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Bekanntmachung.
Durch Erlaß des Herrn Ministers für Handel, Gerrerhe und öffentliche Arbeiten vom L4ftcn d. M. find für das laufende Jahr bei der hiefigen Königlichen Berg =Qlkademie wiederum zwei Reise- Stipendicn von je 200 Thalern und ein drittes von 100 Thlrn. zur Auszahlung an diejenigen Bewerber bestimmt worden, Welche die besten Ausarbeitungen über Gegenstände der Berg-, Hütten- und Salinen-Technik oder der dazu gehörigen Zweige des Maschinen- wesens einliefern Werden.
An dieser Konkurrenz können alle diejenigen fich betheiligen, Welche im Studienjahr 1862/63 mindestens während eines Semesters den Vorlesungen und Uebungen an der Königlichen Berg-Akademie bcigejvohnt haben. Die Wahl der Themata bleibt den Konkurren- ten freigestellt; jedoch werden neben den, eine befjimmteAufgahe hc- handelnden AUZarbeitungen auch Reiseberichte zugelassen. Den Sti- pendiaten liegt die Verpflichtung oh, Über die demnächst auszufüh- renden Reisen Berichte einzusenden, welche eben so wie die Ar-heiten sämmtlicher Bewerber, der Berg-Afademie znr Benuhung, und wenn fie geeignet befunden werden, zur Veröffentlichung durch die Zeit- schrift für das Berg=, Hütten- und Salinen-Wesen anheimfallen.
Die Konkurrenz-Arbeiten find mit einer Chiffre oder einem Motto zu Versehen und unter Beifügung eines entsprechend bezeich- neten, den Namen und Aufenthalt des Verfassers so wie den Nach- weis Über den Besuch der Akademie enthaltenden versiegelten Con- verts, his zum 1. Noyember d. I. an die Direction der Königlichen Berg-Akademie, Lindenstraße Nr. 47 hierselhst, portofrei eiuznreichr11.
Berlin, den 27. IUli 1663.
Lottner, Bergrath.
Ministerium der geistliehen, Unterrichts- und chdiziual = Angelegenheiten.
Akadrmie der Künste.
Bekanntmachung,
Die Wagenersthe Gemäldesammlrmg in den Rämnen des KöUig- lichen Akademie-Gehäudes ist Wegen Benuhrmg dieser Räume zu der öffentlichen Iahres-Sihung und der damit verhnndexren Preiövorthei- lung von Sonnabend den 1. August bis Dienstag den 4. August geschl0ffen. ,
Berlin, den 30. Juli 1863.
Die Königliche Akademie der K*ürrste. Im Auftrage: D, J Gruppe, Ed. Daege.
Bekanntmachung.
Die Königliche Akademie der Künste hält am Montag , den 3. August, Vormittags1015Uhr, in dem langen Saale des Königlichen leademie-Gehäudes eine öffentliche Sihung, in welcher außer der Erstattung des Iahreézherichtcs durch den Seeretair die Ertheilung des Preises der diesjährigen Preisbewerhung in der Architektur, so wie die Prämiirung der Schüler der Königlichen Aka- demie und der Königlichen Kunst- und Gewerkschulen stattfinden wird. Arbeiten der genannten Schüler werden ansgestellt sein Und Compofitionen von Eleven der musikalischen Abtheilung der König- lichen Akademie zur Aufführung kommen. Einlaßkartcn sind nicht erforderlich.
Berlin, den 30. Juli 1863,
Im Auftrage: Ed. Daege.
O. F. Gruppe.
Angekommen: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Ober-Iägermeifter Graf von der Asseburg-Falfenstein, von Meisdorf.
Der außerordentliche Gesandte und bevoklmächtigte Minister am Königlich griechischen Hofe, Graf von Vranderrburg, vonFrank- furt a. M.
Der Vice: Ober - Ceremoniemneister, Kammerherr Graf von Schaffgotseh, von BreElau.
A b g e r e ist: Der Erb-OÜÜM*hkeks?Bart-Direktor im Herzogthum Schlesien, Graf v on S ch la [) r end 0 rff, nach Marienbad.
Berlin, 30. Juli. Se. Majestät der König haben Aller- gnädigst geruht: Dem Kammerherrn Grafen Joseph von Hoverden zu Breslau, zur Anlegung des ihm Verliehenen Johan-
niter Malteser-Ordens, dem Ober-Poft-Rath Stephan zu Berlin zur Anlegung des von des Königs der Belgier Majestät ihm ver., liehenen Commandeur-Kreuzes des Leopold-Ordens, so wie dcmPoß. Kommissarius und Lieutenant a. D. Heyne zu Merseburg, zur Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes zweiter Klasse Vom Herzoglich anhaltischen Gesammthaus-Orden Albrechts des Wären die Erlaubnis; zu ertheilen. '
ZF? HrÉr-U'smrki 2?er.
Oesterrrick). Wien, LN. Inli. Se. Majestät der Kaiser Franz Ioseph ist heute früh nach RegenShUrg abgereist und Wird m Begleitemg Ihrer Majestät der Kaiserin in weaigen Taqen wie. der Nach Sehhnhrnnn zurückkehren. “
Gryszbrjtannien und Irland. London, LR. Inli Ihre Majestät die Königin hielt gestern in OWorme einen geheimch Staatsrath, Welchem Earl Granville, ViIeonnt Palmerston um Sir George Grey anwohnten. Die Minister kehrten Nachmittags nach der Hauptstadt zurück. O “ _ Earl Russell hat einer DepUtation hes kürzlich in St. Iames' Hall stattgefrmhenen Meetings zu Gunsten Polens die nachäesuchte Audienz abgeschlagen. Se. Lordschaft [»edanerte, hie Deputarjßn nicht empfangen zu können, ohne jedoch einen Grund für diese Wei- gerrmg anzugehen.
In der gestrigen Sihung des Oberhauses sprach Lord Stratford de „Redeliffe seine Mit,";stirmnung Über die vorgeschsagene Ahtretrmq der xontychen Inseln aus. Oesterreich sei dafür, daß England die Sehirnrherr- 1ehaft behalten möge, und habe schriftlich bestimmte Einwürfe qeqen *die/Ab- tretung erhohen. Auch di" Türkei, glaube er, finde an der Ahrremng kein Gefallen,“ von andern Ri'rckfichten gar nicht zu reden. Er wolle nnr noch der großen, auf die Befestigung der Inseln, namentlich CorfU'Z, verwendeten Summen erwähnen. Die in Athen herrschende Regierungsschnchche (zu deren Kennzeichnung er ein Privatschreihen von einem dort lebenden Jreuirde Verliesr) versvreche keine lange Dauer der so ehen mit Müh' und Noth wieder hergestellten Ruhe; bei der Znsammensehung der Nationalhersamxmlnng könne eingutrrMinister inGriechenland niemals seineSchul- digkeit thun,“ und solch ein Stand der Dinge vermöge ihn mit/dem Gedanken der Inseln in solche Hände zu geben, nicht auszusöhnen. Da der Akt noch nicht vollzogen sei, so gebe er. fich der Hoffnung hin, daß irgend ekwas noch dazwischen treten und die Sache rückgängiq machen werde. Endlich widerstreite es einer gesnnden und klnxren Polrtik, sich allzusehr dureh irrternafionalc Gewährleistungen zu binden. Wohin man blicke, fast Überah schwehe England in Gefahr von kriegdrohenden Vcrwiekelungen. Die Un- abhängigkeit und Integrität der Türkei, Belgiens und nun auch (hrierhen- lands stehe unter englischer Garantie, und wenn man dies Prinzip zn weit ausdehne, werde England bald aufgehört haben sein eigener Herr zu sein. Earl Russell entgegnet, es sei hcfremdend, daß keiner von des amen- i'rhcrxfiikzenden edlen Lords politéschen Freunden im einen oder arideren Hauke jemals den Antrag gestellt habe, daß die Unterhandlunqen wegcndcr Ionischen Inseln abgebrochen werden sollen,“ das; sie im (Hatrge waren, sek ja allgemein bekannt gejvesen. Er glaube, die Abtretung werde im Lande allgemein gebilligt, und es sei kaum nöthiI- dieselbe zu vertheidiqen. Was die. Garantie betreffe, fo müsse er, Ihre Lordschaften erinnern, daß Griechen- land im Jahre 1832 eine Garantie von England erhielt, und Alles, was nun die Vertreter Rußlands, Frankreichs und er selbst gekhan hätten, sei, daß sie diese Garantie auf den Prinzen Wilhelm von Dänemark ühertrn- gen," mit anderen Worten, 'der jehige König von Griechen- lcrnd befinde sich in Bezug auf die Garantie in der- selben Stellung, wie früher König Otto, mit dem UUter- schiede, das; sein Königreich auch die Ionischen Inseln umfaffen werde. Er habe nämlich mit den Vertretern jener Mächte verkehrt und fie hätten gegen die vorgeschlagene Abtretung gar nichts einzuwenden gehabt. Die. griechischen Unruhen seien sehr zu bedauern, aber nicht ver- wunderlich, da der Thron seit dem Oktober vorigen Iahres ersedigt gewesen, und ehe Georg ]. auf den englischen Thron kam, hätten auch in England Kriege gewüthet. Der Earl von Derby stimmt in seinen Llnfichten voll- kommen mit Lord Stratford de Redcliffe überein. Die Abtretung der Io- nischen Inseln, diese freiwillige und ungeborene Schwächunq Englands zl! Grmsten anderer Mächte, sei ein unerhörter Schritt,“ und die Gewährleistung für den Thron des Königs Georgo's könne sehr ungelegene Folgen haben. Er bewundere den Muth des jungen Prinzen, der denThron an*qenonnnen- aber eine leichte Aufgahe sei ihm nicht beschieden, und es fraqe steh, ob die Lösung Überhaupt möglich sei. '
Im Unterhause fragte gestern Lord E. Bruce, den Unterstaats- secretair. der Kolonien, ob, im Fall der Abtretung der Ionischen Inseln/ Ihre Majestät die Königin von Großbritannien fortfahren Werde, Den St. Michael und St. Georgs-Orden zu vertheilen; welcher Orden Anno 1818 für Eingeborene der Ionischen Inseln oder Malta's oder britische Unterthanen im Dienst der Krone gestiftet worden ist? Mr. Jortescue glaubt, das Recht diesen Orden zu verleihen, werde der englischen Krone verbleiben und nicht mit den Ionischen Inseln auf Griechenland übergehen- - Mr. H. Seymour fragt den Unterstaatssecretair des Außwärtigen, ob der Regierung keine Nachricht von der Einnahme .Herats durch die Trupp?" Dost Msl)an1ed's zugekommen sei,“ ob die Perser fich nichtrüsteten, umHekéxk zurückzuerobernxund obDo| Mohamed noch am Leben sei. Mr. Layard erw:- dert, daß die Angelegenheiten Herats sehr in Dunkel gehüllt seien. Vor einiger Zeit habe Ihrer Majestät Regierung von der Mission in Herat ein Telc- gramm erhalten, des Inhalts, daß die Stadt genommen sei, allein seitdem warte man noch auf eine Bestätigung der Nachricht, und er habe nichts Neues vernommen. Er wisse gar nichts davon, daß die perfische Regierung Trup'
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„M nach Hemi, geschickt habe. Was den Tod Dost Mohameds betreffe, so sei dies Ereigmß durch ein Telegramrxr gemeldet worden, aber andererseits hieß es, daß die Nachricht der Begrundung enthehre. - Oberst Sykes fra t nach dem Grunde, warurn m dem Absehlrrß der_Conhentton mat Per- fien zur Legung etyes relegraphtschcn Drahtes zwrsehenkKhamftn ugd Bushire solch ein Verzug erngefretetz ser? Mr. Layard errmedert, er hoffe, daß 'die Frage bald m Ordnung 1e1n werde, und bald nachher solle dre Conyentwn drm Parlament vorgelegt werden.
Beide „Häuser versammelten fich heute Nachmittag nach 27; Uhr, um mehrere noch schwebende Geschäfte zu erledigen. Nachdem diese «[»gckhan waren, Wurden die Gemeinen vor die Schranken des Ober- hauses" geladen und die Vertagung durch Stellvertretrmg mit dem Üwlichen Ceremonicll vorgenommen. Die Vertagungsrede lautet:
»Mhlvrds und Gentlemen, wir haben Von Ihrer Majestät Befehl, Sie fcrnerer Anwesenheit im Parlamenre zu entbinden und Ihncn zugleich die Anerkennung Ihrer Majestät für den Eifer und Fleiß auCTzUsprcchen, mil welchcxn Sie Sich während der mm 311111 Schltxsse gebrachten Session der Auhühung Ihrer Pflichten unterzogen haben.
Ihre Majestät hat mit tiefem Bedauern die gegenwärtige Lage Polens Umrhrgenon1mcn. Ihre Majestät war genreinschaftkich mit dem Kaiser der Franzosen Und dem Kaiser honOesterreich in Verl/mndlungen begriffen, deren »:wcck die Erfüllung der Polen betreffenden Stipulatihnen des Wiener Trak- &th 0011 1815 zu erhalten waren. Ihre I)?«1jestät vertraut, das; diese Stipulafirnen ausgeführt werden und dadarch ein für die Menschheit scknncrzlieher, für die Ruhe Europer's gefährlicher Konflikt zUm Ahschlnß ge- bracht werde.
***-Der Bürgerkrieg zwisehen den nördlichen und südiichen Stuaten der nordamerikanischen Union dauert ung[r"rckseligcrweise noch immer fort und hat nothwendig große Leiden nicht allein für die kämpfenden Theile, sondern auch für andere am Kampfe rmhetheiligte Nationen zur Folge. Ihre Ma- jestät jedoch hat keinen Grund gesehen, von jener strengen Neutralität ab- zrrweichen, wchhe von Ihrer O.)?ajestät seit Beginn des Kampfes beobachtet ivorden war.
Nachdem die griechische Nation den Prinzen Wilhelm von Dänenmrk zn ihrem Könige erwählt hat, thut Ihre Merjeftät Schritte zum Zweeke der Vereinigung der Ionischen Inseln mit dem Königreiche Griechenland.“ ZU diesem Behufe steht Ihre Majestät in Communication mit den Mächten, 1velcheTheilnehmer des Traktors von 1815 sind, dureh den diese Inseln unter das Protektorat der britischen Krone gestellt worden waren," und es werden die Wünsche der Irnier betreffs einer solchenVereinignng gebührend erforscht werden.
Mehrere in Iapan gegen britische Unterthanen begangene barbarisehe Angriffe haben es für Ihre Majestät nothwendig gemaehr, Entschädigung zu fordern,“ und Ihre Majestät hofft, das; die japanische Regierungsihre For- derung gewähren wird, ohne das; es nöthig wäre, zu Zwangsmaßregeln zu greifen, nm dieselben durchzusehen. _
Der Kaiser von Brasilien hat es für passend erachtet, seine dthlorna- rischen Beziehungen zu Ihrer Majestät abzubrechen, weil Ihre Majestat Jor- dernngcn nicht gewährte, dereUErfhllung sie nicht fürmöglich erachtet. Ihre Majestät wünscht nicht, daß diese Entfremdung fortdaure, und würde steh freuen, ihre Beziehnngen zu Brafilierr wiederhergeftellk zu 1chen.
Gentlemen vom Hause der Gemeinen, ck
Ihre Majestät befiehlt Uns, Ihmen Ihre warme Anerkennnrrg auszu; sprechen für die reichlichen thsidien, welche Sie für den Staatsdtensr des laufenden Jahres Und für die permanenteVertheidigung vonIhrrr Maxestert Krieg?;rrerften und Arsexmlen bewilligt haben,“ und Ihre Maxeftat hemehlf Un-Z ferner, Ihnen für die Ausstattnng, weléhe Sie für den Hofstaat «r, Königlichen Hoheit des Prinzen von Wales votirt haben, zu danken.
Mylords Und (Hentlemen. „ „
Die Noth, welche der Bürgerkrieg in Amerika einem Theile der Unter- thanen Ihrer Majestät in den Jahrikhezirkeu zrrgezogen har, und zu deren Milderung solch edelmüthige Und freigehige Beifteuerir gemacht worden Und, hat sich einigermaßen Vermindert, und Ihre Majestät hat je-nnen Maßregeln, zvchhe einen wohlthätigenEinfins; anf diesc ungli'teklichenZustande. bezwecken, 1hre herzliche Genehmigung ertheilt. ' " ,
Es sind Symptome erneuter Nuhestörungen in Ihrer MaxstrrtKolonre Neuseeland zu Tage getreten. Doch vertraut Ihre Majestätc daß verunr- telst weiser und versöhnlicher Maßregeln, rtnécrstüht durch ent1prechende Re- hresfionsmittel, Ordnung Und Ruhe in dieser werthhollen Und 'ich hehexrden Kolonie aufrecht erhalten werden.
, Ihre Majestät hat ihre Genehmigung zn einerMaßregelgegehen, j„velche dre Erhöhung de:?" Einkommens einer heträchtlichen Anzahl kleiner Pfrunden ['szclkk- Und sie hofft zewersichtlieh, das; diese Maßregeln den Intereffen der Staatskirche förderlich sein Werde.
„ Ihre Majestäk hat ihre Genehmigung zu einer leke behufs Rehrhon L_MJZ großen Theiles des Statutarrechrs gegeben, durch Strerchung vreler Gkhhe, welche, obwohl-fie veraltet oder unnöthig geworden waren, die Kon- dcnjirung des Statukarrechts gestört haben. ' '
_ Es hat Ihrer Majestät große Freude gemacht, thre 'Getrehmr-grmg zu WU" Akte zu ertheilen, um die Jreiwilligemrmcht, welche die Berthetdtgrrngs- rmttel des Landes um ein höchst wichtiges Element bereichert hat, aus eme IMM definirte Basis zu stellen. ' '
_ Ihre Majestät hat mit Freuden ihre Genehmrgung zu elner Akte er- thetlt, um den von Ihrer Majestät mit dem Präjtdenten der Verezmgten Staaten behufs wirksamerer Unterdrückung dcs Sklavenhandels ahge1chlosse- nen Additionallraktaf in Wirksamkeit zu sehen, und Ihre Majestät vertraut, Laß die ehrenwerthe Mitwirkung der Regierungher VerenrtgteykStaaten «Ihrer Majestät in jenen Bemühungen, die sieh Großhrrtanmen 1e1t- langen Jahren hat angeleqen sein [affen- um der Verühung dieses höchst 1chmach- Vollen Verbrechetrs*ei11 Ende zu machen, wesentlieh beistehen wird. Ihre Majestät hat noch vielen anderen Maßregeln zum Ruhen" drs Staates, WLlche das Resultat Ihrer Arbeiten während dergegenwarttgen Session sde/ mit Befriedigung ihre Genehmigung ertheilt.
, Es hat Ihrer Majestät zur Freude gereicht, zu beobaehten, daß trsoh so vieler ungünstigen Verhältnisse der allgemeine Wohlstand ihres Reiches un-
gestört fortdauert. Obwohl Großbritannien durch die Wirkungen des Bür- gerkrteges in Amerika und Irland in Folge dreier ungünstiger ahre dureh lokale Nothftände sehr gelitten hat, sind doch die finanziellen Zülfsqueklen des Beremrgten Königreichs vollständig aufrecht erhalten, und ist dessen all- gememerkWextverkehr im Großen nicht wesentlich beeinträchtigt worden.
Es 1|„fur Ihre Majestät eine Quelle großer Befriedigung gewesen, zu sehen, daß ckW- Vßindisckxn Befihungen sich von den Unglücksschlägen, welche fie vor Kurzem heimgesucht hatten, rasch erholen und den Pfad sozialer, fincrnzreller un„d khmmerzieller Hebung betreten und hiermit zu den besten Hhstszxzuxgenzfur dte steigende Wohlfahrt jener ausgedehnten Länder be- rec)1 e .
„ BÜ her. Heimkehr in Ihre Vckschiedenen Grafschaften werden Sie noch Wrehttge Pflichten zu erfüllen haben," und Ihre Majestät betet inhrünftig, daß; der Segen des Allmächtigen Ihren Bemühungen zur Förderung des Wohlcs und Glüeres von Ihrer Majestät Unterthanen, welche Gegenstand ihrer unausgesehten ernsten Sorge ist, zur Seite stehe. /
Herrte Morgen um 3 Uhr ist der Marqnis von Normanby in seiner hiefigen Stadtwohmmg gestorben. Er war noch nicht 67 Jahre alt. Er studirte in Cambridge, vertrat den Flecken Scarbo- rongh im Parlameute, wurde später für Ferrars unh bei der darauf folgenden Wah[ für Matton gewählt (1826) und galt während dieser Zeit im Unterhause für sehr liberal. Unter Lord Melbourne's erster Verwaltung war er Gcheimfiegelhewahrer und in dessen zwei- tem Kahirrette Iice-Gouverneur Yvon Irland. Den Titel Marquis of Normcürhy (sein Vater war Carl Malgrahe) erhielt er im Jahre "1536. Ein Jahr später srtngirte er als Kolrmialminister, trat aber schon nach mehreren Monaten ins Departement des Innern Über. Von 1646 bis 1652 war er Gesanhter in Paris, von 1854 bis 1656 (Hexmrdter in Florenz. Erbe des Titeks ist sein einziger Sohn, der bisherige Earl of Mnlgrave.
Fraukreich. Paris, 26. heUte nach dem »International« 16. Iuli ah.
Der englische Postdampfer »Tasmaniana, Welcher Nachrichten
Iuli. Der »Moniteur« druckt die Napier'fthe Depesche vom
3 von Vera-Cruz vom 1. Iuli mitbringt, ist bereits fignalifirt und
wird morgen in Sonthanrpwn. einlarrfen.
Italien. Das Turiner Ahgeordnetexrhaus, welches seit dem 27. Juli täglich zwei Sihungen hält, ist mit Diskusfion der (Ulf das Verwaltungswesen hezüglichen Gesehentwürfe beschäftigt.
Laut Berichten aus Neapel 19011125. d. M. ist das Briganten- Wesen in der Provinz Capitanaka wieder im Zunehmen begriffen. Gegen die in Calabrien hansenden Banden ist der wegen seiner Strenge vielversehrieene Oberst Fennel entsandt worden. Aach hie Umgegend der Hauptstadt Neapel ist unficher und vier Capitaine der National- garde smd ermordet jvorhen.
Rußland und Polen. Aus Warschau, 26. Juli, er- hält die »Osts. Ztg.a folgende Korrespondenz: In meinem [ehren Briefe schrieb ich Ihnen nach polnischen Nachrichten - die natürlich immer früher als die anderseitigen rusfischen Verbreitung finden - von einem großen Siege der Polen Über die Russen. Am Schlusse dieser drei Tage lang dauernden Affgire hei PUTtUIk hat fich aber ganz das entgegengesehte Resultat ergehen. Am ersten Tage, an
welchem die rassischen Streitkräfte nieht ausreichend gewesen sein mögen , um die Vereinigten Insurgenten unter Iafinsfi, Wawer , Skithi und Tisson zu bewältigen, neigte sich der Sieg allerdings auf polnische Seite, als aher am an-
dern Tage Gerreral Rall und Oberst Emanuel, welche die Russen kommandirten, durch die Abtheilung des Obersten Walujew Ver- stärkung erhielten, und dieser vorher die sich ihm entgegenstellenren Insurgenten unter Tramezynski nach seinem Uehergange über die Narcw heim Dorfe Ponikwh geschlagen hatte, gestalteten fich die Ditrge zu Gunsten der Nnffen. Die Insurgenten, über 4000 Mann in den beiden vorgenannten Tagen stark, haben gegen 1000 Mann an Todten und kampfunfähig gewordenen Aufständischen Verloren, Weil die Artillerie der Russen, mit der fie stark versehen find, wäh- rend stehen Polen fehlt, mitGranaten nnd CongreveschenRaketenindie Waldpofitionen der Insurgenten stark feuerten. 400 Sensenmänner, welche den Rasen in den Rücken fallen Wollten, find voUftändig durch Kartät- schen zusammengeschoffen worden. Die Hauptmasse der Aufstän- dischen aus dem Walde, durch Raketen herausgetrieben , rvnrde mm auf dem freien Felde von drei Seiten angegriffen und furchtbar zu- sammengehauen und gestochen, da dicRuffen auch mit Husarexrunh Kosaken agirten, gegen welche die schlecht exerzirte polnische Reiterer hei regelrechten Manövern dnrchaus Nicht anfkommcn kann. Stan-
den die Aufständischen den Russen immer in größerer An- zahk gegenüber , so wäre wahrseheinlich diese Kriegführung bald zu Ende; und daß die Insurgenten „jeht von threnr ursprünglichen Plane, die Ruffen durch kleine „Gefechte ans vielen Stellen zu ermüden, abgegangen find, wntd nur he-
grciflich, Wenn man in Betracht zieht, daß durch die enormer: rush“- schen Kolonnen zu viel Terrain den Insurgenren entzogen rst, 11e also fich konzentriren müssen, wollen 11'e in kleiner Arrzerhl mehr er- drückt werden. Der Insurgenten-Auführer Tramezh1rskt"1st gekhlt'ehen. Ferner ist im Luhlinschen hci Ianow, unwert der osterrerchrrchen Grenze, in den Wäldern von Struza ein hluttges Gefecht zrhhchcxr einem aus Lublin nach Ianow von Oberst Wladiszka gesuhrten Kaffen-Transport und dessen russischen Convoi, und den 600 Mann