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Tage mch dem geschlichen Anfange des Semesters vyn, den Petxnicn m Person eingereicht werden' müssen, und daß von denjenigen Stydtrenden, welchm die Wohlthat der Stundung bereits zuerkannt worden ist, Enter dem Präjudiz des Verlustes ihrer Berechtigung von dxm „erhaltenen «tun- dungsscheine innerhalb der ersten Woche nach dem ge1eßltchen Anfange des Semesters bei der Quäsiur Gebrauch gemacht werden muß.
Bonn , den 12. März 1864. „ „ _ „ „ Rektor und Senat der Rheinischen Friedrich-thhelms-Umverfitat. Bauerband.
Die Jmmatriculation für das bevorstehende, mit dem 11. April 0. bx- giunende Sommersemester 1864 findet von Montag, den 4. April, an bis zum 19. desselben Monats statt. Später können „nach den bestehenden Vox- sch-ciften nur diejenigen Studirenden noch initiiatrtkultxt „werchn, ivelche die Verzögerung ihrer Anmeldung durch Nachweisung gultigcr I)erhmderungs- gründe zu entschuldigen vermögen. Behufs der JunnaFrrculahon haßen
1. diejenigen Studircnden, welche dicUniVerfiiätsstudten h_egmnen, insofern fie Inländer find, ein vorschriftsmäßigcs Schulzeixgniß, und, falls fie AuSsänder find, eincn Paß oder sonstige ausreichende Legitimations-
a tere,"
2) Yejßnigen, welche von einer anderen Universität kommen, außer den vorstehend bezeichneten Papieren Zeugstiß von jeder früher besuchten Univerfität _ , -
vorzulegen. Die Meldung zur Jmmatriculation muß Seitens dex neu an- kommenden Studirenden spätestens innerhalb zweier Tage nach,1hi'cr An- kunft auf dem Univcrfitäts-Sckrciariatc crfolgcii, und find dahci die oben_- gedachien Papiere abzuliefern. Diejenigen Inländer, welche keine“ Maturi- täts-Prüfung bestanden, beim Besuche der Universität auch „nm; die Absicht haben, fich eine allgemeine Bildung für die höhern Lebenskretse (Jdcx eine besondere Bildung für ein gewisses Berufsfach zu geben, ohne daß 112 sick) für den eigentlichen gelehrten Staats- oder Kirchcndietist bfestmmicn, konnen auf Grund des §. 36 des Reglements vom 4. Jun: 1834 nur nach.vor- gängiger, ihnen hierzu Seitens. des Königlichen ).lniverfitafI-Kuraiortums crtheilter Erlaubniß immatrikulirt wcrden.
Bonn, dkn 12. März 1864. .
Die Jmmairiculations-Kommiyfimu Baucrband.
Nichkamkliehcs.
Stettin, 16. März. Das hiesige »Flottcn-
Preußen.
Comité- hat eine Summe bis 1000 Thlr. fiir die chanmmg dcs *
Schiffes resp. der Schiffe unserer Flotte bestimmt , durch welche das erste dänische Kriegsfahrchg auf offener Sec genommen oder zerstört werden wird.
Die Nachricht der *N. St. Ztg.“ (s. Nr. 65 d. Bl.) aus Cammin, daß dort vorgestern cin Däne in Sicht gewesen sei, wird hier sehr bezweifelt. Dic Fischer würden gewiß nicht (wie es in der betreffenden Korrespoudcnz hieß) chhalb zu Hause geblieben sein, da sie 1848 und 1849 während der Blokade immer in See gingen und nicht verschmähtcn, ihren Fang an die Dänen zu wer- faufcn. (Osts. Ztg.)
Sivinemündc,» 16. März, 9 Uhr Morgens. »Arconax- und 'Nymphc- find so eben in See gegangen, (Osts. Ztg.)
Lübeck, 15. März. Die Eisenbahnstrecke Lauenburg -LÜ- neburg ist heute dem Verkehr Übergeben und dadurch die direkte Verbindung der Lübcck-Bücbcner mit den hannoverschen Bahnen hergestellt Worden. Wie wir hören, haben sich alle Einrichtungen der neuen Bahn, und namentlich auch die Trajekt-Ansialt bciLauen- burg , troß des höchst ungünstigen stürmischen Weiters gut bewährt.
(Lüb. Ztg.)
Holstein. Aus Heiligenhafen, den 15. März, meldet die »H. B. H“ Folgendes: So eben kehre ich von Fehmarnsund zuriick, diesen Morgen 54 Uhr wurde die Insel, die nur mit einer geringen Zathänen beseßt war, von den Preußen, die von hiefigen Bootführcrn hinüber geseyt wurden, genommen. Dänischer Seits 1 Mann schwer Verwundet und die Wache Von 7 Mann im Fähr- hause gefangen, prcußischer Seits 3 Mann Verivundct. Es stürmte sehr stark beim Uebergang und ging derselbe so rasch, daß die Dänen nicht eher die Preußen sahen, bis fie Von ihnen angegriffen wurden. Die ganze Besaßung wurde gefangen genommen, über 100Mann, auch der
' Commandcur vom Kanonenboot. Es smd jeßt 600 Mann Preußen auf Fehmarn, und sobald fich der Sturm legt, folgt Artillerie nach.
Kiel,„15.März. Heute Morgen fand die feierliche Beerdigung des bei Vejle gefaUenen österreichischen Oberft-Lieutenants von Rahtlev statt. In der Nikolaikirche fand zuvor ein Trauergottes- dienst statt.
Württemberg. Stuttgart, 15. März. Bei Sr. Ma- , jeftät dem Könige waren die Beschwcrdcn gestern verhältnißmäßig crträglich,' die Nacht befriedigend. Bei dauernder geistiger Klarheit macht fich die Körperschwäch schr bemerklich. (St. A. f. W.)
Bayern. Müiichcn , 14. März. Unsere ganze Stadt mit ihren Bewohnern und den vielen Tausenden, welche aus allen Theilen des Landes herbeigeeilt waren, um der Leichenfeier dcs Derewigten Königs beizuwohnen, war heute in tiefster Trauer. Groß-
noch ein vollständiges AbgangH- ;
artiger noch, als durch die Zahl der Theilnchmer, war der Leichenzug durch die Znnigkcrt dex Theilnahme, die fich überall kund gab. Die schmerzliche Feier ging in der vom Programme fcstgeseßten Weise vor fich. An der St. Cajetans-Hofkirche angelangt, wurde die Königs. (eiche von der gesammten Geistlichkeit empfangen und in die Kirche begleitet, *in welcher fich bereits die Königin - Wittwe mit der Prin- zcsfin Alexandra befanden, dic Vesper gcbctct und hieraus von dem Erzbischof dic Einsegnung vollzogen. Zum lchteu Male für den höchstscligen König präsentirten die Truppen das Gewehr, Und die Mufikcorps stimmten cin, worauf die Lciche in das Oratorium der Kirche getragen wurde, wo fie zu verbleiben hat, bis das Grab- mal, welches der so früh geschiedene König fich selbst angeordnet, vollendet sein wird. Der Bcgräbnißfcicrlichkcit folgte sogleich die erste Vigil, welcher der König, die Königin-Wiitwc, sämmtliche Prinzen und der hohe und zahireiche Cortdgc bciwohntcn. (R. C,)
Oesterreich. Wien, 16. März. Die »Gcncralforrcspon. denz aus Oesterrcich« vcrnimmt, das; direkte Nachrichten aus Kopen. hagen eingetroffen seien, die mit vollkommener Bestimmtheit mel- den, daß Dänemark den Von den beiden deutschen Großmächten vor. geschlagenen Waffenstillstand auf Grundlage des dcrmaligen 813613 (,in) angenommen habe, daß es sich jedoch der Einstclliixig Weiteren Vorrückens der verbündeten Truppen in Jütland vcrsche. Zugleich soll Dänemark fich bcrcit crklärt haben, Von Beunruhigung und Beschlagnahme? deutscher Schiffe künftig abzusehen.
Pestl), 16. März. Heute haben mehrere Verhaftungen chen politischer Umtriebe stattgefunden.
Belgien. Brüssel, 15. März. Auch die klerikale Prcffe bestätigt nunmehr die vor“ drei Tagen niitgctheilte Ministcr- Combi- nation unter dcnchifiigen, das; der Minister des Königlichen Hauses, Herr van Prack, ersucht worden sei, die betreffende" Liste dem Könige nach London zu Übermachcn. Ucbcr das Programm des künftigen Ministeriums vcrnimmt das 'Bien Public«, dasselbe Werde rein administrativer Natur sein. Die neue Regierung werde die Ge- mcindefreiheitcn bedeutend erweitern, die Barricrcnzöllc und die Salz- stcuer abschaffen, das Milizcngcscß verbeffern 11. A. 111. Herr yon Anc-
: than, der künftige Justiz-Minisier, werde vcrnnitb-lich sein schon fri'v . her im Senate erwähntes Projekt auf Errichtung eines belgischen ; Staatsrathcs verwirklichen.
(Köln. Ztg.)
Großbritannien und Jriand. London, 15. März. Ihre Majestät die Königin ist gestern Abend ans der Hauptstadt nach Windsor zuriickgckchrt. - Prinz Alfred reiste wieder nach Edin- burg ab, um dort seine Studien fortzusexzcn.
Lord Russell, obwohl er wegen Unwohlseins der gestrigen Par- lamentssißung nicbt beiwohnic, hat dem Könige der Belgier doch gestern einen Besuch abgestattet. Auch Lord Palmerston hatte eine Besprechung mit dem Könige.
Dic Ratificationcn cines zwischcn Belgien und den Hawaii-Jn- '
seln abgeschlossenen Freitiidschafts- Und Handelsvcriragcs find hierin London zwischen den Vertretern der beiden kontrahircndcn Mächte, Hrn. van dc Weyer und Sir John Bowring, ausgetauscht worden. Der Vertrag enthält eine Klausel, welchc besagt, daß in streitigen Fällen, welchc fichnicht dnrch freundschaftlich diplomatischeKorrcspon- denz zwischen den bcidchächtcn beilegen lassen wiirden, einer dritten Macht das Schiedsrichtcramt zu übertragen sei, um einem Kriege vorzubeugen.
In der gestrigen Sitzung des Oberhauses bezog sich Lord Derby auf eine neuliche Wähleransprache des ehemaligen dänischen Premiers, Hall,- worin derselbe sagte, daß Lc-rd Wodehousc auf die Frage, ob die von Eng- land empfohlene Aufhebung der November-Vcrfaffung eine Invasion Schleswigs abwenden würde, mit Nein geantwortet habe. Lord Derbi) wünscht zu wiffen, wie es sich damit verhalte. Earl Granville hält dic]? an Lord Wodehouse, anstatt an den Staatsstcrctair, gerichtete Jntcrpellatiqn für einigermaßen rcgclwidrig. Aber Lord Wodehousc beantwortet die Frage mit der Erklärung, nicht recht zu wissen, was Herr Hall gemeint haben könne. Er habe in seiner Unterredung mit dem dänischen Prcnner wirklich gesagt, daß die längst beschlossene Bundesexecuiion durch nick)ts mehr abzuwenden sei, aber daß vielleichtweitcr gehende Maßregeln abgewandk werden könnten. Die Unrichtigkeit der dänischen Angabe gehe schon aus dem Datum seiner betreffenden Depesche, dem 16. Dezember 1863, hervyk- - Lord Strathcden steklt dieselbe Anfragc, wie Mr. Hunt neulich UU Unterbausc an den Premier gerichtet hat, ob nämlich Ihrer Majestät Rc“ gierung erklären könne, was Fürst Gortschakoff mit den Worten gemeint habe, die in Lord Napier's Depesahe vom 6. Januar 1864 angeführt find- daß die 4 Regierungen, Oesterreich und Preußen, Rußland und England, »jeßt über eine Frage, die wichtiger als die von Schleswig-Holstein ist, ha?“ monisch denken und handeln.« Earl Granvikle erwiedert (in Abwe1enhelk des an einer Erkältung leidenden Staatssekretärs des Auswärtigen), Fürst (Hort- schakoff könne “auf nichts Anderes als ein vermeintliches Einvernehmen gegen das Projekt eines europäischen Kongresses angespielt haben. Aber er dürfe auf das Ausdrücklichste verficherti- daß England sich weder auf eine Combination noch auf irgend einen Vertrag, der eine Spur feindseliger Gefinnung gegen Frau- reich verriethe, eingelassen habe. Er wünsche auf das Bestimmteste zy 17er“ fichern, daß zwischen den genannten Mächten kein Abkommen über dtc1cht in Europa schwebenden großen Fragen bestehe. - Der Carl von Ellen- borough fragt, ob die Regierung wisse, daß mehrere österreichische kaeIs' schiffe mit günstigem Westwinde den Kanal herauf segeln und wahrscheinlzck) binnen einer Woche den Angriff auf Jridericia und Lllsen untersiüxzen_ivur- den ,' und ob fie in Folge davon Maßregeln ergriffen habe? Der Herzog
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von Soerset (der erste Lord der Admiralität) bemerkt darauf im We- st""iche'" d“ R'g-"an hab' “*sabxen- daß drei österrcichische Kriegsschiffe Malta veriassen hatten, um nach Gibraltar und der Ostsee zu sege[n_ Wei- tere Nachrichten habe fie nicht,
Im Unterhause fragte gestern Mr. BUtlek-JOHnstone, ob die
Negiermig ebenso wie zii Anfang des italienisihen und des amerikanischen , Krieges ]xßt, nachdem_zwtschen Deutschland und Dänemark ein unverkenn- ; barcr Kriegszustand eingetreten rst, eine Neutralitäts-Proclamation zu *
erlassen denke? E_r_ hoffe zwar, daß die Re ierun 0 viel Rückicbt au die Gefühl? des engl11chen VZlkes nehmen wcgrde, ÉZinsen lieblosen'Schrittf der Art zu unterlaffen , aber 11e sei es fich selbst schuldig , ihre Gründe dafür öffentlick) anzugeben. Der Attorney-General erwiedert, es sei nie Brauch ggwejen, Neutralitäts-Proclmnationcn in Fällen zu erlassen, wo Ihrer Maxestat Regierung eit) tiefes Jutereffe an schwebenden Unterhandlungen habe, dercn Aus-gng mögltcherweise cin entschiedenes Handeln vorschreiben könne. Ihrer Majcstat Regierung behalte sich die Freiheit vor, je nach dem (Gebot der Ehre Englands und der Interessen Europas zu handeln. Sie konnte daher unmöglich ihre Neutralität auf alle Fälle prokla111iren. Mr. Layard verliest eine. Depesche vom Obersi-Lieutenant Henle, dem britischen Bevoll- mächtigten m Japan, und ein Schretben vom Admiral Kuper, wclche beide Schriftstücke fich auf das Bombardement von Kagofima beziehen. Dieser Korrespondenz zufolge enthielt die Stadt eine Bevölkerung von 40,000 und nicht, wie es Anfangs hieß, 180,000 Einwohnern. Alle hatten, ehe das Feuer auf den Palast des Fürsten Satsuma begann, die Stadt verlassen, welchc übrigens mit Vorsicht und Schonung bombardirt wurde und bald wieder aufgebaut sein wird. Mr. Noebuck fragt, ivcxrum die Regierung gegen den Bau konföderirter Kriegésschiffe so fleißig cmjchrcite, und gegen die föderalistischen Werbungen in Irland qm: nichts thus? Lord Palmerston erwiedert, weil es leichter sci, eincn Pan,";er- fregattenbau als die Anwerbung cines irischen Arbeiters zu beobachten. Sobald die Regierung greifbareJndicien habe, werde sie auch den erwähnten Werbungen ein Ende machen. _- Durch eine Anfrage von Sir L. Palk und durch Mr. Layard's Antwort, daß wegen des Attentäter-Prozesses in Paris keine Korrespondenz mit der französischen Regiertxng stattgefunden habe, fühlt sich M. PHenncssy veranlaßt, die Aufmcrksamfeit des Hauses abermals auf den Umstand zu lenken, daß ein Mitglied der Verwaltung, Mr. Stansfeld, auf Freundcsfuß zu dem Mcuchelmordpredigcr M. Mazzini siehe. Es entspinnt fick) daraus eine lebhafte, obgleich rcsultatlose Conversation, in deren Verlauf Mr. Grant-Ruff bemerkt, daß Mr. „Hen- nessy seinerseits so inkonscqucnt sei, für die polnische National-Regierung zu schwärmen und zu agitiren, obgleich diese National-chierung sich des Meuchclmords als einer politischen Waffe bediene. - Das Haus geht dar- auf in Subfidicn-Comiié über die Jlottcn-Voranschläge.
Das schreckliche Unglück in Sheffield ist viel größer, als man anfangs gedacht hatte. 238 Personen smd im Ganzen vermißt worden,“ die Zahl der bisher aufgefundenen Leichnamc ist187, Die Bcfißcr, deren Eigentbum durch die Fluthcn gelitten hat, haben eine gemeinsame Entschädigungsklage gegen die Gesellschaft, welche die Wasserleitung unternommen hat, «mzustrengen beschlossen. Der Schaden wird auf eine halbe Million geschäxzt, d. i. mehr als das Kapital der Gesellschaft beträgt. Der Minister des Innern hat einen Bevollmächtigth nach Sheffield zur Aufnahme des Thatbcftandes abgeschickt. » Auf eincm zahlreick) besuchten Meeting in Sheffield Wurde eine Subscription znr Unterstiißung dcr Bedürftigen bc- schloffcn, wozu sofort 5000 Pfd. St. gezeichnet wurden. Auch in London ist bereits eine Subscription zu gleichem Zwecke unter den Auspicicn dcs Lord-Mayors eröffnet, eincm Beispiele, Welchem die meisten der englischen Städte zu folgen Anstalten treffen.
Frankreich. Paris, 15. März. Der »Monitcure- berichtet heute über die gute, bei dcr [cxztcn Expedition Bazaine's trefflich bc- währte Beschaffenheit der französischen Artillerie in Mexiko. Wie die »Francca meldet, hat die »Louifiana- yon Vcra-Cruz dieses
Mal auch eine Baar- und Barrcnstacht von 694,000 Piastcrn (33; '
Mill. Frs.) mitgebracht. Seit Beginn des Krieges gegen die Zna- ristische Regierung ist dieses der erste Fail, daß Mexiko direkt nach Frankreich Geld und Barren ausführt. Uebrigens waren es 1 Mill. 600,000 Piasicr gewesen, welche von Mexiko nach Vcra-Cruz zum Export gekommen waren, doch hatte der Gencral-Zahlmeiftcr der französischen Armee davon 03. die Hälfte zurückbehalten, um die Bedürfnisse _dcs Expediti-ons-Corps zu bestreiten.
Nach Briefen aus Rom vom 12ten d. waren dort zwischen den päpstlichen und französischen Soldaten abermals Konflikte entstanden, abcr alsbald unterdrückt worden. Patrouillen durchzogen die Stadt. Der Bischof von Orleans, Msgr. Dupanloup, hat fick) von Rom auf die „Heimreise nach Frankreich begeben.
An Cordoön's Stelje isi durch Kaiserliches Dekret vom gestrigen Tage der erste Gcncral-Advokat am Cassationézhosc, Chabanacy de Mamas, zum General-Prokurator am Kaiserlichen Gerichtshofe von “Paris ernannt worden.
Der »Moniteura publizirt heute das Gescy, daß dem Kaiser- lichen Haus-Minisier 18,500 Frs. zum Billaultschcn Zeichenbegäng- niß anwcift.
Ueber die Suezkanal-Kommisfion giebt der »Moniteur« heute fOlgcnden Ausschluß: »Als zwischen dem Vicckönig von Aegypten und der Suez-Kompaguie Meinungsverschicdenheiten entstanden, beauf- Üxagte der Kaiser Se. Excellenz den Herzog von Morny, ihm über die streitigen Fragen.Bericht zu erstatten. Dieser Bericht stellte zwi- schxn Aegypten und der Kompagnie die Grundlage zu einer Ver- mrttlung fest, Welche dem Kaiser billig schien. Die Conflusionen daraus wurden dem Vicekönig von Aegypten mitgetheilt und dieser
. bat den Kaiser, die von den beiden Parteien noch“ nicht endgültig
angenommenen Punkte selbst zu entscheiden. Zu diesem Zwecke nur hat der Kaiser das Schiedsrichteramt übernommen und die Kom-
: misfion gebildet, in welcher Herr Thouvenel den Vorßß führt.-
Spanien. Man meldet aus San Domingo, daß San- tan a an einer im Kampfe gegen die Dominicaner erhaltenen Wunde gestorben ist. Zu Santiago de los Caballeros befanden fich sechs- hundext [panische Gefangene. Die Dominicaner waren im Befiße dxr Wichtigsten Städte und Häfen. Der RebeUen-General Floren- tino ve'r1uchte cs, fich zum Diktator ausrufen zu (affen, stieß aber auf heftigen Widerstand, und wurde in einem hierdurch hervorgeru- fenen Gefechte getödtet.
Nyszland und Polen. Von der polnischen Grenze, 14. Marz, wird der »Osts. Ztg.- berichtet: Der polnischen Revolu- tions-Partei kam nichts überraschender, als die durch Kaiserliche Sanctioii zum Geseß erhobeneEigenthmnI-Verleihung an die Bauern unsd volltge Unabhängigkeit der ländlichen Gemeinden von den Guts- bexrßcrn und Geistlichen. Die noch immer gehegte Hoffnung, daß es ihrer forigethen Propaganda doch endlich gelingen werde, die Masse der l_andltchcn Bevölkerung für ihre revolutionairen Pläne zu gxwmnex, ist nun p[ößlich abgeschnitten und von selbst drängt fich die Befyrchtung Jus, daß die Bauern schon aus Dankbarkeit gegen die ru111schc Regierung, die ihnen nicht blos das längst ersehnte Ctgcnthu/mj, sondßrn auch alle Menschen- und Bürgerrechte verliehen hat, aus ihrer insherigcn passiven Haltung heraustreten und dem Ausstande gcgßnub'er cine entschieden feindselige Stellung einnehmen werden. Daß diese Bestirchtung nicht ohne Grund ist, zeigt dir unizcheziere Jubel, mit dem die ländliche Bevölkerung dre Verkniidrgung der ihr verliehenen Rechte und Freiheiten überall aufge-nommen hat. Die Preßorgane der polnischen Revolutions- partee sprechen daher mit Widerwillen von dem die definitichösung der Bauernfrage [)Jireffendcn Ukas und hören nicht auf, die rusfisthe Rc'gierunß zu schxnahen und hinterliftiger Abfichten zu verdächtigen. Ste hezetchnen die plötzliche und durch keine Uebexgangsmaßregeln vxrmittelte, Eigenthumsvcrlcihung als eine Kalamität für das Land, die einerseits den völligen Ruin der meisten Gutöbefißcr, andererseits die Erweiterung des sozialen Zwiespalts zwischen den Bauern und de'm'Adel noihwendig zur Folge haben müsse. Um daher den be- friedigenden Cmdruck- des Kaiserlichen Ukas möglichst zu paralystren, haben mehrere revolutionaireW0y1vodschafts-Chefs (so im Lublinsthcn mid Augustowschen) Aufrufe an die Bauern erlassen , in denen die Etgenthumsverlethung als eine der rusfischen Regierung durch die Noih des Yugenblicks abgedrungcne und darum nicht aufrichtig gc- mcmte Maßregel bezeichnet wird , die nie zur Ausführung kommen Werde, und nur den augenblicklichen Zweck habe, die Mitwirkung der Bauern zur Unterdrückung des Aufstandes zu gewinnen. Indem die Yang" darauf hingewiesen werden, daß die einzige Macht, von der Pc eme dguernde Verbeffcrung ihrer Lage erwarten könnten, die Ngttonql-chtcrung sei, und daß diese die Eigcnthumsvcrleihung be- reits beim BcZinn “des Aufstandes proklamirt habe, wcrden se auf- forßxt, das »hintcrliftigc Geschenk- der russischen Regierung zurückzu- weich und die Zahlung der ihnen auferlegten neuen Grundsteuer ezrtjchtedensu verweigern. Man wundert sich, daß die geheime Na- ttynal-RcZierung nicht schon einen solchen Aufruf erlassen hat, und Will aus_threm Schweigen schließen, daß sie entweder den unabläss- geii Versolgungen der Russen zum Opfer gefallen ist oder ihren Siß weit weg von Warschau verlcgt hat.
_ - 15. Mäxz. Die Nachricht von einer förmlichen Allianz 3101schkl1 dcr pol1n1chen, Ungarischen und italienischen ActionSpartc-i, 1111er ,vom »(Hlos wolny“, dcm Organe der polnischen Demokratie, bestaiigt. Nachdem dies Blatt in einem »die gegenwärtige Lage der polnischen "Sezchea überschriebcnen Artikel mit richtiger Würdigung der cmschlagltchen politischen Verhältnisse nachgewiesen hat, daß die von allen polnischen Parteien erstrebte Wiederherstellung Polens in YnGren-zen" von 1772 ohne die völlige Zertrümmerung der drei *«xéhetlungsmachte unmöglich sei und daß diese Zertrünnnerung nur die Folge des Umsturzes der bestehenden politischen und sozialen Oridnung C'uroyas, mithin eines allgemeinen europäischen Kriegxs, der zugleich ein Revolutionskrieg sei, sein könne, unterwirft es die' zu 71Min Weltbrande in Europa vorhandenen Zünd- ftZff.“ emer eingehenden Musterung und findet dieselben in dcr ßamsckydeutsckxn Verwickelung und in den nationalen Bewegungen 111 Deutschland, Polen, Ungarn und Italien. - Gestern wurde auf dem dxr verwitttveten Frau Gräfin Dzialynski gehörigen GuteTrze- bow, mi Kreise Posen, bei dem dortigen GutZVerwaltcr v. Brzcsfi, von Poiizei-Beamten aus Posen eine Revifion abgehalten, bei welcher außer einigenkompromittircnden Dokumenten der geheimenNational- Behörden der ProvinzPosen, eine nicht unbedeutende Niederlage von Uniformftücken fiir die Jnsurgenten aufgefunden und in Be- schlag genommen wurden. Die in Beschlag genommenen Gegen- stände, unter denen fich etwa 100 Mäntel, 150 Mühen und 50 Pa- tr-prastchen befanden, Wurden an die Polizei-Direction in Posen ab- ge ie er .
Warschau, 13. März.
. Die Thätigkeit deé hiefigen Polizei ist, seitdem alle höheren Polizeibeamte russische Offiziere sind, eine