1906 / 178 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 30 Jul 1906 18:00:01 GMT) scan diff

16) Teutonia, Allgemeine Rentew, Kapital: und Lebens- verficherungsbank in Leipzig; _ 17) Thuringia, VerficberungSgesxUschast m Erfurt; 18) Urania, Aktiengesellschafj fur Kranken-, UnfaU: und Lebens-Verficherung tn Dresdm; _ 19) Vaterländische Lebensverücherungs - Aktrengesellschaft in Elberfeld; _ _ 20) Victoria zu Berlin, Allgemeine Verncherungs-Aknen- GeseUfchaft in Berlin; _ __ 21) Wilhelma in Magdeburg, Allgemeine Verncherungs- Aktien-(Hesellschaft in Magdebzxrg _ beantragte Aenderung des Geschaftsylans, welche dre Ein "hrung einheitlicher Bedingungen fur_dte KoUeknvunfall- v cherung zum Gegenstande hat, genehmrgt. Berlin, den 24. Juli 1906. _ _ Das Kaiserliche Auffichtöamt fur Prwatverficherung. In Vertretung: Klewiß.

Bekanntmachung,

Der Herr Reichskanzler ha_t dir von den nachstehend auf- geführten ausländischen (_Ze1ell_1chaften: _ _ 1) JntTeLryanonale Unxal]verncberungs-Aktten-Geseslschast m ten; _ 2) Zürich, Allgemeine UnfaU: uyd Haftpflxcht-Verfiche- ' rungs-Aktiengeseüsck)aft in Zürich; _ _ 3) Schrkeizerische Nattonal-VMrcherungSgUeüschast m Base ; _ _ _ 4) Basler Lebensverficherungsgesellsck)aft m Bg1el; 5) Erste Oesterreichische Allgemeine UnfaU-Verncherungk- Geseklschafr in Wien: __ _ _ _ _ 6) Schweizerische Unfallverncherungs:Akttengejeüxchast m Winterthur _ __ _ beantragten Aenderungen ihres Geyehastßplans fur das Deutsche Reich, welche dre Einführung von_ neuen BZtngungrn für die Kollektivunfaüversicherung in derzrlben _Famung, wre fie vom Kaiserlichen AUffichtSamte für Prwatveryrcherung laut vorstehender Bekanntmachung von; heutigen T_gge LMU" Anzahl inländischer Gefeüsckzafxen genehmtgt_worden und, zum Gegen- stande Hat, durch Erlaß vom 9. Full 1906 genebmgt. Berlin, den 24. Juli 1906. _ _ Tas Kaiserliche Auffichtsamt fÜr Prwatvernchrrung. In Vertretung: Klewiß.

Königreich Preußen.

Seine M ajeftät der König haben AUergnädigft geruht: den Kommerzienräten Karl August Zuyg in Elberfeld, Theodor Keetman in Duisburg und (Hnnav Wenland in Siegen den Charaktrr als Geheimer Kommerzxenrat zu verleihxn.

Seine Majestät der König haben den Ayfchluß L_)er deutschen evangelischen Gemeinde zu__ _Säo Dymrngos__rm Staate Rio Grande do Sul in Braunen an__dte evangelqche Landeskirche der älteren Provinzen der preußnchen Monarchte Allergnädigft zu genehmigen geruht. _

Ministerium für „Handel und Gewerbe.

Der Regierungsaffeffor Dr. Abrgg iq Oppxln ist zum stellvertretenden Vorfrßenden des Schrenger1chts fur Athener- verßcherung Regierungsbezirk Oppeln ernannt worden.

Evangelischer Oberkirchenrat. Zum Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde zu

Alexandrien in Aegypten ist der bisherige Hälfsprediger bei ; 3796360 _“ (+ 245308 «%

der “deutschen eoangelxschen _Gerzreinde in Jerusalem und Lsixer der dsutschen Schule daxelbyt Hermann Buck bermen worden.

Bekanntmachung.

Die in Grmäßbeik der Bekanntmacbupg vom 13. Juli 1889 (Zentralblatt für das Deutsche Rctck) S. 421) _rmch Schluß des laufenden Hochschule abzuhaltende ginnt am Montag, den 15. Oktober 1). J.

an mich einzureichen._ _ Hannover, den 28. 3011 1906. _ _ Der Direktor drr Tierärztltcberr Hochxchule. Tr. T ammann.

"Jichiamisiches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 30. Juli.

Nachdem durch den am 18. (Dezember 1905 erfol ten Tod des Bischofs Tr. Zommerwerck gen. Jacobi der bl?ckyöfliche Stuhl von Hildesheim zur Erledigung gekommen war, hat nach Maßgabe der bestehenden Vorsckxrifxcn am 26. April 5. J. durch das Domkapitel zu Hildesheim dre Wahl eines neuen Bischofs stattgefunden, weche auf den bisherrgen Domkapitular Dr. Adolf Bertram in Hildesheim gefallen_i1t. Derselbe hat durch päpstliche BuUe o_om 12. Juni 5. Z'. die Bestättgung zur Ausübun_ seines bischöflichen Amtes erhalten.

Seine ?Majestät der Köntg habexx mittels Allerz Fuhfter Urkunde vom 10. Juli 1). I. dem Vnchof Dr. Adolf

:ertram die nachgesuchte larrdesherrltcbe Anerkennung als Bischof von Hildesheim zu ertetlen gerubt. _

Die Urkunde ist dem Bischof am 26. Zult d. I. _durch den Oberpräfidenten der Promnz Hannover ausgehandtgt worden, nachdem der Bischof den dgrch dte_ Verordnung vom 13. Februar 1887 vorgeschriebenen Erd geleistet hat.

'. eisenbahnverwaltung 28864000 „46 (+ 2785000 „FH),

13137850 „44 - 3 1170947 «14 (+ Zommersemexters an d_er_ hrengen tierärztlickze Farhprutung be:, _ . . „_ ? steuer 1 157 878 «((: Die Meldungen dazu und drs zum 29. September 1). Z. : !Summe . kartenft'empel 469998 „44 (+ 3 198 «M).

) » der Vizepräßdmt des Reichs-

., '- [ Geheime Rat Dr. Gallenkamp

_, ; Wem 10. September 1832, wurde

"-- 1854 bei dem KammerMcht als Aus:

, und am A). Dezember hesse Jahres von

Berlin nach WZJUÜ aum 131168 be-

'- ' mn Doktor beider Rechte promo-

viert. Jm Mn 856 wurde er zur Verwaltung

übernommen im bre _1858 zum Regierungsaffeffor er-

nannt. "Wr merjährtger Beschafngung gls Hrlfs-

arbeiter im ' ' für Handel, Gewerbe und offentltche

Arbeiten wurde er, im Mai 1866 in das auptbank-

direktorium beryfat, zu dessen Mitglted er als uptbank-

direktor am & ufi 1866 ernannt wurde. In

dieser Stellungx 1". er bei Ausbruch ys _deutsch-

franzöfischen * den Auftrag, die _Orgamsanon der

damals “ck " «- : * en zu bearbetten, deren enrral-

verwaltung er biz ihrer Auflösung angehört hat. * ettere

umfassende Au erwurhsen _ihm aus der Uqundlunckg_ der Preußischen in die thchsbanx. Be_i den hterdur

bedingten organisatorischen Arbeiten, bet der sortgeseßtep Er-

weiterung des Mes der Zweiganftalten, bei der Artsbrldung

des GiroverkehrC und bei der schon_ vorher nach emer amt-

lichen Studien: Dr. Gallenkamps ms Ausland h_egonnenen

für Wertpapiere war er 111 hervor-

Einrichlunanes _

ragendem aße; "igt. Nachdem er tm Jahre 1873 zum Geheimen O “at ernannt wxrden war, wurde er am 19. Dezember 1892 zum VizepräsidenZen des_ Neubsbank: direktoriums befördert und hat m dteser Ergemchaft hen Präsidenten vielfach vertreten. Im Jahre" 1894 erhrelx er den : der Räte erster Klaws und 021 seinem fün 3" ._“F en Amtsjubiläum am 20. September_1904 den Char _ ".'. i er Geheimer Rat mit dem Pradtkat „Erchen “. “' " ' em usscheiden ist ihm der Kömgliche Krönenor * - 'e Allerhöcbft verliehen, neben we_lchem er den _Roten Ad den zweiter Klaffe mit Stern und Eichen- laub bk 1 t.

DerßName dieses bochverdienten, _in Krieg und Frieden bewährten Beamten ift mit der Geschichte der Bank _Znauß löschlick) verbunden. Alle GeschäftSzmxrgx tragen Spuren seiner umsicht eu„ umfaffendm und rastlo1en,_b_1€ zum lestrn Tage seiner erkstfühnmg fortgeseßten Tajzgkeit. _Sem Scheiden bedeutet einen großen Verlust _und tptrd als_1olcher nicht bloß von seinen bisherigen Mttarbertern, wndern von allen, die mit ihm in di_enstlrche Brrührung gekommen sind, auch seiner unverändert ltebenSwürdtgen Formen wegen empfunden.

In der Zeit vom 1. April1906 bis zum Schlusse des Monats Juni 1906 ßnd nach dem „Zentral: blatt für das Deutsche Reich“ _folgende Erzmahmen (em; schließlich der gestundeien Betrage) an Zollen_ und ge- meins aftlich.en Verbrauchssteyern sowre andere Einna men des Deutschen Reichs zur Anschreibung elan t:

g ölle 110 717Mcké (gegen das Vo alx-7 134 972 .Fr), Taba "euer 2129817 .“: (- 74“ .,46), Z_ucher1te:t r 30672 322 «16 (+ 5010300 „M), _Salzfteuer 11 509 868 „44. + 774455 .“) Maischbotnchjteuer 1 705683 «46 (+ 383 726 „FC), [ÜwnntweinverbrauchsW abe und Zuschlzr? 33193374 „44 E+Z _ 470 „FC), Vrenn' er 994734

-874Wcké), ch nßeuch1273955chs(+14745.7_?_,

aufteuer 8745236 :“ (+ 358694 «M), Ueberg __

von Bier 879.052 944 (+ 216926), Suznme 20187 021.76 (+ 3563644 «is). Stempelfteuer fur: 3. Wertpaxxtrre 8411499 „46 + 444208 946), 1). Kauf: und sonnige Anscha__ffungsl3es äfte 5111869 «46 (+ 175 869 „E),

Z 0. Lost zu: Privatlofterien 1817371 «sé. (+ 259 091 7.14), Z Staatslottcrien 3690177 „sé (+ 77589 FL), (1. SÖMS: Z frachturkunden 244 713 „46 (+ 20256 914), _ _ Z Sicuern für Frachturfunden 37231 414 (+ 37 231 414), Spiel-

reich§eigMe

kartenftempel 353163 „44 (- 10 120 .*ß), Wechselstempelsteuer Poyt: und Telegraphen- „44 (+ 7833648 34), Reichs:

verwaltung 129 132 051

Die zur Reichskaffe gelanate Zsteinnahme, abzüglich

: der Ausfuhrvcr ütungen usw. un der Vermaltunngosten, be; ' trägt bei den na bezeichneten Einnahmen: Zolls 112 783 269 .14

+ 4706390 .46), Tabaksteuer2036542.4é (- 25559334), uckerstcuer 39129929 „44 (+ 7555631 414), Salztteuer (+ 1096916 .ké), Maischbottichstruer 58858 944), Branntweinverbrauchs: abgabe und Zuschlag 29319276_ .“. (“ + 3049111 „X), Brennfteuer 994734 :“ (_ 87 405 34), Schaumwein: + 155 727 ;ck), Brauneuer und Ueber: gangßabgabe von "er 8181337 „44 (+ 306764 .,74), 207911762 „44 (+ 16586399 «FH). - Spiel-

Es kommt öfter vor, daß die Absender von Postauf:

Zträgen nach dem AuSlande statt des für den inter-

nationalen Verkehr vor eschriebenen Postauftragsformulars mit deutschem und franzößs em Yyrdruck versehentlich das für den inneren deutschen Berke r bejtxmmte Formular verwenden. Die Sendungen smd in solchen Faüexx _den auswxirtinn Post: anstalten gegenüber nicht ordnungßmaßrg als Poxxaumäge ge- kennzeichnet, was zu Beanstandun en am Besttmmurzgsorte Veranlassuna geben kann. Den A _endern von Postauxxrägen nach dem* Auslande ist deshalb tm eigenen Interene zu empfehlen, stets das besondere für den i_nternajionalrn Verkehr vorgeschriebene doppelsprachige Portauftragsformular zu benußen.

Der Präsrdent des Kaierlichen Auffichtsamts für Privat; versicherung, Wirkliche eime Oberregjerungsrat Gruner ist vom Urjaub zurückgekehrt.

Laut Meldung des „W.T. B.“ ist S- M; _S „Niobe“ auf der Ausweise nach Oftafiet) am_ 27. Iult m Port Said eingetroffen und fest morgen dte Re1se nach Aden fort.

Baden.

Die V?Jxveite Kammer hat nach einer Meldung .. „W. T. .“ vorgestern mit 28 gegen 27 Stimmen den you Zentrum eingebrachten Gesehentmurk, betreffend Aufl) ebnn. der §§ 165 und 16a des _Ge eßes von 1874 (Miß: brauch der Amthewalt der Geistlichen), angenommen.

Rußland.

Das Ministerium für „Handel und Industrie ver: sendet an die Behörden und an Vertreter der Industrie Ent. würfe von Arbeitergeseßen zur Begutachtung. Dj, Entwürfe behandeln „W. T. B.“ zufolge dre Re elun Arbeitßverirages und der MaximalarbeitSzeit, die 'nfü rung der Kranken: und Unfallverstcherung und die Errichtung von Verärherungssparkaffen, Pläne zur Schaffung von gesunden Arbeiterwohnungen sowie Vorschriften über Beauffichtigung de; Fabrikanlagen.

_ In St. Petersburg wurde vorgestern eine Druckerei von Bewaffneten überfallen, die den Verwalter und die anderen Angeftellten der Druckerei fefthielten, eine vor: ihnen mix; gebrachte Matrize des Wiborger Aufrufs jtereotypiertm und auf der RotationSmaschine in 150000 Exemplaren druckten. Während dies geschah, wurde bei einer egenüber der Druckerei liegenden Kapelle ein Gottesdienst abge alten, dem eine große Menschenmenge beimohnte und der von vielen Polizisten übe7: wacht wurde. Troxdem erfuhr die Polizei den Vorfal] erfx, nachdem die Bewaffneten spurlos verschwunden waren.

- Eine von vielen Tausenden von Bergarbeitern gefiem in Ju)" () rv ka abgehaltene Versammlung hat nach einer Meldun der „St. 511etersburgerTelegrapkxenc: entur“ wegen der Au : lösung der Reichsduma beschlo en, die Arbeit in allen Hüttenwerken einzustellen. Infolgedessen sind Dragoner nach Zusowka kommandiert worden_.

_- Jn Poltawa haben vorgextern abend ernste_Militär: unruhen stattgefunden. Infanteristen des Sjewskoschm Regiments, die einige Arreftanten befreien wollten, wurden von Kosaken beschossxn, wobei ein Soldat getötet, vier Sob- daten und ein Zioilijt verwundet wurden. Gestern war die Ruhe wieder hergestellt.

_ Nack) Meldungen des _„W. T._V.“ aus Schuscha (Gouvernement Jeliffarvetpol) in es gestern zwischen den Armeniern und Tataren erneut zu offenen Feindselig- keiten gekommen, während deren die Stadt Schuscha zwei Tage lang beschossen wurde. Zest haben nach einem dem Statthalter zugegangenen_ Telegramm die kämpfenden Parteien die Feindseligkeiten eingestellt und je fünf Vertrauensmänner qewählt, von denen die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden festgestellt werden sollen.

- Von den weiteren, heute vorliegenden telegraphischen Nachrichten seien folgende mitgejeilt:

Auf der Warschau-Wiener Bahn wurde bsi Prußzkow der von Alerandrowo kommende Personenzug Abends von einer 50 Mann starken, bewaffneten Bande, die M als Paffagiere im Zuge befanden, mittels der Notbremse angehalten und ker Post- wagen beraubt; 75 0C0 Rubel Staatsselder und ein ausländische! Wrnpaket find den Räubern in die Hände gefaüen. Die genaue Summe konnte nicht festYUt werden, da die betrrffenden Dokumente

mit verschwunden smd. erleßt wurde niemand.

- Zwischen Czenstochau und Herb an der preußistben Grenze wurde ein Babnzu von einer R, uberbaude überfallen. Zwei Generale, zwei mie und vier Soldaten wurden getötet und 16000 Rubel aeraubt. Die Räuber enttarnen.

_ Das Marinefriegßgericbt in Sebastopol sprach geüern das Urteil über die wegen der militärischen Unruhen zu Ende des vorigen Jahres unter Anklage gestellten Matrojen. Die vier Hauptangeklagten wurden züm Tode, ein Angeklagter zu lebenßlänglieber untJ 32 zu ZwangSarbeit yon Verschiedener Dauer verurtrilt. 50 Ma- troxen erhielten Gefängniéstrafen. 6 Angekla te wurden freigesprochen.

-- Nxch einer Meldun der „“St. nSburger Tele ravben- azentur' fand vorgestern itzj orfe Tscherevowka im Krek e ProZ- kurow infolgx der Verhaftung_der Urheber dortiger Unruhen rm Zujammennoß jwi1chen Bauern _ und Dra _onern 71M- rei dem 12 Trkgoner durch Skeinwürre uno Sto )(hläge verleyt und fünf Bauern getötet und eine Anzahl vrrleßt wurden.

Spanien.

Der Finanzminister hat ein Dekret vorbereitet, durch welches die Zölle auf Herkünfte aus der Schweiz vom 1. August ab um 50 Prozent erhöht werden; das Dekret ift nacb Santander geschickt worden, um dort dem König zur Unterzeichnung vorgelegt zu werdcn. Der Finanzminister hax- „W. T. B.“ zufolge, jedoch erklärt, die erhandlungen mn der Schweiz, nehm_en ihrcn Fortgang, und es sei auf eine Ver- ständigung zu hoffen.

Türkei.

Die Pforte hat die von der Kammer der Insel Samos geforderte Abseßung des Fürsten Bithnnos bewilligt und diesem die Weisung erteilt, die Zuse] zu verlassen. szxt Meldung des „Wirner Telegraphen:Korrespondenzbureauö“ _m das Mitglied der Zivilbeamtenkommission Konstant": Karzatheodory zum Fürsten von Samos ernannt wor en.

Griechenland.

Der Vräfident der Deputiertenkammer Buffides__ist der „Agence Havas“ zufolge vorgestern nach Kreta abgerem, um den Prinzen Georg zu überreden, sein Amt nicht meder- zulegen.

Bulgarien.

Wie das „Wiener Telegraphen : KorrespondevzbucmLU“ meldet, haben gefxern in Philippopel antigriecht1che Kundgebungen jtattgefundep, die einen größeren Umfang annahmen. Von früh an bis zum Nachmittage durchzoLeFt Vanden, die von Aqitatoren geführt wurden, die Stadt. S_lk nahmen sämtliche fünf Kirchen der Eriechen gewaltsam m Vesis; im ganzen Griechenviertel wurden die Fensterschetbxn eingeworfen, Über 60 griechische Geschäftsläden zerstört und dl? Waxenvorräte vernichtet. _Auck) ?Rwei Schulen, mehrere Kgffxl- hämer und eine dem rusnschen illionär Warsali gehol'lge wertvolle Bibliothek wurden voUständig vernichtet. Opfer an Menschenleben smd bisher nicht emeldet worden. Einer Prwat- meldung zufolge ist der griechiscJe Archimandrit verle tworden- Das requtrierte Militär erwies sich unfähig, den Ausf reitung?n Einhalt zu tun.

Amerika. - Der Präsident Pardo ftent in einer Botschaft dm wU?-

schaftlichen Fortschritt der Republik Peru fesl- „D“ Botschaft verßchert, „W. T. B.“ zufolge, die peruamsthe

* gemessene neue no:b nicht aefunken hat und zur

Yolißkft sei von dem Veßdrekxenchéxelt, «___irlrtZrnJufxfTalen tre" agen zu beenden, u pri ie zu ti e o ung aus, daß der panamerikanis Kon r Aufrechterk-altung der Harmonie unter den chÉtaatWJaumikas _!)Utragen werde. Weiter wird in der Botschaft die gute [manzielxe und wirtsFaftliche Lage des Landes betont und em Kredtt vxfn Mi ionen Pfund für den Bau von Eisenbahnen an- g or .

Afrika.

Die Truppen des Prätendenten, die bei ihrer Nieder- la e von dem Caid Azuz befehli t wurdxn, xverden, wie die ence Zayas“ bestätigt, aufge öst. Wre dre Veüegten er- klären, si sie von den Mauren von Quebdana verraten worden, die bei den Truppen Azuz' gelagert hatten,_ dann_aber zu Yen Truppen des Sultans übergegangen stno. Drese hernach: ti ten 6 dann des gan Lagers _

Yuz flü tete fick) nach Ze_uan. Der ratendent_ hefahl

kämmen von Ghelaya,s1ch mit Azuz zu veremrgen. Der Häuptlin C haldi ist seinen Wunden erlegen. Man erwartet neue G chte.

Statistik und Volkswirtschaft.

Die im Ausland bisher versuchten oder vorgefchlagenen Lösungen des Problems einer Versicherung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit.

Troß bester Außgestaltung des ArbeitSnacbweises unh der Ein- richtung von Arbeitsbeschaffung wird stets ein Nest Arbertsloser ver- bleiben, dem auch durch die Armenpfieß nur in völlig unzureichender Weise geholfen werdm kann. Es ft daher in einer Reihe von Ländern auf anderen Wegen erstrebt worden, den Arbeits- losen - d. b. denjenigen arbeitswilligen und arbeitsfähigen Arbeitnehmer, der seine Beschäftigung verloren und eine an- eit nicht finden kann - vor den wirtschaft1ichen Folgen seiner Ar slofigkekt, der Verschleckoterung seiner Lkbensbaltuna. dem Herabfinken in die Armen- pflege. vor ObdacHloßgkeit und Bettelei zu_ bewahren. Al_le bisher getroffenen Maßnahmen und gemachten Voncbläge, die dicken weck verfolgen, von der Unterstü ung der Fachverbände oder drr Einri tung kommunaler Arbeiwlosenka en ansefangen bis zu den Projekten einer Reichsarbeitswsenverficberung, laKen stch zusammenfassen als Arbeits- losenunterfiüsung und ArbeitSlosenVersrcberung. Es stnv dies zwei yer- schiedme Dinge, Gemeinsam ist ihnen, daß fie eine Grenxeziebxn wollen sowohl gegen die Armenpfiege wie gegen die Wohltätigkeit. DasHerab- sinken in die Armenpflege soll gerade verhindert Werden, der grundsä - liche Unterschied ifi der, das; die Armenpflege die völlige Mittellos'tgke , die Bedürftigkeit zur Vorausseßung hat. Die Arbeitslosenuntrr- stüyunq bat die Mittelloßgkeit nicht zur Vorausseßung, im Gegenteil, ße wil] verhindern, daß dieser äußerste Zustand einjritt, der bereits die wirtschaftlick)? Vermcbtun einer Existenz bedeutet. Aber auch auf die Wohltätigkeit will der rbeüer nicht verwiesen werden. Die Wohltätigkeit gibt Almosen. Aber selbst wenn private oder öffent- liche Wohltätigkeit großer Arbeitslosigkeit gewachxen wäre. - der obne stin Verschulden arbeitslos ewqrdene Arbeiter wünscht nicbt Almosen zu erhalten, wndern, owett er _ (ck nicht selbst zu helfen vermag, einen Anspruch_ auf Hilfe erheben zu dürfen. Neben diesen der Arbeitslosenunterxtüsung und der Arbritslosen- vetfiÖerung gemeinsamen Gesubtspunkjen gibt ck auch solche, die die beiden Kruse von Maßnabuxen trennen. Die Arbeitslosenuuter- stüyung geht von der Tatsache der Arbeitslosigkeit aus, obne Rück- ficht darauf, ob sub ibr Einxritt voraussehen _ließ oder nicbt, obne Be- rückficbttgung der Wahrsabcmlicbkeit ihres Etntritts und ihrer Dauer. Nach den vorhandenen Mitteln wird die Untrrstüßung bemefsen, die vorhandenen Eizmabmen befijmmen die Aquaben. Unter Ver- sicherung versteht man aus Gegenseitigkeü beruhende wirtschaft- liche Veranstaltungen zwecks Deckung zufäui en schäßbaren Vermögensbedakfs. Legt man diese Begriffs ümmung auch für die erficherung egen _ die Folgrn ker Arbeitslofig- keit zugrunde, so ergkbt fi , da!; es sich bier wie 5:1 jeder Ver-

cherung gm kik Deckung einés Bedarfs_bandelt, den der einzrlne ZU sylcher m_nzubringerz möglicherweise_nur ychwer im stande oder unfä ig itt. Diejer Bedarf muß ein zufälltger in dem Sinne sein, "daß seine wéllkürlixbe Herbeiführung dgtcb xenjeyißsn; dem der Elsaß geleistet werden 100, mHglicbsYauSgejcbloUen )ein xrll. Es genügt indeffen, wenn diese Zusäüigkett sich irgendwie betätigt, sei es auch nur hin- sicbtlicb der Höhe od_e_x der Dauer des notwendig werdenden Bedarfs. Es gehört a_uch be rmiixb zur Versicherunz, daß jeder Teilnehmer ein Recht auf di: De u_ng keine3_Verm§genSberars3 hat. Wo kein Recht, jondern nur die Horsnung aus Erwabrung nach kreiem Ermeffen be- steht. da liext Verkächerung nicht vor. Schließlich gehört zu dem Begriff der Verfich_€rung auch das Moment der Entqeltlicbkeét. Zu- wexlen wird indenen den Teilnehmern an der Versicherung von anderer Seite ein uschuß zu dem Ersatzbetrage gewährt, den fie au) Grund 1 rer eigenen Vsitcäge beanspruchen können. Dieser Umjtand allcin nimmt einer solchen Einrichtung dxn Charakter der Versicherung noch nicht, wenn fie ibn sonst hat. Es handelt fiel) dann vielmehr um S'ine Vereinigung yon Versicherung und Unterftüßung, wie; man f?: bet der deutscbsx: ArbeitervrrfiÖerung beobachten kann. Diete Vermischung der Verficherung mit Elementen der Unterstüvung ist aqu bei den bestehenden Emrichturxgen zur Arbeitslosenverficberung haufig. Das yon beiden, Arbeitslokenunter- ftÜJUUg und Arbeitslojenverficberung, angestrebte Ziel ist das gleiche. In der Praxis kann ein gersgeltes Unterstüßungöwesm einzelne Momenxe der Versuberung in fich aufnehmen, andererseits find ,die Unterlagen für eine richtige, verficberunastecbniscb bxgtündexe Verficberuna egen die Folgen von Arbeitslosigkeit so 1chwer zu erlcxngen, Um a_ng und Dauer der Arbritslofigkeit in den etnzelnen mexen von_ so vielen Faktoren abhängig, war bisher unsere _Kenntnis dieser _Verbaltniffe nord so de_scbränkt und die Möglichkeit tbrer zahlenmaßtgen Bererbnung nockx xo wenig ausgebildet, daß, abgesehen von anderen Gründen, 1chon deshalb fast alle bis- brrigen Versuche einer Verficherunz mehr den Unterstüsunas- charakter als den_ VerficherunMcharakter haben. Wir wollen nun das Wesenlltchfte der sher izn Auslande, wo der Frage der Arbeitslojenfürsorge zuerst naher etreten und schon Bedeutendcs geleistet worden ist, Versuchter: ösungen nach der an djrsxr Stelle schon erwähnten") Denkschrift des Kaiserlichen Statimlcben _Amts (Abteilung für Arbeijerstatistik) über die be- stehenden Einrichtungen zur Verficherun gegen _die Folgen der Arbeits- lofigkeit im Ausland und im Deuts n Retche, jedoch abweichend von dieser, welche _die einzelnen Staaten getrennt für "ub be- handelt, in systemattscber Darstellun nach verschiedenen eficbts- punkten -- Selbsthilfe der Arbeitneßmer, Versicherungsdwang und freiwillige Versicherung auf kommunaler Grundlage, Subvention der Selbsthilfe unter Verzicht auf selbständige Verßcberungseinricbtun en - unter Einbeziehung von bisher nicht in Wirk1amkeit getretenen esch- entwürfen vorführen.

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Die Selbsibilfe: Gegenseitigkeitsversicberung der Arbeitnehmer in Gewerkvereinen.

, Zueksi ift die Arbeitslosenfürsorge auf dem Wege der Selbst- hilfe. Gegenseitigkeitsversicberung der Arbeit- nebnzer versucht worden, und zwar _find die Selbsthilfe- orsamsatwnen der Arbeiter zur Vekämpkung der Folgen der

*) Vergl. den AM?! .Die Vernderung Arbeitsloftgkrü' in Nr. 126 kes .Reixs- und 30. Mai 5. I.

egen die _Folgen der taatöanzetgerö" vom

omie eines GeschüFs._ n

Arbeijsloßgkoit im Auslande dur

Art. Der Ziexpunkt der gewerkfäpafll ist die Hochvaltung dos „IWM of lilo“ (auskömml

LebenöbalZung) der Arbeiter der Gewerkschaft und des Berufs- xweiges uberhaupt. Durch die Arbeitsloseufütsorge ermöglicht die G_etverksch:ft ren Mitgliedern, rbeit nur unter Lohnbedzngungeu anzunehmen. die den ewerLZ'cbaftlichen WWYW entsprechen , und verhindert fie, Lkw n Arbeit

ewerksÖaftlicher aArbeitslosenffn'soiJ:

Kollegenzuuaterbieteauuddadxmb aufdenLobn imGe- Die gewerkslkafllxike UMWUFUÉÜYWY aßwgel, andern Organisation. Sie soll verhindern, daß _det Wer Konjunktur in Athens- (biff

werde zu drücken. mithin keine ,caritative' M interessen der Standard, den die Orgmtisatiou bei kampfen erreicht hat, bei Vers terung der Konjunktur wieder bnabgesxßt wird. Sie , vom gewerkschaft- lxcben Standpu_ aus betraÖtet. die logische und notwendige Er- gnnmg der_Strnkunterftüßung. Dieser Zusammenhang hat dazu ge-

rt_ daß dre Unterstützung bei_ Arbeitslosigkeit, die zuerst seitens der engli chen Gewerkoereine ein efnbrt worden isl, mit der Entwicklung der internatronalen Geyerks bewegung in dm leyten beiden Jabr- jebnten m fast _allen Landern eine gleube bedeutende Entwicklung er- fahren_ bat._ Sre ift beute umb am bedeutendsten in dem Lande, in dem dre Einrichtung auch am ältesten ist, in Großbritannien.

In E rthrita n nien bat die Arbeitßlosenunterstüyung ihren Schwecénmkt r den "111-306 Unions, den Gewerkvereinen, wenngleich nchen buen auth die HilfSkaffen (fkjsnä17 500161588) in gleiche! Rubtun täti find; und zwar find es vor allem die Metall- und Masch rzen dustrie, die Schiffsbauknxuftrieund dasBuchdruck- axwerbe, ur denen die gew:rkschaftliche Arbeitslosenunterstüsung zu einer 516 ins klemfte geregrlten Durchbildmxa gelczngt ist, wenn auch in den anderm Jndustrten dre Unterstüßung m dieler Form ebenfalls besteht. 1904 waren 1902308 Personen“ in Gewerkvxreinen organisiert, in- dessen zahlen nicht alle Gewerwereine Unterftüsung, d:: in vielen Erwerben, insbrsondere ;. B. im Baugewerbe, die Vsrbältniffe zu fi_uktuterend nr-d von der Saison abbaan find, um bisher die Ein- fuhrung der Arbeitslojenuntersiü gleichbedeutendem Umfang zu gestatten. Die gewerkschaft! rbeitSlosenuuterftüHung wird für etwa 800000 ersonen in Betracht kommen, das sind nur etwa 6% der gewerblich tatigen Bevölkerung im Vereinigten Königreich. Um welche bedexttenre Summen es fich indessen handelt. ergibt die foksende Außtellung. Es zahlten die _100 größten Gewerkveretne in den Jahren 1895 bis 1905 an Arbeitsloxenunterjtüsung:

1895 . . 416 784 L 1900 . . 263 231 L

1896 . . 262143 , 1901 . . 327 785 ,

1897 . . 329 567 1902 . . 424046 .

1898 . . 238 724 , 1903 . . 509 673

1899._. „188063. 1904. . .647722,. Das find a11o_ im Berichtsjahr: 1904 rund 13 Millioxten Mul, 31,7 0,70 der Gejamtßusgaben dieser Gerverkvereine, und auf den Kom der Mitglieder 11 16. 6 d. in diesem Jahre. Von dem gesamten Betrage entfalLen im Jahre 1904 allein 304 534 fd. Stekl. auf die Gewerkvxreine der Metall-, Maschinery und Schi sbauindustrie, In der Texttltndustrie !teigt der Krokeutanteil an den Gesamtausgaben auf 38,8 0/0, im Buchdruckgewer sogar auf 45%. Was die Art dieser Arbettslojenunterftfxyung betrifft, so jrrfäÜt fie in O rtSunterftüßung xmd Yetfeunterfxuvung, Die levtere_Form ist in Großbritannien un Nuckgan begrtffen und steht der ersteren cxn Bedeutung weit nach. Der Enver der Unterstüßungsberecbtigung ißt zumeist an eine Mit- qlredscbaft von_12_Monaten gebunden. Es finden fich Verschiedene Klassen von Mitgltedern, je nachdem die Mit lieder aUßsr auf "den Schuß W _Gewerkvereins auf alle oder nur _au, einzelne der Von den Gewerkvernner gezahlten Unterstüsungen An!vruch babsn so[[2n. Der Erwerb Yer M1tgliedfchaft_ xetzt voraus die Zahlung eines Eintrittdelkes _ bis 5 .*6__-_ sowt: m einzelnen Gewerben eine Lehrzeit oder läygere Beschaftigung im Gewerbe. Außerdem find laufxnde Bri- trage zu zahlen, die. mit 2_d für die Woche beginnend, bxi einzelnsn Gewerkyeremxrx auf 2 sb für die Woch: steigen. Die Höh: der Ünterüußungssatze "_1 sehr MschieYn, tm allgemeinen wird die Unxerftusunß unt fallender Skala gezahlt, d. b. mit fortsxbrettender xbeitslofigkeit wird die Unterstüzung niedriger. Befluuxnungen daruber, wann ein Mitglied na:h Bezug dxr vollen Unterstußung york neuem unxerßüßt werden kann, ergänzen in 5er Regel die erntcblägisen Vorjcbriften. Auf die Ünterftüsung besteht em Recht. Ablebxtzmg der Unterstüsung findet im aslgemeinen “statt bei ArbeitSpernacblaM-zung, Trunkenheit und unordentlich€m Betragen, d. b. de_i erner Führung, wie fie m_it ken Pflichten eines ordentlickysn Geuxerbchartlers mch_t Vereinbar Ut. Freiwillige Kündigung, soweit daher den Arbeiter kem moralisches Verschulden :rifft, schließt von der Unterstüßuxxg nicht aus. Durchgehends heftebt die Pfiicbt zur Annahme von A_rbe1_t, die vom Gewerkschaftsxekretär zu den Säxzen ker Gewerkycbaxt nacbgrxviesen ai_rd. Verwaltungstechnisch ist das Unter- stüßungSwesen ment _so aufgebaut, daß die Gewährung der Unter- ttüxung zentralifierr ijt. Für die verschiedenen Unterstüßungßzweige bytebt zuweilen eme getrennte Kaffenfübrun, überwiegend jedoch ntcbt. Außer bei den Arbeitern finden Ib ähnlich: Einrichtungen noa; bei__den englischen Handlungszzebilfenver 'nden_. - Diejenigen Arbeiter- kcene, die Von der gewerkschastlichen Arbeitklojenuntersjüsung oder der- jenigen der Handluggßgebilsenxrbände nicht berührt werdsn, das ünd über 900/q der erwerbötängen Bevölkerung, sind fürden Fal] rer Arkeätslochkeit, soweit ste fich nicbt sellxst zu helfen in der Lage find, im allgemeinen auf private oder örfentlrcbe Wohltätigkeit oder Armen- pfxege angewiesen. Der Umfang der geWerkscb-afllicben Sklbg'tbilfe ift_ tm Verhältnis zur esamten Arbeiterchaft res Vereinigten_K6-ni_g- retcbs danach ein recht schränkter. Soweit fi: aber erfolgk, stellt 11: eine zahlenmäßig sebr bedeutende L_ekftung dar.

In Belgien ist die Organimtion der Arbeiter in Fachvereinen zwar ziemltch alten Datums, die Bedeutung der belgischen Gewerk- schaften Ulk ihrer instungsfäbigkeit leidet aber etwas dadurch, daß rie belgische Fachvereinsbewegung im Gegensaß zu der anderer Länder den szg zur lokalen Organisation statt zur Zentralorganixation zeigt. Dte Gesamtftärke der belgischen Arbeiterfachorganisationen betrug Ende 1901 etwa 132000 Personen, wobei etwa 73 0/0 auf die Arbeiterorganisationen sozialistischer R1chtung,110/a ank die neutralen Organisationen, 10 9/9 auf die (brkaicben srbeitersvrxdikate und 60/0 auf die liberale Arbeiterpartei entfielen. Seit rieker Zsit hat aber jedxnfalls eine Zunahme der Zahl der Organisationen _u-.d ihrer Starke stattgefunden. Nach dem dem Kaiserlichen Statistxxchxn Amt vorliegende)! Mrterial batten 221 Fachbereine mit inSgemmt rund 40000 Mttgltedern Arbeitslosenuntnftüßung eingeführt; dies würkxe mcbt ganz_ der dritte Theil der organisierten Arbeiter Lein. Was die Or anisattorx der Verbände und ihrer Arbeitslosenunterstüsung be- trisYt, so wtrd im allgemeinen ein Beitrag von 1-2 Fr. monatlich verlangt; danehen treten aber Befiiuxmnngen, die den Eintritt er- schweren, so dxe Forderung eines bestimmten Alters, Beschäftigung von 2 Jahren tm Gewerbe oder Verdienst nicht unter 20 515 30 (Zis. für dre Stunde. Die Verechtigun zum Bezug.?zer Unterfküsung m_n Ort wird meist nach 6 Monaten ks zu 2 Jahren erworben. Dre Unterstüßunassäse schwanken zwischen 50 Etz. und 2,50 Fr. Die Dauer der Unterstüßnug ist ;e nach der Leistungsfäbi keit der Ver- bände ganz _verschieden lang. ine scharf abgegremte Be timmuna._ was unter unfrnxvilltger und unverfcbuldeter Arbeitslosigkeit, diezumeiyt nur zur Unxerstußung berechtigt, verstanden werden soll, findet 175 meifi _mcht. AuSgesperrte oder gemaßregelte Mit lieder erhalten bei _emer großen Reihe von Verbänden Arbeitslo enunterstüsung, ebemo ist auch die Grenze gegen die Streikunterßüßung in den Statuten der belgischen Fachverbände nicht immer firengyßezogen. Die Kontrolle ist ftreng geregelt, sowohl durch ' liebe ' eldung beim Verband als auch durch Bestellung von Ver domügliedern al_s Kontrolleuren, die jederzeit den Arbeitslosen aufs n dürfen. Die „Taxe für die Zwecke der Arbeitsloseyunmftüsnng w rd vielfach, wenn an n1cht durchgehen" getrennt 9erer

Frankreich bestanden ara 1. Januar 1904 in del und Jndu e4227 Arbeiterfachvmine, m denen im gamen 7155 6 Arbeiter und_ Angestellte organisiert waren, außerdem 151 gemischte acb- vereme, m denen Arbeitgeber und Arbeiter vsrtuten find, mit 3 044

jedem. Von der gesamten Arbeiterbevölferung, die in Handel und dufirie tätig war (5,6 Millionen), smd etwa 13,6 % organisiert. Nur 8,35 9,10 der Organifierten find Frauen. Die Organisaüon der Gelbfi- bilfe du Einführung der OrtMnterstüvunq oder durch Séhaffang bo- sonderer beitslosenkaffen der Arbeiterverbände hat in Fr ' ver- bäUniömäßia spät und irt geringem Umfang eiugesest. Jm aber 1902 befianden in Frankreich 310 Arbettsloseakaffw, von denen allein 162 Kaffen auf die einzelnen Sektionen des Vu druckerverbandck entfielen. Im ganzen _waren an Arbeitslosenk en der Fachvereiae 30297 Mitglieder cmsmcbloffew Von der Gesamtzahl der organi- sierten Arbeiter waren daher 1902 durch die eigene Organisation noch nicht 5 0/0 gegen die Folgen der Arbeitslofigkeit fieber- geftellt, von der gesamten Arbeiterbevölkerung etwa 0,6 0/9. Die Kassen s'md mit_ AuSnabrne des Buchdruckerverbandes durcbgebendß lokal organrfim Die Beiträge schwanken zwischen 0,50-1 r., die Tagegeldernyischen 1-2 Fr. 285 Kassen mit 28209 ügliedern haben Mtttetluzxg über ihre Außgaben gemacht; diese Kassen vewussabten 1902 x_ür Arheitsloswunterstüsung ins- gesamt 188 940 Fr. Wirklich enthckelt ist die Unterstüßung nur im Buchdruckgewerbe. Der Tvvqgrapbenverband zahlte 1902 aslein 43 792 Fr. Tagegelder bei Arbetts t-zkxit. Die_Entwick1ung ist in rankreicb mithin noch wemg_ vorgx chntten. Em einzigsr deutscher nband, wie der MetaUarbUterverband, der Arheitslosenunterstüsung xablt, umfaßt 10ma1 soviel Mitgliedsr, wie tm Jabre1902 aUe franxösiscben Arbeitslosenkaffen zusamtren.

In Oesterreich waren am 31. Dezember 1900 rund 148000 Arbeiter in Fachverbänden orgaaifiert,_wovon 20000 der gewerk1chaét- lichen Richtung angehören oder nabexteben, _ferner 460175 Arbeixer oder 50,7 0/0 aller Organisterten in Unterstüßungövereinen, wovon 330030 der gewerkschanlichen Ricbtzmg nabejteben. Der Prozent- my rer Organifiertrrx ist am böchtten in Yen graphischen Ge- werbe_n, am niedrignen in der Landwirttcbaft. Arbeitslosen- unterstüsung zahlten 1900 247 allgemeine Arbeitewereins, 815 Bil- dungsvereine, _1707 Fachvereine und 567 Unterstüxzungßxreine. Der Schwxrpankr [regt in den Farbvereinsn, in denen 147 804 Mitglied:: organrstert waren. Das gleiche gilt ,für die Reiseunterstüsung. Es wurden im Jahre 1900 im gatzzen Von aÜen Arten drr Vrreine zu- sammen12692 Perxonen uatmtüßt, wovon 11035 auf die FaÖ- vereine entfaUen. 1904 verauSgabtrn al]: Gewerkscbakten zusarumea 583 301,19 Kr. für Ortsunterjjüsung, 95 790,8) Kr. für Nexseunter- ftüsung, das find pro Kopf der Mitglieder 3,08 Kr. an Ich- unterstüßang _ und 0,50 Kr. _ an Reiseuwterstüxzung, Die relativ böchjten Leistungen finkzen Zeh bsi den Hutmrcbem, Buchdcwckern, Mechanikern, _Drecbxlern, Litbograrben. Steindruckern und Haanubmacbern. Vertragsxablung, Bezugsbnecbtigung uno Wartezeit sind in den Statuterx eingebrnd geregelt. Die Frage der unverschuldeten Arbeitélofiakeit 111 1156171212sz daßin ?ormuliert, der ArbeitYVerjraz obnr GeseZQZV-IÜ ung gelöst sein muß Und da nicht unanxfändißes Betrüger, Blauur en usw. die EntLaüunZ rrovvziert hat. Von d_er Strkifunterxtürzung f?r die ArbeitZlOsrnUnréwtüHung bei den Gewerßcbaftrn getrexmf, da "diesen al? sol_ch€n die Z.“:blUng von Streikgeldern Verboten in. Im allgemeinen beurbt rie VrrrkiichtUn-g zur Annahme von Arbeit, die dem orxsühlichen Sas im (Gewerbe xntspricht und den äbigkeiten cxngémwrn 01. Getrénnte Kaffem- xübrung von den übngen Fonds _irt msin nichr vorbankxn, eine Rribe von Verbänden zahlt die UnterWüzZung nUr nach Maßgabe der je- weiliqexx Geldmittel ke§_Vercins. Dxmrnxkvrrcbsnd brstébt vielfach drr Anwkucb nicht in be1timmter Höhe.

Die gewerkscbaktlicbé Entwicklung in Ungarn ist noch jungen Datums. Am 1. Juni 1904 waren 52 41) Arbeitrr organißert. Von den 18 bestehendrn Zentral- (Land») Organisationen zahlen zur Zeit aUe bis an;; eine- ArbsitZlosrnqustüHung, von dsp 278x351!- organisationen 18. Im Jahre 1903 zahlten Die Gewerk1chaxten zu- samaren 87 289,81 Kr. Ort5unterstüx5ung, 24 379,54 Kr._ Reise- unterxtü ung. Im Jahre 1904 warrn _ di: entkvrechen- den ' etrags _ 123 946 Kr. bxziebungswxwe 37 336 Kr. Die_ Arbeitsloxenuntrrstüßun ist in _ Ungarn _nicht immer Wars getrénnt Von der rwerbsloxenunterytüßung, _ die den durch Krankheit, Alter oder förderliche Vrkleßung erwerb-Zunräbig

ewordenkn GewerksÉanSmitgliedern gswäbrt wird. Getrrnnte Kaffen- Führung für die vxrschjedenen Unterstéxsungözwsckc kommt vereinzeü Vor. Der Cäntritt der Arbeitélofigkrét ist sofort beim Verband zu melden, die Kontrolle geschiebr_ Tuxch rt? tägliche Meldung beim Verband. Die Frag? der Selbnvrrscbuldnng bat véelfacb eine sm- gebende Regelung erfahren, ebenso :iePr'lxcbt zur Annabmr ron Arbrix.

In Italien rrar Nr 1904 die 3.151 drr organifimen Arbeiter auf rund 40000 zu Veramchlagcn, das ind etw:c_5,3 0/0 der in Fandel, Jndmtrir und Landwirtschaft tätisen Arkeixer1chafd Welcher '- eil der orgxnjfierten Aröeitxrsgbaü die Unternüßumz bei Arbeits- losigkeit Und an,“ Orr Réike eingeführt bat. katär liegen zu'ammkn- faffeNre j!T_n,3;xk)chn für ganz Jtalirn nicht Vor, eingehsnde An aben sind nur für Mailxnd vorhanden. Aach in Italien dt ki: Ar 3112- losenunterstüsung am ältesten Und bxdxulenréjen im Buchdruck- gewerbe sowie in der Metaü- u.".d Maschineninrustrie. T_ie Beitrags- zahlung, T::gsgcl'der, Eswäbrurg erneutyr Unterstüsung u'w. smd rm- gebend geregelt. _

Di: Selbstbilfeorganisation ker Arkeirer in kzr Schwetz bat U41 in jüngster Zeit stanzswnden. Jcßt zahler] dort im ganzen 12 Verbänds ArbsitslosenuntsrstüZUg. Dis Einführung der Orts- unterstüsung ist zum Teil erst ganz kürzliéb erfolgt, bei den GLasern 1901, bei dem MerIUarbeiterrsrband 1903, _bei den Zebxns- und Genuß- mittelardeitern 1904. Die Zeleisteten Unterxrüsungsymmen sxnd bisher wtrklich bedeutend nur bei krn im Tyrograrbénbuyd zy'agmzenzekcbloffmen Buchdruckern. Für den Erwerb der Mitgliékkchaft in tm allgxmeinen ein Eintritthrlb von 1-2 Fr. zu Zahlen, außerdem wöchentliche Bei- träge yon 10-40 CTS. Eine Reibe von Verbänden hat _außerdem noch erschwerenkeBestimmunzen bezüglich des Alters und Gexundbetts- zustankss der Aufzunebnzenvxn. _ Für den Axxfbau im einzelnen ist das englische Vorbéld vielxacb maßgrbend gewZW. Von_run_d 27000Psr- sonen, die Ende1902 dem Schweizerixcben Gewerkxcbaftsbund anse- börten, und den rund 24000 Arbeitern, die außerhalb des Bundes standen, waren zu _dieserZeit rund 9000 in Verbänden, die ihren Mit- gliedern OrtSUnterxtüZun zahlten, alw noch nicht der fünfte Tris der organifixrten Arbkixer. * ie organisierten Arbxiter aber stellsn unter Zugrundelegung der Zahlen der letzten Beruszäblung ibrrrseits nur 5,8 % der_gewrrbltcb tätigen Arbeiter dar. Trox des in den le ten Jahren erfo_l tex1 Ausbaues ixt mithin der Um ang der gewerks aft- lichsn_Selb?tJixse ei_n noch beschränkter, wenn er auch im ständigen Wach;en begrinßn itt._

Dasjenize Lazid, 131 rem die Organisation unter den gewerblicbru Arbeitern am meisten wrtgeschritten, ist Dänemark. Nimmt man die Gexamtzabl der gewerbltcben Arbeiterschaft auf 200000 an, so warsn etwa 44070, nämlich 88098 im Jahre 1903 organisiert. Ab- gesehen von anderen Unterttüßungßzwxigrn, 111521 den dänifcben Gewerk- xchaften vor allem auch die Arbeitslojenuntemtüyun eingehend geregelt. 1931 zahlten yon 61 der Landeszentrale c'mge.s [offenen Organisa- tionen 48 Organisationen Arbeitslosenunterstüyung am Ort oder auf der Rede. 1902 verauögabten die der Landeszentrale angeschlossenen anände an Ott-Z- und Reiseunterstüßnng 432 895 „44, 1903 388 750.44 Jn Danemark bat fick; die Arbeitslosenunterftüsung aus der Neuabetbilfe entwickelt, zur Zeit steht die Ortéunterstüsuug an _erster Steße._ Der ursprünglich ausschlaggebende UnterstüyungSzweck tft allmahlich zurückgetreten gegen den Geßcbtövunkt der H haltung drs „Zbanäarä 01“ 11113“ im Gewerbe- Die mei en Kaffenemricbtungen der Verbände find erst gegen Ende der 90iger Jahre, des vorigen Jahrhunderts geschaffen worden. Dre alteste „Kaffe ist, wie auch in anderen Ländern, bei den Buch- druckcrn zu traben. Die Briträge brginnen mit 5 Im für die Woche und steigen nemlich hoch. 30 hrs 40 0,19 der Beitr" e durchschnittlich werden an die Arbeitslosenkaffe der Verbände ab efü rt. FürErwerb detBemgöbxrrcbtt ung wird überwiegend1Jabr tgliedscbaft verlangt. Die Unterstu ungsgsäxx schwanken zwifchen 75 Oere und 1,25 Kronen fur den T , die ver je nach der finanziellen Leistungsfäb keit der Ver- bände ebr vers iedeu. Die Trennung gegen die Str erfiüsana ift durchgängig ( rf gezogen, die Annahme von Arbeit im Sinne der