1906 / 165 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 14 Jul 1906 18:00:01 GMT) scan diff

Dem Notar, Justizrat Koeber in Kalau_ in Ri dorf, dem Notar Dr. Rosenkraniz 1 Amtséxiß in KeUingHusen, dem Notar Ehr ich Amtssiß in Swinemünde angewiesen.

In der Liste der RechtSanwälte find gelöscht: die Rechts-

anwälte Geheimer Justizrat Aßmy bei dem Potsdam, Justizrat Koeber

furt a. M., Dr. Reiß

Dr. Bruch bei dem Landgericht ][ in Berlin, _ dem Landgericht in OSnabrüqk, Meyerowrß ber dem Amts»- * Zericht und dem “Landgericht m Tilsit, Gerstenberg bei dem

(mthericht in Breslau, Storp bei dem

Bassenheim, Ehrlick) Rkchtsanwälte un_d Notare S achtel in L1ch_tenberg, Io mann in (Hr.:Lxchtex_§elde, und Dr. Lippelt m ankow,

Uhlen rock Justizrat Dr.

ba er, Justizrat Wagner Siéorski in Schöneberg, Dr. Beer

dorf und Knebel in Zehlendorf, die NxchtSa in Friedenau, Dr. Philipsen und Krupr berg, Justizrat Memelsdorff, Dr. Auer

Naru 11, Dr. Siegfried S9ch§,_ Wendlandi, öpfner, Sternberg und Siegfried Meyer m Zchöneberg, Schönlank in Teqel, Stock und Appelratk)

in Weißensee bei Berlin, Michalowsky

in Dt.:Wilmersdorf bei dem bisherigen Amegericht ]] in

Berlin.

In die Liste der RechtSanwälte sind eingetragen: der

frühére AmtsgerichtSrat Hanfch bei dem

Neu'tettin, die Rcchtsanwäite Mxyerowiß aus Tll tt bei dem Obcxlandesgericht in Königsberg 1.Pr., Dr. __Vruxk vom_Land- qericht 11 in Berlin und Story aus Panenheim her denn ' Dr. Rosenkranz aus Kappeln ber dem Amtsgericht in Kellinghusen, der Rechtsanwalt und Notar

Landgericht 1 in Berlin, Graf von Bredow, die RechtSanwälte Mi

S re er inTt.-Wilmersdor beidemArrztsgerichtinCharlotten- ck V AxotareJusUZratDr. Fraude und

bur , die Rechtsanwälte und _ Jo mami, dür iSatiwalt Dr. 28:11 e m der Rechtöanwali un Notar Knebel m Zeh

Amts eri t in (&.-Lichterfelde, der RechtSanwalk und Notar BernghaLi in Boxhagen:Rummelsburg, der Re t_sa_nwalt die Rechtsanwälte Dr. P“ tltysen und Krüpfganz in Lichteubeer, der Nechtßarxwali Schroder

mtchricht m

und Notar Schachtel,

aus Soldin bei dem __ die Necht-Zanwälte und Notare, Justizrat Er

und Dr. Lippelt in Pankow und der Gerichtöaffenor H(?fer bei dem Amtsgericht in Pankow, der RechtSanalt, Jumzrat

Koeber aus Kalau bei Yem_Amf„sgericht RechtSanisüt und N01ar__Kar)1er,_ und Avpc1ratk) in W21ßensee_bet gericht daéelbst, die Nechi§anwalte in Friédenau,

Berlin

teg Memelsdorff, Sie fried Sachs, _Wendlarzdt, stieß Meyer in Schoneberg bet dem _ Schöneberg, der Rechtsanwalt und Notar P in

bei dem AmtSJericht in Kalau,

Dr. A cha 2115111.“ bei dem OberlandeSgßricht in rank- ? ff g ner bei dem Landgericht 1 in I

bei dem AmtsY-cricht in Kammin, die

uti rat Ern“t o mann J §!Iiznkuxz in1_RHeinxcfkend9rf, Ber nhardi in Boxhagen-Rummelsburg, _Jujttzrat Re tn- und Justizrat Dr. in Stegliß, K_ays er in Weißensee bei Berlin, Graf von Bredow in Dt.:thmers-

die Rechtsanwälte Stock

und Noxare Uhlenbrock Justizrat Reinbacher, Justizrat Wagnex, » ustirat von Sikorski in Schöneherg 11110 Dr. Beex m

Lis, die RechteZanwä1te Leitner ui Friedenau, Justizrat Dr. Auerbach, Brieger, Naruhn,_Dr. öpfner und Steg-

ist der Amtsfiß n Kappeln der in Kammin der

Landgericht in

erlin, Dr. Aue bei

Amthericbt in

in Friedenau, F r a u d e und

von

nwälte Leitner anz in Lichten- ach, Brieger,

und Schreyer

Amts_ ericht in

chalowsky und

Gr.:Lichterfeide, lendorf bei dem

Lichtenberg, 11 st Ho f fm a n n

in Nixdorf, der

bei dem Amts:

erlebt in Bexliu- u s in Reimcken-

öl bei dem Amts-

do und der RechtSanwalt Sch5n1an_k in T: extfäzt Verlin-Wedding, ferrier die Gerichtsasfé kei dem OberlandeSgericht in Frankfurt a. Y Amtherth und den) Lanhgerxcht tn Lyck, *,; Amtögeri t in Muhlhguftn :. Th., Amtsgericht in Schkeudiß.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Der Régierungs- und Baurak Wegxner in Breslau ist der Oderstrombauvcrwaltung und der ngwrungs: und Baurat

„Hans SchUlß in Harburg a._E. der chier zur Beschäftigung in ihren Bezirken zugetetlt

Bekanntmachung.

Es wird darauf aufmerksam gemacht,

lichen vormals Kurhessischßn StaaTSanlcihen _zur

Rückzahlung gekündigt worde_n uni). __ Tie Inhaber der noch nicht em klonen

der Caßtel, den 2. Juli 1906. __ Ter Regierungsprändcnt. In Vsrtretung: Mejer.

Personalberänderuugeu.

Königlich PreußisÜe Armee.

Offiziere, Fähnriche usw. Ernennunßen. Beförde- Jm aktiVEn Hesre.

rungen und Versetzungen. _ Bord des Dampfers ,Hamburg“, 28. Jim!- im 2. Rhein. Hus. Regt. Nr. 9, in dem Komm schaft in Paris bis zum 30. Juni 1907 belassen. Bergen, an Bord des Dampfers

:. 73, mit der Führung dieses

Schlu-

71. Ywmkcrrs, Rotbenbücher, 28271:- im kaenkurg. Jyf. Regt. Nr. 91, z AxZutxntw der 43. 3117. Brig, _ kommandiert.

AßiSizdxöeu-Zlsigungen. JmaktiVen Heere. Bergen, _ _ Parrisius, Oberst *.mz k.:maandeur ces Main:. Fe dart. Regis, Nr. 73, der Abschied sm_der ;efeyljcben PMMA: ank der Erlaubnis zum Tragen der Regis.

111 BM :e- TamxieiZ ,Hambur ', 6. Juli.

112177222: 523111114:-

73 3214,

onnzeliWe Militärgeistlicbe.

T.:. NiÖree. Mxlitätobetpfarrer des 2117. Armee- UK:“!- ksnkicffsrialxat Zn ZtMZbucz i. E., xum 17111. Armeekorps nach „!.-81.2213, Lok, MAKIz-berx'mx: kes ?.Armeekorps in Posen, zum

1. MWQWZW „2321145887; Hä?- - verseßt. „28. 374.11. *.*. s;"xénx, aéraéetrimxr On!“.iwkiaxxxr **,-.: 7551535597; :. P:, eie 724332711

TMM AQ: xn: BUMM zum 1. 3311 d. J. Mil

Eulenberg bei dem

bun en und Prämienscheine wexden da ex gyigsforyect, sic bei gk)iesi_gen Regierungshauvtkaiie zur Emloiung einzureichen.

,Hamburg“, v. R ormann, Oberstlt. und Abteil. Kommandeur im stnest. ker Zeldart. Sebixßscbule, unter Verse ung zum Masur. Feldart. Next.

' egts. beauftragt. Major im Großxn Generalstabs, vom 15. Juli 1). I. ab bis zum ch riesjabtigen Herbstübungen zum Generalkommando res _ _ Hauptm. und 4. 3:55. BY„ zur Dienxtleistunsé beim KiiLJSministerium, Kettner,

soren Erlanger ., Off bei dem ügner bei dem

xing in Lüneburg worden. daß die sämt-

Schukdvcrsckjrei-

91121, an

Frank, Lberlt.

;nro bei dsr Veto ,-

6. Juli. v. Borries,

Adjutant der ur Vertretung des

des ]. Armeekorps. chte Entlasung aus i.

Das 6 er , ., e Abgeordnetenhaus hat gestexn

die Gewerftbe *"ZÉHkUYDk-xlage in allen Lesungen_er1€d1gt

und mit der Jesu? der Vorlage, betreffend dre Ver: No».

1) laut Bericht des „W. T. V.“, der Frei-

staaÉliéung , ahn, begonnen.

n er _, _ d'Elv rt ;; Örittspartei) sein Bedauern daruber (Frs? daß Tine .?!“ w e Vorlage überbastet am Schlusse der Legislatu vor das Haus ebracht werde, und be-

- Verstaatli unqéübereinkommen. Der der Einlösu'1g9rente 1:1 auf Ding zu Gunsten der Nordbczbn vorge-

en die Zuficberun von Vngutungen a_n die Nordbahn seitens des Mats für unerlä [1 e Inyestitionen. Die Norkbabn müsse eanwder sofort durch erwexfung ?ck Ueberein- kommens billiger erworben werden, oder man muffe weitere 7 Jahre

abwarten. _ _ Haus brach darauf die Verhandlung uber diesen

kämpfte dann Wh Redner beb- - t-ete." *die- Grund Liner ; "! *d-ÖB nommen, und wandte ' ..

Das _ Gegenstand ab und beriet sodann den HandelSvertrag mtt d e r S ck) rv eiz.

_ Auf Grund eines zwischen den Italienern und Slowenen getroffenen Uebereinkommens hat d_er Wah 1 refqr ma n sj ck gestern, obiger OWZ zufol e, die Wahl_kre_tse1nte11ung für Istrien und oerz- radiska mu xe 3 slqvemschen und 3 italienischen Mandaten cxngenommxn,_ ebenso die Wahl; kreiseinteilunH für Triest mtt 4 11a11emschen und einem slovenischen aubat.

Frankreich.

n der ' en Vormittagsfißung der Deputierten- kaanier brathÉnLex Kriegswiinister Etie_nne _unter dem Veifal] des ck die betden_ (Heseßexttwurfe em, won_ach Dreyfus und ie uart Wieder 111 das Heer et_n- gestellt werden so en, und zwar Dre fus _als quor und Picquart als General, und mona beide Offiziere in die Liste d'er Anwärter auf den Orden der Ehren- legion eingetragen werden 101161). Das Haus UYU) nach dem Bericht des „'„W. T. B.“ u_nt 448 _gegen 43_ Stimmen eine Tagesorvmukj an, welehe die gestrige Er_klarung des Finanzmmifterß-I“; oincaré, betreffend die Etnkommen- steuer, «;Nachdem dann m_)ck) der Entwuxf, betxeffsnd die vier direkten Steuexn, mit 517 ge en 00 Stimmen angenommen war, vertagte sich dax; Haus an deri Nachmittag. In der * ' gsfißung er1xattete_ der sozialistisch-radi- kale Deputiérté essimy Berickzt uber die Vorlage, betreffend die Wiederein'stellung des Hagptmanns Drexßfus in die Armee. KT dem Augenblick, als der Pra tht die Vorlage zur“ stimmung stellte, k_anx_ es zu leb- Yften Zwischenfällen zwrschen _den__ Sozialnten uni) der echten. Das Wqurde mit 453 gegen 42 Stimmen an enommen, Bei annt abe des AbstimmxxngSergebniffes erkFärtk der Präsident Bris on, daß dies; Abstimmung eme_n Triumph der Wahrheit bedeute, dem dte_ ganze Welt bei- sn'mme. Messim verlas darauf den Bericht, _betreffend die Vorlage über die &iedereinsteliun von Pthuart.

Der Re event sich dabei in cbärfster Weise über die Fälécbungen !an EHth aus, die yon YFM, elenden und ge-

wi mlosen Offizieren begangen worden s Der Deputierte _„CFcbln (WM erhob dagegenWlheüpmcb und äußerte 11“ weiterhin abfällig über Ye Kampagué' se die Armee. Der e- putierte Allemane ( oxialiß) ties im_zu, er xuögeqvon dem Lumpen sprechen, der un Senczt sive. _Cocbin subtle sorann aus, Mercier babe im Einvörständnts mit Feinen Kollegen im Kabinett von 1894 gkbxndelt. Der Minister

Bartkou, der die|em Kabinett angehört 1:3.te, erhob dagegen_(§ine swruch; er babe von der Verhaftung Dreyfyß: erst 14 Tage water KennTan erhalten. Auch der Präsident Brisxyn hemerkte, daß __er, seitdem er von der Fälschung Hemys gewußt, die Revision des Prozeneß efordert uno sich dadurch die bestiasten Angriffe zugezogen _b_a_be. Zochin sagte, es habe fich bei allem um eme grenze politixcbe MaÖination gehandelt.

Die Vorlaqe Über die Wiedereinseßung Prequarts x_vurd? darauf mit 477 gegen 27 Stimmen qtigenpmmen. _ Hieraus beJründete der Teputierte de Pressenst: die von ihm ein- ge rachte Interpellation. _ _ _ _ _

Der Redner bsdaxertz, kaß es_ nicht mo_slxeb fei, ?ck General Mercier vor G;“Üch zu neden; er wunyche, ibn, nicbt

körperlicb zu Züchtigen, aber der Schulkige m_x'xffe gebrandmarkt werken. Preisknfé fragte, ob man zulanen woÜe, daß

französische ?Solkaten ktm Befehl Von Ue_b_eltätern _rxie Byisdei'fxe und Gonse unterstellt wären. Puglie!!-_Contt_ (National:?!) sagte, inksm er auf 'die Ministerbank wies; ._Ems RLFlYYAnJ,_kiS zu- läßt, daß Oiüzisre in dieser Wcise beschimr-st werden, 11 _fexge und_ OeräcbtliÖ.“ Der Ünteriiaatésckretär Sarraut stkzrzte _sicb 1,9!or_t_aux ibn, schlug ibn bsüiz ins Gesicht uyd nah_m hierauf k11blg 1e1_nen Plus auf ist Ministerbank wieker ein, wahrend fich em heftiger Tumult sntcrickeUQ _

Der Präsident verließ daraux den Saal und Tribünen räumen,

Nach Wiederaufnahme der Stßung brachte der_Deputiertx Pressensé eine Tageöordnuxig ein, in der_d_te Regtxxupg aur-

efordert wird, die an den Fal1chmi§en beietltgten Offiziere aus Lem Heere auszuschließen und 1 nen ihre Ehrenzeichen zu ne m,?n.

h Der Krie-zxminisier Etienne vrrsicberie,_ die Regierung sei ent- schloß'en, jeke &!Üskßté Genugtuung _ zu gßrygbren, _die Untersuchung sei abxr 5040 nicht abgeschw en. Elm,]? O_rmme seien nur auf _Ab- wege geraten, die anderen eien wirklich !„cbuldig. Mr_Dkrgtierte , Barrés trat ken ungerechten Anschuldigungkn segen die Oinztere, | kiein Jutsm Glauben gehandelt kästen, enm-gén und betonte "O_ie Ehren- baitigkeit Mexciers. L a! ies (Nationalist) vertcidigte den ihm befreundeten Majo: Cuignet. Der MinisterpräYdent Sarrietz erklärte. er könrze die von reJYreffens-Z beantragte * .; eZordnung_ nicht annehmen; _dte unter rem iniitkrium Waldeck-RoUZi'eau erlanene Amnestie verbieie ; jede gerichtliche Verfolgung. Gewaltmgßregeln könnten böchßens_die i Folzeq kes Sieges der Ger tigkeit ab]chwachen. Das Heer sei nicht mit den Verbrechern solidar ck.

Der Teputierte Reveilland bxantra te eine Tages- ordnung, in der den Urheber" der Remfion nerkxnnung aus- Ydrückt wird, die Urheber des Verbrechens, _dte dyreh den

pruch des Kaffationshofes als solche_ offentlich mgesteüt seien, gebrandmarft werden m_id der Regierung das auen aus esprochen wird, daß fie die erforderlichen Maßnahmen er- grcißen werde. Die

ließ die

und nahm die TageSordnung eveillands mit 363 gegen 103 Stimmen an.

Der Ministerpräfident Sarrien verlas sodann die Ver.-

listischen Abgeordneten wollten einen_Antra_g auÖErlaß einer Sympathieadreffe an daSrus scheVolkfteUen,tnder 1eMeyeleien,

Kammer verwarf darauf mit__ 389. gegen 213 Stimmen die Ta eSordnung de Prenensés'

ordnung, durch welche die Session geschlossen wird. Dix sozia; :

aufs schärfsxe verurteilt werden,“ aber_ der Präßdcm'? erüärt, daß die Sejfion bereits geschlonxn set, und weigerxe |ck), Antrag der “Kammer zu unterbreiten. Vor Schluß der Sjßu „„ nahm die Kammer noch den Antrag Breton auf_Uebe: führung der Ueberrefte Emile Zolas rn da Pantheon mit 344 gegen 210 Stimmen an.

- _ Der Senat hat gestern die_ Vorlage:), bxtreffmd Ab änderung des Generalzolltartfs bezughch derer künfte aus der Schweiz und bßtreffend die mer direkte "Steuern sowie die egen Spanxen gerichtete und von'dex Kammer bereits beschoffene Erhohung von 23 Artikel des Allgemeinen Zolltartfs angenommen und suda die Rehabilitierun Dreyfus' beraten.

Der General Mere er kciti'fierte, wie das „WT. 23." berichtet das Vorgehen des KaffationshofeS, da dieser unter Ausschluß _“ Oeffentlichkeit und ohne Gegenübersteßunq _ ker Zeugen verhan. , habe. Der Kaffasionsbof habe nicht die Zeit gehabt, das_ungehxuu Aktenmaterial über die Dreyqu-Angelegenbeti rurchzu9rbettm Au Vorhaltungen über sein Verhalten im Jahre 1894 erw1derte Mercier daß es sich jxßt um das Jahr 1899 handle. Er ser der Ansicht, daß . Erkenntnis des Kriegsgericbts von Renyes bedeutend beweiskräftjgxx gewesen sei als das g-sirige. Der Prasident hemerkte, daß man kein Interesse habe, Mercier an setn_er Vetteidzgung zu binde. Mercier erwiderte, er wolle sicb nicbt Verterdtgzn, sondern sei. Stimmabgabe begründen. Als er sicb anschickte, ubex seine inner. Ueberzeugung zu sprechen, wurde er vom Zaun der Linken überw.;

Der Senawr Delpecb (sozialistischer Radikaler begrüßte d“ Sieg der (Gerechtigkeit und spraÖ fich ;: drücklich käb' aus, daß Metcier an Stelle Dreyfus' m" den Bagno gehör

Der Minister Bartbou drückte den Mit liedern des Kaffationsboch seine Anerkennung aus; fis hätten redl_t die Aufga. der Guecbtigkeit, Verfebltes wieder gut zu machen, erfullt. Mercier, Von der Linken mit Lärm empfangen, bestieg _zum zweiten Male kj: Rednertribüne und erklärte, er babe nicbt dieRichter angreifen wollm sondern einzig und allein das Verfahren. Der Mixtister Bartbo rief ihm zu, er bleibe entschieden dabei, daß der Genethbot nach den Bestimmungen des Geseßes gemteilt habe. Der Präsident macht: 1“- Bemerkung, daß die Urteile des Kaffationsbofes über alle A zweifeluugen erhaben seien.

Darauf wurde der Rehab_ilitationSentwurf ". Dreyfus mit 183 gegen_30 SUMMM angenommen. '- -. Präsident sa te, er empxmde es als eme Ehre, daß er 1; Resultat der bstimmung habe yerkünden konnen, das menschliche Gewissen befreie und emen schweren Mißgriff .. Justiz wieder gut gemacht habe. Darauf wuxde ok)1_1e Deda. mit 185 gegen “26 Stimmen der Entwurf uber dre Reha bilitation Picquarts angenommen.

Mr KultUSminister Briand verlas Harauf das Dekret durch welches das Parlament geschloffen mird.

Rußland.

Der Besuch des englischen Geschwaders in de russischen Ost1eehäfen ist, laut Meldungher „St.Pet burger Telegraphena xntur“, _nack) ge epsezttgem Uebe;- kommen auf eine günZtgere Zett, nyczbrj e1n11ch_auf das na . Jahr, verschoben wor_den. Die meianve zu dies_em Beschlu die von rusfischer Seite aUSJeht, nndet durch folgende wägungen ihre Erklärung:

Der geplante Besuch tft mit [ebbafteyBefriediguyg von '- rusfiscben Regierung aufgenommen_workz_en, die in ibm emep B -- der Sympathie der englischen Nation fur Rußland sab. Leider -

ewifse politische Parteien, in England und RuFland eine be *- Zaitation en den Besu entfacht zu denz weck, ragen - inneren Po it Rußlands mt de_r Angelegenheit m_verqu cken. '_i-- entstbiedenen und [ovalen Erklarungcn des englischen Mm!"- des Auswärtigen haben der Frage ibven eigentltcb_en_ Cbar-n- wiederge eben und find in St. Petersburg, Voll geryurdigtyor - Nichtsde oweniger glaubt die russische _Regterung mit Ruckvcbi“ die politische Krise, die Ru and gegenwartig d_urchzumachen bat. . vorbeugen zu sollen, das; die Ankunft der englt'cben S_cbiffe Gele -_ beit zu: Erneuerunq der Agitation und zu Zwischenfallen 9151. . eeignet find, die: Beziehungen zwischen Rußland und England ?ur .* Zukunft zu beeinträchtigen.

- Die Reichsduma bkschäftigte fich_ geftern mlt -- AuffordsrunZ zur Teilziabme an der mterparlame: iarischen *onferenz m London. _

Die Abgg. Alaxjin und Nabokoff erklärten, „W. TL zuiolxe, daß die Duma das einji e Parlament der Wel_t sei, 111 aUe Abgeordneten in dem Wuns einig seien, für die Beiem. des Krisges zu wirken. In den__ anderen Parlamenten gxbe nur vaven, die dieser Auffangng huxdigten, aber nim *- zweiüe daran, daß die ganze Duma_eme einzige solche Grurre Z"“ stelle und daber der Führer in diexer nkuen Btw? un.] _ker YO- werden könne, die dagegen gerichtet ici, den Krieg a Mittel kö: » Lösung internationaler Frasen zu,!)etracbten.

Die Tuma beschloß dayn, das Telx ramm_ aus L* zu beantworten mix) SDeputierte auszuwa len, dre am MO» ** nach London abreisen sollen. _ _ _

?_m weiteren Verlaufe der Stßung er_ledigte _das V eine eihe von Jnterpxllationen und orieruhig und_ voller Aufmerksamkeit die Antwort des ehtlfen des Ji: ministers Sollertinsky an. _ _

Dieser leitete seine Ausführungen mit der ErklärunÉ em, kö. Ech, da er zu einem Ministerium ebZ-re, welches rczs ertrauu:

um:: nicht bkfiye, auf objektive *arlegungen beschranken uzerxe- feste darauf in länguer Rede auSeinander, daß das Mmm- du1chaus bereit sei, den Wünschen der Duma nachzukommep un?_' und Gerechtigkeit zu wahren. Der Abg. Noditscbefs Zn", Minimrium beiti an und bemalte, da das _rusfiseke Yell 1_ Vertrauen xur tus ischen Justiz, die ihre rteile !chon gefaUk ' * bevor der Proz ftattfimde, verloren habe. Im chufe der _T-*' über die Darleg ngen res Gehilfen des Justizmixxiiters eri]:1ch„_ Abg. Aladjin im Namen der Arbeitögrupve, kte DxmxamüJ' würden niemals eine Beschränkung ihrer persönlichxxi Freiheit ZM“ für diese werde das_ganze Volk eintreten. Er sei seit ubmwzx * das Kabinett in einigen Tageiz zurücktreten werde.

Italien.

Der Senat hat gestern, „W. T. B.“ zufolge, sem? . nehmigung zu dem Rückkauf der Südbahn, zu drk; quidation der Verwaltung der Mittelmeekba“ sowie zu den zu Gunsten der südliéUTn Provinzen der Deputiertenkammer beschlossenen aßnahmen - *

Weiz. __ _

Da das fran "ßsrhe Parlament beschlossen hat, „“I " bisheri e Hande Sprovisorium mit der Schwxlö, ' bis e Juli verlängert werden kann,_um eine a ' "*“-' ckMöglichm, hat der BundeSrat sich, nach einer "„" „WT. B.“, bereit erklärt, bis dahin auf die stamps"rj Erzeugnisse noch den Gebrauchstarif anzuwenden.

Türkei.

die mehrere Städte Ru lands mit Blut befleckt hätten, '7

Nachdem Englands Widerstand die ZollerIZYbZ einstweilen zum Scheitern gebracht hat, hat die 7: „W. T. V.“ zufolge, durch Ueberweisung von 60000 "

aus der Prioritätenkonverfioii den größten Teil des mazx- donischen Maidefizits gedeckt; gleichzeitig der_handelt fie mit der Dette Publique “wegen der von den Machten verl_an ten Effektivgarantie für ine _Deckung des mazedonts en Defizits aus der Zollerhohun .

_ Die Kammer des ürstentums Samos hat den Botschaftern der Schußmächte ein Memoxand um zugestellt, in dem, nach einer Meldung des „Wiener Tele rapben-

Korresponden bureauS“, unter anderem _die erufurzg eines wirkli en ürsten oder, wenn dies gegenwartig unmöglich sei, die Rechte, wie fie 17cm Lib_anon gewährt sind, und die Ernennung emes Fursten

mit Zustimmung der Schußmächte auf 5 _Jahre gefordert werden. Das Memorandum erklärt,_ daß _dte Zukunft_der Insel in ihrer Vereini ung mit Grtechenland liege, daß aber vorläufig eine Aen erung der uanltbaren Zustande im Rahmen des 81315118 quo und der Pflichten gegen den Suzerän zu suchen sei.

Nortoegeu. Der Kaiser Wilhelm hat, „W. TB.“ zufolge, gestern .vormittaxY an Bord des Dampfers „Hamburg“ von Hammer- f;:st aus ie Fahrt nach dem Nordkap fortgeseßt.

Asten. .

Nach einer Depesche des ,Reuterschen BureauKF verursacht die Lage in Teheran Beunruhigung. Studierende der Theologie befreiten am Mittwoch unter Anwendun von Gewalt einen wegen seiner aufrührerischen Sprache verZafteten Pro- Jsor ihres Kollegs. Hierbei wurden ein Student puri de_r

ache getötet und mei andere verwundet. Die Geistlichkeit sammelte fich hicray? in der Großen Moschee. Alle Läden mit Ausnahme derxeniZen der Fleischer und Bäcker wurden geschlossen. Truppen eseßten und durchstreiften die Stadt. Die Priester verlangen Ausführung der versprochenen Reformen.

Nr. 28 der .Veröffentlicbungen des Kaiserlichen Gesundheitßamtö' vom 11. Juli 1906 bat folgenden Inhalt: Personalnarbticbten. _ Gesundheitsstand und Gang der Volkskrank- heiten. _ Sterbefälle im Mai. _ Zeitweilige Maßregeln gegen Pest. _ Gesundbeitßsiand in der englischen Ktiegsflotte, 1904. _ Gefes- ebung ec. (Deutsches Reich.) Postversand von infektiösen: Unter- Échungßmateciab _ Leichenbeförderung. _ (Preußen.) Roß. - abnarztstellen. _ (Reg.-Bez. Potsdam.) Reinwafferleitung. _ Fayern.) Polytechnischer Verein in München. _ (Württemberg.) ebeimmittel. - (Mecklenburg-Streliß.) Schlachtvieb- und Fleisch- beschau. - (Sachsen-Altenbur .) Trichinenscbau. _ (Waldeck.) Aerzt- liche.Gebübren. _ ( amburg? Arzneimittel. - Oeffentliche Siele. - (Britisch-WJsiin ien.) QWrantäne. _ (We"auftraliew) An- steckende Krankheiten. _ Tierseuchen im Deutschen Reichs, 30. Juni. _ Influenza unter den Pferde:] der ivilbevölkerun des Deutschen Reichs, 1905. _ Pserdekrank eiten in acbsen, 1905. _ Tierseuchen in Schryeden, 1. Vierteljahr. _ Ver- handlungen von ge eßgebenden Körperschaften. (Frankreich.) Saug- fiascben. - Vermif tes. (Deutsches Reich.) Ebelicbe Fruchtbarkeit, 1880-1904. - Geschäftsbericht des ReichsvetficherungSamts, 1905.- chweiz ) _Pocken, Diphtherie 2c , 1905. _ (Niederlande. Amsterdam.) terblt km W.. 1905. _ (Japan.) Ansteckende Krankheiten, 1905. _ (Bere nigteStaaten von Amerika.) Vieb- und Fleischbe1chau,1904/05. _ Nabrungömtttel, 1904/05. - (Ohio.) NahrungNnittel, 1905. _ Monatstabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 15000 und_ mehr Einwohnern, Mai 1906. _ DeSgl. in größeren Städten des Auslandes. _ Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40000 und mehr Einwohnern. _ DeSgl. in' größeren Städten des Auslandes. _ Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Groß- städte. _ DeSgl. in deytfchen Stadt- und Landbezirken. _ Witterung. _ Beilage: Gerichtliche Entscheidungen, betr. den Verkehr mit NabrungSmitteln (Wein).

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Zur Aussperrung der Glaser nahm die Berliner (Glaser- innung in einer vorgestern abgehaltenen Versammlung Stellung. Vom Vorstand wurde, wie die „Voss. ZZZ.“ berichtet, mitgeteilt, daß die Glasbandlungen dem Ersuchen des ereins der Glasereien ent- s roche_n und sich jeyt vertraglich verpflichtet hätten, keinem Meister

aterial zu liefern, der organisierte Gesellen weiter beschäftigt. Ebenso EU die Lieferung an Priyate, Baumeister 2c. eingestellt werden.

11 die JnnungSmeister wurde die Aufforderun gerichtet, den Aus- sperrungsbeschluß nachdrücklicber als bisher dur zuführen. Der Stand der Ausspexrung hat sich nicht wesenjlich verändert. _ Gegen 2000 außgesperrte Berliner Lithographen und Steindrucker, die gestern abend versammelt waren, nahmen, demselben Blatte zufolge, Stellung zu den Verhandlungen mit dem Schutz- verband deutscher Steindruckereibefißer. Die Versammelten erklärten sich bereit, auf Grund des am 21. Mai d. J. efa ten Bes suffes in örtliche Verhandlungen einzutreten, vor deren ege ung jedo von einer Wiederaufnahme der Arbeit nicht die Rede sein könne. Vor allen Din en legten fie Wert auf die bindende Zusicherung, daß sämtliche außgefperrten Steindrucker und Lithograpben wieder an ihre alten Plätze ge tellt werden.

Die seit etiva 15 WoÉen aus esperrten, im Zentralverbande organisierten Maler und nstrei er von Königsber 1. Pr. haben, wie „W. T. B." meldet, in einer estern abend abgeJaltenen Versammlung den Beschluß gefaßt, die obnbewegung einzustellen und am 16. Juli die Arbeit wieder unter den alten Bedingungen aufxunebmen.

In Erfurt sind, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, die dem Ver- band angehörenden Holzarbeiter in den aUgemeinen Ausstand ein-

getreten.

Aus Siegen wird demselben Blatts telegrapbiext: Die Zahlstelle des Verbandes christlicher Maurer bat Mittwoch- abend beschloffen gemeinschaftlich mit ' den freien Gewerk- schaften in „eine Éobnbewegung einzutreten und bei drei Firmen zu kundigen, die eine Arbeitöniederlegung bei der äußerst reichen Bautätigkeit und dem ck bemerkbar machenden Arbeitermangel am empfindli sten treffen w rde. Von dem Verhalten der Arbeitgeber soll es dann (: hängen, ob die Lobnbewegun nicht auf das game Sie er- land aus edebnt werden solle. Die K nd! ung auf allen Bauste en der betre enden irmen ift Donnersta vorm ttagerfol t. Der Verband verlangt die Er öbun dcs Stundenlo nes von 44 „au? "49 „z und die

etlegung einer ze nstündigen ArbeitSzeit. - Donnersta abend en nun wie die .Rb.-Wesf. Ztg.“ er ein end melde die Arbeit eser des Kreises Siegen bes lopden, uach Érbalt der Künd “UM seitens der vereinigten sozialdemokrati en und christlich- nationalen aurer und Handlanger sämtlickoen auarbeitern zu kündigen und die Betriebe stillzulegen. Nur die Leute die die schriftli Erklärung ab eben, weder dem sozialdemokratiscken noch dem (hr stlich-nationalen erbande anzugehören, sollen von der Kündi- gung nicht betro en werden. nter den resdner Schmiedegesellen ist, wie die „Köln. ZLF“ berichtet, der Ausstand aus ebrochen. Die der Schmiedeinnung

rungen, die sich Vor allem auf Bewilli ng einer 9zstündigen Arbeits- zeit. einer 10 %igen Lohnerhöhung owie auf die Zuziebunq eines VerbandSvertreters bei Tarifstre' keiten erstreckten, verhielt sich die Innung ablehnend. Daraufhin etwa 200 Schmiedegesellen, nachdem in“ geheimer Abstimmung der Ausstand beschlossen war, die Arbeit niedergelegt. _

In Leipzig find, nach demselben_Blatte, die in den Werkstätten beschäftigten Kupferschmiede in eme Lobnbewegung eingetreten. Sie fordern unter Androhung des Ausstands eine Erhöhung des Mindestlohns von 48 auf 52 «z. _ Die 150 Arbeiter der Stabl- federfabrik Leo Nachfolger haben wegen Lohnftreitigkeiten die Arbeit niedergelegt, Weshalb auch dem Hilfspersonal gekündigt wurde.

Aus Bordeaux meldet „W. T. B.", das; 400 Eisenbahn- angestellte der Médoc-Linie in den Ausstand getreten sind und mehrere Telegrapbenlinien sowie einige Lokomotiven zerstört haben.

Literatur.

Denkwürdigkeiten des Markgrafen Wilhelm von Baden. Erster Band. HerauSgegehen von der Badischen Historischen Kommission. Bearbeitet von Karl Obser. Erster Band. 1792 bis 1818. Mit einem Porträt und 2 Karten. Heidelberg 1906. Carl Winters Universitätsbnchbandlung. 560 S. 14.44- Der Ver- faffer der .Denkwürdigkeiten', deren erster Band vorliegt, der Mark- - graf Wilhelm von Baden, als weitältester Sohn des Markgrafen

und späteren Großherzogs Karl Kiedrüb 1792 geboren, ein länzend begabter Fürst von anziehenden C raktereiaenschaften, hat in Wegter Zeit _ein tatenreicbes Leben geführt. Seine ersten Erinnerungen reichten zurück in die unruhigen Jahre der französischen Revolution. Kaum den Knabenjahren entwacbsen, folgte der Graf 1809 dem Marschall Mafféna als Adjutant in den Feldzug gegen Oenmeiao und machte hier unter bewährter übrung seine erste militärische Schule durch. Mit 20 Jahren, na dem er kurz zuvor seinen Vater verloren ba_tte, führte er 1812 die badischen Truppen nach Rußland, auch bei Leipzig focht er noch, dem Befehl des Gro herzogs folgend, auf Napoleons Seite. In preußische Kriegögefangens aft geraten, be- teili te er sich nach den; Beitriit Badens zur Allians rübmlick) an den deutécben Freiheitskämpien; die FriedenSzeit seit 1815 rachteibm freilich manche Enttäuschungen. Der vorlieFende Band reicht bis zum Jahre 1818, dem Tode des Großherzogs Kar , die folFenden Jahre sind dem nächsten Bande Vorbehaltsn. Von einer star en Neigung für geschicht- liche Vorgänge erfüUt, empfand der Markgraf schon früh das Bedürfnis, aucb seinerseits das Erlebte aufzuzeitbnen und der Nachwelt zu überliefern. Seine Tagebücher (im ganzen 52 Oktavbefte) reichen von seinch 16. Lebenßjabr bis zu seinem Tod im Jahre 1859. Die Denkwürdtg- keiten, die auf den Tagebüchern beruhen sind in den Jahren 1851 bis 1859 niederge1chrieben worden, sie umfa en die Jahre 1792 bis 1847. Im Großbetz lichen Familienarchiv verwahrt, werden fie hiermit zum ersten ' als in einer kritisch gesichteten AusJabe Vorgelegt. Schon die ersten Zsilen dieses bedeutenden Memoirenwerks müffen für deri fürstlichen Autor einnehmen. .Wir würden", beißt es in der Einleitung, „gewiß die Menschen oft anders und besser kennen lernen,

wenn jeder, der ein wechselvolles Leben durchlebte, sich ent- schlöffe, seine Erfahrungen und Schicksale offen und wghr- beitsgetreu niederzuschreiben. Wirklich Erlebtes , auch Von

unbedeutender Feder aufgezeichnet bringt Wahrheit und _ Leben, auch im kleinen, in die eschichte. _ Diese Erwagun e_n bestimmten mich, meine Erinnerun; en bier zummmenzutragen.“ ie ein erschüiterndes Drama lesen cb die Aufzeichnungen über den Feldzug von 1812, wenn es z. B. heißt: .Der 7. Dezember war der chreckltchsie Tag meines Lebens. Die Kälte War auf 30 Grad e- stiegen. Um 3 Uhr Morgens befahl der Marschall den Abmar ck. Als das Signal dazu ge chen werden sollte, war der letzte Tambour erfroren. Ick begab mi nun zu den einzelnen Soldaten und sprach ihnen Mut zu, aufzustehen und sich zu sammeln, allein alle Mühe war vsrgebens, kaum fünfzi Leute konnte ich zusammenbringen, der Rest, zwischen 200-300 ann, lag erstarrt und erfroren am Boden. ist fand auch Kapitän Heinrich von Stetten sein Ende, einer meiner ugendfreunde und ein in jeder Hinsicht außgezeickoneter Offizier. Den kranken Oberst von Franken traf i in einem zerstörten Bauernhaus, auf dem Boden liegend, der Spra e nicht mehr mächtig, und halb auf ihn bingestreckt einen sterbenden Württemberger.“ Man hat längst erkannt, daß die auptscbuld an der furchtbaren Katastrophe nicht dem berüchtigten rufst chen Winter, sondern der entse lieben Zuchtlosigkeit h_eizumeffen ist, die bei der großen Armee einge ssen war. Ganz in diesem Sinne äußert fich auth der Markgraf. Die vielen Tausende von Nachzüglern, die die Armee unter verschiedenen Vor- wänden verlgxen hatten und sich plündernd an sie hängten, erschwerten auf dem Ru zugc das Vorwärtskommen und wurden für die Arriere- Jude, bei der die badische Brigade kämpfte, zur Geißel. Die nächste eranlassung zu der massenhaften abnenflucht sieht der Mark raf freilich in dem Mangel an LebenSm tteln und in der schlechten er- pÜegung der Kranken und Verwundeten. „Statt Brot oder Zwieback teilte man den Regimentern verschimmelies Mehl aus und überließ es ihnen, an meist abgebrannten Orten, wo keine Backöfen mehr vor- handen waren, ohne alle Hilf8mittel Brot zu backen. Dabei waren die Lieferun en sebr gerin , und von den großartigen Vorkehrungen, die der Kai er getroffen aben sollte und mit denen geprablt Wurde, zeigte si keine Spur.“ Die badische Brigade erhielt no im No- vember ene beträchtliche Menge Zwieback, Suppengrieß un Schuhe aus der Heimat nacbgesandt und konnte noch andern Truppen clivas abgeben. Der Diöziplin seiner eigenen Untergebenen, die aus badischen Landeskindern bestanden, stellt der Markgraf wiederholt das rühm- 11 sie eugnis aus. Keiner verließ den Po'ten, auf den ihn der Dienst ge teilt atte. Es waren keine Rekruten, sondern angebildete Soldaten, und an dieseUnterscheidung knüpft der Markgrafgelegentlicb eine beberzens- werte Betrachtung an. _ .Es zeigte fich wieder recht deutlich, was alte Soldaten vermögen und wie ewifsenlos von den Stimmfübrern der Opposition in den Kammern ge andelt wird, wenn sie aussprechen, es genü e beim Ausbruch eines FeldzuSes eine notdürftige Instruktion, um so,; eich tüchtige Mannschaften zu aben Ich kenne keine größere Verschwenduna, als wenn unauögebildete Soldaten ein kostbares Kriegsmaterial in die ände bekommen, mit dem sie dann schnell ins Verderben rennen." Re 11 den Abschnitten über den Feldzug von 1812 bieten die Erinnerungen an den Wiener Kongre ein besonderes Jntere e. Hier bewarb si der Verfasser eifrig um die Anerkennung der Er fol e der Hochberas en Linie der er an ebörte. Es gelang ihm, den inister vom Stein, der ißm anfänglicß mit urückbaltung und sichtlichem Mißtrauen begegnete, durch seine fre mütiae, ent- !ckpiedene Sprache umzustimmen und in ihm einen einflußreichen Für- precher _zu gewinnen. Die Unterredung, die für beide Teile höchst cbarakteri tisch war, hat der Markgraf in anschaulicher, lebendiger Weise wieder egeben. Die 47 Beilagen bilden eine wertvolle Zugabe zum Text. it Recht dar man mit dem erauögeber der Denk- würdi keiten wünschen, daß als chävbarer eitrag zur aÜgemeinen Zeltge?ch1chte Beachtung und Würd gung finden.

Laud- mtb Forstwirtschaft.

Weizeneinfuhr Marseilles.

Na den Wochenübersichten des in Marseille erscheinenden .Sémap ore“ bat die Weizeneinfubr Marseilles auf dem Seewege

betragen: in der Zeit vom 10. bis zum 15. Juni d. I. . 152 192 ay. davon aus Rußland . . . . . . . 142 008 in der Zeit vom 17. bis zum 22. Juni d. I. . . 100 801 davon aus Rußland . . . . . . . 87282 in der Zeit vom 24. bis zum 29. Juni d. I. 98 221 , davon aus Rußland . . . . . . . 54 758 . in der Zeit vom 1. bis zum 6. Juli d. I. . . 40121 . davon aus Rußland . . . 18000 .

In den Mar eiller orln'ie'derra entbe'anoden am 4. Juli 1). I. 60 320[ äs. Z f "ck

vorgele ten Forderungen der Arb tnebmer umthen 21 Punkte, von denen 4 von den Meistern bewilligt wurden. egen die Hauptforde-

Getreidebandel in Antwerpen.

Der Kaiserliche Generalkonsul in Antwerpen berichtet unterm 3. d. M.: Der Weizenmarkt in AnWerpen war zu Anfang des Monats Juni" schwach und leblos. Es hielt schwer, Geschäfte zu den leßten Preisen abzuschliYen. Die Ankünfte waren bedeutend, es wurden in den leßten 4 orben mehr als 1 Million Quarters in Antiverpen abgeladen, sodaß sicb die Vorräte auf mehr als das Doppelte derjenigen in der gleichen Zeit des Vorjahres beliefen. In- folgedeffen rvar greifbare Ware zu niedrigen Preisen _zu haben. Die Nachfrage war gering. Erst in der zweiten Hälfte des Monats stiegen di: Weizenpreise. Die Lage des Meblmarktes blieb indeffen ruhig und unverändert.

Die Geschäfte in Weizen waren besonders deshalb so schwierig, weil man für Leichter, unter garantierter, mindestens einmonatlicher Lagerung täglich für den Kahn bis zu 25 Fr. forderte. Als gegen Ende Juni die Ankünfte geringer Wurden, zeigte der Weizenmarkt eine festere Tendenz, aucb gingen die Leichterkosten auf einen normaleren Sußybkerunter, was einen vorteilhaften Einfluß auf die Nachfrage (: u e.

Cif-Gesehäfte auf entfernter: Lieferung blieben indeffen vereinzelt.

Die Preis e für Getreide und Mehl stellten fich Ende Juni ungefähr wie folgt:

Weizen: Australia. . Fr. 174 a . . . . , 173/3 amerikanischer . , 17.1- Kansas . . . -_ . . . . 171/3 Kurachee, weiß, aui Lieferung. 163,75 ! kor, ' | ' t 161.8 Kalkutta . . -- Oregon . _ lata. . , 152-1621 9:15:14 . 15-17 _kmsiilbek- - . 167, 3-174 inländischer . , 16:1 R o g g e n: ausiändiscber . 14-141 inlandixcher . . . . . 15 Hafer: ruifiicher und amerikanischer . . 17-191 Gerste: für Futtöxstyje 12Z_137 . . BkäUstMé. . -. , 13Z-17É Mais: amerikanischer und Plata . ., 12z_125;z Odeffa und Donau . . 121-141-

Weizenmehl:iniändisches.*. . . . . . 20F

Die Vorräte wurden am Monatsschluß, wie folgt, gesckpäßt: We en: 1000000 (17.

Ge ie: 75000 „, Ro gen: 20000 Jer: 30000 ,

(115: 100000

GesundheitsWesen, Tierkrankheiten nnd Absperrungs- maßregeln.

Gesundheitsstand, Geburten, EHLscbließungen, Sterbe- jall_e, Wobnun_qs-, Gexverbe- und ©chulhygiene,Kranken- sür1orge und Heilperjonal in Preußen im Jahre 1904.

Von der Medizinalstaiistik Preußens, die yon der Medizinal- abteilung des Ministeriums der geistlichen 2c. Angelegenheiten jährlich unter dem Titel ,Das GesundheitSwesen des preußischen Staatß“ berauSgegeben wird, liegt der Band über das Jahr 1904 nunmehr vor. (Berlin, Verlag Von Richard Schoeß). Er berichtet wie die Bände der Vorjahre über die Bewegung der Bevölkerun , die Ge- sundheitsverbältnisse, die Wohnungsbygiene, die Be7chaffenbeiß Reinlichkeit, Beleuchtung der Straßen und den Verkehr auf ihnen, über die Wasserbersorgung, die Beseiti unlg der Abfallstoffe, die ?_esundbeitliche Ueberwachnng des Nahrungsm tte verkehrs, die Schul- ,ygiene, über die geWerblichen Anlagen und ilTre Einwirkun auf die Gesundheit der in ihnen beschäftigten Arbeter, die Fürßorge für Kranke und Gebrechliche, über den Gesundheitßzustand und die Be- scFä-ftigung der Gefangenen in den Strafanstalten und Gefängnissen, ü er die Badeanstalten, das Leichenweien, das Medizinalpersonal und die Kurpfuscberei. 11:11le den tabellarischen Uebersichten im Text befinden ?Ich einige neue, so diejenige über die Zahl der Desin ektoren und Desiniektionsapparate und eine solche über die Tätigkeit der öffentlichen Nabrun Smitiel- unteYuchungSanstaltén. Der dem Text angehängte Ta eUenteil des ' andes entbälx dieSmal_als_Tabe[le 24 eine AufsteUun über die Säuglingssterbltckpkeitin samtlichen Provinzen, Regierungsßezirken und Kreisen des preußtsche_n Staats. _ Der Gesundheits- zustand war in Preußen wahrend des BeZchtsjabres als im allge- meinen befriedigend zu bezeichnen. Die Sterblichkeit blieb mit 195 auf 1000 Lebende gegen _die 19,8 betragende Ziffer des Vor- ja res etwas zurück. Da zuglxicb die Zahl der Geburten nicbt unwesentlich stieg, so wgr _rte Zunabme kn Bevölkerungszaßl “rm Berichtsjabre erheblich, namlich um ru,".k 3.5(00 Körie MF: „115 1903 und stand nur um rund 15000 _untcr :ck: :ck 3.1th WCS, der höchsten bisher beobachteten. Di:“ men. Urs)? Sterblisbkki:macht-: sich übrigens durcbwe in kenjünzsraneke:;'«;1xer'-Tu'zn, ki; W:: Z."). 33572, eltend; in den LL nsaltsrn II?; "25 Z.:Zr!_::*-.:r TZ: Sméiicbkkxt Löber als 1903. Auch die SäxrzUanirkrNiÖkxu w:: 1904 z:?éxxxr als 1903, ohne allerdings _ki': Yuüizm 3355-71 :»:J MW 1.3.2 5.1 erreichen. Die UUJYWÖÖKUÉLXOLIL *.:n: Trockrr-k-xx LCJ- S*FTTL'TZ 1904 batte keine M_*entlich€n_§térun5chr: k.": ;ÜZWKYL: ES::IZU'H verhältniffe im Gefolge. “Dis erk'mnxrz J:".“ZOZ'TZTKN D::IHKTQ hielt fich in mäßigen GkkU-M. Ychwere_Vclk§'x*-xckck ::;lIkk'ÖU Ursprungs sychxcn rw! Lax? n:cht_ “Oxim. Tkkai ke! (;;-..::::- eines preuß17chen 'qucbengewsex- rw Lankxa; nixbt z:: x.“. abschiedung kam, w i_rurden koch „mx UYU «"W“. der Seuchen_befämv_kunz _bxkkuxkni? Xrn'Örin: MLU:- Die bakteriolrgiicbxn Unteimcbamgsttellcn bxi den Rczinuugn: wurden der Zahl nach Oermsbrt unk weitcr Jusseitaltet, *.*-Z T-Éinirkirws- wesen wurde ?urcb Ausbildung zahlreicher Txöinfkktcrcn in dm “.'-'r ibre Unterweixung cingxricbxexen Schulen geißrkerx, ric Bekämrßanz des Unterleibstvvbus entwickclte fick). dank den eitrigen Bemühungen der Gesundheitstmt-m. inim_cr erfolgreicher und die' Einkximmxmg der vvikImordenden Tubexkgloie_ ging in ererUZiÖer Wei'c !*:rwärtx. Auf dem Gebiete der Ortschaftsbygienx in_ein rkch Vyrwärts- streben unverkennbar. Die Wobnungkvcrbaltninx der wxnigcr de_- mittelten Bevölkerungssäoicbten beZerten sicb_ stetig, dn" BUW- ß tigung der esundbeitlicben escbaffench ker ernuagw. ü rt sich in mmer _zablreicberen Gemein" den _.112 da::xxnre Einrichtun ein. entrae Waffervetsorgunzm x.".r'tedex__311;;':r- lich an velen, au kleineren Ortschaftexi, ebemo_ Kualgxmoam zur Abführung der Hauswäffer und mxgscbliäxn 355.17."- 53:7! ra; gesundheitliche Wohl der Schulkinder m kurch „Schuliayxex und durch die Tätigkeit der Kuis- bezw. der Schulth :*th MUM geschehen. Jm Krankenbauöwesen wuxde_1*e'c'ndm Aatmxk, . samkeit auf die Absonderung der Krankxx mt UWEJÖW verwandt; sämtliche _unter der Auyrcbt de_t Zintuvmoalm; stehenden Gefängniise wu_r_den i_m BmZtkj-Üx _kund Ut Medizinalbeamten eincr Prufung ibm guankbcijltthcn Z"“ stände unterzoen. Jn Fragxn drr Eexwerbebrgtxne werde: die MedizinÉbeamten aUmahlicb baynzn _um_ ihren Rat an egangen. VeLondere Erwähnung vxtdiemn dic mch Maß- naßmen zur Bek mpfung des Mobolazrßbrquobs, deux zu steuern. „ck die staatlickpen Bebördeg auf maricherln _Weise und _nnbt _obne Erfolg verxuchen. Der Bericht stel]! mttBefnedigun-g fe'Yi, k.“ auf allen Ge ieten der öffentlichen Getunkxbetxsvfiqze im Berichtsia r eine ge- deihliche Entwickelung der Yerbaltmffe zu beobachten gewesen ist.

Aus den reichen statistischen Angaben des Bandes mögen hier einige über Geburt, Eheschließung und Tod Plus finden. Die Zahl

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