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entfernt sind, ist die Gesammt-Taxe auf „1 Sgr. für den ein- fachen frankirten Brief festgestellt „Worden. .
Für rekommandirte Briefe ist außer dem Porto eme (He- bühr von 2 Sgr. zu entrichten Für Briefe mit Werthangabe ist das Werthporto auf die Hälfte der bisherigen Säße ermäßigt Worden.
Für Sendungen mit Mustern und Waarenprobcn, so wie Korrekturbogen, für welche nach dem alten Vertrage bis zu 2 Loth exkl. das einfache Briefporto, mithin L, 3, 4 oder 5 Sgr., und dcmnäch| für jede fernere 2 Loth fortschreitend dieselben Säize zu erheben waren, beträgt das Porto vom deutschen Abgangs- bis zum niederländischen Bestimmungsortc ohne Unterschied der Entfer- mmg künftig 9 Pfennige für je 40 Grammcn : 2-3; Loth.
Für kaufmännische “Cirkulare , Prospekte, Anzeigen und sonstige Sendungen untcr Band, für wclche dieselben Vcr- scndungZ-Bedingungcn wie im Innern des Postvcrcins gelten, be- trägt das Porto ohne Unterschied der Entfernung künftig 9 Pfennige für je 1 Loth (“I(F]. ,
Ju Betreff der mit Marken U nzurcichcird frankirtcn Briefe, welche bisher als ganz Unfrankirt angesehen wurden, ist dem Grand- salze Eingang verschafft, das; solche Briefe zwar als unfrankirt [vc- l)andclt nnd taxirt werden, jedoch unter Anrechtmng dcs Wcrtlzcs der verwendeten Marken, bisher wurdcn dieselben al:“; Ungültig be- trachtet.
Es steht zu erwarten, daß der neue Vertrag zur Förderung der, an den erleichtertenKorrespondenz=Austausch im internationalerchr- kehr fick) knüpfendcn Interessen wesentlich beitragen werde.
Danzig, 9. Dezember. Von den hier im „Hafen liegenden Kriegsschiffen wird die Korvcttc »Arcdnaa und die Brigg »ROVcka Mitte d. M. nach Swinemünde gehen, wosclbsi die Brigg »Mns- quiwo- und Korvette »Nymphc« bereits stationirt sind. Zur Zn- siandseßung der Dampf-Kanoncnboot-Jlotti[le find bereits zwci Zn- genicurc von hier nach Stralsund abgegangen. Dunz. D.)
Oldenburg, 8. Dezember. Nachdem die Landtags-Abgcrrd- neten gestern zusammengetrctcn sind und fick) mit der vorläufigen Wahlprüfung beschäftigt haben, wird das Ergebnis; derselben morgen zum Vortrag kommen , und da die Vcrathung Und Beschlußfassung dariiber schwerlich mehr als einige Stunden diirrvcgrrchnicrrwird, so rechnet man schonmorgcn auf die Eröffnung des Landtags. Die Sturm- fluth vom 3. auf dcn4. d. M. hat nach allen dariiber einlaufcndctch- richten an verschiedenen Stellen unsere Deiche und Uferwcrke beschä- digt, jedoch ist ein Unfall von besonderer Erheblichkcit nicht zu be- klagen gewesen, und insbesondere haben auch die am meisten ausx geseßtcn Dcichsirccken die Gefahr sehr gut überstanden. In Betreff des im preußischen Hafengebieie entstandenen Durchbruchs cines Kajedeichs, wodurch der ganze Arbeitsplay unter Wasser gcseßt Und viel Material zerstört ist, hat man iiber den Schaden mit seinen Folgen noch nichts Näheres gehört. (Wes.-Ztg.)
Holstein. Rendsburg, 7. Dezember. Sichcrcm Verneh- men nach sollen auf Befehl des Kriegsministcriums fiir die creniuellc sofortige SieUung von 1300 Pferden zur dänischen Armee vorberei- tende Veranstaltungen getroffen werden. Nach einer Mittheilung der »H. N.: wird bei dieser Maßrcgcl auf ein Patent vom 22. Je- bruar 1806 Bezug genommen, worin bei einer Bestimmung über den Repartitionsmodus auf ein altes, niemals öffentlich pnblizirtes Geseß vom 26. Januar 1789 zurückgegangen ist. Die einzig zu konstatirende Bestimmung dieses (Heseßcs, welches Niemand im Lande kennt und welches selbst dem holsteinschen Ministerium unbekannt sein wird, ist, daß bei einem Aufbruche der Armee 3303 Pferde zu stellen smd, wovon ein Drittel auf die Herzogthiimer fallen. Also selbst nach dem Geseke, worauf man sich beruft, können nur 1100 Pferde verlangt werden, während jeßt mehr als das Doppelte, 1300 vvnHolsiein und 980 von Schleswig verlangt werden. Allerdings harman 1806, 1813, 1830 und 1859 auf diese Weise Stiickpserde einberufen, abersowohl1830 als 1859 ist auSdrücklich auSgesprochen, daß nur gegen voile Vergütung die Stellung geschehen solle, in bei- den Fällcn blieb es bei der Einberufung.
Altona , 7. Dezember. 'Seit Sonnabend ist man in vielen Speichern in der Elbstraße eifrig damit beschäftigt, die dort für Hamburger Rechnung lagernden Waaren zu Waser und zu Lande nacha-Hauwurg zu schaffen, angeblich wegen der bekannilicl) in (10211 Assekuranz-Policen gebräuchlichen Formel der Verficherung »außer gegen Kriegsgefahra.
-- 9. Dezember. Heute Morgen ist eins der hier liegenden dänischen Batailloncnach der Gegend von Segeberg abmarschir)t.
(Alt. M.
Sä,!eSwig, 7. Dezember. In den leßten Tagen haben die Zufuhren von Pafiisaden, Fourage, Stroh 2c. aus Flensburg mit dér- süd -schleswigschen' Eisenbahn fortgedauert. Man erwartet hier nächstens-Telegraphcn-Jngenieure aus der auptftadt, welche damit béauflragt seinsollen, eine Feldielegraphlin e längs“ der Dannevirke- stellung, mit 6 oder“ 8 Stationen herzustellen. Die Dannevirkelinie wird""im Laufe dieser *Woche von Truppen beseßt sein.
Derkommandirende General im 2. General-Kommandodiftrikt,
General-Lieutenant Tbeftrup, welcher hier bereits am 5, d. M. er- Wartet wurde, wird in Folge veränderter Bestimmung erst Mitte oder am Schluß dieser Woche hier eintreffen.
Hier ist den Hausbefißern vor einigen Tagen die Anzeige ge. macht, daß dieselben sich noch auf 5000 Mann Einquartierung zu richten hätten. Ein Theil davon wird schon heute erwartet.
Hamburg, 9. Dezember. Die beiden Kopenhagener Blätter "Dagbladeta und »Faedrrlandcta erklären, Dänemark könne Hol- stein keineswegs ohne Sch1vertstrcich räumen. Bis Mittags wären hier noch keine Truppen angesagt.
Sachsen. Weimar, 8. Dezember. Es ist bereits mitge- theilt worden, daß die hiesigen Gcmcindcbchördcn den Beschluß gn faßt haben, zur Unterstiiizung der sck)lcswiZ-holsicincr Sache eit Kreditvvtum von 10,000 Thlrn. zu bewilligen. Man vcrnimmc jcßt, daß das Großherzogl. Gouvernement dic Ausfiihrung dieses nachher auch von dem Bczirkdausschuffc bestätigten Bcschlusscs untcr- sagt hat. (L. Ztg.) Gotha, 9. Dezember. Die [)icfigc Zeitung enthält folgende Notiz: Es ist hier ein »Harrptwchrcomitéfiir Deutschland:: zusammen- getrctcn. Eingczogcnc Erkundigungen haben crgcbcn, das; dasselbe mit der Hrrzoglicl) schleöwig=holsiririschcn chicrrmg hier nicht in Verbindung sicht.
Vadru. Karlsruhe, 8. Dezember. Durch AMrh-Zchftc Ordre Vom 6. d. M. wird Sc. Großherzogliche „Hoheit der Prinz und Markgraf Wildclm zum General-Licutcnant und zum General- Jnspck'tor drs Großherzoglichen Armcc-Corps ernannt. (Karlsr. Z.)
Würti'cmbcrxr. Stuttgart, 8. Dezember. Ihre Kaiser- lichen Hoheiten dcr Großfürst und die Frau Großfürstin Constan- tin von Rußland nebst Familie find zum Besuche der Königlicher: Familie gestern Abend hier angekommen und im Königlichen Refi- dcnzschloffc abgestiegcn. (SKM. s. W.)
Bayern. München, 7. Dezember. Ueber das Resultat der Mission, wclche Staatsrail) Francke im Auftrage des Herzogs Friedrich von Schleswig-Holstcin hier ““zu erfüllen [)attc, Vcrnimmt man noch nichts Bestimmtes, man weiß jedoch„ daß Herr Francke fich sebr befriedigt iiber daffclbc geäußert hat. Heute Morgen [)mit derselbe rxnscrc Stadt wieder verlassen. (N. E.)
- 8. Dezember. Sc.Majestät der König ist gestern von Rom abgereist und wird morgen in Florenz eintreffen. Die Ankunft Sr, Majestät in München diirfte sonack) bis zum nächsten Sonnabend Abend zu erwarten sein. (Bayer. Z.)
Niederlande. Haa 7. De rmber. ur Weiteren Amor- I; 3
dafür nur 5 Millionen auf das Budget gebracht hatte. treffende Amendcment war von dem früheren Jinanz-Miniftcr, ran Boffc, eingebracht. Der crhcblichsic Theil des Budgets, die National- schuld, ist mit allen Stimmen, und auch die iibrigen Hauptposien, Welche bis cht zur Bcrathung kamen, find angenommen worden. (Köln. Ztg.)
Lord W odchousr wird seine Reise an den kopenhagencr Hof mor- gen antreten. Als Secretair wird ihm wahrscheinlich sein Bruder beigegeben wcrden, Welcher heute aus dem Haag hier erwartet wird. - Sir John Lawrence, deffen Abreise nach Indien auf übermorgen, den 10ten, angescßt ist, hat inzwischen noch lange Konferenzen mit Charles Wood und dem Schahkanzler gcpflogcn, - Dcr Gesandte für Japan, Rutherford Alcock, wird am 28. d. England verlassen, um fich auf seinen Posten zuriickzubegeben,
Jn Windsor wurde heute ein gehciimer Rath unter dem Vorfiß der Königin abgehalten.
Frankreich. Paris, 8. Dezember. Dcr »Moniteur« pu- blizirt heute (wie bereits tclcgraphisck) gemeldet) die Antworten, welche der Kaiser anf seine Einladung zum Kongresse von denSouverainen Rußlands, Sachscns Und Württembergs erhalten hat.
Dem Senate wurde heute der Adreßeniwurf vorgelegt. Es heißt am Schluffc dicses Entwurfes, der im Wesentlichen einc Um- schreibung dcr Thronrede ist, iiber den Kongreß:
Mögen die Souveraine, durch ihre hohe Einsicht und den Geist der Neuzeit geleitet, fich Ew. Majestät für eine Aufgabe anschließen, die den Kämpfen zuvorkommt, anstatt dercn Ausdruck) abzuwarten, welche die ver- schiedenen Ansprüche regeln und das Recht der Regierungen in Einklang
beschlossen, fich zu enthalten, seine Ausnahme-Lage gestattet ihm vieÜeicht weniger, als Ew. Majestät , von den Gefahren des 8131118 quo berührt zu sein,“ allein die übrigen Regierungen können nur , einer zusammenbrechenden Vergangenheit gegenüber, durch Begründung einer Situation gewinnen, die fortan weder bedroht noch verkannt werden darf. Auch die Völker Werden dabei gewinnen, daß fie in eine Zukunft der TranZaction und der Eintracht eingehen. Was auch geschehen m_öge, das Land wird Ew. Majestät nicht desavouiren, nachdem DieselbeVZeder Verantwortlichkeit Rechnung getragen und nach den Mahnungen der eisheit zu Europa gesagt hat: »Ich spreche im Namen Frankreichs.-
Jn Bezug auf das mexikanische. Ansehen hofft der Senat von Seiten Mexiko's auf eine Entschädigung, Welche die gemachten Aus- lagen decken werde. »Generofität hindert Recht und Gerechtigkeit
nicht!« sagt der Senat.
tisation der niederländischen Staatsschuld find von der Zweiten Kam- .“ mcr 1115 Million Gulden bestimmt worden, während die Regierung . Das bc- ?
Großbritannien und Irland. London, 8. Dezember. *
Mit den gerechten Bestrebungen der Völker seßen wird. England hat indeß
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In dem den Kammern vorgele ienE o 6 wm: bekann “ck von einem Handels- "118 Schifffahr?s- Véxtrxige dic Rede,til'11bZraZecZ mii Sechweden und Norwegen unterhandelt werden solle. Wie der „Montreurx heuteomeldet, haben die Berathungen gestern begonnen. Frankreich ist dabei durch Herrn Drouyn de Lhuys und Herrn Behic mit drei Fach-Direkwren des HMdcls=Ministeriums , Schweden und Norwegen aber durch den Gesandten, Baron Adelsward , und die Ministerialräthe Willcnding aus Stockholm und Bcrnhost aus Christiania vertreten, “
*" 9- DLJMMLJ- “Dcr »Moniteur« pnblizirt die Antworten der Souvcramc Belgiens, Italiens und der Niederlande auf die Kongreß JEinladUng. Dasselbe Blatt chavonirt auf das Entschie- gcnftc dicxcnigcn Blätter, welche in dcr iiber den Suez = Katral aus- gebrochenen Polemik die Meinung der Regierung zu vertreten bc- Hauptct hatien. *
Italien. Turin, 8. Dezember. In der Heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses WW ein Gcscchtwrrrf eingebracht, welcher die Unterdrückung dcs Brigantenthmns und die Aufrechter- haltung der öffeirtlichcn Sicherheit in den neapolitanischen und fici- [ianischcn Provinzen bezwrckt. Dcr sicilianisch Abgeordnete Bcrtolami sprach fiir das Ministerium Und lobte dessen energischer; Auftreten. Gestern sind sieben Mitglieder der Bande Caruso's gefangen genom- men worden,
Wie man aus Neapel, 5. Dezember meldet, war dort, weil sich Volkshaufcn vor einem durch Frevlcrhand mit Dolchstößcn durch- bohrtcn MuttergotteSbildc gesammelt hatten, der Befehl ertheilt worden, alle derartiger: Bildwcrkc aus den Straßen in die Kirchen zu schaffen. Dieser Vcrfiigrmg war Folge gclcistct worden, ohne daß sich Symptome von Widerschichkcit knnd gegeben hätten. Unter den jungen Freiwilligen zeigte sich eine 17th zunehmende Auf- rcgrmg seit dem Erscheinen des Briefes von Garibaldi, in welchem dieser von Victor Hugo cine Miilion Gewehre begehrt.
Rußland und Polen. Von der polnischen Grenze, 8. Dezember, wird der »Osis.-Ztg.« mitgetheilt: Das Organ der pol- 11ischcn Demokratie, der in London erscheinende "Glos Wolny», schil- dert dic kriegerischen Vorbereitungen, welche die Leiter des Aufstan- des zmn nächsten Frühjahr nmchrn, als scHr umfassende. »Die bei- dcn Aufgaben - schreibt das genannte, in der Regel gut unter- richtete Blatt » auf wclche heute alle übrigen sich rcduziren, find: 1) die Erhaltrmg und Vcrstärknng dcr bisherigcn Weise drr Kriegführung, 2) die Aufhänfung und Vorberei- tung aller möglichen Materialien, um im Frühjahr mit eincr organisirtcn Macht hervortreten zu können, stark genug, die Volksmasscn in Bewegung zu bringen und bewaffnet gcgen Rußland zn fiihren. Die Natiorral-chirrung hatte bei der Be- rufung Micrdswwskis zur hervorragenden Bciheiiigung an die- ser großen und rtncrläszlichrn Arbeit keinen andrrcn Zweck. Sie hat in seine Hände die entsprechenden Mittel gelegt. Alle ch- ii01ml-Bchördcn, Comités und auswärtige“Agenten- herben dic nöthigcn Aufträge erhalten. Wir hoffen, daß sie aus kerne. Bc- denkcn, keinen Mangel an Aufrichtigkeit und am. aiicrwe-mgsirn auf Widerstand stoßen werdcn. Microslawski giebt h1erm em Beispiel, das wir seinen bisherigen Grgnern „zur Nachahmung aufstellen. Ucbcrall stiehk er Unterstiinmg, rirft"]rdc „Opferwultgicit anf, schaart um sick) jede Bcrcitwilligkeit und Fahigkeit, ohne Hiwi- ficht aaf die Person und die politisch Meinung. Unter deri Wich- tigsten und dringendsten Pfiick)tcn dcs Orgatiisators der nationalen Streitkräfte ist cht dic nothwendigstr, dcn Natwnalkricg durch ach zu verstärken, was momentan äUßerlich von rhnrlosgcrrßcn war, oder in seinen inneren Mechanisnms fich nicht cmsugtc. :)n Frani- rcich, England, der Türkei, Amerika'u. s. w. smdwwch Viele (““Tu-U- granten, welchc troß des langen Exils dolle physische und'gctsttge Frische bewahrt haben. Bisher geschah wenig oder 11lchtI um diese edel- miithigcn und verdienten Männer zur gcmrrtrsqrnen Arbeit heran- zuziehen und fie zu überzeugen, daß drc_Bcdiir11111sc des Vaterlandes so verschiedenartig und zahlreich sind, daß [oder gute Wille, 'jEÖL Yntcr- sküßung (32111th werden kann und muß. „Fcrnrr Verweilen m "den Haupt- und anderen Städten Europa's Viele Polen, .die ermudct vomKampfc oder aus anderenGriinden vcrgcisrn,daß herrtc bci drr schwexren Noth des Landes, jede Ruhe Hoffmmgslojtgkcrt, ]cdc's frctwrlitge Bcr; [affen des Nationaldicnsies rin Vergehen gegen die: .Krichsgesch ist, da:»
|th Verantwortung nach fich zieht.. Auf, bcrdeßKategorreen un- serer im Auslande wcilenden Brüder tft bcrert§ das Augenmerk, gc- richtet. Dcr Organisator hat Maßregeln getronrn, von denen jeder Betheiligte bald Kenntniß erhalten wrrd»: - Mehrere polmickge Guts- befißer aus der Provinz Posen, welche „slch Mit ckck“ JMUÜM nach Paris begeben hatten, um dort den Winter zuzubrmgcn, haben yon der National-chierung bereits die Aufforderung erhalten, schleuyrgit auf ihre Güter zurückzukehren und der weiteren Befehle gewartig u et . „ „ z 1“?*ZZarschau, 7. Dezember. Gestern ist schon wrrdrr ern Trans- port von 108 Gefangenen, den beffcret1Standen angehorrg, nach Ruß- land abgegangen, und allem Anschein nach wird es noch lange
auch Professor. Dr. 11186. Chaludinski verhaftet aber “bald wieder frei- gelaffen. Glerch darauf ist er, einer der beliebtesten Aerzte “und geschickter Operateur, ins Ausland gereift. Wenn wir hier eine Rund- schau der qngeseheneren Privatpersonen halten, so finden wir einen großen Theil derselben im Auslande, und wer es ermöglichen kann, g'chtönoch fort, zumal aus der Provinz. - Dieser Tage entführten die „Insurgenien ganz in der Nähe von Warschau einen ihnenmiß- liebtgcn „Gutsbefiycr, dcr indes; von einem russischen Streif-Dctache- Yeni wrcdcr “befreit und in Sicherheit gebracht wurde. Vor einigen wagenvrckrurtrtcn die Jnsurgenten in der Gegendvon Miechow im ehemaercn Krakauischcn mit Gewalt und nahmen auch den jungen Gutsbewßcr Schirmer mit fort. Der junge Mann entlief, die In- surgeniewaber schossen ihn auf der Flucht durch die Brust. Er soll ohne Hounung icin. _ Da die Kasernen, die konfiszirten und außer- dem genncthrteri Häuser noch nicht ausreichen, um das in Warschau siehendc Militair fiir den Winter urtterzubringen, so werden noch rrnmer mehr grdßc Häuser fiir die Truppen gemiethct, nament- lick)..fi1)d es_ größere zusannncnhängendr Wohnungen, welche vom I)itliiair geweht werden, um mehrere Compagnieen zusammenlegen “L* konnen.“ - (.',-eit einigen Tagen treffen mit der Eisenbahn wieder “»rupprn" rm, so gestern 2 Batteriecn :*1 8, Gcschüße aus Rußland. Dcr [)rejrge Armeebcftand wird sich nun wohl bald auf 200,000 Mann belaufen. - „Heute wurden wieder viele Verhaftungen, namentlich Von Arbeitern auf dem Warscbari-Wiencr Eiscnbahnbof, vorgenommen. (Osts. Z.) “
Tclcgrapdischc Depeschen aus* dem Wolff'scben Telegraphen-Bürcau.
Frankfurt a. M., Mittwoch, 9. Dezember, Abends. Der gcsrßgcbcnde Körper beschloß heute aus Anlaß der Abstimmung der ficbzehnten Kurie in der vorgrstrigrn Brindestagsfißung einstimmig:
1) Den Senat zu eiiier Erklärung dariiber aufzufordern, wie die freie Stadt Frankfurt gestimmt habe.
2) Den Senat zur sofortigen Anerkennung des Herzogs von Augustenburg als einzigen Erbbrrechtigten fiir die Herzog- thiimer aufzufordern.
Wien , Mittwoch, 9. Dezember, Abends. Die »Wiener Abend- pofta erfährt, der dänische Gcncraladjutant Orlogscapitain Irmin- ger habe bei dem Kaiser behufs Ucbcrgabe der Notification der Thronbesteigung Königs Christian UK. cine Audienz nachgcsucht. Graf Rechberg habe indessen den dänischen Abgesandten darauf aufmerksam gemacht, der österreichische Hof halte den Kopenhagener
ni t der le te sein denn wie verlautet.,.s0[[ auch mrscrc Hochschule cinckehr Purificßation u:,rterworfcn werdcn.Wtc1chJhncn neulich schrieb wurde
Hof erst dann für bcrcchtigt, sich den deutschen Mächten gegenüber auf dem Londoner Vertrag zu berufen, wenn Seitens des Lcßtcrsn Vorher dcn Icrbindlichkciten Genüge geleistet wäre, welche die Vor- ansschmg fiir die Zustimmung der deutschen Mächte zu diesern Ver- trage gebildet hätten, daher in der Entgegennahme des Notifications- schreibens cin Aufschub einzutreten haben Werde. Hierauf habe Or- logscapitain eringcr erklärt, er müsse unter diesen Umständen auf die Audienz verzichten, und habe demnächst Wien verlassen.
Die heutige »Wicner Abcndposta theilt ferner das Schreiben des Kaisers an Napoleon und die Depesche an Fürst Metternich, datirt vom 17. November, mit. Das Schreiben des Kaisers beant- wortet das die Einladung zum Kongresse enthaltende Schreiben Napoleons vom 4. November d. Z. Es heißt darin: Ich habe den Mir gemachten Vorschlag gewissenhaft gepriift ,' zunächst mußte Jcl) mir die Frage stellen, ob der Plan alle Bedingungen vereinigt, die Mir erlauben, ein entsprechendes Ergebniß zu hoffen. Der Er- folg jedes Unternehmens hängt ziim großen Theil von der Art ab, mit welcher man es beginnt und von dem Plane, den man fich vor- gezeichnet hat. Je schwieriger das Unternehmen ist, je mehr es die Mitwirkung verschirdrnartiger Kräfte und Willensabfichten erhcischt, um so dringender stellt fich das Bcdiirfniß heraus, fich mit Klarheit iiber den Ausgangspunkt zu verständigen , den Gegenstand und die Mittel der beabsichtigten That festzustellen, und die Linie des einzu- schlagcndcn Verhaltens voraus zu bestimmen. ' Diese Bedingungen scheinen Mir von wesentlicher Bedeutung fiir den Erfolg des Werkes, welches Ew. Majestät zu unternehmen wünscht. Ehe Ick daran thril- nchmc, halte Ich es fiir unerläßlich, über gewisse vorläufigePunkte aufge. klärt zu sein. In einem Worte, Ich wünschte mit einiger Genauigkeit die Grundlagen und das" Programm für die Berathungen' des zu eröffnenden Kongresses zu kennen. Bezeichnet man im Voraus und im Einzelnen die Fragen, welche der Kongreß prüfen soll, kommt man iiber die seinen Arbeiten zu gebende Richtung überein,