viel von dieser Spannung genommen worden wäre, wenn Kampfpreise und notwendige Differenzierungen überflüssig ge- wesen wären., Als das hervorragendste Resultat dieser Ver- handlungen würde ich es bezeichnen, wenn fich in der aller- nächsten Zeit etwa bis 1908 eine Vereinbarung zwischen der chtrale und den nichtangeschloffenen Brennereien und Sprit- fabrik'en ergeben würde, die ein friedliches Nebeneinander ermöglichte. Daß bei einer solchen Vereinbarung die Konsu- menten nicht unter die Räder zu kommen brauchten, indem die beiden gegensäßlichen Parteien, die In- und Outsider zum Nachteil der Konsumenten paktieren könnten, dafür bürgen Ihnen wohl die Namen der Herren Kantorowicz und der anderen Herren, die sich so, warm der Konsumenten-Jnteressen angenommen haben. Ich bin sicher, daß, wenn dieser Erfolg gezeitigt werden könnte, die Spannungen verringert werden könnten und der Kampf aufhören würde und infolgedessen auch die Beschwerden der Konsumenten viel geringer wiirden. Wirken Sie, bitte, in diesem Sinne auch auf Ihre Koüegen und die Ihnen nahestehenden Outsider, und der Erfolg der Enquete wird ein günstiger und bleibender sein.

Geschäftsführer der Zentrale für Spiritusverwertung Untucht-Berlin: Gegenüber den einzelnen Klagen, welche von den Abnehmern vorgebracht find, habe ich sehr zu bedauern, daß man uns darüber nicht vorher informiert hat. Es mußte doch auch auf seiten der Abnehmer der Wunsch bestehen, das; dis Klagen, die hier vorgebracht werden," volle Aufklärung finden. Die Herren konnten sich doch sagen, daß cs Liner Geschäftsführung von drei Köpfen nicht möglich ist, über don ganzen Geschäftßgang von sechs Iahrenin eincm Umfange, wie Sie ihn in diesen Tagen kennen gelernt haben, ganz genau informiert zu sein. Wir find dafür auf unser großes Personal angcwicscn. Wir haben unserem Wunsche auch vor diesen Verhandlungen schriftlich in einem Zirkular Ausdruck gegeben, in welchem wir alle Herren, welche hior Abnehmer vertreten, ersuchten, uns von ihrcn Beschwerden vorher Kenntnis zu geben, damit wir uns darüber aus den Akten informieren könnten. Ich gebe eine Abswriftdicscs Zirkulars als Material zu den Akten (Anlage Flll). Wenn Sie diesem Wunsche“ statt- gegeben hätten, hätten Sie uns die Sache sehr erleichtert, und ich glaube auch, fich selbst einen sehr großen Dienst getan, chu es wärc dann eine vöÜige Klärung der Tings: möglich gewesen, während ick) mich so darauf bcsckzränken muß, auf das zu antworten, was uns gsradc gegenwärtig ist. 'Im übrigen müffen wir uns, wie Herr Skern bereits gesagt hat, vorbehalten, eventuel] nachträglich noch durch schriftlichc Aus- führungen auf einige Klagen, die hier zur Sprache gekotmnen find, das Material der Regierung zu vervollständigen. Bovor ich in die Beantwortung der cinzolncn Punkto cintrete, möchte ick) nnr ganz kurz darauf hinweisen, daß, wenn von den Ab: 116111110111gkklagtwird, ebenso auch für die CMMäftslcitung Ursackwnvorlieg011,i'11wr die Abnobmcr il)rcrscits Klage: zn fiiknwn. Meins Herrcn, icb wiÜ Sie in dieser Beziehung niän mit Makerial bclästigcn. Es genügt, wenn ich diesen Umstand (mchte und zur Illustration nur einen Fal] zu den Akkon gebe, mn ZU zeigen, unter Angabe welchcr Motive oft an uns Forderu11gcn gestellt werden. Auch sci os mir gestattst, einen zweiten Fal] darzulegen, der für die sogenannte: Bankst- ticrnng seiten-Z ch medikatcs bczcicbncnd ist: ich gebe das Material aucb ZU den Akten. Es handelt fick) in diesem FaUL um die Firma Mcvcr-Brcmcn. Ick Ll'WäbUL deshalb den Namen, weil Herr Köpke in seinsn Ausführungsn dicse Fimm, wenn auch nickn genannt, so doch im Auge hakte. In Bremen batten fick) die Tcsxithsure zu OMAN Verein gcgon die Zentrale zusammen: gstan. Es war von Vertretern zweier unserer Gesellschafter, wolclw e'mcn selbständigen Verkauf Haben, gesagt worden, daß einige Knndcn in Yrcmen boykottiert worden seien. Wir waren in dcr glücklickwn Lage, klarzusteUcn, dax"; von einem Boykott gar keine Rede sein konnte. Ich überlaffc dsn Horrem Vertretern der ngicrm1g,daran§ die notwendigen Schlüffe zu ziehen. Tor Fal] ist dafür xwpisck], daf; oft Vorwürfe dieser Art gegen die Zm1dikax§leitung srvobcn werden, wäkdrond fich die Dinge oft ganz ihrem Einünf; Mrzogcn haben.

Ick) kann in diescm Zusammenbangc cinen Fal] orwähncn, auf den ick) sonst syäter zurückgekommen wäre. Es handelt fich dabei um die ZüdMüdcutsche Verkaungenoffcnschaft. Wir hatten gobört, daf; der Vertrster einer Berliner Gesellschafterin, welche cinenselbständigcn Verkauf hat, das Wort Boykott gegenüber diesem Kunden angewandx km:, und haben sofort, als wir davon Kenntnis bekamen, den Vertreter tclegrapbiscs) aufgefordert, der Firma gcgcnübcr réchxig zu steücn, daß für iim keine Veran-

Nabatt auf den im Vorjahre entnommenen Rabatt, während auf die Mengen des laufenden Jahres an fich kein Rabatt fiele. Man kann also von keiner Kette fortgeseßter Bindung für den Abnehmer sprechen.

Meine Herren, es ist auch darauf hingewiesen worden, daß die Abnehmer, nachdem sie in einem Jahre ihren ganzen Bedarf von der Zentrale entnommen haben, der Zentrale gegenüber eine diesbezügliche Erklärung abgeben müssen. Es ist, wenn ich mich nicht irre, gesagt worden, daß diese Erklärung keine würdige Form besiße, indem die Zentrale stch ausbedungen hätte, eventuell bei dem Abnehmer eine Kontrolle vorzunehmen. Zur Illustration genüge die Tatsache, daß wir während unserer mehr als sechsjährigen Tätigkeit kein einziges Mal von diesem Rechte der Kontrolle Gebrauch gemacht haben. Wir haben allerdings eine ganze Reihe von Fäüen aufgedeckt, in welchen die Abnehmer solche Erklärungen abgegeben haben, während sie tatsächlich nicht ihren ganzen Bedarf von uns gekauft hatten. Meine Herren, wir haben den Beweis dafür, daß solche Erklärungen abgegeben worden find, obwohl der betreffende Kunde_sehr wohl gewußt hat, daß er eine falsche Erklärung abgab. Wir haben nie die entsprechenden Konsequenzen aus solchem Vorgehen der Kundschaft gezogen, wir haben darüber

weiter gearbeitet. Ein Beispiel für unser Vorgehen ist in dieser Beziehung sogar einer der Herren, die hier als Sach- verständige geladen find. Ich halte es nicht für tunlich, den Namen dieses Herrn zu nennen. Wir arbeiten noch mit diesem Herrn, und ich habe sogar die Hoffnung, daß das Weiterarbeiten mit ihm sehr zufriedensteUend sein wird. Der Herr hat sein Vorgehen sehr bedauert.

Es ist darüber geklagt worden, daß der Abnehmer nicht immer die Qualität bekommen könne, welche er meine, bean- sprachen zu können. Von Herrn Patschke wurde speziell der Bezug in Weinsprit genannt. Ohne zugeben zu onen, daß der Primasprit in mangelhafter Qualität geliefert wird, möchte ich gerade vom Wcinsprit behaupten, daß unsere Gesellschafter cs fich besondors angelegen seinlaffen, das (Hsschäft darin zu pousfieren. Es kann vorkommsn, und es wird in einem jeden Gcschäfthetrieb immer vorkommen, daß die Qualität nicht immer so ausfällt, wie sie ausfallen muß, wie es der Erzeuger selbst wünscht. In aUen FäUcn, wo geklagt worden ist, haben wir uns mit den Geseüschaftern in Ver: bindung gesetzt, und diese haben sofort Rcmcdur geschaffx. Auch in dem Falle des HerrnPatschke hätts, glaube ich, wenn uns in entsprechender Weise Mitteilung gemacht worden wäre, was sick) meiner Beurteilung [)eutc entzieht, dafür gesorgx werden können, daß er, ohne zu ganz besonders feinen und feuern Marken übergehen zu müsscn, diese Ware ohne das Aufgeld von 3 (kl; erhalten konnts. Ich habe hier eine kleine ZusammensteÜung von FäÜen zur Hand, in denen unsere Kunden den Wunsch außgesprochcn haben, besondere Marken zu erhalten, und wir diesem Wunsche stattgegeben haben. Ich werde nicht die cinzelncnKunden, sondem nur die Lieferungs sthcn, die gefordert wurden, nennen. Ein Kunde wünscht von «Halle geliefert zu crhalten,cin zweiter aus derselben Quelle, ein dritter Kunde ebenfaÜeZ, ein vierter Kunde von Magdeburg, ein weiterer von Leipzig, dann kommen fiinf Kunden von Lctpzig, ein weiterer Kunde von Magdeburg, dann ein Kunde von Stottin, ein weiterer von Stettin, ein anderer von Leipzig oder von Stettin, der nächste von Leipzig, der folgende von Leipzig oder Boson odcr Stettin, der nächste Kunde von Baußen, der nächste von Posen, der nächste von Wittenberg, dor nächste Kunde von Neufahrwaffer, und der lsßte von Leipzig. Meine HMM, das find einige Fälle, die wir nur ganz schnel] zusamnwngestsüt lmben.

Es ist weiter damecr Klage geführt worden, meine Herren, ick) glaubs, auch in dcr 'Maxcrialzusammcnstcüung der Re- giemmg ist es wiedergcgevcn _, daß ein gcwiffer Zwang für die Abncknncr bestehe, von solchen Gesellykhaftern der Zentrak zu bezichcn, die gleichzeitig ihre Konkurrenten auf anderen Ge: bieten seien, Ich kann Wer einigo FäUe namentlich anführen, wo „wir dem Wunsäje unskrcr Kunden, aus dem bezeichnexcn Grunde eine andere Lieferantin zugewicsen zu erhalten, sofort stattgegeben babsn. “Jm einem FaUc ist allerdings nacher der Kunds freiwillig im Laufe der Jahre als Abnehmer wieder 31: demjenigen unserer GeseUschaftcr, von dem er früher nickt kaufen wollte, übergegangsn. ES handelt fich um die Firma Fröhlich & Co. in Zeiß. Tiefe wollte zuerst von unserem Gk seUscbafter Clingestein in Zeixz nicht kaufen. Sie ist jeßt wisdex zu demselbcp. übergegangen. In dem Verkaungebiet unsersS Gesellschafters in Baußen crhält ein Kunde aus dem bezeick): neten Grundc seine Waren von Dresden, ein zweiter von Wilton, cin 2711221“ von BWlau. Ein anderer Fall liegt m Mrkaufchbiet Torgau, dort erhält der Kunde seine Ware von Wittenbexg. Ick glaube, meine Herren, das smd iUUsrrierends Vsispiele; wenn es nur eine kleine Zahl ist, 5.1 ist di€§ daran zurückzuführen, daß wir, wax“- Sie nicht ver- geßen dürfen, von diesen KwZen erst am Freitag voriger WWS ZLHHU habsn. Ta war nicht mehr viel Zeit, Material 51:

laffung vorlag, aus irgend welchen Informationen den Schluß zu ziehen, daß jens FÜM bovkoxxiert werden sollte. ;

.Wenn ich mm auf die einzelnen Klagen eingeho, so ssi LS mir gestattet, der Nsihenfolge nach vorzugehen.

Herr Patscbke Ha: erwähnt, daß eine Verpüicbmng bszüglééy dcs Rabatts bestehe. Ich habe diese Bchauptung schon in mkinén Ausführungen auf Re Antwort des Herrn Rostrexxen ÜÖÜZ * gestellt. Ick will “da ganz kurz noch einmal die Verpäichng, soweit fie überhaupt UL:“: Verpä'réykung bezeichnet wcrdsn kann, iUustricren. Kauft in sinem Ja!;re ein Kunde, und hat er in dem Jahre seinen ganzen «432de von Mr Zentrale enmvmmen, so erhält sr den halben NNW; kauft er im nächsten JaHre, wozu eine Vervki'icbmng isTwns des Kunden nicht besteht, von der Zentraleebenfalls feinen ganxzen Bsdarf, so erhält er fü! das , rücklicgende Zaßr "dis zweite HUK? nackxgczahlt Um“) für daß betrefkende Jahr "Oi? erste Hälfte Mögczahlk, und Fo geht die Sache woiter for:. Wenn also 2211 Kunde in einem Jahre von der Zentrale Kick): :UHZchLießlich kauft, kaNelT er nur den haLben

satmneln, uud Sie werden begreifen können, daß unser Person:! nichr aUe fo1che FäUe, die im Laufe von sechs Jahren eingemxen ünd, 'm der Erinnerung haben kann.

MeTne HUM, e?- ist mm darüber geklagt worden, daß ZMLJe unangenehme Berührungspunkte zwischen unseren (Hs-

? seUTchaftsm, die gLeLchzeitiZ Tsftillaxeure find, und unseren Ab-

Nkhmem einweten kÖUNM. EH ift gesagt worden, daß dc? G?TLUTcHaßer infolge seinex Stellung einen gewissen Druck gut" 'der-. Kunden außübt, auch seine Liköre von ihm zu beziebrx- Meine „Herren, dieTSr Fabi ist tatsächlich einmal eingetreten. Tie Svritfabrik, bei der slch dieß ereignet hat, hat Zn dsr ZwJchenzeit ihren WHU gewwchselt. Der Herr, dcr damaZH die Fabrjk besaß, gehört jsß: selbst den Reihen dé? TLZKÜMUU M. (;ck gkaube, 2?- wird von Ihnen nTÖT

anfprUch: WHM, “daß ich den Namen nenne, sondern jrd geuÜgeu, wenn ich auch dieH Materia! zu den Akten gexk)c und nur ankähre, daß von unserer Seite energisch gegen d;,ekcxs Vorgehen Nroxsü'ver? worden Tft.

Gras wachsen lassen, wir haben sogar mit solchen Kunden *

Herr Patschke hat darüber Klage geführt,“ daß er hezßg-

sich des Kornspirilusbezugs beengt se1._Dtx Zentral'e set mcht imstande, genau die Qualität des Kormptrttys zu ltefexn, den er zu erhalten wünscht. Meine. Herren, hter wuß 1ch nun die prinzipielle Handhabung dteser Angelegenhett' darxegen. Hier können freilich Schwierigkeiten entstehen; denn d1e'Wunsche dieser Beziehung smd sehr verschieden'er Art. Wir haben aber immer ach aufgeboten, um den Wünschen der Abnehmer erscht zu wcrden, teils unter Auf-uns-Nahmc bßdeutender Frachtkosten, teils indem wir dLm Kunden ohne wewteres ge- stattet haben, auch von unserer Konkurrenz zu bezxehen, ,- jck) will ergänzend hinzufügen, teils unter Auferleguwg emer kleinen Abgabe an uns von vielleicht einer Mark, t'exls ohne eine solche. Einer der Herren, welche zUr Engukzte ?mgeladen sind, kann dies bestätigen. Der Herr ist lctder mcht mehr anwesend. Es ist Herr Kisker aus Lippstadt.

Zu den weiteren Klagen des Herrn Vatschke gehört, dgß den Destiüatcuren der Weiterverkauf unverarbeiteteq Syrtts unmöglich gemacht worden sei. Wenn ick). mich mcht 'rrrc, habe ich schon die prinzipicÜe Handhabung drescx Frage settens der Zentrale dargelegt. In unsern Rabattbedtngungcn steht, daß, wo 2111 Weiterverkauf von mwerarbeileter War? "statt- finden soll, man mit uns eine Vereinbarung herbwfuhrcp möge. Wenn Hcrr Patschkc ein solches Abkomwen mcht' wir der chlrale geschlossen hat, dann glaube ich, nt es ledrg1tch seine eigene Schuld. Er wird es überselwn habe'n. Emo Berechtigung zn einer solchen Klage dürfte ntcht vorltegcn.

Herr Kann hat darüber Klage geführt, daß es bei einiZen Produkten der Testiüation nicht möglich sei„ wegen der Hohe unserer Preise mit ausländischen Likörcn m Konkur're'nz zu treten. Bei dem hohen EingangSzol], der für Spwrtuosen vorgesehen ist, ist das meines Erachtens von vornherein aus- geschlossen. Ick) kann nur vermuten, daß Herr Kann etwas anderes gemeint hat. .

Herr Schulz hat die Ueberzeugung gewonnen,. daß erhöhte Preise eine Einschränkung des Konsums herbeifitßren. Auch wir haben die Ueberzeugung gewonnen, das; lxohcre Presa unbedingt den Konsum einschränken und ich wurde es tw Interesse des Destillationsgewerbes sehr beklagen, wow] dre Verhältnifie uns wieder zwingen würden, höherenPreqe als ungefähr 50 bis 55 OFC. für Sprit nehmen zu mussen, "oder wenn durch Acndemmg der Branntweinsteuergeseße eme hthre Belastung für den Trinkbrunntwein herbeigeführt wurde. Wenn ich sosbcn cinen Spritpreis von 50 bis 55 4-6, nannte, so passe ich mich in dieser meiner Beurteilung der Sache übrigens nur der Auffaffung an, welche ich in Abnehmer- kreiscn gehört kmbc.

Herr Schulz hat darüber Klage geführt, daß eine Konfurrenzfirnm in Berlin infolge von Maßnahmen der Zentrale in der Lage sei, in besonders scharfcm Wsttbewerl) den übrigen DcstiÜateuren gegenüberzutretcn. (Redner macht ljierüber vertrauliche Mitteilungen.)

Es ist von Hawn Schulz darüber geklagt wurdcn, daß unsere Gesellschafter im Kleinhandel mit Sprit den Destanteuren eine scharfe Konkurrenz machten. Ick) glaxtbe, meine Herren, es ist bereits bei Punkt 11 von uns erwahnt worden, daß unsere Gesellschafter gehalten sind, für ihr Neben- gewerbe dieselben Preise zu zahlen, wie jeder Abnehmer. Unsere Gescüsckmfler haben also vor d'en Abnehmern nichts voraus. Sie zahlcn dieselben Preise, ste erhalten den: selben Rabatt.

Es ist ferner darüber geklagt worden, daß unsere_Ygenten einen Kleinhcmdcl mit Sprit zum Schaden der Dßvyllateurc betreiben. Moine Herren, ich steÜe die gegentcrlxgß Be- hauptung auf, daß gerade diesen? Handel der Vexxreter wgerend der Geschäft§jahre der Zentrale eingeschränkt 11t_. Es 171 an einem einzigen Orte vorgekommen, daß einer unjerer Agenten cinen KleinhaUdcl in Sprit neu etabliert hqt. Da lagen ganz besondere Konkurrenzverhältnisse vor. (*Nednc'r mgcht hierüber vcrtranliche Mitteilungen.) Der Mann wrrd jehr scharf kontrolliert, damit er unseren regelmäßigen _anehmerw keine schädigsndc Konkurrenz macht. SoÜten 111113 111" der Be- ziehung Klagen zu Ohren kommen, werden wn“ fur deren Abstellung sorgen. ' "

Herr Schulz hat weiter gesagt, das; „gute Qualttatw steks zur Verfügung stehen sollten. Ick glaybe, das Ut durch meine früheren Ausführungen bereits erledtgt.

Es ist ferner angeführt worden, daß dio'ein'er kleinen Spritfabrik in Braunschweig, welche mit uns 111 emem V'er- txw1g§verhältni§ steht, von der „Zentrale „gesteUten Prets- bedingungen derartig sind, daß ste kaum tmftande ser, zu existieren. Meine Herren, ich bin in der anthehmen Lage, mitteilen zu können, daß wir dieser kleiyen Hprttfwbmk dw Preisstellung erleichtert haben, obwohl em fe1te§5 Vextragß- vérhältnis bis 1908 zwischen uns und jener Sprttfabrtk vor: liegt. Ich glaube nicht, daß ein solches Entgegenkommen von einem Privatmann so ohne weiteres vorgenommen werden würde,

Selbst auf die Gefahr hin, daß, wenn ein großxr KreiH von Abnehmern von diesen Verhandltxngen"Kenntms erhalten wird, man dann von Men Seiten nut Wunschen an uns herantreten wird, möchte ich doch sagen, daß nur ver- schiedentlich feste Vcrtragöverhältnisse mit Abwehmern 110111an zu deren (Vunstcn geändert haben, obwohl fur u'ns gar leme rechtliche Veranlassung vorlag. Meine Herren, ich gebe zu,

daß über Maßnahmen eines Syndikates _berechttgtc Kl'agen vorkommen können, aber, meine Herren, lasjen Sie auch cmew Syndikate gegenüber Gerechtigkeit walten. und erkennen SW an, daß auch ein Syndikat oft Dinge tm Interessx dsr Ab- nehmer tut, an die ein Privatmann nicht denken wurde.

Herr Köpke hat gewünscht, dus; cinc'gle'xcl)1näßi_gc Be- handlung dcr Outsider eintreten solle, et? ist uber die Auf: gelder Klage geführt worden, die wir vielfach von der nicht regelmäßig, sondern nur vori'tbcrgcl)cnd und m der Not vo'n uns kaufenden Kundschaft beanspruchen. Man hat gesagt, dw

Behandlung der Abnehmer möge gleichmäßig ,sEÜU- MMZ? Herren, dem können wir nicht stattgeben, ww haben Mit unserer Konkurrenz zu rechnen und, je nachdem die Konkurxenz uns überlegen ist oder nicht, werden die Anfgelder großer oder geringer sein müssen. , . " Kartellenquéte genügt es, wenn tmr dle Erklarung abgeben, daß gegenwärtig das höchste von uns geforderte Agfgeld 4916. beträgt, meistens aber nur 2 «W.- zum grußen Te“ aber gar kein Aufgeld bezahlt wird,

die unser Gesellschafter Moriß Stemberg in Breßlag an* se'iye Agenten versandt haben soll. Meine Herren, mxt dieser Lryte kann es fick) nur wie folgt verhalten. ' ' ' haben die Gesellschafter ihren Vertretern mrtgetetlt,_ ste sollen sich, bevor sie mit Kunden, welche nicht régelmafztg von uns kaufen, Geschäfte abschlöffen, deswegen mrt unseren Gesell- schaftern, eventuel! mit uns direkt ins Benehmen seßen. l„T.)a- durch smd keineswegs jene Kunden boykot'ttert wordc,n, 11le- mehr haben sich der Gesellschafter resp."dte Zentrallßttung 1'n Berlin lediglich die Entschließung daruber vorbehalten, "ww sie sich in den einzelnen Fällen diesen Kunden gegentiber

Angelegenheit ist unwesentlich genug, irgend welcher Schluß

_bl-

Ich glaube, für die Zwecke der

Es- ist dann von einer schwarzen Liste gesprochen worden,

Auf unsere Veranlassung

steÜen onen. Ich glaube, meine Herren, das kann wan nicht so ohne weiteres als Aufstellung einer schwarzen Liste bezeichnen. *

Herr Herßer hat die Unstetigkeit der Preise beks1agt. Ich glaube, die Verhandlungen haben schon „genug Kla'runfg ge- schaffen. Wir geben zu, daß wir eine großere Stettgke1"t der Preise gewünscht hätten, daß sie aber unter den Umstanden nicht zu erreichen war. Herr Herßer hat behauptet, daß mehrere Tage hinter einander nicht einmal eme Lokonotrz stattgefunden hat. Meine Herren, im Laufe der 0 Jahre hat überhaupt an nicht mehr als 5 Tagen oder soll lch 10 nge sagen? (Zuruf: 3 Tage!), na, sagen wir an 5 Tagen eme PreiSUotiz für Offerten, welche der Kunpfchaft zu machen sind, gefehlt. Ware wurde jederzeit geliefert, der Kunhe konnte jederzeit Ware erhalten, und zwax zu dem Prßtse unserer nächsten Notiz. Ich glaube, meme Herren, dtese

darf daraus nicht gezogen werden.

Herr Herßer klagt darüber, daß Nordhausen Linen zu hohen Paritätssaß hat, ebenso wie Herr Patschke fur Weist: preußen über einen zu hohen Paritätssaß geklagt l)at._ Meme .Herren, wenn wir überall den Wünschen der Jundewm dteser Beziehung Rechnung tragen würden, dann wurden uberYaupt bald aUe Paritätssäße verschwinden, und auch dann wxzrden die Kunden noch nicht zufrieden sein. Denn, Yann wurden die Kunden im Osten beanspruchen, unter V'awt'at zu kaufen. Ich gebe zu, daß diese Verhältnisse sehr dtfftztler Art smh, sie werden aber von uns sehr bedächtig abgewogen und. mtr glauben, daß wir in dieser Beziehung nichth Unb_erechttgtes von den Abnehmern verlangen.

Meine Herren, dann ist gesagt worden, daß dernRabattsaH von 1,20 «16. überhaupt nur auf dem Papier stande. Jg, wenn man eine Begrenzung des Rabattes einführt, ,was wrr bei 1 «FC, getan haben, dann muß doch,auch eme Zahl genannt werden, die etwas höher liegt, als jene (Grenze, _dxe nach oben gezogen werden muß, um den DurcHschmttsmß praktisch zu machen, denn die unteren Zahlen mussen dnrch über dem Durchschnitt liegende Süße ausgeglichen werden. DZH ist das einfachste Rechenexempel, das ergibt stck) aus s1ch selbst. Ich glaube, daß hieriiber kein Anlaß zur Klage besteht.

Herr Schäffer-Gleiwiß hat darüber Klage Jeführta Haß die Schiengerichte nicht gut funktionierten, daß dW Kostet] für die Schiengerichte zu hoch sind. Ich gehe zu, Haß 'der kleinen Objekten die Kosten des Schiengertchtech melletchx höher sein können als beim ordentlichen Gertcht. Bet größeren Objekten liegt es ganz entschieden umgekehrt. Dyrch das SchiedSJericht wird, glaubc ich, der RechtSanspruck) eines Kunden genügend gesichert. Das ist mejneYuffaffung. Es ist im Jntsreffe bsider Parteien, das; fte thre Stxettsachen durch ein Schiedsgericht erledigen. Jm Schied-dertcht stßxn von vornherein Sachkenner, und“ die Sache erled1gt s1ch schnell, und wie gesagt, bei größeren Objekten unter 'Auf- wendung sehr geringer Kosten. Weny Zck) ganz objekttv urteilen will, dann kann ich für ein geschäftlxches Unternehmen, wie das unsrige, die Schied§gerichte an sl?) mw empfehlen. Ueber den Gang unserer Schiedsgerichte wacht? lch kurz, an- gebon: jede Partei ernennt aus einer,L1ste; „emen Schieds- richter, können fich die Schisdsrickner mcht etmgen, daZm xr- nennen fie aus einer weiteren Liste_ dZn Obmann. Ww smd gern berLit, die ergangenen Schiedsjpruche, wenn es gcwunscht wird, der Regierung vorzulcgsn. (VorstßenderZ das lst um's sehr erwünscht!) Ich möchte erkläxen, daß wn: ge'rU berctt sind, in alle Prozesse, die wir geführt haber), Elnhltck zu „I?., währen. Wir haben uns von nnscxcm Syndtkus eme Stattstzk der Prozeffe, die von uns geführt 71111), aufmachen lassen. Dre Zahl ist gering, besonders wenn dle Prozesse au'SgeschloLen werden, die gsführt sind, um Fordkrungen emzutxetben. «sch möchte den Herrn Vorsißenden frggen, ob es wxmsche'yswert ist, diesen Brief vorzulesen. (Zuyttmmungx) Ww wnnschen daran zu zeigen, wie wenig szssse gefuhrt worden sini). Herr Justizrat Paul “Jonas schreibt unterm 1.Februar190b:

An

die „Zentrale fiir Spiritusverwertung G. m. b. H. Berlin.

Sehr" geehrte Herren! . Aus meinen Repertoricn habe ich festgestcüt, daß von Anfang des Jahres "1900 bis 1th ctwa 200 Prozesse für Sie zu fuhrennwaren. Hierunte'r befinden sich ganz vereinzelte Falle", in denen Ste verklagt waren, so von Ihrem fruheren Hauswtrt nnd älwlicbc Sachen. In,) eigentlichen Vetrteb Ihres Geschäftes sind Six uberhaupt mcht ve'rklagt worden. Von denjenigen Prozessen, die ste als

Mehrzahl säumige Kunden Ihrer technischen Ab- teilung, d. h. Abnehmer von Lampen, Apparaten usw., und hiervon ist etwa 9/,0 ohne kontradiktorifche Ver- handlung erledigt. Bcei den kontradiktorischen Sachen handelt es sick) zumeist um Vollstreckunngteile aus schiedsgerichtlichen Streitigkeiten, nur in wenigen (höchstens insgesamt 10) Fäüen sind kontradiktorifche Prozesse mit Abnehmern von Sprit oder Spiritus, geführt worden. Alle diese Streitigkeiten sind, soweit sie nicht noch- schweben, mit einer einzigen AUSnahme zu Ihren Gunsten entschieden. HochachtungSvoll der Justizrat gez. Paul Jonas. Ich bin wohl richtig dahin verstanden worden, das leßtexe bezog sich auf die Prozesse vor dem ordentlichcn(512richt. Wtr sind ohne weiteres bereit, den Herrsn Vertretern der ngierung volle Einsicht auch in die Aktén dieser Prozesse zn gewähren. Herr Schäffer-Vreslau hat einen Fall angeführt, daß einem Kunden direkt Ware verweigert worden sein soll. Er hat auf einen Brief vom Januar 1904 Bezug genommen, welcher nicht, wie ich annehme, von der Zentrale geschrieben ist, sondern von cimem unserer (HosclLscbaft-sr, oder einem unserer Händler. Uns ist der Fall völlig unbekannt, ick) bin leider nicht in der Lage, hierauf eine Antwort geben zu können. Jedenfalls entspricht der Vorfal], wenn er sich so Ereignet haben sollte, nicht unseren Prinzipien, dis ich vorhin dar: gelegt habe. Herr Schäffer-Brßslau hat ferner einsr Streitsache zwischen ihm und der Zentrale Erwähmtng getan. Dies? Streityache schwebt noch. Ich glaube, dLShalb erübrigt es sick) für uns und wäre auch meines Erachtens nicht zweckdienlich, dazu hier Stellung zu nehmen. Herr Stern-Mannheim hat darüber Klage geführt, “daß er bei Kornspiritus, welchen er von einem unserer Gesell- schafter, von der Firma Sinner bezog, keinen Rabatt erha'lten hat. Meine Herren, dieser Vorgang ist nur die Folge elner Rechnungsart, welche der Vereinfachung. dient. Wir zahlen den Rabatt auf die Menge, die die Firma_ Sinner von gns zuriickkauft, an die Firma Sinner und 131612 Firma kalkuliert sich in ihre Preise diesen Rabatt mit hinein. _ Wir kmmten ebensogut jenen Firmen auch auf diesen Kornwiritus Rabatt gewähren und ihn der Firma Sinner UachH-Zr abziehen. Nur entsteht dann die Schwierigkeit, daß die Firma Zinnsr n1chr beurteilen kann, welcher Rabatt bei den einzelnen KUnden kalkuliert wird, da sie nicht den ganzen GeschästHUmfawz ,deeI Kunden kennt. Dies ist also keine». SchädigUng des. Kumden, sondern dient [Ldiglich zur Vereinfachung. Herr Zander hat darübex Kkage geführr, Mf; die ZMtraU: Sprit zUm Engrochreise schon bei Abgabe_ 131111 300_Litern verkanfe. Ich glaube mich nichk zu irren, daß wir“ 111 der Gegend des Herrn Zander Geskhäfke 'm Zaantit'atMW von weniger als einem Stückfaß überhaupt nichx WWW.“, «Re es doch-vorkommen, daß Halbe Gebimde von 300 ersrn- Ze: liefert werden, so wird dafür ein Aufschlag JENOMMLU. TTL'LLL' Aufschlag ist feststehend und hat meiner Erinnewmg nacb ksme Veränderung erfahren.

Herr Zander hat wcxitLr darübßr Mage gefäßrt, “daß 'die einzelnen Kunden nicht in größeren Mengen als zu 1-“50Lner verkaufen können. Meine Herren, der SW von 190 Iirexn ist aÜgemein und ganz schematisch festgeseßk worOYZ. . EH steht aber in unseren Rabattbedingungsn - W x': 131-3117 einmal erwähnt worden - daß, wenn die Abnekwér dex“. Wunsch nach einer anderweitigen FcstseHUng haben, DMOZ 71132" "einer Vereinbarung mit uns bedarf. Der Abnehmer, JM Herr Zander im Auge hat, hätte sich nur mit unk: NEwcxzen in Verbindung zu seßen brauchen.

Herr Badt hat darüber Klage geführt, daß in einxm Faüe gewissermaßen Extrapreise durch Zahlxmg eimr Yerkauxs: provision gewährt worden seien. Meine Herren, ww ck "ck in diesem Falle verhält, kann ich so ohne weiterck 1115121413271, ick) kann zu dieser Sache nur ganz allgemsiw ZreUUng nckxxmen. Wenn wir Abnehmern eine Verkaufsprovinon 5.1111211, Fax::: zahlen diese VerkaufSprovision dic GeseUsxbafZer, 111€.» ch ZVTLT fabriken, während das Verkanfögesckxän sÜ'.“ :Pszung, der Brenner geschieht. Die Spritfabrikcn cher: .:va *.*-„171 LIN"; VerkaufSprovision ab. Ich glanbe, cs "Ur *.:xxkcr Zu::cxs “MM, das zu tun, und ich meine, daß die AvncImcr ':msrxré ?»:an Ursache zu Klagen finden können.

ES ist dann ferner lwrvorgclwbcn :voxvcn, daß des Abnelynervertrageö cine gcwaM-gc 21.111€;"::7=:71::::.: ';:cx'vo'x gerufen hat. Dieser * Taragrapw 51211 Darxxxxk .',":- Icn .*“."cnxxxcchx Nachfolger cines Abnebch cbcnmUs .::; 22:3) * "“)-„:*.chx. Meine Herren, ich glaube, die ZUM c:*k'.5.:*t 7:5.) 7-36.) k.:xxr männisck) betrachtet ohne weiteres. chru !A! 2101220627161! Vertrag mit jcnmndem schließen, damm 1111117977. 71'1'." ck.:*:'::' “Wo.": daß dadurch beide Teile gebunden MMU. “TN 32:37:31.) Ut ohne weiteres als gebunden anznscwcn, d.: 74.9 VZ») 1905 WM: und ihre Vcrpfiicbtungcn erfüllt. Sic wcxdcn es ::111' abxy nicht verübeln, wcnn "nb sage. daf; wa“ axmckmth können, cm Ilbnclmwr möchte einmal dcn ch'snw "mMn, wb den Vcr_ pflichtungcn, die er eingegangen ist, 311 cnjrzicbcn. 1M:11z„ans legale Weise. Er gibt feinem 0“)0sck)(istc die heute 7,0 bclrcbtc Form einer Gesellsäwft mit beschränkter Haftung„ tck) !.tclnne sogar an, nicht um sich diesen ,“RcrpflickxngJn 'zn cntzxcben, sondern um andere Annehmlichkeiten geshaftlrcbxr Art zu Erreichen. In solchen Fällen wäre der Vertrag 11111 uns ent schieden aufgehoben. Sie werden zugeben, daß wrr mw“ da gegen schützen müffen. Es kann auch das Motw [Wi dem Abnehmer vorliegen, daß er vielleichx cinen TP! des Ver- trages mit uns weiter erfiillen wil], sick) aber in einem anderen Teile den Verpflichtungen entziehen möck)tc. Sagen wir, der Vertrag konvcniert ihm, soweit er sich auf den Verkauf von denaturicrtem Spiritus bezieht, aber er paßt ihm nicht, soweit er ihm für sein Trinkbmnntwei"geschäft die Verpflichtung axxf- et'lcgt, seinen Gesamtbedm'f von uns zu beziehen; 253 hat nch

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Klägckin [»ctricbcn lzaben, betraf die überwiegende

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