1864 / 21 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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dtL Bahcwches trugen Baroche, Vaillant, Chasseloup-Laubat und “Vice-Admlral Trehou-art. , ' Wie die *France- bestätigt , hat der Gememderath von Puebl'a auf de.iü großen Markte, der fortan Eugenicnplaß heißen soll, die Statue der Kaiserin der Franzosen zu errichten beschlossen und da- durch einen VolkS-EnthufiaSmus hervorgebracht. Am 12. Dezernber hat ganz Mexiko mit großer Feierlichkeit das Fest Unserer lieben Frau von'Guadaloupe, der Schußpatromn des Landes, Legatigeri, und das französische Corps hat überall an dem kirchlichen Feste Werl genommen. " . ." ,. Der Kriegs-Ministcr hat durch Verfugung alien OrviYOiisI- Generalen in Erinnerung gebracht, daß in Friedenszeiteti die ?:.hqre von Festungen Tag und Nacht offen bleiben sollrti, „die Vkilitiztr- behörde aber, und nur fie, das Recht hat , aus militairischen Griin- dcn oder aus Gründen der öffentlichen Sicherheit eine zeitweilige Schließung der Thore zur Nachtzeit anzuordnen. Es war "nämlich häufig vorgekommen, daß die Gcmcindebebördcii allein uber die Jestungsthdre verfügten.

- 23. Januar. In der heutigen Sißung des gesetzgebenden *

“' R "d' * _ _, , , PMW verthenigic ; Jm Plockischcn mid Augustowickxn hat drr »bevollmachtigte Rom-

das Amendcment der Linken , welches Gleichstellung Lllgcricns mii ,

Körpers wurde die algerische Frage behandelt.

dem Mutterlande fordert. General AÜard vertrat die Regierung,

Vice-Admiral Juricn de la Gravidre ist, wie die »Francca meldet, zum Adjutanten des Kaisers ernannt worden.

Der Budget-C'niwurf pro 1865 ist heute dem gcseHZcbendcn Körper vorgelcgf worden. Die ordentlichen Aitsgahcri 1md arif 1,797,250,000 Frcs. (21 Miklioncn nichr als pro 1864) mid die Einnahmen auf “1,799,750,000 Frcs. veranschlagt, so daß alw cm Ueberschuß ron LZ Millionen sich ergeben wiirde. , Regierung vor, die umlaufenden Schqizscheinc im Jahre 1865 auf 150 Millionen zu rcduzircn. reichend fiir das StaatSdienftbediirfniß erweisen, so sokl durchj©upple= mentar-Emisfionen , welche vom Kaiser besonders zu de'kretircn und der Legiswtidc in dcr nächstfolgenden Session zur Bestätigung vor- zulegen sind, Hiilfe geschafft werden. Die Baukaffc der Stadt Paris soll pro 1865 höchstens 80 Miklionen Bons ausgeben durfen.

Die französische Regierung hat von der mexikanischen cheiit- schaft die Anerkennung der alten Schuld nnd der Zalilungsdfiicht für die fast 300 Mill. bciragcnden Kriegskostcn gefordert, dabei aber

vom Banquier Jeckcr und dessen 75 Mill. Bons kein Wort cr- »

Die Antwort der Regentschaft wird mir der nächsten Post,

wähnt. Man

die am 28. d. M. in St. Nazairc eiiitrcffen kann, erwartet.

glaubt, daß'Frankreichs Forderung bewilligt, zugleich aber die Bitte.

gestcklt worden sei, ein französisches Corps von 25,000 Mann auf -

mindestens 5 Jahre dem Kaiser von Mexiko zu leihen. _ Wie der algerische »Moniteur- meldet, ist das Tclcgraphen- kabel, das man am 14. Januar von Oran nach Cartagena zu legen begonnen, am Abend desselben Tages etwa “50 Kilometer von der afrikanischen Küste geriffen und die lecit muß von Neuem begonnen

Werden. _

Spanien. Madrid, 22. Januar. Der »Epoca“. 31001136 wird die spanische Regierung einen, bevollmächtigten Minister iar Mexiko ernennen, sobald fie die amtliche Anzeige von der Krömmg des Erxhcrzogs Ferdinand Max erhalten hat.

Rußland und Poicn. St. Petersdnrg, LZ.'JM1U(LL'. Die hiefigcn Blätter veröffentlichen nachstehenden (tclegraphtsck) scßoir erwähnten) Ukas, welchen Se. Majestät dcr Kais er an den dirigi- renden Senat erlassen hat:

Da Wir es für gut befunden, dic Lokalbevölkerung dcr Gouverncinrnis und Kreise durch Personen, welche fie aus ihrer Mitte erwählt, zur naheren Beiheiligung an der Verwaltung dcrjcnigen Geschäfte zu berufen, wclche 1lch auf die ökonomischen Jiiicrcffcn und Bedürfnisse jedes Gouvernements und Kreises beziehen, befahlen Wir dem Minister des Innern, nach den' voii Yns angegebenen Grundsäßen die Projekte der Verordnungen Über die Errich- tung besonderer Provinzial- Institutionen zur Leitung der erwähnten Ge- schäfte zu entwerfen. » ,

Die auf Grund dessen entworfenen und vom Reichsraihe geprüften Pro'ekte: der Verordnung über die Provinzial- (GouvernemenW- und Kreis-) Zn itutionen und der zeitweiligen Vorschriften in Betreff der Landesabgaben, der Volksverpflegung und der öffentlichen Fürsorge finden Wir Unseren An- sichten entsprechend und nachdem Wir dieselben bestätigt, übersenden Wir fie beiliegend dem dirigirenden Senat und befehlen:

1) Die Verordnung über die Provinzial- (Gouvernements- und Krets-) Institutionen und die zeitweiligen Vorschriften für die Thätigkeit dieser Jir- stitutionen in den Gouvernements Charkow, Chersson, Jaroslaw, Jekateri- noslaw, Kasan, Kaluga, Kostroma, Kursk, Moskau, Nishni-Nowgorod, Now- gorod, Olonez, Orel, Orenburg, Pensa, Perm, „Poltawa, Pskow, R1asan, Ssamata, St. Petersburg, Ssaratow, Sfimbirsk, Ssmolensk, Tambow, Taurien, Tschernigow, Tula, Twcr, Wjatka, Wladimir, Wologda und Wo- ronesh sogleich in Wirksamkeit treten zu lassen. .

2) Dem Minister des Innern unverzüglich die Vorschriften abzuf'faffen, welche für * die Eröffnung der nach diesen Grundsäßen m den erwahn'ten Gouvernements errichteten Provinzial-Jnstiiutionen und für den Beginn ihrer Wirksamkeit nothwendig find, und diese Vorschriften Uns durch den Reichsrath zur Bestätigung vorlegen zii lassen, . .

Der dirigirende Senat wxrd es nicht unterlassen, dre nothigen Anord- mungen zur Ausführung dieses zu treffen. *

St, Petersburg, den 1. Januar 1864. Alexander.«

Auch schlägt die ?

Sollte sich diese Summe als Unzu- »

Die beiden Akienfiücke, Allerhöchft bestätigt am 1. Januar, werden von. ständikgt in der Geseßsammlung Nr. 2, Beilage zur »S.-Z.a Nr. 2, mit- et ei . g h Von der polnischen Grenze, 22. Januar, wird der -Ofts,. ZW“ berichtet: Die auch von Ihrem Warschauer Korrespondenten gebrachte Nachricht, wonach die im nördlichen und mittleren Theile dcs Gouvernements Lublin operirenden Krukschen Jusurgenten-Ab- theilungen nach der Niederlage bei Kock fich aufgelöst haben und Kruk ins Llusland geftüchtct sein sollte, hat sich nicht bestätigt. In Litthauen und das Augustowsche find auf direkten Befehl der Kriegs- abthcilung der revolutionairen Regierung eingerückt, in ersteres: die Rciterabtheilungcn unter Wroblcwski und Poninski in der Gesammt- stärke von 250 Mann, in leßteres die meist aus Jußvolk bestehende Abtheilung unter Leniewki, in der Stärke “von etwa 150 Mann. Dicsc DisPofitionen stehen im Zusammenhange mit dem Plane dcr revolutionairen Regierung, den im Plockischcn, Augustowschen Und in Litthaucn fast gänzlich erloschenen Aufstand wieder zu neuem Leben anzufachrn. ZU diesem Zwecke werden alle Anstrengungen gemacht, um die Waffe der ländlichen Bevöl- kerung in Bewegung zu bringen und gcgen Rußland zu bewaffncn.

miffar-c drr Nationalregiernng, Jgnay Czynski, ein Emigrant, einen Aufruf an die ländliche Bevölkerung erlassen, in welchem die russischr Regierung der Absicht, die katholische Religion und die polnische Na- tionalität auszuroticn, beschuldigt und die Bauern aufgefordert wcr- den, zur Vcrtheidigimg der Religion, des Lebens und des Eigen- tlmms zu den Waffen zugreifen und die Russen aus dem Lande zu vertreiben. Aufrufe deffelben oder ähnlichen Inhalts rirkulircnnmffcn- weise Unter den polnisch-katholischeir Bevölkerungen dcr litthauischcn Gouvernements. Auch hat dir Rcdolutionaöpartci das Gerücht ver- brritct, der Priester Yéackicwirz sei nicht von den Ruffen ergriffen und hingerichtet worden, sondern lebe und stehe an der Spixze cincr nrugedildrien starken Jiisurgcntciisckwar, bereit, den Kampf mit den Ruffcn jcdetr Augcndlirk wieder aufzuneHmcn. Jm Gouvernement Kowno ist denn auch in der That; ein neuer Jiisitrgcntcnfiihrcr an der Spitze einer kleinen Schaar anfgctretcn, der fich fiir den Priester Mackiewicz anZgicbt. Ferner wird der polnisch-katholisck)eii Bevölkr- rung in Litthaucn eingeredet, dic neuerdings zu polizeilichen Zwecken angeordnete Bevölkerungsanfnahmc stehe mit dem Plane in Verbin- dung, die Katholiken und Polen iimsscirweisc nach dem Ural imd Kaukasus zu überficdcln.

Aus Warschau, 2]. Jannar, wird berichtet: Unter den in diesen Tagen arretirten Personen befinden sich auch die Kauficnie Jiilius Hermann und Kleinadrl. -- Gestern ist wieder ein Trans- port Gefangener nach Rußland abgegangen. Aus Riicksicht anf den strengen Frost waren dieselben 8 Tage zurückgehalten worden. - Der Mörder des Polizeibeamten Galinski, von dem ich Ihnen An- fang dieses Monats schrie“), cin Arbeiter Pnchalski, isi festgenommen worden. » Dieser Tage wurde hier im Weinkcklcr des bereits dc- portirien Kaufmanns J. Kijas die Leiche des bekannten hiesigen Bürgers PiotrowSki, der die ersten revoluiidnairen Beiträge sammelte, gefunden. Die UUNksUCÖUUg ist eingeleitet. - Die Reste der Chmie- linSkiscMn Bande, wclche sick) wieder unter einem ehemaligen Lister- rcichischcn Offizier, Namens Rosenbach, 200 Mann stark, gesammelt, sind bei Lagow im Radomschcn geschlagen worden. Ferner wrtrde bci Kowal neulich eine kleine Jnsurgcnienbandc von 40 Marin vcr- nichtet, unter denen, nach den Qlussagen der Einwohner, wo sie vor- her geraftet hatten, sich allein 18 Majors befanden. Natürlich„ dic Soldaten [aufen nach Hause, die Commandcure aber, die ein schlim= meres Loos erwartet, bleiben bei den Banden.

Dänemark. Kopenhagen, 20. Januar. In dem, Schleswig, den 16. Januar 1864 datirten Tagesbrfehl des komman- direiiden Generals heißt es n. A.: Es wird hiermit sämmtlichen zur aktiven Armee gehörenden Personen verboten, durch Mittheilungen an öffentliche Blätter oder auf andere Weise znr Verbreitung solcher“ Nachrichten von der Armee beizutragen, welche beim Aquruch der Feindseligkeiten die Sicherheit der Armee oder die Operationen der- sclben in irgend einer Weise gefährden könnten. Verboten ist beson- ders, Mittheilungen zu wachen über projekiirte Vorhaben, iiber die Stärke und Stellung, die Bewegungen und TranSporte der Trup- pen, iiber den Aufenthaltsort der Oberbefehlshaber, auch ist es unter- sagt, militairische Aufklärungen vom KriegsschauplaYe zu geben. Die gegen diese Anordnungen Handelnden werdcn ernstlich zur Ver- antwortung gezogen werden. Das Kriegsministerium hat auch die Tagespresse darauf aufmerksam gemacht, fic möge wegen des Wohls des Landes und der Armee es unterlassen, solche Nachrichten vom KriegSschauplaYe zu veröffentlichen, in deren Befiß zu gelangen der Feind nur interessirt sein könne.

Amerika. New-Yorf, 13. Januar. Durch Schnee und Eis in ihrem Marsche gehemmt, haben die Konföderirten im Shenandoah-Thale fick) wieder zurückgezogen. Bei Cumberland in Maryland war alXcs stil]. Guerillas umschwärmen das Lager der Potomac-Armee noch immer, doch wurden Mosby's Schaaren, Welche bei Harpers Ferry einen Angriff wagten, in die Flucht ge- schlagen. Es ist das Gerücht wieder aufgetaucht, Meade werde des-

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Oberkommandos enthoben werden, doch wird als sein Nachfolger jeßt nicht Sedgwick, sondern Hancock bezeichnet. - Briefen aus Chattanooga vom 30. Dezember zufolge hätte General Grant beschlossen, sein Hauptquartier unverweilt nach Nas hvill e zu ver- legen. - Aus Ncw-Orlcans wird vom 3. d. berichtet, daß die Konföderirten westlich vom Mississippi ihre Truppen zusammenziehen, um die Bundestruppen aus Texas zu verdrängen. Die Zahl der dortigen südstaailichcn Truppen wird auf 20,000 angegeben. -- Ein Korrespondent der »New-Ydrk Tribune“ schreibt von drei neuen konfödcrirtcn Panzerschiffen, welchc ihrer ' Vollendung Nahe im Hafen vor Charleston Vor Anker lägen, mid von denen, in Ver- bindrmg mit anderen südstaatlichcn Kriegsschiffen, demnächst ein An- griff gegen das U11i011§gescl)wadcr zu erwarten sci. - Die von dcm Repräsentantcnbausc genehmigte Resolutiorr, welche die Zahllan von Handgcldcrn an Freiwillige bis zum 1. März gestattet, ist auch vom Senate angenommen worden. Der Senator ZN'Ddugall brachte am 11th d. M. einen Antrag ein, die französische Occupation

Akt zu erklären nnd die Franzosen ziir Räumung des Landes auf- zufordern, welchc

Unidnrchgicrung bi.) zum 15. März grschchrn stin“ 11111776. Der An-

seYJLÖMÖCU Versammlung coln als Kandidaten

viele Chancen.

, Ueber Havaiinab mid New = Orleans wird mis Mexiko vom I 22. Dezember berichtet, daß die Franzosen immer breiteren Boden '

gewinnen. Die französisch=111cxikanischcn T'rnppen Unter Griicral Mejia dkkupirtrn Guanajuato am 8. Przcmbcr, dcr franzöfifchc Oberst Cbarez nahm Agila?) Cali-cnkrs ein," doch war der französisch- mcxikaiiiscbc General Toba]: bei Gitadalajara von dem mexikanischen Obersten Rajds geschlagen worden. Am 17. machte General Uraga mit 5000 Mann einen Angriff arif die Franzosen bci Morelia, wurde aber zurückgeerscn. - Dic lcßte Vcrsaimnlmig dr-Z mexika- nischen Kongrcffes fand am 20. Noracmbcr in San Lriis dc Poidsi

statt; da jedoch nur 58 Mitglieder zugegen waren, so formte keine

Sißung zur Erledigung von Geschäften gehalten worden. Man cr- warirtc dic Ankimst der Franzosen in SanLnis gegrichihnachien, in welchem Falle der Präfident JUarcz mit seiner Familie wahr- scheinlich in Texas Zuftuckyt suchen würde. Ein angeblich von Juarez selbst geschriebcncr und in San Francisco cingctroffencr Brief gesteht die Uebcrmacht der französischen Truppen zu und giebt zu verstehen, daß ein organifirtcr Widerstand seitens der Mexikaner zu Ende sci.

Asien. Mit der Ucber[andposi in Triest den 23. d. einge- troffene Nachrichten melden, das; Ranking von dem General des Kaisers von Cbina [)art bedrängt werde. Aus Japan wird mitgctßcilt, daß die Regierrmg dcs TÜikUU gegen die aiifständischcn Daimios riistc. Die den Haiidcl mit Yokubama störenden „Hindernisse find bestitigt.

Tclcgrardricde Dedrycdcn KUZ dcm Woiif'stdri: Telegrirpdrn-Biireau.

“Altona, Sonntag, 24. Jannar, Nachmittags.

nachdem er um seinen Abschied ciiigckommen, die Stadt verlassen

hat. Das von dem Probstc bewohnt gewesene Haus sci EiganUm J

der Stadt und als solches zu rcspcktircn.

& , ? * ' - * * 1x ;: Ham burg, Sonntag, 24. «zaiiiiar, Vormittags. Das Paro

* meter steigt,“ Wind Südwest, Thermometer ZGrad über Nukl. Dic

Laiidesregicrung in Kiel hat die Polizeibehörden auf telegraplzischem Wege angewiesen, mit aller Sorgfalt ..unangcnchinc Berührungen

zwischen der Bevölkerung und den einrückendenTruppen zu verhüten. I In Flensburg heißt es, daß die Dänen die Baaken und andere Z' Schifffahrtszeichen von der Eider, Bureau=Jnvcntarium und anderes öffentliches Eigenthum auf der Eisenbahn nach Norden befördern.

Hamburg, Sonntag, 24. Januar, Mittags, Weiter schön,

zum Frost neigend. Jn Altona wurde heute der Probst Nie- Vert, als er in der iibervollen Hauptkirche nach längerer Zeit zum ersten Male wieder die Kanzel betrat, mit Schreien und Pfeifen Empfangen und die Kanzel wieder zu Verlassen gezwungen. * hannöversches Jäger-Bataillon mußte ihn, als er die Kirche verließ, gegen die wiithend andrängende Volksmcnge schüßcn, wobei der Bundeswmmiffär von Könneriy ihn mit seiner Person zu decken bemüht war. Dem Herrn von Könneriß brachte die Menge ein [Z chehoch,

Ein

bci Vermeidung der Kriegserklärung seitens der

Ü [,)-offt, gcgen meldet, daß die deutschen Großmächte den von Dänemark ge- ; forderten sechswöchentlichen Aufschub verweigerten, der Krieg also ] auSzubrccheu drohe. S0 rden wird , durch öffentlichen Anschlag bekannt gemacht, daß Probst Nicvcri,

Frankfurt a. M., Sonntag, 24. Januar, Abends. Morgen früh geht die schleswig-holfteinsche Landes-Deputation nach München, um dem Könige von Bayern für seine seitherige Unterftühung zu danken und ihn zu ersuchen, sich der schleswig-holfteinschen Sache auch ferner warm anzunehmen.

Der Text der Adresse der schleswig-holsteinschen Landesdeputa- tion an den Bundestag lautet:

Hohe Bundesversmnmlung! Hosseins Volk und Land hat Jahrhun- derte hindurch dem deutschen Vaicrlaudc gegenüber nach redlichem Bemühen seine Schuldigkeit gethan, Unsere Väter haben deutsches Recht und deutsche Sitte, deutsche Treue und deutschen Sinn allen Anfechtungen gcgen- Über zu wahren gcwnßt und sind als die rechten Grenzwächter Deutschlands im Norden befunden worden. In diesen Tagen der Entscheidung hat Holstein aberrrmls unzweidentig bewiesen, daß es am

' . ' _ * ' . alien Rechte und am alten ihcucru Vaicrlande beharrlich festhält. Das Mexikos als rmcn gegen die Vereinigten Staaten Uiisreundlichen *

ganze Volk hat sich einmüthig erhoben, dem Erben der schleswig-holsieinschcn Herzogsfrone, Herzog Friedrich 7111, unserem rechtmäßigen LandeSherrn, die Huldigung darzubringcn. Das ganze Holstenvolk isi einig in dieser Aner-

_ _ " , _ __ . , .“ : - ' * -„ . 9 F ' ' ' 5) " “O ! trag rand kcmc Unicrytuxzumg und wird dem Qdmris silk answar- , kennung "mcs “YMMD “m *" der [WWU “lb"ck-Ü/ M zum (“Sten BMZ

tige Angelegenheiten iidrrwicscn werdcn. Beide Häuser der ge- ; Wu Pennsylvanicn haben Mr. Lin: ? fiir die nächste Präsidentenwahl crnaiints auck) in Maine, Illinois mid Indiana [xai L*inroln's Eriicimimg , von Holstein uns, die ehrerbiciige Deputation, um der höchsten Behörde des

iropfln das vcrbriidcric Duldcrvolk in seinem Recht und seiner Freiheit zu vertreten.

Hohe Bundesversammlung! Als ein Zeichen der über akle Theile, Stände und Parteien des Landes vcrbrciieten Gesinnung sendet das Volk

druisckxn Vaterlandes unsrrc heißesten Wünscde ans Herz zu legen. Zahl- reiche Gemeinden und Vereine Holsteins haben uns abgrordert, damit wir, persönlich der HohenBundesversamrnlung an den Tag legen, daß dieHolsten von ganzem Herzen fich Söhne des großrn Deutschlands fühlen, daß sie von ihrer alwcrerbien Liebe zu den Brüdern in Schleswig nimmer lassen wollen, und daß sie ihres Landes altehrwürdiges Recht nicht anders gesichert glauben, als mit der durch Gottes Raihschluß Verhängien Trennung von Dänemark imd mit dem von Deutschland demnächst anzuerkennenden Re- gierungsaniriii unseres rechiiiiäßigcn Herrn, Sr. Hoheit des Herzogs von Schleswig-Holftcin, unsers geliebten Fürsten, Friedrich 7111.

Hohe BundeSVersammlung! Durch unsern Mund ruft das Volk und Land von Holstein, ticfbewegi von qualvoller Ungeduld über das Hinaus- schieben cines Beschlusses, welchcr Über sein ganzes Dasein, ja darüber ent- scheidet, ob das alte Holsicnland bei Deutschland bleiben oder zu Grunde gehen soll, die Fürsten und freien Städte Deutschlands wollen endlich dem Richie sein Recht werdcn lasen und ohne Verzug und freudig den durch- lauchtigcn „Herrn, in Welchem“ ganz Holstein seinen Herzog erkennt, in die Reihe der deutschen Souveraine aufnehmen, unser Recht also mit der Aner- krnnung Deutschlands besiegeln und die Wünsche des gesammten deutschen Volkes und der Mehrheit seiner Fürsten und Obrigkeitcn, die Gottlob mit uns sind, zur Erfüllung bringen.

London, Montag, 25. Januar, Morgens. Die »Timesa daß der Frieden erhalten werde. Die »Morning Posta da-

C'ngland dürfte kaum neutral bleiben, sondern mit Frankreich, Rußland und Schweden dieJntcgrität der dänischen Monarchie vcrtheidigcn.

Kopenhagen, Sonntag , 24. Januar, Abends. Nach vBer- [ingskc Tidcndca ist Amtmann Johannsen unterm heutigen Tage zum Minister xtc] iUtErjm fiir Schleswig ernannt worden.

Siatiiiische Mittheilungen.

London, 21. Januar. Wie London fich immer weiter und weiter ausbreitet, so wächst auch mit jedem Jahr die Zahl der Brände in der rie- senhaften Anhäufung von Stein und Mörtel. So wurden im Jahre 1862 1303 Brände verzeichnet, im Jahre 1863 schon 1404. Die Seelenzahl der Hauptstadt auf 2,800,000 angenommen, giebt dies auf je 2000 Einwohner jährlich einen Brand. Jn Liverpool sind im Laufe des vergangenen Jahres 297 Feuer ausgebrochen, d. i. eins auf je 1500 Einwohner,“ in Manchestxr (360,000 E.) 258, fast das gleiche Verhältniß," in Edinburgh und Dublin war das Verhältniß ein wenig günstiger, in Glasgow ungünstiger (1:1855), in Sheffield (190,000 E.) und Leeds (210,000 E.) aber kamen nur „51, resp. 47 Brände vor,“ in ersterer Stadt einer auf je 3670, in, leßterer emrr auf je 4470 Seelen. Von den 1404 Bränden, welche voriges Jahr m London ausgebrochen sind, war bei 487 die Ursache unbekannt geblieben," 277 standen auf die eine oder andere Weise mit Kerzen, 123 iini Rauch- fc'ingen, 107 mit Funken, 100 mit“ Gas, 31 mit Pfeifen "oder Cigarren," 26 mit Oefen, 26 mit S_chwcfelhölzchen in Verbindung, wahrend 39 Brande von Kindern veranlaßt wurden.