1864 / 69 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Nichtamtliches.

Preußen. Berlin, 21. März. _Se; Majestät _d_er König wohnten gestern mit Ihrer Majestät der Königin dem Gottesdienst in der Garnisonkirche und der Einsegnung der Kadetten bei,_und empfingen später Sc. KbniglicheHoheit den 5Y_Ziin- zen August vsn Württemberg, den Finanzimmfter voti Bodelschwingh, den Ober-Ceremonienmeister Grafen StiÜfricd-Alcantära und die aus "München zurückgekehrte Deputation , den General-Zieutenant von Alvensleben 1., den Major von Dassel _un? den Lieutenant Graf Seckendorff. Später wohnten Se. Ma1estat dem im Börsensaale Veranstalteten Wohlthätigkeits-Concert bei und empfingen den Land- schafts-Direktor Freiherrn vo1i Zedliß-Neukircx). _ _

' Heute nahmen Se. Maxeftät die Vortrage des:““Gehennen Kabi- nets-Raths Wirklichen Geheimen-Ratbs JUairc und des Wirklichen Geheimen Ober-chierungs-Raths Cosicnoble entgegen, empfingen imBeiscin der Generale von Schack und von Alvensleben ]. dic Meidun- genderGenerale von Wussow, von Stcin111eß,von Kleist, von 390M- v. Reißenftcin, des Herzogs von Ratibor, des Fürsten von Lichnowsky, des Obersten Graf von der Goly und des Kaiserlich russischen Stabs- Rittmeistcrs Seniavine, empfingen ferner den Prinzen zu Heffen-Phi- lippstbal, den Königlichen Gesandten, Freiherrn von Wertbcrn, dcn General-Direkior der Museen von Olfers und den Obcr-Hbfprcdiger ])1'. Snethlagc.

- Ihre Majestät die Königin war gestern in dcr 1217811 Sißung des Wiffcnschaftlichcn Vereins anwesend. Das Familien: Diner fand zu Ehren des Gebrtrtstags des Prinzen Friedrich Kark bei der Prinzessin Friedrich Karl im Schlosse statt. Die Verwitt'wctc Großherzogin von Mccklenbnrg-Schwcrin trifft zur Bcgliickwiinscbung Sr. Majestät des Königs hier ein, zur Feier A(lcrhöcbstdcffcn Gc- burtstages morgen ein Familien-Dincr bei Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzesfin stattfinden wird.

- Privat-Korrespondenzen ans Gravcnstein tbcilen iiber das Gefecht vom 17. März vor Düppel nachträglich mit, das; außer 300 Gefangenen auch ca. 40 Verwundete in die Hände _unsercr Truppen fielen, denen auch die Aufgabe wurde, 60 todte 'DäUCU zu bestatten.

Gefangene sagen aus, daß in Schanze Nr. 2 das Blockhans bei der neulichen Beschießung so getroffen wurde, daß Offiziere und Leute verwundet wurden und das Blockhaus Zräumtcn («i. 8000 Schritt Entfernung). Dieselbe Schanze Nr. 2 wurde in dcr

Beschießung am 19. März übel zugerichtet; so traf unter anbcrn

cin 12pfündigcs Geschüxz das Blockhaus diescr Schanze "Mal auf Mal.

Nach Mittheilung von Gefangenen find die dänischen Bataillone- welche am 8. März bei Vcile kämpften; nacb Alsen iibergefiihrt, - und hier auch die dänischen Garden ausgeschifft.

- Nach einem Telegramm des Feldmarschalls von W ran gel von vorgestern Abend find im Laufe des vorgcstrigen Tages Jridcricia und das verstbanzte Lager rckognoszirt worden im Beisein des Kronprimzen, des Prinzen Albrecht Vater Und des Fürsten von Hobcnoncrn. Die dänischen Vorposten wurden bis zu den Jesinngöwcrken zuriick- geworfen, dic Pläße zu den Battericc-n ausgesucht. Der Feind feuerte lebbaft aus der Festung und aus Kauonenbootcn. Haupt- leute von Studniß und von Bülow Z. Gardc-Regimcnts, leßtcrcr leicht Verwundet, ein bis zwei Mann todt, 10 Mann verwundet. Der Verlust der Oesterreicber ist gering.

-Telegramm aus dem Hauptquartier Kolding vom 20. März "Abends. Die Batterie in der Nacht (19-20) fertig gebaut und armirt. Ein nächtlicher Qlquall des Feindes zurückgeschlagen. Hier- ,bei 1 Offizier (Lieutenant Von Sehapcr, Z. Gardc-Regiments J. F.) und 1 Mann tobt. * Von gestern Morgen um halb sechs Uhr an wurden Festung, Stadt und Lager von Jridericia beschossen. Sehr gut getroffen. Stadt an mehreren Stellen in Brand geschossen, feindliche Geschüßc benwntirt. Feindliche Feuer nur mäßig und ohne Erfolg. 1 Oeste1*reicher verwundet. Die Be- schießung wird fortgeseßt. Jhrc Königliche Hoheiten der Kronprinz, der Prinz Albrecht (Vater) und der Fürst von Hohenzollern wohnten der Beschießung bci.

- Bei dem Oberkommando der Marine ist die Nachricht ein- getroffen, daß nach dem ruhmvollen Gefecht vom 17. d, M. Seiner Majestät Schiff »Arconaa mit drei Kanonenbootcn am 19. d, be- reits wieder in See gewesen ist, um feindliche Schiffe aufzusuchen, ste traf indessen keins an; sämmtliche dänischen Schiffe haben die Jexxßischen Gewässer verlassen, so daß von einer Blokadc nicht die

e e ist.

- Die dänische Regierung hatte laut Bekanntmachung vom 15. Februar 7). J. zugesagt, die in dänischen Häfen mit Embargo belegten Schiffe derjenigen Staaten, welche ein Gleiches hinfichts dcr dänischen Schiffe thun würden, bis zum 1. April d. J. wieder frei _zu geben. Mit Rücksicht hierauf find nunmehr die erforderlichen “Anordnungen getroffen, um sowohl die in dänischen Häfen mit «Embargo belegten preußischen Schiffe, als auch die in preußischen «Häfen mit Embargo belegten dänischen Schiffe freizugeben.

- Der Contre-Admiral J a ck m a n n telegraphirt aus S wine.

inünde unter dcm-20. d. Mrs.:

-Englische Bark 'Renown-, Capitain Anderson, kommt so oben ein und meldet: Zwischen Moen und Rügen vom Linienschiff vSkioldc, Contre-Admiral von Dockum, angehalten, erhielt an Bord chpes§hen an sämmtliche Konsuln in Stettin, behufs Anzeige der B Oka e.

An Bord des *Skiold- 20 Todtc, die ganze Kajüte des Ca- pitains war zertrümmert durch 2 Granaten, welche in die Bag- pforten eingegangen waren.

Stettin, 19. März. Ueber das Seegefecht bci Rügen wird der »Osis. Ztg.- ein Gefechtsplan mitgetheilt, aus welchem fie JN. gendes wiedergicbt: Als beide Geschwader einander in Sicht kamen, formirtcn die 6 dänischen Dampfer auf der Höhe von Jaömund eine geschlossene Linie, in der Mitte das Adiniralsschiff (Fregatte) und das Linienschiff. Hinter dieser Linie sah man ferner zwei Dampfer, Von welchen der Rumpf unter dem Horizont verschwand. Die preußische Aufstellung war wie folgt: »Arconaa auf der Höhe des Prorer Wicks, »Ni)mphe« etwas näher dem Lande und die 6 Kanonenboote im Prorer Wiek. Nachdem der Angriff von preußischer Seite begonnen war, gingen die beiden mittleren Scisffc der dänischen Linie, das Admiralitätsschjff (Fregatte) Und das Linienschiff, schnell vor, zwischen die »Arconm und »Nympbca bim'iti, um beide Schiffe zu trennen. Dies Ma. növer gclang auch, so daß die »Arcoxww wenden und zitriickgcben mußte. Die "Nymphe wendete gleichfails, war aber gezwungen, den Rückzug dcr Kanonciibootc allein zu bsikcn. Die Kanonen- boote gaben nur einen Schuß ab und wenbcicn, da bci der zu be- dcntcndcn Ucbernmcbt an ein längeres Gefecht nicht zu 5811ko war. Die "Nymphe“ war dabei in dcr Prorcr Wiek ziemlich nahe unter Land gekommen und die Fregatte und das Linienschiff versuchten fie cinznschli'cßcn und konzentrirtcn beide ihr Feuer auf sie. Eiwa 700 Schüsse sind anf das kleine Schiff abgegeben (vom Linienschiff drci glatte Lagen), darunter 64 Treffer. Die »Nymphca war dabei sehr in Gefahr, da gleich zu Anfang des Gefechte?) der Schornstein zer- schossen und die Sclmelligkcit des Schiffes dadurch schr vermindert wurde. Die Dänen find oft getroffen, einmal brannte es anf dem Linienschiff; die Leute der "Nymphe“ feuerten rnbig Und fieber wie bei einer Schicßiibung. Dic »Arconau hat 2 Schaf; erhalten, der erste ibdtcte 2 Mann und verivnndctc 7, darunter Lieutcnanthrgcr. Fünf der dänischen Schiffe verfolgtcii bie »Mympbc“ und »Arconaa bis etwa eine 1x,- Mcilen vor Swinemünde, das sechste dänische Schiff blieb, wie man in Swinemünde glanbt, Schadens wegen zuriick. Hicrmii stimmt auch dicNachricht dcr »Stralsundcr Zeitung« aus Sagard, daß dem eincn dänischen Schiff das Bugsprict abge- schossen und daß in Folge davon alle Masten desselben gekappt wer- den mußten.

Holsiciu. Heiligenbafe n, 17. März. Die auf Fehmarn zu Gefangenen gemachten 108 Dämon 111154 Offiziere find beute mitcr preußischer Escortc bis Lütjenburg transportirt. Die von den Dänen zerstörte Fähre zwischeii dcm Festlaiide und Fehmarn ist [zer- gestcllt, so daß cht cine rcgcltmiszigc Postbcrbindnng mit der Insel wieder stattfinden kann, (Liib. Zig).

Schieswig. Aus Flensburg wird vom 18. d. gemeldet; Das Feuer auf die Diipplcr Schanzen hai wieder bcgomncn,“ man hört einc sebr starke Kanonadc.

Frankfurt «. NT., 19. März. Die oifizicilc Mittheilung iiber die Bitndcstagssixznng vom 17. März lautet: Der König- lick) bayerische Gesandte erstattete offizielle Anzeige Wii dem Ableben des Königs Maximilian 1]. und von der Thronbesteigung des Königs Ludwig ]1. von Bayern, worauf die Bunchversammlung ihr inniges Beileid bczcngtc und zuglcich ihre Segenswünschc fürdes regierenden Königs Majestät aitsdrücktc. Auch veranlaßte die Nach- richt von dem erfolgten Ableben des Großherzogl. 11iecklenburgischcn Gesandten, “Freiherrn von Bülow, Präsidium zu einem von der Versammlung getbciltcn, die Thätigkeit und die Cbaraftcr- Eigen- schaften des Verblichcnen chrcnd anerkcmienden Nachrufe.

Die geschäftlichen Verhandlungen bestanden in Erklärungen ein- zelner Regierungen über schwebende Angelegenheiten, in einem durch die im Jahre 1868 stattgchabte Musterung aller Btiiidcskontingente veranlaßten Beschluss und in der Dbtirung zweier Binidesfcstungen für ihreVerwaltimg und Unterhaltung im laufenden Jahre. (Jr.B-)

Württemberg. Stuttgart, den 19. März. Das heutige Büllctin lautet: Bei Seiner Majestät dem König Verlies dcr gestkige Tag erträglich, dagegen war die Nacht wieder schlaflos, unruhig, und fühlt fick) Höchstderselbe diesen Morgen sehr angegriffen.

(St. A. f. W.)

Großbritannien und Irland. London, 18. März- Gefteru als am Todestage der Herzogin von Kent, begab fich die Königin und ihre Familie in das Mausoleum bci Frogmoksr wo die Statue J. K. H. (in Guß, und in kurzem durch eine Marmor- säule zu erseßen), enthüllt ward. "

In der gestrigen Unterbaus-Sihung wünschte Lord Robert Monk iagu vom Premier zu erfahren, ob eine Wahrscheinlichkeit vorhanden sei- daß die vorgeschlagene Konferenz wirklich zu Stande kommen werde ,' ferner, wan"

,' verwickelt ist, die * [ich keine

* sollen , und Mr. Sianfeld's Benehmen für unvorsichtig. . werde man das Thema nun nicht Weiter verfolgen.

„_ Gerichtshofe _ Werther

*: das Haus der Gemeinen fick) beruhigen.

_ cey's Antrag genehmigen.

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und auf welche,r Basis die Unterhanizlungen beginnen würden? Lord al- mersko„n erwiedert: Ihrer Ma1est_ai Regierung hat, wie wohl beYnnt- Oxßerxetch und Preyßen .Vertyocht, m eine Konferenz zu willigen, und wir warten noch_ auf eme amtliche Antwort Dänemarks auf dieselbe Frage. Wir haben jedoch guten Grund zu glauben, daß Dänemark in die Kon-

erenz willigen Werde, 051V0hl wir noch keine amtliche Mittheilung in diesem

: Sin" erhalt?" haben._ Was die von dem edlen Lord gegenüber erwähnte , Bafis _. uti 905510605 -;1nbelangt,so bezieht fie fich eher auf einen Waffen-

illstand als eine Konferenz. Was wir vorgeschlagen haben, ist Folgendes da

_ es fich unmöglich gezeigt hat, die betreffenden Theile zu einem Waffenstill-

and unter Bedingungen zu Vermögen, die Aussicht auf beiderseitige An-

. nahme gehabt_hättcn, so haben wir eine Konferenz ohne Waffenstillstand ' vorgeschlqgen tm Vertrauen, daß, i_vcnn erst die Konferenz beisammen ist, ein _ Waffenstillstand die erste Frage sem Werde, mit der sie sick) zu bLschäftigen

aben_w:rd. Welches die Basis sein wird, bleibt natülich ein Gegenstand für die nachhertge Erwagung; aber wie ich dem Hause zu verstehen geben

; möck)1e,_|c[)en die Dinge jeizt so,_ daß wir Grund zu hoffen haben, das; wir ; die dänische Regierung dahin brmqen werden, in die Konfexenz zu wiUigen.

Lord J. M a n n e r s bemerkt, cs séi im schwedischen Parlament gesagt worden,

daß die dem englischen Parlament biSher vorgelegten Papieredcn Stand der Dinge ? jnBezug auf das LlyfiretenSchwedens nichtvollständigdarlegcn. Erfragedaher, ob nicht "LUS Schriftstücke, die auf Schwedens Vorschläge vom Februar ein Licht ] werfen könnten, werden vorgelegt werden? die Vertheilung der leienstückc baldmöglichst nach der Vertagung Über ' Ostern stantfinden werde. _ Das Haus soll, laut Tagesordnung, ins Sub-

Mr. Layard versprichi, daß

sidien-Comiié gehen, da erhebt fiel) der konservative Sir H. Stracey

' und stellt folgenden Resolutions-Aiitrag: »Das; die Von dem französischen , Staatsprokurator im Verlauf des Greco-Prozeffcs gemachte Angabe, wodurch

ein Mitglied dieses Hauses und der Regierung Ihrer Majestät in das Kom- plott zur Ermordung unseres Lllliirtcn, des Kaisers der Franzosen, ernstliche Erwägung dieses Hanses v2rdient.« Dcr Baronct vcrfichert, daß er gegen Mr. Stansseld persön- fcindseligen Gefühle ()ege. Aber die Llntecedentien des ehrenwerthen Gentleman, der 311110 1857 Und 1858 in einiger Beziehung zu

den Plänen Tibaldi's und Orsini's gestanden habe, gäben ihm kein Recht, x der Behauptung des französischen Staais-Prokumtors im Tone gekränktcr . Unschuld enigcgenzuiretcu. Und das Verhalten der englischen Regierung . in dieser Sache zeichne sch auch nicht durch englische Gradheit aus, sondern werde nur die Mißachtung erhöhen, in dcr England jeyt im Lluslande stehe. . Steinsfeld wiederholt darauf seine f1üheren Erklärungen, hinzufügend, * daß er heute zum ersten Male von seinen Beziehungen zu den Tibaldi- und ? Orfini-Attcniatcn höre.

Er sei niemals Kasfirer des Tibaldifonds ge- wesen, und ein solcher Fonds sei gar nicht gesammelt worden. Er gebe zu, daß er die Erlaubniß gegeben habe, seinen Namen auf Banknoten zu sech, die , wie er geglaubt, zur Aufrichtung

, eines freien und einigen Italien, aber nicht zur Unterstüyung von Meuchei-

mördern, gebraucht werden sollten; aber auf Freundcsrath habe er seinen Namen von jenen Noten wieder streichen laffcn. Eben so räume er ein, daß er, gleich anderen englischen Freunden Signor Mazzini's, dcm lchteren gestattet habe, sich scineBricfc unter dem Namen M. Fuori an sein_e (Stan- feld's) Privatwohnung adresfircn zu lassen. Allein Signor Mazztm habe

, dafür gesorgt, daß keine Briefe der Art mehr ihm ins Haus kämen, Lord

H. Vane hält diese Erklärung für Weniger befriedigend, als fie hätte sein Hoffentlich jedoch Lord H. Lennox

sagt, daß in Frankreich eine lebhafte Aufregung wegen dieser Dinge herrsche,"

" nur die starke Hand des Kaisers verhindere Aufwallungen und Kundgebun-

gen, welche das freundliche Verhältniß der beiden Länder gefährden wiirden.

Mk.II. Taylor gesteht, daß auch er seine Adreffe dem Signor Mazzini zii"; Verfügung gestellt habe, und er bedauert, daß das Haus der Gemeinen sich “* von einer reactionairen Partei zum Träger ) machen lasse. _ _ ._ gierung Erklärungen schuldig sei, und fragt Lord Palmerston, ob er 1olchc * Erklärungen gegeben habe oder zu geben beabsichtige. . ist der Ansicht, _ ] "seien, und sagt", Ihrer Majestät Regierung habe über den_Vorf_al1 gar ixme - Mittheilung an die französische Rxgierung gerichtet, WUl es ihrer Wurde

ihrer elenden Verlcuiiidungen Sir J. Pakinqion denkt, daß man der französi1cbcn Re- Lord Pal1n_cr_fton daß Mr. Stanßfeld's Erklärungen vollkommen befriedigend

unangemessen gejvesen wäre, von dem, was in einem fignzöfijchen vorgegangen ist, Notiz zu nehmen: Nachdem 1e1n_ ehxcn- (Stansfeld) alle Kenntniß der revolutwnaixen

Flüchtlinge in Abrede gestellt habe, durfe Mr. DiFraeli erklärt sich _sehr lebhaft gegen diese Aenßerungcn dcs Premiers," vondem Minister eines großen Landes sei es unwürdig, fich gegen eine befreundete Machi m solcher Wejse zu benehmen. Das Haus möge seine Ehre wahren und Stk H. Sira- Mr. Brig ht erklärt, das Benehmen der Opposition

Freund

Pläne italienischer

sei einer großen Partei unwürdig. Selbst wenn er zu den hungrigsten Stellen-

, jägern der Opposition gehörte, würde er fich schämen, den Ruf und die Zukunft

des jüngsten Mitgliedes der Verwaltung anzugreifen. Lord R. Ce_cil denkt, das Haus müsse über die fträfliche Unklugheit Mr. Stansfeld's fernen Tadel Wssprechen. Der Schaßkanzler erwartet, daß das Haus dem Ehrenwort eines unbescholtenen Parlamenismiigliedes Vertrauen scheiiken werde._ Nock) einige andere Mitglieder sprechen, worauf der Antrag niit der geringen Majoritäi von 10 Stimmen - mit 171 gegen_161 -- verworfen wird. Lord P a lmerst on ersucht das Miiglieb fur LiSkeard (Mr. OZbornx) seine auf heute angemeldete Besprechung der damich-deutschen Angelegenheit

. bis nach Ostern zu verschieben. Es wäre ungelcgen, ja dem Staatsintereffe nachtbei-

lig- Wenn die Erörterung jeßt siaiifände, wo das Haus mit dem Stande der Un- “tekhandlungcn nur unvollkommen bekanntsei. Mr.BOsborne: DaJHaus Wird, denke ich, kaum der Meinung sein, daß d_er edle Lord genugende Gründe für die Verschiebung angeführt hat. Wenn lch den edlen Lord recht

Verstehe, so gründet er sein Ersuchen auf den Umstand, daß Konferenzen auf *

Ueber diesen Punkt denke ich nun Ick halte diese Konferenzen mehr be-

dem Punkte seien, eröffnet zu werd_en._ anders als manche ehrenwerthe Mitglieder. _ ohne Waffenstillstand für ein parlamentarisches Manöver,

stimmi_ zur Unterhaltung der Leute an der Themse .ais . zum Vortheil xür 'die Leute an der Eider. Da ich diese Auficht' habe,“. ,da ich ganznutid gar nicht der Politik beistimme, welche der -odle Lord gegen die _ungluckltchen Einwohner des Herzogthums Schleswig-Holstein verfolgt," .der 1ch_ glaube, daß dies Volk durch einen von dem edlen Lord an der Spi e gcjchaffcpen unrechtlichen und ungerechten Vertrag geopfert worden ist, Lo werde ich bei dieser Gelegenheit nicht nachgeben, außer wenn andere ehremvernthe Gentlemen mich dazu veranlassen. Wenn der edle Lord sagen konnte, daß er mit Hülfe der Geheimihuerci, die er vorschlägt, 1131 Staydc sein werde , eincn dauernden Frieden zu stiften, dann konnte ich mit gutem Gewissen nachgeben. Lord Palmerston: Unser Wunsch ist es natürlich, einen dauernden Frieden zu stiften, aber ich kann unmöglich voraussagen, welches Ergebniß die beabfichtigten Unterhand- lungen haben werden. Mr. Kinglake: Will der edle Lord die Basis der Konfereiiz angeben? Lord Palmerston: Ich habe schon gesagt, daß wir iioch _kemc amtliche Rückäußerung yon der danischen Regierung haben.

ist_ nur daher auch unniöglich, zu sagen, welche Bafis angenommen werden zvxrd. Mr. Disraeli glaubt, daß es am Ende kaum thunlich sein werde, m_ der [eßien Nacht vor der Vertagung über Ostern die dänische Angelegen- heit nach _Gebuhr zu erörtern. Mr. Osborne erklärt sich darauf bereit, seine Motion bis nach Ostern zu verschieben.

_ -- 19. Miirz. Nach den einstweilen getroffenen Bestimmungen Wird bee _Majestät die Königin und ihre Familie bis gegen den 21. April»- in Windsor bleiben, um fich dann zu einem dreiwöchent- ltchen_Aufenthalt auf die Insel Wight zu begeben, nach dessen Ablauf fie Wieder auf einen knrzen Zeitraum ihr Schloß in Windsor be- suchen und darauf in die Hochlandc nach Balmoral überfiedelu wird.

Dem Unterstüßungsfonds für die Nothleidenden in Sheffield (welcher durch allseitigc Beiträge schon auf die bedeutende Höhe von 19,000 Pfd. St. gesiiegen ist) hat die Königin die Summe von 200 Pfd. St. zugejvandt. Das begleitende Schreiben, welches in thrcm Auftrage abgefaßt und an Hrn. Rocbuck als ein Mitglied des _Untcrftiißungscmnité's gcrichtet ist, drückt zugleich die innige Thetlnahme und das Mitgefühl Ihrer Majestät mit den Unglück- lichen aus.

-- In der gestrigen OberhauZ-Sißung ersuchte Earl Russell den Ear[_von Ellenborough, die auf diesen Abend angemeldete Erörterung. der däniichen Angelegenheit zu verschieben. Politische Rückfichten - sagt er - lassen es wünschenswerth erscheinen, daß in diesem Augenblick keine Diskussion darüber ftatifinde. Erstens habe ich jeyt einen weiteren Theil der diplomatischen Korrespondenz über die Frage vorzulegen. Zweitens hat jüngst “ein Schriftenwecbsel. in Bezug auf die vorgeschlagene Konferenz und Waffenruhestaiigefunden, und ick) habe gute Gründe, zu hoffen, daß die dänische Regierung auf den Konferenzvorschlag und in diesem Falle auch auf den WaffenstiU-stand auf der bewußten Grundlage eingehen wird. Aber da die Sache noch nicht ganz unzweifelhaft entschieden isi, so könnte eine Erörte- rung von den Beibeiligten falsch aufgefaßt werden und den Erfolg dér Un- terhandlungen gefährden, ist also nichts weniger als wünschenswerth. Der Carl von Ellenborough: Ich kann unter diesen Umftänden die Verant- wortlicbkeit eincr Diskusfionsanregung nicht auf mich nehmen. Zugleich kann ich aber nicht die Meinung des edlen Lords iheilen, daß eine Dis- kusfion nachtheilig wirken würde. Ich fürchte im Gegentheil, daß fie küns- tig zu spät kommen dürfte, um voriheilbaft zu wirken. Der Carl von Desart äußert fick) mit einigem Unmuth über die stereotype Aquede mit den »nicmals endknden, stets beginnendena Unierhandlungen. In demselben Sinne äußert sich Lord Stratford de Redcliffe, der das Zustandekom- men einer Konferenz, für die fich allem-Anschein nach eine Unterhandlungs- basis sehr schwer finden lasst, fiir äußerst problematisch hält. - Nach einem Gespräch über die föderalistischen Soldaiénwerbungen in Irland, die zu einer gerichtlichen Verfolgung mehrerer Individuen geführt haben, beringt sich das Haus bis Dienstag, den 5. April.

Jm Unterhause fragte gestern Mr. Bernal Osborne den edlen Lord an der Spiße, ob Ihrer Majestät Regierung Grund habe zu glauben, daß die Stände der Herzogibümer von Holstein und Schleswig die durch den Londoner Vertrag von 1852 beabsichtigte Erbfolge genehmigen werden? Lord Palmerston erwiedert, die Regierung habe keine gewisse Kenntniß davon, daß die Stände versammelt werden sollten. Cr wise, daß der Zusammeniriit der Stände in einem Theile“ Deutschlands gewünscht werde. (Mr. Osborne: »In ganz Deutschland!:) Aber, wenn auch eine legale fie einzuberufen befugte Behörde vorhanden wäre, so gestehe er, nicht zu wissen, was fie zu thun hätten, wenn fie beisammen wären. Mr. Os- born e: Ist der edle Lord etwa der Meinung, daß jene Herzogthümer kein Recht auf eine Ständeversammlung haben? Lord Palmerston: Ich verstehe die Frage nicht recht. Die Herzogthümer haben Stände, die von einer kompetenten Landesobrigkeit einberufen werden können. Ich glaube jedoch, es herrscht ein Zweifel, ob irgend eine kotiipetente Landesobrigkeit gegenwär- tig vorhanden ist. Mr. B. OZborne: In Folge des Vertrages von 1852. Lord Palmerston: Der Vertrag von 1852 hat mit der Sache nichts zu. schaffen. Holstein und Schleswig find jeßi von fremden Mächten befehl, Die Autorität des Landesherrn der Herzogihümer ist durch jene fremden Mächte suspendirt und es fehlt jeßi, an einer Behördß, welche die Ermächtigung hätte, die Stände einzuberufen. Str _Harxy Verney bemerkt, da in Bezug auf Schleswig uiid Holßem kein Schritt gescheben sollte, ohne die Meinung des Volkes tt_t geseßltchex und verfassungsmaßiger Weise zu befragen, so wünsche er z„u_wtffen_,_ ob dre Einwohner der Herzogihümer nicht durch eine verfassungsmaßige Meinungs- äußerung ihre Stände selber geseßlich einberufen kötxnten? _Lord _Palm erston erwiedert, daß dies eine politische JraZe sei, auf di? er mcht _emgehen kbnne. Sir H. Verney fragt, ob der edle ord nicht ivtsse, dqß dte Herzogthumer laut der Verfassung Dänemarks auf demselben gonstituttonellen Fuße stehen,- wie die dänischenStände? Und da man dem Rt srbad die neuePerfassung, zur Genehmigung vorgelegt, ob es nicht kbmpetent set, dieselbe Genehmigung von den Ständen von Schleswig und Holstein zu verlangen? Lord Palmerstow