1864 / 16 p. 4 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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"Bea tun der Schranken seiner Kompetenz verfahre. König CH_rtsiian 131. hat cf:)en Thron nicht kraft des Londoner Vertravges, fotzdern krast _des yon seinem Vorfahren in der Regierung, dem Konig Friedric? Uli„ m seiner Eigenschaft als Herzog von Holstein und dxutscyer Bundesfurft eben so gut wie in seiner Eigenschaft als König von Danemark, e_rlassenen und von den deutschen wie von den dänischen Ministern contrafigntrtey_Thronfolgcgeseßes vom 31. Juli 1853 bestiegen. Der Bund hat, gegen HWV. Geseß niemals protestirt, er hat sogar ausdrücklich durch seinen Bc1ch1135 vbm 29. Juli 1852, also zu einer Zeit, wo der Londoner Bertxag bereits ge1chlcxckffen,1var, die Königlich dänische Bekanntmachung vom ZZ.“:zanuar deffelben _zahxes ge- nehmigt, worin die Abficht im Voraizsberkundtgt „wax , „m1't dem Ycisiqnde der Großmächte die Erhaltung der damschcn Monarchie m thrxin ,eitherigen Bestande sicherzustellen. Es kann dies dcnIL-Kund zwai "unstreitig, mchi ym- dern, auchießt noch seine vcrfassm1g_smaß_tgc Autorttat gegenuber1ene1n x Thronfolgegeseße, so weit es sich auf Holstein und Lauenburg bezikxht, gel- , tend zu machen und berechtigten Reclamatronen gcgen dasjclbe ,xolgc zu

Verschaffen.

Aber jene Autorität erstreckt fich nicbt weiter , als sie auch gegenüber einer von dem Souver

ain irgend cines anderen Bundesmndes errichteten neuen Succesfionsordnung sick) erstrecken wurde , und diese Recla- maiionen können nicht anders, als 11:

den Formen eines geoanTten Idiot“-

'rens und na re elmäßi1em Gehör alleeretheiiigxen eric ig w§r 111. fDÜYes ist nach UYschZ Ueberz€ugung in rxcbtltcycx» Hm,:chi das Bethalitiiß des Bundes zur Erbfolgefrage, deren politische „xragwcite 1th an diexcr

e e ni t erörtern wollen. ck _ StuRichY? bedauern wir endlich ernsilicher , als daß 'in-mz_m Jraonkfurt dem Anfrage Oesterreichs und Preußens , burch _nnlitatrqch Bcießung Schleswigs dic Incorporation dieses Landes „m Danciiiark zu verhindern und dadurch rechtzeitig ein sicheres Pfgnd fuerte WÜWPI, der Rechte Deutschlands zu ergreifen, theils ein szetfelndes Qogerp, theils emen 911130er Antrag entgegenstcllen zu wollen 1chemt, den ww 1111171 mehr als ubcicm- stimmend knit den Grundgeseßen des; deutschen Bundes anzuerkenneii vcr- möchten. Der Vorschlag Oesterreichs „und Preußeys gebt bxs. an die äußerste Grenze Desen, 11112725 mat dem desenfiven Chmakter der Bundesin itution vereinbar i1. _, _ | . lich hessischen Rstegierung dagegen Überschreitet daxe'1e Grenze. Der Artikel 2 der Bundesaktc, die Artikel 35 und 37 der Wiener Schlußakte _cxlaiiben nicht, daß der Band ein nicht deusches Land aus'dcm'Grunde nnlitatrisch beseye, weil ein Fürst, der als Bundesfürst noch [niht cmnzalsancrkanni ist, möglicherweise künftig den Bund um Pertrctungiemer Yln1prucbe “If.,d1e19s Land angehen könnte. Als Sc. Majesiat dcr Kazxcr vorjchlugen, day Fxngs- recht des Bundes auf die Fälle auSzrtdxhtict),„ m welchenx bas" egropaqche Gleichgewicht bedroht wäre , erklärten dteMztsursten. Sr. Y-ia1estai )'.ck) gchcn diesen Vorschlag, weil derselbe geeignct-wt, den Bund m Yolttqcye Yer: wickelungen hineinzuziehen. Und doch ist der Zibeck „dex Erhaltung des" Gleichgewichtes ein Zweck der Sicherheit und dxr Yertyetdigung. Jeyt „abu soll der Bund berechtigt sein , ohne Weiteres onenpv vorzuxzehen , “Zé" cinem Prätendentcn dic Erbfolge in einem nicht zum Bunde gehorenden Lande zu

i ern! Und man schwankt in Frankfurt zwischen einer auf deni _Stand- Lénkte der Bundesverfassung in so hohem Grade gewahrt erscyemcnden

Maßregel und dem Anfrage , welchen die beiden nxäcytlgstcn Bundesglteder gestellt haben, um fich ihren Bundesgenbnen zu n_ahern, um ben Boden für eine gemeinsame Action Deutschlands_ rasch Wieder zu gcnxinnen, 1,1111 dafür zu sorgen, daß Deutschland in'dre bevorßeheydcn europgtschcn Ber- bandlungen stark und mit jedem möglichen thgijachltcbcn Vortheil de STU" [ung eintretc! Wäre jener österreichiych-prciißqche Antrag 71111 demiclch Eifer, den man für andere Programme zßtgt, angenomriien words", ]V wären unsere Truppen schon auf dem Marjche pack) dex Elder. Od'cr'WlÜ man sich ettba 111itderthatsäcblichen, wenngleich _bimdesbxscZUußxmdrigxn, Occupation Holsteins begnügen? Will n_14'm deri Prmzcxi Y_r1edr1xh, wah- rend seine Sache noch anhängig ist und 1ein Cr1chc1y911 111 Ixolstein Oester- reichs und Preußens Verhalten in zweideutzch Licht 111.01, nnter deni Schuye der Bundestruppen seine künftige “Regierung orgamanen laffen, atis die Gefahr hin, daß Europa, wenn es seine Veratnhungen _erZffncy Holstein im Befiye Deutschlands, SchleSwig im Bcfiße Danemarks Ymdci Oxstcr- reich lind Preußen können die Vera11twortlichkett „MbexFur eme 1olche Enthaltung, noch fiir eine verdeckte EroberungHSéych-WigZ ubernehmen, und da fie in ihrer eigenen freien Action als Großmacth diuz vogkounncii aus- reichende Mittel befißen, die Rechte Deutschlands m_ dlcjkk „Sache, dre vox - aUem auch ihre eigenen find, zur Geltung zu brmgeti, so wird 11911211, nne wir fast schon besorgen müssen, zucht keine Wahl bleibey, 1115 an dteMStcl1c von Bundesbesch'lüssen, die auf sich warten lassen, odex die keinen verfanungs- Charakter an fich tragen, ihr eigenes unabhängiges „Handeln zu sehen.

So lange als möglich werden wir indessen a"n ber Hoffnung festhalien, daß unsere" Sprache, wclche, weil ernst und freimutht'g, darum nicht [beniger freundschaftlich gemeint ist, noch zu rechter Zeit bei unseren Verbundcten Gehör finden und ße bewe en werde, die Dinge 111 Deutschland mch? zjum Brache zu treiben, zunäch aber ohne ferneres Zögern dcn österreichisch- preußischen Antrag vom 28. Dezember zum Beschlussc zu erheben.“ Wir hoffen dies vor allem von dem Münchener Kabinette, desen Weisheit und Besonnenheit fich in so vielen früheren Verwickelungcn bewährt hat, und dessen Einfluß hinreichen würde, um auch unsere übrigen Bundesgenossen zum Wiederanschluß an Oesterreich und Preußen zu bestimmen und die ent- stand ene Gefahr einer Sprengung der SolidaritätDeutschlands in der schwe- benden (Frage zu beseitigen. Wir wollen nicht schließen, ohne die Ueberzeu-

ung auszudrücken, daß diese Frage ihre Lösung entweder mit Ehre und

FHewinn, oder mit Schmach und Verlust für Deutschland finden wird, je nachdem Deutschland die Grenzen der Gescßliclzkeit einhalten wird oder nicht,

Ew. Hochgeborcn woklen dem Herrn Königlichen Minister des Acußern, Freiherrn vonSchrenk, von dem gegenwärtigen ErlasseKenntniß geben, auch sich zur Mittheilung einer Abschrift desselben, falls cine solche gewünscht würde, für ermächtigt halten.

'Die

Der Vorschlag der Großherzog- *

ten nicht rechtfertigen , wenn im vDresdener Journal- von einer Täuschung gesprochen werde, „welche durch Zusagen der deutschen Großstaaten herbeigeführt worden, die so Beschuldigten treffe der Vorwurf keinenfal'ls. Solchen Boden zu betreten hätte übrigens gerade das Organ einer Regierung Anstand nehmen sollen, die es, da fie es noch gekonnt, nicht verhindert habe, daß die durch das Votum des Bundes beschlossene Execution benußt wurde, um- die vorbehaltene Succesfionsfragc faktisch zur Lösung zu bringen.

Großbritannien und Irland. LondOU, 16. Januar. Eine furchtbare Explosion erschütterte gestern Abend die Stadt Liverpool und ihre Umgebung. Ein nach Afrika bestimmtes

- Schiff, die Barke »Lotty Sleighu mit 940 Fäßchcn oder 113.- Ton-

nen Pulver an Bord , hatte Feuer gefangen,“ um 6 Uhr verließ die

Mannschaft das Fahrzeug, und als um ck28 Uhr das Magazin vom

Feuer ergriffen wurde , flog das Schiff mit einem schrecklichen Knall in die Luft. Es war in Atome zersplittert und Theile des Eisen- werks fand man auf beiden Seiten des Mersey zerstreut. Die Stadt erzitterte in ihren Grundfesten, Tausende von Fensterscheiben zerspran- gen , das Gas in den Straßen erlosch. Jn Birkenhcad war der Schaden noch größer, sehr wenige Häuser und kein einziges öffent- lichcs Gebäude hat noch unbersehrte Fensterscheiben aufzuweisen. Es scheint, daß keines Menschenlebens Verlust zn beklagen ist, wenn auch manche kleineren Verleßungen vorgekommen find.

Wie der City-Artikel der »Timcéza berichtet , seien den Häfen ch Ostens bereits Weisungen zugegangen, keine (Hüter in deutschen oder in dänischen Schiffen zu expediren; ein Beispiel, welches anch anderorts baldige Nachahmung finden werde. ..

In den Papieren des Amtes der öffentlichen Archive ist ein interessantes Mannsfript gefunden worden, welches eine von dem 1)['. John Bull aufgeschriebcnc Composition enthält und als eine frühe Probe englischer musikalischer Aufzeichnung fiir den Alter- tbmnskundigen von Werth isi. 01“. John Bull war zur Zeit der Königin Elisabeth Organist der Königlichen Kapelle und der erste Professor der Musik am Gresham-Collcge, dcr Nachivelt aber beson- ders bekannt als Komponist der Nationalhyme. Der Text zu der- selben läßt fich bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verfolgen. Am 10. Angust 1545 gab der Lord-Admiral als nächtliche Parole an: »So-„1 MW 1ch111Z 116111376- und von- dicser datirt sich der Re- frain des Liedes.

Frankreici). Paris, 17. Jauuar. Fünf Spalten vosl Mexiko - Nachrichten bringt heute der »Moniteur-c aus der neuesten Post, wclche aus Vera-Cruz bis zum 151cn, aus Mexico bis 311111 10ten und aus Celaya, Vazaine's damaligem Hauptquartier, bis zum 4. Dezember reichten. Wir entnehmen daraus, daß Guanajuatb, Zamora, Salamanca und Leon wirklich von den Franzosen beseyt worden waren und der Fakl von Guadalajara, Hauptortes des Staates Jaliseo und der nächst Mexico bedeutendsten Stadt des ganzen Landes, in naher Ausficht stand,“ das; die Juarisiiscbcn Trap- pen durchaus keinen Widerstand leisteten, sondern fick) iibcraU zuriick- zogen,“ daß die Einwohner des Landes iiberall, Wo die Befreier er- schienen, Freudcn-Dcmonsiraiionen machten und Bürgermilizcn bil- deten, daß die Organisation der mexikanischen Armee riistig bor fich ging, der alte mexikanische Generalstab sich fast ganz vollzählig, näm- lich 15 Divisions-Gcneralc, 80 Brigadc-Gencrale, 200 Obersten und viele andere Offiziere aller Grade, der neuen Regierung zur Verfü- gimg gestellt hatte und schon drei Divisionen ganz fertig waren, während eine vierte in der Bildung begriffen war,“ daß anch viele Civilbeamte dcr Juariftischen Regierung, namentlich Vidauri, der Gouverneur der Staaten Neu-Leon und Cahahuila, einer der bc- deutcndstcn Männer des Landes, fick) nunmehr der Regentschaft an- geschloffen hatten. GcncralBazainc hat dem Kriegsminister iiber das Vorrücken der Jramzosen und das zahlreiche Desertiren Jua- ristischer Truppen noch ausfiihlich berichtet.

Die konföderirte Korvette »Florida-, welche in Brest reparirt worden, ist jeßt fertig zum AuZlaufen und hat, [aut »Francea, der auf der Rhede ihr auflauernden Unions-Korvette »Kerseagea sagen (affen, sie Werde auf sechs Meilen außerhalb der französischen Wasser- grenze in offener See in den ersten Tagen des Februar den Kampf annehmen.

Gestern Morgen um 8 Uhr ist, wie der »Moniteura anzeigt, nach langer Krankheit Admiral Hamelin gestorben, am 2. Sep- tember 1796 geboren und mit 11 Jahren als Schiffsjunge auf der Fregatte 'Venus-: in den Seedienst eingetreten, ward er Lieutenant zur See 1821, Fregatten-Capitain 1828, Linienschiffs-Capitain1836, Contre-Admiral 1842, Vice-Admiral 1848 und endlich während des Krimkrieges 1854 Admiral. An Ducos' Stelle ward er Marine- Minister am 19. April 1855 bis 24. November 1860, wo ihm Graf Chasseloup-Laubat folgte. Er war auch Senator und seit 1861 Großkanzler vom Orden der Ehrenlegion. Wie die "France:- meldet, hat der Kaiser verordnet, daß der Admiral in der Gruft dcs Imbaliden-Hotels beigeseßt werde.

Portugal. Aus Lissabon, 17. Januar, wird telegraphirt: »Herr Bitsos erseßt den Kriegs-Minifter. Der Minister des Innern

- 18. Januar. »Generalforrespondenz aus Oester- reicha sagt über den vorgesirigen Artikel des *Dresdener Journalsa, es lasse fich durch eine Verschiedenheit der Ansteh-

und der Bauten-Minifter haben ihre Entlassung eingereicht.“

*; derartigen Fahrzeuge konstruirt wcrden. - Wie man aus P * hört, sollen die nkuen Verordnungen des Grafen Berg bezüglich abermaliger Contribution großen Schrecken verbreitet haben und

) slch zu Petitionen und Ergebcnheits-Adressen vereinen, um den Kaiser 5 fiir sich zu stimmen und vielleicht zu bewirken, daß auf irgend eine - Weise eine Abhülfc des Elends herbeigeführt werde. - Jn leßtercn x Tagen ging wieder eine Anzahl junger Leute von hier in die west- J lichen GOUVcrnemcnts ab, um dort in Stelle der theils von selbst , ausgetretenen, meist aber im Disziplinarwege entlassenen Beamten „„ zu fungircn. Wie es heißt, sollen von den entfernten Beamten viele _- den Kaiser unter Zusicherung fester Ergebenheit und Treue um Wieder- anstellung gebeten haben. _ So lange die Zustände nicht völlig ; geregelt smd, dürfte auf derartige Vorstellungen wohl schjverlich * geriickfichtigt werden.

[ bereits telegraphisch erwähnt) eine große Anzahl Ergebenheits-Adres- ,' sen aus Städten und'Dörfern. * schriften zu einer solchen Adresse bei den *' Melt, Und zwar durch den Magistrat, welcher die Unterschriftsbogen ' durch die BczirkZ-Kommissare in Circulation seßext mußte. - . "Patrice- läßt sich in ihrer Nummer vom 11. noch immer von In-

; 10,000 Mann 2c. berichten , welche ordentlich auf den Dörfern im

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Nuß1and und Polen. Von der polnischanrenze, “17. Januar, enthält die - Ostsee = Zeitung * folgende Mit- theilung : Die deutsche Bevölkerung im Königreich Polen, deren (Hesammtzabl fast Js. Million beträgt, und die größten- theils aus Landwirthen, Kaufleuten, Fabrikanten und Hand- werkern besteht, ist durch den Aufstand in eine sehr bedrängtc Lage gcratben. Tausende deutsche Handwerksmeister und Gesellen, die früher bei Fleiß und Sparsamkeit ihr gutes Auökommen hatten, find in Folge der schon seit zWei Jahren andauernden Stagnation dcs Handelsberkchrs brodlos geworden und haben das unglückliche Land zum Theil verlassen müffcn. Dic friiher so wohlhabenden deutschen Fabrikstädtc im Gouvcrncmeni Warschau, wie Lodz, Zgicrz, Zaborowo u. a., find in ihrem Wohlstandc gänzlich herunter- gekommen und fast auf die Hälfte ihrer friiheren Einwohner rc- ducirt. Die Fabriken find größtenthcils geschlossen und die zahlreichen Fabrikarbeiter haben zum Bcitcl- oder Wandcrftabc greifen müssen. Die zahlreichen deutschen Kolonistendörfcr in den Kreisen Kalisch, Konin- «Kloclawck und Lipno, dercn Bevölkerung und Wohlstand dnrch Zuzüge aus der deutschen Heimath mit jedem Jahr zunahm, find bcrarmt und zum Theil verödet. Hunderte ihrer unglücklichen größtentbcils evangelischen Bewohner, smd dem religiösen und natio- nalen Fanatismus der polnischen Revolutionspartci als Opfer gc- fallcn. Himdcrtc haben sich der Verfolgung der polnischen Häscher durch die Flucht entzogen und Haus und Hof im Stiche gelassen. “Tausende endlich haben fick) durch die fortwährende Unsicherheit ihres chcUs und Cigcnthums bestimmen lassen, ihren Bcfiy fiir einen Spott- preis zu verkaufen und nach Rußland auszmvandern. Die polnischen Blätter, namentlich dic in Krakau erscheinende »Chwilaa, drücken ihre Freude aus über das sichtbare Hinschwindcn der der polnischen Nationalität bcrbaßten deutschen Bevölkerung in Polen. Anders weiß die russische Regierung die Vortheile zu schäßcn, die deutsche Kapitalicn und deutsche Betriebsamkeit von jeher dcm Königrcich Polen gebracht haben. Sie hatHundertcn von deutschen Kolonisten, die von Jnsurgcntcn verfolgt, und von Haus und Hof vertrieben wurden, Schub und Monate lang Lebensunterhalt in den Kasernen der (Harnisonftädtc und Tauseiidcn von deutschen Fabrikarbeitern, die an den Bettelstab gebracht find, die Mittel zur Auswanderung nach den russischen Gouvernements Samara und Stawrbpol gewährt. Erst Vor Kurzem wurde die Hanptfaffc des Kötiigreichs durch Ver- fügung dcs Statthalters Grafancrg wiederum angewiesen, zu [eß- jerem Zwocke 43,000 SRO. zu zahlen. Eine fast eben so große Summe ist schon eimnal zur Ueberficdelung brodloscr deutscher Kolo- nisten und Fabrikarbeiter aus derselben Kaffe verausgabt worden. Die Zahl der bereits Ueberfiedelfen beträgt nahe an 5000.

- 18. Januar. Gestern wurden in Warschau 48 Bür- ger christlichcti wic jüdischen Glaubens aus dem 2. und 4. Stadt- viertel durch die Viertelskommissarien zu dem Statthalter beschieden mit der Anweisnng, denselben zu bitten, daß er fich bei dem Kaiser fiir Annahme der Loyalitäts-Adrcsse verjvcnden möge. Dcr Statt- halter empfimg die Deputation wohlwoÜcnd und sagte seine Fiir- sprachc zu. ,Die anderen Stadtviertel soklcn folgen.

Aus Rußland, 15. Januar, meldet die -Pos. Ztg.“: Ein neuer Erlaß ermächtigt das Direktorium der Marine und des Küsten- bcfcstigungswcsens, den Rest der acht Millionen R. S., welche als außerordentliche Ausgabe zur beffcrm Armirung der Kiistcnforts und Anlegung neuer Werke an bedenklichen Punkten im abgelaufenen Jahre angewiesen ivordcn, noch zu verwenden und besonders die Besten an den Küsten Kurlands so herzustellen, daß fie bis zum Beginn der Schifffahrt der betreffenden Kommission übergeben Wer- den können. Sechs1ncue Panzerschiffe find bereits wieder angelegt und sollen nach dem Muster der im Herbst aus England gebrachten olen

Veranlassung sein, daß in vielen Gegenden die Bewohner der Städte

W arsch au, 17. Januar.

Der »Dziennika veröffentlicht (wie

Auch in Warschau Werden Unter- Hauseigenthümern gesam-

Die

surgenten - Corps unter Kruk von 4000 Mann, unter Bossak bon

Lublinsxhc'n und Radomschcn cinquartirt sein sollen, um zum näch- sten Jrjuhxjahr zum neuen Kampfe hervorbrcchen zu können. Die Organtsattbn “der, rusfischcn Streifcorps ist aber jeyt dergestalt ver- beffert, bak; esjmcht gelingt, 10 Mann in einem Dorfe versteckt zu

Halten, bixljyemger 10,000 Mann. Dagegen wird rusfischerseits ver- Lchert, daß 1m„Lublinschen und Radomschen täglich fich Haufen Von Qnsurgciitcii bet den Militair-Chcfs melden und sich auf Gnade und Ungnade ngeben; - Unter den gestern nach Rußland Deportirten befanden 1xch zweiGcistLiche, der Dominikaner Aniol Sosnowsfi, zyelcheb den LZttentatcr auf Major von Rothfirch (der wieder wohl Ut) Felix Schindlers znm Morde in Eid nahm, und der Weltpricfter ?Torxxdzvorkt, der einen «Udern oHänge-Gendarmen- vereidigte. (O|-

ce-“O g.

ZOanYnark. .Kobcnhag cn,15. Januar. Ueber die Kantonne- minis dcr »rupycn 1111 zxerzogthum SchleSwig berichtet »Fädrelandet- ibtc sblgi: kIZM “1.Zznsantcric-chiment kantonnirt in der Stadt Schlc/IWLJ LxchlbßyGottorff), das 2. in Ulsnjs, das 3. in Kosel, bas_4. in Friedrtcyxtadt , das 5. in Reixdsburg (Kronwerk), das 6. in Hollxizgstedt, das 7. in Altbcxmebeck, das 8. in Hitsby, das 9. :I der“ Sztadt Schleswig, das 10. in Fockbek, das 11. in der Stadt ©ck)lebixitg,'das_12. m „Ramsdorf, das 13. 111S0ndlkbng, das 14. aufgelbst (die Offiziere in Kopenhagen), das 15. bei Kopenhagen, das "16. aiif Folvdskovbygacxrd in Angeln, das 17. auf Fahrenstedt- guard, bas 18. m Gottorfs, 'Das 19., 20. und 21. in der Stadt Schleswig , 'das/„22. in Süderbrarup. Das 3. Dragoncr-Regiment “kantbnxmrt 111 &Oairup, das 4. in der Stadt Schleswig, das 5. m Hubby bei Flensburg, das 6. in Falkenberg , das Husaren-Regi- ment mKr-opb. Die 7. Jeldbatteric kanwnnirt in Seeth bei Friedrich- stadt, dic 8.'t11i§)icx1dsburg, die 9. in Groß-Reibe, die 10. in Schalbye, die 1.5. m„dcr Stadt Schleswig. Das Oberkommando ber akt:ben_21r111ce (General de Meza) ist in Schleswig , ebendasclbst tft auchdas 5. Armce-Divifions-Kommando (General Steinmann) und dasN-L. anice-Dibistons-Kommando (General Hedemann-Linden- croßnc), 10 wre das? Ober-Artilleric-Kommaudo (General Lüttichan), das, Kommando, fÜr die Festungs-Artillcrie (Oberst Wahl), das In- gxx1reur-K0111n1a11d0 der Chef der Jntcndantur der Armee und die Qorps-Jntenbaniur. "Das Kommando der ]. Arn1ec-Divifion(Gene- ral GerlachZ ist. m Suderbrarup. Die ]. Kavalleric=Brigade hat ihr Hauptquartier m 'der Stadt Schleswig, die 1. Jnfanterie- Brigade in Brbder'sbye, die L. in Eckernförde, die Z. in Wedclspang, die 4. m Friedrichstadt, die 5. in Rendsburg, die 6. in Carlshütte, die** 7,. 8. u, 9 m der Stadt Schleswig.

, - 18. Janxtar. Eine hier vorgestern Überreichte Note Oester- r§tchs undA Preußens fordert Aufhebung der November-Verfassung bis. zum 18.. d. M., jbibrigenfalls sie die Abreise der Gesandten und Weitere Schrrttc m Aus11chi stellt. Sicherem Vernehmen nach lautet die Antwort Dänemarks vcrneinend.

Die *Berlingsche Zeitung:: dementirt am Schluffc eines Arti- kels, in welchem sie von dem Eintreffen des österreichisch-preußischen Ultimatums Mittheilung macht, 'die Nachricht, daß die Regierung sich geneigt erklärt habe, wegen Außerkraftseyung verschiedener Punkte [der dIlTOVembcr-Vcrfaffung mit den deutschen Mächten zu unter- )an e n.

Telegraphische Depeschen

aus dem Wolff'schen Telegraphen-Bürcau.

Wien, Dienstag, 19. Januar, Morgens. Der Kaiser hat gestern die nach Schleswig bestimmten Truppen inspizirt und in seiner Ansprache an die Offiziere ein gutes Einvernehmen mit den Preußischen Waffenbrüdern betont. Heute beginnt der Abmarsch der

Truppen. Marktpreise. 861'111'1. (161) 18. Januar. 211 han (16: [(WWW) 1 71111: 16 SJ. 3 Pk.. auch 1 "1'1111'. 15 85?

Um] 1 11111: 13 Zxxr. 9 131", 0r0§56 ()"-erste: 1 71111". 12 ZZr. 6 Lk., auch 1 711112 8 ZZr. 9 kk. nm] 1 "[für. 6 ZZr. Z kf“. Uaksr 1 “[Dr. 3 831". 9 Pk., auch 1 “['1111'. 1 ZZr. 3 kk. um] 1 "kb]r.

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113110116111 , 4161" 86113176] 22 SJ. 6 [)k. , auch 21 ZZV. Z kk. um] 20 ZZR, metxcsnxx'ejx 1 ZZr, 6 Pk., auch 1 831". 3 kl".