1906 / 179 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 31 Jul 1906 18:00:01 GMT) scan diff

Rolandslied, Dr. Wiese. _ Auégewciblte Kapitel der französischen Grammatik, mkt mündiichsn nnd sckriftltchen Uebungen, _ FranzösisCbe Sprech- und Vortragsübungen im Anschluß an die Lektüre von Augiers „1.68 FXkOlÜ-ÖZ“, _ *Für die Mitglieder des romanischen Seminars französische Stiläbungen, Lektor Prof. Dr. Mettlich.

4) Deutsche Philologie. Deutsche Altertumskunde, _ *Alt- deutsche Uebungen, F*Germanisiiscbes Seminar, Prof. Iostes. _ Geschichte der neubocbdeutscben Schriftsprache, _ Naturaliömus, Sym- boliömus und Heimatkunst, _ *Westfäiifckpe Dichter des 19. Jahr- bunderts, _ *Deutscbes Seminar, Prof. Schwering.

5) Englische Philologie. (Geschichte der englisckden Literatur des Mittelalters, _ Einführung in das Altengliscbe durch Erklärung poetischer Denkmäler, _ *Im Englischen Seminar: Mittelengliscbe Uebungen nacb Zupißa-Scbippers Uebungsbucb und Lektüre Chancers, kaf- kaiczek. _ Englische Grammatik mit schriftlichen Uebungen, _ Englixche KonVLrsatwnsübungen, _ *Im Englischen Sernmar: Lesung und Erklärung in englischer Sprache von auSgewablten Dichtungen neuerer englischer Lyriker, Lektor Pxof. Hase. _

6) Geschichte und geschicbxlicbe Hilfswisseniäyaften. Eriekbi; e Geschichte, _ *Gcschichtlr_ch6 Uebungen, Prof. 5Niehues. _ Ge ichte des Zeitalters des Abjolutiskmuß, _ Geschichte 1105 abcndländiscben SchiSmas und der Reform onztlien, 1378_1449, _ +*Au29ewäblte ragen aus der G€schichtc dss Mittelalters und, der Nsuzeii, Prof. rler. _ Deuifch_e VexfafiunasZescbiMe 063 Mtt'tel- alters, _ Urkundenlebre, _ +Distoriiches Praktikum mri schriftl. Arbeiten, _ +* isioriscbes Proéeminar, Prof. Meister. _ Brgnden- bursgiscb-preußis eGeschichie, _ Quellen und Literatur_ zur preußischen Ge (dichte, _ +*Uebunqen zur neueren Geschichte, Pros. Svdnnagel. _ +*Rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Uebungen, Prof. Ph iiippi. _ Quellen zur deujschen Ge!chichte im Mittelalter, _ *Ptstonsckpe Uebungen, Dr. SchmiH-Kallenberg. '

7) Kunstgeschichte. Italienische Renaiffance ] (mit Light- bildern), _ Venedig (mit Lichtbildern), _ *Kunstwiffenschastlrck) Fragen der Gegenwart, _ ?Uebungen, Prof. Ebrenbex . _ Ge- Tc;;ichtKe cl?“ deutschen Kunst im Mittelalter (mit Lt tbiidern),

r. o .

b. Mathematisch-naturwiss_enschaftlich-pbarmazeuiiscbe

Abteilung.

8) Mathematik und Astronomie. Svntbeiische Geometrie, _ Analytische Geometrie, 11. Teil, _ Uebungen zur anaivtisckoen Geometrie, _ *Matbematisches Obersennnar, Prof; Killing. _ Differential- und Integralrechnung, 11. Teri, _,Funktwnentheorie, _ *Matbematiscbes Unterseminar, Pros. von Lilienthal. _ Me- chanik, 11. Teil, _ Daisieilende Geometrie mtt Uebungen, Pr0f. Dehn. _ Orts- und Zeitbestimmunß, _ Ueber den Mond, _ „Zert- rechnung und Kalenderkunde, _ F*Uebungen im asironomtfcben Beobachten und ReckÉien, Lektor Prof. Dr. Plaßmann. .

9) Physik. xperimentalphvfik (Magnetißmus, Elektrizität, Optik), _ *Elcmentar-matbemati1cbe Ergänzungen zur Expextmxntal- vbvfik, _ '!"Pbyfikaliscke Uebungen & dreifiundig, 1). sechsstundtg, _ ?Wiffknf aftliche Arbeiten, Prof. Hevdryeiller und Prof. Konen, _ *Pbyikalisches und chemischesKoüoqu1uni,_ Prof. Heydweiller, Prof. Konen und Dr. Thiel. _ Tbeoretticßxe Optik, _ Uebungen in Demonstrationsversuchen Und in der Anférttgung einfaßbsr physika- lischer Apparate (für Lehramtsiankiraten). _ *Uebungcn im Anschluß an die Vorlesung über theoretische Optik, Prof. Konen.

10) Reine und angewandte Cbemie_, Pbarznazie, Hygiene. Anorganische Chemie,_ _ *AuSgewa'blte Kapitel 'der organisckyen Chemie, _ ?Prakiiiäye Uebungen im Laboratorium und Leitung wiffenscbaftlicber Arbeiten, Prof._Salkowski. _ ** bvsikaliscbks und chemisches Kolloqumm, Pros. Heydweilier,

roi. Konen und Dr. Thiel. _ ElektrochemtebeyFikalisYe demie, 11. Teil), _ Anleitung zum chemtschen Cxpenmentteren'fur ien Unterricht an höheren Schulen, Dr. Thiel. _ Analviiscbe Chemie, _ *Chemie der menschlichen Nabrungß- und (Yknußmittel, _ ?*Uebungen im aztikulturckpemisckpen Laboratorruzn Sudstr. 48149, étof. König. _ “Analyse und Beurteilung der Ge- rauchögegeniiände, _ “(*Nepejitorium der Nabrungsömittelcbemie, Dr. Bömer. _ *M analyse, _ Or ani e Chemie, _ A ewäblte Kapitel der em. Technologie at be onderer Be- rückficbt gun der Technologie des Wa ers, _ +Toxtkologische, pbarmazeuti?ch-chemische und maßanalytische ebungen im Laboratormm. Darstellung (bemischer Präyarate; für Fortgeschrittene Bearbeitung wiffenschaft1icher oder techni1cher Aufgaben, __ Kolloqumm iiber pharmazeutische Pr.:.varate und die Gegenstande dcs dquchen Arzneibucbs, Prof. Kaßner. ' _ .

11) Mineralogie und Geologie. Allgemeine nnd wezielle Mineralogie, _ Kristallographie, _ Petroqraybie, _ Mtneraiogxsche Und kristallograpbisckoe Uebungen, _ "[**Anleitung zu skidstandigen wiffenscbaftlickpen Arbeiten, Prof. Bußz. ' _ ,

12) Botanik. Syezielle Botanik, _ Mtkroikowscher Kursus, _ Untersuchung Von _Drogenyulvern, _ *Ueber Flechten, _ ']"An- leitung zu wiffenschartliäpen botanischen Arbexien, „Pros. opt. _ Pbarmako nofie des Pflanzenreichs, _ *Koloniaiboiamk (Pro- dukte, An an und Bedeutung tropischer Nusvflanzen mit besonderer Rücksicht auf die deutschen Kolonien), für Studierende aiier Fakultäten, Dr. Tobler. ' , '

13) 30010 ie. Zoologie iind Vergleichende Anatomie der Wirbellosen, _ Zoologiicb-zootomi'ckpxs Praktikum, _ ?_Anleitnn zx: selbständigen wimenicbaftlichen Unteriucbungen für Geubtere, rox. Ballowitz. _ Moderne Entwicklungs- und Abst'ammungslebren und ihre Kritik, _ Tiergeograpbie, _ _Ueber die Gliederiiere, mit besonderer Berücksichtigung dsr einheimifckyen Formen, Prof. Stempell.

14) Erdkunde. (Héoqravbie Von Mitteleuropa, _ Aügemeine pbvfisebe Geographie 111. Teil, _ +*Geograpbiyckpe Uekungen, Dr. Meinardus.

6. Medizinisch-Provädeutifche Abteilung.

1) Anatomie., Systematische Anatomie dss Menschen, 1. Teil (Ailgemeine Anatomnx, Muskel- und EingeWeidelebre), _ Sezier- übungen, und zwar_ 1. Muékeln, Gelenke und Eingeweide mit 81015 7153661111111 für Aniängerz 11. Gefäß- und NerVensvstem, Sinnes- organe, 815115 715001'11U1 für Eekxbtere, _ Knochen- und Gelenklebre, Pxof. BallowiZJ_ *AnatomiicbeDemonstrationen, Prof. Ballo- wixz und Dr. rodérsen. _ Zelle und (Gewebe, _ 511115 T'jZCSkUW des, Menschen, Dr. Brodersen.

2) Physiologie. Experimentalpbyfiologie, _ Phyfioiogiscbes Praktikum, _ '*vafiologiicbe Besprechungen, Prof. Rosemann.

'3) Phys ik. Exxoerimentalpbysik (MagnetiSmus, Elektrizität, Optik), _ inyfikaliickze Ueangen, Prof. Heydweiller.

4) Cheung. Anoxganimbe Chemie, wf. Saikowßki. _ Organische Cbemte, Pros. Kassner. _ * kxemie der menschlichen Nahrungs- und Genußmittel, Prof. König. _ +Cbemisches Praktikum, Prof. Salfowski, Prof. Karznsr und Dr, Thiel.

In dem vorstehenkxen Verz€ichni§ sind unenigeltlicbe Vorlesungen durch einen *, Priwatimma durch ein "i' bezeichnet.

Münster i. W., den 27. Juli 1906.

Der Rektor der Königlichen Universität. R. Von Lilienthal.

Personalberäuderungen.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Fähnricbe usw. Ernennun en, Beförde- ruu en und Verse ungen. Im aktiven eere. Molde, an ord des Damp ers „Hamburg", 23. Juli. Gr. 5. der Schulenburg, Rittm. aggreg. dem 1. Gardedrag. Regt. Königin Viktoria von Großbritannien und Irland, von dem Kommando als Militärattackpé bei der Botschaft in London entbobsn und zum Eskadr. Chef im Regt. ernannt. Ostertag, Hauvim. und Komp. Chef im 4. Garderegt. 3. F., kommandiert zur Dienstleistung beim Großen

Generalstab, unter WMW bei demselben in den Generalftab der Armee verseßt und als 1

6 zur Botsibaft in London kom- mandiert. -

Odde, an Bord des Dampfers „Kaman'NAIuli. Bron art 5. Schellendorff Hauptm. uud omp. befim Gardefüs. gt., kommandiert zur Dienstleistung beim Großen Generalstab. unter Belaffung_ bei demselben in den Generalstab der Armee vers t und 016 Militarattacbé zur Botschaft in Madrid und zur Gesandts st in Liffabon kommandiert.

Nachgenannte Oberprimaner des Kadettenbauses in Plön in der Armee als Fähnrisbe an eftellt und zwar die Krüpeeunteroffiziere: v. Unruh, im Kaiser Gardeaten. Regt. 2, v. Ditfurth im 3. Earderegt. z. . leift, im Ulan. Regt. Prim Augu von Württember ( ven.) Nr. 10. ' .,

Abschieds ewil igungen. Im aktivenHeere. Molde, an Bord des Dampfer! Hamburg", 23. Juli. Cronenberg, ZWilbelm), Lt. im In. Regt. von Goeben (2. Rhein.) Nr. 28, ommandiert bei der Militixiutend, auf Fin Gesuck behufs Verwen- dung im Intendanturdiensi zu den Res. ffizieven des Regis. über-

geführt. Köuijülk UMP Armee.

Offiziere, Fäbnriche usw. Ernennungen, Beförde- rungen und Verse un en. Im aktiven Heere. 19. Juli. Hermsdorf, Lt. im . Fegldart. Regt. Nr. 12, vom 19. Juli 1906 bis 18. Januar 1907 ohne Gehalt beurlaubt.

Beamte der Militärverwaltung.

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 16. Juli- Hammer, Proviantmutskontro auf robe in Grimma, unterm 1. August d. I. zum oviantamiskontro eur ernannt.

17. Juli. Mei u :, Unterzablmstu, zum blmstr. bei der reit. Abteil. 1. Feldart. ts. Nr. 12 unterm 1. uli d. I. ernannt.

Yiehfamtliehes. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 31. Juli.

Der Königliciißt großbritannische Botschafter Sir rank C. LaScelles i nach Berlin zurückgekehrt und hat die Ge- schäfte der Botschaft wieder übernommen.

Der Re ierungSasseffor Dr. Plate in Johannesburg ist dem KönigliZen Oberpräfidium m Cassel zur weiteren dienst- lichen Verwendung überwiesen worden.

Laut Meldung des „W.T. B.“ ist S. M. S. „Panther“ am 28. Juli in Hamilton (Insel Bermudas) eingetroffen und geht am 7. August von dort nach Halifax in See.

SM. S. „Falke“ ist am 28. Juli in Coquimdo (Chile) anxtxoffeÉi und geht am 8. August nach Talcahuano (Süix

16 M ee. S M. S. „Hansa“ ist am 28. Juli in Hongkong ein-

getroffen. S. M. S. „Iltis“ ist gestern von Futschau nach Tfingtau in See MMK?"- S. ._ S. „Loreley“ ist gestern von Konstantinopel nach Saloniki in See gegan n. S. M. Flußkbt. „T' ingtau“ bleibt vorläufig in );ch (

Kweishien.

Swinemünde, 31. Juli. Seine Majestät der Kaiser und König ist, „W. T. B.“ zufolae, an Bord des Dampfers „Hamburg“ von der Nordlandreife heute vormittag unter dem Salut der FestungSgeschüße Hier eingetroffen.

Lübeck.

Die Bürgerschaft hat gestern, „W. T. B.“ zufolge, einstimmig das vom Senat beantragte (Heseß, betreffend das Verbot der Serien: und Vrämienioßgesell- schaften, mit den von der Bürgerschafiskommisfion be: antragten Uebergangsdesiimmungen genehmigt, nach denen es den LOSJeseUschaften gestattet ist, ihreGeschäfte innerhalb eines Jahres abzuwickeln.

Oesterreich-Ungarn.

Das ungarische Abgeordnetenhaus Hat sich, „W. T. B.“ zufolge, gestern bis zum 10. Oktober vertagt.

Großbritannien und Irland.

Bei der Generaldcbatte über dis MarinennYeleg-en- heiten _im Oberhause gab gestern der erste ord der Adimralität Lord Tweedmoutl), „W. T. B.“ zufolge, nach- stshende Erklärung ab:

Die Vorschläge ,der Regierung bergen keine Gefahr in sie!; und stehen vollkommen im Einklang mit den wahren Intereffen des Landes. Die Admixalität ist mit Rücksicht auf die gro en Aendesungen und die Aufs übe,_ die bei ausländis en Schiffsneubauten in diesem Ia re eingetreten sind, zu der Ueberzeugung gekommen, das; es klug und „richtig sei, unser Bauprogramm berabxuseßen. , Als das arwrüngliche Programm aufgestellt wurde, glaubten wir, daß Frankreich mit dem Bau mehrerer sehr großer Linienschiffe be innen wolle, die Vereinigten Staaten mit dem Bau Von zwei neuen „inenschiffen, Rußland mit dem Von einem Linienschiff und zwei Panxerireuzern sowie Deutsch- land mit dem von zwei sebr roßen Linienicbtffen und einem Panzer- kreuzer; aber von Wo zu Woche haben wir Nach- richten über die Hinausschiebung des Baubeginns dieser Schiffe erhalten. Deutschland hat sein_Bauprogxamm nicht innegebalten und erst beute babe ich die Nachricht erhalten, daß das erste der beiden deutschen Linienschiffe nicht Vor Anfang Septembex aui _Stavel gelegt werden wird. Ebenso werden, sechs neue Linienjcbiffe xür die Vereinigten Staaten und Frankreich nicht Vor dem Jahre 1912 fertig- gestellt sein, und in Rußland sind die Forderungen für Neubauten um 21Milli0nen Pfund Sterling berabgeseßt worden. Außerdem war iür uns 1101!) die Erwägung maßgebend, daß wir durch die Manöver dieses Jahres in schlagendsierWeise die große und unmittel- bare Wirksamkeit unserer Flotte bewiesen haben.

Im xveiteren Verlaufe der Sitzung kam Goschen auf den Zweimä tesiandard zuruck und 600311, dqß eine franzöfisch-deu che Kombination sehr unwahrscheinlich sei, _wenn aber England und Frankreich in emen Krieg geraten wurden, Zviirden Deutschland und seine Freunde unbequeme Neutrale em.

Bezügxicb der Haager Konferenz erklärte der Redner, die unglück- skligen Nüstungßaus aben in Europa seien nicht auf Eitelkeit oder das Verlangen na Ruhm zurückzuführen. Oesterreich z. B., für

de en erfolge England stets großes Mitgefühl gehabt hatte. unter- baßte WAW“ zur Verteidigung seiner nationalen Existenz, während Deutstkland seine Anagaben für-die lotte vergrößen ni tzu Angriffs- wecken, sondern Weil es, wie an andere im Wach en befindliche ZR te, sicb auSdebnen und eine entsprechende Seemacbt baden müsse, um zu behaupten. Diejenigen, welcbe glaubten, daß irgend etwas. was äuch immer bei der Haager Konferenz herauskommen MFT," das an alten würde, was der Kai er Wilhelm für seine tsfion e, namentlltb soweit es die uSdebnung der Macht Deutschlands betreffe, gäben fich Illusionen bin. _ Jm Unterhause erklärte gestern der Uréierftaats _ekretär Runciman, daß die künftige Stärke der eng ischen Garnison in Aeg pten rund 5700 MW bxtra en Werde. weiteren Verlau? der Sißung wurde_dte dritte ung der chulvorlage mit 369 gegen 177 Stimmen angenommen.

Frankreich.

11 dem gestern in Rambouillet abZZhaltenen Ministex- rat amen, nach dem Veri tdes „W. .A.“, besonders die französisch :schweizericx en Handelsvertra Svex- handlungen zur Spra e. Botschafter evoil werden auf Grund der kürzlich seitens der Schweiz gemachten Vorschläge neue Weisungen exteilt werden.

m weiteren Verlauf sprach fick) der Ministerrat grund- äßlick) für die Abschaffung der Tode“ rafe auß; er In izmini'ter Sarrien wird Untersuchux. m uber em neues trafsy'Fem anstellen. Der Unterrichwmmifter Briand brachte die Angelegenheit der ErnennunÉ der Madame Sara!) Bernhardt ziim Mitgliede der _hrenlegiqn vor; der Ministerrat schob ]edoch eme Entscheidung bis zum 17. August auf, um inzwischen die (Frage noch weiter zu „erörtern. Hierauf entwickelte der Marineuzinister Thomson den vom Kriegsminister Etienne ebilltgten Rekrutierun Splan für die Seetruppen, er dahin e t, die Dien tzeit für die ein„eschriebenen Seeleute mzf zwei In re 'herabzuseßen und beson ere Ver ünftigungen r die Kapitulanten u schaffen. Der Minister ?ührte aus, da dieser Plan eine ehrausgabe von möglicherweise 1700000 Fr.

mit sich briikzen werde. Rußland.

Die Verhandlungen, die durch Vermittlimg des Ministers des Aeußern szolski mit den ?emäßtgten ortschritw- parteien über den Eintritt „von Mitg iedern derse_ en in das Kabinett geführt worden smd, find der „Nowo e Wrem a“ Jufol e erfolgreich beendet worden., Die ortefeui es

es Zandels, der Justiz, der Volksbildung, des Ackerde und der Staatskontrolle gehen in die Hände von Nicht- bureaukraten über. .

_Die Arbeithruppe und die sozialdemokratische raktion der aufgelösten Duma bereiten, „W. T. B.“ qu ge, die Veröffentlichung eines Aufrufs an die rmee und die lotte vor, in dem fie diese auffordern, der Re ierung den ehorsam zu kündiqen und mit den gescßmx"! ig ge- wählten Volksvertretern den Kampf egen die RJUWM aufzunehmen, die durch eine Verst ndigung mit esterrei und Deutschland über eine eventuelle Einmischung sich des Landesverrats schuldig gemacht habe.

Die Staatsanwaltschaft in St. Petersburx hat gegen die ehemaligen Mit lieder der Tuma, die den Aiwadn ,die Bevölkerung in Wi org unterzeichnet haben, das gerichtliche Verfahren angestrengt.

Verkehrs wird gemeidet, daß die Kamp e zwischen Armeniern und Tataren fortdaéoern. n Schuscha, wo viele Personen ums Leben gekomn.en sind, ist der „St. Petersburger Tklegraphenagenlur“ zufolge 16 i mehr Ruhe eingetreten. Die Behörden und Vertreter der tadt haben die Friedensvermittelungen eingeleitet.

Italien.

Ter „Offervatore Romano“ veröffentlicht eine 1161) sxl_iche Kundgebung Über die Errichtung von xeltgtosen Orden und Kongregationen. Es wird darm_fettgeseßt, daß die Genehmigung zur Errichtung solcher Vereinigun en ausschließlich vom Papst erteilt wird, während dies 5195er auch durch die Bischöfe geschehen konme.

Schweiz.

Die HandelSvertrngsverhandlungen mit Frank- reich haben gestern zu einer Verständigung geführt. Danach dauert, wie „W. T, B.“ meldet, der 8011115 0110 bis um 20. November fort; 0610? Regierungen vcrpfli ten sich, ?)ie Genehmigung ihrer Parlamente einzuholen und pätestens am 20. November zum Austausch der Ratinkaiionen zu schreiten.

Niederlande.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ erklären die Leib- ärzte der Königin ilhelmina das Befinden der Konigin für durchaus zufriedenftellend. Bulletins werden daher nicht mehr veröffentlicht.

Nr. 61669 .Zentralblaits der Bauwerwaltung“, beraus- 0egeben im I.)?inisterium der öffentlichen Arbeiten, Vom 28. Juli hat folgenden Inhalt: Amtliches: Runderlaß Vom 5. Juli 1906, betreffend Ergänzung der Dienstanweisunkz für die Lokalbaubeamten bezü lick) der Yreise für Tapeten in Dieniwobnungen. _ Diensinacbri ten. _

ichtamtliche9: Neuere Reichsbankbauten. (Schluß.) _ Feinnivelle- ment durch das Wattenmeer zwischen dem Festland: nnd Sylt. _ Vkrmiscbtes: Verleihung _des Titels „Regierungsbaumetsier“ an die Bauasfisienten der bayeri1chen StaatSbauVerwczltung. _ Wettbewerb um Entwürfe zu einer städtischen Sparkasse in Apolda. _ Baurat Walter Körber in Berlin 1".

Statistik und Volkswirtsäjaft.

Die Bewegung im (Genossenschaftswesen des Deutschen Reiches während des Iahres1905.

In Nr. 124 des .Reiäos- und StaatßanzeigerS' vom 28. Mai d. I- aben wir eine Uebersicht über den Stand der eingetragenen Genossen- ?chaften im Deutschen Reiche am Anxang des Jahres 1906 nach dem dritten Iabrgange des von dez: reu ischen Zentralgenoffenscbaftskaffe unter Mitwirkung der statistts en Aemter Süddeutschlands beraus- gegebenen „Jabr- und Adreßbuchs der Erwerbs- und Wirtschafts- genoffensckpasten' (Karl Heymanns_ Verlag, Berlin). Der zweite, statistische Teil desselben enthalt 'in mehreren Tabellen aucb Nachrichten über die Bewegung im Bestande der deutschen Genoffenscbaften im Jahre 1905. Die dort fia; findenden Angaben

über die Auflösungen und die Neugründungen Von Geno'ffenscbaften verdienen allgemeinere Beachtung nicht nur deshalb, weil die Zahl

_ Nach einer funk-iägigen Unterbrechung des telegräphischen “*

dieser Beweßunasvorgänge an sich die Richtung des Gan es unseres Genoffenscha tswesens kennzeichnet, sondern weil sie Tmit ilfe einin Rechnungen) auch die eigene Kraft erkennen läßt, mt der swb die - siedenden alteren Genossenschaften, unabhängig von den Neugründungen des letzten Jahres, entwickelt haben. Das Gesamtbild der Bewegung im Stande des Genoffenschaftswesens während des Jahres 1905 war folgendes. Es betrug für die für deren

Genossenschaften Mitglieder die Anzahl Anfang 1905 ....... 23 569 3446 078 . Zahl der Neugründungen 1905 . . . 1459 68 891 . . . Auflösungen 1905 . . . 372 26 346 . Anzahl Anfan 1906 ....... 24652 3 658 437 “der uwachdurch eugründungen1905in0/g 6,19 200 . hgan durch Auflösungen 1905 in 0/0 1,58 076 , wnkli : Zuwachs 1905 in 0/0 . 4,60 6,16.

n diesen Zahlen sind die Zentral- (Haupi-) Genossenschaften, um

oppelxäblungen zu vermeiden, nicht mit einbegriffen. Die sick) er- gebende rechnerische Unstimmigkeit um 4 Genossenschaften hängt u. a mit Ueberftbreibung von Einzelgenoffenscbaften zu den Zentralgenoffen- schaften zusammen.

Aus dem Anwachsen der Mitgliederzahl von 3446078 auf 3658 437 f?eaenüber dem rechnerischen Zugangs durcb Neugründun en minus Au ösungen, also aus dem Zuwachs von 212 359 gegenü er dem von 42 545, ergibt sich, daß die werbende Kraft der bestehenden alteren Genossenschaften diesen Vereini ungen 169 814 neue Mit- Zlkieder (d. f. 4,97 0/9 des Standes vom abresanfanZ) zugeführt bat.

icht also die Neugründungen, sondern die „eigene rast“ der Sache hat dem Genoffenscbaftsleben den weitaus größten Teil, mehr als zwei Drittel, des Iabreözuwacbses von 1905 gebracht, und das ist erfreulicher als der immetbin ewiß aucb erwünschte Zuwachs durcb neu entstehende genoffenscbaftli e Vereinigungen.

Werden die Genoffenschaften um!; dem Gegenstande des Unter- nehmens_ in Gruppen zusammengefaßt, so steUt sich die Bewegun in ihnen wahrend des _Iabres 1905 in den nachstehenden Zahlenreren dar; als Maßstab fur die Beurteilung des inneren Wertes der beiden lessen Reiben mag etwa die Angabe dienen, daß der jährliche Be- vöikerungsMwachs sich auf rund 1,5 v. H. beläuft.

Mitglieder-

zuwa s in 0/0 des landes

Auflösungen vom 1. Ian§1905 im ag.

aus eig.

Mitgl. Sande" Kraft

5862 4,80 3.71 264 10,82 6,40 2322 6,95 4,39 155 3,71 5,00 430 6,82 3,02 135 5,68 0,69 45,56 10,95 21,77 7,92 9,88 5,35 _4,18 0,59 1,81 -_3,70 0,80 3,66 6,53 3,94 6,99 4,15

15,45 4,19 5 2,80 1,54

eu- gründungen

Gen. Mitgl. Gen. 1) Kreditgenoffen- schaften ........ 695 26 578 85 2) Nobstoffgn, gewerbl. 3 1 611 13 3 . landw. 127 5 814 35 4) Wareneinkaufötoereine 11 299 6

5) Werk enoffensch., gewerl. 29 1086 6) Werkgenoffensch., landw ......... 21 439 7) ©. x. Beschaffung v. Maschinen :e. 218 _ 8 Magazingen.,ge1verbl. 11 367 33 9 , landw. 41 2098 666 10 Robstoff- 11. Magazin- G, Yewerbk . . . 11 187 382 11) Rob icff- u.Mag.-G., landw. 3 160 30 12) roduktiVJen.,gewerbl. 18 600 1218 13) roduktivgen.,landw. 195 2985 darunter: Meiereigenoffenschaften 165 Brennereigenoffen- schaften Winzervereine . . . . (H. f. Bau 11. Vertrieb v. Feld- 11. Garten- frücbten ...... 13 Schlachtgenoffen- schaften _ Fischereigenoffen- schaften 1 92 orstgenoZensébaften _ _ 14) . ;. eschaff. . Zuchtvieb 361 15 149

15) KonsumVereine . . ' M Bangen, eigentliche 68 3 783 häuser 7 499

. , Vereins- 13) Sonstige Genossen- 1709

schaften Zusammen1459 68891 372

_4,22 0,88 _20,64 _1,25 52,86 17,51 _1,41 8,58 6,55 14,84

12,27 6,16

0,91 8,10 4,08

8,39

9,22 4,97.

700 26 346

Landwirtschaftlicbe Verhältnisse der zuckerrüben- bauenden Teile der Provinz Hannover.

Vor einigen Jahren hat die Deutsche Landwirtschaft69ese11schaft den Beschluß gefaßt, durcb Vergnftaltung einer BetriebSumfrage neues, den gegenwartigen Betriebßzusianden entsprechendes Material betriebs- wiffenschaftlicher Natur zu sammeln und zu bearbeiten. Es besteht die Hoffnung, daß im Laufe der Zeit auf diese Weise eine ßroße Anzahl Betriebe in allen Teilen des Reichs gründ- 1ch erforscht und dadurch sowohl der Praxis wie der Wiffen- (_bast wertvolle Anregungen und Quellen dargeboten Werden, und es laßt sich erwarten, daß der Zweck, der mit der Umfrage Verfolgt wird, nämlich ein Bild der in Deutschland üblichen Wirtschaftssysteme zu geben, im Laufe der Zeit errei t wird. Eine erhebliche Anzahl von Bezirken in den verschiedensten eilen des Reichs befindet sich bereits in der_Bearbeitung, und es ist anzuerkennen, daß s1ch verschiedene landwirt1chaftliche Seminare an Universitäten der Umfrage an- genommen und ihre Mitglieder zur Bearbeitung angeregt haben. Die ersten Berichte liegen jeßt in dem Heft 118 der „„Arbeiten der Deutschen Landwirtschafts esellscbaft', betitelt „Betriebsverbältniffe der deutschen Landwirtscba ', vor (Kommissionsverlag Von Paul Parey, Berlin; Preis 5 .“). Unter den drei darin enthaltenen Mono rapbien beßndet sich eine aus dem Seminar des Profeffors Pr. ievius in Gießen berVorgegangene, die die landwirtschaft- l“ben erbältniffe der zuckmübenbauenden Teile „der Provinz Hannover behandelt. Der Verfasser, Dr. P. Teicke-Hckdesbeim, hat von 41 Gutsbetrieben des Regierungsbezirks Hildesheim und der an- Krenzenden Teile ein reichhaltiges Zahlenmaterial gewonnen und in "„mfangreicben Uebersichten zusammengestellt. Diesen Uebersicbten sind eMJSHende Erläuterungen beigefügt, aus denen einige Punkte hervor- gehoben sein en. _ ,

Nach einer arlegung des geologischen Aufbaues, dex agronomtscben Einteilung und des Einfiuffes des Klimas auf den WirtschaftSbetrieb Wie des Standes der Bodenkultur folgt eine Berechnung der Höhe es Grund- und Gebäudekapitals. Auffallend ist der hohe Wert des Bodens, für den ein Durchschnittspreis von 2245 .“ für 1 119 er- wittelt worden isi, während nacb Untersuchungen yon Backhaus der Durchschnittst von 1 112. in Ostpreußen 912 „46, in Westpreußen 1078 „46, in ommern 952 .“ beträ t. Dementsprechend ist auch der Wert des Ge äudekapitals mit durchchniitlich 914 .“ auf 1 119 ein sehr hoher, da er das Gebäudekapita der östlichen Provinzen um das Dreifache übersteigt. „6-

In einem besonderen Absehniite werden dann, nach einer kurzen Entwicklung der ruck) olgen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die heutigen Wirtcbafts ormen in Nübenwirtschaften, Frucbtwecbsei- Wikkschaften und Körnerwirtscbaften geschieden und im Anschluss

schaftlich besondexs wichtigen Tiergruppen einer Betrachtung unterzogen. ! Der Abschnitt uber die Außnußung der tierischen Arbeitskräfte zeigt folgende Hauptekgebniffe. Auf 1 Pferd entfallen

in Wirtschaftsbeirieben mit unter 20 119 Ackerland 6,16 113 Acker,

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. . . über 100 . ., 8,55 , ,. Daran? geht hervor, daß der Gesamtbedarf der kleineren Güter im Vergleich mit dem der größeren verhältniSMäßig hoch ist.

Die Kapitalverbältniffe weisen 'das folgende Cr ebnis auf. Es entfielen fur 1 119. landwirtschaftlick; genutzter Fl" e im Durch- schnitt auf:

.“ 0/0

Grund und Boden 2245,00 59,05

Gebaude . . . . 914,00 24,04

lebendes Inventar . 242,30 6,37

totes Inventar . 152,70 4,02

Vorräte 248,00 6,52

3802,00 100,00. Cine eingehende Yetrackptung der Lohnverbäliniffe der landwirt- schafilicben Arbeiter fuhrt sodann die günstigen Bedin ungen, unter

denen die ländliéhen Arbeiter gegenüber ihren städtis en (Genossen leben, klar vor Augen.

Der l_eßie Abschnitt behandelt .aÜgemeine Wirtschaftßergebniffe“ und beschaftigt sich genauer mit der Ermittlung des Reinerirags, der Verteilung der Einnahmen und der AuSgaben und mit dem Ver- baltnzs zwischen Robertrag und Reinertrag. In Hundertteilen der Baretnnabmen entfallen auf:

Naturalien . . 62,8 %

Nußvieb . . . . . . 28,3 0/0

sonstige Einnahmen . 8,9 0/0.

In Hundertieilen der Baraußgaben entfallen auf:

Saatgut, und Dünger 16,2 %

uttertmttel 9,4 0/0

15,4 0/0

b_ . . . . . 33,4 0/0

Gebaude, Geräte . .“ . 4,4 0/9 Verschiedenes . . . . 21,2 0/0.

Di: „Verzinsung des Gesamtkapitals weist Schwankungen Von 1,45 0/0 bis 5,30 0/0 auf.

Zur Arbeiterbewegung.

Der,Cölner Arbeitgeberverband für das BaugeiUerbe nabm, wie die „Köln. Ztg.“ berichtet, in einer am Sonnabend abge- haltenen außerordentlt en Generalv-srsammlung auf Veranlaffung der Dachdecker- und lempnermeistekr Stellung zu den aus- gebrochenen Sperren bezw Acheit8ntederlegungen in diesem Gewerbe und in den Glasereien Évgl. Nr. 178 d. Bl.). Die Dachdeckermeister, die dem Ersuchen des rbeitgeberVetbandes auf Ent- lassung mehrerer rankfurter Geselien, die während des rankfurier Dachdeckerstreikß n Cöln Arbeit gefunden batten, na gekommen und deren Betriebe infolgedekZen von der Arbeiterschaft gesperrt worden waren, beanspruchten nunme c 00111 Arbeitgeberverbande saßungßgemäß deffen Schuß in vollstem Umfang in Gestalt der Verhängung einer Aussperrung der gesamten Arbeiterschaft im Baugewerbe. Eine )olckye wurde auch Von dex Versammiung angesichts der Sachlage und um den Dachdeckereien Hilfe quZewabren, für angebracht erachtet; nur über den Zeitpunkt bestanden einungsverschiedenbeiten. Die Dach- deckermeister verlangten eine baldi e Aussperrung mindestens aber einen sofortigen Beschluß, 'der- die Aucsterrung im Pcinzip anordnet, sowie die Maßregelung derjemgen Ta decker- und Bauklempnermeister, die Zeh bisher an der Auswertung der Gesellen noch nicht beteiligt haben.

ür einen endgültigen Entschluß über die allgemeine Aussperrung war jedoch die Mehrheit der Versammlung nicht zu haben, Weil nach ihrer Ansicht vorher erst die Baugewerkeninnung und die nichtorganisierten Meister gehört werden müffen. Es wurde schließlich folgende Re- solution gefaßt: .Die Versammlung sagt den Dachdecker- und Bauklempnermetsiern, sowie den Glasergeschäften ihre Volle Unterstüßung zu; insbesondere sollen diejenigen Meister und Geschäfte, die heute noch entgegen_ den gefaßten Ve- fchlüffen ihrer Vereinigungen Arbeiter beschäftigen und so ihren Koliegen in den Nacken falien, von den Mitgliedern des Arbeitgeber- Verbandes keine Arbeit mehr erhalten. Weiter folien diejeni en Arbeiter auf den Baustellen entlaffen werden, die Arbeitswillige beläJtigen bezw. an der Arbeit hindern. Dre Versammlung nimmt Kenntnis yon der Erkläxung, daß der Cölner BaugewerkenVLrein im Laufe der nächsten Woche zu den Verhangten Sperren im Dachdeckergewerbe Stellung nimmt, um eine eventuelle Gesamtaussperrung seiner Bauarbeiter herbeizuführen; im FaÜe einer Gesamtaussperrung spricht die Ver- sammlun?) ihre Volle Unterstüßung aus.“

In „eipzig sind, wie der ,Frkf. Ztg." telegraphiett wird, die ausständigen Buchbinder (vgl. Nr. 177 d. Bs.) gestern znr Arbeit zurückgekehrt. Nur etwa 50 0/0 fanden Wiedereinstellung in den Von ihnen früher Verlaffenen Betrieben, und diese erfolgte unter Be- seitigung der Kündigungsfrist. Sobald die Arbeitßaufnabme fich nicht in gewünschter Weise glatt vollzieht, woklen die Arbeitgeber die Möglxichkeit sofortiger Wiederenilaffung der Eingestellten in der Hand e a er:.

In Stuttgart beschlossen, wie „W. T. B.“ meldet, in einer gestern abgehaltenen Versammlung die ausständigen Buchbinderei- arbeiter mit 256 gegen 238 Stimmen, daß der Ausstand entgegen dem Beschluß,_beute die Arbeit wieder, aufzunehmen, solange fort- gesetzt werden 1011, bis die ArbeiiZzeber die schriftliche Erklärung abge- geben haben, daß sämtliche uchbindereiarbeiter innerhalb Von zwei Wochen auSnabmslos wieder eingesteth werden. Der VorfiHenke des Arbeitgeberverbandes bat erklart, daß, falls am heutigen Dienstag in Stuttgart die Arbeit nicht wieder aufgenommen Werden sollte, die Buchbindereiarbeiter in Berlin und Leipzig, die heute die Arbeit wiederaufgenommen haben, wieder ausgesperrt werdén würden 0)?!" Nr. 178 d. Bl.).

Nach einer P eldung der „St. Petersburger Telegrapbenagentur“ aus Iekaterinoslaw nd auf 15 Koblengruben, die einer französischen Gesell cha_ft und der Gesellschaft Rutschen- kosf, Karpoff und Lidiefi gehören, 6000 Arbeiter in den Aus- stand getreten. Dcr Generalgouverneux hat sich in das Ausstands-

ebiet begeben, auch sind Truppen dorthin entsandt. Die Ursachen des * usstandes sind wirtschaftlicher Natur.

Unter den Angestellten der Ostindiscben Bahn ist, laut Meldung des .Neuier1chen Bureaus' aus Kalkutta, ein Ausstand außgebrochen. Die Ausständigen versuchten den Bahndamm zu zer- stören, Wurden jedoch von anderen Angesteliten, die sich dem Aus- stande nicbt angeschloffen haben, daran gehindert. Die Ausfiändigen hielten SonntH? eine Versammlung ab, an der etwa 2000 Personen teilnahmen. ebrere Redner forderten die Ausständigen auf, im Ausstande zu Verharren.

Kunst und Wissenschaft.

In_ den ,Mitteilungen“ der Anibropologiscben Geseslscbaft zu Wien ist ein Vortrag Veröffentlicht, den Richard Andree dort über den Ursprung der amerikanischen Kulturen gehalten 501. Der .Globuö“ berichtet über dessen Inhalt: Man hat sich lange Zeit nicht von dem Gedankensoßma können, daß die Kulturen der amerikani- schen Völker nicht auf ihrem e genen Boden entstanden, sondern aus der alten Welt importiert seien, und auch heute not!) be egnet man ab und zu jenem (Gedanken. Es sind da im Laufe der Iaerunderte recht merk- würdige Hypothesen ausgesprochen und geglaubt worden, aus denen Andree hier eine interessante Blütenlese gibt. Er zeigt dann weiter, wie die moderne, exakte Forschung da- mit aufgeräumt bat. Wohl gehören, wie man heute wci ,

daran die Ausbreitung, Entwicklung und Pflege der vier landwirt-

an und haben viele Kulturelemente gemeinsam. So ne en die Mythen der asiatischen eringvölker auf der amerikanischen Skike weit nach Sizden. Abertes ware durchaus verfehlt, diese Mythen als Be- weise fur den asiatischen Ursprung der amerikanischen Kulturen anzu- sprechen. Die amerikanische Rane und ihre Kulturen sind autochthon. Die Funde VonSt'einartefakten haben gezeigt, daß der Mensch am SchluYe _der diluvtalen EiSzeit in Amerika bereits vorhanden war, au cbadel zum. Teil zweifellos diluvialen Alters find vorhanden. Im Lqufe der Zett bahen sicb RaiTenvarietäten gebildet, und da dazu gewaltige Zeiträume mzttg waren, 0 haben wie hier einen neuen Be- weis fur die uralte Ansasfigkeit dex Amerikaner auf ihrem Boden. Das- selbe gilt Von den z"u großer Mannigfaltigkeit beraußgebildeten Sprachen. Sind aber die Volker Amerikas Kinder des eigenen Bodens, so wider- spricht auch nichts_eine'r selbständigen Kulturentwicklung. Sie wird bei anderen Volkern xa nicht angezweifelt; warum ist es gerade hier ge- schehen.“ Herner waren die Amerikaner weit isolierter als andere Völker. ' (21; man Anklänge an altweltlicbe Kulturelemente und Bräuche m_ merika auch ab und zu finden, man darf sie aliein nicht ins Feld fuhren und die zahllosen fundamentalen Verschiedenheiten ignorieren. „Warum Follten“, fo )ragt der Verfaffer zum Schluß, .die fremden Kuiturtrcxger aus allen Weltenden immer nur ein einzelnes (*Herä]. emen einzelnkn religiösen Brauch, ein einzelnes Wort nach Amerika ubertragen, ahxr die allerwichtigsten und den Amerikanern LZFZWM Dinge, wie E116n und Haußtiere, unberücksichtigt gelaffen

Literatur.

Der schriftliche Verkehr in Necht§an ele enbeiten.

Formularbuch und praktischer Ratgeber für jedermanY beigErricbtung 00_n Rkckvtkgeschaften nnd Abfassung Von Erklärungen, Klagen, An- tragen usw." in gerich_txtchen AnYlegenbeiten von W. Hasenstrauch, Gerichtssekretar. Duneld-er, erlag von L. Schwann. Preis geb. 3 .“ _ Die Zahl der alle, in denen jeder Privatmann ohne Hilfe des R'eckoiSanwalts oder ' otaxs sein Rechckt suchen oder rechtßgültige Geschafte_ vornehmen kgnn, ist sehr groß. In dem hier angezeigten Buche wird durch Voxfuhrung der Verschiedenartigsten Fäsle aus dem iagltchxn Leben gezetgx, was _ man zu Um bat, um ohne juristiicben Beistand em Geschafi rechtégültia abzuschließen oder 311 seinem Recht_zu kommen, _und für die Abfaffung der erforder- xicben SckYnftftucke werden fertige Vorlagen für jede einzelne Oache_ betgefugt. Da finden fich nicht nur Volimacbien, Vertrage und Urkunden manni facher Art. wie sie im gewöhnlichen Leben Vorkommen, 10ndern au Gxundbucb- (Hyiwtbeken-) und Ehe- recht find _durch eine_ staitlicbe Reibe Von Beispielen Vertreten; testamentarische Verfugung, Klage, Mahnwerfakzren, ZwangSvoll- streckung usw. können, wie aus etw;1 200 ausgeführten Beispielen zu er- sehen ist, selbst _m Falien Von großer Bedeutung durch jeden Mündigen nczcb den in dtexem Buche gegebenen Anleitungen obne Mittelsverson leicht hervtrkt werden. Es ist sehr oft keineéirégs die Schuld der (HMH chung, wenn Rechtögescbäste tener und umständlich werden; vieifa fehlt es nux an der Kenntnis der Bestimmungen und an 'der nöttgen Anleitung, ihnen zu entsprechen. , __ Die InValidanersicherung des Denischen Reichs im_taglichen Leben. Vyn Ma ;: Schön, Magistratssekretär. Zweite 2111710196. Grimew/Yd-Berlm,Y-Zrlag ker.Arbeitsr-Versorgung“. Preis 1.76"_ In dieser Sckprift find für dis rechtsnnkundigen Arbeitgeber und Vexiicberien, die gezw_ungen sind, sich mit dem Vorschriften des In- VJLidenVUsiÖNnngsgeyeHes 50m_ 13. Juli 1899 Vertraat zu machen, die fur den Laien wrcbixgen Bestimmxmgen in gsmsinderiiändlichr und uherfichtltcber Form eriqutert. Die jeßt nötig gewordene neueAuflage durfte des gleichen Versaiis der Beteiiigten, wie die 1904 exschienene erste, sicher „sein. '

_ Die Verernbeiilichung der Arbeiterversicherung und der 711. Internationale ArbeiterVersicherungs- kongreß. Von J. Von Iagwiß. Berlin. Veriag Von A. W. Hahns Er_ben. „Preis 2,40 .;6 _ Der Verfasst der Vorliesendsn Schrift fuhrt in Fedr'angieyULÖ-Zrsiäyt die bemerkenßwertesten Vor- schlage zu einer ereinbeitltchung der Arbeiterversickpsrung auf und i_vagt sie gegeneinander ab,. Er hat außer der gesamten Literatur uber „dieses roblem auch die Verhandlungen des 711. Internationalen AkÖLLTYTVL 1cherungskongr€11es, der Ende September 5. I. in Wien tagte, in Betxaxbt gezoZen. Seine eigsnen Vorschläge faßt er zum Schluß in Leit1äßen zuiamznen.

__Zollbandbzicko fiir die elektroxecbniicbe Industrie Unter betonderer Bexucksichttgung won Deutschland, Oes!erreich-Ungarn und der, Schwetz_ Von Dr. R Bürner, Syndikus des Vereins zur Wahrung gemeiniamer Wirtschaftsiniereffen der deut)chen Elektroiechnik. ]. Band: Europa. Leivzig, Vkrlag' wn Hachmeiiier 11. Thal. _Subskcivtionsvreis 5 .“ _ Bei der waibienden Bedeutnng des_AuSsubrbandels für die elektro- i§chn11che Indu'itrie in De11_t)chland, Oeiterreicko-Ungarn und der Schweiz ni die Kenntnis der_ _Zolljase und der übrigen auf den Ausfubrverkebr fick) beziehenden'Veiitxnmungen für dieKalkulation, für die Auffindung neuer Absasge'bieie, für die richtige Außwabl dxr Vervacknng, bei Differenzen mit den Abnehmern, bsiMuster- und thoursendungen usw. sebr Wichtig. _Das eingangs erwähnte qusfäbrlixke Spezialhandburh so_il nun alle fur den Exporteur bcdeutxamen Beitimmnngsn bieten, namlich: ein Verzeichnis der _mit alien Ländern bestehenren Handelsverträge Deutschlands, Oesterreikh-Ungarns“ und der Schweiz, eine _genaue Wiedergabe der in etwa 150 Ländern geltendsn Zoilsaße und Zolitariisntscheidungen auf Grand des neusstsn amtlichen Materials, _eine Verglßickpende Uebersicht Üksr die verschiedenen Münz- und Gewichtswsteme, Wichtige Bestimmungen 11th die Art der Yerzoüung, dl? Warenbezeichnung usw.. eine Aufzählung der deutschen, öiiexreich11ch :unßariichen Und schmizerischén Koniulate irn Auslande, LndllÖ cine 1tati1tis_che Darsieiiung der EininbrVErbäitniffe für elektro- t8chnische Ekzeugnime in alien Landern. Zur Zcit liegt der erste Band Vor, der die euroyäiscben Staaten behandelt. Er erscheint als recht hrguchbac und dürfte _daber den Beteiligten willkommsn sein. Die water eintretenden Veranderungen im Zollwerkebr soiisn in dcr Exvyrt- Zeitkcbrist „Helics“ veröffentlicht und können leicht 611? die überaÜ eingefügten leeren Seiten des Handbuchs gcflebt Werden, sodaß dieses in der einfachsten Weise auf dem laufenden erhalten werden kann.

Land- und Forstwirtschaft. Ausführung des Fleischbeschaugeseßes.

Der Bundeskat bai nqch einer Bekanntmachung des Reichskanzlers Vom 16. Juni d. I. vsrxcbiedkne Aenderung-Zn dcr AUZfübrungs- bestimmxmgen 4, C und [) zam Fieifcjykesckyaugcsxrz Vom 30. Mai 1902 beichiofsen. Die Aenderungen Und in einer für den praktischen Gebrainh geeigneten Form zusammengestellt worden. Zur Erläuterung der Abwsichungen gegen die bisherigen Vorschriften wird in einem gemeinsamen Erlaß_ des Landwirtsckßaftsa minisiers und des KultuSminiUers an die Regierungs- präsidenten und den Polizeipräsidenien zu Berlin folgendes bemerkt:

]

Ausführungsbestimmungen .4, betreffend Untersuchung und gesundheitspolizeiliche Behandlung des Schlacht- viebs und Fleisches bei Schlachtungen im Inlande.“

1) In Fälien, in denen vor der Besichtigung durch den Beschauer eine nach § 17 Absatz 2 der Außfübrungébestimmungen 4 unzulässige Zerlegung geschlachteter Tiere siattgefunden hat oder Fleixcbteile einer nach Absaß 40. a. O. unzulä) gen Behandlung unterzogen worden sind, foil künftig *in gleicher _ eise wie 5355le schon bei Entfernung wichtiger Körperteile die Unier1uchung ausichlteßlich der Zuständigkeit des tierärztlichen BeicbauerH vorbehalten 51815611, auch das Fleisch nur unter bestimmten Vorauswyungcn fur genußtauglich oder bedingt tauglich erklärt Werden dürfen. _

Diesem Zwecke dient eine neue Fanung des § 18 und des Ein- ganges zu § 30. ' _

2) Die bisherigen Vorschriften fur die Untersuchung der Lymph-

die Völker zu beiden Seiten der Beringstraße einer Na 6

drüsen haben sich als nichtvöllig genügend erwiesen. Für eine genauere