1863 / 119 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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'hinterbracht wird. Andererseits mögen die amerikanischen Kreuzer oft von ihrem Unwillen iiber das Treiben des in England ausgerüßeten Kaper- schiffes »Alabamaa "sich zu einem weit getriebenen Argwohn reizen lassen; allein ex glaube, daß im Allgemeinen das englische Volk aufrichtig bestrebt sei, jede unehrliche Einmischung in den amerikanischen Bürgerkrieg zu ver- meiden. Lord Derby erklärt fich mit den Aeußerungen des Staatssecre-

fairs des Nußwc'irtigen größkentheils einwersianden, und der Marquis von-

Clanricarde zieht schließlich seinen Antrag zuxiick, , - Jm Unterhause wurde gestern für die Bill von Mr. Gomes (Schließung der Wirthshäuser am Sonntage) eme außerordentliche Menge

von Petitionen überreicht, abcr auch gegen die Bill kommen etwa zehn oder.

zwölf Petitionen cin, darunter eine aus Leicester von 2006 Mitgliedcin des Arbeiterstandes. -- Lord Naas zeigt seine Absicht an, bald nach Pfingsten die Aufmerksamkeit des Hauses auf den Stand der Dinge in China zu lenken. Mr. Pollard-Urquhart fragt, ob der brasilische Gesandte seine Pässe verlangt oder der britischen chicrung_a11gczcigi habe, daß er Unge- wiesen sei, in gewissen Fällen die diplomaZisthen Beziehungen mit England zu unterbrechen,“ ob eine diplomatische Korre1pondc11z mit Brasilien im Gange sei und nach ihrem Abschluß vorgelegt werden könne. Mr. Layard er- wiedert, die Korrespondenz sei noch im Gange und es wiirde sehr ungelcgm sein, irgend einen Theil derselben in dicsem Augcnbliék zu veröffentlichen. Lord J.Ma11ners,Mr.Popc Hennessy und Sir G. Bowyer fra- gen wiederholt und dringend an, ob endlich die Depesche Mr. Odo Ruffcll's vorgelegt werden könne, auf welche die Minister ihre Behmwtung gründen, daß die bourb-mischenVanden von Rom aus, in französiscixc Uniformen vcr- klcidci, in das niapolitonischc Gebiet geschmuggcli zu werdcn pflegen. Lord Palmerston erwiedert, die Angabe sci keiner Depesche cntnonnnen gewe- sen, und Mr. Layard bestätigt dicse Erklärung mit dem Bemerkcn, er [mbc dies glcich das voxigc Mal sagen wollen. Schließlich abcr sagt Lord Palmerston, er werde fiel) nicht bewegen lasscn, irgend ein Sci)riststiick zu veröffentlichen, wodurch Mr. Odo Russell mit der französischcn odcr päpst- lichen Regierung in Streit verwickelt werden kann. Sir George Grey beantragt die dritte Lesung der [)]-15011111111i5t975' 1511] (Besoldung katholischer Gefängniß-Kaplanc). Mr. Black beantragt die driiic Lesung in sechs Mo- naten (d. h. die Verwerfung). Auch Mr. Ncwdegaic und Mr. Adder- lcy sprechen gegen die Bill. Aber das Amcndcmcnt wird mit “196 gcgen 167 Stimmen verneint, so daß die Maßrcgcl im Unterhausc durch ist.

- 20. Mai. Zu Ehren des Prinzen Und der Prinzesfiii [wn Waies wurde im St. James = Palast gestern im Namen Ihrer Majestät der Königin cine Soirée gehalten, welchc '.,"clir zahlreich besucht war.

Gestern Morgen besuchten der Prinz von Wales und der Prinz Judimg von Hessen die »Timesa-Druckcrci Und Ucrwciitcn dort iibcr eme Stunde, um die verschiedenen Prozesse, durch welche der Driick des Journals bewerkstelligt wird, in ihrem Verfolge in Angcnsckxin zu nehmen. *

Jm Unterhausc beantragte gestern Lord Palmerston, daß fich das „&;aus am Schluß der Sitzung bis" Donnerstag, dcn 28, d., vcriagc. Bei dieser Gelegenheit wünschte Mr. Hennessy, an den edlen Lord einc das_Verhakécn dcr prclxßirchen Regierung gegen Polen betreffende Anfrage 311 richten. Die preußijche Regierung - sagte er » beobachtet nicht nur die gegen Polen gerichtete Convention mit Rußland, sondern fiihrf die Be- stnmnungen der_selben mit zu weit gctriebencr und gcseßwidrigcr Sfrcnqc ails. An) einfachsten kann ich dies dem edlen Lord beweisen, indem ich emen Brief von einem Offizier aus Polen auszirgsweise Verlese. (Dcr Zn- halt dicies wie eines anderen von demselben Parlamentsmitqlicde vorgelese- ney Briefes 1ft in dcr tclegr. Depesche aus London, Rr. 117*d. Bl., bereits mrigethctli.) Lord Palmerston crwicderi: Die Interpellation dcs ehren- iveithxn Gentleman berührt eine Frage des Völkerrechts. So viel ich weiß, [Yat 6111 neutralex an das (Hobict cines Kricgfiihrcndcn grenzender Staat die Verpflichtung, tiicht zu gestatten, daß eine irgend ansehnliche Streitmacht em_e_s der Kriegfiihrendcn das neutrale Gebiet dazu benutze, den Gegner mit großxxxm Vortheil anzugreifen. _Jck) bcdanere sagen zu müssen, daß die preußiiche Rxgecrung i1_1_1 Jahre 1832 (1831?) jene Pfiicbt nicht crfüilt hat, und der ?lusganZ dis Kxiegcs von 1832 war in hohem Maß dem Umstande zuzuschreiben, daß. Preußen einem russischen Corps erlaubte, iiber preußische? GZbict zu marschiren und der polnischen Armee, mit der es kämpfte, in den Yitcken zuxkommcn. Eine andere Pflicht ist folgende: Wenn eine krieg- fuhrxnde Zruppen-Abthxilung vom_Gegner gezwungen wird, auf neutralem Gebiete_5uffucht zu i_uchen, muß die Abtheilung, sobald sie die Grenze uberschrttten hat, enjqunetwerden. Abcrici) weiß durchaus nichts davon, daß der Neutraleberechvgtist, dieWaff-cnnnd das Gepäck der krieqfiil)rende11 Streit- macht zu kdnfiszirep. Jm Gegentheil, wie ich glaube, hat" der Neutrale die Pflicht, weiin er die kricgführende Abtheilung entwaffnet bis an di? Grenze seines Gebiets zuruckgßführt hat, ihre Waffen und ihr Gepäck ihr zurückzu- erstatien, sLbaldjfie Wieder das Gebiet des eigenen Souverains betritt. Des- halb Vexnxetnejtch, dax; Preußen keinen Bruch des Völkerrechts oder der Neutralttcztspflicky begangen hat, wenn es der russischen Abtheilung Waffen vpd Gepack zuruckgab, _als dieselbe auf russisches Gebiet zurückgin'g. Was die Lieferung von Munitidn betrifft, so MÜff/LU wir stets der Doktrin qe- denken,“ wxlche Amerika wahrend des leyten rusfischcnKricqes aufgestellt hät, d_aß namlich der Neutrsale das Recht hat, dem einen wis dem anderen Krieg- ftihrendeti „Kriegsniaterial zii liefern. Dchmlb denke ich, daß Preußen durch die Munitions-Lteferung kemc Verleßung seiner neutralen Verpflichtungen Legungen hat; Wyssdie "Vesißung der preußischen Grenze mitArtillerie iind UUPven bekrtffx, W lit es 71th unnatürlich, daß eine Regierung, wenn im Na-cbbarlande LM Aufstand WMH“- Vorfichtsnmßreqcln ergreift, um die Aus- bkkitUUZ ÖFTAUFÜMÖJZ (Ulf thx eigenes Gebiet zu "verhüten, und da Preußen NMFIJSMUZLZ lm VFW dcherzogthums Posen ist und Polen fick) im A_1:fitande_benndet, 10 sehs ich _nicht, wie so eine Regierung das Recht ÖM?- käkilbkk ZU ÜWM/ daß die PVLUßische Re ierunq VorfichtSmaßregeln an de_r Greiize'ergriffen hat, damit der polniche Aitfstand sich nicht auf vxlUßtichz Gebiet verbreite. Mr. B. Griffittb ist mit diesen Erklärun en hockzst unzufrieden und fügt bei: Der Gcgcnsiänd ist VOU SchwierigkeiLen,

ich sehe doch, daß der edle Lord sehr starke Erklärungen abgeben kann, wenn er Arbeiter- Deputationen empfängt, und nicht so stark ist, wenn es zu handeln gilt. Lord Palmerston: Man wird mir erlauben, meine Antwvrt zu erläutern. Ich sagte, es sei die Psticht eincr neutralen Regie- run , die kriegführende Abtheilun , die auf ihr Gebiet getrieben wird, zu ent. wa nen. Ich hätte hinzufügen Folien, daß es eine Pflicht ist, die fie ihren eigenen Unterthemen gegeniiber hat, keine ausländische Streitmacht in Waffen durch ihr L_axid marschircn zu lassen, - nicht eine Pfticht, die sie den Krieg. führenden 1chuldct. Mr. S. Fiizgerald: Die Antwort des edlen Lorös -cnthält noci) cine Stelle, die so außerordentlich klingt, das; fie eincr Erläutc. rung bedarf. _Dcr edle Lord hat entweder das ehrenwerthe Mitglied für die Königsgraßcbaft mißvcrftanden oder ein völkerrechtliches Prinzip aufqe. stellt, fiir das es keine Bxgriindung, keinen Präccdenzfall und keine Au1o- ritc'it giebt. Die amerikanische Doktrin, welche wir angenommen haben, cr- klärt es für keinen Neutralitätsbruch, wenn die Unierthanen cines neutralen Staatcs den einen der kriegfiihrendcn Theile mit Munition Versorqcn, Ich wünsche zu wisscn, ob nach der Doktrin dcs edlen Lords auch dicchicrunq eines neutralen Staates cine kricgfiihrcnde Regierung mit Miijiitidn ver? sorgen kann, ohne die Neutralität zu brechen? Lord Palmerston: Meine Doktrin beschränkt sich auf dicUntcrthan-en cincr neutralen Macht. Ich kann nicht aus dem Stegreif sagen, ob eine neutrale Regierung dasselbe Recht haben würde. Allein ich habe nicht gehört, daß derchrcnwcrthe Gentlemandie mitgetheilten Jukka mitBestimmthcii zu kennen glanbt, und ich selbst wciszvvndcr Sachcgar nichts. (Gcläciseu) Mr. H enn c ssi): Ic!)1vcißdicSachcganzbestimmt, da ich einen Bricfirhaiicn habe mit der Mittheilung, daß dichtßisch Regierung den russischen Truppen Munition geliefert hat. Mr. Pcacockc beklagt sich iiber die Art, wie die auswärtigen Angelegcnhciicn im Haiise dcr Gcniciticn behandelt werdcn. Als unlängst Amerika auf dem Wege war, sagte der edle Lord in Wirklichkeit nichts, und der Untersiaatssccretair sagte daz*u dito. Mr. Layard bittet das Haus crgcbenst um Entschuldigung dafiir, das; er zuweilen mangelhaft antworte und giebt dafiir mancherlei technische Griinde an. Unter Anderem sagt er, daß er oft antworte, nur weil er es fiir un- billig hält, daß der edle Lord (Palmerston) in die Lage. komme, vici", fiinf Reden cm Eincm Abend halten zu müssen. Mr. Bentinck glaubt, [daß die häufigen Debatten iibcr auswärtige Politik dem Hause keiiic sonderlich Ehre nmchcn. Man rede viel von Richtintcrvention, aber diese chättc/n wiirden, wenn man fie nicht aufgcbc, das La11dschließlich in den „Krieg [„ckinci11rcißcn. Er möchte doch wissc11,ob seine ehrctiwcrtlxcn Freunde, die so cnikmsiä- siisci) fiir Polen und cmderc Länder sprechen, es ernst meinten? Ob sie [*e- reif wäch, falls die Regierung auf ihre Ideen cingingc, dic Koslcn' eines langen und blutigen Krisch zn tragen, oder ob fie glaubten, daß das Land dazu bcrxii sein wiirde?- Lord Robert Cecil ist derselben Mcinunq, denkt abcr, daß; dem Gerede iibcr Nicht-Jntcrvcntion cin Sophisma zu “Grunde liege, deim cs gcbe Interventionen, die recht, und andere, die unrccis seien. Mr. B. Cochrane bemerkt, daß alle amtlichen Mittheilimgcn 110ka den Stand der griechischen Frage schr Ungetmu, wcnn iiicht blauer Dunst qc- wesen JU sein schienen, denn man höre. jetzt, daß die griechische Deputatidn m Kopenhagen von cincmTage zum andern mit unbestimmten Versprechun- gen hingehalten werde. Mr. Siddcll klagt, das; auf seine wichtiqc Fiaqe wegen der chinesiscbcn Angelegenheiten gar keine Antwort erfolgt sei. Die Conversation_wcndct sich so allmälig vom polnisch-prcußistbcn “Thema ganz ab imd vcrychicdcncn anderen (Hogenständcn zu. Lord Palmcrftdn's Mottoii auf Vertagung iibcr Pfingsten wird bereitwillig angenommen und die Sißnng Wiießt gegen 10 Minuten vor 1 Uhr Moigcnsk

' Frankreici). Paris, 20. Mai. Odilon Barrot, welcher m den Tagen der Republik Minister-Präsidcnt dcs Prinxcn Loiiis Napoicon gcwcscn, iiach dem Staatsstreiche des 2.Dcie111ch abcr dcn], Kaiser den Eid Verweigertc imd sick) ganz vom öffcnklichcn Leben znruckzdg, tritt chi wieder bewor, da die Straßbnrgcr ihm das Mandat eines Dcputirtcn amgctragcn haben. Er [)at diesen Anima angciwimncn und gestern in Form cincs an Neffßcr voni »TchsZ gertchxctcn Schreibens sein Glancnsbckcnntniß abäcleqt. Er erklärt, dcii Eid, den das Gesetz von ihm als einfachem Kandidaten fordert, wit ircucm (Hewiffcn leisten zn wollen. »Ohne Beschwerdc und .Ziiiicrgcdankcn erkläre ich, daß ich diesen Eid, dcn ich nach dem 2. Dezcmdcr vcrwcigcrtc, da er damcäs cine Billigung dcs voii mir gctadcltcn Staatsstreichcs gewesen sein wiirde, [)cutc “ohne Bedenken ddr «von meinem Vaterlandc cingescßtcn Und ankrkanntcn Regierung leiste, daß ich, ein volles Bewußtsein der daditrcl) von mir eitigcqan- genen„Verpfliaichtungdabe und. daß ich iwch nicht ein einziges Mal ZZZÜUZWLLW ich sage mcht emen Oxid, sondern cm gegebenes Die Leitung der Unterhandlimgcn mit Kopenhagen und Athen wegen der griechischen Thronfrage haben, wie der »Francc-c aus London dom gestrigen Tage gemeldet wird, die Mächte ganz der cnx'zlischcn Regierung Überlassen, wclchcr dic Königliche Familie von Daiiemarf ncitcrdings erklärt hat, auf die grie'chische Krone ganz und gar dcrztckyten zu Wollen , wenn die von ihr gestellten Bedin- giingcn mcht in der von ihr bestimmten Frist angcnoimnen sein wurden. * Dcr »Moniteurec publi irt heute den *iemlick um an ' (12 Spalten) Wortlaut der 3am 27. Fcbruarod. (F.)zjvisclxengZerlZicij reich Und Spanien abgeschloffcncn Additional-Cdiiventio1t zur Er- ganznnZ dcs Grenzbestimmungö-Vertragcs Vom 14. April 1S62. Die »Francea meldet die am 21. April in Vera-Cruz erfolgte Anknnfddes Contre-Admirals Bosse. Nachdem Admiral Juricn de la. Gravwre ]enem das Kommando übergeben, hat er am 22. April nut der TranSport-Fregatte »Dryadeu die Heimfahrt nach Brest an- getreten und wird Nachrichten aus Puebla bis zum 17. April mit-

brinch. Dic »Francc« versichert: »das; an diesem Tage. die Fran-

Belagerung unter ausgezeichneten Verhältnissen fortgeseßt wurde.-

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9er das Neduii vor dem .Exerzierplaße genommen hätten und die

Aus Cochinchina wird gemeldet, daß die Gesandtschaft, wclche

den Vertrag ratifiziren sollte, am 7. April in Hiie“: eingetroffen war Und leichzeitig die Meldung von einem siegreichen Auftreten der Yusftßindischen in Tonkin anlangte; . ' Heute fällte der Gerichtshof sem Urilckcil 111 dem von dem .Her- zog von Aumale gegen den Polizei-Prcifekten anhäzigig gemachten Prozeß. Wie zu erwarten stand, verwies das,Gerich,t arif Grund des Artikels 75 der Constitution vom Jahre 1,11]. die Klage als egen einen in seiner- Junction thätig gewesenen Bcamien vor dczi Staatsrath Und beraumte ihm zur Verfolgung diescr Angelcgenhirt eine Frist von 3 Monaten an, Der Herzog von Anmalc wurde m die Kosten verurthcilt.

Spanien. Madrid, 21. Mai. Die Kcrferstrafc der ver- urthciltcn Protestanten ist in VcrbannUng auf eine gleiche Anzahl Jahre verwandelt worden. 7 ' ,“ "

" Olm 16. Mai Morgens 7 Uhr haben der Mmmcr der offent- lichen Arbeiten und der Marinc-Minifter die ganze Strecke der Linie von Madrid nach Saragossa in Gesellschaft mehrerer“ Depu- tirten, hoher Eiscnbab-n-Bcainten und anderer vornehmcr Pcrsoucn

befahren.

Portugai. Telcgraphischcm Berichte aus Lissaboii vom 18 zufolge ist der Herzog von Brabant am Bord einer portitgiesisihxn Fregatte von dort abgereist, um fick) iibcr Bordeaux; nail) Bruffel zuriick zu begeben.)

Griechenland. Nachrichten aus Athen Vom 10. d. zufolge ist daselbst cinncch Ministerium gebildet: Rufos, PUÜUÖUÜZZOW didcs, Inneres,“ Kommonduros, Finanzen; thtsxxzznsttz; Delyamie, Qleußcres; Boßaris, Krieg; Kanaris dcr Jungxre, Marine; Callifronas, Kultus. DicNationalversammlung votrrte dcn Schußmächten einen Dank fiir die biZHcrigcn Wohlthaten.

Türkei. Ans Konstantinopel, den 16. d., wird gemeldet“ daß Nubar Bey eincn Firman, der die Vcrpflichtungcn-dcss Vicc- Königs von Aegypten gcgen Herrn von Lcsseps sanctwmr'i, zu erwirken hofft. Die Tscherkcffen [*cabfichtigxn bci dci] ciiintichcii Mächten dariiber Beschwerde zu fiihren, daß tschcrkc1st1chc UOMO m den türkischen Gewäffcrn von rnssischcn Zdrgiizcrii Juxgcbracht wok- den; sie sind mit Abfassimg eincr Dcnkfthrist beschaftigt, welcbe 116 den hiesigen Gesandtschaften „ZUftLÜLU wollen.

u“laud und Polen. Ans Warschau, 20. Mar, be- richtcéxdicßuOstß Zig.«: Zufolgc eines vom GZneralzGIwcrneur Näfimow 'm Wilna eingegangenen Tilcgramms, Und die Qiisurgen- tendandcn, die fich in dem gleichnawrgxn Gouvernement gc1a11s1melt hatten, von General Goneyki vvilstandig geschlagen imd auseinan- dergcsprcngt worden. 113 Jnsiirgcntcn 1VU31'0211-JU (?,)cfan'genci], geé macht, darunter der Oberanfiihrcr SllkÜkOWVfl; ein fruheDrci- rumschci Oberst. (S. Nr. 115 d. oSt.-Anz.a untcr Wilna.) «Zei Wlocla-

yok at am 14. d. M. Oberst-Licutcnant Helferding "dic,_Oborski1ck)c ?Ban'lde und am 15. Maid? Sufczynski dic Yusstayercn mitcr DombrowEki bci Gostynin geschlagen. Das Nahcre, ift noci)"311cht bekannt und wird erst durch die zu erwarxciiden"Berichte zur, „osscn't- lichen Kenntniß gelangen. Dagegen bxstatrgt nch .die Nachricht w. Betreff cines Gefechts bci Garwolrw und die Yernagclmig von Kanonen durch die Anfständißiwn gar nicht. _ Nie“. mand weiß in jener Gegend von einem Zusayuuensioß „73,121 Truppen mit den AufständiscHen. - Gesicrn ist hier "imc- dcr ein politischer Mord vorgekowmen, indem der fiiihcre Eisenbahn-Polizei-Kommiffar Undancktor onzdowa cidolcht Wu'sde. Er stand seit länger als cmemJahre mcht mehr [**-SHUI" dienst. Ein Polizeimann, welcher, nach 11 Uhr Abends 3 „eu1c, welche ohne Laternen in dcr Ujazdowcr Allee auf einer Bank saßen, auf die Verordnung wegen brennender Laternen"aufmerksam machte, warde an den Beinen an einem Baum aafgchangt, soil abxr, trdiz einiger außerdem erhaltener Mcffersticiic, 1wch„lcbcn. . BU der SCHUH- Kommisfion gehen fast tägiick) Berichte cm uber Mit den "Kassen zu den'Jnsurgcntcn übergegangcnc Forsi=, Salz- und "MPU? Bcamie diescr Kommission, Die Stimmung ist “hier'gcgenxwartig 8111? so der? regte, das; weder ein Kongreß, noch die fcrerlrcfhfte ZufiYeiung xi Constitution von 1Z15 den Aufstand zu unterdrnckcn im-thnde sem wiirde. Nur eine totale Entkrc'istunk? kann dem Aufstandc em Ende 1 cen und das kann noch lange aucrn. . 11(:hUébcr den Aufstand in Polen schreibt der, anff. Inv.»: ch energische Unterstützung der Bevölkerung der nntPolcn bxxmchbartcn Goxivernements, besonders der Bauern, welche der .Regierung. auf- richtig ergeben und mit der ganzen Schwere der polmfthcn- Herresc'ha'st nahe bekannt smd, trägt wesentlich zu dem ErfoiZe unserer nulltar- rischen Unternehmungen bei und verschafft den Muppen große Er- lei erun. ' “_ . chtDieansurgc-ntenbanden finden nicht nnr *kechnicrstußuiig bet der Landbevölkerung, sondern rufen tm Gcgentheil den starksten

Widcrftand von Seiten _der Bauern Hervor. Diese helfen den Trup- pen niit vollster Selbstaufopferung und werden oft sogar allein mir den Jnsurgentcn fertig.

Die heutigen Telegramme (vom 17. d.) melden wieder die Zer- sprengung einiger Banden im Gouvernement Minsk. So smd bei dem Dorfe Tarkanowk'a (Kreis Borissyw) und bei den Dörfern Pe- trowsczyzna und Sinely (Kreis Jgumen) Banden geschlagen wor- den, welche außer den Todten und Verwundeten 20 Gefangene, Pulver, viele Waffen und anderes Bcfißthum verloren haben.

Im Kicwschen Militair - Bezirk suchen die Reste der Banden, dercn Niederlage wir mitgetheilt, sich in den Wäldern zu verbergen. Zu ihrer vollständigen Vernichtung smd einige kleine Kolonnen ent- sendet worden. Auch gegen die Jnsurgenten, welche in der Nähe der Grenze des Königreichs Polen aus Galizien in das Gouverne- ment Wolhynien eingedrungen find und bedeutende Banden bilden soilcn, smd Triippcn beordert worden.

Tchcgraphischc Depeschen aus Lemberg , den 21. Mai , ent- halten folgende Mittheilungen: Nach einer Pkoskaucr Korrespondenz des »Goniec“ [)at fick) der Aufstand jenseits des Dnieprs in den Gouvernements Charkow, Pultawa und Tschernigow ausgebreitet. Bci ChM'kNV stehen 1000 Jnsurgenten unter Anfiihrung russischer Of'i ierc.

szNach der »Gazeta Narodowaa haben 1500 Insurgenten Zwiahel am Slucz in Volhynien besetzt. Jm Wafilkowcr Bezirke in der Nähe von Kiew haben die Insurgentcn unter Anführung Swic- cinski's eine Niederlage erlitten. Dcr Anführer derselben und viele Kiewer Akademiker find gefangen genommen worden. An der Beresina fanden heftige Kämpfe mit den Jusurgcnten fiatt.

Nach Berichten cms Husfiatyn ist im Hucfinskier, Braclawker, Olhopolskcr und Proskurower Bezirke am 19ten d., der Aufstand ausgebrochen. Von der Universität Kiew smd 1000 Studircnde nach Berdyczew zu den Aufständischen gegangen.

Der »Pos. I“ wird von der polnischen Grenze, 18. Mai, gc- mcldct: Am 14. d. M, rückten 6 Compagnicen Infanterie, zahlreiche Kadallcric Und 0 Geschüize aus Wloclawck nach der Gegend von Gdzdyn, südlich von Plock, und hatten dascibst, nachdem ste fiel) mit einer Kolonuc aus Plock vereinigt, cinen „hartnäckigen Kampf mit einer bedeutenden Anzahl yon Jiisurgcntcn zu bestehen. Lcßtere wurden vollständig zersprengt. - Das National-Comité scheint trol; der jüngsten ungünstigen Zusammciistöße mit den russischen Truppen keineswegs cntmuthigt zu sein und dxn Kampf writer fortzuseßen. Ebenso müssen auch die Mittel, iiber die es zu gebieten hat, noch bcchtcnd sein , da troß der wiederholten Waffcnconfiscationcn stets neue Sendungen erfolgen. In voriger Woche wurden im Adclnauer .Kche ULLI „1900 Oaxvzhvo 111173 HFÜÜFLU Lebst 20 Tausend ZÜUd" hiitchcn kOUslÉZlkkf ebenso „auch bei Kreuz urg „Zn: oc» «MM,... Grenze in dem Wagen eines unbekannten Reiicnden LH Mun;- gcwchre nebst Munition und amj16. d. M. auf dem Bahnhofc m .Kattowiy ZZ 'Bayonnctgcwehre nut Bestixlag belegt. * , "

Von der rnssisch=poinischcn Grenze, 20. Mai, erhglt die »Osts.-Ztg.« nachstehende Mixthciliing: Durch Dekret der Natio- nai-chierung vom 10. d. M. Und die JnsxtrgciitciizCl)cfs angewie- sen Wordcn, in ihren betreffenden Wo,?)wodsclws'tcn den aUZcmcmen Landsturm zu organisircn. Zur Llusfuhrung dicses Dekccts, hat de'r zum »Che'f dcr bewaffneten Machtxdcr Woywddschaft Kgltftha ci- nanntc Jnsurgcnicnfiihrcr EdmundYaczauowski außer einem Aus- ruf an die Bcwohner dcr Woywodychaft folgende Instruction an die

' [ ciördcn erla en: _ ' _ NÜUZYUZ 2Zweéke dec sLTntwickclung dec “aufständisthen Organisation_ der Woywodschast bestimmt der Chef der bewaffneten Macht der Woywodjchaft

3 : .

Kalif?) [ZDF ZilZittair - Connnandeiixs hgben Z'ofori dei strengster Vérantwor- “tung vor dem Krich-Standgcht die großticnoglxlie Anzahl von Waffen anzuschaffen und in Bereitschaft 'zu. halte31.'2) Ucselben Commandöeurs sind verpfiichtet, Listen der, Conscrwtionszoftichiigeg vom 18.„bls zinns ZCftetZ Lebenöjahrc aufzusicklcn, die tm Einwerstandniß 11111 deri Kreis-Krixg - Cdef

zu den Sammelpunkten berufen werden. 3) Die EuwerufungtderSdnl- scriptionspfiichtigen erfolgddurcky Permxttelung dec Gemeryde-YJTOZ s (SOU; zen) und Sfadt-Chefé (Bitrgeriiieiffer), welche dcnselbet) die im, WD" [Ye

dcr Kreis-Chefs verychcne persönlich; Yuffoxderimg ei'nhandigin. _ le, d'e. meinde-Woyts sind verpflichtet, die Qop1§riptionfspf11chtigcn pexyönlich an_ ie Sammelpmikte abzuliefern. DiZ Eon'scriptwnspfiichtigen, welcbe nach_ Cmtpxxng der persönlichen Auffoxderung Pch mcht„gcstcllc,n sollten,_ werdÉZ For. 6111 Krieqs-Standgericht ubxr'gebcn. 4) Sam1ntltch„e_Gem(e»mde- oy, ,twb i_iier die Chefs derjenigxn Stadte", welche [3011 rusmcheti „:ruppen nix? UZH" "ind, haben die gesammte mannliche Bcvdlkcrung niit Sciisxnt, IPt et) ;) IZ hussitischen Dreschflegeln zu bewciffnczi. 5) Auf die YLMÉ'WF L'IÉULLL der Nähe stattfindenden Schlacht :| die gesamixitc auf [lest eise “cw; d

männliche Bevölkerung Verpflichtct, unter Fuhrungkdekr Gutsbcjixzcr 0 er deren Stellvertreter, der Gemeinde-WoytT und Geistlicher)“ soforts au); dcn

Kampfplaxz zu eilen, um im Rückeii der Feinde, eme Dwerxiori audzufuhrän;

Alle, welche diesem Befehie nicht Folge leisten, unterliegin er sta & rechtlichen Behandlung.

Am 14. „Mai 1803.

gez. Oberst Taczanowski, Chef der bewaffneten

t der Woiwod chat Kalisch-« . . ., MWVM den2Krisegsf-Chefs der iibrigen Woywodxckwften nnd alm-

liche Jnstructionen erlaffcn. Man verspricht sich oder von diesem

entschiedenen Vorgehen nur geringen Erfolg.