1864 / 61 p. 5 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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daß die Integrität Dänemarks respekiirt werde. Wie Weit die Bedingungen von 1851 fortgelten sollen, darüber haben wir keine sehr bestimmte Angabe. Oesterreich und Preußen werden, wie es scheint, mit den Bedingungen von damals nicht zufrieden sein, sondern irgend eine weitere Vereinbarung for- dern. Nun muß Jedermann, der jene Bedingungen ansteht, erkennen, daß in denselben Abänderungen vorgenommen werden können , bei denen Dänemark seine Freiheit und Unabhängigkeit behaupten könnte,“ und andere , wodurch die Regierung in Kopenhagen *Von den fremden Mächten abhängig würde. Es wäre daher 1chwcr zu sagen, Welche Politik unter solchen Umständen der Regierung geboten erscheinen würde. Aber außerdem bestehen noch Vcrwickelungcn in Deutschland selbst. Alles, was ich cht sagen kann, ist, daß Oesterreich und Preußen nicht über die Erklärung vom 31. Januar hinausgehen und die Integrität Dänemarks aufrecht halten wollen. - Dcr Carl von Shaf- iesbury: Kann die Regierung dem Hause irgend eine Aubkunft Über die Bewegungen der österreichischen Flotte nach der, Ostsee geben? Der Grund, Warum ich diese Frage sickle, wird den edlen Loxds einleuchtcn. Nic babs ich das Volk Englands tiefer erregt gesehen, als beim Anbiiik dieses Kampfes zwischen dem kleinen und tapfcrin Köiiigreick) Dänemark und den zwei großen übermächtigen dcuiscbi'n Mächten --- 50,000,000gcgcn 31100000. Es ist schr merkwürdig, daß England fich chi in Oppofiiion gcgen Oesterreich und Preußen befindet, diese zwei großen konservativen Monarchien, von denen wir nichts als Frieden und Ordnung zu crjvartcn pflegten, und von dcnm wir cht Nichts als einen großen Brand erwarten. Ob die Dänen mit dem Patent und der November-Vcrfaffung Rccbt hatten oder nicht, braucht hikk nicht erörtert zu werden. Sie haben sich zur Ziiriicknalmnc jener Verfassungen und zu den äußersten Konzessionen bcrstandm. Es ist ein ominöscr Zug dicses Krieges, das; die bsier1*c"chischc Flotte auf der Fahrt nach der Ostsee sein soll. Vielleicht ist es scltsmn, das; man iiberhaupi von einer österreichischen Flotte hört,“ gewiß seltsam, daß man etwas von ihr fürcbtci, und dcbhalb verlange ich 5Iltiskunst. Man wird uns vielleicht sagen, es seien nur ein oder zwei Schiffe. Dies wird gar nicht befriedigen, denn wir. Werden fie als Vor- läufer einer größeren Macht ansehen. Sci die österreichische Floiic nun groß oder klein, so hoffe ich doch mit Zuverficht, daß sie [Wi der Einfahrt in .die Ostsee einer britischen Flotte begegnen, und daß diese britische Flotte von Ihrer Majestät die Weisung haben wird, ihre Bewegungen zu beobachten,

ihre Operationen einzuschränken und nöthigenfalls mii Waffengcchit die ?

Integrität und, daß ich es nur sage, dic Heiligkeit des _König- reichs Dänemark zu diriheidich. Earl Russell erwidert, die cnglijche Re-

crkundigt, weshalb Oesterreich Kriegsschiffe in See senden wolle, und er- fahren, daß die Absicbt sei, die österreichischen Kauffahrcr im Mittelländiscbcn und Adriatischen Meere, so wie etwa 140 österreichische von Amerika nach England scgclndc Schiffe bor dänischen Kreuzern zu schiißcn. In den chien Tagen wieder habe mmi ihm erklärt, es sei keine Absicht vorhandcn, öster- reichische Kriegsschiffe in die Ostsee zu senden, sondern zur Verhinderung cincr Elbc-Blokade mitzuwirken. Wenn imm bedenke, was die bstexrcicbischc Flotte. sei und was die Dänen seien, so werde man mit ihm sagen miiffcn, daß die Sendung einer österreichischen Flotte in die Nordsee, UM unterdrückte Nationalitäten zu beschützen, cincMaßrcgel sei, die jeder Freund Ocstcrrcicbß zu beklagen habe. Der Earl von Ellenborbugh muß die Befürch- tung aussprechen, das; die Littssendung der österreichischen Flotte den Zweck" habe, in Verbindung mit Preußen einc Obkrmncht in der Ostsee geltend zu machen und dadurch die Ueberinacht Oesterreicbs und Preußens zii Lciiidc zu verstärken. Er befürchte, daß dann Qllscn und Jridcricia und selbst Jiincn fallen würden. Diese österreichisch -prcußische Machtcntfaliung zur See. zu- geben, heiße so viel, wie die Unabhängigkeit, ja die Existenz Dänemarks opfern. Ob der edle Earl (Ruffcll) solci) grauiames Verfahren gegen eine schwächere Macht dulden Werde. Der Krieg sci ganz im Geiste der Thei- lung von Polen und der Liga von Cambrai,“ was heute gegen Dänemark versucht werde, könne morgen gcgen Holland oder Belgien unternommen werden. Die Regierung solle sich vor dem Bcginn dcr Osterfoxien iich ihre Entschlüffe offen auSsprcchcn, Endlich schließt Earl Russell die. Er- örterung mit folgenden Worten: Es wird sicherlich keiner der edlen Lords denken, daß ich, nachdem diese Information mir in; Lauf des Tages zugekommen isi, hier ins Haus ircicn und eine Er- klärung abgeben soll, die England binden oder leicht in Krieg verwickeln könnte. Was immer geschehen soll, bedarf der reiflichen Ucbcrlc- gung. Ihrer Majestät Regierung hat untcrhandelt, aber sich auch die Frei- heit gewahrt, entweder im Verein mit anderen Mächten odcr nöihigcnsakls allein zu handeln. Mein edler Freund Eari Grey sagte, er habe das Blaubach mit einem Gefühl _der Erniedrigung gelesen. Ich glaube, der Geist dieser Papiére stimmt mit der allgemeinen Ansicht des Landesiibeicin. Wenn mein edler Freund denkt, daß die Regierung anders hatte handeln sollen, so kann er ja ohne Weiteres auf ein Tadelsvotum anfragen. Wenn er denkt, daß wir ohne weitere Unicrhandiung zum Ncnszcr- sten schreiten soÜcn, so hat er nur einen Resolutions-Antmg in diesem Sinn zu stellen. Ich kann nur sagen, daß die Regie- rung keinen Krieg fiihren wird, wenn die Sicherheit und die Jntercffen, die Integrität und die Unabhängigkeit Dänemarks auf friedliche Weise gc- ivahrt werden können, und sie wird es zu diesem Zweck an keiner Anstren- gung fehlen lassen. Was die englische Flotte betrifft, so hat sie vor zehn oder vierzehn Tagen die Weisung erhalten, fich in einem der heimischen Kriegshäfen zusammenzufinden, damit wir über sie verfügen und ihr ohne Zeitverlust Befehlezusenden können. SoÜie es nöthig werden , ihr eine Ordre von Bedeutung “zugehen zu lassen, so haben wir fie in der Nähe, und ich denke doch gcwxß nicht, daß eine österreichische oder preußische Flotte es wagen wiirde, dem Geschwader Ihrer Majestät feindlich entgegenzutre'ten. -- Die Lords beruhigen sich bei dieser Erklärung.

In der gestrigen Unterhaus-Sißung wurde das Regierungsgutacbicn über die verschiedenen Eisenbahnprojckte -vorgelegt, welcbe sämmtlich die Hauptstadt betreffen und London mit einem Bahnneye bedecken würden, zu dessen Ausführung im Minimum_ an achtzig Millionen Pfund Sterling Bau- und lelösungskosien veranjchlqgt smd. Das betreffende Gutachten empfiehlt nur einen Theil dieser Pläne, die denn auch zur Ausführung

_, _ _, * . _ Enslands Seite gedrungen habe. grerung habe sch) in Wien und beim ostcrrctchtschcn chandien in London ;

kommen werden. -- Mr. Hunt erbittet sich vom Premier cine Erklärun über einen Passus. welcher in einer Depesche Lord Napicr's an Earl Ru eug a. (1. 6. Januar 1864, vorkommt (Nr. rz44 des Blaubuchs). Lord Napi berichtet in derselben, daß Fürst Gorischakoff untcr Ylnderm zu ib111“gesaex habe: »Da die vier Regierungen (England, Rußland, Preußen urid Hes“? reich) jcyt gliicklicherwkise in einer viel wichtigeren Frage, als die schicswj. holsteinscyc ist, harmonisch denken und handeln, so sollten sie i?!) in dieser Angelegenheit nicht in zwei gegnerische Lager spalicn,« _ “Zrd Pal-mcrstan _ »Die Frage, auf welche Fürst (Ziorischakoff ansp elt, iiiuß Wie ich zu§1chließc§n geneigt bin, die Entscheidung der qenmmten chicnmi gen [vel_rcffs der Einladung zu einem allgemeinen europäischen Kongrésse 9. wesen icin. Es lag keine andere Frage vor, auf die er sick) hätte“ bezieh?" können oder betrcfis wclcbcr eine Einigung erzielt worden wäre: Wenn de? ehrenwcxthe Heki", wie ich ocrmuthe, zu erfahren wiinscbt, ob zwischen diesen vier, Mashtcn cine Combination gcgen Jrankrricl) stattgefunden habé, id gehe ich ihm hiermit die Versicherung, daß nicht der entfekntcste Grund fiir 'cjn dcrariigc Vorizussexzung vorhanden ist.a Mr. DiHracli macht damiif aufk- mcrkwm, dar; die vorgelegten dänischen Korrespondet1zftiiche blos bis Endi Januar reichen. _ Seitdem seien wicbtiZe TranIactwnen und Zwischenfäue borgckbmmcn, 113 die Ankündigung eines Waffenstillstandcs, Konfcj'cnn vorjchli'égc und schließlich die Invasion Jütlands. Ueber keinen dikslk P::nkte gxbc d-as Blaubach Lliisimift. Er wünsche daher JU erfahren, ob die Rc. giciung gcwmwti ici, weitere Vorlagen zu machen und wakm die Mitglieder dicicßcrwarten diirficn._ Lord Palmerston: »Der cinziixe Grund fiir die Verzogcrung weiiei'cr Vorlagen ist in den Verhandlmiqcn' odcr Mikibciiun- gcii, wclche Betreffs einer Konferenz cht im Gangcsind; zu sucbcn. Sobald dj_cjc O,)Titthciiungcn eins die eine oder andere Weise 311111 Abschluß gebracht tcm werdkn, was [,wss'intiici) in sehr. kiirzcr Zcit der Fall sein wird; sollcu dcm Parlamcuic weitere Vorlagen gcmacht werdeii, welche die ROUL- ipondcnz bis zum Libsciiluffe dcr gcgenwäriig schwcbcndcn Verband- iungcn cmibalicn wcrden. Mr. Kinglakc bcantraqt abj'cbriftliiiw Vbrlaqc ]cncr Zdorrcipoiidcnzstiiiic aus den Jahren 1850,- 51, (“)J/Und ZZ, welcbe [icli aus das Warschauer Protokoll oder den Londoner Traktat beziehen, und fragt den Untersiaatssckrctair dcs Auswäriigcir, ob Baron Briinnow niclit ani 24, Mai 1852 ein Antwortschreiben an den dänischen Gesandten Von Bille gerichtet habe und ob dasselbe Ihrer Majestät Regierung miiasibcili worden ici. Denn es“ sei VOU großer Wichtigkeit zu wissc'n, von wémder genannte Traktat eigentlich ausgchcx und wer auf dcffcn Annahme von _ , * Wenn erst die's Protokoll vom/i Onli 1850 bdriicgc, so werde 1ciner Meinung nach das Haus begreifen, iiicsiiialb dic Dcuticlicn vom Lyndoncr Protokoll sprechen Und die Bezeichnung Lon- doner Traktat zurückweisen. Und ferner werde an:? dieser Korrespbndcii; fla]: werden, daß vor Unterzeicbmmg dcs Trafmts eine zu jener Qeit scbrcinÖ fiiißrciche europäische Macht in wohliibcrlcgicr Weise Und mit kiiltem Bima verboten habe, den dcutscben Bimd zii Raiba zu ziehen. » Mi“. Layard erwidert, die betreffende Korrespondenz aus den gcnmmicn Jahren sei sebr umfangreich,“ doch bosse e'; daraus dii'sjcnigc vorlegen zn kömicn, was sicb auf die von Mr. Kinglakc angefiihrten Transiictioncn bezicbe. Fiir («nik wolle er den chremvcrihcn Herrn, der von Ökii'iL-OUÖQULL'Pk/Okbkoil11110/11011 0011 Deutschen, die den Londoner Traktat mit dcm Protokolie vcrwccbscln, gcjpwchcn habe, darauf aiifmcrksam machen, das; es sicb hier Um zwci qc- trcnnte Aktensiiickc handle und das; der Traktat cin Dokiiinknt sei, at: wcl- cbcm dic (Zirdßmäch Europas sicl) förmlich bcthciiiai haben. Was die Note de_s Hrn. bon Bille an den BMW von Brunnwvarefß, sci dicselbc mic offiziell im Bcfixie ÖM chicrunxi) gewesen. Sie sei in Kopcnlchn veröffent- licht worden und da sic Quibcntisci) ist, woiie die Regierung iiaél) cinqeiwikcr Erlaubnis; vom dänischen Gesandten keinen Anstandiwhnicn, sie borZUlcqcn, obwbhi dies mit soichcrgcstali veröffentlichten Dcpcscbcn sonst nicht die Rich isi. -- Lord Palmerston kündigt an, das er ein? Vcrtaqunq des Hauses 1":bcr Ostern VOM 18. d. bis zum Montag, den 5. April, bcaniragcn “werde.

Spanécix. Dcr »EpNaa zufolge hat dcr spanische Mich- Piiiiistcr Befehl gcgcbcii, daf; fiir dic iii Madrid befindlichen Offiziere der Artillerie, dcs Gciiics Und dcs Generalstabes eiii chi'smbl der deutschen Sprache errichtet Werde. '

Die Madrider Zi'itimg vom (“. März enhält eiii Dekret, wi'lcbcs Herrn Mon, dcm Minister-Priiiidcntcn, das Interim dcs O.Uariiic- Ministeriums iibcrträgt.

Griechenland. Berichten aus Korfn Vom 25. b. M. 311- folge macht man im der Dcmolirung der Fcstungswerkc von Vida).- Fdrt Nch und Fort Abraham rasche Fortschritte. Drei oder vier Sprengungen finden täglich statt. Am LMM Abends wurde eine Sprengung mit 4000 Pfund Pulvi'r vorgenommen ,. wclche qcbörig aufräumte. Unter den Kbrfiotcn herrscht fortwährend einc sebk bit- tere Stimmung gegen die Engländer. _ Zum Transport der Ge- schiiye und der Magazine iiach Malta, Gibraltar und England waren sechs oder stehen ausländische Segelschiffe gcmicthet worden; dercn Bcfrachtung man möglichst beschleunigte.

Rußland und Poker:. Helsingfors, «. März. Die Stände beschlossen gestern, um eine Verlängerung der Landtags- fißungcn einzukommen und zwar für Ritterschaft imd Adel , Geist- lichkeit und Bürgcrftand bis zum 15. April, fiir den Bauernftand bis zum 1. Mai.

Wir hören , daß dicser Verlängerung keine großen Schwierig- keiten entgegenstehen. Schon heute ist dcn Ständen dic Mittheilung zugckommcn, daß der Landtag mit LluSficht auf Erfolg bciSr.K'ai- scriichcn Majestät darum einkommen dürfe, (Dagbl.)

Von der polnischen Grenze, 0. März, meldet der KW respondent der »Osts. Ztg.“: Auch in Westpreußen haben seit Ein- treffen der milderen Witterung dic Zuzüge nach Polen sich zu regen

Beilage

6153 Beilage zum Königlich Preußisebcn Staatö-Anzciger.

Sonnabend

12.

März 1864.

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begonnen; fie geben aber auch dort nur schwach und werden auf dieselbe Weise ausgeführt wie in der Provinz Posen. In den lcytcn 14 Tagen haben nach zicmlich fichercn Ermittelungcn aus dem Kreise Graudcnz etwa 12, aus dem Kreise Culm 15 , aas dcm Kreise Thorn 20, aus dem Kreise Strasbiirg 20 , aus dem Kreise Löbau 25 Zuziiglcr die polnische Grenze passirt. Die meisten dieser Zuzügscr wuxdcn nach dem Kreise Mlawa dirigirt, von wo sie den einzclnen im Gbichrncmcnt Plock operircnden kleinen Jnsiirgcntcn= Abtheilnngcn zugewiesen Wurden. So weit sich die gesammte Zu- zugbcwcgung bis cht iibcrschauen läßt, kann man mit ziemlicher Sicherheit aiinchmcn, daß die Jnsurrcciion zum Friihjahr keine größere Lluödcbmmg gewinnen wird, als fie im vorigen Jahr batte. Die von cinigcn Blättern ausgesprochene Ansicht, daß die Lcitcr des Aufstandes nacb Verhängung dcs Belageruutigsznftandes iibcr Ga- lizien sich mit aller Macht auf die Provinz Posen WU'ch und diese für dcki Aufstand in derselben Weise auIbcutcn werden, wie bisher Galizien, ist durchaus Unwabrschcinlich. Der AUIsiihrimg einer solchen Abficht sieht in der Provinz POscU nicht blos dcr natioiialc aniffcrcntismus eines großen Theils dcr bcsichdcn poliiisci)cn Klasse, sondern mehr noch die entschieden [cgachaltung der kompakten dcut- schen Bevölkerung cntgcgcn, die der polnischen numerisch das Gleich- gewicht hält. Anarchiscchuständc, wie sic sich in lcytcr Zcit inGalizicii bcrmisgcbildci Haben, sind da unmöglich, wd, wicin dcr ProvinzPoscn und in Wcstprcnßcn, einc numerisch starke und einige Bevölkerung der polmischcn Revolutibnspartci imponiri und ihre Operationen bccngt Und pai'alyfirt. - Lim 6. d. wnrde auf dem Dominium Kuzmicrz bci Strzclno, im Kreise Jiwwraciaw, von einem Militairkbmmaiido eiiie Umfassende Revision abgeheiltcn. Nach mehreren bcrgcblictzcn Nacbgrabimgcn Wurde endlich in einem Scheunenfach, zwci Fuß tief in der Erde, ein Waffeiidepdt entdeckt, in welchem sich 153 Kara- biner, mehrere Säbci, 200,000 Ziindhiitchcn und eine Quantität scharfer Patronen bcfandcm. Die in Beschlag genommenen Waffen und Munitibancgenständc wnrden am folgenden Tage nacb Posen transportirt und an die dortige Fcstungs-Kommandantiir abgeliefert. Dcr Bcsißcr des Gutes Kuzmicrz, Boleslaus von Moszczcnski, bc- findct sich schon soit mehreren Monaten wegen borbcreifcndcr Hand- (migen zum Hdciwcrratb in dcr Hausboigtci in Berlin in Uiitcr- suchungsbaft. Das in seiner Schcuiic versteckt gehaltene Waffcndepot soll ron seinen eigenen, Leuten der Behörde Verrathcn worden sein.

Scknvcdcn und Ikxxrwcgcn. Stockholm, 8 März. Tumulte, dic vorgestern bci Gclcgciibcit dcr Volksversammlung statt- gcfundcn, liaben sick) gestern Abend wiederholt," oszivurdcn dcmGrafen M anderstr 6111 „die “Fenster cingcworch.

Ueber die Vorgänge in Stockholm am bdrigcii Sonntag und Montag wird noch Folgendes von zuverlässiger Seife mitgetheilt: Das Lokal, in welchem die Volksvcrsammlumg abgehalten Werden ioiltc, faßte 1000 Personen, cs baticn fich aber circa €*"; bis 44,100 Menschen vcrsammcli, die zum Theil auf dem angrenzenden Brum- kebjcrgsmarkt standort. Eine Masse Menschen begab sich nach Bc- cndigung dcr Verhaiidlungcn nach dem Königlichcn Schlosse“, brachts dort dcm Kbiiigc cin Hock) imd sangen dic Natidtialwcisc. Ami) beim Prinzen Oanr, dcn Statuen Gustav Addlpli's und Giistab Vasa's Und beim dänischen Gesandten fanden gleiche Obaiioncn statt. Dann aber ging die Menge pfeifcnd Und lärmcnd Nach dem Hotci des Grafen Mandcrstrb'm und nach der Wohnung ics pren- 15ischcii und russischen Gesandten.

Däxiemark. Kopenhagen, K. März, Die Tclegraphcn- vcrbindiing mit Jütland ist mit AitéZnahmc dcr Vcibindimg mit Fridericia, abgebrochen.

- 9. Miirz. Das Kriegs =- Ministerium unicr dem 8. März, 3 Uhr Folgendes : Dcr Komumn- dant von Fridericia meldet von 2 Uhr Nachmittags: Heute Mor- gen (Z.) wurden UnscrcVorpdstcn sowohl bei Krybily als bei Havre- bachaard angegriffen und zurückgedrängt, so daß der Feind [cgi in StZustrup Und Erritsb' stebi, Gcncral-Wilstcr, sein Stabschef, Capitain Hoffmgnn, Premier-Lieutenant chcn und Secondc-Licutcnaiit Köh- ler, beide vom 20. Regiment, smd verwundet. Das Feuer ist aiif der ganzen Linie eingcftellt.

Ein Telegramm dcr »„Zcrl. Tide: Von ihrem Korrespondenten bei der Armee lautet wie folgt: Das Dampfschiff »Zcphyra geht nach Bogense und Korsör mit ungefähr 140 Blessirtcn, darunter Getzcral Wilster und Capitain Hoffmann, dessen rechtes Bein am- puitrt worden. Un16 Uhr Abends (B.) wird gemeldet, daß der Feind Criyö, ungefähr eine halbe Meile vor Fridericia, , bcscßt hai. Von der Gegend von Voile her ist Kanonendonncr beriicbmbar.

Von der Armee in Sundcwitt verlautei nichts Bemerkens- Werthcs.

Der Kronprinz ist heute Morgen nach der Armee ab- gegangen.

veröffentlicht

Dic norwegischen Offiziere, welche beim Armec-Kommando um die Erlaubnis; nachgcsucht haben sollen, in dänische Dienste zu treten, sollen nach dem norwegischen »Aftcnbladn cine abschlägige Antwort erhalten haben.

Tsicgrapd ische T' epcscihc n «Us dem W o ifs'scbsn Telegrapbcn-Büreau.

Hamburg, Frciiag, 11. März, Vormittags. Nach hier ein- gctwffcnen Nachrichten «ms Kopenhagen vom 9. d. hat der Re- dakteiir dcs rFacdreland-c, Plong, cine Interpellation in das Landstbing gebracht, ob der Justizminister nicht die in Dänemark bclegencn (Hiitcr dcr Bardiie Scheel-Picsscn und Schimmel- man n bis dahin mii Beschlag belegen wolle, das; die Gcnannten fich iiber die ibncn bcigcmeffcncn politischen Handlungen gerecht- fertigt bi'iticii.

London, Donnerstag, 10. März, Nachts. Zu der heutigen SZHUUJ dcs Unterhauscs zeigte Griffith an, er werde morgen die chicrung iiiicrpi'liii'cn, bb iiichf dic Anwcrbimgsaktc durch einen Gchcimrathsbcfchi zu Gimstcn Hier gebaiitcr dänischer Kriegsschiffe suchndirt werdcn könnte.

London, Freitag, 11. März, Vormittags. Nach hier ein- getroffenen Nachrichten aus Kopenhagen vom 10. d. ist daselbst eine amtliche Bckanntmackxmg erschienen, daß die Häfen Cammin, Swinemünde, Wolgast, GroifSwald, Stralsund und Barth vom 15. d. ab blokirt sind,

Paris, Donnerstag, 10. März, Abends. Erzhcrzog Maxi- milian wird nächsten Sonnabend odchonntag von hier abreisen.

Paris, Freitag, 11. „März, Morgens. Der heutige »Moniienra theilt mit, daß die Nachricht von der Riickbcrufung des Generals Bazainc aus Mexiko Vollständig unrichtig sei.

Der Bstrag fiir die Stellvertretung im Militairdienst ist fiir das Jahr 1864 auf Höhe von 2300 Francs fcftgestcili worden.

Gswirbc- UUO Öandeisnacbricbten

Berlin, 6. März. In dem Zcitraumc vom 16, bis 31. Januar wnrden

Stcinkohlcn, Braunkoblcn und Coaks.

Tonnen. zu Waser - auf den Eisenbahnen 71230 Summa 7Z30 zu Waiicu -- auf den Eisenbahnen 16197 Summa 115197

Torf Brennholz

Traiispori= wciic

in Berlin cin- Klaftcrn.

gefiihrt:

aus Berlin ausxicführé:

Berlin , 7. März. wurden

In dem ZeLtraum vom 1. bis 15, Jcbrua Stcinkohlen,

Braunkohlen und Coats.

Tonnen. zu Wasser

auf den Eisenbahnen 76942 76942

zu Wasser -

auf den Eisenbahnen 501 L 5012

Ti'anspori- Torf Brennholz

weise in Berlin ein- Klastci'n. gefiihrt:

Summa

aus Berlin ausgefiihrt:

Summa ck