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ur Sicherheit der bierdxircb eingegangenen Verpflichtungen haftet die tadtgemeinde Liegnitz mit ihrem anzen beweglichen und un- beweLlichen Vermögen, sowie mit ihrer Oteuerkraii. „iegniß, den . . ten ....... 188 . (Stadtfiegel.) _ (Eigenbändige Unterschrift des Magistrats-Dirigenten und eines anderm Magistrats-Mitgliedes unter Beifügung der L_lmxstitel.) Eingetragen Ausgeserngt ko]. . . Nr. . . der Kontrole. R'. R. _ _Regierungsbczirk Liegniß. Z i n s ] (b c i 11 Reihe ...... zu dem Anleibeschein der Stadt Liegniß5 . . . Au_§g_abe, Buchstabe . . . Nr. . . . über . . . Mark zu . Pf xozent Ztmen über . . . Mark enmg.
Provinz Schlesien.
Der Inhaber dieses Zinsscheins empfängt gegen dessen Rückgabe am ....... die vierprozentigen Zinsen des voxbenannten Anleihe: scheines für das Halbjahr vom . . . bis . . . mit . . . . Mark bet
der Stadtkasse zu Liegniß.
Liegniy, dcn ............ _
Der Magistrat. (Trockenstempel) )J. )J. Z'“. Ä. Eingetragen 8111) Nr. . . dcr Kontrolc.
11. Dieser Zinsfcbein ist ungültig, wenn dessen Geldbetrag_ni_cht inner- halb vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der Falligkeit er-
hoben wird. __ _ Provinz Schlesien. _Regierungsbczirk Liegnitz. A 11 w e 1 s u n g. _
Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu dem Anleibescbein der Stadt Lie ni , . . te Ausgabc, Buck'itgbe . . Nr. . . über . „Mark die . . . te5 ei e von Zinsscbeinen für die zehn Jahre vom 1. Oktober . . . bis 1. Oktober . . . bei der Sxadtfaffe zu Liegnixz, sofern nicht rechtzciiig von dem als so_lcbcii 11ch aus- weiscnden Inhaber des Anleibcickycins dagegen Wideriprucb erhoben wvrden ist.
Liegniy,ken............_.
Der Magistrat. (Trockenstempek) U. R'. Anmerkung zu den Zinsscbcinen und Naiveisungcn. _
Die Unterschriften dcr Magistrats- Mitglie'ber_ könrien m1t Facfimilestempeln gedruckt ivc'rden, jedoch muß jedx; Zinsschcin bczw. jede Anweisung mit der eigenhändigen Unterschrift eines Kontrol- beamtcn versehen „sein. _ _ _ _
Die Anweisung ist zum Unter1ch1cde aus der ganzen Blattbreite unter den beiden [LMM Zinsscbeincn mit davon abmeichenden Lettern in nachstehender Art abzudrucken:
. . 121: Zinsschcin. *
. . . ter Zinssckyein.
ANWLisitiig.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal-Angelegenheiten.
Dem Ersten ordsntlichen Lehrer am Real:Progymnasium zu Zübben, ])r. Rhode, ist dcr Titel Oberlehrer beigelegi wor en.
Ministerium des Innern.
Dem Landrath Dr. _jur. Neuhaus ist das Bandratt)Hamt im Kreise Hattingen, und
dem Landrat!) Dr. iur. Balß das LatibrathSamt im Kreise Gelsenkirchén iibertragen worden.
Justiz-Ministerium.
Dem Landgerichts:Natb Stratmaixn in Arnsbsrg ist die nachgesuchte Dienstentlaffung mit Pennon ertheilt.
Verseßt sind: der Ainthrichter Schwemann in Arns- berg als Landrichter an das Landgericht da1elbst, der Amts: richter ])r. Gluck in Brüssow U.:M. an das L_lmtsgericht in Perleberg, der Aintsri ter Skonießki in OÜLL'OÖL O.:P1'. an das Amthericht in reslau und der AintÉ-richter Sim: ertl) in Marklissa als Landrichter an das Landgericht in G aß.
Die vakante Richterstelle bei dem Athgericht in Gum- binnsn wird auf das Amttdericht in Viichofsburg O.:Pr. Übertragen.
Der Staatsanwalt Richard Müller in Insterburg ist nach Posen verseßt. _ _ _
In der Liste der Recht.?»anwälte smd gelöscht: der Rechts: anwalt, Justiz : Rath Miiller bei" dem Landgericht ] in Berlin, der Rechtsanwalt, Justiz-Rath Miiller i_n Wohlau bei dem'Landgericht in Breslau und der Rechtszanwalt Mau: bach bei dem Lgndgerixcht in Köln.
In dis Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: der Re tsanwalt 131. Scheffler, bisher bei dcm Landgericht 11 in erlin, bei dem Landgericht ] in Berlin, ber Gerichts- Affessor ].)r. PaulAlexander-Kaß bei dem Kammergericht, der bißherige AmtSrichter L_lllendorff bei dem Amtssericht in Witten, der Gerxcbiß-Affeffor Dr_athen_ bei dem Amt?- gericht in Krefeld und bei der Kammer sür Handel?»)achen daselbst, der Gerichts-Affeffor Fr 11 nzk 6 bei dem Amthericht in Grünberg, der Gerichts-Affessor Bergmann bei dem Amthericht in Myslowiß, der Gerichts-Affeffor Vr. Lewin bei dem Land- gericht in Stettin und der Gerichtß-Affessor Schweichler bei dem Amtsgericht in Sensburg.
Der Ober-Landesgerichts:Rath Hildebrandt in Königs- berg, der Amts eri ts-Rath T riebbl in Wettin, der Notar Werth in R ein a , der Re tSanwaltHac-hmcistex in Hannover und der Re tsanwalt [einer in Myslowiß sind gestorben.
13. Plenarsitzung des Herrenhauses, Montag, den 12. April 1886, Mittags 12 Uhr. _ Tages_ordnung: Bericht der )(]. Kommiision iiber den Entwurf eine?: Ge- seßes, betreffend Abänderungen der kirchenpolitischen Gesetze.
61. PlenarsißdunFLdes Hauses der Abgeordneten en
am Montag, . April 1.886, Vormittags 11 Uhr.
_ Tagesordnung: Dritte Berathmig des Geseizentwurfs zur Abänderung des Geseßcs, betreffend die Landes:Krebiikaffe in Kassel, vom 25. De-
zember 1860. _ Dritte Berathung des _Geseßentwurfs über die Errichtung leßtwilliger Verjügungen 111 dem Bezirk des Ober:LandeSgerichts zu Frankfurt a. M. _ Verlesung de_r Inte ellation des Abg. Dr. Wehr (Dt.:Krone), betreffend die Uebe chmemmungen im Weichselgebiet. _ Beriesung der Znterpeüationen der Abgg. Freiherr von Mmmgerode und
raf von Kaniß, betre end Maßregeln gegen den Preis- niedergang der landwirth chaftlichen Erzeugnisse und zur Her: beifiihrung einer weiteren Steuererleichterung der Kommunen und kommunalen Verbände.
Yichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 10. April. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen im Laufe des heutigen Vor: mittags militärische Meldungen entgegen und arbeiteten längere Zeit mit dem Kriegs:Minister, General-Lieutenant Bronsart von SchelXendorfs und dem Chef des Militärkabinets, General:Lieutenant von Albedyll.
_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz wohnte gestern der Vorstellung im Deutschen Theater bei.
_ DieSchlußberichteiiber die gestrigen Sißungen des Reichstages und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten Beilage.
_Jnderheutigen (87.)Six;ung des Reichstages, welcher dsr Staatssekretär des Jm'ern, Staats:Minist€r von Boetticher, der Staatssekretär VLS Reichs-Justizamts, ])r. von Schelling, sowie mehrere Bevolbnächtigte zum Vunde'srath und Konimiffarien desselben beiwohnten, gab zunächst vor Eintritt in die Tagaßordnung der Abg. von Schalscha die Erklärung ab, daß seine Mittheilung vom 10. Februar, es sei ein offenes Gehsinmifz, daß zwei Berliner Firmen in der Schweiz alte Tquerstiicke ausprägen ließen, inzwischen (Hegsn: stand einer gerichtlichen“Vernehmung geworden sei, bei bar festgestellt worden sei, das; sowohl er wie sein Gewäherann im Jrrthum gewesen ssi.
Das Haus trat hierauf in die TageWrdnung ein, deren erster Gegenstand die ZWeiteBerati)Ung der Uebersicht der NeichEauSgaben und Einnahmen für das Etatsjahr 1884/85, war. Namens derKommission bcanti'agte der Abg. Dr. Meyer (Habe):
Der Reickxstag Wolle beschließkn:
1) die in dcr Uebersicht dbx Aiisgabcn und Cinnabmcn dcs
Rechnungsjabres 1884/85 (Nr. 7 der Drucksachen) nackigcwiescncn EtatsübcrsÖreitunaen . . . . 2517059757 «45 Und außeretatsmäfiigcn Liusgabcii mii. 133515601 ., znsammcn 26 505 753,58 «%
1.5 (353 672,13 «il: ? 421072,51 „
8 430 278,77 „
und zwar
bei den fortdauerndcn Aitsgabcn
bei dcn cinmali c:“ Airsgabkn . .
bei den LluSgaw "Okr Einnabmevcrwal=
tnngcn...',...... bei “0611 AUMÜÖM DCS bcrci11§läiidischcn Hauptzoliamtö zu Hamburg . . 730,17 „_ znsammcn wic obsn 20 505 753,58 „41- vorbcbaltlick) der bei Priifung der Rechnung etwa noch sich ei“- gkbcndcn Erinncrungcn vorläufig zu genehmigen;
2) die in dcr Anlagc )( Zu der bezeichneten Ucbcrsicbi nacb- gcwiescncit, dic Einnabmc-Ctats überschreitcndén bezw. aiißcreiats- mäßig». Einnahmen ans dcr Vcräufzernng WU Grundstücken, Ma- terialicn, Utcnsilicn imb ionstigén Gegenständen nackyträgiici) zu gs- iicbmigßn
DNS Haus nahm diesen Abtrag nacb unsrheblicher Di»: batte cm.
Es folgte die driits Beratlzung der allgemeinen Rechnung über den' NeicchhauShalt fiir das Etats: jahr 1881/82 auf Grund der unve'rändert angenommenen KonnnissionSanträgs„
Das Haus ertbsilte ohne Debatte dem Reichskanzler in Bezug auf diese Rechnung di? Entlastung.
Das Haus beriet!) sodann in dritter Lesung die Rechnung dcr Kasse der Ober:Nechnu1ichkatniner fiir das Etat-Zjal 1: 1883/84 bezüglich desjenigen Theiles, welcher sich auf bis eich§vcr1valtung bszieht,
Auch in Bezug auf diesc Nechiiung wxxrde dem Reichs: kanzler .)iL Entlastung Litheilt.
Der vierte (Ziegenstaiid der Tagesordnung war die dritte Verathung des Entwurfs eines Gesetzes, beztreffend die Recketspflsgs in den deutschen Schuizgcbieten.
.Der Staaissekretär Dr. von Sckwlling erklärte, daß nach dtm Anschauungsn der verbiindbwn Regierungen dem Bundes- ratl) nicht bloss die Mitwirkung bsi der Gesotzgkbung, sondßrn auch das Necht zustehe, die sonstigen Hoheitsrcxchte des Nsichs wahrzunshmen. Das h_iiidLrS UUTÜrÜck) nicht, daß die AUS- iibung ber Rechte Dem Kaiser als €rblichem Vertrster der Ge- sammttheil der ngierungen übcrtragsn werde.
Der Abg. Dr. Winbthorst meinte, daß in Konsequenz dieser Anschauung im §.1 abgelehnt werden müsse; dMn derielbe enthalte nicht cin? ULb-Zrtragung von Réchten auf den Kaiser, was die Mö lichkeit der „Zurücknahme in sich schließe.
Der Abg. Dr. änel erkannte diese Konse uenz nicht an. Die Geseßgebung könne dem Kaiser neu3 Re te Übertragen. Der Erklärung deS Staatsfekrüärß könn? er in gewisser Be- ziehung zustimmen.
Die Abgg. Meyer (Jena) und Frhr. von Malßahn traten der Aiié'siihrung des Abg. Dr. Windthorst entgegen.
Der Abg. „Ur. Windthorst beantragi'e, die Gesetzeßvorlage nochmals an die Kommission zurückzuverweisen. _
Der Antrag wurde abgslehnl, und die Vorlage unverändert angenommen.
ES folgte die dritte Beratbung des Eniwurfs eines Geseßes, betr. die Unzulässigkeit dei, Pfändunz?) von Eisenbahn-Fahrbetrisbsmitteln, auf Grund er in zweitsr Berathung unverändert angenom- menc-n Kommissionsbeschllisse.
Der Staats:Minifier von Bostticher wiss- darauf hin, daß der Abg. Schrader g-xstern sich dahin ausgelassen habe, daß über diese Vorlage ein Bericht des Reichs-Eiseubahnaints nickt eingefordert sei, und daß der Vorsißende dieses Amts ni t an den Berathungen des Hauses und der Kommission über diesen Gegcnstand theilgenommsn habe, darauH habe der Abgeordnete dann den Schluß gezogen, daß man keinen Werth mehr auf den Fortbestand dieses Amts lege. *Diese Behauptung sei unzutreffend. Der Vorsitzende de?- Reiché:
Eisenbabnamts habe an den Ver andlungen des Bundesraths theilgenommen, und die Bemer ung, daß man auf den Fort- bestand des Reichs:Eisenbahnamts keinen Werth mehr lege, sei durchaus unberechtigt.
Nach einer kurzen Erwiderung des Abg. Schrader wurde der Gesetzentwurf unverändert angenommen.
Der Geseßentwurf, betreffend den Anspruch des Statthalters inElsaß-Uothringen aufGewährung von Pension und Wartegeld, wurde ohne Debatte in dritter Lesung unverändert genehmigt.
Es folgte die dritte Berathuug des von dem Abg.1)r. Grafen Moltke eingebrachten Ges 13 entwurch, betreffend die Abänderung des Mi[itär-Hensionsgefeßes vom 27. Juni 1871.
Der Geseßentwurf wurde nach unwesentlicher Debatte unverändert angenommen.
DEX letzte Gegenstand der Tagesordnung war die dritte Berathung des von den legg. Ausfeld und Gen. eingebrachten Gesetzentwurfs, betreffend die Ab: änderung des Zolltarifgeseßes.
Der Abg.1)1-.Mcyer (Halle) suchte nachzuweisen, daß auch dieHandel-Zkammer vonMannheim, auf die sich in zweiter Lesung der Staatssekretär von Burchard bezogen, sich gegen die vom Bundesirath erlassene Verordnung ausgesprochen habe.
Der Geheime Regicriings:Nath1)1-. Kraut sprach sich gegen den Antrag aus, für den ein Bedürfnis; nicht vorliege,
Nach kurzer Dsbatte wnrde der Antrag unverändert an: genommen.
Die TagetZordnung war damit erledigt. Inzwischen war aber noch ein Antrag der Abgg. Singer und Genossen ein- gegangen, betr. dis Einstellung des Strafverfahrens gegen den Abg. Viereck.
Der Präsident erklärte, diesen Antrag noch auf die Tages: ordn_ung seHen zu wollen, fails nicht Widerspruch aus dem Hauic erhoben wiirde. *
Da daß- nicht bir Fail war, trat das Haus noch in eine Berathung des Antrages ein, der nach einer kurzen Ve- gründung Seitsns des Abg. Singer angenommen wurde.
__ IFM“ 13/4 Uhr v2rtagte sich das Haus auf Montag, den . ai.
_ In der bekannten Lande?:vßrratthsackxe wider den Dänen S., der von Kopenhagen aus seine gegen das Deutsche Reich gerichtste Verbrecherische Thätigkeit in der Weise betrieben batte, das; er durch seine inDeutsck1land befindlichen Unter: correspondenten landeSverrätherischs Mittheilungen bezog und sie an Eine fremde chiernng gelangen ließ, hat das Reichsxiericht in der Begründung ssines den Angeklagten yorurtheilenden Urtbeils (des vereinigten 11. und 111. Straf- 1ena_ts) vom 11. ?cbruax d. J. in Bezug auf die ausge: morsene Frage, 01 nicht der vom Angeklagten begangene Landeswcrrath, weil von einem Ausländer im Aus: lande begangen, straslos bleiben müsse, folgende Rechtssätze ausgesprochen: „Besteht Eine strafbars Handlung aus einer komplsxen, ausgedehnw ZLÜ- und Raumverhältnisse umspannen: deii Thätigkßit, so fiilli die Vegangenschaft dsr That aucb diefe zeitlichen und räumlichM Grenzen aus, und sie muß als mii“ deutschcm Territorium deutsche Strafnormen ver- chcnd erachtet werden, sobald auch nur ein Theil des LiileÜNÖM Bsgsbungsakch innerhalb der Grenzen dss Deutschsxi Nsiches in die äußere Erscheinung getreten ist. Von bies-Zn Griindiäßsn aus*gelwrid wird das Dslikt dcs §. 02 Z. 1 des Str.:G-B._ als auf deutschem Gebiet übsrall dann begangen gelten miiffsn, WLniidiejLnigestrafbare Mittheilung?- tl)ätig;'“eit, in welchcr bas Delikt sich verkörpert, sie!), sei es ganz, sei ES theilweiss auf dsutschem Boden vollzogen, in: ländiskiw Bewegnngskräfie zu ihrer Verwirklichung be: 7,11th mt.“
-« Vsi TabacksteucwDefraudationen tritt nach Z 36 des TabacksionergÜeHcs Wm 16. Juli 1870, wenn der “etrag der DOWNTOÜÜLULU Stsusr überhaupt 'nicht festgestellt werken kann, statt des, vierfachen Betrages der Stsuer eins Gelbsirafs. Wii 30 bis zn 8000 „16, ein. In Bezug auf dieie Vc-j'timnmng hat das Ncick)sgerick)t, U. Strass, durch Urtheil vom 16./10. Februar 11.3". aanesprochen, daß iii dem Falle, in welchcm dic Hinterzishmig eines be: stimmtsn SWULTÖLWÜJLS nachgewiesen ist, und WWW- dem di?- beißhbit besteht, das; noch mehr hinterzogen worden, Eine aiikz §. 86 zu verbängends Strafe nicmach hinter dcm V1€1§fachLUBLt1kagC der crwiesenermaßen vorenthaltoiien Sieuer zurückbleiben darf. „Zweck und Bestimmung des § 36 ist es nicht, dem Defraudanten eine Erleichtsrnng zu gewähreii. Derchigb, Welchem die Hinterzichung Linßs bs- s:,immten Steuerbstrages 11achg2wi9i€n ist, kann nicht mm deshalb mild-sr bestraft werden, weil der Verdacht [)de die Gewißheit bbstkht, daß er in Wirklichkeit einen noch höheren Steucrbstrag hintsrzogen hat.“
_ Durch kriechministéiieklc Verfügung ist vom 1. b. M. ab die Zweitheilung der hiesigen (Harnison:Ver1va[tung angeokdnet wordsn. Die AmtSräume dEr Garnis011:Verwaltung Nr. ] vsrbleiben in dem Disnstgsbäude Michaelkirchplaß Nr. 17; die Bureaux deer Garnison-Verwaltung Nr. ][ siiid vorläufig in dem ehemaligen Wachtgebäube am neuen Thor etablirt WOL'ÖLU.
_ D9r_ GeneralNieutenant von Legat, Commanbcur dßr 30. Division, ist zu einem 14tägigen Aufenthalt aus Meß hier angßkommen.
__ _Dcr NcgicrungERatb Sache; ist voii ber Gensrai- Kommiision “in_ Kassol als _etatsmiißiges Mitglied an die GeneralKommiffion in Münjtsr vxrießt worden.
Bayern. München, 0. April. (W. T. B.) Der Kaiser von Oesterrcich stattete den Mitgliedern des Köni lichen Hauses Beiuche_ eib und empfing deren Gegen: besu e. Gsstern Abend bemehte der Kaiser die Vorstellung im Königlichen Residenztheater, wohnte he'utc der Jiispizirung dés Leib-JnfantorieMegimxnts durch den Prinzen Leopold bei und nahm an dem Galadmer bei Letzterem Tbczil.
Die Kammer bey Abgcordneten nahm sämmtliche einzslnc Arxikcl und 1chl1€ßlich den ganzen Antrag des Frei- herrn von Soden, betreffend DZI Mobiliarversiche- rung, mit 83 aegcn 50 Stimmen an. Der Minister des Innern hatte sich wiederholt dagegsn erklärt. _ Darauf folgte dis V“.“mtbung iiber den Bau der Staatsbahn Reichenba1l_ Berchtesgaden, zu welcher der Abg. Mittler ein detaillirte's Bahnbauprojekt cinbrachte. JmLaufe der Sitzung traf ein Telegramm des Königs aus Hohen- schwangau ein, wodurch der Ministcr des Innern beauftragt
] wird, der Bitte des gesammten Landtages entsprechend, wo-
möglich noch dem gegenwärtig tagenden Landtage ein Geseß über den Bau von Staatsbahn'en vorzulegen. Das Haus ging daher über den Rittlerschen Antrag zur TageSOrdnung über.
Baden. KarlSruhe, 10. April. (W. T. B.) Der feierliche Schluß deL- Landtages findet am nächsten Don- nerstag statt.
Die CMtrumS-Partei des Landtages brachte heute eine Interpellation ein: ob die Regierung die kirchen: politische Geseßgebung des Landes nach dem Vorgange Preußens zu revidiren gedenke.
Schaumburg-Lippe. Bückeburg, 8. April. (Hann. Cour.) Als heute Nachmittag festliches Glockengeläut von den Kirchthürmcn erscholl, begaben sich die hier anwesenden hohen Gäste zur Schloßkapelle , um daselbst der kirchlichen Trauung des rinzen Wilhelm von Württemberg mit der Prinzessin Charlotte _ von Sch_aum- burg-Lippe beizuwohnen. Der gcmmmte Hoi be: theiligte sich an der erhebenden Feior. General: Superintendent 131“. Reiche mit der Geistlichkeit empfing das Brautpaar am Eingange_ der Kirche und geleitete dasselbe vor den Altar, wo Hoiprediger Merzyn unter €:: greifender Weibrcde dem jungen Ehebund einsegnete. Nachdem der feierliche Akt vorüber war, begaben sich die Theilnehmcr an demselben in das Schloß znriick, wo die Neuvermählten die Gratulationswur entgegennahmcn. Dann folgte das Galadiner.
Oesterreich-Ungarn. Pest, 8. April. (Wien. Ztg.) Die kroatische Regnikolar:Deputation hat heute ihr Elaborat dem Präsidenten der ungarischen RegnikolarWepu- tation, Tavernicus Ladislaus von Szögyény:Marich, iiber: reicht, Die ungarische Deputation wird daher demnächst eine kurze Sitzung halten, in welchcr die Uebernahme des Elaborats angezeigt und deffen meritorischs Behandlung nach den Oster: ferien anberaumt wsrden wird.
Die Schlußrechnunch:Koimmision des Abgeordneten: hauses hat heute den „Bericht, betreffend dis Sckwlußreck): 11 u ngen pro 1884, festgesteilt. Fiir die Schlußrecbnungen und die Kreditiiberschreitungen pro 1884 wird das Absolutorium ertbeilt. Da?- Endcrgebniß der Schlußrechnungen zeiat folgende Ziffern: präliminirte AUSgaben 884 145102 Fl., Einnahmen 300 400601“) Fl., präliminirtes Defizit 33 684 406 Fl., vorgeschriebene AUSgaben 270846 012 Fl., Einnahmen 281 745320 Fl. Er:; ergiebt sick) somit ein Uebersckmß .der Einnahmsn von 1 808408 Fl.
Niederlande. Haag, 0. April. (W. T. B.) Dis Zweite Kammer beendere heute die Berathung der Vorlage iiber dic Abändeérung des Uitterrichtßwsscns. Dis AUWUDQULUTS der Rechten wurden mit 43 gegen 42 Stimmen und das Amcndemsnt der Linken mit 64 ngLU 22 Siimmsn verworfen. Schließlich zog dsr Minister deE Innern, ])1', Heemskerk, den Gesetzsntwurf zuriick.
Großbritannien und Irland. London, 0. April, Abends. (W. T. B.) Die heutigen Abendblättsr äußern sich über die irischen Vorschläge des Premich Glad: stone in ungünstigem Sinn?. Die „Saint James Gazette“ hält diesslben für noch vsrderblichsr, als man befürchtet hätts, und fiir gleickzbsdcutcnd mit dsr Errichtung LitWtZ Unabhängigen amerikanisch-irischcn Staab?- an dLÜ Ufern Großbritanniens. Die „PUU Mail Gazette“ sagt: Gladstono's Projekt sei in seiner gcgémviirtigcn “Form unmöglich, aber einer Vérbcssermig nicbt 1111fiibig; gegsnwärtig ziele dasselbe nicbt (mf cine Union ab, sondern aiif eine Trennung.
I)er Kanzier des Herzogibums Lancastsr, Heneags, bat in Folge dsr irischen Vorschläge Gladsione's seine E n t in s s u n g eingsrsichi.
_ 10. April. (28. T. B.) In 091“ «Estrich Sißnng ch Untsrlmuses erwidcrte zunächst dEr Unter:Staat-Z: iekrstiir Bryce auf eine bcziiglicbe Anfrage: dib. Negisrung habs noch keine Nachricht dciriiber, ob der Fürst Alexaiider von Bulgarien dcn Rail) der Möcht? hinsichtlich des in Konstantinopel unterzeickynsien Protokolls accoptirt babe. WaE Griechenland anbelangc, so habe er seiner auf eine bichbczüglicbc Anfrage am :“). d. M. orthciltsn Antinori nichts hinzuzufügen. _ Hierauf wurde die Debatte iiber die Vorschlägs bEcZ Premierö Gladstone betreffs Irlands fortgesetzt. Chamberlain sprach sick) auf das Eiiischiedenste gegen ein irisches Sondbrdbparté- meni aus, wenn nicht Garantien gcbotcn wiirden, fiir die Aufrscbterbaltung de'r _Jniegritéit dcs Reichs und fiir die Suprematie ch cngliicben Parlamcnis. Ebsnso bekämpfte Chamberlain die JOSE, England zu einbm Krédit von 120 MiÜionsn Consols ziim Ankauf von Pachtgiitsrn zu ver: pßickscn. Chambazrlain 1chlug vor, ÖM Eigcnthiimern Vor: schiiff€ zu machen und mit Irland eine Föderation einzugehen. _ Hartington erklärte sich ebenfaÜcZ (*ntscbieden gegen die
„irischen Vorschläge Mr. Gladstone?» und hob hervor: das
Land habe bei den Wahlen _keiiib Koniiinis; davon gchabi; er giaubc), es billige diesc V0r7chlägc 11icht, sondern erwarte von ssinen Vertretern aller Parteien, das; sie wie ein Mann zu: smnmenftchen, nm die volle Integrität dss Iksiches und die SUPWMÜÜE bes Gefsßss überaU im Lande aufrbcht zu erhalten. _ Morley mginie: weder Chamberlain noch Harrington hätts". die Sck)wicrigkeit der Lage erkannt. Der Mißerfolg der Re: gierung wiirde die Unterdrückung der Nationalliga dnrch strenge Zwanchmaßregßln nothwendig machßn, Diejenigbn, welche die Gcfabr erkennen, wiirden dcr Vorlage dsr Regiérung zu- stimmen, sowie eine billige Priifung zugestehen, um die Politik der Versöhnung durchzuführen. Die Berathung der Vorlage wird am Montag fortgesetzt werden.
Wie die „Times“ erfährt, hat auch der Arbeits- Ministcr, Lord Morley, seine, Entlassung eingereicht; ebenso folien, wie die „Times“ hinzufügt, Entlas 1“ un gs: gcfnche aus dM Kreisen der obersten Hofwiirdcii: träger zu erwarten sein.
Frankreich. Paris, 0. April. (W. T. B.) Die Osterferien der Kammern werden, wie aus Deputirten: kreisen verlautet, wahrscheinlich am 17. d. M. ihren Anfang nehmen Und bis zum 15. Mai dauern.
Die Emission der neuen Anleihe soll, wie cHiieuer- dings heißt, nicht vor Anfang Mai d. J. erfolgen. __
Die Zollkommission beschloß beute, ausländmchen Mais mit 1 Fr. zu besteuern, zur Stc'i rkebereitung verwsndstcn Mais aer zollfrei zu lassen,
An der belgischen Grenze sind mehrere Bauen mit revolutionären Proklamationen, die in Belgien fiir die Strikenden in Dccazeville aufgegeben worden waren, mit Be: schlag belegt worden.
_ AUS Lacombe wird gemeldet: Der Präfekt des JiUe-Departements, Latourdupin, hatte die Schließung einer hier ohne Erlaubnis; der Behörden eröffneten Kapelle anbefohlen. Der Direktor der Fabrik i_viderseßte fich aber, weil die Kapelle sick) in einem Privatbame befinde, das un: verleßlick) sei. Die Bevölkerung, und namentlich ein Haufen von Arbeiterinnen suchten die Polizei an der Schließung der Kapelle zu hindern; es fielen mehrers Revolverschiiffe und wurden dadurch eine Frau getödtet und 0 andere Personen, darunter der Fabrikdirektor, verwundet.
Italien. Rom, 9. April. (W. T. B.) In der heiitigen Sitzung der Deputirtenkammer erwiderte der K_riegs:Minister auf eine bsziiglicheAnfrage desDepu: titten Cavalli, daß bei der Garnison von Padua 2 Cholera:Toderälle vorgekommen seien, und daß man Maßregeln ergriffen habe, um jcde Militärperson, die der _Krcinkheit nur im Geringsten verdächtig erscheine, sofort zu isoltren.
_ Jn_Deputirtc:ikrcisen heißt es, daß das Ministe- rium im L_lmte erbleibe, daß der König in die Vornahme von allgemeinen Wahlen willige, und daß mcrgen oder am Montag im Parlament ein Vertagungsdekret verlesen werden würde, welchem die Auflösung der Kammer nachfolgen mexbe. DW meisten Zeitungen behaupten indéß, daß eine Ministerkrisis existire.
_ Serbien. Belgrad, 0. April. (W. T. V.) Der Finanz- Mxmster Mijatovic erklärte im heutigen Ministerrath, Haß er bsi der Aufstellung be:; Budths nach dem Grund- 1913 _der größten Sparsamkeit vorgehen und daher auf allen (Hebieten der Staatsverwaltung Reduktionen eintreten [affen wxrde. Dsr Ministerrath accepiirte diesen Standpunkt der?- Finanz:Miiiisters.
Yußland und_ P_olen. St. Petersburg, 10. April. (W, Fb. B.) _Dsr Minister des Auswärtigen, von Giers, ist am Donnerstag Abend in Libadia eingetroffsn.
Zeitungsstimmen.
Zii den „Berliner Politischen Nachrichten“ lesen Wir:
Dic Makbt dcr Tbatsacbcn räUmi auch in England unter den tnancbcstcrlicbcii Dokirincn gar Uiibarntl)er5ig anf. Eines der Haapt- bollwyrkc dcs Manckzcsicrtbums, das Privatbabnsystcm, weiches jcnscits des Kanals sich bis zu 17cm Range cincr wirthicbaftlickch und sozialm (Hrbsitnacbil crnporgcsÖwmnch bai, sicbi seine Existenz an:; das bedenklichst'e dnrck) den Bund aicfäbrdlt, “km die gctnkiniame Ziele anstrcbcndcn Jutsrcsfcntca VM Handcl, Vcrkcbr und Landibiribschaft gcsck)l0sscn haben Und mit Nachdriick geltend zu maxbén wisscn. Nile" Bévblkcrimgßkrkisc, dic untcr dcm Driick dcr Erwerbxvcrbäifnisi? leich imd dcrskn Ursmixcn 311 einem wcscnilicbcn Theile auf die wirrbscbaftlick) ganz falsche Stellung der ciigliscbcn Privatbabncn in“. öffcntsichcn chen der Nation znrnckfiiiskn, so:;crn dic Ciskiibabngosclisibai'tcn nnr dic möglichst gcwixwibringcndc finan- ziclic AUÖÖEUWUJ ibrcs Vcrksbrsnwi1Mols dnrch übermäßig l?obc Tarifs: iin AUM babkn, obiniicisichtaiii “MF- Genieinwsbich LMM,- sieben in dicser Fragc aiif S.?itcn dcr Fcindc des Privatbabn- systems und verlangen mik ibncn dax? Einsckxeitkn dcs Siaatcs gchn das launcnbastc, 1111gcrcchic, willkürlich? und gcmcinskhädliche? Wirken des Privateiscnba[msbstcms imb fiir Vcscbränkung der Aus- bcuicraswiimsic zu Gunstcn cincr bmi Hanbcl, Industrie 1111?) “.*-and- wirtbscbqft dringend bcnötbigrcn Tariicrniißigunq. Diese Tbajsakbcn sind auch fiir unscrc VerbälsniffL nicbt obiik 11achckir«ig[ich)cchrck, indem sie erkonncn [assc11, wie sebr wirtbscbaitlici, richtig und dem Wobl dcr Gcsammfbcii föi'dcrlicb die von misch Freisinnlcrii i. Z. so fanatisch bckänWib“ Vcrstaariichng bci“ brsnsiisckyci'. Eiseiibabbsn gcjvescn isi, indcm erst in Folge dikscr Maßrcgcl cin eiiibcitlicbcs Und bin Jnicr-kffcn Unserer nationalen Wiribsiints- gcbabrung dienench? TariiibiictnPiai; zn grcifcn vcrnwcbtc. Das nnr fiir möglichst seite Pribatimtoriicbniergcwinnc kämpfende Mankbcsiar- tbum abcr tbätc wirklikb bcffsr, i'm“) iciixcr nackten Scsbstsucbi zu ick7än1cn, (115, Wii dies wich in der gestrigen Rcichtangcbaifc JL- ichab, dic Anbäiigcr chSckck11§cs dsr nationalen Arbeit zn bcschnldigcn, sic? iricbcn einseitige JntcrLsscnbei'irctung.
_ _Dib„Hiil1Sge_nossenscbaft“ untsrsucbi die Erfolge der Sozialrcéiorm _UUO jagt: .
. . . Dic Krankcii- Und dicUnfalibkrsichung im Dcnisckycn Reick) sind nur das Probuki dcr Zeit Und cinki' Reibe Wrbcrcitendkr Gésexxc, Wenn anck) dic J115.11griff11a[)111c ber sozialpolitischcn (Gcséygcbimg cin Vcrdicusi einzelner Pcrsoncn ist. Wic Wenig möglich es ist, sprnngwcise auf dieser Bahn vorzitgkbcn, das 56711811 am bcstcn dic andcrcnStaaicn, dic jc13t cbcnfcilis an einc Arbcitcrbcrsicbcrnng berantrctcn. Mehr oder Weniger dient ihnen der Lauf dsr dciitsckyeri (Hcschbnng als Vorbild. Nicbt allcin bor. Ocstcrrcick), dcffcn Gescßgcbung wir bisbcr ja ciii- gcbknd bcriicksiäßigt Haben, gilt dies,. sondern 17116) von dci: Sclchiz, Frankreich Und in nknestcr Zcii, soibcik das Verlangcn nach einer Reform von irgknd cincr Parisi crbobsn wird, von Belgien, ja sogar von R11ßlanb._ Und iroydcm damit doch der Weg Déntsckilands als der richtige crkanut 31: Min scb-cint, isi bei uns selbst eim“ Opposition dauernd bescbäftigt, dicse neuen Gesch in abfälliger Weiss zn kritisircn. Das; (111 allen (Gesetzen bisl zu iiiidcrn und besser zu macbcxi isi, ist ja imiiirlicb und längst anerkannt; die Frage ist nur nach 18111 Zsitpnnkie dcr Aenderung und dsn Takwken, nacb ivclche11dicscr Zeitpunkt 3,1: besiimmrn iii. Der frii ere Preußische Iusüz-Ministcr Leonbarb meinte, daß die Gesetze von fiinf zu fiinf Jabrcn cincr Rcbiiion bcdiirftkn, weil sich dann schon die Zeit so Weit geändert hab?, das? sick) einige Aenderungen notbnwndig macben diiritcn. *).)kiingcl [asien sick) jsdcn Tag an den Gcsctzcn enidcckcxi, ob aber die Mängel gerade so groß sind um die Auerzung der (Hesexxc zu verlangen, ist schr zweifel"- baft. Gcradc von Seiten einer Partei, :vclckxc sick) immcr briistct, daß sie allein das _Rczcri zur Glückseligkeit in der Tasche bat, wird mit bcräck)tlichcm Läcbcln auf die beiden Gcsebc [)crabgcscbcn und ihre Tendenz soivobl als ibr Inhalt bckrittclt. Mit Welchem Recht sic das tbnt, ist uns _xt11c1'findlick).
Ju gcwimer Beziehung cinscbneikend babcn bcidc GcsciZc gewirkt, insofern sie tbatsäcblixb fiir die Allgemeinheit das brachten, Was bis: bei" nur wcnigcn Einsichtigcn bcscbicdcxi war. Daf; alle Erwartnngen, Welche an sie gckniipft wurden, nicht eingetroffen sind, dafür ist wohl Niemand vcraniwortlicb zu machen. _
. . . Kommi nicbt bsi aÜcr bieicr Kritik wenig oder mebr ber- lcytcs Ei cngeiiibl biiizn. eiii _Emfrcicn _fur Institutionen, die man selbst ges affen bat, fiir frciwilligc Institutionen, die man „'"-“lbst, Wenn sic auf gegnerischer Seite zu finden sind, lächcrlich und ver- äck)tlicb zu machen sucht,?
Wir sind fest iibcrzeugt, da?; das Kran_kenversickycrungsgsscy, troy vielfacher klcincr Mängcl, ein sehr gnics Gcse ist, und wissen ganz gknau, daß seine soziale Tragweite in allen S „ichtcn erkannt iyird, wenn man es auch nicht gern cingestcben will _ das ist ein Erfolg.
Ueber das Unia[[versicherungögcscß läßt sich ein abschließchcs Urtbcil nicbt fällen. Dazu bedarf es noch der Erfahrung, der 103191- politische Erfolg stcbt noch aus, aber dcr Erfolg in sozialer Bezie- bnng, iii Bczichung anf dcn Einzelnen steht f-st, . . .
_ Dqs „Leipziger Tageblatt“ bespricht _die Stellung se1ner_(der nationalliberalc-n) Partei zu der konier: vativen. Es hElßt in dem Artikel:
Wir freucn_u11§ dessen von ganzem Herzen, das; wir uns heute mit unseren konjcrontich Mitbürgern in dem Rufe „Hoch Kaiser und Reich. König und Vatcrland“ völlig einig wissen. Und wahr- lich. die Dinge liczikn in unscrc'm engeren wie im ivcitercn Vater- landc doch so, daß die gemäßigt konservativen und die gemäßigt liberalen Männer sich vcrcint fühlen müssen in ihrem patriotischen T_bun und Denken, in ihrem Bestreben, das Ge- meiiiiame zu Würzen gegen die Feinde des Staatks und der Gesel]- schast. Wir glauben, dieier Standpunkt War auch recht deutlich aus- gedrückt vor Kurzem in dem ancrkcnncndcn und frcundlicbcn Artikel, weickcn das amtlichc Organ der sächsischen Staatsregierung, das „„Dresdner Journal“, in Bezug auf die nationallibcrale Partei vcr- öffentlicbte.
„Dabei) die Konscxvatibcii und die Nationakliberalcn ir. ncucrcr Zeit begriffen, daß iic aus_ gegenseitige Unterstiitzung angewicscn Und, wenn nicbt dcr gcmciniibaftliÖc Gegner triumpbiren sokl, so wird natiirlich einc völlige Uebereinstimmung der beiden Parteikn wol)! niemals bcrbcizufiibrcn sein; im Gcgcntbeil, es wird die Vcr1chicdcnartigkeit der Anschauung noch in sebr vielen Punkten sick) geltend mackykn. Wir erinnern uur daran, daß in Bezug auf die gewerbcpolitiscben Fragen, auf die Frage der Sonntagörubc IC. ziemlich scharfe Gcgsnsäße zwiscbcn der konf-Irvativcn und dcr nationallibcralcn Partei bestehen und das; dicse Disfcrcnzpunkfc sicb wvbl sobald noch nicht ausgleichen wcrden. Aber bei beiden Parteien steht doch iibcr dcm eigencn Partei-Jntercffe das Wohl des Staates, und es ist darum dringend zu wünschen, daß bei dcn Kämpfen, welche auch gegenwärkig noch zrriscben den Konservatiwcn und den National- liberalen stattfinden, nicmals die obige gemeinsame Parole außer Augen gesetzt, niemals über dem Trknnx'ndcn das Einigende vergessen wird. . ..
Wir schlicßcn unskre Darlcgungcn mit dem dringenden Wunsche, daß Konservative und Najionaliibcralc ivcitcr fortfahren mögen, auf der Basis gegenscitigcr Achtung uad gkgcnseitigcr Mäßigung das giinstige Verhältniß, ivclchcs iich Mischen ibncn aÜmäb[ich beraus- gebildet bat, ziim Nutz und Frommen des Vaterlandes zu stärken und c1uszubaucn. Dic dringcndstc Vcranlaffnng ist dazu von anderer Seite gegeben.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Karlsrubc, 10. April. (W. T. B.) Der Dichter Victor von Scbcffsl ist gcsicrn Abcnd scincn Leiden crlcgen.
_ „ Dcr Clckorg€fa11g“, Zciiscbrifi' für die gesammten Jnicr- ciscxi dcr Sanchkimst mit bciondcxcr BcrücksickÜigUng der Gcmiscbtkn Cbbxc, Mäiiiicr- Und ancn-Gcsang116121110, beraiisacacbcn untcr Mit: wirkimq Hervorragender .K'oxnybniiisn fiir (UWchskiiixZ, Mitsik-Dirc'kivrkn, CiUW-TikigCtlki'ji und bcriibmtcr MUsiks:i)riststellcx von A, W.(Hott- sibalg, (Hrosibcrzoglicbcr Hbf-Organist und chrer 1111 der Musik- schnke zn Wcii1tar._Von bioicr im Verlage kk]! Likbt und Meyer in Leipzig am 1. und 15. jeden Monats in einem Umfange von acht Sciten Text und miiidcstcns aebi Skitkn Originalkompositioncn (Pariitur) fiir (Hemiskbtc Cbbrc, Miiiiiicr- imb Fraucn-Gesankz;
Mercinc (rscbcinendkn Zeitschiis't (Preis 2 „x(. pro Quaria
lii'gi 11118 dcr erste Scmcitcrband (Oktober 1885 bis März 1886) voll- stiindig DM“. Die Ucbcriiabt ?cr (Zicsammt[Lisiiiiigcn der Zeitschrift in “ccm bcrflosscnkn Halbinbr läßt “con Wcrtb bcisclch noc!) besser wiirbigcii, alI es die ciniclnon Öcftc crmöglicbtcn. Wir fiiikcn in dieskni Banks U. A. rrcfflickw Bibßrabbicn mii Porträts von: J:. Larigkr, Karl Rcincc'kc, Fr. Liszt, ?(. Drczicrr, Karl MÜlicr-Hartmxg, Ignaz Briiil, Bancdiir Widmnim, [)r, N. W. Gabs, Marimilian Fleisch, “Tb. Scbncidsr imd W. "Ti“(bircb. Fcrnck gckicgciic Populäre lebandiungé-n iibwr: Rcflki'ibiicn iibrr rcinc Jnimmiion WU B. Wid- 111-11111. _ Dic Eiiiiiabiiiig dcr Haitbiébbrivcrki' Bcctbbbkns VM L. Robi. _ TCT Tonsatz fiir *)]?(iiincrckwr von O. Tiersck). _ Ucbcr Stinnxibildung mid Stimim'rbaltnng “9011 Prof. Mol- dcnbauc'r. _ Das Chrom.] iti dcr [iiuraisckxcn Kirchcn- musik WU Sicblc, und Gsscbicbiü des Kölner Männcr- (JesangiWrci1is Von A. Hiri; mit 4 Porträts sc.; bann cin borziig- [i(bcs i1111*!'cssaiitcs Friiilicwir, Vcrci11§nachrichicn, Programms, V.",kaiizcn, Bini)- Und Kiinstmabbk, Brisfkastcn und Sbrccbsaai. Jm 11111i1kalisck)cn Tbcil iandcn Vliifiiabmc 1:2 „abniiilbt: Cbörc, 17 Männcrcbörc 11111“ 1 Frmicnckyor, dakimtsr Kmnposifionkn bon Liszt, “Ticihirckx. (5310113, Drcgcrt, Flügel, Böbmc, Wcriiixmi, Rcincckc, Rbcin- bcrgi'r, Nick) Miilicr, Scixmb, Nisls Gadc, Widmann, Fr.Sckck1icider, Fran; Obcrrkick) 1111? 11181011 A:;Tcycii. Die mit grbßcr Sacbicnntxiis; rcdigirte imb VN] iiichtigcn J.Vitarbcifcrn 1:11icrstü1_:te Zeitschrift fiillt eine bis dabiii in ivcitcii Kreissii géfiiblic Liickc iii dcr Literatur; sie wird (IUCN Fchndkn dcr Musik, 11.1115 bcioudch chr dcn Gssang- vcrcincn willkommen icin, dsiicn dic Zeitscbrist abs billigc Wcisc sicts nene (»Tborgckäiigc licfcii. Zablrciäöe auf den Umsck)[ägcn abgedrucktc Znsädrifscn (1112? «11611 Wciigcgciidcn, sclbst WU isnseits des Ozeans, bc- ivciscn, ici WUÖCM Umfange cic Vcrsinc dcn Nnbcndkö „Cborgcsang“ bereits micxkcnncn. Die Zeitschrift ist saubkr ansgcsfartct Und anf WÄcdcrgabc dcr Porträts isi bcs011d€re Sorgfalt verwendet.
_ Das; Aprilbcft (RTT. Jahrgangx- 1886) 13011 „Kunst 11117: Eewcrbc, Zcitsckzrifi 5111 Fbrdcrnng dcntsibcr Kunstindustric“, [)(rrausxieégcbcn born Bayerisch.“ Gcwsrbc-Muscum zu Nürn- bcrg (rcdigirr bon ])r. J Stockbancr; Verlagsanstalt des Bavsriichcn (Gcwcrbc-Muscums_ C . Sibrag _ Niiri1bcrg)bri11gt (111 der Spiße cinen sebr bemerkcnzivcrtbcnleifiiit„ibbnd211*Kustos der Anstalt, ])r. R. Kayser, Über die „Pati'ta der modernen Bronzcdcnkmäkcr“. Es Werben darin dic Versmbc näbsr dargelegt, ivclche von dem (k)einisckxen Labo- iaioriitm ch Bavoriichn Gcwcrbc-Mnscnms mit zwci 311 diesem 251?le in dcr Gießcrci "(cr Anstali abs vcrsckÜcdsnartigcn chicrimgcn bei'gcsicllten und ziisammcng-eldibetcn Vronchigurcn angestellt wordsn sind. WH RCsUth ergab siib, daf; erstens dxirch cinc' zwcckcntsprcibcnde Reinigung der Brmizcdcnkmäicr Wi ibrrr Errichtung «in die dcr Patiimbildniig schädlicbcn Vcrunrcinigungcn ans dcr Atmosphäre (Ruf; und Staub), wie Hic den modernen Städxxn sigen ist, in an?- rcichcndcr Wkisc bescitigrwcrdcukiixmcn, und daßau-l) iii dicscxxi Falke Dic Zusammcnießmig dec Bronze nicbt obne Einfluß auf M FäkbUZkii dcr sicb bi'TTcnde'n Patina isi". Ein [)öbcrer Zin11gcb111t hatt?,_ n*_c111gyiens bci don beschriebenen Versuchen, wcsentlickx giinstigch Licdingyngcn zur Patinabildimg gegeben. Die Rei_nliJUUI der „.Zffxnt- lichen Vrbiizcdoni'inälcr (mit Skifcnlöimxg _UTid _ ALM“) biete kcincrlci praktissbc Sckxwicrigkciten, aucb s-x1c1;,_ die Ksktcn “Fehr gkringe. Was di:“ Böscitigung _dkr schw9k5€n KMW! VVL) _den bereits längere: Zeit sicbsnbcn Denkiiialcrn bctrifft, so_iysrke HU [*M- jenigcn, Wc|chx nicbt sckxon cinmai cine gntc_Pat111a b_e_1a5611,_Ö1c dann «st durcb Ruf; und Staub bcdc'ckt_w1irdc, 111_di'11 meiitxn zaÜcn ibbbl kaum cin andcrcsMittcl iibrig blcibcn ab.? die so_rgiaittgc inecbaniiibe Ußbcrarbcjmng „on K'iii1stic'rbänd,__da cs 11ch dabei nicbtblos um cm*:n Ucberzua, sbndcrn cine Corroiwn ch MetaÜoberfiacbe baiibelc. Nur 11161111 die Zukunft cinnml wccd-rr _]M _von Ruf; und s0511i1gm Vcrbrcnnungövrodbktcn frcic Ytyioipbarc bieten könnt?, welcbe die Städte vor Einfiibrung dci“ Stcmkoblcnfeuerung besaßen, nur dann würd?" die mecdcnknlälcr mtck)_wic7cker wie in frübcrcr Zcit obne, Störung ihre Patina bilbcn 1261111110 Und Rcinigurigsprozcduren abcrfiüisjg werdcn, Zur Zcit ici jedock) Link mlivnclle Rixinigung dqrsxlch _dnrcbans iwianbig. _ Dcr zivcitc Aufsatz des „Heftes. bxiiiclt: „Zur Geschichte der Taviffcric“, sntbält eincn Auöziig aus dem Wetkc Von Jules Guiffrxy, „Zizkoirs (18 1:1. rzijZSriS (18111113 ]8 111031311 KJG _jusqn'Z s. 1108 ]0111'8“ ('1'0111-5, Z.]Ü'LÜ 111111110. at, 618) mit biclcn Probe-JllustratiNicn daraus darficllcnd kostbare und kiinstlcrisck) bemerkenIWerTbc (Hochins, msist französischer und vlämiscbcr Herkimst. _ In einem weiteren Bkitrage chiiint Dr. W. Valentin dic (Erörtrrnng ku11stgc1vcrblichcr Stiliragcn. Er bespricht zunäcßsi die Gestaltung der Lichtirö:.“;cc und Weist nacb, wie solckye den durch Tie moderne Technik 1111?) none Erfindungcn gsscbaffcnen