1864 / 33 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Gablenz erklärt, die Proklamirung gehx--ih11“nichks*-a11, sei Sache des Bundes und die Abseßung der dänischenBcamtcn sek Sache der Stadtbürger. Eine Deputation der Bürgerschaft ist nach Kiel ab- gegangen, um dem Herzoge zu huldigen, Seit mehreren Stunden findet bei Jübeck, nordwestlich von Schleswig, ein Gefecht zwischen der Brigade Nostiz und den auf dem Rückzuge begriffenen Dänen statt.

Die -Hambnrger Nachrichtcne- melden ferner aus Kiel von Sonnabend, Abend: Der Von der dänischen Regierung cingeschtc Hardesvogt in Eckernförde, Zülow, wird den Herzog Friedrich anerkennen. Der Advokat Spethmann ist zur Uebernahme des Büxgcrmeiftcrpostens nach Eckernförde abgereist, *

Sachsen. Altenburg, 5. Februar. Jhre Königlichen Hoheiten d*-rPri11z Ka rl und Prinzessin von Hessen-Darmstadt find mit ihrer Tochter Prinzessin An 11a, Brant S1". Königlichen Hoheit dcs Großherzogs Friedrich Franz vox! Mecklcnburg-Schwcrin, zum Besuch am hicfigcn Hofe eingetroffen, wo dcrnalcn noch die Maxtor und Kinder des Großherzogs verweilen. (L. Ztg.)

Hessen. Darmstadt, 6. Februar. Da der Minister v. Dalwigk verboten hat, die LandeZvcrsammlung innerhalb der Stadt Unter freiem Hinnnel abzuhalten, so fmöct dieselbe mm mit Be- willigrmg dcs Krichministcrs auf dem Cxcrzierplah vor dc111Rhcin= thor statt.

Frankfurt (1. NT., 6. Febrnar. Dic offfzicllc Mittheilung über die Bundestagsfißung vom 4. Februar lantct: Dic Jerhand- lungen bezogen fich hauptsächlich auf Berichte der in dcn Öcrzog- thümcrn Holstein und Lauenburg befindlichen Bunch - Civil = Kom- missaire und des Oberbefehlshabcrs der dortigen Bundestrnpch, Welche theilweise sofortige Entschlicßm1gcn dcr BnndcZVcrsmmnlnng Veranlaßtcn. Außerdem Wurden, nach Erklärungen einzelner Regie- rungen über laufende Angelegenheiten, mehrere Aussckwßvorträgc über Privaicingaben crstattct und schließlich ward in Bczichtmg auf Bedürfnisse der hiefigcn Bnndesgarnison Vorkehrnng getroffen, (J. „B.)

Bayern. München, 7. Februar. Die Von Bayern [ze- rufenen Ministerkonfcrcnzcn werden, Nachdem die „Hindernisse beseitigt sind, gegen Ende der Woche eröffnet werden.

Oesxerrkick). Wien, 6. Fchrnar. Die »Wicncr Zcitnnga enthält über die Ereigniss auf dem Kriegsschaxxplaxzc Folgcmch: Bericht des Feldmarschalls Freiherrn Von Wrangcl an Seine

Majestät den Kaiser (J. (1. Rendsburg, den 2. Februar 1864,

Ew. K., K. Majestät mclöe ich in tiefster Chrfurchk, das;, da 'von Seiten der Königlich dänischen Regierung zum 81. v. M. bc- deutende Requifitioncn im Herzogthum Schleswig ausgeschrieben Waren, ich mich bewogen gesunden hahe, schon am gestrigen Tage zum Schuhe der bedrättgtcn Einwohner in dasselbe cinzurückcn.

Demgemäß hat gestern die 111cinemKo111mando unterstehcndc Armee zwischen 7 und 8 Uhr Morgens die Eider überschritten. Von dem K. K. österreichischcn 6. Armee-Corps dcfilirtc die Brigade von Noftiz und Graf Gondrccourt von M Uhr an durch chdSburg.

Nachdem die Brigade von Noftiz fich in chdöburg vcrdcckk gesammelt, rückte um 8 Uhr Morgens die Spixze der Avantgarde gegen die Eiderbrücke und das Kronwerk vor.

Die auf demKronwork hinter den Pallisadcn aufgestellten däni- schen Posten eröffneten sogleich ihr Feuer gegen die Avantgarde, zogen fich jedoch sogleich zurück, als dies Feuer crwicdcrt wurde.

Die Pallisaden wurden sogleich fortgerämnt , jedoch gelang es . selbst den schnell folgenden Husaren vom Regiment Liechtenstein nicht, die fich noch ciligcr zurückziehenden Däyen cinzuholew

An der Sorge wurde der Verfolgung durch die gesprengte Brücke ein Ziel gefcßt. Die Husaren folgten zwar noch mittelst eirerFurt durch die Sorge und wurdcn hier die Vorposten anf- ge e t.

Die Gros beider Brigaden kantonnirten dahinter, die Brigade Thomas am Rendsburg, die Brigade Dormus um Nortorf. Das Königlich preußische Armee- Corps hatte gleichzeitig mit dem K. K österreichischen Corps die Eider weiter oberhalb bci Levensau, Königs-

förde und Cluvenfiek überschritten, ohne auf ernsthaftM Widerstand zn stoßen, und nahm mit seinen Vorposten die Linie Windeby bis Gr. Wittensee ein.

Bei Eckernförde beschossen drei gezogene Batteriecn zwci dänische Schiffe , die sich“ eilig zurückzogen.

Verluste find bei der ganzenArmee nichtvorgckommen, dagegen haben *die Dänen einige Gefangene verloren. *

Das '.«KK österreichische 6. Armeecorps wird fich heute zwischen dem-Wittensee und der Eisenbahn konzentriren, während die König- lich preußische, Garde-Jnfanterie-Division westlich der Eisenbahn die Stellungan der Sorge einnehmen wird. -

Dem-vvranftehend mitgetheilten Berichte des Feldmarschalls Freiherrn" von Wran gel , den Uebergang über die Eider betreffend, trägt die -Wien.-Ztg.« aus einem Berichte des FML. Baron Gablenz Folgendes im Auszuge nach:

Den- Brigaden GM; Noftiz' und Gondrecourt folgten die_

VA ök- GM. T'ho-mas und die Kavallerie=Brigadc GM. Baron "st rzenskh.' * Die Ueber-gänge über *die Sorge “waren 11Vch in der Nacht zum

1., so wie am Morgen dieses Tages vom Feinde gesprengt worden, Daselbft angelangt wurden unsere Vortruppen von cinigen sch1vachen dänischen Abtheilungen mit wirkungsloscn Schüssen empfangen.

Es wurden einzelne kleine Abtheilungcn auf das jenseitigc User vorgeschobcn und aUsoglcich znr HcrstcllUng Der gesprengten Strecken geschrittcn.

Um der auf unscrcm linken Flügel im Aufmarsche begriffenen (Hardc-Diviston Namn zu verschaffen Und näher an das bis in die Linie Eckernförde-Holm vorgcgqngcneKöniglich prcnßische Armeecorps zu rücken, wurden am 2. d. M. sämmtliche Kantonnirungcn östlich der Eisenbahn verlegt und die Brigade (HM. Thomas derart vorgc. zogen, daß ihre Vorpoftcn in dcr LinieHÜttcn, Qlsckxffclund Brocken. dorf standen Und hänfig Patronillcn gcgen dic Eckrrnförhc- Schlcs= wigcr Chaussee und gcgen Schlchig streiften.

ZU diesem Zwecke war mch) am Morgen des gestrigen Tages von der Brigade (35M- Ihonms cin Zug Liechtenstein-Husaren gcgen Lotwrf entsendet Morden, den ich dnrch einc CÖkadwn dcs Dragoner-chinwmts Fürst Wéndisch-Gräxz Unter Führung des Ma= jors KUtschenhach dicscs Regiments verstärken ließ und amvics, so weit vorzugehen, Um auf den Fcimd zu stoßen.

Es handelte sich darUm, einige (Gefangene zu macth UND die Fühlnng mit dem Feinde zu gewinnen,

Dic genannten Kaballcxic-Abtheilmxgcn stießen in Der Nähe von Lotwrf anf cixxc größere Infanterie-Olhthci[tmg, attakirtcn dieselbe mit dem besten Erfolge froh dss heftigen chvchrfcncrs, so daß fick) die feindliche Infanterie in ein Hans flüchtete, bis zn welchem fie Unsere Kavach'ic verfolgte und durch ihre Haltung so einschüchtcrtc, daß kein Feuer mehr gegeben WUrde.

Ein znr UUtcxstÜHUUJ vorri'xckodcs fcimdlichcs Bataiklon veran- laßte dic Kavallerie, gcgen umscrc Vorpostcn Jurijckzngehcn, Was fie in größter Rnhc und Ohne vom JciUdc belästigt 311 werden, aus- führte.

Es gelang, drci däxxisch Soldatcn gefangen zn nehmen, nach dcrcn anIsage das vorgerücktc Bataillon das zweite des 2. Infanterie- Ncgimcnts war.

Von uns wurde ein Hnsarexxwachtmcistcr, dessen Czako von fünf KUgcln durchlöchcrt ist , am Kopfe leicht verwundet, eincm Husaren durch die Hand geschossen,“ bci Windischgräß-Dragoncr blieben zwei Mannschaftspferde todt, dcm Major Kutschenbach wurde das Pferd Verwundet.

Von den Abtheilungen, deren ganze Haltung eine ausgezeichnete war, haben fich bei Licchtenstcin-Hnsarcn ein Wachtmeister Und ein Hnsar, hci Windischgräh=Dragoncr 3 Mann durch besonders kühnes

, und herzhaftes Benehmen angczcichnet.

AUf Befehl des Oberkommando's rückt heute Nachmittags das ?lrmcecorps gcgen Schleswig mit den Vortruppcn in die Linie Fah- rendorf-Obcrsclck-Jagel vor, Um die allenfalls vorgeschohcncn fcimd- lichen Vorpostcwin dic Haxtptstcllung ztn'i'tcszdrängcn.

Um 4 Uhr Nachmittags hat Se. Excellenz dcr „Oberkomman- dant mich und den Konmmndanten des dritten ernwccorps zu einer Besprechung Nach Obersclck beordert.

Ich habe nur, noch zn crwc'ihncn, daß wir nicht nur Truppen und Vcrschanznngcn, sondern auch die Elemente zu bekämpfen haben, daher vorerst die „Hoffnungen micht zu hoch gespannt sein solxtcn.

Hauptquartier Holz-Büngc, am 3. Februar 1864.

Verlufte am Z. Februar an Offizieren:

18. Jäger-Bakaillon, todt: Obcr-Licutcnant Schlemmer, Wanka, Bayer, Lieutenant Rehl; Vcrwrtndct: Hauptmann Kosscn, Licntenant Schürch.

Regiment Nr. 31), whk: Major Stampfer, Obcr-Licutcnant Krolikcwicz, Lieutenant Battlogg, Pcycrlx vcrjvundct: Hauptmann Kopcßky, Dolliak, Reymann, Driancourt, Ober-LicutcnaUt Gasfick), Tarler, Deslogcs, Lieutenant Padovinacs, Dillinger, Schäsficr, Schumcfda, Heimcrlc.

Regiment Nr. 34, wdr: Major Stransky, Licntcnant Braun,“ Verwundct: Oberst Vcncdek, Hauptmann Petter, Ober-Lieutcnant Müller, Graf Thurn.

Großbritanniex; Und Jx'lxixad. London, 5. Februar. Die erste Sißung des Oberhauses begann den 4. Februar um 5 Uhr Nachmittags. Das Haus ist ungewöhnlich voll; vor dem Beginn der Ver- handlungen tritt der Prinz von Wales, in Begleitung des Herzogs von Cambridge ein und nimmt auf einer der Ouerbänke dem Wollsack gegen- über Play. -- Nachdem der Lord-Kanzler die schon um 2 Uhr bei der Eröffnungsccremonie verlesenc Thronrcde nochmals Verlesen hat, beantragt drr Marquis of Sligo die Adreffc und Lord Abercrombic sekundirt sie. -- Lord Derby kritifirt die Thronrcdc und die auswärtige Politik der Re- gierung 111it-großer Schärfe. Die Thronrede findet er inhaltslos und in1 schlechtesten Englisch geschrieben, das je solch ein Aktensiück verunziert habe. Seit die Regierung die große Parlamentsreformfragc, mittels deren fie sich ans Ruder verhalf, über Bord geworfen, gründe fie ihren Anspruch auf 73635 Vertrauen der Nation auf ihre auswärtige Politik. Nichteinmischung m die inneren Angelegenheiten des Auslandes -- Ausbreitung liberaler Prin- zipien durch Geltendmachung von Englands 111oralischem Einfluß und vor Allem cine ununtcrbrochene 8111381118 coräials mit dem- Kaiscr dcr Fran- zosen, _ dies seien die Losungsworte, welche die Palmersthn-Russe(l'schc Regierung auf 'ihrc Fahne schrieb. Wäs die Nichteinmischungspolitik bc- trc'ffe, so könne man vom edlen Staatssecretair des Attsivärtigcn sagen;

' Kongreß hlhs eingeladen

* es in langen Depeschen sorgfältig motivirt.

"sollten;

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„Uibi] intacßum re]iquit, nibil tetiZit quoä 110x- (nichk 0knayit, sondern _) couturbayit.a Die Nichteinmischung bestand in Mengen und Mantschen (Weääie ami [l_mcläleé), und die „ganze Korrespondenz mit fremden Staaten, großen und kletnßn, m Schulmeistern und Scheltcn, Renommircn und Re- tiriren. Nach einer Vergleichung Earl Russells mit Bottom, dem Weber, aus dem Sornmernackztstraum, lenkt Lord Derby in einen ernsteren Ton ein. Die Sache ski fÜr bloßen Scherz zu schwer und gewichtig. Er fühle fich als Englander gekxankt und gedemüthigt, wenn er sehe, wie die RusseUsche Führung des Lluswartigen dgzu geführt habe, daß England keinen einzigen ("reund m Eurcch befiße, daß alle Mächte, gros; und klein, seine Drohungcn unbeachtet lassen, 1eine hochtrabende Sprache verlachen, und seine Vorstellun- gen mit vcrachtungsvoller Gleichgültigkeit aufnehmen. Wenn diechieruug auf denJuß kordialen Einvernehmens zu Jramkrcich stehe, dann müsse der Kai1cr der anzosen der versöhnlichstc und nachsichtigste aller Potentaten auf Erden sein, da es kaum eine einzige neuere Frage gcbe, in der man ihm nicht ,- wcnn anch nicht absichtlieh _ in den Weg getreten sei und ihm eine peinliche, den Stolz seiner Nation dcmüthigcnde Stellung bereitet habe. Der Redner führt vorerst die 111exikax1ische Expedition an, ob- gleich er in diesem Ptmkt weniger streng sein wiki, dann die Angelegenheit der amerianischcn Conföderation, zu deren Anerkennung der Kaiser Napo- [eon bereits Schritte habe thun wollen; hierauf die ohnmächtigc diplo- nmtischc Einmischung für Polen, wclche die Leiden dieses Landes verschlun- mertc, Frankreich im Stich ließ, Rußland vor den Kopf stoßen sollte und England cine schnöde Abfertigung einbrachte. Was den Kongrcßplan des Kaisers Napoleon betreffe, so möge seine Ausführung ihre Schwierigkeiten gehabt haben, aber wenn es ein Land gab, das wcnig Interesse hatte, mit einem trockenen NLin zu antwoxten, so sei dies England gewesen. Wenn man Frankreich nicht die Hand bieten wolle, um ihm aus einer Verlegenheit herauszuhelfcn, wie könne man verlangen, daß der Kaiser in schwierigen Lagen, die ihn selber nichts angehen, der englischen Regierung bciftche? Grade in dcr Zeit, als er so un- manierlich auf die Einladung zam Kongreß antwortete, hätte der Staats- secrctair des Auswärtigen voraussehen sollc11,*'daß dic dcntsch-dänische Frage wieder gefährlich zu werden drohte. Wynn England seinen früheren Ein- fiuß besäßc, müßte ihm die Schlichtung einer solchen Frage bei einiger Festig- keit und etwas gutem Takt leicht werdcn. Jetszt aber, da England sich isolirt habe, sei es nmehtlos. Es gebe keine gefährlichere Lage als die gegen- wärtigc. Er müsse offen gcstchcn, das; er vor einem Kriege gcgen die Ver- einigte Macht Deutschlands als vor dem größten Unglüéé für England zurückschrecken würde. Hoffentlich werde der edle Lord dem Lande dic Ueber- zeugung beibringen können, das; es durch keinen Schritt der Regierung in das furchtbare Dilcmnm vcrscßt sci, entweder sein Wort brechen und seine Ehre opfern oder in einen verhängniszvollcn Krieg gegen Deutschland sich stürzen zu müssen. Allein cr bcschwöre auch Deutschland, zu erwägen, welche Folgen ein solcher Krieg haben, wie er alle Neider des steigenden deutschen Wohlstandes in Bewegung schu, welche Feinde er in ganz Europa ihm erwecken, daß er die rcvolutionairen Elemente entfesseln und schließlich Frankreich zum Herrn der Lage erheben würde.

Earl Russell beginnt seine Entgegnung, indem er Verfichcrt, das; Ihrer Majestät Regiernng in freundschaftlichcn Beziehungen zu den andern Mächten stehe und täglich mit fremden Regierungen korrespondire, die ihr Vcrtrancn schenken. Freilich, wenn sie die Politik befolgen soUtez die man dem Führer der konschatioen Partei im Hause dec Gemeinen zu1chreibe, so dürfte sie keine andere Meinung als dicMcinung Frankreichs, keinen Willen als den franzöfischcn, keine Politik als déc französische" haben,“ aber eine solche Polikik könne die englische Regierung nicht annshmcn. Nach einigen Worten über Mexiko und die Konfödcrirtcn Staaten kommt der Staats-

. secretair dos Lluswärtigcn cms die Einmischung für Polen zu sprechen und

vcrthridigk die im Einvernchcn Mit Oesterreich *hcohacht'Ue Politoik, die Unterzeichnung cincr identischcn Note aszlchncn. Sonst hatte es mcht gc-

' nügt, Polcnänzuexkcnncn oder für Polen zu kämpfen,“ es wäre nothwendig

gewesen, cin Polen zu schaffcn und so JU kogstittxixcn, das; “es dix chemajls yosnischcn Provinzkn Ost- und Wcstprcußcn ty jxchkgcsthlxhncn hattx. EP 1olches Untcrnchmcn wäre, unansführbar gcwcjcn. Ek Mme, da[; die Met-

** nung Englands gegen einen Krieg zur Wicdcrhcrsteklung Polens war," und

indem er öffcntlick) im Parlament den Entschluß dcr. ngierung kundgab, in

keinem Falle das Schwert zu ziehen, habe er die Polen vor einer. Selbst-

pariser

glcmbc auch, daß England zum könne

worden sei; und eine Einladung ablehnen. Verpstichtet sci England doch gewesen. Und die Ablehnung habe Endlich kommt Earl Ruffcll

zur deutsch-dänischen Frage und erklärt, daß der im Jahre 1852 ge-

täuschung gewarnt. Er

oder

man annehmen Annahme

keinesfalls zur

: schlossene Vertrag von London sehr weise und wohlthätiq sei, und seines

besonderen Erstatmens würdigt cr jenen Minister Sachsens, der einst die Heilsamkeit des Vertrages anerkannt habe und cht als Haupxagitator gcgcn denselben auftrete. Daß die dänischen Versprechungen von 1851 nicht einem Vertrage einverleibt worken sexcn, müffe man bedauern. Wenn die Deut-

_ schen über Nichterfüllung und die Dänen über die Nichterfüllbarkeit der

Stipulationcn von 1851 klagen, so sei i'n beiden Beschwerden sehr viel Wah-

; res. Das jeyige Verfahren des Bundestages und der deutschesGroßmächte

sei gleich unverständlich. Letztere hätten fich vhn dem Londoner Verlrage weder losgesagt, noch denselben, wie man von ihnen erwartet hatte, offen anerkannt, ' sondern die Erbfolgefrage suspendirt. Das Unternehmen gegen

' Schleswig habe angeblich den Zweck, die Zurücknahme der November-Ver-

fassung zu erzwingen, aber es zeige sich doch" atzch einige Geneigtheit, die Sache des Prinzen von Augustenburg zu begunst1gen. Daß die deutjchen Großmächte die Angelegenheit in die eigene Hand g§nonzmen, begreife er, denn läkhcrlich wäre es gewesen, zu erwarten, daß Yie dre Entschetdng solcher Fragen dem Herzog von Kyburg oder anderen klcmen Poteptaten Überlassen Auch er sei dc!" Ueberzeugung gewesen, dqß dle November- Vekfassung dcn Versprechungen von 1851 widerstrette; Rußlgnd, Frank- kklch und zum Theil Schweden hätten derselben Ansicht gehrxld'tgt und ihre Aufhebung empfohlen. Höchstunglücklicherweise habe der vorigeDanncheMinister (Hall) zu den extremen und leidenschaftlichen Patrioten gehört, deren Ansteh-

ten nch „keinesw-cgs mit einer gerechten Politik gegen die deutschen Unterthemen des Kontgs vercmcn lassen. Die Empfehlung sei daher unbeachtet geblieben. Abgr-mtt dexn neuen Ministerium Monrad-Ouaade habe die ganze dänische Polzttk fich gexmderk, und jedes mit der Integrität der Monarchie vert'räqliche Zu- gestandmx; ware gern gemacht worden. Leider erforderte die verfasse; ngsmäßige Auf- hebung dcrthembcr-Constitution eineZeitfrist. Aber je nachgiebiger die Dänen wurdcn, desto weniger waren Oesterreich und Preußen geneigt , Zeit zu geben. Unter diesen Umständen schlug die englische Regieruhg vor- im Namen von Frgnkrcich, Großbritannien, Rußland und Schweden ein Pro- tokolL zu Zntwcrscn, worin die leßcht der dänischen Regierung, die Ndvem- ber-Berfgnung aufzuheben, verzeichnet werden sollte," und fa'lls Dänemark döann' mcht „Wort hielt, wäre es ohne Entschuldigung geblieben. Beide «chrttte haxten die Zustimmung Frankreichs, Rußlands Und Schwedens in BEZUJ aus" die zu gewährendc Zeitfrist, obgleich nicht in Bezug Lux dthuruck'nahme_ dcr Vcrfaffung. Der erste Vorschlag, sechs Wochen Dcth zx: ggbcn, gtng von ankrcich aus, der zjvcite kam von GWkarttanntcn, her, drxtte von Rußland, und stkle drei wur- den yon Oesterrctch und Preußen unbedingt zurückgewiesen. Von Ocstcrrctch,“ xvxlches _bishcr die konservative Macht in Mitteleuropa getchscn, ch dsxjcr E.:U-ychluß doppelt überraschend und traurig. Beidc Mächte ßrxlc1r1811, cs _sct_ zu 1pat, den Frieden zu erhalten, und ihre Entschuldiqungcn 1ct§n ihm pemltch. 'In allen ihren Depeschen werde die Vorstellung thetont, IZ, hwcnn fie mcht nach Schleswig zögcn, solch eine Aufregung in *„Zutschlanh „entstehen, und solch ein Freiwilligcnhcer nach Holstein aüfbrechen wurdekhaß 116 der (Hefnhr cines Bürgerkrieges auchscht wären. Dies möge wahr 1cm, “aber traurig und ungerecht dünkc es ihm, daß Dänemark der Ixuhe'Deutychlands geopfert werden solle. Es werde akeichzeitig von zwei Parteten angefallcnj'ODie cine sage: »Wir wünschen *éin einiges Dcxttsch- 141118th wgrdcn, gletsMUVZr also Dänemark an;“ die andere Zuse: »Wir n»:1117chen„d:e demokratiyche Agitation in Deutschland anfzuhaltcn, also auf gegen Daxenmrkx Er habe mm durch Sir A. Buchanan in Berlin an- fragen («Men, ob Hte-bcidcn Mächte den Vcrfkag von 1852 noch anerkenn- ten o_hcrkm _S'chlehwzg Zwecke verfolgten, die mit dem Vertrage unverein- bar jmd? „YleM-Us sei folgende Antwort erhalten worden; *

, »Berqu, Y. Januar 1864. Herr Graf! Indem die Königliche Re- gwxyng aus dt? »Upulationcn von “1851-1852 die Rechte qründét, deren zxerlrghaldtung 116,11]! Verein mit Oesterreich, von Dänemark zu erzwingen s1§h_c_1n]chtcht, hat sxe durch diesen selben Akt das Prinzip der Jnthrität 'der dannchcn Monarchie, wie es durch die TranZactioncn von 1851-1852 fest- gestellt wurde, atxcrkannt. Indem die Regierung des König:? zur Occnpa- tton _von Schlexsnng'schreitct, hat fie keine Abfichk, von diksem Prinzip ab- zUkVLlZOJU- 3W-cnn ]cdoch in Folge von Vcrwickelungcn, welche durch die haxtpackrge chgerung dcr dänischen Regierung", ihre Versprechunqen von 1803 zu_erfu"llc,tx, oder durch die bewaffnete Einmischung anderer Mächte in den deut1ch-dgm1chcn Kampf entstehen können, die Königliche Regierung sch gezwungen jehctx soll'te„ Qombinationcn falXen zu leisen, die ein den Opfern, Welche dteEretgntffe den detttschcn Mächten auferlegen dürften, nicht mehr emnt1prcchcndes chultat bieten würden, so könnte ohne dieJustimmunq der Mßchtc, dte dcn_Londoner Vertrag unterzeichnet haben, kcitke cndgültiqé Yxrxtnharun'g getroffen wxrden, Die britische chieruna würde da'nn Hie Komgltche Vtegtcr1111g"bxxett ßnden, fich mit ihr über hic endgültige Jest- stgllung der deutschzdam-ychct'1 Jrqge zu vcrständégcn. Jhre Ez;cel'[cnz*1rcrdc11 xrjucht, Lhrd Rumclk diese Dcpcfchc vorzulesen und ihm eine Abschrift der- 1elben zu uberretchcn. (gez.) BiFrnarck.«

Nach Verlesung diexcr Depesche schTécßk Earl Russel mit Ker Bemer- föungk haß, ,wenn nach de]: Beschung Schleswigs oder cines Theils von Schleswtxg, dre deutséhcn Mächte gemäßigte Vorschläge machen sollten, ein dancrnhcs Llrrangemept möglich wäre. England hahe der dänischen chie- Yung me cm Unrechtes Zugeständniß e111pfohlcn und Niemals materielle „Sül- sc versprochßn. Derfdanijche Gesandte selbst habe wiederholt qesaqt: »Wir crzvartena ketx19n1atxrtelle Hülfe von England, nur Sympathie.« *Ear'l (H r an - vr_lleserthc1dtgt *dae Regicrnng, und die Adresse wird angenommen.

1 In ,der gestrigen Unterhaussißung hielt die Einleitunngcde Lord Ox. Grhsyßnor, um die Antwortadresse auf die Thronrcde zrs motivircn. Ihm sekxmdéxrte das neue Citymitglicd, Mr. (Höschen. Einer scharfen Kritik xyurde dre «xhroprcde darauf von Mr. Dinaeli unterzogen. Wäre es Licht um den e111en*Paxagraphcn, welcher die Gehurt eines zukünftigen Y_hrhnerben anzeigt, 10 hatte * sagte er -- jenes Schriftstück in jedem be- .lx'cbxgen .andßrex: Jahre verfaßt werden können, als im Jahre 1864. Warum jet Irlands ]eßtge Lage, welches leider, nicht mit einer so günstigen Ernte gesegnet ijrdhn nne d1e Schwesterinsel, nicht einmal éincr vorübergehenden Non-gethrdtgt? Warmn mit keinem Worte Amerikas und drk wahr- sclcke11111chen Dauer des verhängnißvollen Krieges gedacht? Es wäre doch bcruhxgend unh "befrtedigcnd gewesen, zu erfahren, daß das Prinzip strenger" Neutrahtat noch immer der Leitstcrn der englischkn Politik bleibe, Auch uber Chma, mit welchem Lande England doch in beachtungs- werthen Beztehungxn stehe, hätte man gerne etwas gehört. Keine offene Erklarung, nvgs ,dte Regierung von dem polnischen Aufstande denke, nicht cmmal" etye fluchttge Erwähnung des bedeutsamen Vorschlages, welchen einer der _machttgsten Souveraine Europa's vor wenigen Monaten der britischen Yegt-erung gemacht, zum ersten Male bei Eröffnung des Parlaments keine Berstcherqng von freundschaftlichen Beziehungen zu den ausländischen Mäch- tgn -- nichts dgvon sei in der Thronredc zu finden. Konfufion von Anfang hzs zu Ende ser das charakterifirende Merkmal der aquärtigen Politik. Was sexey Englands Ziele, wer Englanös Verbündete? Der Redner tadelt die Politik der Regierung, welche die Polen zum Widerstande aufgemunkcrk und dayn verkqssen, und den Griechen ein halbes Geschenk gemacht habe, dem dle Bedingungen nachgehinkt kamen. Statt dem Kaiser der Franzosen aus der Verlegenheit zu helfen, in welche doch England ck" zum großen Theil Verwickelt habe (durch Polen) , habe die Re- gierung den Kongreßantrag, der ein geschichtes Manöver, wenn auch ein ungesunhxr Vorschlag gewesen sei, in geradezu beleidigender u_nd sar-e kastischer Wetje zurückgewiesen. Was schließlich die Herzogthümerfrag betreffe, so werde diese von der Thronrede allerdings dreier längerer Ab- schnitte gewürdigt, aber erklärt werde durch [estere nichts , ja geradezu ver-