1906 / 177 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 28 Jul 1906 18:00:01 GMT) scan diff

SeineMajestät der König babsn Aliergnädigst geruht:

deF K*richgerichtsrat Schulz zum OberkriegSgcrichts- rat un

den Intendanturaffeffor Michael von der Jntendaniur dcs i'. Armeekorps zum Militärintendanturrat zu crncnncn,

drm Studicurat Dr. _Kloevckorn am Kadettrnbause in Köslin und dem Profcffor Schalsejew an der Kriegs- akademis den persöiilichn Rang als Nat vierter Klasse,

dem Oberlehrer Schoubye am Kadettsnbause in Raum: burg ein Patent als Profeffor mit dcm Range als Nat vierter Klaffc, sowie _

dem Militärbauinspektor, Baurat Kabrstedt in Netffe beim Ausscheiden uns dem Dienste den Charakter als Geheimer Baurat zu verleihen.

Auf Ihren Bericht vom 6,3110 d.J.'wi[1 Ick) dem Kreise Karthaus im Regierungsbszirk„Danzig, welcber den Bau der Cbauffes von Eggertshiiite ngck) Mariensce bcscbloffsn bat, das EnteignungSrscht fiir die zu dieser (Thai"iffce. cr: forderlichen Grundstück? sowic gigen Uebrrnahme dcr knnfitgen cbauffecmäßigcn Unterhaltung der Straßc das R.echt zur Erhebung des Chausscegeldes nach den Besttmniungen dss Chausseegeldtarifs vom 29. Fcbrriar 1840 ((H.-S. ©. 94) und des Tarifnachtrags vom 6. Zum 1904 ((H.-S. S. 139) einschließlich der in crstcrcm _entbalteiicn Vkstimmungen über die Befreiungen sowie der 10n1tig8n, dl? Erhebung betreffenden usä lichen Vorschriften -- vorbezbaltltck) der Abändsrung er iämtlichen vorauf cfübrien Bkstimmungen - verleihen. Auch 1011611 die dem hauffsegeldtarifc vom 29. Februar 1840 angehängten Brftimmuiigsn wsgcn der Chaussee: polize'ivergrbcn aiif die gedachte Straße nach crfothem Ausbau zur Anwendung kommen. Die eingereichte Karte Erfolgt zurück. .

Digermulcn, dsn 16. Juli 1906.

W i l h e l m K. Breitenbach.

An den Minister der Öffdntlichen Arbciien.

Finanzministerium.

Es sind Hier mrbrcre GesnckzcvonBrauern eingegangen, in 900811 darum gebeten wird, Vorräte an Ersatzstoffen, insbesondere Rris, dsren Vsrwcndung durch das neue Braustsuergessß ailgemrin oder fiir die von den bcireffrnden Brauern bwgcstsllten Biere verboten ist, 11051) nach dem 1. Juli 5. J. aufbraucben zu dürfen.

Im Einvernehmen mit dem Hkrrn Reichskanzlrr (Reichs- schaßamt) benachrichtige ick) Euer Hochwohlgeborcn ergebenft, daß derartigen Gesucben nicht entsprochen werden kann, weil es hierzu an einer IWFÜMU Ermächtigung fehlt. _Etwa dort Lingaende Gesuche 1111 mit Bezug auf disse Versügung ab- zuie nen.

Berlin, den 18. Juli 1906.

Der Finanzminister. Freiherr von Nboinbaben. An die Provinzialfteuerdirektoren und den General- direktor des Thüringischen Zoll: und Steuervereins in Erfurt.

«. Abschrift erkFZ 'die Köniéchhe Regierungxzzxzr gleichmäßigen . „,a „x.:

tu . k .)" _ „1,5 Yeiiin, d'en I. Juli 1W. . Der Finanzmniister. Freiherr v on Nl) etnbaben.

An die Königliche Regierung in Sigmaringen.

Kriegsministerium.

Der bisherigé Jntkndanturrcferéndar Dr. Böhme von drr Jnisndantur des Gardekorps ist als etatsmäßiger Militär: Jntendaniurasseisor bei der Jntendantur des 7111. Armee- korps angesteÜt, der bisherige Do ent an der Militär- technischen Akadsmie und Hilfschemikkr _ cim Militärwersuchamt Dr. PoypenberY ist zum etatSmäßigcn Zivillcbrer an der Militärischniscben lkadcmic und der Militäriniendantursekrctär Bomke von der Jntendantur des ]. Armeekorps ist zum Ge- heimen cxpedierenden Sekretär und Kalkulator im Kriegs: ministerium ernannt worden.

Ministerium für Harrdel und Gewerbe.

Bei der Geologischen Lanchanstait und Bergakademiy zu Berlin ist der arxßcrciatcömäßigc Geologe Dr. Hans Stille zum Yezirkßgroiogen ernannt worden.

Justizministerium.

DLM LandgerichthpräsideUten , Gehsimen Oberjuftizrat Braun vom Landgericht 1 in Berlin, dem Landgerichtsrat Mohr in Flßnsbur und dem AmtsgerichtSrai Fenner in Cassel ist die nac€gesuchte Dienstentlaffung mit Pension, dem Landricbier Kii ter in Dortmund die nachgesuchte Ent: lassung aus dem Justizdienst erteilt,

_ Der AmtSrichter Dr. Pfau in Hohensalza ist zUm Notar in Berlin ernannt.

Der LandgerichtSrat weiiback) in Duisbrrrg und der AmiSrichter Mertens in Weißensee bei Berlin sind zur RechtSanwaltschaft zugelassen.

Verseßt sind die Arni? erichiSräte: Fronzig in Brieg nach Breslau, Rudert in ortmund nach Cassel und Gcl- baar in Sialluponen nach Insterburg, die Amtsrichter: Nohl in Hagen als Landrichter an das dortige Landgericht, Dr. Schreiner in Saarlouis ais Latrdricbtsr nach Saar- brücken, Dr. Loerkrns in Crefeld nach Cöln, Dannbausen in Bochum nach Crefeld,„_Dr. Schulze in Becßendorf nack) Lütjenbur , Bothe in Zuliicbau nach Grünberg, Dr. Noli? in Neidcn urg nacb Elbing, Zeibc in Lyck nach Bochum und von Klocke in Mühlhamen 1. T1). nach Cassel.

Dem Bankier „Herz Hirschland in Essen_ ist dir iiack): gesuchte Entlassung aus dem Amte als 1tellV€rtretender .HandelSrichter erteilt. _ _

Bei dsr Kammer fiir Handclsqachen in Stralsund i1t der Kanfmarm und Konsnl (*93111tav Kock) daselbst zUm Handels: richter, dsr Kaufmanii .Hrrmaun Voß dassibst ziim stellver- tretenden „Handelsrichter wirderernmmt und der Fabrikdircktor Kuti Bartcns daselbst zum steilvrrtretendkn .Hmrdelsrichtcr Ernannt.

Dem Erstkn Staatsanwalt Berndt in Zcbwsidniß ist die Rachgcsuchc Ticnstcntlassung mit Vcnsion er19i1t.

In der Liste der Rechtbanwälte find gelöscht: die Rechts: anwälte Dr. Har feld bei dem Kammergericht, Dr. Vossen bei dem Oberlczn ericht in Coln, JustiJrat HUJV Neu- mann„Dr. Remsha'gen und Urbach bci em Lan gericht 1 in Berlin, Kolberg bei dem AmtSJericht in Schwedt a. O., Kraß bei dem Amtsßericht in Berncastel und Dr. Glöckler bei dem ArntngeriKß 11 Frank urt a. M.

' In die Lifteder Re tSanwz'ilte sind eingetragen: di? Rechtsanwälte Dr. M chael1s aus Recklinghausen Öli dem ObxrlandeSgericht in Hamm, Adolf Friedländer aus Berlin bei dem Amthericht in Lichtenberg, Wenßel aus Kolibris bei dem Landgericht in Liegniß, Fischer aus Kellm usen bei dem Amthericht in Mel- dorf, die_ GerichtSass oren Bewersdorff bei dem Ober- landesgertcht in Celle, Dr. Was 1 rr bei dem Landgericht 1 in Berlin, Gittler bei dem Amthertchtin Myslorviß, Dr. Her- mann van Biema bei dem Landgericht in Hannover, Henri) bsi dem Amthericht und dem Landgeri t in Bonn, R ode bei 11an Amthericht und _dem_ Lan gericht in Bo um, Dr. Lübbe bei dem Am ertcht m Wandsbek, Davidsobn 021 dem Amtherjcht in affenhxim und Eisenhardt bei dem Amts_ ericht m Müh aufen 1_. Tl).

T_Oie mtherichtSräte Levi) m Beuthen i. O.-Schl. und Speichert vom Amtsgerichte Berlin-Tempelbof und der ?ieckZtSanwalt, Justizrat Radermacher in Aachen sind gs: tor cn.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

_ Dem K_reisbauinspektor, Baurat von Wandel in Berlin ist die Bgumspektion 17 im Geschäftsbereich der Ministerial- baukomm1ssion und dem Bauinspektor,Baurat Ksrn in Berlin die Kreisbauinspektorftelle Berlin 111 im Geschäftsbereich der Regierung zu Potsdam übertra en worden.

Der Negierxrngsbaumeister ock in Essen ist zum Wasser- bauinspektor bei der dortigen Kanalbaudircktion ernannt wor en.

Bekanntmachung.

Zum Andenken des am 28. Juli 1883 auf Jschia drrstorbenen

Malxrs Adolf GinsberÄ aus Berlin haben deffen ©e1chwisier, Herr

biltbp Gipsberg in erlin und rau von Boscban, geborrmc Gins- erg, in Wien, eine Stiftung erri tet, welche den Namen

.Adolf-Ginsberg - Stiftung“ trägt.

Der Zweck der Stiftung ist, jungen befähigten Malern deutscher Abkurzft obne Uriterscbied der Konfession, welche ibre akad€mische Studienzeit absolviert und davon mindestens das [2 te Semester die Königliche akademische Hocbéchule für die bildenden ünsis zu Berlin besucht haben, durch Verlei ung von Stipendien die Mittel für ihre Weitere AUZiUldunß, entweder in Meisierateliers, oder auf auswärtigen Akademien, oder durch Studienreisen ins Ausland zu gewähren.

Die Stipendien sollen vorwiegend Malern zu.;ute kommen, doch soßen in besonderßn Ausnahmefällen auch iervorragmd begabte junge Brit-beauer; berrxcknchtigt werden dürfen. 1 des Statuts der St tung.

Das Stipendium, welches der Regel nach in vierteljährlichen Raten gezahlt Werden soll, wird nur auf ein Jahr bewilligt, darf jedoch zwei Jahre binixreinander, aber nicht länger an denselben Bewerber bewilligt werdeii, 4 des Statuts.)

Bei den Bewerbungin“-- elch. an den Direktor der Hochschule für die bildenden Kunste zu Berlin zu richten sind, sind folgende Schri stücke einzureichen:

1 ein vom Bewerber vsrfaßter kurzer Lebenslauf,

2) amtlicbekZeusZniffe über die Absolvierung der akademischen Studien ,und uber übruxig, Fleiß und Befähigung des Bewerbers. Erforderltäpenfaiisi haben die Bewerber diesen Nachweis durch Vorlage ibrer Studienarbeiten oder durch Probearbeiten vor dem Direktor der KÜHLER" akad§71ischenHoch1chule für die bildenden Künste zu Berlin zu :: ren. .

DirvSiipendiaien sind Verpflichtei, über ihren Aufenthalt und ihre Taitgkrit an den Dtrkktor der Königlichen akademischen Hoch- schule für die bildenden Künste zu Berlin quartaliter Bericht zu er- statten und gußerdem mit Ablauf des zweiten Quartals an die König- liche akaderxnsche Hochschule für die bildenden Künste eine Studien- arbeit maßigen Umfangs (entrveder eine Studie nach der Natur, oder eine Kopie nach einem beworragenden Werke der älteren Kunst) einzu- liefern, wklche Eigentum dxrselben wird. 10.)

Bei mangelbaftem Fierße oder schlechter Führung des Stipendiatcn kann demsklbcn das Stipendium durch das Kuratorium entzogen werden. 11.)

Das Stipendium beträgt etwa 1700 „14 und wird für die Zeit Vom 29. Dezember 1906 bis dahin 1907 Verlieben.

Geeignete Bemerber haben ihre Gesuche mit den in Vorstebendem geforderten Attesien bis zum 15. Oktober d.J. an den unterzeichneten VorsiZenden des Kuratoriums einzureichen.

5 erlin, den 28. Juli 1906,

Der Vorfißende des Kuratoriums der .Adoif-Ginsberg-Stiftung“. A. von Werner, Direktor der Königlichen akademischen Hochschnie für die bildenden Künste.

Personalberänderungeu.

Königlich Preußische Armee.

Of7izicre, Fähnricbe usw. Ernennungen, Beförde- rungen und Versetzungen. Im AktiVLn Heere. Odds, an Bord des Dampfers ,Hamburg“, den 27. Juli 1906. Prinz Oßkar Von Preußen Königliche Hoheit, Lt. im 1. Garderegt. z. F. und ;; 18. 511119 des 3. Gardearen. Landw. Regis, auch 5. 1a 55116 des Gren. Regis. König Wilhelm 1. (2. Westpreuß.) Nr. 7 9811601. v. Gontard, Oberstleutuant und Fiügeiadjutant Sriner Majestät des Kaisers und Königs, unter Be- laffurig in, der Stellung als Obergouverneur des jüngstsn Sohnes Seiner Majsstät, dss Prinzen Joachim Von Preußen König- liche Hoheit, yon dem Verhältnis ais Obergouderneur des Prinzen Oskar bon Preußrn Königliche Hobeii enthoben. (Hr. v. Soden, Hairptm. und disnsttuender Flügeladxutant Seiner Majestät des Kaisers und Köniss, unter Belassung _tn_ dem Verhältnis als Flügel- adjutant Seinür Maissiät, zum miiiiartscben Begleiter des Prinzen Oskar don Preußen Königliche „Hoheit, Frhr. 1). Senden, Major im (Hroßcn Generaliiabe, kommandiert als _Militäraitachéx bei der Botschasc in Madrid und bei der Gesandt1chaft in Liffawn, zum diensttuenden Flüqeladjutanten Seiner Majestät des Kaisers und Königs, - ernannt.

xlll. (Königlich Württembergisckjes) Armeekorps.

Offiziere„ Fähnriche usw. Ernennnngen, Beförde- rungen und Versetzungen. Jm akßiiben erre» 21. Juli. 1). Martin, Oberst bxim Stabe des Jn1. Rrgts. Köniß Wilhelm 1. Nr. 124, kommandirri zur Dienstleistung bsim BikikidiinxxIamt dss Artnsekorps, zum Vorstand dcs Brkiridungsamts ernannt. Ferling, Obkrst'lr und Bals. Kommamdeur im 4. inf. I)i«gt. Nr. 1:52 Kaiser Franz Josspbxiwn Okiiexrriäy, König von Urm.-rn, zum Stabe drs Inf. RMS. .Kbxiig Wilbkém 1. Nr. 124, 910,11chmann, Major nnd Barts. Kommcmdxur im Isis. Régi- Kai1er Wilbelzn,

von Preußen Nr. 120, in das 4 Inf. Regt. Nr. 122 Kai er Franz, Joseph vim Oesterreich, König von Ungarn, - versest bbinghaus, uberzäbl. Major aggreg. dem Inf. Regt. König Wilhelm [Nr. 124, unter Vsrseßung in das Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, Konig von Preußen Nr. 120 zum Bats. Kommandeur, Schneider, Hauptm. und Militarlebrer am Kadettenbause in Karls- ruhe, unter „Enthebung von dem Kommando nach Preußen, zum Komp. Chef im Gren. Regt. König Karl Nr. 123, Winke, überzäbl. Hauptm; im 4. Inf. Regt. Nr. 122 Kaiser Franz Joseph Von Oester- reich, Konig von Ungarn, Wintterlin, ü erxäbl. Hauptm. im Inf. Regt. Kaiser Friedrich, König von Preußen Nr. 125, - zu Komp. Chefs, - ernqnnt. Gramm, Lt. im 10. Inf. Regt. Nr. 180, von Brrunmg , Lt. im (Gren. Regt. Königin Olga Nr. 119, - zu Oberlts., vorläufig obne Patent, befördert. Sotbmann, Lt._ im 9. Inf. Regt. Nr. 127, in dem Kommando nacb Preußrn bebu1s Dienstleistung beim Telsgrapbenbat. Nr. 1 Vom 1." Oktober d. I. ab auf ein Weiteres Jabr belassen. Frhr. v. Ober- lander, Königl.'preuß. Obersilt., beauftragt mit der übrung des Ulan. Regis. König Karl Nr. 19, zum Kommandeur deses Regis. ernannt. Schmrdt, Unteroff. im Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König vonLZpreußen Nr, 120, zum Fähnr. befördert. „_ Jm eurlaubtenstande. 2]. Juli. Befördert: Eberle (Stuttgart), Lt. der Rei. des Eisenbabnregts. Nr. 2, zum Oberlt.; zu L_ts. dsr Res.:- die Wthefeldwsbel bzw Vizewachtmeisicr: Krug, Grasle, Ruesf (Stuttgart), des Gren. Regis. Königin Olga Nr; 119, HaZenmeyer (Stuttgart), des 4. J1.f. Regis. Nr. 122 Kaiser Franz osepb von O'xfterreich, König den Ungarn, Säbimpf Ilm), des Gren. Regts. Konig Karl Nr. 123, Haug (Stuttgart), iblmeyer" (Rabensburg), des Inf. Regis. König Wilhelm 1. Nr. 124, Nubitng (Ulm), des Ulan. Regis. König Karl Nr. 19, Schmuckle (Eßlingxn), des 3. Feldart. Regis. Nr. 49, Zartmann (StthTtht, ddes bTramlblais. Nr. 13.J ie s ewi igungen. m aktchnHeere. 21.Juli. v. Schempp, Oberst und Vorstand des Bekicidungßamts des Armee- korps, in Genehmigung srines Abschiedskgefuckys unter Verleihung des Charakters als (Gen. Maxor mit PékafiOn zur Disy. gesteüt. ' JmVeurlaubtenstcrnde. 21. Juli. Cronemeyer(Reut- lingen), Lt. dcr Res. des 10. Inf. Regts. Nr. 180, der Abschied

bewilligt. Beamte der Militärderroaltung.

13. Juli. Vogel (El]warzgen , Unterapotbeker der Landw. 1.Aufgebots, Dr. Berblinger (Hor ), Herbst, Graf (Heilbronn), Liedtke (Eßlingen), Schneider (Gmünd), Unterabotbeker der Res., - zu Oberapotbekern ernannt. Krick 1Ulm), Oberapotbeker dcr Landw. 2. Au'fgebots, der Abschied bewilligt.

15. Juli „Steck, Jntend.Sekretär Von der Korpsintend., zum Geheimen expedterenden Sekretar im KriegSministerium, Moser, Kanzleirai, Intend. Registrator bon dcr Korpsintcnd., zum Geheimen Registrator 11,11 Kriegßm'inisterium, Weidelenér, Unterzahlmstr, zum Intend. Registrator bet der Korpswthd, - ernannt.

Kaiserliche Pkarine.

Offiziere usw. Erne'nnungxn, Beförderungen, Ver- seßunger usw. 19. Juli. Bcfbrdert: die Korb. Kapitäns: Jasper, Kdmmandeur der 4. Matro1en-Art. Abtéil, Hebbing- bau_s_, Marmeattachéz bei dcr Botschaft zu Washington, - zu Frey. Kavitams'; die Kapitanltsx d._Natzmer, Erster Offizier S. M. Schulscbrffes .Stein_“, v. RUestorff, NavL'ga1ionsoffizier S. M. Lmienschiffes .Prrrrßin“, Kotbner, Führer der 2. Komp. der 2. Torpedo-Abtetl , - zu Korb. KapitänS' die Oberlts. zur See: Wendt vom Stabe S. M. Linien1chiffes .Kurfürst Friedrich Wilhelm“, Schultze (Erich) vom Stabe S. M. Schul- schiffes .Sto_sch', Rexbder vom Stabe S. M. Schulschiffes .Marö', 7“ zu Kavitanlts.; die Lis. zur See: Jeneßky dom Stabe S. M. Linienschiffes .Lotbrmgen“, ander von der 1. Torpedoabteil., zu- gleich Manöverflottille, Wi el dom Stabe.S. M. großen Kremers . nnz Adalbert“, - Éu Oberlts. ur See; v. Maubeuge, F bur. zur See von . M. Linienschiff „Kai er Friedrich 111“, unter Verleibung eines „Patentes vom 30. M rx d. I. zum Lt. zurfSee; Muller (Rudolph), Marineingen. vom Stabe S. M. Liniensäoiffs .HeffJi', zum Marmeoberin en.; Dr.Abrens, Marine- assisi. Arzt vom Siabe S. M. Liniens isfs .Elsaß', zum Marine- oberassisi. Arzt, Wirzdbaus, Marineunterarzt von der Marinestation der Ostsee, zum Mgrmeassist.Arzi. Brieglcb, Korb. Kapitäi1z.D., Assist. des AuSrustungsdirekters der Werft zu Wilhelmsbamrn, Schliebs, Marineoberingen. Von der _1.Wrrftdiv., - mit der gesty- lich€n Pension, dsr Ausfickot 'auf Anstriiung im Zivildienst und der ErlaubnS zum Tragen der bisherigen Uniform dsr Abschied bewiüigt.

Yichlamfliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 28. Juli.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. Flußkanonen- boot T_Fingtau“ am 25.3119 von Kmeishien nach Nanning (KwangUH abgegangen.

S. i. „Kbt. „Luchs“ ist vorgkstcrn in Tschinkiang (? a;:gtse) l)ngetroffen und geht Übermorgen von dort nach

u ung a .

S. M. Kbt „Iltis“ „i_st gestcrn in (“utschau eingetroffen. . S. M. S. „Hansa“ 111 gestrrn von [MM) nach Hongkong m See gegangen.

Der heimkehrende Transport der von S. M. SS. „Bussard“ und „Seeadler“ abgold'sten Besaßungen an Bord des inchSpostdampfers „Markgraf“ ist vorgestern in Aden ein etroften und hat gestern dis Heimreise über Suez- Port Said ortgeseßt.

Großbritannien und Irland.

Jm Unterbquse machte gystérn der Unterstaatssckretär Robertson Mitteilung von den Absichten der Reqikrung hin- 11 tlick) des neuen lottenbauprogramms. Er crinncrte, . T. B.“ „u olge, daran, daß das ursprüngliche Programm 4 anzerschiffe, 5 H0cbsc'etorpedobootSzerstörer, 12 Küstentorpedobootszerstörer und 12 Unterseeboote vor- gesehen habe und daß brabsichtigt gewesen sei, die 4 PUMA“- schif1e nachdem Dreadnought-Typ zu bauen. Dieses Pro: Fromm sei im November aufgsstellt und seitdem forg- ältig geprüft worden. Es sei die Einstimmig? Ucberzcugung der Admiralität, daß es in folgcnder Weise einzu- schränken sei: Statt 4 Panzerschiffe dcr Dreadnought- Klaffe 10111811 nur 3 gebaut werdrn, anstatt 5 „Ochse?- torpedobooiszcrstörér nur 2 und anstatt 12 Untereeboote mir 8. Die Zahl der Kiistkntorprdobootszerftörer 10118 un- verändert blriben. Dio (Hrsamtau-Z-gabc hätt? nach dem friiberen Programm 9340 000 Pfd. Stsrl. béti'agcn, Währexd sie sick) nach dem neuen Programm (mf (; 800 000 Pfd. Sterl. 110119.

Nachdkm dsr UntersUatxJseer-tär im ireiisrcn Vrrlauf seiner erI auf di? Haager Konfrrenz, dir Erkläxmigkn Sir (Edword Greys und die Vom Uriterbariss im dieser Frcxgs angenommene Résdluiion Bczug MXWMUWU, 101110 €:, dsf; aii“, dicse Dinge dsr Regierung und der

Fi ' z Admiralität Mr Amaru 0_81ck)!Véi;1 bäti-“n. Dic Re,:ikrung wollr in den "bmg

Jahren 1907 11:1 1905 anstzir :nii d.:i; 711er Wii wirr Panzersckyiffen

zu beginnen, wie ursprünglich beab icbiigt war, nur deren zweiauf den Voranschlag 1e13en, dabei abcrrorbe alten, daß ein drittes Kebaut werden sone, wenn „die Haager Konferenz zu keinem Erge nis bezüglich einer Einschrankung der Rüitungen führen soUte; außerdem werde die Anfangsbaurate der Schiffe io niedrig bemcffen, daß er1i gegen Ende des Finanzjabres zu ihrem Bau geschritten werden könnte.“ Auf diese Weise betone die englische Regierunq, daß sie von auir1chtig€n Ab- sichten beseelt sei und den Wunsch l))be, die Rüstungen zu vermindern. Der Unterstaaissekretär besprach zum Schlusse die: Gerüchte übst Meinungßverscbiedenbeiien, die in der Admiralität bezüglich drr ge- planten Verringerung der Aufwendungen für Flottevzwkcke bestehen sollen. Die Marinesachderständiqen diessr Behörde, erklärieRobertson, hätten die Ausführung des abzeändsrten Programmsqempfoblen. Die Prüfung der allgemeinen internationalen Flottcnverbaliniffe babe sie überzeugt„ daß das Gleichgewiäyt der Macbtverbältntffe zur See durch die Vermmderungen nicht werdx erschüttert Werden. Es sri Grund vorbanden, zu glauben, daß jener Fortscbriit in den neuen Flokienbau- vrogrammxn der frcmden Mächte nicbt eingetreten sei, den die Adfrxxiklatlitat Vorausxxeseßi babe, als sie das ursprüngiiéhe Programm an 1 e e.

Das konserdative Mitglied L 6 e sprach sich gegen eine Einschränkung der Rüstungen aus. Seit dem ursprünglichen Programm sei sine Besserung in den intrrnationalen Bezisbnngen Englands nicht ein- etreten. Die Frage_der Abrüstung sei Von dem Programm der Kaager

(mieren; angescblc-ßen worden. Die Mehrzahl der ministerikllen ? ednet biiligie sodann die Politik der Resierung. B also U r sprach die Meinung aus, daß der Wrg,_den die Regierung eixgsschlagen babe, nicht der WSJ sei, drr zum Frieden 1übrkn Werde, und 116111: die Erklärungen dcr Regierung ?xber die Vermzbrung der LuistungNäbigkeii und die Sjärke der Flotte und der ATMEL den Erklarungen drr Regierung über die Einschränkung der Rüstimgen gegenüber.

Der Premierminister Campbell-Bannermann führte aus: auf die Angehörigen dss Marineamts, di: der Marine angehörten, sei kein Druck angeübt worden. Disse hätten vielmehr unter Berück- fickoligungder Lage der Rigierung erklärt, daß das, was jsßt in Vorschlag gebracht 1ei, zur Aufrechterhaltung der erforderlicbkn Stärke der Flotte genüge. Er bekämpfe nicht den Zwei-MäÖte-Maßiiab, er frage sick) absr, ob bei der Berechnung dessen, was bon Frankreich undDeutschland ge- baut Werde, nicht vielleicht auch Kombination mit1piele. England werde bis zum Jahr? 1909 die einzige Macht sein, die Schiffe von dcr Dreadnougbt-Klaffe habe, und zwar werde England in dem ge- nannten Fabre deren vier bsiiizrn, während andere Mächte erst niit dem Bau solcher Schiffe b81chäftigi fcin würden. Weder Frarxkretck; noch Dcntsckoiand noch irgend eine andkre Macht standen England glcici), was Schnelligkeit und Willi keit drr Schiffs- bauten anlangt, „Niemand bier wünscht“, agte der R-xdner, „daß die Floite schwach sei. Wir alle sind bkstkébt, wie nur irgend jemand, die Leistungsfähigkeit der Floit-Z aufreckxtzuexbalirn, die LeistungHsäbigkcit wird aber nicht durch Ucbcrtrribung gesichert.", Der - remierminiiirr aab dan_n nochmals dem Wunsche der Regirrung „iusdruck, dem Wsttkampia in den Rü11ung€n ('in Ende zn Machen, und trat dafür ein, daß Engiand seine Bkreiiwilligksit dazit zrige.

Hierauf wurden die Voramchläge vom Hause cm111mm1g angrnommen.

Rußland.

Nack) dsr „St. Petersburgrr Telcgrapixnagenmr“ botrugen die gewöhnlichen Staatseinnahmen in dcn ersten fünf Monaten diescs Jahres 837,7 Millionen RUbel „gegen 783,2 Millionen in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Einnahmenachweisungen sind jedoch noch unvollständig. Die Staatsbahnen ergaben im April d. J. an Einnahmen 43 Millionen, das ist 7,4 Millionen mehr als im April1905, und im Mai d. J. 36 Millionen oder 3,3 Millionen mehr als im Mai 1905 und im Juni 1). I. 38,4 Miilionen oder 4,1 Millionen mehr als im Juni 1905. Die (Gesamteinnahmen dcr Staatsbahnen im ersten Halbzahr beliefen sich auf 212,4 Millionen gegen 211,4 Miliionen im glcicben Rit- raum des Vorjaßrs. In den Sparkassen wurden im ai d. J. 17 Miilionen und im Juni 13,5 Millionen Einzahlungen gemacht, gegen 6,4 bezw. 7,7 Millionen in den beiden Monaten des Jahres 1905. Insgesamt wnrden im ersten Halb1ak1r 1906 128 Millionen eingezzahlt, grgen 32,5 Millionen in dem gleichen Zeitraum des Vorxalss.

* Serbien.

Die Regierung Hat der Skupschtina die Geseiz- Lnimürst vorgelegt, durch die sie zum Abschluß von (»andelSprovisorien mit dem Anslande ermächtigt wird. *Der Finanzminister bat, „W. T. B.“ zufolgc, einen Kredit 23011 500 000 Dinaren angefordsrt, um 116112 213de und MäHkte fiir die Ausfuhr heimischer Produkte ans1mdig zu ma en.

Amerika.

Nach einer Meldung des „Reuterfchen Bureaus“ aus Washington sind die Arisfübrungsbcstimmungen des Ackerbau: sekretärs Wilson zu dem neuen (Hestß Über die Unter- ZUckung der Flcischprodukte fiir den innenstaatlicben un ausländischen Handel gestern veröffentlicht worden. Diese Bestimmungen halten sick) genau an die Ratschläge, die von den maßgebenden Pcrsönlichkciten, betreffend gesundheitliche Riicksichten und den Gebrauch von Konservierungsxmitteln, Lr- teilt wordrn find.

Asien.

Wie das „Neuterscbe Bureau“ meldet, stehen die türkisch: ägyptischen Kommissare zur Feststellung der streiiigen Grenze noch bci Rafal]. Dic türkischen Trlexierteu WOUM nichts davon wissen, daß die Pforte früher in ic Fcstseßung ciner geraden Grenzlinie von El Akaba nach El Arifck) als Basicö dcr Grenzberichtigung eingcwilligt habe, Und wünschen, die Grenze, wie sie nach dem Zcugnis drr BchiNLn Über- ilLle't ift, fsstznstelien.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Dis Arbeitsstörung aui dem Umbau des .Kaiserbofes“ 2le. Nr. 176 d. Bl.) i1t, der „Boss. Ztg.“ zufolge, bsseitigi. [410 Albi'iték haben gesicrn dir Arbeit wieder aufgénommen. "Dureh V-rmittlung der Von den Arbeitern geiväbltrn Kommissiqn 111, eine Cimigung dahin erziITt worchn, daß in Zukimft krinr StrLierbeit der Glaisr mybr mrs dem Bau zugelassen wird. “Ziucb soll dafür gsiorsxi „Wrrden, daß dir Ueberwachung der _A1beiter dyrch Kriminalbeamtex, die mioize r*orgekommerxer Diébstablsiälle Zingcsübri wixrds, eingcstsllt Wird. U.[“-er die Entschädigung der Arbeiter wszxn drs Lntgmigxrien Vcrdicnste's 1011611 noch Vrbandlnngen ftattfizidrn. ,

Fu Frankfurt a.M., baden drr „FTks-th.“ zuiolzc, dir Vcr- ÜMdiunJ-kn, dic zwischeii dsr Lobniommisfion ier streikenden Dach- i-„Lckrr (dgl. Nr. 175 d. B1.) und drr Innung gepfl-x-gkn wurdxn, zu Mir Einigung KLsÜbkt- EI wiirde eiiiMindrstiiund-xrilobw Von 58 „z vcrrinbart. &uß-r'rdrm soil jxdrr Dachdrckrr Und Hil1snxbeiier Line Zu- 2111" Von 5 44 c-rbalirn. Dx); L1iiindes1s1111d;11101111 war 1811021 55 „._1

1-1: Arbriiszcii 10[[ im SMMW JZ Sixmirx, iM Wirxkrr 8 Sinrdrir

betragen. In einer Vsrsammlurrg der Sireikenden Wurden die Ab-

machungen nach langer Debatte gegen eim; Stimme angenommen.

Die Arbtit wird, wenn auch die Jnnunggbre Zustimmung erteilt,

Yidlrxiakxttwiedkr aufgenommen. Der Tarif hat bis 1. April 1908 u t,“, er .

In Cöln Wurden nach demfelben Blatt am Donnerstag laut Beschluß der freien Vereinigung der Arbeitgeber im Dachdecker- und Bauklempnergewerbe fast samlliche Arbeiter diescr BrayÖe'aySgesperrt. (Vgl. Nr. 175 d. Vl.) Die Entlaffenen, die arberiSwilLtg sind, konntkn sich sofort wreder zur Wiederaufnahme der Arbeit im Bareau der Vereinigung melden. Eine beute stattfindende Eenrraiversammlang des Arbeitgeberberband'es im Baugewerbe wird rxber die aligemeine Aussperrung der Arbeiter im gesamten Bau- gewerbe Bescbiuß fassen.

„Dcr Ausstand „der organisierten Rieter bei dem Sägewerk Brugmann im stadtiscbrn Hafen zuDüfseldorf ist, laut Meldung der .Kbln.Ztg.', durcb beiderseitiges Entgegenkommen beendet. (Vgl. Nr. 175 d. Vl.)

In Dresden ist, nach demselben Biatie, ein bor vierzehn Tagen außgebrocbener „Ausstand Von 2100 Dachdegern beendet. Sie erreichtrn sofortige Lobn-zrbbbung und weitere Steigerung sowie Ver- kiirzung der ?lrbeitSzeit vom nächsten März ab.

Aus Leipzig wird der „VM. Zig.“ teleßravbiert: Der Vorstand des Verbands deutscher Buchbinderei esi er, die Vor1tände der Strerkleiiungen in Berlin, Leipzig und tuttgart unter- zeichneten gestern einen Vi-rtrag, nach welchem der alte Tarif mit kleinen Aufbefferungen bis 1911 weiterläuft. Die Vereinbarungen entbxlten folgeri're Bestimmung-xn: Der Arbeitgeberverband erkennt die Koalitions- freibeit an; der Tariwerirag von 1903 wird mit einigen Aenderun en bis Juli 1911 Verlängert“ die Lohnerhöhungen stelien sich vom 1.5 o- dembrr ab für gelsrnte 5 uchbinder, die mindestens sechs Jahre im Betriebe sind, in Berlin Von 48 auf 50, in Leipzia von 46 auf 48, in Stuttgart bon 44 auf 46 „z die Stunde, für Sprzialarbeiier in Berlin Von 51 auf 53 45. Vom 1. Januar 1908 ab crfolgt Line weitsré Elhöhiillg von 2 „5; weibliche Arbeiter erhalten Vom 1. No- dember ab 2 „z dieStnnd-z mehr.- Die Wikderaufnabme dcr Arbsit erfolgt am Montag (dgl. Nr. 172 d. Bl.).

In Budgpest babrn, wie „W. T. B." meldet, die Bäcker- gsbilfen erklart, sich dem Müblenarbeiterstreik anschließen zu wollen, fans bis Montag die Mühlenbesi er die Forderungen der Mühlenarbeiter nicbt bewilligen (Vgl. Nr. 1 5 d. Bl.).

Kunst und Wiffensckzaft.

Die archaisch-griechifchen Skulpturen im Berliner Alien Museum.

Vor kurzcm konnte birr berichtet werden, im Berliner Alten Mussum seien die neueiiigerichteten Säle eröffnet worden, worin sich die Skulpiriren des fän1ten und vierten Vorchriftlicben Jahrhunderts 1owie drr bcllenisiischcn Zeit befänden. Nunmehr ist dem Publikurn guck) der kleine Obcrlickytsaai übergeben worden, in den statt der früher bier aufgestailt-zn RenaiffancebildWerke die archai1ch-griechi1chen Skulpturen Verbracbt worden sind. _

Der Saal ist für das Studium der _Kun1igeschichie bon eminentem Werte, denn fast jedxs Stück repräzentiert für srine Art Einen der Erstsn V:rsUche, die betreffende bildnerischs Aufgabe zu lösen. Mag 85 _dabei mrbrfach an der Sfbönbeit im landläufigen Sinne mangrin, 19 wird doch ein aufmerksamer Veobacht€r Erkannen, wie hier die frisch? künstlerisxbe Kraft des (Grischc-nvolkes mit geniaisr Sicherbeit d.:s Wesenilicb: in den Verschiedenen künstlerischen Problemen erfaßt und :-nit untrüglicbem Stilgefübl aus der Fülle der Er- scheinungen die typischen Formen angewäblt bat und wie auf dicsém Fundament fich der Bau der griechischen K*.tnst ?rbebkn konnte.

Dem Cir-tretenden gxgenüber ist an der Querwand das lakoniscbe Heroenrelies aus Cbrysapba angebracht, das das tbronende Abnenpaar zeigt, wie es von den ganz klein gebildeten Verehrern Opfergabrn: einen Hahn, Granatäpf-xl und Blurmn empfängt. Bei diesem dem sechsten Jabrbundrrt v 'Cbr. angébörigen Werke ist zu bewundern, wie der Künstler in einem Von Natur unregslmäßig umgrenzten Raum die Gruppe der fißenden Heroen und dir stkbendcn Menschen untergebracht bat, so zwar, das; die ganze Obxrfläcbe des Steins ausgefüiit und angenußt ist,; dann 181): man, wie durch dcn Größenunterscbied auf das naivste die göttliche Urbxr- legenheit der Heroen über die winzigen Adoranten wiedergeßsben i1t; dazu kommt die Sicherheit, mit drr der Meißel in dem bartén lakonischen Marmor die scharfen Formen des Tbrons beraasgearbeitrt hat, wie auch die Personen so hart stilisiert find, und die Bswegungcn, fo bölzern sie erscheinrn, doch durchaus lebenswabr und glaubhaft gegeben sind. Die Schwiertgksit, zwei Persorien bintereinandsr im Rklief anzubringen, bat dM Meistsr 1chein- bar nicbt ssbr betrübt; er hat _den Grund nur immer msbr Vériicii, 19151; die Personen, in flache Schichten zusammrn- gevrsßt, nrbxneinandrr 1113an auch der, Reiz der Farbe muß ursprüng- lich 5011 zur Geltung gekommen sem, denn 5. B, war prwiß der SÖléiLk, den die Heroine mit der Linken lüftet, béftimmt, ebensowohl dyn (Grund zu füllen, wie für das weiß gemalte Profil der Frau einen wirkungsVOÜen Hintergrund zu geben. Sind bier ails Fragen, die bei dsr Aufgabe gcstslit werden, eine Malerei auf Stein durch Plastik in ihrer Wirkung zu erböben, spielend gelöst; so zeigt die Statue eines Jünglings aus Naxos die griechische Kunst im Ringen mit dem Grundproblem aller Bildhauerei: einen siebenden unbekieideten Mann nach alien Seiten frei und in körprrlicher Rundung guszustclien. An einer unübersehbaren Reihe der sog. Apollofigursn laßt sich der ailmäblicbe Fortschritt Von den robusten Versuchen über den Apoll Von Tenea binwsg bis zu dkn freibewegtxn Statuen des fänftenJabr- bunierts verfolgyn. Der Jüngling von Naxos zeigt die Entrmcklung so weit gelangt, daß die Beine grlöst sind, das linke VLin Vorgeseßi ist, beide Sohlen fest auf dem Boden auxruben; der Rumpf ist gerade aufgerichtet, die Arme hängen steif crab und die gebaUte'n Fäuste liegen fest am Oberschenkel an; der Kopf sieht geradeaus, die Muskulatur, namentlich der Extremitaten, Verrät Naimbeob- achtung geYnüber den älteren, lediglich nach dsr Erinnerung grbildeten 5 ersuchen. Wie der an unserem Exsmplar ab- gsbrochene Kopf ausgesehen haben mag, lehrt der „daneben angest-lete Kopf aus Perintb. Der rechts stehende archatfierende Kopf aus Florenz lehnt sich an eine, etwas jüngere: Kgnsistufe an, (1121 der das Haar in Buckellöckchen stilisiert wird und die Geficbts- formen sich schxn bsdeUtend der natürlichen Erscheinung nabern.

Als Gegenstück zu dem Jüngling ist die Statue, einxr Frau aus Kleinasien aufgestUt, die in reichem (Gewand ruhig dasiebt, das Gsficht geradeaus grricbiet, in der vkor drr Brmi grbaltenen linken Hand ein Steinhubnß; mit der berabbmigcnden Rcchtsn rafftssie'das Gsivand. Die Auiixabe war bier, die Formen des wc:b„11chxn Körpers durch das faltige Gawayd, auf dessen Pracht die Tragertn gluichermaßen stolz war, nicht völlig 'zu verdecken. Es ist dem Künstler Völlig gelungen, diese Schwikrtgkeit, an deren Lbsung die grircbifche Kunst mit immer wechselndem Gelingen unablgssig' ge- arbeitet hat, so zu überwinden, daß das Gequd an den we1entli§ben Partirn des Lcibes 1211 anliegt, sick) 1onstxin ireixm Faltenwurf darubrr legt Und der Körpsr wie seine Hülie beide zu ihrem Rechte kommen. Aucb hiék müssen einzelne Köpfe 11611611, „den -feblenden Kopf der Sjaiue in Grdanken zu ergänzen. Die Frguexstatue atmet in jrder Linie frisckyc Erfindung und naturliches , Formen- gefübi; die Statae Nr. 578 lebxi _dancben, Wie_ die einmal 1181111159121." Form ailmäbiich zum Schema wrrd und m geistloser WiSÖLk- [wiring erstarrt.

Neben dirser .chnrmanicn' Frauenßgur nehmen fick) ireliicbdie drei Sitzstatucn aus Milet etwas lqngweilig und schwcria1lxg ans, doch sagt man iikh zu ihrer Culschuldtgung, daß es bebabtxxe, Wich Ioniyr find, die in ihrer fcisixn Wuvdr kaum charcrkter11iischrx dargrstéiit werdcn 1011711611. WenigsirixI Will Ls _uns ,bsduxtkrn,'d;ß sixs in iki“. L'1tii.?nisch€n “*).?"cittsilungsci drs Axcbaolqgiscbsn Instituts 11.139,11 drriiii-sniiiéxir "Statur aus “Samys, di: 10 emen Grundbcrrn

siebexid und genau in dem Stil unsrrer Sißfigurrn abbildei, längsi nichi so sbrechend die satte Behaglichkeit drs Ionisrs aus dem sechsten Jahrhundert wirder ibi.

Porträts zu ge en war gewiß di:: Absicht der Künsiler bsi disseq genannten statuarischrn Werken; dba“) hat man sick) lange mit an- de'uteiier typischxr Gesialtjurig auxb drr GefichtNüge hk,;iiügi- Einen Wirklich€n Portraikopf indiVLdUSU nnd lebenSdoll zu bilden, war der aiiiscben Kunst Vorbehalten; ein giäUJLi'idSs Beispiel und Wbbi den ersten vanuf gelungenrn Versuch der Art b-xsiix-i die Gummiring, in drm Kopf aus der fruheren, Sammlung Sabouroff, dcr fick) mit srinsm beUen Marmorwn wirkungsvvll Von der grünen Wand abb-bi, Lingerabmt Von dem rötlichen Stein des Posiamknis imd einiU-r Ja- schriitZU, und noch gehoben Von drm sÖkVäkziiÖSU Blau ch Sockels. Hier ist alles [€b€-=di-,1€ Vrobacbiuna: das Knockpengerüst ,umxer der siraff gsspannien Haut, das weit offene AUF, das kurz gksckwrenr Paar uud der Stbpvelbart, und das aiirs unbeschadet der großzüzigsn Stilifierung der alteren attischen Knast.

Außer diesen und Linigsn andern figürlichen Werksu, untsr drnxn das Grabrelirf eines Mädchcns und ein schon dem 1511fo2 JZbrbundert angrböriges Frauenköwfibkn noch besondrrs zu sr- wabnxn sind, hat man in dem Saale eine Reik)? Inschriften mit den 1chönen ckarakterboüen archaisch€n Buchitabsn angebracbkz im übrigen ist der Raum durch Architektursjückr' 118111111. InderMitieTfsbt ein Tisch mit den vier akiZDoppelvolutkn gebiidejenE cken Sims A 'i r ars aus dem Delphinion zu Milet. Anders Y_oiuten auf niedrigen Poitqmenten zsigen die Entwickelung dieser Krmsiform do:: piumdrn Wul1ien bis zu den straffen Hobikrblen dsr Llli-ardoluten und übkr fie hinaus zu noch zieriich2ren Gebildsn. Eine Marmorschrankc, mii Rosetten urid einer Sphinx in erief gsschmückt, Bra.?)stückz 110.1 Sgulen, der Rest eines bocharchaischen Eierstabss find wzixcrbin zwxfcbeq die Skulpturen Verteilt.

Wie in einer Konzertrezenfion dsm Komponisten der PLW Vor dem reproduziersnden Kümiisr gsbiibrt, 10 durften auch bier Erst nach den griechischen Originalen dir Nachbildungen des so,;e- nannten Typbon und_zwei8r Siierköpfe Von der Akrvpoiis zu Alben, Werke der däni1cben Bildbansrin Frau A. M. C. Niesen genannt wsrden. Di? Originale drrbieten unmittelbarr G?ps- abformung durch die Art des Materials, des weichen Kalkiuffes und durch die bedeutenden Reste dsr Bemalung. So hat sich Frau Mic!?en der 'Tinfgabe unterzogen, die schönsten Werke der alt-atti1chcri Porcs- kunst freihändig nachznbilden _ und si? bat die Aufgabe mit boliendeter Meisierschaft 991611, Nicht mir ist der Formm- charakter durchaus stilgerecht gefroffsn, sondern auch das poröse Material ist zum Vermecbsekn getreu nachgkabmt worden. Die angrsicbts der_ Originale aufgetragrnkn Farben smd chemisch idMLiich mit den im 1ech1ten Jahrhundert v. Chr. gkbraucbtsn Pigmentsn und aeben genau den zunächst fremdartigen Eindruck dieser bemalten Plastik wieder. Unwillkürlich fälit das Auge dss Eintreiendsn zuerst auf die Dreigestast drs Typbon mxt dkn bérgnügt grinsendkn V.)?3:“.1ch*:n- köpfen und den friedlich zusammengrringeitrn Schlangrnleibxrn, (ibkr bewundernd sieht man Vor der grandiosen Wildheit der [BWM Stic'r- i_kövfe, Bruchstücke von Gruppen, die einrn Stier Von wasxi übsr- saiien und ihnen rrliegend darsteller» 13. Z.

Auf der S§chsi1chen Kunstausstellung Dresiki: 1906 (Brüblftbe Terra11e) wurdcn neuerdings folgende Wsrk» drm Kunst- freunden erwvrben: das Oslgemälde .Joiienfübrer in Hambar»;* don Friedrich Hörnlrin sowie die Radirrungen ,HOikikÖS Von Néusiadt aus* und „Blumenmacki an der KreUzkircbe' Von Wiltcr Z'ifing.

Im „Archiv für Raffrn- U. Gessllscb-Biol.“ (3. Jahrg, 1906) bespricht F. W. R. Zimmrrmann die_Polnische Zuwanderung in das Herzogtum Braun1chweig nach den Fest- steilungsn über die Muitersyrackze bei _der VolkSzäblu-rg Vom 1. Dezember 1900. Nach irinen AuZsÜanq-en 1191 sich die poinische Raffenmiscbung in einem Verhältnismäßig brriien Zug? über das bislang im Wesentlichen rein deutsche (Gcbiét Verb itei und in ibm festgeseßt. Da diese Zuwanderung die 111) 'm ibre ganzen Umfange erst in dem ilßisn Drittxl oder auch Viertel des Vorigen Jahrhunderts"!)olizogen hat, in einem Verhältnismäßig kleinen Zeitraum erfolgt 111 und nach_Lage der Sach? aucb nicht an- zunrbm-Zn ist, daß sie bereits ihren Ab1chluß erreicht bat, wird man ihr für die Folge in den beteiligten Kreisen eine be1onde_r€ Be- achtung 1ch€nken müssen. Es sieht danach 31! erwartcn, dai; bkzüg- lich der fraglichen V€r1chiebUng in den Bedölkerrmgsdrri,“ältnissen das notwendige Material für die wiffrnschaftlicbé„Er_Forscbung dsr örtlicbsn Verbreitung _der einzsluen Sprachen und Ra11cnmi1chungen 01111? weiteres zur Versügung gkbracbt wird, damit'die Wiffenscbait in die Lage berscyt werde, die_Eniwickelung„für [bre Zweckr in be- fricdigender Weise zu Vcrfolgen und zu ergrunden.

Verkehrsanstalten.

Unter dem Vorfiß des ungarischen Ministers__des Innern Grafen Andrassr) sind, wie „W. T. B.“ berichtet, g€1ter11 in “Bridapeii im Beisein don Vertrétern kontinentaler Schiffabrt§gesrü1ch21t8n die Vorarbeiten zur GründunZKeiner internationalen Schiffahrts- gescllschaft Fiume- ew York beendet wordkn.

Theater und Musik.

Das Déuische Tbsater bat die „Herzöge don Genua" Von Leo Greiner, „Katharina don Armagnac" bon Volimoellcr, „Ein halber Held“ von Hsrbert Calenberg zur Auifübrimg in dsr r.:äckxsten Spielzrii angrnommcn. Hugo don Hofmannsthal beendet gegcnwäxtig ein neues Drama, desen Aufführung im Deutschen Tbratsr für den Nodember Vorgesehen ist.

In derMorwiß-OVer im Schillertheater () wird Morgen nachmittag bei balben Preisen .Der Freischüß“, Abends „Carmen' aufgeführt. Am Montag gébt bsi halben Prei1en .Die ZmberflöW“ in Szrne. Am Dienstag sexzt Heinrich Bötel sein Gastspirl ais Manrico im .Troubadour“, Donnerstag ais Lyons! in „Martba“ und nächsten Sonntagabend al; „Postillion von Lonjumeau“ fort. Am Mijtrvocb wird „Fidelio', am Freitag .Carmen“ und am Sonnabend „Der Rattenfänger bon Hamrixi' gegeben. Für nächsten Sonntag- nachmitiag ist (bei halben Preiien) „Zar und Zimmermxmn“ an.;esxyr.

Jm Schillertheatrr 10. finden in der nächsten Woche die letzten Aufführungen Von Franz Adam Beyerleins ,Zapfmsircicb“ statt. Um vielfachen Wünschen 11ach1ukommem bat die Direkiion sich cntscbioffrn, dies Stück als leiste Vorstellung Vor den Ferien am nächstkn Sonntagnackpmittag zu geben. Nächsten Sonntagabend findet ein Einmaligss Gastspiel der Morwiß-Oper statt; g-gsbcn kVi-"d Meyerbeers .Airikanerin“. Eintrittskarten sind Von Mittwoch ab ohne Vorderkanfßgcbübr ixn Schillertheatsr 17. zu haben. -

Jm Lustspielhau1c war der Beginn dcs GastspielÉ Harry Waldrns für drn 1. August geplant, jsdoÖ wurde iixiolgr 7,915" sich stetig steigernden Besuchs des_ Lustspiels „Unsere Kais", das am Donnerstag bor ausberkaufiem Pause in der bekannten und bewährten Beseßung die 25. Lluffübrung_ erirbte, der Termin der Crstaufsiibruwg von .Spaßenliebe', in der Hand WZlden rie 1nam111ch2 Haupirblie spiclen wird, erst auf den 15. Augmi festgeskizi. _ Dxr (Gast1picl- Vertrag mit Herrn Albert Paul wurde bis zum 14. August dxriänßert. Bis dahin gebt ailabandlich „Unsere Käte“ in Szene. ,

Das Zentraltb-sater wird am Mittwoch, den 1. 5111111911, rnit Citikk Aufführung dsr ,FiZDLkMÜUÖ“ wicder Eröffnet. Wie irübcr, dcr- blkibrn auch bis Ülif weiicrcs die Vorstellungrn zu balbén Preissn am Montag und Mittwoch. Dic Winterspielzeir beginnt am 15. Sep- tembér mit dcr qube'it „1001 Nacht“. ,

„Wo ist der Papa?“ („011 9,21; (“10110 1731139"), eine Baikesic in drei Akirn bon Jean Kolb nnd Alexis CÜiÜL', deutsche Bcwrbeiiung bon Benno JÜC'IÜik'n, wird im Trianontbraicr in d::r 6111811 .Häifxr déi“ :'(-JULI Spirizki ziim ersixn Mal: in Szrnr gebkri.