1906 / 198 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 22 Aug 1906 18:00:01 GMT) scan diff

0 41 nie urück eworien worden. Der _Feind flücbiete uber Umxis qumveßadriit, zog? Von da den Oranje aufwarts bis zum Hamrxvier und olgte diesem nordwärts in der Richtung auf die Er. Kz-rras- berge. Er bekam unterwegs verschiedentlich Zuzug, anscheinend durch BondelSzwaris unter Iobannes Christian, sodaß er allmählich wieder eine Gefecbisftärke Von 150 Gewehren erreicht;. Unsere Truvven verfolgten dsnGegner fortgese t, und zwar znerst die Abteilung Sieberg bis Pelladrtft, dann _die ompagnie Gruner bis Duurdrift im Hamrevier und zuleßt die Abteiiung Bech _ 1., 8., 9. Kompagnie des 2. Regiments, 7. Batxerie rnit sebr niederenkGe- fechtsstärken. Der schlechte ErnährungSzuiiand der Trupyen im S_uden, entstanden durch geringen Nachschub auf den Wenig leistungsfahigen Etappenstra en und dadurch ein etretenen Mangel an Probiant und Hafer, ma t eine solche Ablö?ung der verfolgendxn Abteilungen nötig. Der Hauptmann Bech, der sich schon fruher durch den Ueberfal] gegen Morenga angezeicbnet hatte, uberrajchte den Feind bei Noibis, nordöstlich von Kalkfontein, und zersvrengte ihn nach dreistündigem Gefecht Der Gegner batte großere Verluste und ließ eine Anzahl Toter auf dem Gefecktsfe1d. Auf unserer Serre fielen der Leutnant von Heyden, früher im Infanterreregiment Nr. 164, und ein Reiter; ein Mann wurde scbrver, ein anderer letckt ver- wundet. Die Abteilung Bech seßt die Verfolgung fort. ,

Der Oberst von Deimling ist mit seinem Stabe rn Warm-

bad eingetroffen.

Oesterreirh-Ungarn.

Der frühere ReichskriLZSminister Freiherr von Krieg- hammer ist gestern in Ischl gestorben.

Frankreith.

Ein Runds reiben des Ministers des Innern Ciemenceau an die Prä“ekte:c1hf0rdert, wie „W. T. B.“ aus Parts meldet, diese zur beichleunigten und_ drmgendkn Bertrbterstattun Über die Vrivalunterrrchtöanftalien auf, um dadur_ zu verhindern, daß diejenigen kongr3gamst1schen Ansialten, die geschlossen oder unterdrückt worden smd, _bestehen bleiben, oder ungeseßlicherrveise wieder in?: been geruien werden, und fort- fahren, unerlaubterweise Unterricht zu erteilen.

Rußland.

Die radikale Zeitung „Toxvarzschtsch“_ meldet: Dre Camorra der Volksrachk, 1310 1emerzeit de_m Duwa- mitqliedc Professor Herzenstein _das Tode'surtetl,“uber: sandie, stellte jeizt an seine Hinterbliebenen die schk1s111ch€

orderung, im Laufs von drei Taqen 3000 Rnbel fur, _die Zbgebrannten von Ssyöran und _Rubel an. die Farnrlien ermordeter Polizisten _zu zahlennund srch_durch e_rnc Erklarung in der Presse zu verpilichten, knnfng kerne'r poirttschen Partei an nqehören; erfüllten sie Y_iese Forderungen nicht, 10 sei ihr Leßen verwirkt, und ihr BLUZ werde vernichtet werden.

Aus den von der „St. Petersburger _Tclegrapbénagentur Heute iibermittelten Nachrichten seien die folgenden hervor- gehoben: DLL“ Polizeimeister von Siedleß wnrde_ durch eine Bombe getötet. _ Der Kommandeur des Borissow- schen Regiments in Samara wurde in seiner Wohnung von einem Unbekannten ermordet; der Morder ube'rgoß den Körper mit Spiritus und zündete 0161611 011. _ Die Ver- urteilten aus der ersten Gruppe der wegen der Meutereien anaeklagten Matrosen wurden nnt der Erscnbahn ans Sébastopol abgeführt; 6000 ausitandige Hafenarbeiter gaben 1011011 005 Geleit zum Bahnhof.

Portugal. ck Die ukünftige Deputiertenkammer so_ßt si aus 73 LiberalTn, 43 Progresfisten, 23 Konservativen, 4 Re: publikanern, 2 Nationalisten, 4 Unabhangrqen und 4 disch- tierenden Progressisten zufammesn.

Türkei.

O “' iclle Meldungen Über die Ereignrsje 111 2111731010 und aifisiizeren Orten bestätigen, daß die er1tcn Nachrichten Übertrieben waren; die Zahl der Opfer an Menschknleben sind nur gering.

Bulgarien.

Der Ministerrat hat, „W. T. B.“ zufolge, 500000 Fr. für die durch Griechenbandkn _1n Mazedonien ge: schädigten bulgarischen F0m111_en „sonne 200000 Fr. zum Bau provisorischer Wohnungen fur die durch den Brand von Anchialo obdachlos gcwordsnen Personen be: willigt.

Amerika.

Die Rc ierung gibt, wie „W. T. B.“ 0116 Havanna ge- meldet wird? bekannt, daß (Hensrai I0s6 _(Homcz, _der rühere cubanische Präsidentschaftskandrdqt, begleitet von emer Bande von Znsnrgcnten nach ?)agnajat) aufgsbrocben ist, und daß die Behörden der Pryymz Santa (T(lara die Ver- haftung des Generale-ZFHomxz versagt haben. „Zn Havnnna treffkn Leute ein, die 110) furchten, auf dem Lande zu bletben. Es sind Truppen nach Pinar del R10 gesandt und m dxn Provinzen Santa Clara, Matanzas und Havanna pertcilt worden. Die Behörden von Havanna find bestrebt, die Be- völkerung zum freiwilligen Landgendarmcrtedrenst zu bewegen. _ Nach einer Meldung des „New York Herald“ soll die Zahl der Jnsurgenten auf Cuba mc r als 1000 he- tragkn. Vorgestern nachmittag fand bei Horw Coloradq, 20 Meilen von Havanna, ein Gefecht stati, in dem der_ die Landgendarmerie befehligende Leutnant gelotst und auf beiden Seiten viele Kämpfer verwundet wurden.

Asien.

Dem „DailriTelegraph“ wird aus_ T0k10_gemeldet: Anf die vereintsn Vorstellungen der diplomatnchcn Vertreter Englands, Amerikas und Japans hat China _das_ Ver- sprechen ge eben, an der rus1isch-ch1nesrsch'en (Grenze olliztationen zu'err1_ch16n_. Erst wenn diese geschaffen Find, will Japan seine Emtmlltgung zur Errichtung von Zollämtern in Balm) und Antung geben.

Nr. 51 des Zentralblatts für das Deutsche Reick), berauSgegeben im Reichsamt des Innern, vom 17.21ugust hat folgenden Inhalt: 1) Konsulatwesen: Ernennung; Erchhttgungen zur Yor- nabme von ZivilstandSakten; Exequaturerietlungen; _ Todesfaüe; _ 2) Marine und Schiffahrt: Aenderungen und Ergnnzungxn der “Betriebsordnung für den Kaiser Wilbelm-Kanal; _ _ 3) Poit- und Telegrapbenwcsen: Aenderungen der Anweisung uber das Verfahren, betreffend die postamtliche Besteliung von Schreiben mit Zustellungs-

urkunde; _ 4) Polizeiwefcn: Auöweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet,

Nr. 66 des „Zentralblatts der Bauvuwaltung', eraus-

e eben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 15._ uguft Za? folgenden Inhalt: Nachprüfung der Berechnung yon Tragbeits- momenten. _ Die Erbauung von Kleinwobnungen. _ Vermischtes: AuSzeicbnung. _ Wettbewerb um Entwurf? zu _einem Stadipark in Schöneberg. _ Wettbewerb um Entwuxfe fur ein Oberreglsckßulbaus in Tübingen. _ Vorrichtung zum Abjchlixßen von Kanalen gegen Rückstauwaffer. _ Eiienbabnen Rußlands im Jahre 1905.

Statistik und VokkILvirtschaft.

d t en iscbern und von Mannschaften deut cker (ch,!)niffeeu gseizcingenexF und im Juli 1906 an Land gebrachte Fische, Robben, Wal- und andere Seetiere, sowie davon geWonnene

Erzeugnisse.

Seetiere

und davon Nordseegebiet Osiseegebiet

gewonnene

E"?"Sniffs 38 Stück .84 kJ Stück .“

1. Fische. S 811 ,

Fro fisch. . . 65 555 _ 31372 _ _ _

mittel . . . 50 482 _ 17 422 _ _ _

klein . . . . 45144 _ 8188 _ _ _ 37368

un -

linZe .. . 857038 _ 50338 _ _ _

Islander . . 307 975 _ 43 762 _ _ _

oYe ?Zbere

ee -

nurig . . 759 312 _ 103 741 _ _ _ Kabliau,

gro . . . . 99 609 _ 19 848 _ _

mittel, klein 80 311 _ 1 477 _ _ _

Isländer. . 285 571 _ 18 420 _ _

oFe Where

ee -

nurig . . . 26? 98123 33 ZZZ _ _ _ R0 en . . . . 8 4 _ _ _ _ SeYecht . . . 22239 7264 1261 _ 270 S ollen,

chroß, mittel 10 887 6480 8152 _ _ _

[Lin . 155197 17 360 45 083 _ _ _

obne nähere

! !

YZF!!!) - - 68 300 _ 23 864 _ 9 300 279 Knurrbabn . . 65352 _ 1242 _ _ _ Petermann

(roter Knurr- *

bahn) ..... 403 _ 237 _ _ Petermann . . 290 _ 11, _ _ _ 3151333233 "d

0 41 au- fisch) ..... 248 277 _ 16 901 _ _ _ Lengfiscb . . . 14995 _ 1618 _ _ _ Haifiscb. . . . 11274 _ 1347 _ _ _ Ka'fisch' ' ' ' ZL??? " 833€ " "

t . . _ _ _ _ 318678". . . 34 68 3019 408 _ 829 Zeilbutt . . . 10283 1800 9909 _ _ _

eczungen,

gro . . . . 4842 _ 13 922 _ _ _

mittel, klein . 2 680 _ 15 646 _ _ _

olFe ??ne „* eze -

nung - - - 6827 _ 17 810 _ _ _ Steinbutt,

groß, mittel 12 720, 500 16 494 _ _ _

klein . . . . 118921 _ 12 569 _ _ _

olZZe niäbere i

MZF ch. . 12 795? _ 17 168 3144 2763 2527 Glattbun, _

ZaiFn'ß ;

er ,gro,

-- 131- 183 . * - en . . . . ! _ _ | _ _ Lacks aUer Art 24) _ 56 4471 _ 964 ander . . . . _ | _ _ 7 _ 6

aifi ck . . . _ * _ _ _ 271 61 B?)?" b ismd ] ,

t a , .

(Äcgilltkh. . 9 4501 _ 1 553 2 632 8 1 613 Braffen(Blei) _ ] _ _ 100 _ 120 Scharben .

(Kliescben)u. Z

Mine" NN" 105 942? 58 46") _ _ _ SWF“. J J J _ ö _ _ ' 247 _ 295 Heringe . . . _ _ _ 3810; 139 060 5663 Sprotten ,

(Breitlinge) _ x _ _ 2 070 _ 111 Aal ...... 6 328 _ 4 578 44 564 240 46 259 Aalquappen . _ _ _ 216 34880 1054 Seegranat . . 282 _ 80 _ _ _ SW“ 1311 *41 * “ZZZ " 4 : 7 . YYY“ ' ' _ _ 2980; 13930 1678

lundern . . . _ _ _ 186917 3433110 127 480

ornbecht . . _ _ _ 200 1551 546 Meerforellen

Lachsforeilen) 82 _ 147 _ _ _

1313. ..... _ _ _ ZZ : 62 ZZFZZF : [ Ö : 2_100 105 46 444 23 580 28 005 Weißfisch

(Giesier) . . _ _ 160 _ 40 Zärte ..... _ _ _- 1 502 _ 379 ,

«HHFYJZÜ 4 286 _ 731 4 476 60 490. 3 205 zusammen 3778297 28349 666872 301 6773929 183! 221455 11. Sebastiere. (GcU/„Hielent

. rana en,

&rabben) . . 305 84Z _ 56 ZZZ 68 _ 216

11 wer . . . 34 _ _ _ _ YeFrebse. . . _ 630 62 _ 7200 140 Taschenkrebse . _ 7 890 597 _ _ _ Austern . . . . _ 4257 36 _ _ _ Muscheln usw. 4 500 _ 180 _ _ _

zusammen 310 696 12 777 58060 68 7200 356 111. Andere Seetiere. Seehunde. . . _ | _ _ _- | _ _ zusammen _ [ _ _ _ [ _ _.

S tiere unkfedavon Nordseegebiet Ostsskgebiet gewonnene , Erzeugnisse kg * Stück Z .“ 32 Stück [ „Fi 17. Erzeugnisse von Seetieren. Kantjes Salzberinge . _ 19461 460145 _ _ Kaviar .. 92 _ 809 _ _ _ Fischlebern .. 73 635 _ *) 5743 _ _ zusammen 73 727 19 461 466 697 bierzu 111 . . _ Stuck _ _ _ _ ][ . . 310696 12777 58060 68 7200 356 : 1 . . 3 778 297 28 349 666 872 301677 3929183 221455 Stück zus. 1-1'37 4162 720 41126 1191629 301745 3 939 383 221811 Kantjeß 19 461 NoOrdt- und aesbsiceet-. . 22181] t- réeersta.m. . . 1413 440]

*) Hierunter der Wert für 170 Faß Fischleber. Berlin, den 18. August 1906. Kaiserliches I(ICItaTTistisches Amt.

Zajäpe'r:

Zur Arbeiterbewegung.

Das Ende: des Ausstandes bei der Berliner Paketfabrt. gesellschaft (vgl. Nr. 194 d. Bl.) steht unm1ttelbar bevor. Am Sonntag und Montag haben sich, der „Voff. Ztg.“ zufolge, bei der Gesellschaft so viele Ausständige zur Wiedtreiniteüung gemeldet, daß die Zabl der Auéständi en von 300 auf144zusammen§es molzm ist. Unter diesen Um iänden hat auch die in der k a t zum Dienstag abgehaltene Versammlung der Berliner Speditions- arbeiter beschlossen, von dem anfangs geplanten aÜgemernen Aus- stand Abstand zu nehmen. Es wurde eine Vom VerbaanVorstand und- 0011 den Streikenden selbst empfohlene Resolution gefaßt, in der es

i t: ,Die Ver ammelten drücken ibr lebhaftes Vedauxrn darüber (liftsß, daß sich sdie! Reihen der Streikenden so stark geliebter haben. Die Versammelten bedauern Weiter, daß ihnen auf (Grund

dieser Sachlage keine geeigneten Mittel zur Verfügung stehen„ für die streikenden Kollegen den Siea zn erzwinaen.“ _ Im Berliner Glasergewerbe (vgl. Nr. 197 d. Bl.) sind neue Verbandlun en nötig. Die vor dem EinigungSan1t_ getroffénen Vereinbarungen ha en die Biüigung der Arbeitnehmer nicht gefunden. „In einer _außer- ordentlichen Generalverfammlunq, dre Dienstag tm _Gewxrkxchafts- bauie tagte, wurde, wie die .Voff. Ztg.“ nntteilt, mii uberwalttgender Mehrheit beschlossen, den unier Vorbxbalt unterzeichneten Vertrag abzulehnen, weil er weit hinter den ausgesteliien bForderungen zurugk- bleibe. Die Generalversammlung der Arbertge er„ die gleichzeitig. stattfand, stimmte dem Vertrag zu. Vor dem Emtgun Sarnt des- Gewerbegericbis finden nun zwischen den Vertretern der rbeitgeber und Arbeitnehmer neue Verhandlungen statt, urn vielleicht doch noch eine Einigung auf anderer Grundlage berbeizufubren. _ Der Aus- stand der Koblenarbeiter und -kutscher in Berlin (le. Nr. 197 d. Bl.), der über 1000 Mann umfaßt, wird wahrschemlch ebenfalls vor dem Einigungsamt dxs Gewerbegericbts sein Ende finden- Verhandlungen dazu sind bereits eingelxitet.

In Königsberg i. Pr. sind, wie „W. T. B.“ meldet. die Getreideträger und Speicherarbeiter wegen nicht bewilligter Lobntarifforderungen in den Ausstand etreten.

Die Leipziger Böttchergebil en, soweit sie bei ndwerks- meistern und in Fabriken, nicht aber in Brauereien, beschaftigt sind, haben, der .Lpz. tg.“ zufolge, einen neuen Tarif aufgestellt, der den einzelnen Arbeitge ern Vorgelegt worden ist. Die auptforderungew find: Verkürzung der ArbeitSzeit von 10 auf 911 Stunden, Sonn- abend 84- Stunden, 27 814 Wochenlobn bezw. 50 „5 Stunden- lobn, Anerkennung des (Gehilfenarbeiißnacbweises, Beseitigung der Akkordarbeit usw. An Stelie der Einzelnen Arbeitgeber hat die Innung geantwortet, und zwar bat sie die Fordxrungen abaelebnt- Es wurde deshalb in einer Versammlung der Bottcherzebilfen die“ Einsteüung der Arbeit beantragt, wknn bis nqchsien Sonnabend nicbt bewilligt werden sollte. Der Antrag wnrde jedoch abgelehnt und die Lobnkommission beauftragt, nochmals bet den einzelnen Meistern und- Fabrikanten wegen Bewilligung der orderungen vorstellig zu werden.

Der lange drohende neue Ansinnd der Textilaxbeitex rn Glauchau und Meerane, der zweifellos auch auf Tburingen uber- gegriffen hätte ist, wie der „Hann. Cour.“ erfahrt, noch abgewendet

worden. Zwei Arbeiterbersammlungen erklärten, die von den- Fabrikanien zugestandenen Lobnauibefferungen vorläufig anZu- nehmen. Die von den Arbeitgebern zugebilligien Lo n-

erböbungen beziehen ck auf die Säße des Buntwareniariss und betta en teilweise is zu 15 0/0. Die Von den Arbeitern geforderts- 20prozentge Lohnerhöhung sowie eine Aufbesserung auf_Robwaren wnrde yon den Fabrikanten in der Neunerkommtsfion fur eine Un- möglichkeit erklärt. Der neue Lobntarif wird am 1. September in Kraft treten. (Vgl. Nr. 175 d. Bl.)

In Statt art ist nach der „Köln. Ztg.“ der langdauernde Lobniampf im Ötcindruckgewerbe beendet. Seit Montag find- die Betriebe wieder tätig. Verbandlnngen uber rock schwebende ört- liche Streitigkeiten erfolgen in den nachsten 14 Tagen.

Eine Lobnbewegung der Heilbronner Schmiede ist nach demselben Blatte beendet. Der Lohn- und Arbeitswertrag, die dte Gehilfen den Meistern unterbreiteten, wnrde durch Vermittelung, der Handwerkskammer unter teilweisen Abanderungen in gegenseitigem Einverständnis Von fast sämtlichen Schmiedemerstern angenommen

und unterzeichnet. "

Die Metallarbeiter in Gmund sind nach demselben Blatte in eine Lobnbewegung eingktreten. Der ck_orisilicb-soziale Metaüarbeiierverband verlant Tine Lohnerhöhung fur die Ueber- zeit und für SonntagSar eit. Die beiden Verbande _der freien Gewerkschaften stellten Forderungen, die erheblich weiter: geben; 11. a. Verlangen fie eine hprozentige Erhöhung des Stundenlobnes Die Fabrikanten der MZtanndustrie beschlossen in einer Versammlung, den Ausgang einer ahnlichen Lohnbewegung in der Konkurrenzstadt forzbeirn zunächst abzuwarten und erst dann eine- Cntscbeidung zu tre en. , _

Nachdem über die Hälfte_ der Arbeiter der Suddeutscben Iuteindustrie in Mannbetm-Waldhof (vgl. Nr. 196 d.Bl.) in den Ausstand getreten sind, war es nach der .Frkf. Ztg.“ nicht' mehr möglich, den Betrieb aufrecht zu erbalien, und die Fabrikleitung, entließ die übrigen Arbeiter. Der Ausstand tst_ we en Lohnforderungen entstanden. Es kommen etwa 1200 Arbeiter tn _ etracbt.

In Bilbao End, wie „W. T. B.“ berichtet, 600 Berg- arbeiter in den usstand getreten. Die Truppen der Garnrjonen von Burgos und Vittoria md zusammengezogen, um die Ordnung im Aukstandögebist aufre t zu erhalten. Der Ausstand drobt sich auf das ganze Grubengebiet auSzudebnen. Die_ Zahl der Ausständigen beträgt bereits 30 000. Der Ministerprasident sollte aesiern dort eintreffen, um sich über die Lage zu unterrickten und Maßnahmen zu treffen, durch die die Ordnung fur die Zeit der An- wesenheit des Königs und der Königin gesichert wird.

In Chaux de Fonds sind, wie der „Köln. Ztg.“ aus Bem- xelxgrapbiert wird, die Gipser und Maler in den Ausstand ge-

re en.

Kunst und Wiffenfthaft.

,- ' e Königliche Hoheit der Großberzog von Baden _bat, der

rFM)" Zeitung“ zufolge, den Professor der Philosophie _an der “versität Heidelber-ZC u n o Fi s ck er auf sein Zansuchen wegen leidende: '. l“undheit unter nerkennung seiner langjabrigen aUSJezeichneten ?! “leistungen in den Ruhestand versetzt. .

knit Laud- und Forstwirtschaft.

t tand in reußen um die Mitte des Monats * er Saa ens Ylugust1906.

Nach den im Königlichen Statistischen Landesaxnt zusammengestellten ebnjffen der Erhebungen über den Saatenstand in Preu en war dieser rg die Mitte des Monats August folgender (Beguta tungsnffer 1 ".:et: sebr gut, 2: gut, 3: mittel, durchschnittlich, 4: gering 5: sehr „); Winterweizen 2,3 (wie Mitte Juli), Sommermizen 2,4 1,118 wie Mitte Juli), Winterspelz 2,2 (Mitte Juli 2,3), 'wterrog en 2,6 (2,5), Sommerroggen 2,7 (2,6), Sommergerste 2.4 5 aer 2,2 (wie Mitte Juli), Kartoffeln 2,7 (2,5), Klee 2,5 “Z), uzerne 2,3 (2 2), Rieselwiesen 2,2 (2,1) und andere Wiesen 77.2? _ ZL: Éeruterung dieser Zahlen wird in der „Stat. ** endes eme: : MDagolZm Mitte Juli herrschende küble,_ trübe und meist re neris e eiter wechselte bald wieder mit Warme und TrockenJeit 0. en Ende des Monats kamen sebr beiße Tage, an denen vieler- s'n die Temperatur 300 C. überstieg; auSgenommen hiervon Waren gGebiete län s der Nordseeküste, wo die _Luft de_rmaßen "kühl Je- fen sein so?], daß einige VertrauenSmanner uber Kalte e- teten- Während in der östlichen Staatsbälste, besonders den rdlicben Teilen, außer Hiße völlige Trockenheit bxrrschte, sind die fliehen Provinzen und vor allen Sachsen nicbt Hanzlich 0 ne Be- chtung geblieben. In einigen östlichen Gegenden oll in einem eit- me von sechs Wochen nicht ein Tropfen Regen gefalien_sein. ald ck dem Monatswechsel änderte sich das Wetter wieder, indem abl- '--e Gewitter fast überall mehr oder weniger ergiebige Niederf lage detwas Abkühlung brachten. Die mitunter wolkenbrucbartigen, heftigem Winde verbundenen Regengüffe haben das im Vormonat „„ nicht wenig vorkommende Lagern des Getreides in erheblichem ...fang vermehrt. Mancherorten waren die Gewitter auch von ..eren Hagelsckpläqen begleitet, die vorwiegend in den westlichen resteilen viel Schaden verursachten. Ueberscbwemmungen werden «b nicht gemeldet. Bei dem in der Regel geringen Bereiche der witterregen ist es nicht zu verwundern, daß_ aus demselben Regie- ngsbexirk, sogar Kreise teils über'n: viel Naffe geklagt, teils nack :cbdringendem Regen verlangt wird. _ " Sämtliches (Getreide ist denn auch fast uberall im Flachlandefrub fgewordcn und zum großen Teile geschnitten und schon vielfach .orgen, wobei wieder einige Berichterstatter das überaus günstige jewetter hervorheben, die Mehrzahl abZr über die Verzögerung . Erntearbeiten durch zahlreiche Niederschlage klagt. Winterroggen auch in den westlichen Provinzen zum Teil schon eingefahren, brend Winterweizen und die Sommerbalmfrüchte hier _erst wenig ..äht smd; Sommergersie und_ Hafer sieben fast tm ganzen sten noch auf dem Palme. Nicht selten ist auch Leutemangel nd der Verzögerung. Die zum großen Teile vorgenommenen obedrüsche von Winterro gen bestätigen die bereits im Inni- 'chiaus1;espr0chene Befür tung, daß die vielfach Verregnete Blüte * das schon damals teilweise Vorkommende Lagern die Körnerbildung rbeeinträchti en werde. So wird denn oftmals gemeldet, daß der 'nterrog en n7ckt gut [ohne und das Korn der Sommergersie nicbt dlich, Fondern ßack sei. Dagegen wird die Schwere der _Hafer- en und der reichliche Strobertrag aller Getreidearten ziemlich all- -ein berVorgeboben. Allerdings befürchtet man vom Hafer, der fach gerade in der seit Anfang August herrschenden Regenperiode Sebniite gelangte, daß er beim Trocknen bis zu seiner Einscbeuerung Korn Verlieren werde. __ _ Von sonstigen Beeinträchtigungen der Ernte nt zunachst Blattrost zu nennen, Von dem mehr oder weniger alle Halmfrüchte, eist aber der Weizen, befaüen sind. Sodann hat das Wuchern Unkrautes in diesem Jahre einen außergewöhnlichen Umfang an- mmen. Am verbreitetsten ist der Hederich; es kommen aber auch erdistel, Vogelwicke. Ackersenf, Radeblume u. dergl. sehr zahlreich . Von tierischen Schädlingen scheinen die Pflanzen weniger be- ißt zu werden; denn nur felten werden Fritfxtegen, ÉHeffenfliegen, ainürmer, Engerlinge, Maden u. dergl. erwahnt. benso liegen -r_vte[Meldungen über Mäuseplage vor; es ist jedoch anzunebtnen, t116 aysétirxstvielen anderen Gegenden Vorkommt, aber nur zufallig - etwa 11 . Ueber die einzelnen Fru takten ist fol endes zu bemerken. l_wrliegende Bericht bezieht ck in diesem Ia re, wo die Ernte bqltntsmäßig weit Vorgeschritten ist, zum großen Teile kaum noch Usbendes, sondern auf schon geerntetes Getreide. Die ab- rbenen Noten betreffen denn auch nicht allein den noch auf dem Nestchenxcxn Rest, sondern beurteilen die Ernte. Eine Anzahl trauenßmanner gibt deshalb für die schon geernteten Früchte QU eme ' egu (: ungSz er an. teraus wur e bxt k' 8 tcht iff H' "1; sich _ Lyckenbaitigkeit in der Zusammenstellung ergeben, wenn 1 dl? 370ße Zahl der voliständig berichtenden, Vertrauens- _er_ dennoch eine genaue Auskunft über die landwirtschaftlicbe Lage oglnbte. Nur beim Bezirk Cöln, wo die Zahl der Noten für Mkkkosgen zu gering war, ist von der Berechnung eines Durch- xties Abstand genommen worden. Anderseits pfle t das Wachstum „131141113011 geernteten Früchte zumeist schon im Juli abgeschlossen 'Un-1Odaß eine Beeinflussung der Ernte sich im wesentlichen nur aus der Gunst oder Ungunst des Erntewetters ergibt, weshalb Ugusinoten für Getreide von denen des Iuli wenig abweichen. . Lgua ungszt ern ur en n er- un omme'r- DMB tckt "ff f" d Wit dS 11?" sowie den Hafer sind im Staaisdurcbscbniit auf 2,3 - 2,4 und 2,2 sieben gebiieben, die für den Winterspelz DM 2.3 im Juli auf 2,2 gestiegen. Dagegen sind die Noten kkn Winter- und Sommerrngen sowie die Sommer- ““ Um 1? 0,1 gesunken, d. [). sie erecbneten sich auf 2,6 bezw. "113,24- Fux die einzelnen Re ierun sbezirke zeigen die Begut- "Lßilffern beim Getreide, mit uSnaJme des Winterroggens für _"13-1), den Stand als über mittel, den des Hafers für OSnabrück, “"Ike", Trier Z1,9), Aachen und Sigmaringen (1,8) sogar besser „Mt _an. Wie 01!) der Ertrag ist, der dem Mittel entspricht, ist “"tlkcb der_ vorjährigen Ernteermittelung festgestellt worden. n dem Vertht über Ziechrnx iFatteFScFie VeZZTUFnSUÉYner MzUJe cn, wie 0 na rer ätzung er rag 'OHÜU stelle, den sie im Saatenstandsberichte mit 3,0 begutachten “t"" Nachstehend stellen wir die für den Staat gewonnenen "tachtMJsdlffern bei den verschiedenen Getreidearten mit diesen eernteerträgen zusammen:

Begutachtungßziffer

Fruchtarten Augusinoten Kilogramm vom , Hektar Yinierweizen ....... 2,3 2043 D?mmerweizen ...... 2,4 2049 „: '"tkkkoggen ....... 2,6 1563 xommerrog en ...... 2,7 1091 OommekJer te ....... 2,4 1924 WHU?“ .......... 2,2 1784.

e'! KartOffeln haben ihre im Vormonat erhaltene günstigen - el "119 wieder ein ebüßt, indem die Ziffer im Staatsdunb- 11 "„U, „0.2 berabg ng, 1). 1). wieder, wie im Juni, 2,7 ergab. steki'guniilgiien berecknete sie sich für den Re ierungsbezirk

"i (3,4 oder 0,5 weniger als im Juli). ielfach wird «exit! Widerstandsfäbigkeit von Uagnnm bonum geklagt „n cryOkßeboben, daß viele Saatkartoffeln schon vor dem

""Default und neu gelegt worden seien, und weiter, daß selbst-

sierben des Laubes bei den mittelspäten Sorten berichtet. Aber auch für die Dauerkartoffeln wird gefürchtet, indem fie ebenfaUs zur Fäulnis neigen und nicht allein zu kleine KnoUen zu behalten scheinen, ondern vielfach auch an Kräusel- und Pilzkrankheit leiden.

Unter der großen HiYe hat das Wachstum der Futterpflanzen , besonders in den östlichen Landesteilen, stellenweise nicht unerheblich gelitten. In der Beurteilun gegen den Iuli zeigt die dies- monatige Tabelle bei einer nzabl von Regierungsbezirken be- deutende Einbußen. Am ungünstigsten sind die PfLanzen in Allenstein begutachtet worden, nämlich 3,5 (gegen 2,9 im Juli) beim Klee, 3,4 (3,0) bei der Luzerne, 3,2 und 3,6 (2,6 und 2,9) bei den Riesel- und anderen Wiesen. Dagegen sind d e Ziffern für die westlichen Provinzen und ebenso der Staatsdurckfchnitt nur wenig zurückgegangen. Leßterer betrug beim Klee 2,5 ( egen 2,3 im Juli), bei der Luzerne 2,3 (2,2) und bei den Riesel- Wie den anderen Wiesen 2,2 und 2,7 2,1 und 2,4). Allerdings ist zu berücksichtigen,

den neuen Schnitt bezieht, der vielerorten durcb Sonnenbrand sebr eeinträcktigt, stellen- weise wohl auch ganz vernichtet ist.

Die Unterlagen für diesen Bericht ergaben si aus den bis zum 18. d. M. eingegangenen 4869 Berichtskarten der ertranenSmänner. _ Schließlich sei noch erwähnt, daß die den Saatenstandßnoten bei- gegebenen Vemerkunßen naturgemäß eber ungünstige als günstige Verhältnisse zum Inba te haben. Die Bedeutung der Ziffern würde aber verwischt werden, wenn man diesen Bemerkungen mehr Gewicht beilegen wollte als den Noten, welcbe _ unter Berücksichtigung der regierungsbezirkswäse verschiedenen Anbau- und Erntemengen _ für den preußischen Staat sich aus den Begutachtungsziffern der dazu be- rufenen mehr als 5600 Vertrauensmänner zusammenseßen.

daß die ungünstigere Beurteilung sich zumeist aux)

Ueber den Saatensiand und die Ernte in Oesterreich veröffentlicht das K. K. Ackerbauministerium nach dem Stande zu Mitte August 1906 folgenden Bericht: Bald nach Beginn der laufenden Berichtöperiode trat ein allgemeiner WitterungSumsckwung ein. Auf die während der zweiten Iuliwoche anhaltenden und mit einer ziemlichen Temperaturabnabme verbundenen Regen folgten kurz nach Mitte Juli bis ungefähr zum 4. August währende sebr warme und sonnige Taéze mit einer fast überall bemerkbaren un- angenebmen Sckwüle, de nur selten einer erfrischenden Abkühlung wich. Dieser Zeitraum war außerdem durch sehr diele Gewitterzü e auSgezeichnet, von denen stellenweise mehrere an einem Ta an - traten. Die zwar kurzen. aber besonders starken Gewitter. der unden mit Hagelschlag, haben in _Böhmen, Süd-Mäbren, Schlesien, Nieder- Oesierreicb, Steiermark, Karnten und Krain viele Schäden verursacht. Am 4. August fiel ein ziemlich auSgiebiger Regen, der weitere Ge- witterbildunßen und Wolkenbrücke im Gefolge batte, welche in einzelnen Bezirken Is riens arge Verwüs ungen anrichteten. Die seither erfolgte Temperaturabnabme und die eingetretenen kühlen Näckte hielten bis Vor kurzem an. Das während der Berichtsperiode herrschende Wetter war mit Ausnahme von Böhmen, Tirol und dem Küstenlande, in welchen Ländern sich der Mangel an Feuchtigkeit in vielen Orten schon stark fühlbar macht, für das Wachstum und die Entwicklung der Hacksrücbte, (Gräser und Futterpflanzen sowie für die Reife aller Getreidearten vorteilhaft.

Der Reifeprozeß des Getreides wurde infolge der intensiven HiYe während der zweiten Iulibälfte sebr beschleunigt, so zwar, daß mancherorts, besonders aber in Ostgalizien, Frübreife eintrat. Der Schnitt von Roggen, Weizen und Gerste, welcbe zumeist gleichzeitig schnittreif wurden, ist größtenteils beendet oder geht dem Abschluss entgegen. Das _Weiter war den Erntearbeiten meist Vorteilhaft. Nur in Südmabren, Schlesien, Galizien und Niederösterreich haben die in der leßten Zeit eingetretenen Regenfälle das Einbringen des gemäbten Getreides Verzögert, in Südmäbren nnd Niederösterreich überdies vereinzelt ein Auswachsen der geschnittenen Fruckt zur Folge gehabt. Das teils durch starke Regengüsse und Wolkenbrücbe, teils durch Hagelschläge verursachte Lagern des Getreides bat die Erntearbeiren in Ostböhmen, Nordmäbren, Schlesien, Galizien, Oberösterreich und Obersteiermark sebr erschwert und in zahlreichen Bezirken dieser Länder die Benutzung von Mäh- mascbinen unmöglich gemacht. In Südböhmen und Nord- mäbren hat der Schnitt der mit Unkraut stark durchwmhsenen Saaten gleichfalls einen erhöhten Arbeitsaufwand erfordert. Die Drusch- arbeiten befinden sicb nach der frühen Ernte bereits teilweise im (Gange. Die zahlreichen Nachrichten bezüglich des Ergebnisses der ?robedrüscbe [affen erkennen, "daß durch die ungünstige Blütezeit und in 0103 Brand und Lagerung haufig mangelhafte Körnerbildung eingetreten ist. Der Strobertrag ist im allgemeinen ein guter.

Die Roggenernte, welche bis auf einzelne Bezirke Süd-, West- und Ostböhmens, Nordmäbrens, Oberösterreichs, Salzburgs, Nordtirols und Kärtens beendet ist, ergab im großen und ganzen einen Mittelerira von befriedigender Qualität. In zahlreichen Bezirken Mittelbößmens, Nbrdmäbrens, Schlesiens, Galiziens, Ober- österreichs, Salzburgs und Karntens haben die während der Entwicklung des Roggens eingetretenen und bereits erwähnten nachteiligen Umstände das Ernteergebnis ziemlich ungünstig beeinflußt, indem die kurz ge- bliebenen Aebren und sckwach auSgebildeten Körner nur wenig schütten. In Obersteiermark ist die Frucht stark mit Muttexkorn Vermengt. Der Strohertrag ist fast durchwegs befriedigend.

Dec Weizen in bis auf einzelne Bezirke Böhmens, Mährens, Schlesiens, Oberösterreichs, Salzburgs und Kärntens geschnitten und lieferte gegenüber dem Roggen info[ 6 seines bis zur Reife bebau teten befferen Standes auch eine bessere rnte. In Böhmen und 5 ord- rnähren, in der Bukowina, in Obersteiermaik, Dalmatien, im Küsten- lande und etwa in der Hälfte der Bezirke Nieder- und Oberösterreichs, Untersteiermarks,_ Nordtirols und Kärntens kann der Ertrag als gut- mittel, in Südmabren, Schlesien, Galizien, Salzburg.Südtirol,Krain und den übrigen Bkzirken Nieder- und Oberöiterreicbs, Untersteiermarks, Nordtirols und Kärntens als mittelmäßig bezei net werden. In Nord- und Südböhmen, Nordmäbren, Galizien, berösterreicb und Salzburg bat die Qualität des Kornes vielfach durch die lan e Lage- rung einten. Aus Böhmen, Südmäbren, Nieder- und OberöJierreicb, Nordt rol und Krain wird vielfach Übér mangelhafte Ausbildung der Körner infolge Auftretens von Rost und Brand berichtet. In Nieder- österreick) haben die in der leßten Zeit eingetretenen Regenfälie die Farbe des bereits gemabten Weizens nachteilig beeinflußt.

. Der Gerstenschnitt ist in Galizien, der Bukowina, Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Krain zumeist beendet und geht auch sonst seinem Abschluss: entgegen. Der Ertrag ist fast durch- wegs befriedigend und kann in Nord-, West- und Ostböhmen, der Bukowina, Steiermmk, Nordtirol, im Küstenlande, ungefähr in der Hälfte der Bezirke Süd- und Mittelböhmens, Nordmäbrens, Nieder- österreichs, Scble iens und in zwei Dritteln der Bezirke Südmährens und Oberösterrei s als gut, in Galizien, Kärnten, Krain, Dalmatien und den übrigen Teilen der genannten Länder als mittel bezeichnet werden. In Südtirol ist infolge der eingetretenen Frübreife ein schwaches Cmteer?ebnis zu verzeicknen. Die in der leßten Zeit während des Schnittes n ederaxgangenen Regenfälle haben in Südmäbren, Schlesien,_Ga[izien, Nieder- und Oberösterreich an manchen Orten die Ernte ungunstig beeinflußt und die Qualität des Korns bedeutend vermin- dert. Die stark elagerten StändeSüdböhmens,Mährens undS lesiens sowie die von ost befallenen Saaten Obersteiermarks [affen hin chtlich der Gute der eingeführten Frucht gleichfaüs zu wünschen übrijz.

_ Die Haferxrnte ist im vollen Gange in Unterste ermark, Karnten und Krain zum größten Teile schon beendet. Das Ernte- ergebnis, welches fast überall efriedi t, kann im allgemeinen als ein gutes bezeichnet werden. In eine nen Teilen Süd“ und Mittel- böbmens, Sudmäbrens, Oberösterre cbs und Saljbur s dürfte ck ein sehr Ufer und in un efäbr der älfte der Vezi e Nordm brens, Unter teiermarks und DLigali lens e n mittlerer Ertrag ergeben.

In Ostgalizien ba en ie Regenfälle der le ten Zeit die Ernte- arbeiten sebr verzögert und auf die Güte des Er tages nachteilig ge- wirkt. In Nordmäbren und Niederösterreich baben Flugbrand, in

.?!" Saatkakwffeln viel mehr Versagten als die andeWeit be- ' MWM) allgemein wird über Fäulnis und frühzeitiges Ab-

In _einzelnen Gegenden Oberösterreich und Kärntens hat das Stroh die normale Länge nicht erreicht.

Mit dem Stoppelsturze wurde zum großen Teile scbon be- gonnen und gestalten sich die Bestellungöarbeiten in Nord-, Ost- und Mittelböhmen infolge der herrschenden Dürre ziemlich schwierig.

Der Anbau des Rapses wurde in Böhmen, Schlesien und Galizien unter günstigen Verbältniffen in Angriff genommen und iellxxisweisx schon zu Ende geführt. In Ostgalizien keimen die Saaten erer gu an.

Der Anbau des Buckweizens als Nachfrucht ist überall beendet. Die Saaten sind gut aufgegan en und zeigen eine günstige Entwicklung. In Untersteiermark stehen enzelne Felder schon in Blüte. Im Kusienlande _war die anhaltende Dürre für die Entwicklung bisher nicht 1uträalrck.

_ Der Mais zeigt, infolge des für seine Entwicklung günstigen WitterunJÖVerlaufs, durchwegs ein befriedigendes Aussehen und hat viele schöne Kolben angesetzt. In Ostgalizien bat sick die Mais- pflanxe wesentlich erholt, während in Untersteiermark Hagelschlag und in Krain, besonders aber im Küftenlande, Dürre eine gedeihliche Weiterentwicklung beeinträchtigt.

Früblein, der zumeist schon gerauftwurde, verspricht durchwegs Jute, in Nordmäbren teilweise sogar sebr gute Ergebnisse; in Süd- öbmen und in einzelnen Bezirken Nordmabrens ist nur mit einem Mittelertrage zu rechnen. In Nordböhmen bat Dürre, in einzelnen Bezirken Osiböbmens gel und in Nordmäbren und Schlesien die infolge des üppigen tandks stellenweise eingetretene Lagerung die Güte des geernteten Produkts teilweise beeinträchtigt.

Spätlein zeigt eine gute Entwicklung.

Die Aussichten auf eine gute Kartoffelernte haben sich wesentlich Vermindert; Die während der früheren Berichtsperiode allzu haufigen Regenfalie und die darauffolgenden großen Hi en be- Jünstigten die Ausbreitung des stark auftretenden Karto elpilzes kb topbtiwrn 111168158115), der in den Sudetenländern, Galizien, der VU owina, Nieder- und Oberösterreick, Steiermark, Südtirol, Krain und dem Küstenlande an vielen Orten, namentlich bei den Früh- kartoffeln, ein Faulen der Knolien verursacht.

In einigen Gebieten von Böhmen, Südtirol und dem Küsten- lande ist der durch die Dürre der le ten Zeit bedingte Mangel an Bodenfeuchtigkeit einer guten KnoUen ildung hinderlich. In Süd- böhmen haben _vereinzelt Engerlinge geschadet. Im übrigen ist der Knollenansaxz haufig schwach, das Karioffelkraut Vorzeitig verrorrt, während die Knollen selbst zumeist nur klein sind. Im al]-

emeinen kann auf Grund des gegenwärtigen Standes die rnteaxxssicht in Süd-, West- und Mittelböhmen, Mähren, der Bukowina, in Salzburg, Obersteiermark, Nordtirol, Kärnten

und Krain, in der_ Hälfte der Bezirke Nord- und Ostböhmens, Weftgaliziens und Niederösterreichs, in einem ViertelOst aliziens und m_ drei Vierielieilen 00n_Oberösterreich als gutmitteiz, in Unter- stetermark, Sudttrol, der Halfte der Bezirke Westgaliziens und Nieder- österreich und in einem Viertel Ostgaliziens und Oberösterreich als mittel, 111 der Halfte der Bezirke Nord- und Ostböhmens, Schlesiens und Dalmatiens als schwachmittel und in der Hälfte der Bezirke Osigaliziens als schlecht bezeichnet werden. Mit dem Graben von Frubkartoffeln_wurde stellenweise schon begonnen, und liefern diese ein mittleres Ertragnis.

Die Zuckerrüben enjwickeln sub im allgemeinen weiter günstig und weisen mit Ausnahme einzelner Bezirke Südböbmens und Nord- mäbrens, in w€lcken Genenden sie schwach sicben, fast durchwegs einen befriedigenden Stand auf In Böhmen 3619611 sicb stellenweise schon die durch die anhaltende Dürre verursachten Schäden, indem die Blätter_ gelb Werdsn und zu_ welken beginnen. In Südmäbren und Niederösterreich bat die feuchte Witterung der leisten eit ein starkes Ueberbandnebmen des Unkrauts gefördert. In Scble en und Galizien werden dieFolgen der teils durch 011111 große Nässe wahrend der Verfioffenen erichtsyerioden, teils wegen Arbeitermangels und Streiks nicbt _vollsiändig oder nur mangelhaft durchgrfübrten Kulturarbeitkn bereits deutlich sichtbar. Aus Nordböhmen kommen Klagen, über Ungezieferscbäden.

Die Futterrüben edeiben aucb weiter auf, nur wäre in Böhmen behufs günstiger eiterentwicklung der Eintritt ausgiebiger Regen sebr erwünscht. In Südmäbren und Untersteiermark haben die HagelsYlQe der leßten Zeit stellenweise Schaden verursacht.

Das opffraut weisi im aUgemeinen einen mittleren bis guten Stqnd auf, nur in Kärnten und Krain ist die Entwicklung keins befrtedigende._ In Nordböhmen, Oberösterreich und in Kärnten hat der Koblweißltng, in Süd- und Westböbmen, Nordmäbren und Weiigalizir-n haben Raupen und in Kärnten Erdfiöbe steilenweise die

flanzen beschadtgt. In Untersteiermark hatte das Kraut unter agelschlag du leiden. _

Die Klee- und Heuernte ist nunmehr woüitändig beendet. Ueber die Crgebniffe, bin1cktlick deren auf die ausführlichen Angaben des im Vormonat Verö entlichten Berichts verwieskn wird, gibt es mit Außnabme Galiziens keine ernsten Klagen, die Urteile lauten durchweg mehr minder befriedigend.

Die Grummeternte, die bereits größtenteils begonnen wurde, verspricht, mit Ausnahme Böhmens, Tirols und Dalmatiens, in welchen Landern der bisherige Mangel an Feuchtigkeit die Ent- wicklung wesentlich behindert hat, gute, in einzelnen Teilen Mährens, Oberösterreichs und Untersieiermarks sogar sehr gui: Erträge Nur in Westgalizien und Kärnten dürften die Klee1ckläge einzelner Gegenden infolge Lagerung mindere Ergebnisse liefern. In Nieder- und Oberösterreich nnd Untersieiermark wnrde die Vornahme und Beendigung des zweiten Schnitts dnrch die eingetretenen Regenfälle der leßten Zeit stellenweise behindert. In Oberösterreich wird mancXZer-orts über das Anfireten des Kleeteufels, in Westgalizien über Mäu efraß geklagt.

Die Alpenweiden zeigen größtenteils einen ziemlich guten Bestand und haben nur in den hoch elegenen Teilen Salzburgs teil- weliiste durch Hagelscblag und Schneeizai], in Nordtirol durcb Dürre ge ten.

Die günstigen Aussichten auf ein gutes Weinjabr sind mit Außnabme von Südtirol und dem Küstenlande, in welchen Gegenden sie weiter fortbestehen, infolge der zahlreich auftretenden Schädlinge bedeutend zurückgegangen, sodaß zumeist nurmebr auf eine Mittelernte erecbnet werden kann. Aus vielen Teilen Niederösterreichs, aus Unter- teiermark,_Da[matien und Südmäbren wird über Peronospora- und Oidiumscbaden, aus Krain und dem Küstenlande über Peronospora- verheerungen und aus anderen Gebieten Niederösterreicbs. dann aus Südtirol über das Auftreten des Sauerwurmes berichtet. Die Beeren beginnen vielerorts einzuschrumpfen und fallen ab. In einigen Weingebieten Südtirols und Mittelböhmens haben Fagelschläge, in Dalmatien die berk- fckende Dürre den Weintock geschadigt. In Südtirol dürften die durcb den strengen Winter vernichteten Reben stellenweise bis 40% der Anlagen außmacben. In Niederösterreich, Südtirol und Dalmatien beginnen die Beeren bereits zu reifen. In Niederösterreich dürfte die Qualität des Weißweins nur dann eine befriedigende werden, wenn noch zahlreiche sonnige Tage und warme Nächte eintreten.

Die Foffnungen auf eine- gute Obsternte Verringern sich infolge des Abfa ens der “ungen Früchte stetig. Am beéten sind n die Ausfi ten. bei Zweticbken, die in Süd- und Mittel öbmen, M' ren, Obers ierreich und Kärnten einen recht gutsn Ertrag erwarten lassen. Mittelböhmen, Mähren, Oberösterreich und Untersteiermark dürften auch eine gute Apfelernte liefern, * st kansZnFTrTieiermark haben Hagelscbläge besonders junge Bäume ar e a g.

Die Marillenernte ist in Niederösterreich befriedigend, in Steiermark meixt schlecht auSgefallen.

bSommer irnen haben in Südiirol einen guten Ertrag gege en.

Die OliVen dürfen bei baldigem Eintritte angiebi ckWo im Küstenlande ein mittleres Ertragnis lie ern. In Lal en

Scble en Notreife und in Untersieiermark Hagelschläge die Ertrags- ausfi ten teilweise gemindert.

baben fich die Ernteaussicbten sebr vnsch! tert und ist nur ein schwaches Ergebnis zu erWarten. (Wiener Zeitung.)