1906 / 124 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 28 May 1906 18:00:01 GMT) scan diff

AYLed eb o u r (Soz.): Der Abg. Arendt stellt die Vorgeschi te dieser orlage unrichtig dar. Lediglich die AuSmasung der Gefu r, welche die Fortdauer des Krie es ohne den _Babnbau beraufbexcbwören würde, bat die reisinni en betimmt, für die Resolution zu timmen, nicht aber irgen eine p antastifcbe Meinung über die wirtschaftlichen Aussichten der Kolonie. Jeßt hat'sicb die Situation doppelx geändert. Nicht blo durcb Morengas Beseitigung, den uns der Re rerun svet- treter a erdings als Rinaldini mit allen seinen (bre nissen schilderte, eine Schilderung, die silb je t als außerordentlich über- trieben herausstellt; auch ist ja statt orenga schon .der Rabbiner- sobn aus Posen aufgetaucht, den Obersten von Deimling in richtiger Erfaffun der Situation sofort in der Kommission aufmarschieren !ieß. möchte Za den stammverwandten Gefühlen des Abg. Arendt nicht zu na e treten, aber es ist doch eine offene Frage, ob man den Abraham Morris so hoch einschätzen so!]. Man foil uns doch nicht mehr mit diesen ZHoitentottenfübrern graulich machen. Die Hottentotten legen fich] altte tamentlicbe Namen bei, wie bei uns die Juden den Namen Siegfried usw., um sich einen alot- germaniscben Anschein zu geben. Nur die Händler haben em großes Intere e daran, daß die Truppen möglichst lange dort bleiben. s werden dort monatlich 12 Millionen verausJabt, und das soll womöglich jahrelang dauern. Für diesen Krieg kommt die Bahn unter allen Umständen zu spät. Die Bahn könnie erst in zwei Jahren provisorisch fertiggestellt sein. Wa t irgend jemand zu bebauvte'n, daß in zwei Jahren noch von einem riege die Rede sein wird bei diesen paar Hundert Hotteniotten? Von einer wirtschaft- lichen Bedeutung diesks Gebietes kann vollends nicht die Rede sein. Es fragt sich nur: ist für die Fortführung dieses Krieges die Babu notwendig oder nicht? Diese Frage muß verneint und die Bahn rundweg abgelehnt werden. ,

Abg. Dr.?? ab n (Zentr.): Ich möcbte Sie auch bitten, die Bahn abzulehnen. n Vorarbeiten ist bis jetzt sebr wenig gejcheben. Wir haben nur Mitteilungen der Firma Lenz vor uns. Wir tappxn bier

anz im Dunkeln. Darum kann ich die Verantworturr fur den Bahnbau nicht übernehmen, Von den bewilligten 77 Mi ionen sind schon monatlich 12 Millionen aus egeben worden und man spricht jexzt bereits von neuen 100 Mili onen. Gewiß befindet sich die Kolonialverwaltung in einer mißlicben Lage, weil die Militar- verwaltung die Gelder ausgibt. Die Truppen mußtsn so chnell wie möglich zurückberufen werden. Mit der wiriscba tlrchen edeutung der Bahn brauchen wir uns 1th nicht zu beschaftigen.

Steüdertretender Direktor der Kolonialabteilung des Aus- wärtigen Amts Erbprinz zu Hohenlohe : Langenburg: Meine Herren! Es ist eben darauf hingewiesen worden, daß das Material, welches die Kolonialverwgltung zur Beqrundung dieser Forderung dem hoben use mrigeteili hat, nicht ge- nügend wäre. Ich gebe zu, da dieses, Material einer Vervdll- ständigung an und für sich ja wohl bedürftig wäre. Aber, wenn nicht abgewartet worden ist, bis wir alles Material beisammen batten, das wir bei längerer Zeit. bätten zusanzmenbringen konnen, wenn wir dem Reichstage diese Vorlage schon „tm jesigen Zeitpunkt gemacht Haben, so ist das nicbt etw;r *ein letcbtfinm es Verhalten der KolonialVerwaltung gewesen, sondern diese batte da'ei die Ueber- zeugung, daß es zunächst darauf ankomme, in die Mögitcbkett verseßt zu werden, den Bau im unmittelbaren Anschluß an dre VoÜendun der Babu bis nacb Kubub fortseßen zu können. Es war, wie gu in der Desrkschrist ausgeführt ist, die Absicht, nach Anforderung dieser ersten Rate dem Reichstage vollständigeres Material vorzulegen; es hätte ja im Herbst der Weiterbau fich noch nicht sehr weit vortreiben

[affenz es hätte also dem Reichstage noch freigestanden, _fich Weitere Entschließungen Vorzubebalten auf Grugd ausfuhr- licherer Unterlagen. Hier kam es uns zunachst darauf

an, die Möglichkeit zu haben, so bald gls möglixh weiter zu bauen, und zwar in einer Weise, die uns die Verproviandkrung ,der Truppen ykrbiliigt hätte. Ich habe auf diese Verbilligung bereits hingewiesen und gesagt, daß selbst bei einer erbeblickpen Verminderung der Schußiruppe für die Verpflegung des verbleibenden Restes die Bahn dem ReichSfiskus wesentliche Ersparniffe bringen würde. Auch wknn die Bahn nicht ganz fertig gestellt ijt, so bedeutet do jedes Kilometer, das in Betrieb genommen wird, eine Ersparnis. Die e wird nicht erst nach 18 Monaten nach dem Beginn des Baues eintreten, sondern bis zu einem ewiffen Grade schon vorher, weil eben jede fertiggestellte Stricke so ort für die Transporte in Betrieb genommen werden wird. Der Abg. Dr. Arendt hat bereits darauf bin- gewiesen, daß die Kolonialveertung zu ihrem Vorgehen auch dadurch ermutigt worden ist, daß im rinzip in den Resolutionen, welche,die Budgetkommission und das lenum mit bezug auf die Vorarbeiten Yfaßt haben, sich eine Geneigtbeii des Reichstags aussprach, auf den

an dieser Bahn einzugeben. Ich möchte hierauf _noch einmal ganz besonders hingewiesen haben zur Rechtferti- gung unseres Vorgehens. Auch das möchte tch noch einmal

besonders bitdnkn, daß, wenn eine Verminderung der Schu - troppen gewünscht wird - und die Regierung wünscht dies ja n demselben Maße wie der Reichstag _, dies eben auch davon abhängt, daß die Zufuhr erleichtert wird, daß wir nicbt diese unendlich große Anzahl von Etappentruppen brauchen, die wrr jeßt nötig haben, um ein verhältnismäßig kleines Kontingent am Feinde zu halten, die Etappen, die auch notwendig werden würden, wenn wir zur Verteidi- gnrg des Gewonnenen eine kleinere Anzahl von Truppen im Süd- distrikt noch halten müffen. Je schneller die Bahn vollendet wird, um so bälder wird es uns möglich sein, diese Etappenlinien zu ver- mindern, eine Ersparnis an Truppen in dieser Beziehung eintreten zu laffsn. Nun ist von verschiedenen Seiten wikder behauptet worden, daß das Schutzgebiet ein Objekt von sebr gerianem Werte sei. Demgegenüber möchte ich doch daraufhinweisen, daßd eAufwendungen, die zur Niederwerfung des Aufstandes gemacht worden sind, doch mit Genehmigung der Majorität dieses hoben Hauses ge- macht worden sind. Wenn es sich nur darum gehandelt hätte, dem Deutschen Reiche eine Wüste in Zößerem Umfange als demjenigen Deutschlands zu erhalten, dann alte es weder die Re- gierung noch der Reichstag verantwortet, derartige Unsummen hinein- zustecken, um die Aufstände in diesem Gebiete_niederzuwerfen. Ick glaube doch, daß auch die Vertreter des deutxcben Volkes, als sie

diese Summen bewilligten, der Ansicht waren, daß es sich darum handelte, dem Deutschen- Reiche ein Ob- jeki zu erhalten, welches doch immerhin von einem

Lewiffen Werte sei, dessen Zukunft nicht eine durchaus verzweifelte ist. Ich bin ja, als diese Summen angefordert wurden, noch nicht in meinem jeßigxn Amte gewesen. Als ich aber das Amt antrat, so trat ich es in der Ucberzeu ung an, daß die Schwierigkeiten, die mit der An- forderung so ober Mittel beim Reichstagde Verbunden waren, daß die große Verantwortung, welcbe ie Regierung über- nommen hatte dem deutschen Volke g? enüber, und die ich durch Fortführung dieses Amtes aurZ mit übernommen habe _ daß die Verantwortun für die Aufwwdung so großer Summen doch nur deshalb von egierung und Volksvertretung über- nommen sei, um dem Deutschen Reiche ein Objekt zu erhalten, welches in Zukunft reellen und ideellen Nuyen bringen könnte, indem es einer hoffentlich immer wachsenden Anzahl von deutschen Anfiedlxrn die Möglichkeit bietet, deutsche Kraft, deutsche Er-

werbstüchtigkeit in, einem entfernten Landstriche nicht nur dadurch zu belangen, da sie ihr Leben, ihr Vermögen ovfern, sondern auch dadur , da sie Werte schaffen, die dem

Reiche zunu : kommen. Das it das einzige, was diese enormen Summen re tfertigen kann. Wenn das nicht der al] wäre, glaube ich, könnte man auch nicht davon reden, daÉ die E re des Deutschen Reichs es gebietet, das Erwvrbene festzu alien. Gewiß ist es ein politi ck)er Grundfos, das; man nur für dasjenige sich einsetzen soll. was einen ert bat. Dieker Grundsaß war von vornbrrem maßgebend, seitdem nach Ausbruch des Aufstandes die ?roßen Mittel in die Kolonie hinein- esieckt wurden, und dieser Grund Y leitet auch die Re ierung, wenn ße jeßt, wie ich zugebe, in spater funde an Sie noch nforderungen * teilt, die zu genüSgen ich Sie drm end bttten muß. Abg. vo n taudy s(dcb kon „:s Sehr mit nrecbt ist dem Abg. 1

Arendt vorgeworfen, daß er in p antastiscben Illusionen bewegt. Ich

bedaure sebr, daßdiejMeHrheit 'der Kommission sich von dem Wege der Re ierun sv ; entfernt, hat. Mxine politischen Freunde sind ja kein? Ko OUWK, sieben

einfach auf dem Stand- m den verbündeten Regierungen ein- _' K in dieser Situation tun, was vernünftig „_ 'das uns nicbt obne Eindruck geblieben, das; zu diesem, Zweck so ge Summen aufgewendet werden mußten, aber wir dülfén dgs-E , _ nicbtüßefäbrden. Anderseits stimmen wir mit den andere'nP'akkeien darin' erein, daß so bald wie möglich die überflüssigen Truppen aus diesem Schuß ebret zyrückgezogen werden. ür die vorhandenen rappen m en Stußvunkte durch eine isenbabn vorhanden '_ *Dadur werden die Kosten des Trans- ports und damit der rm vermindert. Vor allem aber: Es handelt sich bier um das lu unserer deutschen Brüder. Arzf den Süden der Kolonie können wir n tvexzichten. weil dies bet den j igen Unruhen einfach nicht ich ist. Es würden sich dort uberbanden bilden müßt Zu; aus den Nachbargebieten und unser Schutzgebiet beunrube _ «en wir re tzettig das Nöii e auf- gewendet für die Ko nien], so wäre der ufstand gar nt t aus- gebrochen oder sehr bald unterdrückt worden sein. '

Abg. Dr. Semler„.(nl.): Mit den Vorrednern sind am!) meme Freunde und ich bete u sparen. wir mußten mcht bei der Reichs-

nanzreform mitgewi b um nicht den_ festen Willen zu haben, dafür zu sorzzen daß 1) e ittel ni t, fur eine dauernd blutende Wunde aufge racbt sind. wie die inge Zekbliegen beißt den Süden von Südwestafrika räumen„ Südwe tafrrka : umeu, wäre zu erwägen, ob wir, wenn wir vor neuen Tatsachen ständen, dazu kommen würden, Südwestafrika aufm eben. Es ist aber etwas anderes, ob man ein Land neu okkup ert, oder ob man sich aus einem in *enommenxn Lande zurückzieht. Es sind 300 Millionen auf ewen und es ist viel zu viel Blut geflossen, als daß die Sache so cbmbaft behandelt werden könnte, wie von dem . Ledebour. Man annzwohl [Fett, wir wbilen die Truppen jeyt zurü - ziehen aber es ist sebr viell cbter, allmahlich 17000 Mann binaus- zuscbi en, als e mit einem Schlage oder auch nur in erheblichen Quanti- täten zurückzu olen. Was hätten wir denn, wenn wir unsere heutigen ErfahrunÉen zu Rate _zieben, damals, als der Aufstand ausbrach, tun sollen? 6 wäre s on für die damaliZZ Zeit überaus erwünscht ge- wesen, daß an der piße des ganzen olonialwesens ein Mann ge- standen hatte, der nicbt nur die Sache aus emer eigenen längeren Erfahrung heraus beherrschte, andern auch die Stellung gehabt hätte, nötiZenfalls an Allerböcbf _ Stelle zur Geltung zu kommen und dem aiser zu s en, es näht nichts, 17000 Mann hinaus- zusenden; um emen eg zu fuhren, fehlt mir eine Landungs- sielle, ein afen, fehlen mir VerkehrSwe e und Eisenbahnen. Vielleicht ware es vom heutigen Standpun aus besser gewesen, mit der Sühne nicht so schnell zur d zu sein. Ob Krieg efübrt werden' soll, darüber

ie nicht. Eine einfichtige Leitung hätte vielleicht voraussehen können, daß die Dinge so kommen mußten. Wir hätten es von den Engländern lernen können und von den Franzosen, da sich immer der Ausbau von Verkehrsw und Ba nen an die osonisierung anschlie en muß. Leider haben 1; das nicht gewu t, aber wenn wir es noch ni iaelernt babeti, so sollten ck uns die 300 illionen klarmachen. Heute müssen für den Transport 2 Millionen auf ewendet werden, jeder Mann kostet 10000 „ji Wenn Sie die Ba n auch nur bis zum Kilometer 145 fertigstellen, so haben Sie nur noch mit einer AuSgabe von 3,3 Millionen zu rechnen, haben also schon im ersten Jabrx gegenüber den Transportkosten über Kapstadt in Höhe von 9 Millionen Mark eine Ersparnis von etwa 6 Millionen. Wir müffen Uns klar machen, mit weltben Preisen wir dort zu rechnen haben. Ein Sack Mehl, der hier 30 „ja kostet, kostet dort 280 .“, eixte Flasche Bier 5 bis 8 „FC, em ac! Streichhölzer 50 „z. Sollen wir aus all den Vorgangmgax ncbts lernen ? Einmal schien es so, als soliten wir auf den richtigen Weg elangen, als nämlich die Resolution gefaßt wurde, die Babu von L derivbucht nacb Kubub zu bauen und für den Bahnbau _über Kubub hinaus zu Vorarbeiten 200 000 „sé zu"bewilli en.- Wrr können nach meiner Ueberzeugung nicht den Englandern Geschäft überlassen und es ihnen nicht überlanen, in unserem Lande Ruhe zu halten. Wird die Bahn nicht gebaut, so müffen wir damit rechnen, daß der Aufstand auf englisches Gebiet überspielt, und da - die..:Eogländer die rage an uns richten, ob wir nicht Ru e tn unserem Lande* alten wollten. Wenn man die Ueberzeugung bat, die Babn muß scbließlicb doch ge- baut werden, warum dann der Aufschub? Der Abg. Spahn hat durch- blicken lassen, daß er bei genauer Kaikulierung die Forderung noch einmal in EWagung ziehen wolle, aber ein Etatsjabr macht viel aus. Das Material ist dam! nicht mehr so vorhanden, als wenn wir jeßt zum Bau schreiten. Bis 1th babe ich vom Zentrum auch nur Hoffnungen und verklausulierte Dinge ?ebört. Ick bin überzeu t, daß wenn wir heute die Babu bewiliigen, w r die bündige E-klärung ekommen können, daß im Laufe des Etatsjabres 5000 Mann zurückgezogen wxrden können infolge der Dislokationsfäbigkeit der zurückbleibenden T-uppen. Das würde eine Ersparnis von 45 bis 50 Millionen sein. Die Bahn ist ein Ersatz für eine Anzabl Truppen. Ick) berufe mich auf das Zkugnis des Obersten don Deimling. Das Zentrum hat, wenn ii: Bahn abgelehnt wird, die Verantwortung für die Folgen zu tragen. Wenn der Abg. Ledebour gemeint hat, wir wollten wohl das deutsche Volk glauben machen, daß da ein wirklicher Krieg bestände, so gebe ich ihm die Frage zurück,. bat er denn nccb nicht aus den Verlustlisten gelernt, daß da ein wirklicher Krixg besteht? Diese Zahlen reden da eine viel ernstere Sprache, als ich sie bier zu sprechen dermag. Wir wollen die Baba aucb nicht für einen künfti en Krieg, wie der Abg. Ledebour vermutete, wohl aber, um kün ige Kriege zu verm:iden. Wir wollen doch wenigstens, wenn wir im militärischen Sinne ab- bauen, so abbauen, wie jeder ute Soldat es tut, unter gleichzeitiger Enlfaltung einer gewissen Ma t, dann werden wir die 300 Millionen weni stens nicht ganz „umsonst hingegeben haben.

berst v o n D e r m l i n g : Ich gebe in einigen Tagen wieder bin-

aus nach Südwestafrika. (Zuruf von den Sozialdemokraten: Glückliche Reise! _Glocke des Präsidenten.)

Prasident Graf Balleftrem: Jeb bitte, solche Zuruf: zu unterlassen gegen einen Mann, der sich solche Verdienste erworben bat, wie der Herr Redner.

Obersivon Deim ling (fortfahrend): Ich hoffe, daß ck mir gelingen wird, mit den Banden, die jetzt noch im Felde sieben, und ubrigens als ,so minderwertig, wie der Abg. Ledebour meint, ar nicht zu taxieren sind, fertig zu werdkn, sie zu unterwer en. Aber guck) dann noch, wenn dies gelungen sein wird, wird immerhin auf langere Zeit eine stärkere Besatzung im Süden notMudig sein, denn wir en den Süden weiterhin erhalten, und zwar „gegen dre Ge abr, die immer drobt, daß der Aufstand 'ederzeit wieder aufflickern kann. Ick erinnere an das, was ick) icbon früher bier gesagt babe, daß nämlich die Eingeborenen eine auffallend gerinae Zahl von Gewehren abgegeben haben in der offenbaren Absicht, spätxr einmal bei gelegener Zeit, wenn die Truppe zu früh zurückgezogen wird, sie auszugraben uxd den Aufstand von neuem zu beginnen. Und diese Gefahr droht um so mehr, als ringßum je t in ganz Südafrika die äthiopische BeWe-grmg in hellen Flammen ste t. Deshalb wird auch, nachdem der Krieg beendet sein wird, immer noch eine stärkere Truppe im Süden bleiben müffen, es sei denn, daß wir uns entschlöffen, den Süden ganz aufzugeben. Das halte ich aber für gänzlich ausgeschlossen. Denn erstens würden wir Hunderte don Existenzen, von Farmetn, Vernichten, die jest östlich und südlich drr Karrasberge wohnen' wir würden ferner unser ganzes ;prestige dem Ausland gegcnübsr prengeben. Was soil denn das Aus- and denken, wenn wir jetzt, nachdem wir qesieat babxn, uns timide und schwächlich zurückziehen würden! Die Einbuße, die wir an Ansehen erleiden würde unendlich viel sÖWerer wiegen wie die AuSgabe für den Vabnbau. Solange ick) die Ehre habe, das Kommando draußen zu führen, wird der Süden nicht aufgegeben, es sei denn, daß Seine Majestät der Kaiser es wünscht, der allein darüber zu bestimmen hat und sonst niemand. Wenn es feststeht, daß nach Beendi ung des Krie es eine starke Besavung im Süden blei en muß, so it es klar, da wir die Truppen auch verpflegen müffen. Die Ver-

punkt, den der» _ geskbla en bat. Wk?! ' und e orderlicb ift.

ben w nicht zu entscheiden, auch-

pfiekzung kann auf zweierlei Weise erfol en: entrveder durch die en ische Regierung wie bisher, oder du die Eisenbahn, die von J nen erbeten wird. Was die englische Verpflegung anlangt, so will ich Ihnen zur näheren Ausführung dessen, was der Abg. Dr. Semler erwähnt bat, ' paar Beispiele anführen. Es kostet eine Flasche Numé die von Deutschland über Lüderißbucbt nacb Keetmansboov kommt, im „Na azin zu Keetmansboop 1,70 „M Die Flasche Rum aus

englischer Very egung kostet im M axin zu Warmbad 12 ckck Der

Zentner Hafer aus Deutschland ko tet im M ajin Keetmansboop, 40 ckck», der Zentner Hafer aus England im * agazin Warmbad 70 „M und er ift zudem noch schlecht. Es isi ganz klar, daß auf diese Weise ganz ungeheure Summen in das Kapland fließen, das Geld wird binaukgeworfen, nicht "einmal auf die eigene Straße, sondern auf die der Engländer. Wenn Sie nun nach Hause kommen, werden Sie sagen: Wir haben euch Wählern bier 5 Millionen für die Eisenbahn erspart, dann sagen Sie den Wählern aber auch, daß Sie viele Millionen mehr zahlen müssen für die englischeVervfle ng, Das bitte ich Sie nicht zu ver essen das ist der springende Pun tder Sache. Es hat san der Abg. yÄrendt angeführt, daß der Kranken. bestand draußen e erschreckende unabme erfahren bat, wir haben jetzt so viele Kranke, wie noch me seit Ausbruch des Aufstandes.- Das liegt an der mangelhaften Verpflegung. Die Leute draußen be." kommen nichts als das Notwendigste zur Ernährung: Reis, Mehl,- Comedbeef. Jedes Genußmittel bis auf den RotwÜn, das die Leute zu ihrer Erfrischung noiwendig haben, kommt nicht mehr dorthin? Soll ich Ihnen erst em paar Hungerleicben auf den Tisch des Hauses legen. Gewiß muß gespart werden, ich bin ebenso gut Yatriot wie Sie, und ich gebe hinaus, wie ick) dies schon

der Vudgetkommisfion versichert habe mit der ernsten heiligen Absicht, meinem Vaterlande diese koloKUen Kosten zu ersparen, wo es lich ist. Sie können si darauf verlassen, daß, soweit die Lage es g iattet, ich mit 'der HYmsendung der Truppen beginnen werde. Wenn aber der Abg. Dr. Semler von mir die Nennung einer bestimmten Zahl verlangt, dann sagen Sie mir erst, daß Sie mir die Bahn bewilligen. Es ist doch ganz klar, daß der Bahnbau in erster Linie die Zurück|endung der Truppen begünstigt, Es muß bei der jekigen Art der Heranschaffung der Ver- pflegung jeder einze ne Ochsenwagxn mit einer stärkeren

Truppenzabl edeckt werden, damit er nicht vom Feind überfallen wir . Alis diese Bedeckungen würden weLfallen, Wenn Sie die Bahn bewilligen. Das tritt nicht e

rs ein, wenn die Bahn fertig ist, sondern schon während des Baues. Mit jedem Kilometer werden Truppen überzählig; datum schnell die Bahn bauen! Was soll ich den Truppen sagen, wenn ich hinaus- komme? Soll ich sagen: der Reichstag t die Babu bei Kubub im Dreck stecken! Nein, geben Sie mir die ewißbeit, daß die Bahn gebaut wird.

Abg. Dr. Müller- Sag an (fr. Volksp.): Ich glaube, die Sprache des Obersten von Deimltng ist wedersemer noch des Deutschen Reichstags würdig. Wie kann ein Regierungskommiffar es wagen, vor diesem Hause zu erklären: Sie mögen beschließen, was Sie wollen, der Süden wird nicht aufgegeben werden! Wenn" so ein Herrscher spricht, so kann man fich das gefallen lassen. Wenn aber bier in diesem Hause ein Offizier es wägt, sich in solchen Ausdrücken zu be-_ wegen, so ist das kein Parlamentarismus mehr, sondern Soldateska. Wie kann der Oberst von Deimling es wagen, uns einen Handel anzubieten! Er sagte: Bewiliigen Sie mir die Bahn, dann werde ich Ihnen sagen, wie viel Truppen wir zurückziehen. Entweder es liegt im Jntereffe des deutschen Vaterlandes, die Truppen dort zu laffen, dann werden sie dort bleiben, gleichgültig, ob die Bahn bewilligt wird oder ni t; wenn sie aber zurückgezogen werden können, dann müssen : zurückgezogen werden, Herr Oberst von Deimling, ob Sie es wollen oder ob Sie es nicht wollen. So viel zu dieser Rede, die farblich nichts Neues bot. Der Aba. Arendt machte meinen politischm Freunden den Vorwurf, daß sie in dieser Frage mit dem Zentrum stimmen. Nun, von ibm lassen wir uns nicht übertölpeln. Wenn Sie wünschen, daß wir hier nicht mit dem Zentrum (stimmen, dann stellen Sie gefälligst Vernünftige Anträge. Wenn die äthiopische Bewegung ma gebend sein sollte, dann würden wir die Truppen nicht 10, sondern v elleicbt 40, 50 Jahre dort [affen müssen. Sie, meine men von der Steuermebrbeit, Haben die schwächsten Schultern elastet mit Steuern. Und _was ist der Er- folg? Kaum smd die Steuern unter Dach, so kommen die Kolonial- entbusiasten und kehren mit einsm riesigen Besen alles biraus, was Sie geschafft haben.

Abg. G r 6 b e r (Jenin) :_ Wenn der Obersivon Deimling seine Rede lesen wird, wird sie ihm wenig gefallen; er wird vielmehr einen großen Schrecken bekommen. Es war nicht gut, nach Ton und Inhalt, in dieser Ari im Reichstage zu reden. Der Kollege Semler erklärte, er glaube mcht an die Reduktion der Truppen, solange wir nicht_ die Bahn baden. Die Kolonialvertreier haben uns aber in der Kommi1swn gesagt, der Oberst von Deimling gebe gerade nach Deutscb-Südwesiafrika, um über die Reduzierung der Truppen ein Urteil zu gewinnen und mög- lichst bald damit zu beginnen; freilich könne uns ein bestimmlet Termin nicht ange eben werden. Der Abg. Semler meinte aber weiter, es würden 5000 ann zurückßezrgey werden, wenn die Bahn bewiliigt würde. Der Abg. Semler sche nt alxo in wunderbar auter Füblung mit der Kolonialderwaltunq zu sieben, und ich unterstelle so ar die Rich- tigkeit der Ziffer. Aber ich sage mit dem Kollegen * üller-Sagan, wenn diese 5000 entbehrlich find, müssen sie zurückgezogen werden, auch wynn die Babu nicht gebaut wird, denn sie kann auch im Ryb- bau erst nach 18 Monaten fertig sein. Für den Aufstand spielt dtese Strecke gar keine Rolle. Die Babu nacb Kubub wird ja erst im Oktober im Rohbau fertig; dazu kämen 18 Monate für die Fort- seßung nach Keetmansboop. Sind die 5000 Mann überflüsfig, so müffen sie sofort zurückgezogen werden, mag der Reichstag über die Bahn beschließen, was er wil]. „_ '

_ Stellvertretender Direktor der Khlonialukteiiung des, Aas- wartigcn Amts Erbprinz zu, Hobenlobe-Langenburg: Meine Herren, ich möchte mir nur noch ein Wort erlauben, um ein Mißverständns aufzuklären, welches mir vorzulicgen scheint. Der Oberst von Deimling kai vorhin gesagt, daß, wenn die Bahn genehmigt würde, es möglich sein würde, die Zahl der zurückzuziehen'ren Truppen anzugeben. Mir scheint, als wäre dies von mancher Seite dahin derstandcn worden, als folie damit gewissermaßen ein Handelßobjekt genannt sein._ Dem möchte ich aber entgegentreten und sestftelien, daß zwischen dieren beiden Dirgen drch ein innerer Zusammenhang besteht. Wenn wir nämlich die Bahn bausn können, so sparen wir an Etappentru psn, wie ich vorhin schon zu bemerken mir erlaubte, und wenn wr mit der Sigberbkt reYnen könnten, daß die Bahn gebaut wird, so könnten wir an die em boden Hause angrben, mit welchen Faktoren wir in bezug anf die Zurückziebung der "Truppen rechnen könnten, welcbe Zahl von Truppen wir in der nächsten Zeit von dort urücknebmen können. Das ist der innere Zusammenkung, der zwis cn der Bewilligung der Babu und der Möglichkeit der Angaben einer_ „be- stimmten Zahl urückzuziebender Truppen besteht. Im ubrigen möchte ich amis) hier wie in der Kommission noch einmal betonen, daß von einer Belaffun der 15000 Mann, die wir da draußen haben, auf die Dauer ni t die Rede sein kann. Von vorn-

bxrein sind Truppm in so erheblicher Mrnge nur binausxzesckiickt worden, um den Aufstand zu bekämpfen. Wenn der Außtand bekämpft isi - und er hat ja wesentlich an Starke abgenommen -, so wird auch eine Zurückzrebuns eines erheblichen Teils der 15000 Mann möglich ein, und „zwar. wie ich glaube, in allernäcbster Zeit. Ich möchte ie noch emmal bitten, meine Herren doch das Vertrau_en zu der Verwaltung sx! be en, daß es idr Beitreben ist, in tunlich1ter Bälde und m Zunlichkk boYem Maße diese Zurückziebun vorzunehmen, wie das ja schon

erklärt und von dem Abg. röber eben noch einmal zittert worden ist. Ich möchte doch noch einmal darauf hinweisen! Es hat ja kein Mensch auf seiten der Re ierung irgend etwas _davotz- einen Mann mehr draußen zu [asien als unbedingt fur die Sicherheit des Schutzgebietes richtig ist. Von der Sicher kt dcs Sebuvgebietes muß es abhängig gemacht werden, wieviel

&

zurückzirben können, wieviel Truppen wir

Txurpén Wik . . , . draüß?" bebaltxn sonen. Fur die Verwaltunggft es ja doch eine täg- lich Plage, mit solch u_n ebeuren Kysten dre Erpäbrung der zahl- reichen Truppen durchfg ten zu muffen, immer wieder vor ren Reichstag treten zu mussen 'mit Nachtragsforderztngen usw. Ich glaube deSbalb, daß 95 doch ern unberechtigtes Mißtrauen ist, wenn

angendmmen wird, wir wollten. nun zum Vergnügen oder zur Verfolgung von Plänen, dre man hier nicht miiteilen darf, Truppen draUß?" lassen, die wir dort nicbi brauchen. Wie Sie sich nun heute in der vorlie enden Frage entschließen werden, das steht dahin, und darauf habe ck keinen Einfluß. Nur ein!?] möchte ich Sie bitten, von „i, „„ glauben, daß :ck es „an jeden Fall als patriotische Pflicht emvünke, alles zu tun, was [ck kann, urn dein Reiche die furchtbar ck;an Ausgaben zu erleichtern, die ihm in Südwestafrika auf- exjxgt worden sind.

Von den Abgg. von Normann“, von Kardorff und Bassermann tft namentliche Abstimmung beantragt.

Abg. Ledebour (Sox : Der Abg. Semler hat mit vorgeworfen, Z(hbätte eine ernste Frage_s daft behandelt. Ja, auf diese Art der Befürwortung wardas 1311110116 681“- saiiram uon Jcrjbsrs, war die Satire die einzig richtiae Antwvrt. Das Angebot des Sebacbers hat mit Recht allgemeine Entrüstung hervorgerufen. Der Abschwächungs. vecsu des stellvertretenden Kolonialdirektors bat dre Sache nur mschimmert; denn wenn es von der Bahn abbänxzt, daß die Etappe verringert werden könne, dann kann diese Verringerung doch erst „ck Fertigstellung der Bahn eintreten! Auch der Kaiser ist nicht Selbstbsxkskhkk aller Rensen, sondern, xmf dem Papin wenigstens, ein konstitutionelle: Mongrch. Von einem solchen Kaiser hängt es ujcht allein ab, was in Südwestafrika geschieht, sondern es hängt von dem Zusammenwirken von Re ierung und Reichstag ab. Daß der Oberst von Deimling sich aber erlau n konnte, in dieser Weise zm zu sprechen,_liegt _daran, daß die Mehrheit ihn in den Glauben S_Uiegt dat,er wurde fur alle seine_ donnernden Reden Beifali erFlten. „Min Auftreten erinnert an Casa: oder Boulanger. Der berst v.“ Deimling ist aber zehnmal s [immer als Boulanger. Er erwartet wodlLob vom Hofe Präsident xaf von Ballestrem: Sie dürfen uicht einern Konrmi ar_ der verbundeten Reaierungen Motive unter- fchieben, dre er i_UÖt“ gxaußert bat; ich bitie Sie, das zu unterlaffen!). Man brauchte iiber eine solche Farce nicht ein Wort zu verlieren, wenn es. nicbt ein Symptom des persönlichen Regiments wäre. Wir haben bier dte Handlanger des per önlichen Re iments. Sie (rechts) lassen fich alles bieten, wenrr nur hre agraris n Interessen gewahrt werden, wenn aner) nur die Taschen gefüllt werden. Dann können die Volkscechie rubrg verschlechtert werden. Den absolutistischen Regungen muß ein Ende gemacht werden.

Abg. Stb r a der_(fr. Vgg.): Wir haben nicht die Ueberzeugung ewonneu, daß es richtig wäre, in einer so späten Stunde eine so ge- ?äbrlick): Bewilligung zii mae'ben.

Damrt schließt dre Diskussion.

'In zigmentlicbxr Abstimmung wird die Forderung von fünf Millionen fur den Bau, der Bahn mit 186 geFlen 95 Stimmen abgelehnt, 2 Mitglieder enthalten fich der b- stimmung.

Sodann wird über die angelegenheit verhandelt.

Referent E r z 5 e r g e r (Jenin) bebt hervor, daß die Kommission mit Rücksicht auf die Erleichterung der Anfi-Zdlung für An ebörige der S-cbußtruvpez: und für Landwirte die oben mitgeteiite rweiterung des Disposittvs für erforderlich gehalten hat. Für die Besiedlung komme nach der Meinung der Kommission zztrzeitlediglicb das mittlere Gebiet der Kolonie in Betracht, Eine Entjcbädigung an die Farmer für die wgenannte Nachzucht zu gewähren, babe die Mehrheit der Kommission sich nicht entschließen können. Mit den bereits bewilligten 5 Millionen seien etwa 40 9/9 des Schadens vergütet worden.

Stelldertreiender Direktor wäriizen Amts, Erbprinz zu

Farmerentschädigungs-

der Kolonialabteiiung des Aus- Hobenlobe-Langenburg: Min? Herren, auch die verbündeten Regierungen hätten gewüxsckyt, dem Reichstage bei Vorlage diefes Ergänzungsetats ein axsgiebigeres Material mitteilen zu können. Wie anen bekannt ist, 'm eine Kommission schon seit mehreren Jahren damit béschäftigi, den entstandenen Schaden im Schutzgebiet festzustellen und zu er- mit:;ln, inwieweit den Geschadtgten eine Vergütung zu Teil werden muß. Diese Ermittlungen nehmen die! Zeit in AUWWÖ. Anfanas batte die Kommission mit den ganz un- ?eordnxten Verbältniffen des Schußgebiets zu kämpfen. Sie onnte sich nicht überall binbegeben, wo der Aufstand noch im Ganze war, und infolgedxffsn wurden ihre Arbeiten wesentlich dsr- xözkrt. Wie bereits vom «x)zrrn Berichterstatter gesagt worden ist", Und einem Teil der Geschädigten Summen aus den verwilligien Joris auSaezablt wdrden. Die Kommission hat ein umfangreiches „ernmaterial über die Sache gesammelt. Für jeden Fall mußte ein etgsnes Aktenstück angelegt werden, um genaue Berechnungcn auf- fixiikn zu können, und da die Tätigkeit der Kommission noch nicht xsiitg abgesiblcffen ist, da noch Nachprüfungen zu veranstalten find, w war es nicht möglich, dieses- umfangreich Akiknmaterial hierher zu

senden. Es smd woi'l Berichte 'der Kommission eingegangen. SIe Ürd tsilweise in die Denkicbnft verarbeitet, teilweiss, sowsit Denkschrift

m' aus früherer Zeit stammxn, als Anla : der kkxzelsgt. Aus diesen Schriftstücken ergibt ?icb, meine Herren, kak; Vergütungen insoweit verteilt smd, als sie die Ansiedlex not- wxndig brauchten, um ihren LebenSunierbalt während der Aufstands- M zu tristen. Sie können sich denkxn, das; in dieser in7, wo das Zams Land in Unruhe war, von einer Wiederaufnahme der Be- iieklxrkg nur in ganz beschränktenx Maße die Rede sein konnte. Es bai sehr bald, nachdem der Aufstand im Norden beendet trat, eine thdsraufnabme der Besisdlung stattgefunden. .Die Gelder, die vom Reichstag bereits bewilligt waren, sind teilweise an solche Unükdler gezahlt wordxn, die dort ihren Betrieb wieder be- cnncn haben. Andere Anfiedlkr waren aber dazu nicht in_ der aqe,_ und wenn ihnen nicht dcn sertezr d_er Kommiision skiviien worden wäre, so wären_ sie überhaupt mclxt,m der Lage ge- wéikn, draußen ihr Leben zu fristen. Es sind Beihilfen gn fie ver- txxit worden, teilweise, um "vorübergehend Handengestbafte zu be- st!,neri, die sie in d'en Stand seven sollten, fick) so lange du“?- luzkile'i, bis fie ihren Betrieb wieder anfan en könnten, ,teilweise baden fi: fich mit dem Gelde Wager), angeschc- t, um dann: Trans- vorxe vorzunehmen. Andere wieder jmd m den Stand gefaßt worden, ibxe Schulden abzuzablen, damit das Kredttwesxn in der Kolonie mozlicbst bald wieder auf eine gesunde Basis kame, und nicht_ein Yzemeiner wirtschaftlicher Ruin 'in dem Sckru gebiete xintrate. Co liegen zur Z-it die Verhältnisse. Meme tren, die An- stkkler, die tbr Gut wädrend des Aufstandcs dcr- loren baden, ihr Vermögen daran gesevt haben, find so lange durchgehalten worden, bis sie in der Lage, waren, mrt Hilfe der ,"chsbcist€uer einen neuen Betrieb zu beginnen. Nun rst neylub lkr bei der ersten L sung schon betoni worden, daß„ein Wiederxxufbgu der Kolonie Ohne Farmer nicht möglich tft, ferper, daß bauptiaxbltcb solch: Ansiedler in Betracht kommen fur den roirtycbxftlicben Wieder- UUFdau, bksonders in der ersien Zeit, die schon draußen, Erfahrungen eiammelt bab-xn und den jungen Ansiedlern mtt _Rat uiid t beistehen können. Das sind eben nur die, die bereits vl?! dem Aufstande dort waren und wiffep, mit welchm Schwierig- ertxn man dort zu rechnen dat. Wird nun diesen nicht dre Mogiickrkeit gegeben, ihren Betrieb, rxchk„baid wieder zu beginnen. nn müffen wir mit der Wahrscheinltckokett rechnen, daß ein großer T_eil dieser tüchtigen Elemente die Kolonie wieder verlaßi. _Das ist Uni): nur eine persönliche Vermutung weinerserts, sondern eme Fert- sache„ die uns die Kommission mitgeteilt, der Gouverneur befiattgt bar, und die neuerdings auch von Beamten, die (zus dem Schußgebiet omtm'n, aufs neue versichert worden ifi. . Wir hatten, De_nn wir jetzt nicbt energisch helfen, ,damtt zu rechnen, da!; wir den besten Teil des Ansiedlermaiertals wieder verlieren. Ick stehe auf demselben Standpunkt, wie der Herr Berichterstatter

Uses- daß ein Recht der ' , bm deshalb auch ganz kannt einverstanden, d falls das hohe Haus eine Summe bewiliigt, dies unter solchen Kautelen geschieht, daß verhütet, Wilp, daß An- siedler das Geld in einer Weise verwenden, die nicht zugleitb dem Schutzgebiet nützt. Es ist ki" 89111, sympathi- k r Gedanke, wenn man den Anfiedlern, moqltchsi wenig _aares Geld gibt, sondern ihnen Vieb pad sonstigen Invkntarbedarf verschafft,_„ und zwar nicht sofort zurn Ergeutum, sondern ks erst nach einer bestimmten Zeit des landwirtschafklltbm Betriebes in ihr Eigentum übergeben läßt, das; man muh soll!)“ "UU Untxkiküßt- die aus dem Schußgebiet fort egan en sind, endlich 9Uch solche nicht, die irgeniwie durcb schl te ebandlung dec Eingeborenen eine Schuld am Ausbru des Aufftandes trifft- Die Vanüung würde bereit sein, alle sol e Kamelen zur Erganzung der Truberen Reichs- kanzlerverfügrmg zu schaffen, damit die Gewißheit bestehe, daß das vom Reich bewilligte Geld auch wtrklrcb _zum Wieder- aufbau des Schußgebietes vemendet wird und mcht'm die Taschen einzelner fließt, von denen man n!_cht Miß,- wle fie es der- wenden werden. Aber ich halte es fur ein dringendes Erfordernis, rasch zu helfen. Was bisher gewährt worden ifi, bat durch die Un- guast der Zeiten nicht in einer Weise Wendet werden können, die wirklich zum Wiederaufbau des Schußgebietes gedignt hätte. Es ist doch em großer Unterschied, ob man Beihilfen hier im deutschen Vaterlande „__nacb Ueberfchwemmungen und anderen schädlichen Naturerergm en gewährt oder in einen: noch uniultivierten Lande, wo er es noch erst beschafft werden muß, wo keine Anstalten für Kredit bestehen wie bier zu Lande, und wo andere Erwerbsquellen wie Fabrikarbeit usw. einfach ausgeschlossen sind. Wenn man also da auSgtebiaec zu helfen futbt und dem S_Övßgebiet die Möglichkeit schaffen will, wirtschaftlich wieder aufzubluben, so, glaube ich, kann man dies nicht damit bemän eln, daß man sagt, im Deutschen Reich selbst würde bei ("1 nlichem Anlaß wenigcr gegeben werden. Ich glaube, da diese beiden Anforderurzgen: die eben ab- gelehnte Bahn und die eibilfe für den beschleunithn Wisderaufbau des Landes zwei_so wichtige Anforderunßm sind,. daß es nicht mög- lich war,_ sie langer aufzuscbieben. uch dre Rückficbt auf den jeßigen Zeitpunkt, alle die Rückficbten, welche die parlamentarische Lage allgemein fordert, konnten bier nitht ma gebend dafür skin, diese orderrzngen aufzuschreben. Meine en, i empfinde den heutigen ag mitder Ablehnung der Bahn, an falls etwa die jeyige Anforderung dasselbe Schicksal erfahren sollte, als einen der schweriten, der mir im Laufe der sechs Monate zuteil gewvrden ist, in denen ich an der Sviße der Kolonialvermltung siehe. ch babe die Ueberxeugung, daß es sich bixr um Forderungen band t, obne deren Bewilliqrmg das_Schußgebiet, eine ycbwere, auf lange Zeit hinaus wirkende Schadtgung erleiden würde. Aus dieser liebeneugung heraus babe ich durch _ alle „Instanzen bindurch diese Forderungen der- treien beiten, tr_1 der Hoffnung, es gsiingen würde, drxjes schwer gejcbädigte Schuß_gebiet in seiner Entwicklung wieder zu heben. Wenn dieke Hoffnung zunichte werden sollte, dann würde ich es als eine sebr schwiexige Aufgabe empfinden, in wnksawer Weise weiter für die Bedürfnine einzutreten, die uns bier_ beschaftigt baden. Es würde mir schwer werden, nunmebr Vor- schiage'duch für die Zukunft zu machen, wodurch dxm südWest- afxtkanr1chen Schußge ist die Möglichkeit eines Wieder- eritebxns aus seinem harten Schickjal '*zuteil wérden könnte. Meine Herren, ich möchte Six bitten, diese Forderung zu bewiüigen. Mag nun au_ch die Bahn gefallen skin, bier bietet sich noch einmal die Gelegenheit, dem S_(hußgebiet, das so schwer geschädigt worden nt, für Welches das Druijche Reich in der opferfteudigsten Weise große Suwmen verwxndet bat, zu helfen, und zwar rasch zu helfen zu ernst! Weise, die Ihnen vielleicht Millionen für die Zukunft er- kpxren ann.

Abg. Ledeb oyr (Soz.): Wir [ebnen alis bierber gehörigen Forderungen ab., Dre Kolonialserwaltung bat bier nicht so gewirt- xchafiet, wie wir cs erwarten konnten. Die Leute haben Schulden an die Handikr bezahlt und das widersprach den Vorausseßungen, uriter „denen der Reich3tag die 5 Millionen bewilligt bat. Bewiüigen wir die yeusn 10 _Millionen oder auch 3 Millionen, so würden wir jener Mtßwrrlschast nur Vorschub leisten.

_ Abg. von Richtbofe n (d. kons.): Wir können dankbar sein, daß der Oberst don Deimling, mag er auch in der Form gefehlt baden, sich so warmherzig der Tr_uppen angenommen hat. Was die Vorliegende Forderung betrifft, 10 halten wir fie für begründet. Ucbcr die Noiwendigkeit der, En_tschädigurg kann kein Zweifel sein, gur über die Pöbe kann man de_rxcbiedener Meinuna sein. Es handelt 11ch urn Lire Art von Retadlinementsgeldem. Ich kann Sie nur bitten, den Antrag Semler anzunehmen. Ick) kann es für meine erson nicbt verantworten, daß wir das Schußgebiet gewiffermaßen freigeben, ich kann mir auch nicht denkxn, daß das einer im Hause deraniwortm wird. Das Geld soll gewiß praktisch vertrendet werden. Wenn wir aber bloß eine Resolution annehmen, dann geben wir den Leuten Stein statt Brot. Etwas muß entschieden gegkben wcrden.

Abg. Graf v on Arn i m (Rp.): Daß sozablreicbe Meldungen zur Ansiedelung gemacht wurden, isi doch eta Bewsis, daß die Koionieen etwas wert find. Ick) hoffe daß diese Tatsache a::f die Gegner Linen morali1chen Einfluß ausüben wird. Die fick) dort an- siedxindkn Truppen find akklimatifiert u_nd werden wie die alten Römxr eine Schngi_lre, ein Präsidium für die Kolonien bilden. I:!) will mich kurz fanen, da wir, wie ich bbre, uns sebr bald wieder vertagen werden. Ich iitie Sie, wenigirens 3 Millionen zu bewilligen, die zwar viel zu wenig smd für die Farmer, die sicb seit Wochen nnd Monaten in bittcrster Notiasß befinden. Bewiliigen wir die Summe nicbt, so i'": „zu _b_efurchten, daß sie nach Brasilien und anderswodin geben. Ste muUen die liwkeit bab-xn, sicb Vieh zu beschaffen, den (Grand!“tcck der Landwirts aft, und _das können fi? nicht ohne Geld. Sie können sich nicht, wie Münchbautkn, am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziebcn. _Es handelt sich bist nicht um weageworfenes (Geld, sondern um ;xne hochst produktive Anlage im Jntereffe der Kolonie. Das Land wcty, daß, die Lsute sich in schwerer Arbeit bemühen, daß sie zum Tei! „nur thx nacktes Leben gerettet haben. Die Stimmung im Lande Ut ihnen gunstig, und man würde es nicbt verstehen, wenn man sie ganz im Stiche ließe. Das .lang_sam voran“ kann sie ins Verderben stürzen. Ich bedaure, daß der Renks- tag mit einem Mißkkang auseinandergebt, es wäre eine schöne Fat gewesen, wenn der Reichstag den Anficdlern zu Hilfe gekommen ware.

Abg. Dr. Se mler (nl,): (Hewiß wäre es erwünscht, wenn uns die Nachweise geliefert worden wären. J frage aber, wo bleiben die Farmer, wenn wir darauf warten wollten? Mein Antrag soi] dcr Verwaltung die Mittel geben, den Ansiedlern wenigstens einigrrmaßen zu helfen, um so mehr, als nian ihnen von höchster Stelle Hoffnungen gemaeht bak, die jest nicht erfüllt werden.

Der KommisfionSantrag, betreffend _die Bewiuigrzng von 500000 „zz zur Erweiterung des Dtöpofitws, wird an- genommen. ' _ _

Sodann mird sowohl dre Entschadtgungsfordcrung von 101/2 Miliionen Mark, als auch der Antrag Semler auf Be- willigung von 3 Mtliionen Mark_ abgelehnt. . _

?Für außerordentliche Hilfskrafte beirn Reichskolomalamt, Reise osten usw. werden im außerordentlrchm Etat 48800 «ck bewiuigt.

Schluß 51". Uhr. Nächste Srßung heute 51/2 Uhr.

und,. glaube ich, die Mehrheit dieses hoben Ansiedler auf EntschädÉung nicht beßebt-

114. Sißung vom 26. Mai 1906, 51/2 Uhr. (Bericht nach Wolffs Telegrapbiscbem Bureau.)

Tachordnung: Fortseßung_ _der dritten Beratung?) der Geseßentwürfe, betreffend die Fertithandes Reizhshaus alts- etats und des Haushaltsetat's für die chußgebrete auf das Nechnunngahr 1906. .-

Am Bundeswtstisch: Die Staatsininister Staatssekretär“ des Innern Dr. Graf von PosadawSky-Wehner, Staats- sekretär des Reichswarineamis, Admiral von Tirprß urid KriegSminister, Generalleutnant v o n E i nem , der Staatssekretar des Reichsjustizamts Dr. Nieberding, der Staatssqkretär des * ReichSpostamts Kraetke und der stellvertretende Direktor der Kolonialabteilung des AuSwärtigeü Amts Erbprinz zu Hohenlobe-Langenburg.

Das Haus 1th die dritteLesung des Reichshaushalts- . eiats für 1906 fort beim Militäretat. Dazu liegen einige Anträ e vor. Von den Abgg. von Elecn:Baffermann und Geno en isi beantragt, im preußischen Militärkontingent den ältesten 190 patentierten Oberstlxutnants, weiche fich nicht in Regimentskommandeurfteuen befinden, die pensionsfähige Zu- la 8 von 1150 „44 zu gewähren. Nach dem EtatSentwurf so te diese sämtlichen vorhandenen patentierten Oberstleutnants - zustehen, während in zweiter Lesung die Zulage für die der Kavallerie und Artillerie angehörigen 20 patentierten Oberst; leutnants gestrichen worden ni. Aehnliche Anträge stellen die- selben Abgeordneten zum sächsisch-württembergischen Komingent.

erner beantragen die Abgg. Bassermann, von Eiern,

ertling, von Kardorff und Genoffen, bei Verechnung der ension der Korpsftabs-, Oberstabs: und Stabsweterinäre eine Entschädigung für Bedienung mit 500 «is (im Etat 300 W) in Anrechnung zu bringen. Endlich rmrd beim Etat des ReichSmilitärgerichts von denselben Antragsteiiern die Bewiüigung von 871000 W „zur Errichtung eines" Dienstgebäudes für das Reichsmüitärgericht mit Dienstwohnung für den Präsidenten, für Grunderwerb, Entwurf und sonstige Vorarbeiten“ beantragt. In zweiter Lesung imd nur 13 000 „FH: für Vorarbeiten bewilligt worden.

Beim „(Hehalt des KriegSm'mifiers“ kommt

Abg. de Witt ( enir.) auf die Frage der Wahl der Reserve- offiziere zurück. Es ei schon in zweiter Lesung ausgeführt worden, daß bier keinerlei konfessionelle Rückfiebten, sondern lediLlicb das militärische Intereffe zu entscheiden babe. Dx. Gaßnsr, Sohn dss verstorbenen Oberbürgermeisiers von Mainz, Vizeteldwebel der Reserve, eine durchaus einwandsfreie Persönlichkeit,_der niemals Silber ge- stohlen und nie einen falschen Paß aus ejielit bat, aucb vorzügliche militärische Zeugnisse besaß, stellte si im Oktober 1905 aur Wahl und erfuhr im Dezember, da er 1_1icht gewahlt 161- M- mäblich fickerte durch, daß ihm der orwmf gxuzacbt werde, er_ solle Zub einmal despektierlicb über _den Offiziersstand gsaußert

oben. Auf sein lebhaftes Remomtrieren erfolgte eme Unter-

suchana, in der ein GerickvtSasfistent und Leutnant_ der. Reierye, der früher mit Gaßner in Gießen studiert hatte, a_u§1agte,_ _daß . nn November 1902 bei einer Unterhaltung mit Gaßner dreier _ibm Vorhaltungen gemacht babe, wie er als Katholik sicb ducilieren konne. (Gaßner babe erklärt, man könne Offizier werden, auch wsmxxrrarr sich nicht dakliierte; er werde sich die größte Mühe geben, _Unzrer_zu werden. Das war also das große Verbreckoen, die dewektierlrche Aeußerung über den Ofäziersiiand! Wenn dies den Grrrnd fur dre Nichiwabl g-Zb'rldet bat, wenn die Bezirksoffiziere in Mainz geglaubt haben, damit eine große Tat zu tun, so mus; ich erneut an den Kriegsminister die Bitte richten, Eine Abändcrrmg dss Wablmoduß in Erwägung zu sieben und dem Wabimodus bsi der Marine den Vorzug zu geben.

Preußischer Staats: und KriegSminisier, Generalleutnant von Einem gen. von Rothmaler:

Meine Hsrren! Die Wahl der Reserdeoffiziere liegt bxstimmungs- mäßig, wie allgemein bkkannt ist, den Offizieren des Laxdwebrkexirks ob. Wenn diss? Offiziere bier den jungen Gaßner abseisbni haben, so babm fie das zweifellos nach ihrem viiichtmäizigen Ermeffen getan. (Jamie.) Gewiß, meinc Hmen, nach ihrem rkr'iicbtgemäßen Ermessen und nach ihrer gewiffenbaften Urberzcugung. Welche Gründe dafür vorgelegsn babkn, weiß ich nicbt. Ick wéiß auch nicht, msine Herren, ob der betreffende Herr, mit dem der junge Gaßnkr an dem besiimmteu Tage, Nachmittags 4 Uhr, bsim Regen zusammengeseffen bat (Heiterkeit), tatiäxblicb wäbrsnd der Wabl Angaben Üb?! idr Gévräcb g-rmacbt bat; ich glaub? es nicht und ich will es ganz 9an sagen: hätte er es getan, so könnte man sagen, er bat seinkm Freundx, mit drm er ruhig in einem Gespräch, in einem unverbindlichen Gespräch zusammengeseffen bat, wobl nicht grade einm Freundscbrftsrixnst er- wiessn. (Lebhafies sSbr richtig.)

Meine Herrén, in der Tat find bei vkrschicdenen Wablen von Reserbeoffizieren gewiüe Differenzen dorsekommen, die zum Teil bier im Hause besprochen wordsn find, zum Teil auch an mich gelangt find, und ich bin, okne kat"; ich die Aufforderung dss Herrn Abg. de Witt abgewartet babs, [*LrLiTZ in Erwägungen eingetreten, ob irgsnd ein Modus fick) krnren ließs, dér in einer anderen Richtung diese Wahl vornehmen läßt, z. B. fie zu übergeben an die aktiven Offizierkorps der ngimsnter, bci denén diese jungen Leute ihren Dienst tun. (Sehr gut! in dcr Mitte und links.) Meine Herren, ein Vorteil würde dabei sein. Seb: vieiéach baden die Offiziere bezw. der Regiments- kommandkrrr diesen jUngen Lxut-xn dutcbaus die Qualifikation zu Offizieren zusrkannt, und trotzdem werden fie nicht gewählt. Ich nehme an, daß dixs nicht vcrkonrmen könnte bei drm Offizieriorps, welches bereits, und an der Spixze der chimentskommandeur, diese Qualifikation obne jede Rücksicht auSgestellt bat. (Sehr richtig! im der Mitte und links.) MeineHerren, ich werde also dieseErwägungeu fortseßert und ich hoffe, zu einem günstigen Resultat zu gelangen. (Lebhafter Beifall.)

Das Gehalt des Kriegsministers wird bewilligt, ebenso die übrigen Besoldungen und eine Reihe weiterer Auögabe- kapitel. Bei den AusZabcn für die Geldverpflegung der Truppen kommen die Anträge von Eiern zur Beratung.

Abg. von Elern (kons): Der Widerstand eines Teiles des Hauses liegt nicbt an der finanziellen Tragweite oder „an'Mangel an Pobl- wollen für die Armse, sonkern beruht nur in der prinzipiellen Erwagu daß die penfionsfäbigcn Zulagen für 2 Jahre nur für die der Infanterie angehörigen Obérstieutnanis verlangt und, mit rbrcn ungünstige! AvencémenWVerbäljniffen begründet wurden. Die Verhältnisse baben fich aber seitdem geändert; das Bedürfnis für die Zusage ist bei allen Waffengattungen das gleiche, auch bei den Vcrkcbrsnuvpen und dem Train. Unser Antrag gebt dabin, daß für Preußen mindestens 190, für Sachsen 20, für Württemberg 10 dieser patentierten Oberstleutnants die Zulage erhalten müncn, um dea Bedürfnisse des Dienstes Rechnun zu tragen.

Abg. E r x b e r g e : (Jean,): Hrixuipielle Bedenken haben wir gegen den Antrag nicht.

von

Bedenken haben wzr-nur gcgen dix Einbezisbung der Oberstleutnants der Kavallerie; inden stimmen wir fur den Jungs. da er unzweifelhaft für die Verkehrs tuppcn und den Tram eme Verbeffemn bedeutet. _

Der Äntrag von Eiern rvtrd angcnommen.

Ohne Debatte gelangt darauf auch der Antrag Basser- mann und Genossen bez_üglic_h der Petermäre _zur Arinahme- Bei den AuSgaben fur die technischen „Institute tntt

Abg. B e ck 8 r - Cöln (Zum.) tritt den mmch_t1 *n Vekauptxxgen entgegen, die der Abg. Zybeil bezüglich der Zuüqn an _der Sieg- burger Geschoßfabrik aufgestellt hat. Sämtliche ' msier da