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ekn Hoch auf die Stadt Kiel. Der Senator Thomsen hat unter großem Jubel den Herzog proflamirt.
Pl oen , 28. Dezember. Gestern war ein stürmischer Tag für unsere kleine Stadt. Es war noch dunkle Nacht, als“dic 3-400 Mann Holsteiner, welche aus Lauenburg hierher verlegt worden sind , zum Ausrückenangeblich nach Preetz aufmarschirt standen. Aber. die Plöner waren schon maffcmveise auf den Beinen und forderten die Soldaten unter Hurrah und Schleswig-Holstein auf,. zu bleiben. Die Offiziere baten und versprachen den Leuten ihren Permisfionsschein in Preey zu geben, die Soldaten aber weigerten fich laut, einige traten sogar vor und erklärten, daß fie nicht mitgehen und nicht gegen ihre Landsleute kämpfen wollten. Um 8Uhr gab man die Sache auf und beorderte die Leute um 1011191 auf den Play. Eine Staffettc hatte etwa 300 Mann Dänen mit cinemOberst-Licutcnant 11011 Aschberg requi- rirt. Der Leytcre trat um 10 Uhr vor die Front und that sein Mögliches, die Leute zu überreden. Er gab sein Ehreuwort, das; fie in Preeß permittirt werden sollten, es half nichts. Er hielt ihnen vor, daß fie dem Könige geschWoren hätten und im Begriff ständen, ihren Eid zu brechen, aber die Menge rief auf Plattdeutsch , sie hätten einen Jahncneid geleistet. Endlich forderte der Oberst-Lieutenant cine “definitive Erklärung, ob die Soldaten , die ihrem Könige Treue geschworen , fick) weigern wür- den , zu folgen. Antwort: Ja. Darauf erklärte er, daß fie hier pcrmittirt Werden sollten. Ein Bürger trat vor und verlangte Garantie, daß man den Permittirtcn nichts in den Weg legen Werde. Ein paar Offiziere drangen auf ihn ein, aber die H.)?enge drängte fie zurück. Die Soldaten legten dann größtcntheils ihre Waffen in der Reitbahn ab, aber das Volk cr1111111tertc sic, dieselben wieder aufzunehnnn. P(ößlich hieß es: die Dänen kommen. Es waren die von Aschberg requirirten 800 Manu. Man sammelte sich. Es wurden einzelne Schüsse abgegeben Und wieder geladen, aber es fehlte jegliche Leitung. Die Permittirtcn legten die Waffen ab und marschirten fort in ihre Heimath. (H. BH.)
Schleswig. Flensburg, 29. Dezember. Am 24. d. M. langten hier auf dem Kriengampfschiffe »Hcflaa und zwei anderen Dampfern ca. 800 Mann des 16. Regiments von Korför an. Am selben Tage traf eine größere Anzahl Ammunitionswagen 110111 Norden ein und ging südwärts ab , während das 8. Drago11cr-Rc- gimcnt die Stadt pasfirte und nach Satrup und Sörup marschirte. Am 25. d. M. [angtcn i1.11hiefige11Hafe11 das Kriegsdmnpfschiff r(Heiser-c, der Panzerschooncr »Absalom, das Dampfschiff »Hcrtha« und das Dampfschiff »Zampa» an, die ersteren drei mit dem Rest des 16.Regi111e11ts, so wie mit Material für die Armee, das lcßtcre, um Kranke aus den hiefigen Lazarethen zu cvacuircn.
Außer dem früher angekonnnenen 16. Regiment ist gestern und Vorgestern auch das 17. Regiment in zweiAbtheilungcn mit Dampf- schiffen von Korsör hier angekommen, und find mit den älteren Ein- berufenen hier wohl gegenwärtig gegen 4000 Mann einquartirt. Im Laufe der Woche können, wie es heißt, Se. Majestät der König und die Königlichen Garden hier erwartet werden.
Hamkurg, 29. Dezember. Ueber den Inhalt der neuesten Kopenhagener Blätter ist hier Folgendes bekannt. »Dagbladeta be- hauptet, das Ministerium bleibe und Krieg stehe nahe bevvr. »Jac- drclandet» versichert, Hall habe die Bildung eines nenen Ministe- riums übernommen, »Berlingskc Tidendea erklärt, daß noch nichts entschieden sei. Der Gencral-Licutenant de Meza in Flensburg, Höchstkommandirendcr in Nordjütland, Zähnen und Schleéwig, übernimmt den Oberbefehl der aktiven Armee und verlegt seinHaupt- quartier nach Schleswig, Kauffmann ist zum Chef des General- stabes ernannt.
-- Die in Hadersleben erscheinende ministeriell gefinnte dänische Zeitung »Dannevirke- vom 26|cn 13. enthält ein Telegramm aus Kopenhagen des Inhalts, daß in einer am 26ste11 unter dem Vor- 173 des Königs abgehaltenen Konferenz der Minister und der Mit- g eder des Reichsraths von der Rechten die Anficht vorgeherrscht habe, es sei unmöglich, das Grundgeseh vom 18. November auf verfassungsmäßigxm Wege aufzuheben, die Ministerkrifis sei dahin erledtgt, daß sämmtliche früheren Minister in ihren Stellungen verbleiben.
Die fächfische Brigade mit dem Generalstabe Hake's geht mor- gen bis Jevenstedt Und am Z1ften Mittags nach Rendsburg. Ein Bataillon derselben und ein Regiment hannöverscher Dragoner smd von Neumünster auf der Eisenbahn nach Kiel abgegangen. Das Hauptquartier wird vorläufig in Rendsburg genommen. Die han- növersche Brigade bezieht morZen Kantonnirungm auf den Dörfern 'zwischen Altona und J choc, ihr Stabsquartier bleibt in Altona. Es wikd versichert, da bei einer hießgen Schiffsbäckerei 50,000 TageLrationen b sZÉt seien
Sassen- "Dresden , 29. Dezember. Se. Königl. Hoheit bc! Gxoßherxv. von Oldenburg ist heute Mittag, von Olden- burg kommend, [; er eingetroffen.
-- Die. söchsische Annee-Brigade in Holstein ist gestern in und
bei Neumünster eingetroffen und setzt heute den Marsch nach Rends- burg zu bis Northrf fort. Die nach Altona detachirten zwei Schma. Foyer?) unßddas8. Ynxanterieh-Vataillon treffen morgen bei der rtga e 1v1e er em , a 111 ge 1 heute das 1. * 11 anterie-B 't ' nach Kiel ab. (Dr. J.) I f a MUM
Schtvarzburg. Sondershausen, 28. Dezember, Unser LanHZaZ hat fich bisher fast nur mit der Berathung des Budgets beschafttgt, doch l1egt demselben auch ein Gescßentwurf, dic Verbesse- r1111g des Verfahrens in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten betreffend, em Antrag auf Heranziehung der Acticn- und Verficherungsgescll- schaften zur Klaffe11-, Einkommen- oder Gewerbesteuer vor. (L. Z.“-
Frankfurx a. Pk., 29. Dezember. Der 111 der gestrigen Bundestagsstßung eingebrachte Antrag 11011 Oesterreich und Preußen, die Wahrung der dem deutschen Bunde in Bczng auf Schleswig zustehenden Rechte betreffend, lautet:
Bereits durch ihren Beschluß 110111 9. Juli d.J. hat die hohe Bundes- Bersmmnlung konstatirt- daß die Königlich dänische Regierung der v'on ihr czngcgaugencn Verpflichtung, das Herzogthum Schleswig weder dem eigent- l1chen Königxeiche Dänemark. zu inkorporiren, noch irgend wclche dies be- z111cchcn1§e Schritte zu u11tcr11ch111e11, dnrch dic Bekanntnmchunq vom 31).*Ma1"z ßntgegengchandclt habe. Für den Fall, daß Däncniark bei d1c1er Rechtsverleßung beharrte, hat die Bundesvcrsammlung fiel) vorbehal- ten, alle 111119111th Mittel zur Geltcndnmchung der dem Bunde in Bezng auf Schlcs1v1g durch ein völkerrechtlichcs Abkommen erworbenen Rcckxte in Anwendung zu bringen. '
Der Hof von Kopenhagen hat nun zwar die erwähnte Verordnung außer Kraft geseyt. Allein es ist dies erst geschehen, nachdem dieselbe ihren Zweck erre1cht hatte, und für Dänemark und Schleswig ein neues Gründ- gesetz er_lass1n worden war, welches virtuell cincr Einverleibung dcs Herzog- thums m das Königreich vollkommen gleichk0111111t. Dieses Grundqu 6111 u11gc11chtet dcr dringenden Abmahnungen der deutschen Mächte a111*18. No- vember d. Z. die Königliche Sanction erhalten, ein demselben entsprechendes thlgcscy ist so eben in Schleswig vcrkündigt wvrdcn, und der 1. Januar 1864 1ft als Termin für den Eintritt der Wirksa111kcit der neuen Verfaffung bcstinnnt.
" Nach derxAnficl)t_ dcr Allerhöchsten Regierungen von Oesterreich und Preußen nöth1gt dic Königlich dänische Regierung durch dieses rechtswidrige Verfahren den deutschen Bund, fich in Gemäßheif des erwähnten Vorbe- haltcsßcr ihm zur Verfügung stehenden Mittel zu bedienen, um den Rech- ten,. d1c ihm gegenüber der Krone Dänenmrk auch in Bezug auf Schleswig, sonnt auf internationalem Gebiete zustehen, die gebührende Genuqthuung zu fichern. *
Oesterreich und Preußen stellen sonach den Antrag:
_Hohe Bundesvcrsammlung wolle 1111 die Königl. dänische Regierung die Aufforderung richten, das Grundgesey vom 18. November d. J. bezüglich ch H„erzogthums Schleswig nicht in Voklzug zu segen, sondern dasselbe 1311111111» 1111121181 aufzuheben, und fie wolle mit diesem Verlangen die Erklä- 11111g vxrbindcn, daß im Falle der Weigerung der dcuéschc Bund 1111 (He- fnkxle scmcs Rechts und seiner Würde die erforderlichen Maßregeln ergreifen 11111ßtc, 11111 sichxdurcl) einc 111ilitairische Bcseßung des Herzogthums Schles- ng cin 5Pfand für die Erfüllung seiner gerechten Forderung zu verschaffen.
An der Wixkung des bereits gelegentlich des Bundesbeschlusscs vom 71111 Dezember a11sge1p_rochcncn Vorbehalts einer rechtlichen Prüfung der Erb- folgefrage würde 1clbswerstä11dlich durch die Annahme des vorstehenden An- trags Nichts_gcät1dcrt werden.
Die (He1andtcn von Oesterreich und Preußen haben schließlich darauf anzutragcn: -
Hohe Bundesversammlung wolle den Militairausschuß beauftragen, unverweilt die erforderlichen Anordnungen zu dem Zwecke in Vorschlag zu bringen, damit die dem Bunde für die eventuelle Beseyung dcs Her- zogthums Schleswig zur Verfügung zu stellenden Streitkräfte auf die nöthige Stärke gebracht werden. (Jr. Bl.)
' Die Note Vom 27. d. M., welche der großbritannische Gesandte Str Alexander Malek zu Frankfurt a. M. 111 der schleSwig-holstein- schen Angelegenheit an den Bundestag gerichtet hat und welche in der Stßung vom 28. d. M. dem holsteinschcn Ausschuß zur Bericht- erstattung überwiesen wurde , theilt die »Nordd. Allgem. Ztg.«, wie folgt, mit: .
Der Unterzeichnete hat die Ehre zu Folge von Jnstructionen Seitens der Regierung Ihrer britannischcn Majestät Sr. Cxcellenz dem Herrn Baron von Kübeck, Präfidirenden dcr Bundesversammlung, eine Abschrift des Lon- doner Vertrages vom 8. Mai 1852 mitzutheilen.
Der Unterzeichnete hat die Ehre, Se. ExceUenz zu ersuchen, diesen Ver- trag der Bundeöversammlung vorzulegen.
Der Unterzeichnete ist gleichzeitig beauftragt, zu bemerken, daß die hohe Bundesversammlung ersehen will, daß durch diesen Vertrag Frankreich, Großbritannien, Rußland und Schweden übereinkamen, König Christian 121. als Nachfolger in allen Befiyungen anzuerkennen, wexche Se. Majestät der verstorbene König von Dänemark inne hatte. '
Diese Anerkennung hat bereits Seitens aller dieser Mächte ftattgehabt.
Der Unterzeichnete ist daher angewiesen, hervorzuheben, daß, wenn die Bundesversammlung durch irgend einen übereilten Schritt einen dem Lon- doner Vertrag entgegengeseßten Weg einschlägt, ernste Verwickelungen fich ergeben dürften.
Der Unterzeichnete ist ferner beauftragt, Seiner Excellenz dem Präfi- direnden der Bundes-Versämmlung zu erklären , daß die Regierung Ihrer britannischen Majestät bereit ist. diese Gegenstände in einer Konferenz zu verhandeln, welche an irgend einem Ort, über den man sich vereinigte, zusammenträte, und an Welcher alle Paciscenten des Londoner Vertrages und ein Vertreter des deutschen Bundes Theil nehmen würden.
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Indem der Unterzeichnete diese Mittheilung an Se. Excellenz den Prä- ßdirmden der hohen Bundesversammlung macht, benuyt er :e. Frankfurt , den 27. Dezember 1863. (gez.) A. Malek.
An Seine Exceüenz dcn Herrn Baron von Kübcck, Präfidirenden der deutschen Bundesversammlung.
Großbrikannicx: und Irland. Lo11do11,28. Dezember. Vorgestern morgen starb der Carl von Charlcmont im Alter von «9 "Jahren. Er war einer der chräscntativpairs “Irlands und Statthalter 111 der Grafscßast Tyrone.
- 29. Dezember. Dcr »Alabamaa, das bekannte Kaperschiff dcr Konföderirten, hat die Schißc »Amandaa und »Wimgcda weg- genommen.
Frankr-cic'éj. Paris, 28. Dezember. Dcr »Monifcura
meldet heute mutlich, daß der 1111111168 Botschafter, Mthned DZcmil ;
Pascha, gestern dem Kaiser die Antwort des Sultans auf Die Ein-
ladung 311111 Kongress Überreicht habe. Da11ach empfing der Kaiser
die neuen Gesandten dcr Argentinischen und der Bolivian'schcn-
Republik. . Nach einem [)11111 1111111 »Monitcura Veröffentlichtcn 1111111116111
Berichte gal) es 1111 Beginne d. J. in Frankreich 4582 Vereine zu , gegenseitiger Unicrstüßung mit 639,044 (111011011 73,881 Ehren-) *
Mitgliedern, dar1111tcr_ 86,308 weibliche. Das Gesannnk-Vcrmögcn belief sich auf, Z0,766,24I1 Fr. 44 C., die JahreZ-Einnahmen bc- trugcn 11),338,804 Jr. 14 C.
für 2,877,992 KMUkhcitstage Zahlung geleistet. 6383 VON
Das »Mé-nwrial diplomatiquca vcrfichcrt, Erzherzog Maximilian werde 11ich1 säumcu, fick) einzuschiffcn, 11111 »dc111W1111schc des Volkes, “: ; erlitten, wclche ihre gänzliche Vernichtung zur Folge gehabt haben. - Nachdem die Unteransührer Großmann und Puttkammcr nach Auf-
das ihn als seinen Herrscher auögerufcn, 11achz11k0m111c11“. JU Konstantinopel befürchtct 1111111, [11111 Nachrichten vom 19tc11
Dezember, einen Schritt der fra11z'0'fischc11Regierung zu Gunsten der ;
Suezkanal-Gesellschast. „& " , General Flenry ist gestern Abend von Kopenhagen chr Berlm
hier wieder eingetroffen. .
Der Vice-König 11011 Aegypten hat, wie die »Jranceu bMchfet, verfügt, daß in Kairo nach franzöfifthmn Muster eine Kunst- und Gewerbeschule errichtet werde.;
- 29.Deze111ber. Der heutige »Monitcarce veröffentlicht einen
von dem Kaiser 11111 geheißcnen Btht des Marschalls Randon,
welchem zufolge“ alle Gcnérale, sobald fie das Alter von 70ZJahrcn erreicht haben, ihrer Junctiomen enthoben werden sollen.
Die »Kölnische Zeitung“ vom 29. d. veröffentlicht 1921 Schrei- ben Herzon Friedrich an den Kaiser Napoleon und des letzteren Antwort.
Die Antwort des Kaisers lautet wörtlich: Mein Vetter! _ , ' „.
Ick) habe 11111 lcbhaftem Interesse das Schrc1bcn, das SW an 11111? gcrichtct, gelesen und beeile mich darauf z11_1111t1v1111c11. Ich „kenne chto Ehrenvollercs, als Vertreter einer Sache z11„1e111, d1e s1ch (1111 d1e Unathn- gigkeit und die Rationaliiät eines Volkes stußt, und gexade dxswegen kon- nen Sie auf meine Sympathie rechnen, denn 1ch werde m 111e1nem Verhal- ten stets konsequent sein. _ ' „ „_ ' ' kämpft, habe ich für die polni1che N11t1ona111at meme Stnnme „erhoben, yo kann ich in Deutschland 11icht andere Gennnungen hxgen, 111cht anderen Grundsäßen folgen. Aber die Großmäcßte fin? durch d1e§ond911xr Convey- tion gebuxden und nur ihr Zusammentreten konnte ohne ©chW1§r1gk111en d1e Frage lösen, welche Sie angeht. Ich bedaure also lebhaftes 1n d1e1er 1v1e in vielen anderen Beziehungen, daß tEngland es abgelehnt hat, dem von mir vor e la enen Kon re e beizutrc en. . „ „ _
Esgiékch zZ bedauertH , ffdaß der Bundestag 1111191 uber dte Rechte 1111es. Herzogthums, das ein Theil des deutschen Vsundes 1ft, befragt worde11 1ft, aucb Dänemark könnte ja gegen Deutschland 1111 Unxecht sem. "Aber me1ne1- seits bcklage ich, daß der Bund in Holstein e1nschre1txn zu myssey geglaubt hat, bevvr die Erbfolgefrage entschieden war, denn d1.e JntexvenLon, we'lchte sehr schwere Verwickelungen nach fich ziehen kann, schl1c§tet d1Zse Jrage 111112- und wenn Dänemark von mächtigen Nachbarn qnferdruckt wurde, so 113111 e die öffentliche Meinung in Frankreich fich ihm 1v1eder zuwenden. Ich mochte also aufrichtig, daß Ihre Rechte vom deutschen Bqndestage gepruft, dessen Beschluß den Unterzeichnern der Londoner Conventton „vorg_elegt wxrde_und so das Nationalgefühl, das fich in Deutschland so-en'ergtsch außert, m emem gemeinsamen Uebereinkommen seine legitime Befrk1ed1gung erhglten könne.
Mit Vergnügen ergreife ich diese Gelegenhett, Ihnen d1e Verficherung meiner Achtung und meines dauexnden Wobl111ollens zu „gehen. Danach, mein Vetter, bitte ich Gott, Sie in seinen heiltgen und wurdtgen Schuß zu
nehmen.
Compiégne, den 10. Dezember 1863. Napoleon.
Italien. Neapel, 23. Dezember. Eine Proklamation Hes Präfekten von Neapel fordert die neapoljtanésche Jugend auf, fich 1m Scheibenschießen zu üben; es sei- dies die erste Bedmgung für Wah- rung der Unabhängigkeit Italiens;
Habe ich für die italienische Unabhängigkeit g_e- '
Mailand, 28.Dezember. Die heutige »Perseveranza- meldri aus TUrin 27., daß in Folge der Kammerverhandlungen bezügxich Siciliens ein Theil der Linken, darunter Garibaldi , Guerrazzi und Cairoli, ihre Demission gegeben haben, ein anderer Theil der Linken rechtfertigt im »Dirittoa seine nicht gegebene Demission mit dem _».Zeifügcn, sich denAustritt für eine andere Gelegenheit vorzubehalxen
Türkei. Bukarest, 27. Dezember. In der leßten Kammer- fißung Wurde der Vorschlag wegen Säcularifirung der Klostergüter mit großer Majorität angemommcn. Zur Feier dieses Beschlusses dnrchzogcn Militairmufikba11de11 die Stadt, viele Bojaren beleuchteten ihre Hänscr. “
N11szland uud PoLen. Von der polnischen Grenze, 28.Dczc111ber, wird der »Ofts.-Z.« berichtet: In den Woywodschaften SNndomir nnd Krakau haben in der ersten Hälfte d. M. 8 Gefechte stattgefunch, in denen die Bosakschen Und Cbmielinskischen Insurgen- ten-Abthcilungen größere oder geringere Niederlagen erlitten. Der empfindlichste Schlag wurde gegen die Jnsurgentcn-Abtheilungen am 16. d. bei dem Dorfe Zachow, unweit Oftrowiec im Sando- mirschen geführt , wo nach fünfstündigcm Kampfe 120 Insurgenten gctödtcr oder verwundet und gegen 40 gefangen genommen wur- den. Auch viele "“getödtete und verwundete Anführer, unter ihnen Chmiclinski, Wiclosycki, MarkowIki, SvendowSki, Vigier La- 10111', bedeckten dcn Kampfplaß. Chmielinski, der schwer verwun- det war, ist seitdem spurlos verschwunden, und es ist wahrschein- lich, daß er den Russen in die Hände gefallen ist. Durch die zahlreichen Niederlagen waren die Bosakschen und CHmiclinski-
& ? schen Abtheilnngcn 111 dem Grade geschwächt worden, daß fie Die Zahl der unterstutzten Kranken „ im Jahre 1862 war 142,6217, 111011011 22,729 Fremen, es wurde ? Sterbefäüc kamen ? ; gc11tc11-Abthcilu11gcn, welche seit dem Sommer die Kreise Goftynin
ge11öthig1 waren, ihre Operationen einzustellen und Verstärkun- gen abzuwarten. Dcr Krakauer »Chwilaa zufolge. find leYtere 311111 “Thei1 schon eingetroffen, 211111) die Syrewiczschen Jnsur-
1111ch11czyc 311111 Schauplaxz ihrer Operationen gemacht hatten, haben in der ersten Hälfte dieses Monats wiederholte schwere Niederlagen
reibung ihrer Abtheilungcn die Flucht ergriffen hatten , Wurde der aus 24 Reitern bestehende Rest des Syrewiczscheu Corps unter dem Jta- liencr Bccchi am 13.11. unweitGostynin theils niedergemacht, theils gefan- gen genommen. Vecchi wurde am 17. inWloclawekfriegsrechtlich ers ck01 en. Syrewicz ist schwer vcrwnudet auf preußischcs Gebiet in Sicherheit
* gebracht und Großmann und Puttkammer sollen fick) in der Pro-
vinz Posen befinden und 11111 der Organiürung neuer Insurgen- te11-Abtheil11nge11 beschäftigt sein. - Wie man in unterrick)“ teten polnischen Kreisen hört , hat die [eßte von der National- Regicrung angcschriebene freiwillige Anleihe im Königreich Polen so wenig Anklang gefnnden, daß dort im Ganzen nur 60,000 polnische “Fl. (10,000 Thlr.) gezeichnet worden find. Als Grund dieser geringen Betheiligung wird der im Königreich Polen herrschende Mangel angegeben, der eine Folge der von den Russen eingezogenen Steuern, Contributionen und Geldstrafen, so,
« wie der gänzlichen Stockung dcs Handelsverkchrs ist. Aber auch in ' der Provinz Posen und in Galizien soÜ die Betheiligung an der : National-Anlcihe den Erwartungen der Leiter des Aufstandes wenig
entsprochen haben. Man giebt die in den genannten beiden Landes- theilcn gezeichnete Gesammtsumme auf 200,000 poln. Fl. an.
- 29. Dezember. 311 Warschau hat die Sammlung von Ergebenhcits-Adrcffen begonnen und ist der Anfang damit durch einen Polizeicommiffair in dem jüdischen Stadtviertel Grzybow gemacht worden. Der Vertreter des Erzbischofs Jelinski, Rzewuski, hat den von ihm verlangten Erlaß eines Hirtenbriefes, so wie die Unter- zeichnung cincr Ergebenhcits-Adreffe rcfüfirt.
Amerika. New-York , 16. Dezember. Es ist hier die Nachricht von dem Tode des ehemaligen Präfidenten der Republik Mexiko, des Generals Ignacio Comonfort, eingetroffen. Der Ver- storbene batte das Alter von 51 Jahren erreicht. Am 1. Dezember 1857 ward er zum konstitufionellen Präfidenten erklärt; als aber bald darauf wiederum eine Revoxution ausbrach, trat der Richter Juarez an seine SteUe. Vor etwa einem Jahre besuchteComon- fort die Vereinigten Staaten und erhielt bet seiner Rückkjehrotzgch Mexiko von der Regierung des Präfidenten Juarez eine m11ita1r11che Befehlshaber-Stelle, Hie er bis zu seinem Tode bekleidete.
Telegraphische Depeschen aus dem Wolf 1" schen Telegraphm-Büreau.
Altona, Mittwoch, 30. Dezember, Vormittags. General von Hake ist heute Morgen mit seinem Stabe-nach Nortorf (etwa 3 Meilen südöstlich von Rendsburg) gegangen. Morgen soll die Beseßung der sechs holsieinschen in Schleswig wkorporikten Dörfer fiatkfinden. Der Brückenkopf bei Friedrichsftadt ift von den Dänen
bereits geräumt. . In Rendöburg rüsten die Dänen zum Ausbruch. Die Vorhut