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Miniserium der geistlichen , Unterrichts: und Mediziual - Angelegenheiten.
Der biSberigc Privatdoccnt an der Universität in Breölau, Dr.. Heinrich Neumann ist zum außerordentlichcn Professor in *der medizinischen Fakultät daselbst ernannt worden.
Der praktische Arzt U". Vr. Kalau von Hofe ist zum Kreis- “Wundarzt des Kreises Darkehmcn ernannt worden.
Der praktische Arzt :c. U:“. Creutz ist zum Krciö-vasikiis des Kreises Viontjoic ernannt worden,
An der Realschule zu Crcfcld sind die ordentlichen Lehrer Kop- sadt und l)]: Evers zu Oberlehrer" ernannt worden.
HauPT-WcUo-UTUUJ Der HWKWschMich.
Bekanntmachung. Verloosung von Stamm-Aciicn nnd Prioritäts- Obligationcn Serie l., 11. und lK'. der Nieder-
sckylcsisck2-Märkischcn Eisenbahn.
Bei der am 1. d. M. öffentlich bewirkten Vcrloosimg der fiir das laufende Jahr zu iilgcndcn Stmmn-Acticn imd Prioritats-
Obligationcn dcr Nicdcrschlcsisck)-Märkiscl)cn C'isctibalm find diejenigen ;
PZH" Stiick Stannn-Acticn :*1. 100 Tlilr.
182 - Prioritäts-Odligationcn 501“. 1. Zi 100 Thlr.
363 » dergl. » 11. :*i 50 *
55 - dergl. » 11'. Zi 100 » gezogen, dercn Nummern diirch miscrc in Nr. 15-1 dicses Blattes veröffentlichten Bekanntmachung Vom 1. d. M. mitgetheilt Und den Bcfißcrn gekündigt worden smd.
Wir wiederholen [3icrmit, das; der Kapitaldctmg der Stamm- Acticn zugleich mit dcn Zinsen fiir das“ 2. Semester d. I. vom 10. Dezember d. I. ab, dcr Kapitalbctmg dcr PrioritätI-OOliga- iidncn aber vom *.). Januar T*“. Z. ab, gcgen Quittung imd Rück"-
gadc dcr Acticn imd Obligationen Und der dazu gcbö'ich, nicht ,
mehr Jablbarcn Zinscdupdns nebst Talons bei dcr Hauptkafsc dcr Nicdcrscblcsisck)-Märfischcn Ci1cndalxn lsicrwldst, in den gewöhnlichen Gesslxäftsstimch zu crlvcdcii in.
Der Betrag der etwa fcblcndcn Ziiiscdnpdns wird vom Kapitale ;
gekürzt. Vom 1. Januar k. J. ab dört dic Verzinsung obiger Action und Obligationen auf.
Zugleich werden die bereits frübcr «iiisgclodstcn «Wer noch rink- ständigcn , auf der Anlage der vorgedachtcn Bcfanntnmchung vcr- zcickmctcn Action und Odligationcn wiederholt und mit dem Be- mcrfcn aufgerufen, das; idrc Verzinsung bereits mit dem 31. Dezem- ber des Jahres ibrcr Icrloosnng aufgehört [mi,
Ucdrigcns können wir 11an wegen der Einlösung der gekündig- ten Effekten“ in einen Schriftwcckzscl mit den anadcrn nicht ein-
1a“n, miiffen vielmehr bei uns ctwa cingclycndc hierauf gerichtete ',
Gencbc unbrrückfichtigt lassen oder den Bittstellern portopfiicbtig zurücksenden. , Berlin, den 15. Juli WHZ,
Haupt-Vcrwalfung dcr Staatsschulden. ron chcll, Gamct. Löwe. I)icincckc.
Abgcrcist: Se. Excrllen; der Staats- und Minister fiir die
landn*irtbschafilichcn Angelcgcnbcitcn v OU Selcbow nac!) HambUrg. _ € ergangen, mehrere Schiffe in Stand zu seßen, welche nach jener Zn-
Berlin, 15, Juli. Sc. Majestät der König haben Aller- gnädigst gcruht: Dem Prcmicr-Lieutcnant von Lucadou [. vom
2. Schlesischen Jägcr-Batailion Nr. ("3 die Erlaubnis; zur Anlegung ;
des von des Herzogs von Sachscn-Altcnburg Hoheit" ihm verliehenen Vcrdicnfikrcuzxs Ms erzoglich Sachsen-Erncstinischcn Hausordcns,
und dem Major von Knorr, aggregiri demselbenBataillon, zur -
Anlegung des von des Herzogs von Anhalt-Dcffau Hoheit ihm der- liehencn Commandeurkreuzcs zweiter Klasse des Herzoglich Anhalt,. schen Gcsanunt-Hausordcns Albrecht des Bären, zu ertheilen. "
Niißtamtliches.
Sachsen. Dresden, 14. Jnli. Das »Drcsdcncr Journal- sagt in einem gegen die »Wicncr Zeitung“ polcmifircndcn Artikel:? . In der Zollvcrciiisfragc sci dic zwölfte Stunde noch nicht gckom-ÜJ“, men,“ schon die nächste Zeit wcrdc Anzeichen bringen, das,; der An-é“ Näherung und Verständigung nene Wege sicb öffnen. -
'Naffau. Wiesbaden, „13. 'xuli. Der bereits friiher i„ der zweiten Kammer und am 11. d. „A*. in der ersten Kammer un».- verändert angeiwnnncne Gcscßcntwnrf, die Ciiifiibrimg cincr Civilche fiir gcwiffc ReligidnIgcscllschaftcn betreffend, lautet wie folgt:
»Wir Adolph, von (Tiottcs Gnaden 2c„ baden in der Erwägung, daß den Mitgliedern einiger Rcligidnsgcscllsclmftcn dic Eingehimg einer gültigen?“ Clic wesentlich crschwcri ist, mit Znstiunmmg unscrcr Landstände [*cscbloffcn und verordnen wie folgt: §. 1. Vor dem Amte kann unter Beobachtung dcr Vorschrift der folgenden Paragraphen einc Elie gültig abgcswwsscn werden*, wenn das Brautpaar oder ein TUCU dcffelbcn cincr Religionsgcscllsckxuft an- gehört, dercn Geistliidcn odcr Vorsteher" die Befugnis; zur Copnlation mii?“ bürgerlicher Wirkung 1111111 znstclii. J". L.. Das mmi bestehenden Vorschrificn zuständige Amt bat die in der Verordnung vom 10. September 1830 vor-ZH geschriebene Proclanmiion in der Art VOTleUOlUUcn, das; eine bcglaubigieZ-ÉZ Qldsclziist dcs Proclamationssclvcins in dem Wohnorte bcidcr Verlobten wiihrend 14 Tagen angeheftet wird. Der Bürgermeister bat den Vollzug?“- zu [*csäzcinigcn. » I. Nach bescheinigten! Vollzitg dcr Proclmjmtion odcr?" orlangtcr Diöpcnsation von derselben können die Brautleute dic Elze gültig:“; abschließen diirch ilzi'c bei dem Amte eines der beiden “Theile persönlich ab-[z zugcbcndc, durch unseren Beamten auf Stcmpclpapicr Nr, 7 zu Protokol]- zii ncbmcndc Erkläriing, das; sie ftw als cdelici) niit cinundcr verbunden bc- imchtcn wo!;cn. §. 4,0011“ beglaubigte Abscbrifi dicses Protokolls [mt das“* Amt zur Eintragnng,in dic Civilsimidsrcgistcr dem Führer dcffclbcn mitzu-"J; weilen. So gegeben :c.«
Ocstcrrciäx. Wien, 11. Juli, In der hciitigcn SiYUng? dcs U nter [31111 ses“ legte der Znstizmiiiistcr dcn C'iitwiirf cincr 320115:- kuröordniing vm. Dcr Ildgcdrdnctc GiO'kra [wachte dcmnächstx; einen Antrag aiif Regelung des Vercins- imd VersammlnngIrcchtes,ZZZ; nnd der Abgeordnete Miiblscld eincn Antrag anf Zulassung der, Israeliten „511 Notarstcllcn cin. Der Abgeordnete Tinti iiitcrpcllirtcxß] darauf dcn Minister der auswärtigen Angelcgcnbcitcn don Rccddcrgél wegen ungenügender Gcnngtdimng SCitCUI Riißlands fiir die in Galizien ddrgckdmmcncn Grcnwcricßtmgcn.
L cmdcrg, 13. Jnli. Dic »Lcmd. Ztg.“ dcmcntirt dic „Narb- i'ickit von einem C'itidriich dci" Jnsiirgcntcn 111123 der Moldan iibcr; Bcssambicn mit dcin Bcisaxw, dic Diiicstcr- Ucbcrgäiigc scicii strcnch dcwackit, amd die Grenze gegeii Galizicn sci stark dcsclzi mid DMW? dcn Landstiirm dcwaÖt.
(:?;roßbrii'aiMcii rind Irland. London, 1:3', JUN." Dcr amtlich Bericht iibcr dic A UHw a ndern 11 «3 während ch vera fidsscncn Halbjahres weist im Vergleiche mit friidcrcn Jahren aiißcr-' gewöhnlich [who “Indien auf. Der Strom der Aiiswandcrung hat. NDH ch in Amerika tobenden Bürgerkrieges iwcl) immer dic Rich inng imc!) Wcficn [*cidchalfcm. Besonders viele -diciistfä[3igc« Jrlän) dcr wach imicr dcn Emigranten zu dcmcrkcn, und es“ scheint, daki- aiicl) in den Bcrgwcrksdistriftcn das Beispiel dcrsclbcn viel Nack)“; fdlgcr gcfnndcn dat. Wiihrend in dem vorigen Jahre Von Jamiqr'Z- vis Ende März KHW und Von April bis Ende Juni 25,500, alwi in Summa im ersten Semester 45,422 Qliisjvandcrcr den Hafen von Liverpool vcrlicßcn, stellen sich für dieses Jahr die beiden ersten Zab- [cn auf “21,507 und 51,076, mithin in Summa auf “78,877 Seelen, Dic Jalil der Emigranten fiir das vergangene Jahr betrug im Ganzen 04,§14, in dem eben abgelaufenen Halbjahr ist diese Zabl bereits Um mcm" als ein Viertel übertroffen worden.
Frankrcickj. Paris, 13. Juli. »Moniicnra beute aiizcigt, vom Könige und der Königin von Spa' FZ nien, vom Könige von Preußen und vom Könige der Niederlande Glückwünsche zur Einnahme von Mexiko erhalten, :]
Nun meldet auch das »Paysa, das noch vor Kurzem eine Expe- . dition nack) Madagaskar abgelcugnct hatte, nach Toulon sei Ordre
sel abgehen soÜten „zum Schußc der dortigen Franzosen. Die :an dépcndancca fiigt hinzu, jenen Schiffen wiirden gleich zwei oder dk"
' Regimenter mitgegeben werden, welche in Tamatave zu landen ' hätten.
Gestern ist der französische Botschafter beim päpstlichen Stuhl- Jiirft dc Latour d'Auvergne, wie aus Rom telegraphirt wird, an dem Landwegc von dort nach Frankreich abgereist. Baron Baude wird ihn inzwischen vertreten. Der Fürft ist sehr leidcnd und 5?" giebt fich nach Vichy ins Bad.
Der Kaiser hat, wie der
1451
„Heute hat die Kaiserin in St. Cloud wieder dem Ministerrathc präfidirt. ,
Der älteste Redacteur des vJournal des Dsdatsa, Delcclusc, ist am 10. d. in Versailles, SZ Jahre alt, gestorben.
Die nach Vcra- Cruz beorderte Dampf - Korvette "Forfait- ist am 1. Juli von Funchal_(Madeira) nach Martinique weitergcfahrcn, w,) fie bis zum 1. August bleiben soll, um dann nach Vera - Cruz 3“ geben. __
Dic anamitnche Gesandtschaft von 12-15 Personen, an deren Spißc dcr Mandarin erster Klasse ,' PNY!" Tan Yang, steht, wird, dcm »Payste zufolge, in. dci" zweiten „Palftc vorigen Monats von Hue nach Saigun abgereist 1cin und sich dort bereits nac!) Suez cingcschifft haben. _
Von der Depesche, welchc „Herr Drouyn dc Lhuys an den Bot- schafter des Kaisers“ Napoleon 111 Petersburg, Herzog [3011 Pcontchcllo, in der polnischen Angelegenheit am 17. d. M, gcrichtct lmt', bringt der "Monitcuw heute folgenden Wortlaut:
Paris, 17. Juni 1803.
Herr Hrrzog'! Dic Amiwort dcs" Petersburger Kabjncts auf die Mit- theilungen, die ihm gleichzeitig von den drci Höfen FrankrciiW, Englands und Oesterreich wegen der Ereignisse in Polen gemacht wordcn sind, hat unsere Erwartung 1111111 getäuscht. Den (IicfiilUcn, die uns geleitet und, nach seinem eigenen Ausdrmi“, keiner mcnscl)cnfrcundlicbcn Regierung fremd sciii könncn, volle (ßißrcchtigkcii widerfahren laffcnd, dat das" Kabinct nicht qcsämnt, 111124 der iicscii Bctrudmß, wech cs Ulber bei einer solchen Lage der Dinge empfindet, 10 wie. wines brennenden Vcrlangcns zu versichern, jenem Znstandc bald ein Ende machen 31: können. Wir hatten an die Weisheit, so wie an die Freisinnigkcit des Kaisers Alexander apprllirt und auf die Zweikmäszigkcit l,)ingcwicscn, nail) dcn Bedingungen zu forschen, unter denen in jenem durch das Skbikkskll so hart geprüften und der Theil- nahme so würdigen Lande Ruhe und Friede wiirden wiederhergcstcllt werden können. Der russische Hof erklärt uns, das; seinen Wünschen nichts besser cnisprcclicn wiirde, und mit den Mächten über die Tiefe des Ucdcls cirwcr- standen, giebt cr zn, das; es wimscdcndwcrtl) sci, fich aucb iiber die Mittel zur Adhiilfc zu verständigen. Cr ladct uns außerdem ein, uns mit;;ihm nähcr 311 explicircn.
Dcr Augenblick war also fiir die Regierung des Kaisers und fiir die Kabiticttc von London und Wien gckommcn, ihre Ideen iiber die Richtung auszutauschen, in w01chc7 das Ziel ihrer gmncinsamcn Bemühungen zu er- reichen sein wiirde, und in dem versöhnlichen Geiste, der schon ihre ersten Sidrt'tic desccktc, sind sie übereinkommcn, dcr russischer: Regierung als Unicr- handlnngs-Vafis folgende sechs Punkte vorzuschlagen: 1) Vollständige und allgemeine Amnestie,“ 2) National-chräscntation mit solchcn Gewalten, wie fie dic Charte vom 15/27. November 1815 bcsiinnnf hatte,“ 3) Berufung der Polen zu den Stacitsämtcrn, um eine gesonderte, nationale Und das Ver- traucn dcs Lanch crwcckcndc Verwaltung hcrzußcllcn; 4) vollständige Ge"- wiffcnsfrcihcit und Abschaffung aller der Ausübung des katholischen Kultus auferlegten Einschränkungen,' 5) ausschließliche Anwendung der polnischen Sprache als der amtlichen in Verwaltung, Rechtspficge und Schule,“ 15) Ein- richtung cines rcgulairen und gcscßliclzcn Rckrutirungswstcms. Mehrere der in diesem Programme cnthalicncn Bcstimnmngcn, Herr Herzog, sind bereits in den Plan, den das Petersburger Kadinct sick) selbst gemacht hat, auch- nommen,“ die anderen gehen über das, was es versprochen oder hat hoffen laffcn, kaum hinaus," sie sind alle nur der einfachste Ansdruck dcr Elcmcntar- gesch des Rechts und der Billigkeit, und haben nichts an sich- was nicht dcn Siipulationcn der Verträge gemäß wäre, an welche die rusfische Regie- rung in Bezug auf Polen gebunden ist. Wir halten uns nun gcrn iibcr- zcugt, das; diese Vorschläge Seitens des Pckchburgcr Kadincts keinen Wider- spruch erfahren, und das; dasselbe eilen wird, sie zur Grundlage der Vc- rathungcn zu nmcbcn.
Andcrciscits haben, wie Sie wiffcn, „Herr Herzog, wenn die Kabinciic, fich an Rußland wcndcnd, den Gründen des allgemeinen Jntcrcsscs gchrcb- ten, dock) 41110) die Gefühle der Mcnschlichkcit ihrcn Anthcil an dem Schritte, dcn fie thun. Polen bietet in diesem Augenblicke cin schmerzlichcs Schau- spiel. Je länger der Kampf dort dauert, desto blutiger macht ihn die gcgen- skikigc („Liereiziheit und Rache. Sicherlich liegt es in dequnschc dcs rusfi- schen Hofes, den Feindseligkeiten ein Ziel geseßt zu sehen, welche in den ehemaligen polnischen Provinzen wie im Königreiche Trauer und tiefes Leid verbreiten. Die Fortdauer dieser Kalamität während der Untcrhand- lungen wiirde die Besprechung irritiren, die ungestört bleiben muß , wcnn fie von Nutzen sein soll. Man wiirde also unter Beibehaltung des mili- tairischen ZtntUZ qm) einen vorläufigen Friedensschluß in Aussicht nehmen miiffen, den der Kaiser von Rußland bekannt zu machen und den die Polen ihrerseits auf eigene Verantwortung zu beobachten haben wiirden,
Was die Form der zu eröffnenden Unterhandlungcn anlangt, so hat die russische Regierung selbst 111 ihren Mittheilungen an die drei Kabinette ihre Meinung darüber zu verstehen gegeben. Sie hat in ihrer Depesche an Herrn Baron von Budberg den zur Regelung des politischen Systems von Europa unlängst berufenen Mächten das Recht zuerkannt, fich mit den Ver- wicklungen zu beschäftigen, wclche jenes System stören könnten. Noch aus- führlicher hat sie sich gegen Herrn Baron von Brunnow ausgelaffen. »Se. Majestäta, sagte der Herr Fürst (Hortschakoff zum Botschafter Rußlands in London, „stimmt dem bei, daß bei der besonderen Lage des Königreiches die Wirren desselben die Ruhe der angrenzenden Staaten angreifen können, zwischen denen am 3. Mai 1815 Separat-Verträgc abgeschlossen wvrdcn sMd, welche das Loos des Herzogihums Warschau bestimmen sollten, und daß die Mächte, von denen die General-Vercinbarung vom 9. Juni, welche die Hauptbeftinimungcn jener Scparat-Verträgc in fich aufgenonnncn hatte, unterzeichnet worden ist, ebenfalls dabei interesfirt finda
So hat das Kabinet von Petersburg vorweg und aus freien Stücken zu verstehen gegeben, daß es die Mitwirkung der acht Mächte, welche an der General-Akte des Wiener Kongresses Theil genommen haben, annehmen würde. Die Regierung Sr. Majestät (des Kaisers Napoleon) will solchen
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Dispoxxtimienxderen versöhnlichen Charakter fiewohlwürdigt, selber entgegen- kommen und ist, so weit es sie betrifft, bereit , sich den Berajhun en anzu- schlceßen und m der Konferenz, deren Einberufung wxckijiäßi ein wird,- fich _vaireten zu lassen, wenn, was wir hoffen, Rußkand de'n FH undiagen betsttmmt, ]ve!che von den dreiKabineften ihm zur Annahme vorgelegt wor- deti find. Wir werden uns freuen, wenn die'Entschließim , zu welcher der Kaiser Alexander gelangen wird, mit den großen Jntereffßn im Einklauge sieht, welche'setycr erleuchteten Erwägung zu empfehlen uns eben so berech- tigte als mächttchcdenkcn veranlaßt haben,“ denn diese Frage, dem Richter- sprache der Gewalt unterzogen, yon der fie vielleicht imeder einmal durch- haucn, abox nicht gelöst werden würde, trätc von nun an in die Bahn- freuydschaftl|chcr Bcschchung, die allein geeignet ist, endlich eine bis auf den lwuirgcn Tag vergeblich gesuchte Lösung herbeizuführen, welche der Einsicht dieses Jahrhunderts, so wie der Hochhcrzigkeit, von der alle Kabinctke beseelt find, (Iiirdigb sein würde.
ie )n en die Güte, diese Depesche. Sr. E ceilen dem „Herrn ür en (Bortschakoff vorzulesen und Abschrift davvn zu [cxiffm z " F |
Nußlmad und Polen. Warschau, 10. Juli. Die Ver- haftimgcn, welche sowohl auf der Straße als in den Häusern vor- genommen werden, beziehen sich vorzugsweise auf Personen, welche durch nationale TrachtAnfschcn erregen. » Der Direktor der Peters- burger Eisenbahn, Windisch, hat an die Beamten diescr Bahn eine Verfiigung erlassen des Inhalts: »Täglich wird die Präsenz der Beamten und Haiidwcrkcr festgestellt,“ wer nicht anwesend ist oder ol)1ic_cr[)cblichctiGrund seine Entlassung Verlangt, wird vor ein Krtchgcricht gcstcllt.a Dieser Befehl hat den chck, den bekannten C'rlqk; dcr National-chicrung, betreffend die Einstellung des Bahn- betricds, zu entkräften. Die Station Czyzrw an der Petersburger Bahn hat eine starke BcsaYung erhalten.
In Goroszcwo, cinem größtcntheils dcntschcn Orte des Vialy- ftdkcr Bezirks, besteht eine große Tuchfabrik, dcrcn deutsche Arbeiter General Maninkin gegen die Aufständischen bewaffnet hat. Sie haben vorläufig 300 Schicßgcwchre erhalten. Eben so find an die deutschen Fabrikarbeiter in Lodz Waffen Verabreichi. (Pos. Ztg.)
Aus Warschau, 1-“3. Juli, berichtet die »Ofts. Ztg.“: Die Verwirrung steigt bci uns täglich und Niemand Weiß recht, wer eigentlich regiert. Dic Einzichimg dcr Nationalsteucr erfolgt fast öffentlich. - Unter den 36 wegen der Crinolinen-Excessc zur Ein- stellung in die Straf-Compagnic Vcrurthciltcn befinden fich auch zwei polnische Genddarmcn,“ drei andere hat man eingefangen, als sie im Begriff Waren, ihrHandwcrk an einem rusfischenGenSdarmen gnzuwimdcn. Jbr Lohn wird wahrscheinlich kein so geringer als der ihrer obigen zwei Kollegen sein. - Fiir die Zeit der Abnoesenheit des Grafen Wiclopolski soll Gcncral-Lieutenant Kryzanowski, früher hier Gencral-Krich-(Houverneur, ein sehr encrgischer Mann, als stin Stellvcrtrctcr ernannt sein. Graf Berg soll in seiner Eigenschaft als Stellvertreter des Großfürsten Statthalter in dessen Abwesenheit be- lassen werden. Ob die jcßigcn polnischen Gencral-Direktoren unter Kryzanowski, als Chef der Civil-Vcrwaltung, werdcn dienen wollen, ist eine andere Frage. - In den (chten Tagen voriger Woche haben drei Gefechte stattgefunden, das eine bei der Stadt Bctchatow, 3 Meilen don Petrikau, wobei der Jusurgcntenfiihrer Lüttich gefan- gen und seine Bande zerstreut Wurde,“ das zweite bei Lowicz, in welchem etwa 500 Russen gegen 1000 Jnsurgenten engagirt waren Und 2 Unteransiihrcr blieben," das dritte endlich bei dem Städtchen Zanon) hinter Czcnstochau, in welchem die Russen unter Oberst Chrnrotl) gegen 2000 Mann stark über 2600 Jnsurgenten den Sieg davon trugen. A(les drehte fick) dabei wieder um Zerstörung der Warschau-Wiener Eisenbahn, und Hatten die Aufständischen wegen Mangel an Artiklcrie natürlich viel größere Verluste als die RUffLU.
Wie die »Pds, Ztg.u untcr dem 8. »aus Rußland- berichtet, gehen aus den westlichen Provinzen, besonders ans dem Kiewschen und Wyiebskischen, fortwährend Nachrichten ein über Züge der Bauern gegen die Aufständischen, und einige Vorfälle zeugen daéür, daß der Aufstand auf Fortschritte bezüglich der Bauern nicht zu bauen, Wohl aber viel von dieser Seite „zu fürchten-dabe,“ denn die Bauern gehen gegen den Adel und alle diejenigen mit Besorgniß erregende): Strenge vor , welche fich direkt am Aufsiande berbkiligen oder auch selbst nur verdächtig gemacht hach. "Zn voriger Wocbe haben dieBauermvachcn im Wytcbskischcn Gouvernement einm Edel- hof verbrannt, dessen Bcsißer Gäste aus dcm benachbarten Adel bei fich hatte und die Thore nichtöffnenwolltc, als die Bauern Einfaßdegcdr- ten oder die Auslieferung eines dieser Gäste, eines Edelmannes ans Polen, verlangten. Statt aller Antwort schoß man «ms den Fen- stern dcs Schloffcs auf die an den veniegeltcn Thdrrn polternden Bauern, worauf dicse Feuer an das ganz Hölzernc GebäUde [eg:M und die versannnclten Echeutc sich durch eine Hinterpfyrw ÜÜLÖTLU mußten und mich glücklich entkamcn. .Die Übrigen Bewddiwr Dex"; Edelhauses ließen die Bauern nicht mir unbslästigx im:"; Mn NW- ncnden Hause fick) flüchten, sondern Hassen von der dewegiiÉ-m Hs.»: aus dem Feuer retten, was irgend noch zu retten war, di:» “:ck“? etwas anzueignen oder etwas gewaltsam zu ZTL'U'ÜTUUTSNT. Diese bewiesene Mäßigung ist an den Bauern mn i'd mcdr ZU de- ivundern, als fie durch die auf sie aus dem Haixse adgefexrert-M Schii,ffe, wobei zwei der Jhrigen getödtc: und drei schwer verwunde:
[ worden, schr gereizt waren. ' *