1906 / 188 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 10 Aug 1906 18:00:01 GMT) scan diff

den Gerichtsaffeffor Lorßing in Berlin zum Amtömhter in Lobsens, _ _ _

den Gerichtöoffessor Merß m Bolkenham zum AmtSrichter in Friedland O.:S., _ _

den GerichtSaffeffor Hicke in Prettm zum Ilmtsrtchter da elb', _ _ _ s dsetn Lberrichter von TeutsckxSüdwestafnka Richter zum Amtsrichtkr in Halle a. S., _

den Gerichtsaüeisor Tr. Vlagge in Verden zum Amts- richter in RendstxZ,_

den Gerichtöavemor richtsr in Lser, __ _

den Gsrichtsaveffor Westphalen Amtsrichter in Gemünd, _ _

den GerichtMffeisor Tr. Wittmann M Hachenburg zum AmtSrichter in Waldbröl und_ _ _ _

den bisherigen kommisarischen Bezirksamtmann m Swakomend, Staatsanwalt a. D. Dr. Fuchs zum Staats- anwalt bei 08111 Landgericht 1 Hier zu_er_nenn_en,

den ZenatSvräfide-nten Dr. Fabricius ixi__ Breslau und von Reden in (Zelle sowie den Landg€mcht§vrayidxnten Barre in Bielefeld, Tous in BraUnSberg, R€ichel m_ Stargqxd i. V., KarnaH in Königsberg i. Pr., Voxgtel m Grins- wald und Müller in Duisburg den Charqftkr als“ (H?henner Oberjuftixat mit dem Range der Räte zweitsr Liane, _

den berlandsSgcrichtsräten Gra efe und K (11th m_VNen, Grunwald in .Köni Hberg i. Pr. und Knorr in Stettin, dem Landqerichtsdirkktor otering in Magdsbura, den anen Staaßanwäiten NaUmann in Frankfurt a. O. uiid “Saxo in Tan,ig, den LandgrricHtIräten von Ztrombsä in Berlin, von ' eiten in Paderborn, Cleiriow m Glogaxx, Siemens" in Hannover, Seydel in „Hirichberg, v0_n Basie in Hage'n, Hafriebausen in T8nabrück, Kyriad m Brom: berg", Ablémann in Biclcfeld, BTSTTUST m Kotxbns imd v. der Laae in Frankfurt a. T., dsn AmtsgsrichtHraten Seliq in Wandsbek, Vezin in LHriabriick, ZÜÖTOJTUÖÜ und Klamroth in BMM, von Wsybe_ in _BUxiekxude, Hobsnstein in Frankfiirx a. M., JÜrge_n1en m Omum, Roscher in Hildesheim Und .?thle m Elberféid und dem Rechtsanwalt und Notar, Zuiiiirqi Bachmgnn m Bieiefeld den Charakter als Gehsimer meizrat, form?

im Juitizminiiierium _ _ _

dem Gebeimsn ngisirawr, Kanzleirat „Hartig den Charakter als Geheimer Kanzieirat,

den Gebkimen Kalkulator-sn PQZwahl und Wunram sowie dem Geheimen expedierendeii Sekrstär und Kalkulator Lucas den Charakter als Rechnungörai und

dem Geheimen Registrator Knäppik DSU Charakter als Kanzleirat, feriier _ _ _ _

dem (Herickztsschreibér, letsgerichtsiekretar TUrrbeck m NMHÜWLUSleM den Charakter als Kanzleirat zu verleihen.

Eggers in OLnabrück zum Amts-

in Wiesbaden zum

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

dén Profsisor an der Bergakademie in ClauÉzihal Otto Doelß zam etathäßigen Vrofsisor an der Techn11ch€n Hoch- schule zu Berlin zu ernennen, __ _ _

dem Direktor des Franzömcben Gymnanums 111 Berlin Dr. Edmund Paul Georg Schu1ze den Charakter als Ge: heimer Regierungleat zu verleihen und _

infolge der von der Stadtvexordnetqizverigmmlun? zii Düren getroffenen Wahl den Oberburgexmeiiter Kloßda elbit als Bürgermeister der Stadt Türen aus fernere zwölf Jahre zu bestätigen.

Ministerinm der geistlichen, Unterrichts: und Medizinalangelegenk)eiten.

Ter bishsriZe OberlSHrkr an der Oberrealschule zu_G1€imiH Dr. Paul BÜrger ist zum Kreisschulinsvekwr daselbst und

der bisherige Rektor Hermann Bruns aus Springe zum Kreisschulinspeftor 'm Schildberg ernannt worden.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Dem Vermsisunqsinspektor Deubel_ in Cassel ist die kommissarische Vsrwaitung ciner etatsmäßigeii Vermeffimgs- inspektorstelle bei der Königlichen Generalkommission daselbst übertragen.

Die Herren Forstreferendare, die in diese_m Herbst die forstliche StaatSprÜfung abzulegen beabsichtigen, haben die vorfchrifrswäßige Meldung spätestens bis zum 4. Sep: tember d. J. einzureichm. _

TerMeldung ist ein Nachweis über dieDauer des aktimn Militärdienstes beizufügen;

Berlin, den 1. August 1906.

Der Vorsißende der Königlichen Forft-ObeÖe-xaminationskommission.

S ck) ed b, Landforstmeiiter.

Iuftizminifterium.

Zu Noiaren für den Bezirk des Kammergerichts find er: nannt: die NechtZanwälte Justizrat Karl Engel, Justizrat Stephan Gerhard, Justizrat Friedrich Ulrich, Iustirat Dr. Eugen Natban Wolff, Justizrat Dr. ' ilhelm Bernstein, Justizrat Tr. Her: mann Oberneck, Justizrat Zukob Unger, Justizrat Arthur Aronius, Justizrat Tr. BennoMübsam, Hugo Horrwiß, Emi! Masur, David Schönfeld, Tr. Emil Sanio, Eugen Fuchs, „Hans Aehnelt, Jo: hannes „Homeyer, Arnold Schn€ider, Ludwig Gundlach, Dr. Walther Becherer, Kurt Ackermann, Emil Hallensleben, Konrad Brewer, Tr. Gerhard Bollert, Tr, Karl Meidinger, Max Magéndanß und Friß March and in Berlin, mit Amwäsung ihres Amtssi in demjenigen Teile der Stadt Berlin, der zum Bezirke ÖLS mts: geri tsBerlin:Mitt€gehört,dieNechtsanwä[teZusxizratTr.Eugen Fu *I, Dr. Hugo Neumann und Dr. Arnold Reimer in Berlin, mit Anweisung iHres Amtsfises in demjenigen

Teile der Stadt Berlin, déi? zum Bezirké des Amtsgerichts

Berlin:SchÖn2berg gehört.

Zu Notarkn für dsn BCZikk dss Kammergsrichts sind fsrner ernannt; ds: IieckßsZamr-Sit, Jastixrat Edaard Kaisel in Berlin, dsr .j'=“rk-;chtsanwa1x Und Notar Max Jeneit in Jnsxkr:

burg, die NechtSanwälte Hermann Halle in Charlottenburg, Gustav Jacobsohn in Berlin, Dr. Georg_ Freu_nd in Berlin, Dr. Laurentius Köhler in Bexlin, _Rtchard Röhrig in Berlin und Amtsrichter Dx. Pin_u _m Hobbit- salza, mit Anweisung des Amtsnßes m demjeingen Teile der Stadt Berlin, der um Bezirkedes Amtsgerichtsz Verity: Miite gehört, die ReZtsanrvälte Arihur Heyer ix_1_ Koriiß und Scher) in Menftein, mit Anweijung ÖLS_AM1SUZLZ m demjenigen Teile der Stadt Bexlin, der zum Bezirke des Amts- gerichts Berlin-Schöneberg ?ehorx; _ _

Der Rechtsanwalt Sa r) (Samuel) Turk_m Gnesen ist zum Notar für den Bezirk dds Oberlandeßgerichts Posen, mit Anweisung seines Amtsßßes m Grzesen, _ _

der Recht-Zanmalt, Justizrat Luxt i_n Leob1chu§ zum Notar für den B irk _des Oberlarxdeégerichts Breslau, nut Anweisung seines mtsftßks in onb1ch_uß,_ _ _ _

der Rechtsanwalt Salo Kosterlrß m Kontgshutte zur_n Notar fÜr den Bezirk _des OberiaridesZerichts Breslau, unt Anweisung seines Amtssißes i_n Komgshutte, _

der RechtSanwali Dr. Sievert m Brediiedi zum Notar für den Bezirk des Obexlandeßgericbis Kiel, mrt Anwenung feines Aintsyises in Bredstedt, und _ _ _ _

dsr Recthamvalt Eberhard Lurtng i_n Quakenbruck um Notar für den Bezirk des Oberlandxsgerichts Cekle, mtr Zlnweisung seines Amtsiißes in Luakenbruck, ernannt worden.

V e r z e i ch n i S der Vorlesungen und Uebungen an der Königlickoen Bergakademie zu Berlin im Winterbalbjabr1906z07 Vom 16. Oktober 1906 bis Mitte März1907.

Proicffor Dr. Jahnke: Analytische Geometrie. Höhere Mathatik und Mechanik 1 mit Uebungxn. Resinungsrat Breldir: Damteliende Geomejrie mit Uebungen. Zeichnen. N. N.: Experimentalvbviiß 1. Proieäor Tr. Stavenhagen: Anorgamécbe Chemie 1. Praklixcbe Yrbeixsn im ch€mischen Laboratoxinm._ Dr. Wblbling: Rnalwttickse Cbemie. ExVerimente 3ur_ bbvsikali1_chen _Cbemie. -Dr._ Mehner: Einiübrimg in die vbysikache Cb2m1e_und The_rmcckpemie sur Virg- und Hüttsnleutß. Proseffor Dr. Scheibe: Mineralxxgie 1. Mixx- ralcgi'kcbe Uebungen. N. N.: Miner310ßi§_und Geitsméku_nde __mr Eisenbüttenleute. Gebeimer Bergrat, PkOiÖUOk Dx._Wabn]chasf_e_: Astmeine Gebirgie. Geologie des Laartäx-Z. Prbiciwr D_r. Rauxi: Paläontologix mit Uebangsn. Geologückoes _Revetitorium. Y:, Harbort: Aus,;ewäbkte Kabitel JUZ der Paläontologie. _Proievyr Dr. Fotonié: Ausgewäblte Kapitel __auZ dex Pgiaobotamk. Paläo Oraniicbés KoUo-quium. Paläobotant1che Arbeiten sur Foxtge- schrittene. Dr. Kühn: Pstrograpbie. Petroxzrapbiscbe Ueburigxn. MCTbOkén der Gesteinsuntersuchung init Usbungen. Petry,;rarbtycbe Arbeiten für Fortgeschrittknz Gebsimer Bergrat, Profeffrr Dr. Bevschlaa: Lagerstätjenlsbre (Kobxe, S:;lz, Petroleurxi). Dr. Krusch: Erzlagersiätfenlebrx. Usbungen in Erjlagerfiattenlebre. Profeffor Dr. Keilback: Queklen- urid Grundtxafferbunre. N. N.: Einfübrv'na in die Geologie und Lagunättenlehre für HU_tt_en- leut-z Dr. Denckmann: Paläozoikum dss Rheini1chen Schreier- gebirges. Dr. Gagel: Gsologie _ der Deu11chen Schußgebiete. Dr. W 8 i Z e r m e l : Lebensbedingungen ?oysiler Meerestiexe und Sediment- bildung. Profeffor Vater: Ma1chinenlebr_e mit beyonderet Berück- sichtigung der BSL“?- und Züttenwesenmaicbinen 1, m1t_ Uebungen. Oberingenieur Phil ppi: lektrotecbnik 1. Uebungen i_n Elektro- technik. Geheimer Bergrat Haselow: Baukonitnzknonsiebre [. Profeffor Franke: Allgemeine Bergbaukunbe 1. Spezielle Bergbau- kande (Vonicbtun und Abbau) mit Uebungxn. Aufbereiitunßskunde Uebungen zur Aufßereitungskunde mit praktiycben Arbeiten im Labora- torium für Aufbereimng. Proteffor Baum: Spezielle ersbaukunde (_Kraftwirtschaft, GewinnUng, Förderuyg, Wafferbaltung)mtt[1€bun_gen.

ir-fübrung in die Bergbannnde für Hüttenleute. Bergingenteur _ HüttenwirtsckpaftUebre _ einycbließlicb Montanstatistik. Proieffor Fabxmann_: Markscbeidékunde gnd Geodäsie 1 mit Uebungen. Markjcheideriicbes Zeichnen. Profeywx Dr. Pufabl: Aügsmeine Hütienkunde. Metaüurgiiche Probierkqmt einschl. Technischer Gasanaly'e. Lötrobrvrobierkunst. Cbemiickoe Technologie. Dr. eters: Elektromxtaliurgie 1. Uebungen in Elektrochemie mid [ektrometaUurgi€_iür Anfänger. Arbeiten im elektrometaüurgiscben Laboratorium 7111? Geübtere. _ Dr. Krug_: Uebangen in der quantitativen Lötrobrvrobierkunit. Eijevbrobierkunit einschl. technischer GaSanalvse_ ffxr Anfänger. Arbeiten im Labo- ratorium für Eisenprobierkumt für Geübtere. N. N.:_(_Zntwer7en von Mrtaübüttenanlagen. Geheimer Bezgrat, _ Proscmoc Dr. Wedding: Geschichte des Eisens. _Tbeoretiicbe Eiienbüttenkunke 1. Metailbgrapbie und Eisenmqterialprüiapg mit Uebungexi. Arbeiten __im Laboratorium für vbbfikaliiche Chemie Und Klsingexüge. Profexwr Eichboff: Praktische Eijenbüttenkxxnde 1. Entwerfen bon Eiién- büttenanlagen. Entwetien bon Eiienbütisnwerken. Regierungkrat Schlenker: Bearbeikung des Eisen:? Wirxlicber Geheimer Ober- bergrat Eskensx Einführung in die Recht§winen1chaft. Bergrecht 1. Gebeimer Oberbergrat Renß: Zivilrecht1 Geheimer Oberreg-ierungs. rat, Profeffor Dr. Post: WoblfabrthfLe-ge. N. N.: Volkswirt- fchanslebre. _

Berlin, den 3. Auguit 1906. _

KbnigliÖe géologiscbe LandeÖar-iialt und Bergakademie. Bornbardt.

Krabmann: Berg- und

Die von heute ab zur AuSgabe gelangende Nummer 35 der Geseßsammlung enthält untxr _ ' Nr. 10 741 das Geseß, betrensnd die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen, vom 28. Juli 1906. Berlin 117, den 10. August 1906. Königliches YesexsammlungSamt. "ruck

Yichiamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 10. August.

_ Seine Majestät der Kaiser und König hörten ge1tern_ in de_r Van Ygel bei Ewert _den Vortrag des“ Chefs rLzes Zwilkabmetts, irllichen Geheimen Rats Dr. von ucanus.

Laut Meldung dés „W. T. B.“ ist der Heimkehrende Trayßport der abgelösten Besaßungen von S.M,SS. „Bujsard“ und „Seeadler“ mit dem Reichßpostdampfer „Markgraf“ am 8. August in Genua eingetroffen und hat an demselben Tage die Reise Nack) Algikr fortgescßt. _

_ S'. M. FlUßth. „Vorwärts“ ist am 8. August in Kmfiang eingetroffen und beabsichtigt Heute die Reise nach Pawangiee sOktZiiiLHCN.

S. M. Tpdbte. „Taku“ und „Z. 90“ sind am 8. August nach Miyadsu in See gegapgen. _ S. M. S. „Seeadler“ beabsichtigt heute von Krlwa nach

Daressalam in See zu gehen.

Essen a. d. Ruhr, _10. August; Seine Ma_jeftät der Kaiser und König beyicbtigte genen) unter FuhxunZY des Direktors Gillkiaufen die Werke der Firma Krupp m hein- hausen und richtete dabei an eine Rei 8 von Arbeiter)! Fragen, Seine Majeftät fuhr daran, „W. T. B.“ zufo_1ge, tm Autr- mobil durch die Arbeiterkolonien und wurde hier allenthqlben von den Arbeitern und deren Familien auf_ das aUerherzlichste begrüßt. ente vormittag _fuhx Seine Maxestcit von der Yiila Hügel na Effen zur Beuchtigung der do_rt_igen KOMMEN Werke. Die Häuser der von Seiner Maxejtat durchsghxenen Straßen war3n prächtig geschmückt, Kriegervereine um ihren Fahnen bildeten Spalier.

Bayern.

Die Kammer der Abgeordneten nahm, „W. T. B.“ zufolgs, mit 93 gegen 11 Stimmen einen Antrag Frank auf Abänderung des Berggeießes an,__dak;mgek)end, daß dem Staate bei Privatmutungen auf Etjenmangan, Schwefel, Alaun, Vitriolerze und Kohlen das Recht der Anschlußmutung eingeräumt werden sol].

Teutsche Kolonien.

Nack) den aus DeUtsch:SüdmesTafrika eingetroffenen Meldunaen hat, wie „W. T. B.“ berichtet, der Kranken- bestand in der Schußtruppe fich bedeutend verringext. Der Höchstbsstand in diesem Jahre war im Monat Mat __mit ms: gesamt 1388 Kranksn zu vsrzeichnen. Hiervon e_ntnelen auf VCrwundete 39, auf Typhus 176, au] Malaria 67, auf andere Krankheiten 1106. Anfangs August betrixg der Gesamß krankenbcftand nur noch 889, also 499 „Kranke wem er. Von der Gesamtsumme entfiélen auf Verwundete 21, au? Tuphus nur noch 91, M Malaria 18, aiif andere Kxankhßiten 759. Die vorstehenden Zahlen sprechen wohl bcredt für die Tgtmche, daß troZ der großen Verpflequngsfck)wierigkeitxn aUe Anstrengungen gemacht werden, um den Gesundbenszmtand der_ Truppe_ zu Hebcn. Zwar ift auch im vorigen ngre End? Juli und Axsang August eine Verringerung des Krankenbenandex; zu Tage getreten, aber in erbeblich geringersm Maße als in diesem Jahre, der 11nterschi€d betru nur 196_Kranke. Jm Nordén des Schußgebiets ist der Ge undheitszuxtand, dank der beiskren Verbindungen und des besseren Verpckegungßnachschubes, recht gut. Im Süden dagegev leidet Zr unter der mangel- baften Vsrpflkgung und Unterbrin_ m_ig 1owie der schrmeriasn Nachfubr von Bekleidung und äiche, da_ die ]eßige Be- schaffenhsit des Baiweges _trotz äußerster Amir?) ung 11111? er- laubt, das Ailernotwendigyte den Truppen zuzuquren.

Oesterreich-ngaru.

Die Erzherzogin Marie Valerie, Gemahlin des Erzherzog?- Franz Salvator von Oesterreich, ist, wie „M.TLZ.“ aus Ischl meldet, dort gestern vormittag von einer Prinzesnn glücklich entbunden worden.

Rußland.

Nack) Meldung der „St. _ Petersburger Tesegraphen- agentur“ ist gestern ein Allerhöchxter Befehl ykröffentlicht, der die Schaffung einer Gesandtschaft in Chriniania und die Umwandlung des dortigen Generalkonsulats in ein KonsUlat anordnet.

Terielben Agsntur zufolge Haben der Minister des AUS: wärtigen und der schwedische Gesandte in St, Petersburg eine provisorische Konvention zwischen Rußland und Schweden iiber die gegevseitigen Rechte der beiden Länder als meistbegünytigte Nationen bezüglich der Handels: und Zollbestimmungen unterzeichnet.

Das Mitglied des ReichSrats ?ilossofow, der unter dem Ministerium des Grafen Witte ie Stellung des Reichs- kontrolleurs innehatte, ist zum Minister für Handel und Industrie ernannt worden. _

Die [este Bewegung ur Veranstaltung eines General: ausstandes kann nunmeiir als völlig überwunden an- gesehkn werden. In St. Petersburg sind, „W. T. B.“ zufolge, die leßten _Anzeichen eines Auswandes verschwunden. Auch in Moskaa in in 1ämtlichen abriken die Arbeit wieder auf- genommen mo_rden. Tie Za [ der Ausftändigen überschreitet n_icht die sonst übliche Zahl. Die Mehrzahl der Druckereien in im Betriebe, wenngleich die Arbeiter noch nicht vollzählig zur Arbeit erscheinen. Die Straßenbahnen verkehren wieder. Eine Abordnung der Druckereibesißer bat

estern den Stadthauptmann, die verhafteten Vertreter der Schriftseßer wieder frei_zu_laffen. Der Stadthauptmann ver- sprach ihnen, das mög1ichyte_ dazu 1: tun. Der Minister des Innern hat dem _Polizeiperwnal keine Anerkennung für den mufterhqften Dißmt während dss Ausstandes ausdrücken lassen.

SLU vorgestern halten die Partei der friedlichen Erneuerung und der Verband vom 30. Oktober in Moskau Beratungen ab, um für die kommende Session der Duma aile_ fortschrittlichen Elemente der Gesellschaft unter einem gemeinsamen Programm zu vereinigen. Dieses Pry- gramm enthält „W. T. B.“ zufolge unter anderem die quderung einer proportionalen Beruckfichtigun der Minder- heit. An den Beratungen nahmen auch einige itglieder der Partei für Voiksfreiheit teil.

_Es hat sick) herausgestellt, daß der Student Mi enko Womarowitsch, der das Attentat auf Admiral Dubaisow verübt hat, der Fliegenden Kampforganisation der Revolutions- pariei angehörte, von der auch das Attentat auf den General Nkpixujew 'm Sebastopol verübt wurde.

Italien.

Yus Anlaß des Jahrestages der Krönung de_s Papstes fand in der Sixtinischen Kapeile des Vatikans ein feierlicher Gottesdienst statt, dem der Papst, die Kardinäle, dle tn Rom anwesenden Bischöfe, die Mitglieder des diplomatischen Korps und des Adels beiwohnten.

Türkei.

Nack) eiiier Meldung des „Wisner K. K. Telegr-Korrespk Bucmgus“ Ut am DienStag abend in Saloniki der bul- JarUche Arzt Nikolow aus Vodena, der sich in Bkgleitung

Ss Dragomans der bulgarischen Handelsagentur befand, M!

der Straß? von hinten angeschossen und _[chwer verwundet worden; dre Täter, vermutlich Griechen, md etztkommen. Das Attentat dürfte ein Racheakt sein für die kürzliche Ermordung des griechischen Arztes in Köprülü.

Bulgarien.

Die antigriechiscbeBemegungin Bulg'arien dauert, dem „Wiener K. K. Telegr.-Korresp.-Vureau“ zufolge, fort. Für ein für den 19. d. M. von Vertrauensmännem aus Finz Bulgarien in Aussicht genommenes und aus ganz

ulgarien zu beschickendes aÜbulgarisches Meeting in Philippopel wurden große Vorbereitungen Zetroffen. Zn Vbilippopel sind sogenannte_ Volksbsfehle öffentlich ange: "schlagen worden, in denon streng verboten wird, auf der Straße griechisch zu sprechen. Zn Zamboli kam es nach einer gestern dort abgehaltenen Versammlung zu Ausschreitungen, wobei die Demonstranten unter den Augen der zur Herstellung der Ordnung herbeigerufenen Truppen zahlreiche Kaufläden und eine Fabrik zerstorten. Zn Varna zwang eine Volksmenge den Bürgermeister, ein Dekret zu unterschreiberi, durch den sämtliche Gemeindeangesieilte griechischer Nationalität entlassen werden. Die Erfüllung dieser Forderung beruhigte das Volk; es verzichtete dciher auf die Abhaltung der geplanten .Ver- sammlung.

Amerika.

Tas Zchaßamt hat nach Meldung des „Reuterschen Bureaus“ angekündi t, daß es den Ankauf von Silber: harren zur aus ilf-Zmeisen Aqurägung wieder auf- nehmen wsrde. Tie Käufe soilen an ]Sth Mittwoch vorgenommxn werden und am 15. Augnst beginnen. Der wöchentliche Bedarf stellt sich auf 100000 Unzen “Silber. Dies sind die ersten Silberankäufe der Regie: rung seit dem 1. November 1893, wo die Silberankaufs: bestimmimg der Shermanbill aufgehoben wurde. Wie es Heißt, hat das Schaßami in der Voraussicht, daß sein Wieder: auftreten als Silberkäufer der1__Marki _ zeitweise unverbältnic“: mäßig beunruhigen könnte, nck) anishnliche Beträge [är zu- künftige Lieferun? gesichert, sodaß es in 'der Lage ist, sich mehrere Monate ang vom Markte zurückzuziehcn, wenn dies wünschenswert ist. Das Schaßamt wird, der obigen Quelle zufolge, die Politik befolgen, einen mäßigen Be; frag im Besiß zu halten und die Ankäufe so über das ganze Jahr zu verieilen, daß die Anforderungen gleichmäßig smd und kern Element der UnsicherHeit auf dem Markte verursachen. Tas Schaßamt b?bält sich das Recht vor, alle Angebote ab- zulehnen odsr einem ihm passsnd erscheinenden Teil der An: gebote anzunehmen.

Statistik und Volkswirtschaft.

Woblfabttseinricbtungen des Norddeutschen Lloyds.

Die Seemannskaffe des Norddeutschen Lloyds beriügte am 31. Dezembér 1905 Über eig Vermögsn Von 2724 208,60 „“ Bis zu diesem Zeitpunkt bat 1,12 Zablungen im Geiamtbetrage bon 4020 984,15 .“ an ihre Mitgliedsr geleistet. Die Witwen- und Waisenpenfionskaffs wies am 31. _Dezeuxber 1905 ein Vermögen Von 1894 705,70 „44 auf; die von dieier K_ane in dsr Zeit ibrks Bestehens geleisteten Zahlungen beliefen sich aus 425 717,55 „Fi Die Elisabeth Wiegand-Stiktung beriüzte am 31. Dezxmber 1905 über ein Ver- mögen von 297 223,50 „sé _Seit dem Bestehen dieser Stiftung wurden 119 333 .“ an Unterstusungen gezahlt.

Zur Arbeiterbewegung.

Eine große Lobnbewegung plant, der .Voff. Ztg.“ zufolge, der Verband der Handels-, Transport, und Verkehrsarbeiter in Berlin. Nebén einigen kleineren_ Betrieben find die Kutscher, Packer und Bodenarbeitec der Pakets_abrtgesellfchaft bexanla't worden, Fordetungen zu stellen. SW Verlangen jexzt _die glei : Bezablung, wie fie _in den Berliner Speditionsgeichästen üblich iit, d. b. einen Anfangslobn von _ bezw. 25 „45, Regelung der Arbeitszeit, de_r Ueberstunden u1w_. Da die Direktion sich darauf berief, daß fi_e noch bis 1907 _Zülti e Ver- träge mit ihren Arbeitern babe,_1o war eixie neue Verjamm ung ein- berufen, die kann eine Kommiifion beaußragte, nochmals mit der Direktion zu Verbandéln. Wenn bis beute kein zixfriedenstellender Beschluß vorlie t, wird eine neue_ Versammlung 1chärfere Maß- nabmen, (ventue_ den Aixsftand beicbließen. Die in den Leder- En xosgeschästen tätigen „Packer und ausdiener sind glei falls in eine Lobnbewequng eingetreten. Sie Verlangen Er- böbung der zur Zeit durchschnittlich etwa 20-22 «46 betragenden Wochenlöbne, Abichaffung der Trinkgelder und Verkürzung der Arbeitßzeit. _

Das gesamke Fabrikpersonal der Mecha_n_i1chen Segel-

tgchweberei Baumann u. Ledxrer in Caixel weigerte fich, wie die „Köln. Ztg.“ mitteilt, Ueberxtunden zn leisten, um auf diese Weise die Einstellung angesvm-ter Arbeiter zu erzwingen. _ Nachdem in Görliß die Maurer (vgl. Nr. 186 d. Bl.) in ren Ausstand getreten sind, haben, _r_vie „W. T. B.“ meldet, auch die Bau- und_Erdarbeiter bejcblonen, die Arbeit einzufteUen. Sie ibrdern zebnnündige Arbeitszeit und Lohnerhöhung. _

_ Ueber eineLobnbewegung im Eisenwerk zu Kai1erslautern teilt die „Kleine Preffe“ mit: Vor etch 14 Tagen reichten dieArbeiter der antralwerkstätte und der Abteilung für Brückenbau der Direktion O_cs Werkes eine Reibe bon Forderungen ein, die im wesentlichen auf 21112 20 % Lohnerhöhung und Verkürztzng der 10 stündigen Arbeits- 1€1t_ durcb Einle ung der Frübiiücks- und Vespewause in Yieie gingen. ie Direktion verbixlt sich der Haupt- ?ordnung der Arbeiter - 20 % Lobnerböburxg - gegenx'xbsr ab- iebnxnd, aestand aber die Einbeziehung der Frübjjücks- und Vesperpausé E die Arbeitözeit zu und erklärte sich auch damit einverstanden, dai“; Sonnabends nur 8Stunden gearbeitet wird, obne das; deshalb ein LOHnabzug stattfindet. Di? Arbeiter bestanderz jedoch auf einer Lohn- nhöbupg von 15 0/0 statt der zuerst geforderten 20 0/0. Die Direktion vxrhielt sich jedoch dieser Forderung gegenüber ablehnend, Worauf die in Betracht komménden Arbeiter, 350 an der Zahl, die Kündigung, und zwar _dUkch die Vertrauenxmänner L_:xemzelnen Sparten, einreicbten. _Tie Direktion weigerte sich jedoch _klxke arzzunebmen, da Kollektivkündtguzigen nicht gültig seien, vielmehr 1;_c€r__einzelne Arbeiter kündiaen müiie. Die Arbeijer_ba1ten jedoch _le Kundigung in der von ihnen giwäblten Form autre t. An der ZRegung sind sämtliche dort bestehenden_Arbeitercrganiationen be- Mlzt: die freien Gewerkjcbaften, die HirscH-Duncketschen Gewerk- Dereine_und die christlichen Gewetkechaften; _

_ _Dre Vermittlun? der Regierung, den 1eit drexWocben andauernden

ZUSitandxer Müb e_narbeiter in Budapest zu beenden, ist, wie «ie ._Jiks. Zis.“ leäbkt, gescheiterk. Die Arbeiter wiesen die KMxekiwnen der Mühlenbefißer zurück und bebarren_auf der Hauvt- 7N__dec_ung der absoluten Sonnta siube. Der Bemeb der Mühlen Mt tnfolgedejsen weiter. (Vgl. ' r. 180 d. Bl.) _

_ AUS_Iujowka wird dem .W- T. B.“ telegrapbiert: Infokge NU antigkeiten über das weitere Vorgebcn_ teilten sich 2500

kaeiter der Grube Alexejewsk in zwei Lager, wobei es zu

,Uiammenitößen kam. Zwei Personen wurden getötet und ?_??_ükößere_Anzabl verwundet. Eine Abteilung Dragoner steUte ““'" NUbe wieder ber. (Vgl. Nr. 186 d. Bl.)

Zn Verviers bielten, wie „W. T. B.“ erfährt, die Arbeit- geber und Arbeitnehmer der dortigen Webeindustrie gefiern eme Versammlung ab, um eine Aussöbxmng wegen der von den Arbeitgebern yxrbängten Sperre herbeizuführen. Eine Entscheidung xvurde xedorb nicht getroffen, infolgedeffen sollte heute eine neue Ver- ]ammluna sjattfinden. (Vgl. Nr. 186 7). Bl.) _

In NewYork rubt, wie „W. T. B." meldet, der Verkehr der S_cbl_eppsch_tsre der Eisenbahn e!ell_schaften im Hafen boll- ftandig, da die Matrosen, MascZinenicbmierer und Heizer zur Eriangung böberer Löhne in den Ausstand getreten sind. Auf .d?" Kats in Jersey City lagern große Mensen bon Fracbtgütern, dxe _nach de; Mcxk,bqthn-Jnsel Verladen Werden Jollen. Von dsm Ansitand werden sait alle Eisenbahnen betroffen.

Wohlfahrtspflege.

_ Der Wunsch, auch für Bremen eine Sie!]? ju schaffen, die_ge- eignet sein solve, di? im öffentlichen Leben sich bildenden Gegeniäße auskugleicben _und di: berichiedenm GEiLÜiÖSÜRÖÉÖkSU einander näher zu bringen. "“Wie dort im Februar 1904 zur Gründung _eines „bürgerlichen VolksbereinS'. Das Wort ,bürerlich“ wilt? andeuxen, daß der Verein a11en Bürgern des brxmiscHen Staates obne Unter1chrsd der Parteisreilung und d& Geschlechts mit seinen Ein- richtungen zugute kommsn yollte. Seine vraktiicben Aufgaben Sk- blickte _dex Volkaersin zunäebsi in der Bxgründung einer Rechts- auSkuxéftZLerS, in der Abhaltung gemeinVZriiändliÖxr Vorträge und in _ker Sammlung von aufflärendem Material nach Art einés Soziaken Museums. Am 15. Aagust 1904 wurde das Bureaw des YblkasreinZ, am 1. Séctember desselben Jabrés die Rechtsau§kunfts- nelle, daraUs eine ÖFentlickxe Zeitungsleseballe mit etwa 40 Zeitschriften, Tagesbläjtern ujw. eröFnet und rnit dem Samnxcln und Ordnen des Maieriai-Z Für das SozialeMuseum ein vielvervvrecbender Anfang gemacht. T_ie im soeben erschienenen Jabiesbericbt für 1905 ent- balxenen ausiübrlicbsn Mijtsilungxn (80 Seitxn) béitätigen eine günstiße Au'nabms der Vérein§biäpe in der brsmiicben Bürgerschaft. Mit 2400 Mitßliédérn wurde die ereinstätigkeit eröffnet, am SÖLUZ déZ Jabres 1905 betrug dis Mitglisderzabl berei156025. Es ist aiierdings zu beräckfichtigem daß die Vereinswitksamfeit fich auf den ganzen Staat eritxeckr, der "Ür disien Zweck in 90 Bezirke_eing_eteilt ift". Di: BS_iirke wsrdxn in 25 Distrikte_ zuUmmengeroUen, für jeden dkewr Liinikxe wäblsn die ja remelben gebörigen Obmänner einen Tisir'ikxxrotitebér. Lsxtere sowie 25 weitere Vereianitgliedxr bildsn dxn V::itarir. Ein .'lrbeitSausscbuß von 9 Personen [Eitel die sämtliÖen Vzrsin:§eicbäit2. In allen führenden Körrsrschaften find die bxricbiédeinx VNixiéitänd: Vertiefen, ganz der ZUsammenseßung des Gesamtrsrxrxé- ?xk'brxäxkd, bei dem fich die obig? Mitgliedsrxabk MF 916 Arbxiixr, 978 Beawte, 1472 selbsxändige Handwerker Und Gewerbe- treibeé, 1616 Arizebérize des Handeisnandes, 203 Landwirte, 714 ANZLZZÜZS 79793in erufsarten und 126 Frauen Verteilt. Den YeriÖt ürsr dix Rechtsaaskunfxsstelxe erstattete Fankulent Dr. Karl Vo-Zel. Tie Recht§auskunftssteae in täglich geöfmst, für die auswärtigén Mitgliéder hält sie Sprechstunden in BkWUÖUVSN und Vegeiack ab. TieAuskunft erfolgte übsr Fragen der Dienst- und Kauf"- Verträge, dsr Arbeiter- an?: Privatverücberung, dßs Familievrecbts, des Erbrechts, deZ Mietrkckots, der Haftxxflicbt, des Piandrschts, des Akmen- rechts, des Handelerchis, in Strafyachen usw., Und zwär in den vier Monaten September bis Dezember 1904 in 1709 Fällen an 1563 Besucher und im Jahre 1905 in 10166 Fäilen an 9227 BS- sucber. Der TaseZWrÖicbnitt der erteil'en Auskünite in den einzelnen Monaten schwankte zwifcben 27 und 39. Es wurd€n wäbrend der Bericht§zeit 978 Frbßs und 361 kleine Akten angelsgt. Schon diese Zahlen drücken eine ungemein intensive Vereinßtätigkéit in dem Fach: der Rechtsauskunft aus; der _Jabresbexicht ergäxzzt die formale Seite dieser Fraae noch we1entlich, wdaß er für die Organi- sation äbnlicber Einrichtungen beachtenSwerte Anregungen gibt. _ Die Vortragsiätigkeit dex; Vereins soklte sicb statuten emäß nur auf „gegebene Fälle“ be1chräx1ken, und doch belief fich im abre 1905 die Zahl der Vorträge auf 72. Nur hervorragende Fachzelebrte der sziete der Volksgeiundbeitslébre, Volkswirtfcbaft, Sozialpolitik, Pädagogik sowie beliebte Rezitatoren beieili ten sich an den Vorträgen, die von 5148 Zuhörern b:]ucht wurden. Im andgebiete wurden die Vor- tragsabende mehrfach zu einheitlichen Volksanterbaltungs- abenden ausgestaltet; - Das Soziale Museum ist nach dem Vorbilde des Frankmrter Instituts unter Leitung des Ausschuß- mitgliedes W. von Kalkstein noch in der_ Bildung begriffen. Nach dem Bericht d&s Leiters wiU das Mustum in erster Linie vor- bereitendes bezw. xrgänzendes MJterial für ails bremischen sozialvblitischen Gsiesesvorlagen 13mmeln. Hinsichtlich der chnungxfrage ist dies bereits durch Sammlung bon 100 ein- schlägigen Vsrordnungen geschehen. Die Museumsleitung bat ferner einen „Sozialen Katalog Bremenß' in Angriff gknommen, der dSn Be. stand von 6 amtlicherx städtischen Biblixxtbekm umfaffen und eineZentrale für die Entleibung dj_exer Bibliotheken b_211_ände bilden wird. S ie bat )' chliéß- [ich bereits einen _öifentlicben Ley€1aal1ür dis ibr zur Verfügung stehenden periodiicben Zeitschriftey cingericbtxt. Wie sebr die Be- strebungen des Bremer Sozialmuxeums geryüidigt w-rden, beweist der Umstand, daß der ._Verein zar Bekämpfung der Tuberkulose" sich mit ibm zur gemeinjamen Schaiiung eines ,TuberkuloiemuseumS' Verbunden bat.

Kunst und Wissenschaft.

An dem Hiascbeiden des Verlggsbuchbändlers Franz Freiherrn Von Libperbeide nehmen auI die Königlichen Museen einen lebhaften Anteil, da der Genannte _161t_ vielen Jahren einer der eifrigsten Gönner und Förderer ibrer Kunstsammlungen gewesen ist.

Die erste reiche S:!oenkung isoß dem Königlichen Kuvfersticb- kabinett zu. Im Jahre 1887 wurde die berühmtx Kupferstich- sammlung des Herzogs von VuccleuÖ in London versteigert. Jbr bedeutendster Bestandteil war ein_ beinahe boüständiges Werk der_ Radierungén Rembrandts xn vorzüglichen Abdrücken und meist in frühen Plattenzustanden; als werwollstes Stück ein Abdruck des fqgsnannten Hunderiguldenblattes, Cbristus beilt die Kranken, im ersten Zustand, yon dem nur 8 Exxmylare bekannt sind._ Für den_ damaligen Leiter des Ver- liner Kvbsmtichkabinens, Geheimen Regierungsrat Livdmann, bot sich hier eine einzige Gelegxnbeit, Lücken_ der Sammlung auszufüüen. Daß freilich _an der öffentlichen Versteigerung aerade die seltensten und wertVOÜUen Blätter, deren Erwxrbung zur Ergänzung der Be- stände des Kuvferstichkabinetts notwendig war, nur zu sehr hoben Preisen zu kaufen sein würden, w:; bsi dem Ruf der Sammlung sicher zu er- warten. ES war unterdiexen Umständen zu befürchten, daß die Mittel des Kabinetts nicbt außrsichen würden. um_ die notwendigsn Ankäufe zu machen. Hier trat der Freiberr bon Ltpperbeide in bochberzigee Wxise ein. Er stellte dem Berliner_Kupsers1ichkabinett für Ankäufe aus dsr Auktiyn Bucckeucb eine so reiche Summe zur Verfügung, daß Lippmann auf der Auktion, die Yom 19. _April 1887 ab in London stattfand, wenigstens den qrößteri Teil der wünschen§werten Blätter _erwerben konnte. Der ipichtigfte Ankauf war hierbei das_ erwahnte Hundßrtguldenbiatt im ersten Zustand, das dem Kabinétt für 1300 Pfund zugekchlagsn Wurde. Jm aanzen konntm 28 Radierungerx von Rembrandt erworbsn werden, beinah? ausschließlich ersie Plattxnzuitänbe. Zu etwäbnen sind _außer dem Hundertguldenblau acht Landicbaftea, darunter besonders 1chöne Exemplare des soge- nannten Landgutes des Goldwieng und der Landschaft mit dem Milcbrxjann; ferner Bildniffe, Oelbsibrldniffe, Studienköpfe, von religiökcn Gegenständen eine Rabe der _beiligen Familie auf der Flucht _nacb Aegypten u. a. Die 9,8 enwartig_ im Oberlichtsaal des Kupferstichkabinxtts eingerichtete Rem.randtau§1iellung biste: die beste Gelegenbeit, die Bedkutang jener _großen Zuwendung des Freiherrn von Libperbeide zu erkennen, da _ck au9_ tbr erworbenen herrlichen Biätter mit dem Namen des Stifters bezeichnet sind.

Weit allgemeiner bekannt_wu_rde_3 die großartise Schenkung der Kostümbibliotbek an das Köytglißbß Kunstgewerbemuseum. Freibkrr von Lipperbeide batte disye Bibliothek seit 1870 aus eigenem

Antriebe geschaffen, indem er asics xusammentrug, was für die Ecscbkckte

des Trachtenwesens von Bedeuiung war. In 11000 Bänden und 30000 Einzelblättern enthält die Sammlung über die Trachten und Gebrauche aller Zeiten und Völker ein Material wie es sonst nirgendwo so boüständig_ vereinigt ist. Ein Freund zugleich der Geschichte und der Kunst, hat der Stifter nicht nur mit weitem Blick die ältere und neuere wiffsnschaftlicbe Literatur des Gebietes, sondern mit besonderxr Vorliebe aucb künstlerisch bewor- ragende Werke gesammelt: Hand1christerZ4Jnkunabelm kostbare Kupfer- werke, alte Stammbücber, wertvolle Serien alter Zeitschriften und Almanacbe mit Modebildern. Neben der ;:[lgemeinen Kostümgescbicbte stehen reichhaltig? Sondergrurben, wie die VclkßtraÖten, die Uniform- w-erke, die Feierlichkeiten, die Literatur über Fßcbten, Jagd, Tanzkunst und vieles_ andere. Um den_ reichhaltigen Stoff den Gelehrten und den Praktikern vollends zu erxcbließen, hat der Stifter sélbst di:“ Heraus- gabe eines_großen Katalogs brgonnen, der jest in zwei stattlichen Bänden mit ein?? Fülle bon Illustrationen und eingebenden Reziftem vorliegt. Er wird für alle Zeit die Grundlage für die einschlagigen S_tydien bilden Und wie di€ Sammlung sklbi't den Namen des groß- zugigxn Sammlers und Stifters mit 'der Kostümkunde dauernd in anmdung halten. Diese Bibliotbek, zu dsren Beicbgifung mehrere Hunderttausend Mark aufgewendet waren, kam zanächft als BS_rmäÖtnis, dann im Jahre 1899 als Geschenk an das“ Museum, in deven Neubau in der Prinz Albrechtsiraße für sie ein ganz besonders bornsbmer S_aal als „Freiherr von Livrerbeidx'iche Kbstümbibliotbek' bsrgerichtet i1t. Eine wichtige Ergänzung erfährt die Bibliothek noch durxb eine Samrnlng von Gemäkren, die für die Kenntnis der Ko1täZie__zusam_msngsite1[t ist und deren Ueberfübrunz aus dem Hause ch Stifters ms MUUUM gerade jeßt ngsnstand der Verband- [UUZ war. _ _

Eine dritis böchyt bedeavame Zuwendung bildét die Samm- lung antiker Helme, OiZ erst vor wenig Jabren dßm Anti- auarium von dem Jrsiberrn bon Lirbérbsire "Sichenkx ist. Sie hat nach Art und Umfang nicht ibr8§51€ich€nx iore Öffentlich? Auf- 1xeilung in den Königlichen Mu'een war für die wii'ienscbaftliche Welt sip. Erxignis, rrarde ab-Zr aucb bon seiten des Publikums durcb reges Intex"? belobnx. In der Sammlung sind reichliche Proben der gxiechi1chen,_ itali!chen_und barbarisxben Helmiomxsn ericbair-Zn, die n_icht nur Crnen Begriff von der Verichiedénbeix der (Gattungen unter- einander_geben, iondxrn anch davon, wie sich innerhalb der einzelnen Tbben_ die Form entwickelt bai. BOMZQU sich eine stattliche Rsibe bon Yslmsn kocintbi1ch€r Form, angeizngen bon dsn aus Blech rob gxbämmexten Töbfen, die den Koki fest umschließen und noxdüritig Oeiinungen "Fir *.!lqu und Atmung [affen - bis zu den eleaanten Hauvxzierken des füniten JabrbundIrts, die schon nicht mebr iiber dm Kopf gezogen wxrden könnsn. _ Tic? riscbischen Hsime dsr jiingeren ZSit z€ichnen siéb nicht nur ducm SÖönbeit des Y?a_telix_1s Und dsr zweckmäßiLen Form, sondern .:UÖ dUr kämtleri'cben _Scbznuxk _aus. Seis rsich ist unter anderen an die GUM)? italilcber Oslme_ sowie “die dé: gallischen Hslme ber- treten. 211-5an Paar Glanzxtücke aus der römiscb-cn int sind ein balbixrtek Rieixnbkim aus VergolTZter BTOUJS sowis ein merkwürdiger _Gladiawrenbxlm besondsrs za erwäbnen. Dis Livrxrbeidxscbe Helm- ianxxnlang [Lider im YUgsnblick neck) an dsr räumlich bsicbränkten Ansiteüung in dem früberen etruxkischen KabiNM dsr Skulbturen- ?amznlung. Jn Bälde wird sie in dem in dén Räumen der ebe- machkn Gemäldegalsris im er'rM Stock des Alten Museums neu bergericbteten Antiauariam eiNSn dsr größtén und schönsten Säle aUein zur VMügung haben Und damit einen Rahmen ge_rxinr_1en,_ der ibrem Zußexordentlicben Werte - in materieller, ryi'ienicbßftlicbxr imd künstlerixcber HinsiÖt _ sowis der „großartigen Liberalitat e_ntipricbt, mit der Baron an Lirperbeide diesen kostbaren Besis dcn Köninicben Mukeen zur Versüzung gesteüt bat.

Nile drei Stixtimgen aber werden den Namen des berewigten Schenkers den Kunitrreunden, welche die Königlichen Museen besuchen, dauernd im Gedächtnis Halten.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Gesundbeitßsiand und Gang der Volkskrankbeiten.

(Aus den .Veröffentkicbungen des Kaiserlieben GesundbeitöamtS“, Nr. 32 vom 8. Angust 1906.)

Pest.

Türkei. _ Vom 16. _bis 22. Juli wurden in Djedda 11 Er- krankungen und 11 T0d€§7äii€ an der Peix festgestellt.

Aegvrten. Vym 21. bis 27. JUli wurdrn 10 asus Erkran- kungen (und 3 Todkssäklé) an du Pest gemeldet, davon 5 (2) in Alexandrien, 4 (1) in Sue;-

BritiiÖ-Ostindien. ijrxnd der am 14.Juli abgekauienen Woche sind in dxr Praiidsnticbast Bombay 243 Erkrankungen (und 168 Todesräüe) an der Pest zur Anzeige gekommen, davon 40 (38) in der Stadt _Bbmbab, 26 (22) im Stadt- und Hafengebiet bon Karachi, 6 (6) m demjenigen Von_Jamnagar, 26 (11) im Hafen von Porbandar und 4 (1) im Hafen von Veraval.

_ Queensland. Während d_e1_: am 16. Juni beendeten Woche ist in Brisbane ein neuer PeitfaU bei Einem 15jäbrigen Knaben festgesteklt worden. _

Westaustralién. Nach einer Mitteilixng Vom 2. Juli ist in Fremantle der [este Peitkranke aus dern Krankenbause als geheilt

entlaffen worden. _ _ Pest und Cholera. _ Britisch-Oitindten. Jn Kalkutta iicxtben in der Woche vom 24. bis 30. Juni 23 Personen an der Psit und 28 an der

Cholera. Gelbfieber. Es wurden gemeldet aus Limon in der Zeit Vom 20. bis 25. Juni eine weitere Erkrankung und aus Yucatan vom 10. bis 23. Juni 17 Erkrankungen und 7 Todesfälle.

_ Pocken. Deutsches Reich. In der Woche oom 29.J1_11i bis 4. Auguft sind in Ban St. Martin (Kreis Meß) 4 PockenräUe zur Anzeige

gelangt. Genickstarre.

Preußen. In der Woche Vom 22._ bis 28. Juli find 21 Er- krankungen (und 4 TodeSsäUe) an Genickjiane an ezeigt worden in folgengen Regierungsbezirken [und Kreisen]: i!kcicben 1 [Aachen Land!, _Arnsberg 4 [Bochum Land, Ha en Stadt, Hagen Land, Hexne LU- BresxaUZ (1) [Breslau tadt], Düsseldorf 3 [Znen Stadt 1, Dutoburg 2], Königsberg 2 (1) [Königsber Stgdt 1, Rastenburg 1 (1)], Marienwerder 1 [Schwetz Munster (1) [Recklinghausen Land], Oppeln 5 (1) [Beuthen Land 1, Kattowiß Land 3 (1), Ratibor Stadt 1], Posen 1 [Posen Stadt], Wiesbaden 1 [Wiesbaden Stadt].

Schweiz. Vom 22. bis 28. Juli je 1 Erkrankung in Zürich und einer anderen Gemeinde des Kantons Zürich.

Verschiedene Krankheiten.

Pocken: Kalkutta 19 Todesfälle; New York 2, St. Peters- burg Z, WarsGau (Krankenbaufer) S_Erktankunaen;_ Varixellen: N_ew York 31 Erkrankungen; Flecksieber: Warichau (Kranken- bauser) 9 Erkrankungen; Nückfallfieber: St. Peters- burg 3 Erkrankungen; Genick starre: New_York 12 Todesfälie, 7 Erkrankungen; Milzbrand: Reg.-Vez. Poiea 5 Erkrankungen; Brecbduxchfall: Nürnberg 55, Hamburg 44 Erkrankungen; Rot- lauf: Wien 24 Erkrankungen; Influenza: London 2, Moskau 5, St. Peteréburg 4 Todesfälle; kontagiö]: Augenentzündung: Reg.-Bez. Marienwerder 43 Erkrankungen; Ankylostomiasis: RLH'BLZ' Arysberg 25 Erkrankungen. - Mehr als ein Zehntel aller (He totbenen itarb an Scharlach (Durchschnitt aller deutschen Bh rich190_rte 188695: 0,91%): in Beuthen - Erkrankungen wurden angezeigt in Berlin 34, Budapest 24, London (Krankenhäuser) 408, New York_ 86, _Paris 79, St. Petersburg 71, Wien 68; deSgl. an Keuchhusten in Worms _ Erkrankungen kamen zur Meldung in