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Tages-Orduung.
13tr Sißung des Hauses der Abgeordneten am Mtttwoch, den 9. Dezember, Vormittags 10 Uhr.
1) Vereidigung derjenigen Abgeordneten, die den verfassungs- mäßigen Eid noch nicht geleistet haben. .
2) Wahl dreier Mitglieder zur Staatsschulden-Kommisfion.
3) Bericht der Kommisfion zur Prüfung dcs StaatshaushaltS- Etats über den Etat der Justizverwaltung. ' “
4) Bericht derselben Kommission Über die Etats:
. des Herrenhauses,
des Hauses der Abgrordnefen,
für das Büreau dcs StaatZ-Ministerinms,
für die Archive, '
für die Gencral-Ordcnskdnnnisfidn,
für das Geheime Civil-Kabinet,
der Ober-Rechnungskammer,
der Ober-Examinations=Kommisfi011,
_ des DiZziplinarhofes,
10. des Gerichtsshofes zur Entscheidung der Kompetcnz-Konfliktc, 11. des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten,
5) Bericht derselben Kommisfidn Über die Etats dcr Domaincu- und Forst-Vcrwalfung und der Central-Icrwaltung der Do- maincn und Forsten.
6) Fortseßung dcr Wablprüfungcn.
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UWÜDPSBZMW
Preußische Bank.
„Mdnats-Ucbcrsicht der Preußischen Bank, gemaß J, 99 der Bank-Ordnmrg vom 5. Oktober 1846. A c t i v a, 1) chrägtcs Geld und Barren ............... 63,300,000 Thlr. 2) Kaffen-Anwrisurrgen und Privat-Bankndtcn 2,505,000 » Z) Wechsel-Bestcinde .......................... 73,979,000 » 4) Lombard-Beständc ......................... 8,982,000 , 5) Stcratspapiere, verschiedene Forderungen und Qlktlva .................................... 20,764x000 ' P a s s i v a. 6) Banknoten im Umlauf ................... 11,1,980,000 Thlr. 7) Depofiten-Kapifalien ............... . ...... 26,066,000 » 8) (Hukthabcn der Staats-Kaffcn, Institute und Prwat-Personen, mit Einschluß des (Giro- Vrrkehrs ...................... _ ............ 8,442,()00 » Berlrn) den 30. November 1563. Königliches Preußisches Haupt-Bank-Dircktorium. von Lamprecht. Schmidt, Dcchcnd. Kühnemann. „Boese.
Nichtamtliches.
" Preußen. Berlin, 4. Dezember. Se.,YMajeftät der Kontg rrahmen heute die Vorträge des HauSministcrs Freiherrn “von Schletmß und des Polizci-Präfidenten von Bernuth entgegen und cmpftrrgen den General-Arzt [):-. Löffler. “
- Exner, telegraphisrhcn Benachrichtigung an das Gcncral-Poft-
Amt zufolge rst"dre'engltsche Post, aus London früh den 3. d. M., am 4. d. M._fruh m Cöln noch rückständig gewesen.
. Holstezn. Rendsburg, 1. Dezember. Es scheint (meint dre *Dazmevtrkea), daß man im Kriegsfalle beabfichtigt, in Rends- burg W,:derft'and zu leisten, um dadurch eine Zusammenziehung der ngptftarke m der Dannewerkstellung zu ermöglichen. Die Gar- msorr dreser befestigten Stadt wird vermehrt und die Familien der Offizrere sammt Unteroffizieren sollen Ordre bekommen haben, fich ber"eit zu halten, nach Norden aufzubrechen. Nach dem rechteä Fluges der Dannewerkstellung werden in diesen Tagen ge- zogene Kanonen gebracht und bei Süderstapel werden (wie schon angedrutet) drei Werke angelegt. Was den ersten Theil dixser Nachrtcht der 'Dannevirkea betrifft (und es haben Mederholt auch andere dänische Blätter von einer tapferen Ver- thetdtgypg Rendsburgs geredet), so scheint bisher auch nicht das Allergermgfte dafßr zu sprechen und man wird versucht, viel eher auf das Gegenthetl zu schließen. Es ist nichts geschehen , was einen Wtderstand hierorrs andeuten könnte; die Wälle find weder verpalli- sadtxt, noch arnrtrt und fast alles Material, was hier früher auf- gehauft war, ist mr Laufe der Zeit nach und nach fortgeschafft wor- den. In Verbindung unt der den Offiziers - Familien rc. angeblich ugegangenen Ordre,“ sich. zum Aufbruch nach dem Norden bereit zu alten, steht wohl dte Hmausschiebung der vom Kanal-Jnspektorat auf den 1. Dezember anberaumten Sperre des Kanals zum 15. d. Mts. “Auf grschehrnes Ansuchen militairisch-erseits ist diese Maßregel vom Mmistertum getroffen Worden, um die be- zügliche Wasserstraße für den Transportgvon Effekten offen zu hal- Fen. Nun schemt es aber in diesen Tagen, daß in Folge des Frostes
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, daselbst das Weitere zu gcwärtigen,
Rede hat folgenden Wortlaut: -
die Kanalsperre doch früher eintreten könnte. Es md in ' _Tagen mrt Extrazügrn mehrere Truppenabtheilungen Lom NZN nach dem Suden h1er durchgegangen - zum Theil wohl Ergän. zrmgsmamrschaftcn zu den in Holstein ftationirtcn Bataillonen um drese auf dre volle Kriegsftärke zu bringen. (A. M.) , AlLona, „2. Dezember. Heute Nachmittag smd wieder 500 Mann ;)nfanterre hier angekommen, und nach C'lMShorn und Glück- Üadtxsollcn, auch Lock) Verstärkungen kommen. Das diesseitige Ufer der Elbe _1st von Infanteriepostcn besexzt und aus Glückstadt hört MW, da); aufden dortigen Außendeichen während der lcxztcn Nacht großere :zrupds kgmpirt haben, Auf der Chaussee längs der Elbe drs Blankrncw wrrd dem, Vernehmen nach Tag und Nacht von Drangerptkrts patrouillirt. (A. M.) “ JJ,“;ckÜ-r'Sth, 29. November. Am Mdrqcn des 27. d. Wur- den saxnmtltchc Jehrch dcr Viirgcrschulen in Schleswig, unter An: [rgKurrg des Rcstrtpts 'in Betreff der Leistung des Homagial- Ctres, zu 1 Uhr selbigen Tages auf das Konsulat thirt, um Hier an ckdmmcn x ' drrrselben 19011 drm Justiz : Mathe und BürgermeLZster Jörgxnsxkrmedré oxsnct, daß er 111 .hdbcrrm Auftrage ihnen den bezeichneten Cid abzufd-rdcdrn habe. Er drauche fie wohl nicht auf die Bedeutung dry “FWW, noc!) mts drr Jdégcn der Verweigerung dcffrlben auf- mcrkrarn. zu Znachcrr, wie er auch voraussetzc, daß keiner in der Yrrgluckltchcn Lage 1tch befinde, den Eid zn verweigern. Auf die Yrch, dl) drnchhrcrn denn nicht, wir den andern Beamten, cine QL'ZURFUJU drr! Lagen" gewährt wcrden könne, ward ihnen crwicdert, daß rtr1c errst nurifur die mit der AquÜdrung dieser Anordnung brarrstragt'c-n Beamten gestellt sci, daß die Lehrer sofort zu unter- zc1chncn1ckattc1r, welches denn von allen geschah. - Am 26. d. M. ware? sarnmtlrrhc Bgurrnvögkr , Rcchrnsmänncr und Sandmänncr LÜÉW Zarchvogtctcn zu gleichem Zwecke geladen. Ein großer „&,[chrl'dcmrlbchhat aber den Eid vcrrvcigcrt, was bei mehreren dic 1010rtrgc .Entlan-Ung von ihrer Function zur Folge gehabt haben sOÜ- " “O, 1110111, .Z0._Ndvcmlcker. Wie man hört, hat eine nicht unbe- trgchtlrche Anzahl derjenigen in der Stadt und im Amte Hnsum Crrxgrxesscnczr, yon denen in den [cßtvcrfloffcnen Tagen die Leistung des,„Yomggmlcrdes_verlamgt worden ist, denselben verWrigert,“ atrr nretstcn soll dtcd ]cdoch in dcr L*andfthast Eiderstedt vorgekommen sem, wogegen mr Amte Bredstedt nicht so viele Wrigerrmgen statt- gcfnndcn haben. Mehrere bei dcr Kdmnmnalvcrwältung birfiger Stadt angestellte Burger sollen mit dem chrrken gcgen dieÉidcs-
* leistung prdtcsiirt habcjr, daß sie sich nicht als unter das Ministerium
für das Hrrzogthum Schleswig sortirend ansehen könnten. dedhl das10tr, als_ auch das 12. Infanterie-Bataillon, wcchc aus den Acmtcrn Husum, Bredstedt und Eiderstedt ihre
' Mannschast rekrutircn, habén sämmtliche Wehrpflichtige bis zum
Jahre 1557 incl. zurück, und theilwcir o ar wc! “ €** ' zum Z..Dezember einberufen. * , s g 1 ) vom Jahre 175€), Koll érchcrrur Vrrnsehman nac!) haben die Mitglieder des Deputirtcn- . LMM: m zxuum ren Eid verwei crt indem tc ' dcn NUgefteUtcn 2c. rechnen könnten. 9 , s fich mcht zu . Törming, 30, Roycmber. Die Mehrzahl der Macitratsmit-
glieder, 19 11316 sänmrtliche deputirtcn Bürger der Stadzt s“T»“v'nning haben, wre 1chdn ererhnt, im Einverständnis; mit der überwiegen- den H.?Uhrzahl dcr Burgrrschast den Homagialeid verrvcigert, und Md 11,1RZ-wlgc drssen" dre Herren Senatoren Dau, Braasch nnd“ Zémpteltusé sso ZPT sammtliche dcputirte Bürger von ihren resp. „cm ern _u pen tr. Wie vcrlautct e t ein Ach [' * hrefigY Advokaten zu erwarten. , st h /n “hes VM ÖM
&. rankfurr a. M., 3. Dezember. Gntcm Verne men nacs Yrsiehfrn „Oesterretckx und „Preußen auf Bundrs-Cxccution iZ Holstein). errchérrYZc 111x1ch§§wrgx holsteinschen Ausschuß vertretenen Regie-
n :e ccupa ion. Nä e Bund * " '
Sonnabend. ck| restagsfißung kunftrgen Baden Karlsruhe, ? Dezember Die e '
_ . " . ern beretts telegraphtsch crwqhnte) von Sr. Königlichen Hoheitg dftem ((Groß- herzog zur Eroffnung der Ständeversammlung gehaltene
Edle Herrey und liebe Freunde! “ Empfangen Ste Memen herzlichen Gruß zum Beginn der neuen, in'
diesem bedeutun svollen Au enbl'ck M' b ' (, „ versammlung. g g * W esonders WlÜkommenen Ctaäde-
Rur wenige Monate trennen diese feierliche Stunde von dem Schluß
der umfassenden Arbeiten des vorigen Landta es aber d' * reich an hochwichtjgen Ereignissen *für Deutsch an,d. rese kurze Zett War
Der Ruf eines erlauchten Bundesfürstcn , die Reform der BundesVer-
fassung auf dem Wege persönlichen Meinun saust " ordnen, weckte Von Neuem die Hoffnung der J? ausches der Jursten zu gung gerechter Wünsche.
ation auf endliche Befriedi-
Freudig demselben Folge leistend, wäre Ich gerne bereit gewesen, einer
allseitigen Uebereinstimmung gegenüber abweichende Ant ten u o e Aber schon der Mangel _emrs Einverständnisses unter den sbéiden ?Rächxxsxxrr Bundesstaaten trubte dre Aussicht auf einen günstigen Erfolg. Um so weniger glauhte Ich nach dem Scheitern Meiner vermittelnden Anträge Bxschlussen bettreten zu sollen, für welche weder die Billigung, noch die Emrgung des gesammten Deutschlands erwartet werden konnte.
Ward somit auch nur die Anerkennung der dringenden Nothwendigkeit
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einer deuksthen Verfassungsreform gewonnen, so gedenke Jch doch gerne der freundlichen Beziehungen, welche die in Frankfurt versammelten Fürsten in dem gleichen Streben nach einem hohen nationalen Ziele vereint hielten, und bewahre in dankbarer Erinnerung als ein Zeugniß der Liebe Meines Volkes die Zustimmung, welche Meinem Handeln aus aUen Theilen des
Landes entgegenkam.
Inmitten dieses Ringens nach größerer Einheit crstcht der Nation durch . den Rathschluß der Vorsehung eine ernste Aufgabe. Ein edler Bruderstamm *
im Norden, lange geprüft und bewährt in vielen Leiden, ist durch das Recht eines zweifellosen Erbgangcs fich selbst und seinem großenVatrrlande zurürk- gegeben. Eine einseitig festgescßie Erbfolgedrdnung, Welche weder das Recht der Stände, noch die Ansprüche der Nationalität beachtet, droht, ihn auf's Reue dem Verbande des gemeinsamen Vaterlandes zu cntfrcmden.
Meine Regierung hat nicht gezögert, zu thun, was das gute Recht fordert, und sie wird auch fernerhin, getragen von der erhebenden Ein- nrüthigkeit aller Parteien, mit Muth und Entschlossenheit die heiligen, aber rrnstcn Pflichten erfüllen, welche dem deutschen Volke dort cr11_*achscn sitzd. .
Ick wciß, daß die Sache Schleswig-Holsteins in Ihren IYcrzcn machtl- qen Wiederhall findet, und daß für deutsches Recht und deutsche Ehre selbst die Uebernahme drr sch1vcrstcn Opfer Jdre freudige Zustimnmng erhält.
Der ernste Blick in die Zukunft soll uns nicht abhalten, mit aller Kraft die im Innern begonnenen Rcformrn fortzuscßcn.
Die bevorstehende Einführung der neuen Organisaiédn in der Rechts-
flcgc und der Verwaltung crhrischk noc!) gcseßgedcrische Arbeiten, die„ neben
der Prüfung des Bedarfs an Mitteln, Ihre Thatrgkctt vor Allem rn An- spruch nehmen werden. Die Vermchrung der Olrxsgadrn, welchrmwexrnetd- lick) damus erwächst, kann dri drm befriedigenden Zustande umercr (5111911- zen unter Beachtung weiser Sparsmnkcit ohne Steuererhöhung [*ejvrrkt werden.
Damit dieser finanziekle Zustand erhalten, und damit Industrie urrd Handel vor schwerem Schaden benomhrt xvcrdc, hat Morne chrcrung m_!) ernstlich bemüht, für. Erneuerung des dcut1cl)en Zol'lvercms zu Wirken. Die Verhandlungen, welche zu diesem Zwecke gcgenwartgrm Gange Und, geben der Hoffnung Raum, eZ werde gelingen, den Verrm auf, der Grundlage eines verbeffcrten Tarifs und mit erleichterten Verkehrsbrztchngen zu er- halten. , _ . - ' . „ . Das berechtigte Verlangen eines stctrgrz) Fortychrrtts "rn 'dcerolksbrl- dung und die Folgen der den Kirchen gcrvabrtmr Sclbstftandtgkert “Wachen eine Veränderung der Gescygebnng über dre Vd'lksscbulcn nd'thv-rydlg. '"
Die beabsichtigte Vorlage der Rrgierurrg Wlkd drm Bedurfmß rel1gtoscr Erziehung und erhöhter Bildung gleichmäßtg Rcckynzmg trcrgcnq. Joi), hege die Zuversicht, daß Ihre unbefangene uud vorurtheckslose Prufung 111111131)"- ken Wird, die Mißverstävdniffe und Jrrthümcr zu zersircucn, wclchc aus d1e- sem Gebiete hervorgetreten sind. . . , '
So viclumfassend und schwer aucb drc'Auf'gabe'n Memcr Rrgxerrrng dermalen find , so wird fie dcnnoch brmüht sem, 111 dieser Landtggspcrrodc Entwürfe in anderen wichtigen Zweigen der Gesetzgebung, besitnnnr zur Ergänzung von Lücken in unserem Vcrsaffrtygsrxchte und zur“ frcrrrcn Rege- lung der wichtigsten AcußLrungrn dcs osstntlrchen und (Hememdclcbens, S[rer Bcratlum 'n über_e en. , ' Q) Ebenso )wird ?Neine ZTegierung Anlaß haben,“ Ihre Tdattgkrtt fur dre Erledigung wichtiger Angelegenheitry des Vrrkcdrs m Anjprucl) zu nehmen, und dadurchFragcn zum Absxhlux; zu brmZen, welche schon lange den Gegenstand Ihrer sorgfältigen Prwagung gebildet haben. ;
Möge es uns vergönnt sem, drn begonnenen Artsbarr unserer U(Tsey- qebunq dem gewünschten Ziele zuzufuhrrn., Sollte aber drr b'cdrohte „age Dentséhlands uns die Pfticht auferlegen) dresrr Aufgade fnr ']eizt 9zu ent- saqen, so zeigen wir uns von dem CZcrst rrfullt, der m muthrger x).luf-och- ru*ng und entschlossener Auchmer fur dre Ehre des Vaterlandco emzu-
- stehen weiß.
Ich zähle dafür auf den bewährten deutschen Sinn und die treue Hin-
gebung Meines Volkes. Gott segne das Vaterland!«
- rankreick). (iris, 2. Dezember. .Der »LNOMWUT“ brinngffizicllc Nachrickch aus Mexiko vom 26. Oktober und arrs Vrra-Cruz vom 1. November. Seit dem 15. Oktober hatten dre Truppenbewcgungen gegen Juarez begonnen, doch wollte Bazatnc die eigentliche Offensive erst in den rrsten Tagen des Ndvcmber'er= greifen. Das Kommando von Mexrko sollte d'anrr General Nergre mit 3500 Mann führen; die Hauptstadt thr ubrrgens ringsum so gut befestigt, daß ihre Vertheidigung nicht mel Mannschaft erfordert. Die Straße zwischen Mexiko und Vera-Cruz rst gut besetzt, In Camerone hat fick) der Contre-Guerrllafuhrer Oberst Darm fest postirt, Die einzelnen kleineren Posten auf der Heerstraße'smd em- gezogen worden. Auf der Hochebene rdar der Gesundhcrtszustand vortrefflich; in Vera-Cruz wie in den hrrßen Landschaften hatte das gelbe Fieber fast ganz aufgehört. Am 22. Oktobrr hatte General Bazaine an das mexikanische Volk erne Proclamat'ton “erolaffenx des Inhalts, daß die Politik seines Vorgangers auch dre sennge ser zxnd daß er das Manifest vom 13. Zum d. J. wahr zu machen befltffen sein werde. . _ 0,
Portugal. Exner telegraphtschen Depesche aus „rssabon vom 29. November zufolge hätte Portugal dre Etrrxadung zum Kon- gresse hauptsächlich deshalb angenommen„wetl es dre Stadt Olivenca in Eskremadura, die ihm, wie die portugtefische Rrgterung bchauytet, kraft der Verträge von 1815 gebührt, die aber mchts desto wemger im Befiße Spaniens ist, wieder zu erlangen hofft.
“?'t lien. chreibt ans Turin vom 29.Ndvm15er: 'DiesÜ tZNdrgen wur s Generals Pepe.mif großem Gepränge von Campo Santo vo rin, nach der Elfen- bahn von Genua gebracht, um nach Neapel befördert zu werden,
Mehrere hervorragende Persönlichkeiten wohnten dieser Feierlich- keit bei.-
Das »Movimenwc- von Genua vom 29. November bringt Nachrichten über den Schiffbruch des genuesischen Schiffs "Sicilia: von 1000 Tonnen, welches am 15. d. nach Amerika wir 100 Pas- sagiercn an Bord abgegangen war. Der Schiffbruch hat bei einer der Cap - Verdischcn Inseln ftattgehabt. Es find unglücklicherweise 74 Personen, meist Frauen und Kinder, dabei ertrunken. Der Ca- pitain, die Mannschaft und ein Theil der Passagiere find gerettet worden.
Nußiand und Polen. Aus Warschau, 30. November, enthält die »Osts. Ztg.“ folgenden Bericht: Bereits vor mehreren Wochen befand sich der Senator, Wirkl. Geh. Rath Arcimowicz, in Warschau und besuchte längere Zeit die verschiedenen obersten Ver- waltungs-Büreaus. Schon damals sprach man davon, daß er an die Stelle des alten Grafen Wiclopolski treten solle. Heute wurden die Kaiserlichen Ufase vom 11./23. d. Mrs. publizirt, denen zufolge Gchcimrath Arcimowicz zum- Mitgliede und zum Vicc- Präsidenten des StaatSraths ernannt wird. Wahr- scs)einlich soll es sein, daß er im “Falle der Wiederbeseßung der Stelle des Chefs der Civil-Verwaltung auch zu dieser er- nannt werden wird. Andere Ukasc von demselben Tage brin- gen die Ernennung des Direktors der Abtheilung für die Domainen Und Forsten bei dcr Regierungs-Kommisfion des Schatzes, Wirklichen Staatsratl) Borzcnrli, zum beständigen Mitgliede des StaatSraths, und die des Vice-Dirckwrs 'der Domainen und Forsten, Dom- browski, zum Direktor diescr Abtheilung; alle drei Genannte find Polen. Wie wir hören, sollen zum neuen Jahre die Stellen aller Civil-Gonvcrneure, so wir die Übrigen höheren Posten durch andere, in Rußland bewährt gefrmdene Beamte poknischcr Abstammung be- setzt werden, da, wenn es auch unter den höheren [)icstgen polnischen Beamten noch manche der rusfischcn Regierung treue Männer giebt, die Zahl derselben doch nicht für akle diese Posten genügt. Vor einigen Tagen wurden unter einer großen Zahl anderer Beamten allein zrvri Abtheilungs - Direktoren in den Regierungs = Kommissio- 11811 des Schatzes und des Innern (Ministerien) dic Staatsräthe v. Muscyrrski und v. Lrtszczcwski nach Rußland verschickt. Lcßterer ist der Vater der polnischen Dicksterin Dcotima. Auch der hiesige Weinhändler Kyas ist nach Rußland deportirt. - Die Hinrichtung des zweiten Sohnes dcs hicfigen Banquirrs Alex Rawicz, deffen_ ältester Sohn vor 2 Wochen nach Rußland dcportirt wurde, bestäti- gen die amtlichen Blätter. Der Jüngere war Gritsbefißer und wurde am 21, d. Mts. in Siedler nicht erschossen, sondern gehängt, Der dcportirte ältere Sohn Joseph war Banquier. Ferner wurden am 24. d. in Wldclawck dcr Gutsbefiyer Andr. Bogusz auf Niwki nei Gosti- nin wegen Hochvcrrath gehängt, und am 21. in der Festung Nowo- gcdrgicwsk (Modlin) dcr Kanonier Makarcwicz wegen Staatsverrath und Descrtion erschossen. - Das Europäische Hotel hiersclbft soll an seine früheren Befißer nicht wieder zurückgegeben, sondern für den FiIkus verwaltet werden. -- Man hört von einem dieser Tage seitwärts Lowicz vorgefallenen Gefechte, wobei eine sehr schöne, roth mit Silber gcftickte Fahne der Jnsurgcnten erbeutet und vorgestern mit anderen Effekten eingebracht wurde. Inzwischen fahren die In- surgentcn fort, in kleinen Banden das Land zu durchziehen und namentlich im Lublinschen die kleinen Städte und Dörfer heimzu- suchen. Der von vielen Juden bewohnten kleinen Stadt Bychawa [ legten die Jnsurgenten 375 S.“.R Contribution auf; fie empfingen “ 75 S.=R. und woklteu das übrige in einigen Tagen abholen. Der Pächter von Szezakarkow bci Zubartow mußte die Staatssteuer für das Branntweinbrennen an die Jnsurgenten zahlen. - Wie ich aus guter Quelle höre, sollen noch mehr Truppen ins Lublinschr gehen , und in alle Städte und größeren Dörfer Garnisonen gelegt werden.
Von der polnischen Grenze, 2. Dezember, meldet die »Osts.-Ztg.ec: Daß es der rnsfischen Regierung mit der Rufftfizirung der litthauischen Gouvernements völliger Ernst ist, zeigt eine dre Gründung 'von Volksschulen betreffende Verfügung, welche der Ge- neral- Gouverneur Murawiew an die ihm untergebenen Gouver- nements=Chefs unterm 28.November erlassen hat. Diese Verfügung
lautet:
»Da ich im Interesse des Landes, in welche1r1 die Verbreitung von Bildung unter den Bauern im echt rusfischenGerste von der Regterung möglich| unterstüßt werden muß , die unentgeltltche Hergabe votr Holz aus den StaaiZforften zum Bau von Schulen in den Ddrfern der Drenstbauern für nothwendig erachtet habe, so habe "ich 1111ch zu 'dresem Zweck mit dem Herrn Minister der Staatsguter nz erbmdung ,gesxßt. So eben hat der General - Adjutant Zielxnyx mtch ben_achrtchttgt, daß er meine Ueberzeugung von der Nothweydrgkert der Verbrettung rem russischer Bildung unter den Landleuten thetle _und den „Kammern der *Staatsgüter in alten westlichen Gouvernements dre Befugmß erthetlt habe, auf Verlangen der Gouvernements-Chcfs das zym Bau vyn Schqukalen n den gedachten Dörfern nöthige H„olz 618 zu 3060 Stammen und 62 Stangen für die Schule aus * den nachsten Staatsforsten unentgeltlich her- zugeben, sei es auf Rechnung des Budgets oder außer demselden, wenn der
ustand der Forsten dies möglich macht. Von _drxser erfyézyng beyaoh r1chtige ich Ew. Excellen mit dem Bemerken, daß 1ch_ memer rxts den Ku- * raiov des Wilnaer Lehrßezirks, unter dessen Auffich-t dre Volksschulen sehen