1906 / 84 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 07 Apr 1906 18:00:01 GMT) scan diff

Bekanntmachung.

Nach Vor christ des Gesxßes Vom 10. April 1872 (Gesetzsamml. S. 357) sind ekannt gem'acbi:

1) der Wierdöcbste Erlaß vom 17. Januar 1906, betreffend die Anwendung der dem Chauffeigeidtariie vom 29. Februar 1840 an- gebängieg Bestimmungen Wegén der Cbaussrepolizeibcrxbrm auf mrbrere'tu'i Kreise “Stendal briese-ne Chariffeen, durch das Amtsblatx dchomaltxben Remerung zu Magdeburg Nr. 10, S. 89, angegeben am 10. Marz 1906;

2) das am 24. Januar 1906 AUerböchst doÜzogene Stcriut für den Deichd€rband für die Ländéreien in den Gemarkungen Habernis, Kallxby, Neukirchen, Ginioit und Sirinberg durch das Amtsblatt der „Höri: !ickpeLnJYrgierung zn Sch1e§wig Nr. 9 S. 61, ausgegeben am . arz ;

, 3) daß am 7. Febr:1_ar 1906 Allxrböchst vollzogkne Statut für die (_Entwaffcrunzsgenoffenicbaft zur Regulierung der Packliß von der Kupfermübie bis zur Schloßmüble in MeicriZ zu Meseriß durch das Amtsblatt drr Königlichen Regierung zu ofen Nr. 11 S. 140, ausgegeben am 13. März 1906; _

4) da_S_ am 14. Februar 1906 AUerböckoit vollzogene Statut für die Eniivaiserungs- und Drainageaenoffenschait Ober-PomZd-orf- Bruckiteine im Kreise Münsterberg durch das Amtsblatt drr König- 197175" Regierung zu Breslau Nr. 12 S. 116, ausgegeben am 24. März

Personalberändernngen.

Königlich Preußische Armee.

Beamte der Militärverwaltung.

Durch Allerböckosies Patent. 20. März. Müller, Hofrat, Erbeimcr Rraisiraior im KriegSminisierium, beschäftigt im Militärkabineti, der Charakter als Geheimer Hofrat derlirben.

Durch Allerböcbiten Abschied. 22. März. Stoiker- foih, Erbeimer Baurat, Jniend. upd Baurat Von der Intend. drs )(Ks71.tArmeekorHS, auf s(inen Antrag mit Pension in den Ruhestand der eV .

Abgereift:

Seine Exzeüenz der Staatssekretär des Reichsschaßamts, Wirkliche (Hrheime Rat Freiherr von Stengel, mit kurzem Urlaub nach “Süddeutschland.

Yichfamtliche5.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 7. April.

Seine Majestäi der Kaiser und König Härten beute vormittag im birnakn Königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts, Admirals Freiherrn von SendrwBibran.

Am 5. d. M. ist der frühsre voriragende Rat im Aus: wärtigen Amt, Wirkliche Geheime chaiionSrat von Nick): berger in München gsstorben.

Franz von Aichberger war aus dem KöniFlick) bayerischen Staatsdienst hervorgJe-Jngen. Er irat am . Januar 1872

in das Auswärtj e eK 1879 wurde“ er zum Konsul . UFO“ tmsul m Galaß ernannt. Im als irlicher LegationSrat und vortragender * das Auswärtige Amt einberufen, wurde er

1891 zum Geheimen LegationSrat und 1900 zum Wirklichen Geheimen Legationsrat befördert. Als ältester Rat der handels: politischen Abteilung des Auswärjigen Amts war er glrici): zeitig- mit der trilweisrn Wabrnrhmung von Direktorial- gcschäften betraut. 1904 wrirde er unter Verleihung der Königlichen Krone zum Rotrri Adlerorden zweiter Klasse mit dem Stern und Eichenlaub seines leidenden Gesundheits: zustandes wegen in den erbetcnen Ruhrstand vrrsrßt.

Der Dabingrscbiedene Hai fick) in srinen vrrschiedencn vcr- antwortungsvollen Stellungen durci) treue Pflichterfüllung wie selbstlose Hingabe an seinen Beruf angr eichnct. Sein An- denZ-Zn wird im Lluswärtigen Amt dauern in Ehren gehalten wer en.

Der Botschafter drr Vereinigten Staaten von Amerika Charlema ne Towsr hat Yrrlin vkrlassen. Während feinerAbwriZnheit führt der Erytr Botschaftssefrrtär „Henry Percrvcil Dodge die Gcschäftr der Botschaft.

Der Königlich niederländische Gesandte Baron Gevers ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der (He- sandischaft wieder Übernommen.

. wohne, daß wic jedoeh alis das gemeinsame Interesse hätten, un eren

. nabmrn biieben allsrdings1906 hinter drn Auégaben um 92 Millionen

Laut Msldung drs „W. T. B,“ ist die heimkehrende

[eZieStaffel des ostafrikanischenMarineinfanterie- .

detachements mit dem Dampfer „Prinzregent“ vozqkstern in

. . . , ? gemein anschlagen zu lassen. Marseill-Z emgetroften und hat erte die Reise nach Tanger 1

forigefrxzt.

Sachsen.

Der Landtag ist heute mit einer Tbronrede ge- schlossen worden. „_

In drr Thronrede gsdenkt dsr Fönig, nach dem Bericht des „W. T. B.“, des erfolgreichen Schaiiéns während der [Etzten Tagung, * Wenn es auch nicht gelungen sei, übrr ails Regierungédorlagrn und inÖbeiondSrc über die wichtige Frazr der Aenderung der Zuiammen- seßun der Ersten Kamme'r eine Cinignng zu erzielen, und schließt mit ] dem ZVunfckyr, daß das ZemeinsUrr, aus die Wohlfahrt drs teueren ; sSiacbsenland-Zs gerichtete Streben don drm göttlichen Segen brglritet e n möge.

Deutsche Kolonien.

Der Kaiserliche Gouveriieur von Dcutsch-Südwest: * afrika bat unter dem 7. Februar eine Nundverfügung er- lassen, die auf eine milde Behandlung der Eingeborenen . hinzielt. Die nachgeordneten Dienststellen werden aufgefordert, ; darüber zu machen, daß die gefangenen Eingeborenen, ms- . besondere an die an Zivilpersonen abgegebenen, gerecht behandelt wer en, und es wird als Warnung hinzugefügt, ; daß schlechte Behandlung eines Kriegsgefangenen für den * betreffenden Arbeit eber außer den eseßlichen Strafen die Entziehung dieser rbeiter zur Folge i?aben wird.

Offiziere, dic fick), auf eine Requifition dcr Zivilbehördc ge- , weigert hatten, 1191 Liner Kircheninveniaraufnahme mitzuwirken, ; freigesprochen.

Z Telegraphenageytur“ meldet, an den Dalai Lama folgendes * Telegramm gerichtet:

wäbrend seirirs Aufenthalts in der nördlicbext Morgoiei, die an das russische RUH grenzr, ibre Ehrfurcht 581181ng71 zu können. Da i:!) ' mich freue, daß meme Untertanen den beiliamen geistigsn Einfluß

. gegenzunebmm.

Ein amtliches Telegramm aus Windhuk meldet, daß der Reiter Albrecht von F ranken, geboren am 25. Oktober 1884 zu Ohligs, früher im Jusanterieregiment Nr. 59, am 1. April im Feldlazarett zu Aminuis an Blutvergiftung gestorben ist.

Oesterreich-Ungarn.

In den Verhandlungen zwischen dem„ungarifchen Ministerpräsidenien Freiherrn von Feiervary und den thern der Koalition ist nach einer Depesche des rener Telegraphen-Korrespondenzbureaus“ in alien Punkten „volle Einigung erzielt worden. Gestern empfing der Kaiser den Grafen Andrasfy und Franz Kossuth als Vertreter , des leitenden Ausschusses der Koalition in dreiviertelsiündiger Audienz, worauf s1ch diese zu einer Konferenz mit dem un arischen Ministerpräsidenten Baron Fejeroary in das Palais es ungarischen Ministeriums begaben. Da die Grundprinzipien der neu zu bildenden Regierung vorher mit Fejervary festgestelit und von der Krone angenommen worden waren und die Krone den Vorschlag, das; Dr. Wekerle auf der Grundlage

so 2, gene migt hat, erscheint die Ernennung des neuen Ministerpräidenten sowie die gleichzeitiZ;2 Ausschreibung der Neuwahlen gesichert. Der designierte inisterpräsident Dr. Weker_le, der ,mit den führenden Männern der Koalition über die Grundlagen der Vereinbarungen sowie Über die Phasen der Verhandlungen in ununterbrochener Fühlung ge- standen hat, „mird Héute vom Kaiser in Audienz empfan en werde_n. Wte_ die „Neue Freie Presse“ meldet, hat as Kabinett Feiervary bereits seine Demission gegeben, die angenommen worden ist.

Großbritannien und Irland.

Jm_Oberl)ause gab aestern der_UnterftaaiS1rkretär des Yuöwärtigen Amts „Lord ißmaurice m Beantworiun einer Anfrage bezüÉtch der Konferenz in Algeciras na dem Bericht des . T. B.“ folgende Erklärung ab:

.Ich txmtkz meine Worte sehr sorgfältig abwägrn, weil der formelle Abick: der Konferenz noch nicht stattgefundez bat. Nichts- dxstowenigrr besteht kein Grund, weshalb ich irgend einen Zweifel auf die güristigen VorauSsetzungen der Preffe werfen sollte, wonach die Unterzeichnung dss endgültigen Protokolls, wenn nicbt morgen, so doch iii kürzester Frist stattfinden soll. WEnn die Schriftstücke übrr die Ange- legenheit vorgelegt werden, wird das Haus übereinstimmend der Meinung fem, daß der Ausf tuch, der häufig gebraucht wordrn ist, daß es näm- lich bet diéser Kon erenz wedrr Sir,;er noch Befi-Igie gegrben bat, die Lag: richtig le_nnzsickonet.“ .Das Haus wird findrn', fuhr der Unter- staatsiekretär fort, „daß das Prowkoll der Konfrrenz dartun wird, daß dir Konferenz eine weitere (Garantis der Aufrechterhaltung eines harmonischen Vorgehens zwischen den Mäekhtcn und einen wertvoUen Schritt in dem [an dauernden Prozeß gebildst hai, “oi: südlichrn Ge- stade des Mitte meers der Zivilisation und Ordnung zurück- zugeben. Was das Vorgehen Englands angeht, so wünschte die Regierung die Koniinuitat der Politik aufrerbtzuerbaltefi, indem sie streng an dem Bu staben und dem Geiste des _englisrh- rgnzösischekt Abkommens fe tbielt. Ich glaube, daß das Zuiammén- wirken in A1 eciras die uten Beziehungen zwijchsn FrankreiZ und England no Weiter geßtärkt haben wird. Der Fürst von 5 ülow hat einmal im Retäzstag'gesagt, daß EM ein Haus ssi, in dem xeder von uns je nach Zett und Stelle oder weniger becsxuem

diJes Progßramms mit dessen Durchführung betraut werden

_qualt zu festigen und das Gsbäude, das uns allen Sch1ß bietet, zu tarkrn. Indem ich den Name:: des Fürsten Bülow erwcihne, kann ich mchtunterlasfén, die tirfe Sympathie auszusprechen, die wir alle mit dtxsnn glänzendrn Si-xatsmann und_ mit der deutschen Nation 521 der plößlicben Krankbeit, die ibn berailen bai, empfinden.“ .Eines der bxmeikenswertesten Ereignisse in den Annulen "res Oberbausss“, ful)! Lord Fixzmaurice Tori, „War die plößliche Erkrankung des LordCbaibam an) SÖLUUS ieiner Zroßrn dee Über die Kolonial- politik, 918 er inmritcn seiner KoÜe-Zen ohnmächtig binsank. Das Hrrz der deuiich€n Nation Wand:? fick) damals in Sympathie Erigland und dem großen Mirxiiikr zu, der so rng mit der POl1tik Friedrichs des Großen v-erunden war. Nach 61112111 Zeitraum Von 128 Jabrén wird sich ,UÜtST so merszirdic; ähnlichen Umitänden das Herz der rngiischen Nation dem *ceutscben Kanzlrr und dsm dcuts-é'en Volt" zuwrra'ren.“

Dxr Unterstaatssrkreiär erinnerte [ddamn damm, dciß ani der Kon- ferenz in Algeciras die glänzende Geitalt des M1rqui-3' ViSconti- Venosta zugegen gewcsén sci, und zollte den Disnsten des englischen Vertreézrs Sir A. Nicolson, drm En,;[and und Europa großen Dank 1chU1dig sei,_warme Anerkennun-1. Nicolson stehe im Yezriff, Spanirn zu Veriaii:n, um einen böber-xn Postcn aixzuireien; an 726? Ufern der New; werde er drn in Algcciraß r-erdiénien Lorbrer

n Zn.

Das Haus vertagte sich darauf bis zum 30. April.

Frankreich.

Im Senat begann gestern die aÜgemeine Beratung des Budgets.

Im Laufe drr Debatte wies der Fixxaniminister Poincaré: die Kritiken drrschiedemer Redner zurück und Versi-qurte, „W. T. B." zu- folge, daß die Lage drs Budgets nicht brunruhigrnd sei. Die Ein-

zurück, aber die (TUistLiJSUdS Bewrgung dsr AuGgaben sri allen Ländrrn gemein, und glückiiäperweise hättkn aueh die Einnahmen ski]; 1880 obne nsue Steuern zugenommen Die Republik babe stets die nationale Woblfabrt gefördert. Der Senat bZs-Ä'ioß, die Reds Poincarés all-

' Die (Hencraidebatie wurde hierarif gcschlossen und Artikel ems des Budgets des Finanzministertums aiigenommen.

_ Das KriegSgericht 'zu Nantes imd Nancy Hat die

Rußland. Der Kaiser Nikolaus hat, wie dir „St. Petrrsburgrr

(Eine große_Anzabl meinér Untertanen, die dem buddbisiiscbxn (Glauben angehort, bart: das Glück, tbrcm großen Obérdriester,

Eurer Hrilixkeit haben anießxn können„ bitte ich Sie, den Auödruck meincr aufrichtigen Ianerert und m.:.“acc 2Uch.u.;g Vor Ihnen Eilt-

_ Der von der russischen Re ierung den Mächten unter-

breitete Programmentwurf ür die zweite Haager Hrwizenskonferenz ist nach einer Meldung des „W. T. B.“ ; 0 gen er:

]) Vsrbeffrrungen, die an den Bestimmungen drs Abkommens, beirxffend dis frisdliche Regelung der internationalen Konflikte, be- [ züzmh des .;Schiedsgerichtsbofes und der internationalen Untersuchungs- ;

' kommissionen anzubringen smd,

,'sckjafthenoffenschaften Dr. :VolksP.) 460, der Professor Moldenhauer-Cöln (nl,) 193

2) Ergänzungsbestimmungen, die den Bestimmungen des 215. kommens von 1899, betreffend die Geseße und Gebräuchr des Land- krieges, hinzuzufügen Lind, und zrvar unter anderem bezüglich der Eröffnung der Feindse igkeiten, der Rechte der Neutraien usw., Er- klarungen von 1899; da eine unter ihnen verjährt ist, Frage der Erneuerung derselben.

3) Außarbeitung einrs Abkommens, betreffend die Gesetze und Gebräuche des Seekrieges, sowrit sie angeben: die besondrrén Opérationen des Srekcieges, wie die Beschießung von Häfen, Stadien und Dörfern durch eine Sireitmacht zur See, die Lezuug vori Minen usw., die Umwandlung Von Handelsschiffen in Klt€g§sch1ffc, das Privateigentum der Kriegführenden zur See, die den Handelsschiffen zu gewährende Vergünstigungssrist zum Ver. lassen der neutralen Häfen oder der Hafen des Feindes nach der Eröffnung drr Feindseligkeitrn, die Rechte und Pflichten der Neutralen zur See, unter anderem die Frage der Konterbande, die Besiimuiungen, nach denen die Schiffe der Kriegfübrenden sie!; in neutralen Hafkn xu ri ten haben; Zerstörung von als Prisen weg. genommenen neutralen andelsscbiffen durch höhere Gewalt. In das genannte guSzuarbeitende Abkommen wären die Bestimmungen über die, Kriegfuhrung zu Lande aufzunehmen, die in gleicher Weise bei der Kriegfuhruyg zur'See Anwendung finden sollten.

4) _Zuiatzbesttmmungen zu dem Abkommen von 1899, wonach die Grundsaye der Genfer Konvention von 1864 auf den Seekrieg An. wendung finden folien.

_ Nach den im Ministerium des Innern einqegangenen beruhigenden Nachrichten smd die angeblich zu Ostern ge: planteii Zudenynruben, nicht zu erwarten, FestYstellt ist nur em? mundlichx Agitation in Jarosiaw und eine gitation durchdie Presse in R1äsan. Der Minister des Innern Hat die Gouvxrneure aufgefordert, diexe Agitation mit allen geseßltchen Mitteln zu unterdrücken. _

_ _ Um den teilweise auch in die Presse gelangten (He: ruchten von der, Möglichkeit eines a [gemeinen Aus- stands der Eisenbahner auf drn Grund zu gehen, wandte; sich die „St. Petersburger Tele raphenagentur“ an dre Vermaltun sbehörde und erhielt ort die Aus- krnift, daß nach erichten der Leiter aUer Eisenbahn: linien_ ni Ru l_and ein solcher Ausstand gegenwärtig unmoglich e_i, und zwar erstens wegen der von der Reqterung fur den Fal] einer Erregung ?etroffenen energi- schen Maßnahmen, ferner aher a_uch, m_ei die Angestellten selbst emen) L_luHstande abgrnei t seien. Die Regierung könne in nachdrucklrchiter Weise srlcirexi, dqß auch der geringste Versuch eines Ausstandes unmoglich set. Aus einem kürzlich m St. PetersburgerBlättem veroffentlichxen Interview mit hervorragenden Personlichkciten des Ministeriums der Ver- kehrswege geht dasselbe hervor.

Italien.

_ Iii der gestrigen Sißung der Deputiertenkammer er: klarie sich der Ministerpräfidcnt Sonnino bci der Beratung des Bridgeis dcs Jxmern gegert eine TageSordnung Turatr, die die Einrichtring einer parlamentarischen Kontrolle über die geheimen Fonds anstrebt.

Nach dem Bericht des „W. T. V.“ sagte drr Ministervräfirent, es handle sich _um das Vertrauen gegenüber den Ministern und der 'rbrenbaiien Gesinnung der Regierung, die nicht der Möglichkeit beraubt. werden dürfe, über gewisse Fonds, die für der_i Staat eine wirklivbe Notwendigkeit darstelien, frei zu Verfugezi. Worauf rs ankomme, sei, daß diese Fonds in durchaus einwandfreier Weise und einzig im öffentlichen Interesse verwendet würden. Sonnino versicherte, das; die Politik der Re- gierung geleitet sei von dem Grundsaß der soz alen Gleichheit, Lauter- keii der Verwaltung und der strengen Beachtung der Gesrße und der öffentiichen Freiheiten. Da Turati auf seiner Tagesordnung be- stand, schritt man zur namentlichxn Abstimmung.

Die Tagesordnung Turati wurde mit 224 gegen 78 Stimmen abgelehnt.

Nouvegen.

Nachdrm das Storibing gesiern, „W. T. B.“ zufolge, den Antrag des Soziaidsmoiraten Eriksen, den König Haakon um Aus- seßung drr KrönUng zu ersuchen, mit 91 gegen 24 Stimmen abgelebni_batir, wurden die von drr Regierung geforderten 100000 Kronen fur die Krönung mit 66 gegen 47 Stimmen bewilligt.

Dänemark.

' Die Reichstagssrssion ist gestern geschlossen worden. IVW, das „W. T. B.“. meldet, smd in der abgeschlossenen SkistZn 83 (Heseßrßmre der Beschluß Über dcn Wiederaufbau de_s Schlos1rsoC_rtitign-Zborg angenommen worden, während 30 Geseßentwurse nicht zur DurchführuZZ ZJekcnnmen sind. Von drn angendmmenrn Gesehen waren egierungs: und 3 Initiativentwurfe.

Amerika.

Zwischen dem Präsidenten Noosrvcli und dem Kriegs- [ekrelar Taft _boben, „W. T. B.“ zufolge, Besprechungen ubrr die Beseitigung des Panamakanals stattgefuriden. Angesichts der Wichtigkeit des Gegenstands ist beschlossen worden, daß. das betreffende Projekt dem Kongresse zur Aeußerung und Beschlußfassung unterbreitet werden soll.

_ Der ErnwanderungSausschuß dcs Reprä- sentantcnha'ufes hat einen Gcseßeniwurf Lertiggesteüt, der bezwrckt, die Einwanderung von Auslän ern noch mehr zu beichriinken. Der Entwurf sieht, nach der zitierten Quelle, vor, das; Wer erwachsene Mann 25 Dollars, jede cr: wachsene Frau 15 Dollars besißrn muß. Familien sollen zugelassen werden, jedoch muß das_ Familienvberhaupt 50 Dollars besißen. Mehr Eis 16 Jahre zahlende Einwanderer müssen in irgend einer *Zprache lesrn konncn. Gristig minderwertige Personen oder kdrvrrltch schwache Arbeiter sollen von der Einwanderung QUSgcschloffcn sein.

Asien.

Laut amtlicbrr Meldrmg ist die befestigte Stdllunq der Erngeborrnen briKautu auFCelebes nach hartnäZigcm Widerjtandr von den holländi chen Truppen genommen worden. Der Feind lief; 39 Tote auf dem Plays. Der Wider- Fanc?) der Landbevölkerung von Eurckang auf Celebes ist ge:

ro sn.

Parlamentarische Nachrichten.

Bei der Ersaßwahl eines Mitglieds des Hauses der Abg.?ordneten im 4. Wahlbezirk _ Stadt: und Landkreis Hagen und Kreis Schwelm _ des Regierungsbezirks Arns- berg erhielt, wic „W. T. B.“ berichtet, nach amtlicher Fest- stellung von den 653 abgegebenen_ Stimmen der Anwalt des AUgemeinen Verbandes der deutichen Erwerbs: und Wirt- C g er: Charlottenburg (freis.

Stimmen. Erfierer ist somit gewählt.

Nr. 21 das .Eisenbabn-VerordnungsblattS“, beraus- gegeben im Ministerium der öffentlichezi Arbeiten, vom 4. d.M., hat folgenden Inhalt: Erlaffe des Ministers der öffentlichen Arbeiten: vom 15. Mär] 1906, betr. Vereinbarung Mit der Groß. herzoglich hessischen Regierung wegen der grgense'itigen staatlichen Gleichsteüung und Anerkennung der v"or den beiderseitigen Technischen Prüfundsämtern bestandenen Vorvxufung und ersten Hauptprüxung im gesamten Vauiacbe; vom 26. Marz 1906, betr. Unfallversicherung; vom 29. März 1906, betr. Zuständigkeit der Etsenbahnbebörden bei Vergebung von Leistungen und Lieferungen; Vom 31. Marz 1906, betr. Aanabmetarif für Saatgut. _ Nachrichten.

Statistik und Volkswirtschaft.

t bilität deutscher Staats- und Privateisenbabnen Ren a im Rechnungsjabre 1904.

Nach der im Reichseisenb1bnamt bearbeiteten Statistik der im Betriebe befindlichen Eisenbahnen Deutichlands, Band )()(7, betrug der Ueberschuß der Vetrisbseinnabmen aller Staats- und voll. spurigen Privateisenbabnen des Deutschen Reichs über die Beirieböaus-Zaben, bei Ausscheidung der Auggaben fur erhebliche Ergänzungen und der Vergütung fur gepachtete Bahnstrecken, im Nechnunqßjabre 1904 857,07 Millionrn Mark ( egen 830,1, 734,49, 682,49, 763,1 und 777,07 Millionen Mar in den 5 Vorjahren 1903 bis 1899 zurück, 562,74 Mil]. Mark j, . 1894), wovon 832,76 Millionen Mark auf die Staatßeisenbabnen _ 644,5 Mill. Mark auf die vereinigten vreu ischen und hessischen, 52,24 Mill. Mark auf die bayerischen, 47,4 ill. Mark auf die sächsischen StaatSeisenbabnen, 30,63 Mill. Mark auf die Reich8eiseubabnen in Elsaß-Lotbrinqen nebst den ge- pachteten Wilhelm -Luxemburg - Bahnen, 27,63 Mill. Mgrk auf die badischen, 21,4 Millionen auf die württ-xmbergtschen Staatßeisenbabnen, 4,91 Mill. Maik auf die mecklenburgische Friedrich Franz-Eifenbahn, 407 Mill. Mark auf die oldenburgischen Siqatseisenbabnen _ und 24,313 Mill. Mark auf die vollspurigen Privatetsen- bahnen entfallen. , ,

Als Rente des auf die betriebenen Strecken der deutf en Staats- und vollspurigen Priyateisenbabnen verwrndrtewAnlage apitals be- trachtet, ergab der Betriebßübrrschuß im Rechnung§1abre 1904 6, 1 1 0/0 (gegen 6,08 9/0 i. J. 1903, 5,50 0/0 t. J. 1902, 5,35 0/0 i. J. 1901, 6,10% i. J. 1900, 6,68 0/0 i J.1899, 15-230/0 1. J. 1898, 5,07% i. J. 1894) und zwar bei drn StaaiSeiienbabnen, 6,21% (gegen 6,14% im ReÖnungsjabre 1903), bei den vollspurigen Privat- eisenbabnen 4,72 0/9 (gegen 4,53 0/0 im Vorjahre), _

Von den Staatßeisenbabnen brachten die höchste Ver- zinsung des Anlagekapitals, nämlich 7,27 0/0 (argen 7,24 0/9 im Vor- jahre), die vereinißten preu iscbxn und hessischen Staatßeisenbabnexx; dann folgen die o denburgis en mit 6,76 (im „Vorjahre 7,06) 0/9, die mecklenburgische Friedrich Franz-Eisenbabn mit 5,40 (5,14) 0/0, die sächsischen Staatseisenbabncn mit 4,83 (4,61)0/0, die Reichßeisenbabnen in Elsaß-Lotbringen nebst den gepachteten Wilhelm-LUTembiirg-Vabnen mit 4,34 (4,62) 0/0, die badischen Staatseisenbahnen mt 4,28 (3,82) 0/0, die württembergiickven mit 3,43 (3,37) 0/0 und an [ester Stelle die bavsriscben Staatsbahnen mit 3,41 (3,47) 0/9. ,

Von den vollspurigen Priwateiienbabnen xrzirlien im ReQnungsjabre 1904 die 56 sten Renten, über 60/0: die Ludwig?- Eisrnbabn (Nürnberg-Fürt ) 19,85 (im Vorjahre 15,54)0/0, die Wittenbergc-Perléberger Eisenbahn 17,57 (18,62) 0/9, die Schaftlach- Gmund-Te,:ernseer Eisenbahn 12,99 (13,46)0/9, die Zschipkau-Finster- walder Eisenbahn 11,73 (11,39) 0/0, die Haltingen-Kanderner Eisen- babn 10,80 (10,59%, die Stendal-Tangermünder Eiienbabn 8,97 (8,38) 0/9, die Rappoltsweiler Straßenbahn 8,96 0/0, dir "Eisern- Siegener Eisenbahn 8,78 (i.Vorj. 14,68) 0/0, die Cref'glder Etienbabn 7,69 0/g, die alderbabn 7,60 0/0, die Birkenfeldrr Erienbabn . (unter preußischr taatsverrvaltunq) 7,18 0/0, die Altona-Kalteykirchener Eisenba n 6,99 0/0, die Bentheimer Krrikxbabn 6,70%, die Farge- Vegesacker Eisenbahn (unter preußijckyer StaatschrwaltunF) 6,53 0/9, die Kablgrund-Eésenbxbn 6,05 0/0. Von den größrren vo,- sdurigen Privateisenbahnrn mit géringerrr Rentabilität brachten die PfälzisÖrn Eisenbahnen 5,54 0/0 die Lübrck-BücYenrr Eijenbabn 5 83 0/9, die Westfälische Landessiienbabn 4,53 0/0, die bayerischen Bahnen der Lokalkahn-A(tiengeseUschaft in München_ 4,39%, die VraunsÖweigische Landeskiwnbabn 4,76 0/0, die Haiberiiadt-Blanken- burger Eisenbabn 5,23 0/0, die LieFNiZ-RawiiiÖZr Eikerababn_3,57 0/0, die Bahnen im Bétriebe der Südéeytschrn Etsenbabnßesrüicbaft 'in Darmstadt 4,36 0/0, die Lausiyer Eiicnbahnen 4,75 0/0, die Eutin- Lübzcker Eisenbabn 4,93 0/0, die Rinieln-Stadtbaßencr Eisenbahn 5,28 0/0, die Prignißer Eisenbahn 5,24%, die Nrinicksndorf_Liebrn- waldv-Groß-SHönrbccker Eisenbahn 4,98 0/0.

Alkohol und Verbrechen.

Einen schlagenden Beweis für den überhaupt kaum mehr ange- zweifelten Say, dF die „Erleicbierung dcs Alkoholgknuffes in rechnungsmäßigem erhältms zu der Zunahme von Robeits- derbrechen sichs, findet man in fokgcnder, in drr Müncbrnw „Allge- meinen Zeitung" wiedergegebener Mitteilung der amerikanischen WocHM- schrift „The Nation“ : Die Stadt Chicago bat neuerdings für jede Lizenz, eine Bar zu eröffnrn, an der geistige Getränke ziim Ausschank kommen, die Gebühr 'von 1000 Doll. (4200 ckck) festgeseyt und hat damit das Beispiel anderer Städte der nordamerikanischen Republik, die nicht geradekip Temperenxstaairn liegen _ tn dirsen ist der Ausschank bon Spiri- tuoien überbadpt verboten _, befolgt. Die Stadt Chicago konnt: darin selbständig vor ebkn, obne an xine Staatengeseggsbung gebunden du sein. Die dadurcl? Vergrößerte stadtiscbe Einnahme wird zur Ver- mehrung des Polizeipcrsonals derivandt Werden, und dieser Grund hat in der langdauernden Agitation fßr dcn Anfscblag in den Lizenzen hauptsäch1ich Einfluß geübt. Wahrend Chicago sonst in seiner städtischen Politik durchwus selbstandtg voraebt und fich Von den Bei- spielen anderer Städte 1ebr wenig beeinfiuffen läßt, mußte bier die Statistik, namenilich die New „Yorks, dir Entscbsidung “geben. _ New York hat nämlich auf 400 Emwobner cinen Spirituosenausicbank, Chicago schon einen auf, 243 Einwohner. Im entsprechenden Verhältnis sind für die verfloffenen Monate Januar und Februar 1906 die Verbrechen zu konstatieren: Das an Ein- Wobnern viel weniger reiche Chicaßo kann _ 22 Mordtaten, 840 Einbrückze und 216 Raubanfä : qufweiien, denen das mindestens an ertbalbmal so brvölkerte_New_Yoik nur (!) 18 Mord- katen, 400 Einbrüche und 20 Raubaniaüe Fur diese zwei Monate ent- ngenzusieüen bat. Chicago hofft, durch „Tie Erhöhung der Lizenz ein JUniti-geies Ergebuis feiner Kriminalstanstik zu erhalten und außerdem durch Vergrößerung seines Aufsichtsversonais zu wirksn. Denn New York hat einen Polizisten auf 500, Chicago erst auf 703 Einwohner.

Zur Wrbeiterbeweqdng.

Die Landschaftögärtner Berlins (Vgl. Nr. 73 5. Bl.) Waren Donnerstag versammelt, um das Ergebnis der in der letzten Ve_rsammlung beschlossenen Taktik festzusteüen: „In, den einzelnen

artnereien vorzugehen und auf Zütlichem Wege tbr“: Lohnforde- kU_n en durchzuseßen, wonach kein „andschaftßgartner innerhalb der "Wilen 14 Tage Arbeiten unter 50 „5 Stundenlobn_ über- nkbme, die Gartrnarbeiter ni t unter 45 Pf.“ Bis jest bahen, der ,Voff. Ztg.“ zu olge, etwa 60 v. H. der Gartner eine Erhöhung ihrer Stundenlöhne rim 5 „5 erreicht, ZUM Teil um 7,1 „3 und 10 .J. Etiva Zweidrittel der Gehilfen ukbeiten zu einem Stundenlohn von 50 „5, Wahrend die (Garten- arbeiter bisher zum großen Teil mit 35 „z und nur wenige mit

H entlohnt wurden, jest aber einen Stundenlohn erzielt haben, der sich zwischen 40 und 45 „z bewegt. Es wurde hervorgehoben, daß dieser Erfolg ohne Kosten und ohne Ausstand erreicht ist,

und weiter beschloffen, dafür Sorge _ SU ÜWM- Haß auch in denjenigen Betriebrn, wo die Lohnsaße di? „ILZVUnik-bte Höhe noch nicht erreicht haben, solche not!) in diesem qukilabr EingerHrt werden. Die Fra,1e der Verkürzung der Arbeitszelk (Ulf % Stunden soll im Frühjahr 1907 gelöst werden. “*, Jm Bausöbios s er- gewerbe Berlins (vgl. Nr. 83 d. Bl.) ist gestern, Freitag, in allen größkr-n Betrirben Berlins und der Umgegend die Arbeit von den Gesellen eingesieklt worden. Der Arbeitgeberverband macht bekannt, daß, falls nicht die Forderungen zuriickgezo en werden und die Arbeit wieder aufgenommen ist, am beuttßen c-nnabend- abend in allen zum Verbande der Arbeitgeber gehörenden Betrieben die Arbeiter ausgesperrt werden., In Betracht kommen 3000Schlosser.-EinVerband der Vereinigungen Berliner Bäcker- (KonditorQ Geselle_n bat ÜÖ- Wk? biksige Blatter melden, kon iituiert und zwar mit Weit uber 1000 Gesellen. Beteiligt sind hierbei die Gesellenvereine im Stadtbezirk Sudwest, Nordwest, Friedrich- stadt, Westen, antrum,sodann sämtliche christlichen Gesellenvxreine, ebenso auch der Nationale Gesellenverein. Dieser Verband ist gegrundet wordan im Gegensaß zu dem sozialdemokratisck) ge unten Verband, der, Wie bekannt ist, vor einem Ausstand stebt. . er neugegrundrtz erband hält zu den Meistern. um Kampfe 1_m„Ber11ner Backer- gewerbe (dgl. Nr. 75 d. l.) erfährt itzt ubrigen die „Post“, daß dre entscheidende Abstimmung der Meister uber die den beiden Berlinrr Innungeneingereicbien Forderungen der Gesellen 9111 Montag, den 9. April, in einer großen Versammlung erfolgen sol]. Eine atxi leßien Dienstag abgehaltene gemeinsame Konferenz der Innungsvokstande hat sich dahin schlüssig gemacht, das leßte Wort in der Sache der Versczmmlung zu überlassen. Bekanntlich verlangen die Geseuen bis zum Dienstag, dem 10. April, bindende Erklärung über Annahme oder Ablebnzmg der Forderungen. Jm leisteten Falle wird dann der Streik verkundet.

Jnfol e des ArbeitSeinsiellung in mehreren zur Weitervecarbeitung der toben (Hawe e dienenden Abteilungen, und da bisher keine Einigung erzielt werden konnte, schließt, wie die „Koln. Ztg.“ mitteilt, dre mechanische Weberei zu Linden bei Hannover beute abknd ihren ganzen Betrieb. .

Jn Königsberg i. Pr. wurde, wie .W- T. B. meldet gestern vor dem EinigunÉamt mit der ersten und zweiten Lohnélaffe der Schneider und chneiderinnen der Herren-„und Damxn- konfektion eine Einigung über den_ neuen Tarifvertrag erzielt. Jnfolgedeffen foklten diese heute früh uberall die Arbeit wieder (zuf- nebmen. Mit den Arbeitrrn der dritten Lo'bnklaffx, deren Zahl mcbt bedeutend ist, steht für Montag eme Einigung in sicherer Aussicht. (Vgl. Nr. 69 d. Bl.). _ ' '

Die seit Jahren zwijcben den Arbetixrtr und Arbeitgebern der Aachener Textilindustrie streitige Einfuhrung des Zwetiiubl- systems wurde, dem „W. T. B.“ zufolge, vorgestern abend durcb, das Schiedögericbt für Streitigkeiten zwischeii Arbeitgebern und Arbeitern nacb dreitägiger Verhandlung entschieden. Dix _ArbeitersÖaft verstand fich zur Bedienung vo_n Zwei Stablen unter folgenden Bedingungen: „_Die Einfuhrung des, Doppelstubles darf nur allmählich eriolgen; sie darf in _drn ersten 12 Monaten nur 5% der_Weber oder 10 0/0 der Webstuhl: in den einzelnen Bstrieben umfanen und darf keine Entlaffung zur Folge Haben. Komplizierte Waren dürfen auf den Doppxlsxybl nicbt gelxgt werden. Für den Hauptsiubl wird der volle 1arismaßige_Lobn, sur den Nebénstubl 50 0/0 drsselben gezahlt. Der Lobii muß fur ]4Ta,ze mindestens 52 «M betragen. Der Vertrag soll rnit dem 1. Juli in Kraft freien.“ '

Zum Ausstand im mitteldeutschen Braunkoblxnredrer (vgl. Nr. 82 1). Bl.) wird dem „W. T. B.“ aus_ Weißenfels Telegravbiert: Die Grubenbesißrr erklaren . grgenuber _ erhobenen Vorwürfen, daß ste_siets bereit gewesen 'seren zu Veroanlungen sowohl Vor dem Ausstand, wi? nachber- DrrWzrköefißer battkn alles getan, den Frieden zu erbasten beziehungßweise wiederherzuiteilen. _ Bei der Ankunft der ArbeitSwilligen in Luckenau sinrmien die Aussiändigen auf das_ Gendarmeriekommando , ein und suchten, wie das „Weißenfelser Tageblatt“ meldet, YrbeitSWiUtge dom ArbeiiSantritt abzuhalten. Als die Menge dem wiedrrbolten Befehl außeinanderzugeben nichtFol-„ze leistrte, wurde sie von der Gendarmerie außeinandrrgeipréngi. In Vorgestcrn abgehaltenen Verjammlungen der Ausständigen wurde beschlossen, i_m Streik außzubarrsp. _ (Gestern und heute machte fich indessen, wie dasielbe Blatt mitteilt, eine N 11 ck w a r ts - bewegung des Ansitandes bemerkbar; namerillicb die Gewrrk- vereinsmi'rglied er haben an mebrcrrn Orten die Arbeit wtsdsr auqunommer, da der Generalrat des ererkvereins der drutschen Fabrik- Und Handarbeiter öffentlich erklgrt, daß die Unter- siüßungßzablungcn an seine Mitglieder rnit Ablauf dieser Woche aufhören, weil der Streik nur von der Sozialdemokratie ange- zettelt sei, und Weil die Grubenbrsißer, auch jetzt noch bereit seien, mit drn Arbeitern ibrsr Betriebe zu verhandeln, die Ver- handlungen mit der Fünferkommisfion aber ablehnten. Der Generaqut fordert die GeWetkvereiUSmitakieier zur sofoxttsen Aufnahme drr Arbeit auf, da die ZFortseZung des Streiks nur ern wirtschaftlickoer'Nazhieil für die Ar eitrr sein würde. Nach Liner Statistik des Wxißsnzelser Bergiverksvereins beträgt die Zahl der Streikenden im roriigsn Revirr zur Zeit noch 1605. m Meuselwißer Revier find viexe Ausständige wieder angefahren.

In den Süddeutschen Mrtalkwerken _Mgnnbeim- Neckarau ist, der .Frk. Ztg.“ zuwlge, grstern frub em Ausstand auSgebrrcben. ' ,

In Weimar treten, wre dem „Berl. Tagebl.“ gsmeldet wird, sämtliche Schubmachergebilfen voraUSsicht1ich Montag in den Ausstand. Sie Verlangen 31 bis 32 .H Stundenkohn statt 27 «5. Die Meister haben die Forderung rundwka abgelehnt.

In Braunschweig beschloß, lautMeldung des .W.T.B.',eine VersammlungderbraunschweigisäprnMetallindustrtelien einstimmig, wegen der in Einzelnen Werken ausgebrochenen Airsstande sämtliche Betriebesiillzulegen, und zwar diejenigrn, die ohne Kündigungsfrist arbeiten lassen, vom 11. April ab, die übrigen ie iiach Maßgabe der Kündigungsfrist. Betroffrn werden ed. 6000 Arbertrr. Der Vrriammlung Wohnten auch Vertreter der MrtaÜindusirte- vrrbände aus Hamburg, Magdeburg, Hannover und Halle bei (vgl. Nr. 83 d. 231.) _

Die Lage des Ausstandes drr :Oexleute in, Hamburg (vgl. Nr. 83 17. Bl.) "ift seit gestern unv'rrandett. Dr: Za_hl_ der Ausständigen nimmt, wie „W. T. B.“ berichtet, infolge der taglichen Abmusterungen zu. In der Zeit do_n YonnerstaZmUtag bis heute morgen gingen 12 Dampfsr, 1 Sezeljcbiii und 1 Sxeschleppzug von der Stadt in See. ' '

In Meß haben, wie der .Frkf. ZU.“ telegrapbtert wird, nach- dem Verhandlungen w-kgen Lo nerböbungén gescheitert imd, arri 4. d. M. die Baubandwerker die Arbeit niedergelegt. Die Arbeiten an der StadterWeiierung werdcn notdürftig ayfrerhterbalten. Gleichzeitig sind etwa 150 Schneider aussjändig, weil die Inhaber der Konfektionsgeschäfte den Stücklobn herunterseyen wollen. __

Aus Colmar i. E. wird demselben Blatte _geirieldet, dgß iami- liché dortige Arbeiter„darunter auch die siadnschen, fur dieses Frühjahr einen allgemeinen Ausstand beschlossrn haben.

Der Ausstand drr französischen Bergarbeiter (vgl. Nr. 82 d. Bl.) ist, dem „W. T, B.“ zufolge, in alien Gruben vollstandig durcbgefühtt, ausgenommen in drn Giubsn von Bruay, wo die Arbeit fortgesetzt wird. _ Der gestern morgen unter'dem Vorsiß Baslys zusammengetretene Kongreß der Delegierten der Bergarbeiter der Koblenbecken bon Anzin, Nord und Pas-de-Calais hat beschlossen, an den Forderungen der Bergarbeiter festzuhalten. _ Im Anschluß an diese Mitteilungezi wird gemeldet, daß gestern abend eine Eisxnbabnbrucke ,desdte Ortschaft Bruav rnit der Nordbahn perbmdcnden Industrtxgleises durcbeineDynamitexplosion teilwerje zrrstörtwordsn 111. In Douai hielten außerdem 200 Ausstandtge einen Zug mrt arbeitswilligen Bergleuten an. 30 der le teren wurden von den Ausständigen festgenommen und nach Donar ge racbt.

Die Entlader der Koblendampfer in Rouxn (vgl. Nr. 82 d. 231.) haben, laut Meldung desselben Buzegus, die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem ihre Forderungen bewrlitgt worden sind.

Das Syndikat der Eisenbahnbediensieten von Cdrsica beschloß, wie dem .W- T. B.“ aus Ajaccio telearapbiert Wird, in einer gestern abend abgehaltenen Versammlung den Gexcimtausstand.

In St. Gallen droht, wie die „Köln. Ztg.“ erfahrt, ein Aus- stand der Bauarbeiter aussubrechén, weil die Unterbandlungen zwisehen Unternehmern und Arbeitern gescheitert sind.

Kunst und Wissenschaft.

In der Avrilsiizung der Yrcbäologiscbrn Gesellschaft wies der Professor Puch1tein zur1achsi auf den Abxchnitt über Urgeschichte und Technik Von AuEgrabungen iim, den F. von Luschan in der 3. Auflage Von G. von Neumayers Anleiiurg zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen (Hannodsr 1905) Verfaßt hat und worin die Archäologen ermahnt Werden, bei _ibrr_n AuEgrabungen auch für die Konservierung der Skelett- und Schadrlsunde gebubrende Sorge z'u tragen, und referierte dann über M. von. Grootes Studie ü'ber die Entstehung des ionischen KaptieÜs und ferne Bedeutung für die grie- chische Baukunst (Straßburg 1905): der Vrriaffer habe mit Recht betont, daß man bei der Erklärung de;! Volutenstuckes am tonischxn Kapitell das Satt-lbolz aus dem Spiele [Yen und die eigentlich ionische aus der so . äoliscben Form, drs . o_lutenkapitells' ableiten müsse und als archailichen Typus des ionischen einzig nur den attischen bez. epbesischen betrachten dürfe, aber es _sei ihm nicht gelungen, Wesen und Geschichte des Eierstabes m uberzeugender Weise aufzuklaren, wenn er darin auch richtig ein besonderes, aus den Vorgriecbischsn oder orientalischen Kunststilen abzuleitendes Clément gesucht b;:be. _

Sodann trug der Profeffor Max E. P. Schmrdt uber das antike Leierspiel vor. Es sioßrn dem „Forscher angesichts des Leierspiels zwei Fragen auf: 1) Wie ist die.,Leter aespieit worden, ehe man das KLFxr/wv zu Hilfe nahm? 2) Wie heißsn die Saiten, ebe Pythagoras (580_508) seine Namen,(57rch§, “:“-77, «7777; 2c.) erfand. Ursprünglich zählte man die Saiten. en höchsten Ton

ab die erste, den tiefsten Ton die siebente Saitz' Das_ behielt

ytbagoras an einer Stelle bei, als er zu 7 Saiten die 8. FUL“ und die Namen ändern mußte. Er nannte die Saite des dritt öchsten Tones 7,05»). Daneben gab es gewiß AuIdrücke der Kinderstube, des Elementarunterrichts. Ein Berliner Clementarlebrer sprach bon den Müllerjungen und Schornsteinfegerndes Klaviers. Dxrgleicben bat sicher auch bei drn Griechxn existirrx. Arzch das ubernabm Yytbagoras an einer Stelle, indem er die Saite des drittiefsten

ones Lexapéc (Lecksaiie) nannte. Nun beißt_ aber 142-118; xrgenilich Leckfinger. Arisiidys Quintiiianus sagt ausdrucklich dir Saite sei, so wie der sie schlagende Finger benannt worden. Éuctan aber spricht von einem, der die Schüsseln mit dem Finger ausleckt. _ Du's kann nur der Zeigefinger der Rechten sein. Er 1ch1ug also die drtttieisie Saite. Also bleiben die briden kleinen Fingezr außer Grdrauch. "Die rechte schlägt die 4 dem Körper ferneren, dielinke aber die4dem Korber näheren Saiten. Hat die Leier7 Saiten, 10 treffen auf der Mittelsaite der rechte Daamen und drr linke Ringfinger zusammen. Endlich erfindet Pythagoras seine Namen. Die öxäry ist die .bmaufste“ (Komparation: 57:6, 57:57), anwc, wie 8115", Zuxsr, 5111211108 = 8111131111153). Das kann er _nur Von drn awptisckxcn Harieri baden, deren Saiten ebenfalls unten briestigt wurden, deren xrde ioigende abxr, da sie Verschiedéner Länge sind Höher bixiaufgezogen wird, bis die Saite des tisfstsn Tones „am Weitei/irn binaui' reich. _ Musiktheoretiker sprechen Von 2 ältersn Tetrackoordrn, au_s denen. dir Lerer zusammen- aeseßt worden sei. Das ist Fiktion. Dirie vermsriitlichen .Tetrßchorde' sind jrne briden Gruppen drr Leiersaitrn, die die [mir und dir rexcbte Hand griff. Wie nannte mcm sie, ebe das „Tetracbord' “_aUSJLTUstLit wurde? .Griffe' oder oy/i/iasaé. So kam es, daß Pytoagoras dre Quarte „511-498 nannte. _ An einem alten Bilde wurde zuleßt die geringe Brauchbarkeit drr Bilder erwiesen, ivrnn es gilt, die Techmk des Leierfpieks festzusieUen. , , __ _ ,

Zum Schluß sprach der Dtreitorralaimient der Korriglichen Museen Dr. Köster über den Südilügei der Propvlacn zu Athen. Dieser ist des Prlrpdnnsiisckyrn Kriegrs wegen nur in Ver- kürztér Gestalr zur Ausführung gxkommen, g€plgnt war er, 'vrn der- selben Größe wie der grgenüberlicgendr Ndrdflugel. Géwtffe archi- trktonische Unre elmäkiigkeiién scbkinen darqur hinzuderzten, daß er ab- wricbend dom Fiordflügel nach Westen 11111 811161: Saulenstrüung ab- schiießsn sollte, was bislang aiigemein anzenoxnmcn wurde. Die Grabungen drs [Wien Sommers haben abr: erwiesrn, dax; dtesé archi- tektonischen Unregrlmäßigkeiten erst FOWL, das reduzierten Plaurs sind und für dis Rekonsirvktion dr? nachtraxziichen Enxwurfs MÖZFU Be- trachr kommen. Asler Wabricbeinlicbkrit nach war, der Sudflrrgel nicht 018 SäUiéUHQÜS gevlant, sondern soilte WW, der nördliche Flügel einen geschldffenen Raum mit einer Vorhalle bilden.

Literatur.

Nachrichi, 'das; der norwegische Kieiland gestern dort infolge einer Hkrzläbmung grstorbsn isi. Kirliqnd wurde (1.111.18. Fx- bruar 1849 in Stadanger geborrn, siadierte in Christiania die Rechte, lebte cinige Zeit in Paris und wiirde 1891 Bürger- meister sriner Vatérsiadt. Die bekzmiieiien 1811181: Romane, in de::en er mit maßvoiiem Realismas die: Charaktere folgerickytig entwickelte sind: „Schiffer Worse“, Gift“ und .Sckpne'c'. Zuleyt batte sic!.) der Dichter distoriicben “Studien zuz-FWandt, die besonder?) dem Zeitalter Napoleons 9511511. Das Ergrbnis dieser Studien ist das zweibändige Werk „Rund um Napolebn', das beretrs in deutsrbrr Urberseßung vorlirgt. Auch als Luitspieldtchter bat er sick; in setner Heimat einen giscbäßtcn Namrn erworben.

Aus Bergen kommi di:" Nomandichter Alexander L.

Theater und Musik.

Im Deutschen Theater findrt am Downerstag die 25. Auf- führung von Hugo don Hofmannsjbals TkWödtLuOLDlpus und die Srbinx' statt. Am nächsten Myntag mird .Kabaie und _Ltrbe“ gespielt. Am ersten und zweiten Oiisrfeiertag sowie an dcn ubrigen "Abendrn derf ?äésten Woche wird Shakespeares „Kaufmann bon Venedi ' nu ge ü rt. '

DSS Lessingtbeater bat für nächste Work;- sclgkndc-n Spiel- plan aufgestelit: mor rn nachmittag: „Die Versunkene Glocke“, Abänds: „Kater Lampe“; Fivntag: .Die Wildrnte", Dienstag: „Kater Lampe“; Mittwoch: „Urd Pippa tanzi'; _Dvririerxstag: „Dir Weber“; Sonnabend: „Rosmrrsbolm'. Arn Z-arsrerta'g findet ein gerst- licbes Konzert statt. Die Oiierseiertage brmqrn folgende Vor- stellungxn: Sonntagnacbmitiag: .Der Bikérvslz“„Abcnds: ,RoImers- bolm'; Montagnachmittag: ,BMigUrrs Erlebnis“ u:“.d ,Hanneles Himmelfahrt“, Aber-ds: .Katcr Lampe“.

Der Spirlplan drs Schillertheaters 0. (Wallneribeater) bringt morgen und nächsten Sonntag, Nachmrttags, .Die MaYt der Finsternis“, morgen abrnd sowie Dienstag ,und Mithocb Sbaws „Heldrn“. Montag wird .Der Voqei im Kafig', Donners- tag „Ueber unsrre Krafx' (11. Teil) gegeben., Karfreitag bleibt das Theater gescblonen. Am Sonnabend „wird .Kontgs-

laube' wiederholt. Für nächsten Sdnntagabend 11t _ a_uf yiel- Lackßen Wunsch _ nacb längster Pause Hebbels .Gng und sem Ring“ angesrßt. Montag (11. Feiertag) wird Nachmittags „Ueber unsere Kraft" (11.Tci1), Abends „Heimat" gespielt. _ Jm Schiller- theater 11. (Friedrich Wilbelmst. Theater) Werden morgen nach- mittag .Die Räuber“ grgeben, Absnis wird .Zapiepstreick)“, (zm Montag „Der Mili'ärsiaai“ aufgeführt. Am Dienstag wird der Schwank „Zwei glückliche Tage", Mittwoch „Urbrr unsere Krafx' (11. Teil), Donnerßtag .Die Macht der FiniiernxS“ gespielt. ur Sonnabend ist das Schauspirl .Wanjuschms Kinder“ angeießt. m ersten Ostertage wird Nachmittags .Der G7wiffcnswurm', Abends „Das GlüFliY Kinkel", at? Montag, Nachmittags, ,Helden', Abends . wei 11“: e age“ gege rn. ' .

Z Jtigr Theater des Westens werden .Die vier Grobtane“ morgen sowie am Donnerstag, Sonnabend und am zweiten Ostertag