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ier ein etroffen. Der Prinz Napoleon wird am- 8. seine Rückreise Yntreten? der König von Holland alsbald! nach der Hauptstadt
kommen. _ Belgien. Brüssel, 5. April. Der Senat hat herrte sernr Sißungen wieder aufgenommen *.*,"d. der Furftvaon Lrgne br: diesem Anlasse seine bereits" angekundtgtcn Aufqurusrrgeir uber die Minister-Krifis erthcilt. vÉr babe dcn „Auftrag des. Königs, so ww die Bitte einiger Mitglieder der kaiholtschen Partei arrs'detrr Adge- ordnetenhause, fich an die Spive eiiies Uebergatigs-Mnnfter1ums zu stellen, deshalb ablehnen müffen, weil er Unterstutzung niir von dezr Gegnern des gegenwärtigen Kadinetsi habe erwarten durfc11;_'D*ic Politik dieses Kabinettcs aber zahle thn selber zu ihren gemaßrgten
Anhängern“. (Köln. Z.)
Großbritannien und Iriand. „ Lo_ndori, 5. April. In der gestrigen Sißung des Uniery'auscs zeigte xzchr Pcaconckc' an, daß er zu der von dem Mitgliede fiir Lereard (B. Osborne) angekundigten Motion als Verbefferungsantrag die Reyolutton bcazrtragen werde, daß, das Haus die Politik, zu der Ihrer Majestät Regierung iir!) bekannt habe, dtkltge, daß es nämlich damit einverstanden ici, das; die Regierung dewVertrag vdn 1852 aufrecht halte und die dänische Regierung auswrdere, dre in den Jahren 1851 -- 1852 an Oesterreich und Prrußen gegebe- nen Versprechen zu crfüUcn,“ daß aber das Haris 1cme Meinung über die Art, wie jene Politik betrieben worden tei, fich vorbehalie. Hr. Osborne: Ich wünsche an den edeln Lord an der Spiyc drei Jrggrn zu richten: 1) ob alle Unterzeichner des Vertrages_ von 1852 eitigrwtlltgt haben, die vorgeschlagene Konferenz über, die dc'iniichen Yngeiegerihcrten- zu bcschicken; 2) ob auch der deutsche Bund emen Vertreter zur Konferenz ien- den will,“ 3) ob für die Konferenz irgend eine Grundlage festgestellt und ob ein Waffenstilistand angenommen ist. -- Lord Pa_1111er1ton:„Lllie Unterzeichner des Vertrages von 1852 haben darein gcwiUrgt, die Korrßrexiz zu beschicken. Auf die an den deutschen Bundestag" ergangene (éxlnla- dung ist noch keine Antwort erfolgt. Die vorgeichlggcne Konferenz. basis ist das Bestreben, den europäischen Frieden wieder herzirsteucn Wir haben es nicht für wünschenswerty erachtet , jene Punkte, die. 7119|“sz von der versammelten Konferenz selbst zu erwägen sein werden„ iin voraus festzustellen. Ueber einen Waffenstillstand hat man sich nicht geeinigt. Hjcr. auf erhob sich Hr. Stansfeld, nicht mehr von einer der amtlichen Bänke, und sagte: Ich biiie um das geneigte Gehör des Hauses, da ich _eine per- sönliche Erklärung abzugeben herbe. Seit der [213th Siyung habe ich einen Schritt gethan, den der Play, auf dem ich hier mich niedergelaffsn hch, genugsam andeutet. Ich habe es für meine Pflicht erachtet, dem edlen Lord an der Spiße meine Entlassung zu übersenden Dai; Haus wird sich erinnern, daß ich dies schon früher gethan und daß der edle Lord es damals abgelehnt hat, meine Entlaffung anzunehmen. Ich danke dem edlen Lord für den unbedingten Glauben, den er meinen hier abgege- benen Erklärungen geschenkt, und ich danke ihm auch für den Muth, mii dem er sich meiner angenommen hat. Ich habe mich jedoch überzeugt, ich habe nach Allem, was ich gesehen, gehört und gelesen habe, Grund zu fürch- ten, daß ich fÜr die Regierung ein Element der Schwäche gewvrden bin, und ich kann unmöglich einer Regierung, die ich zrr unterstüßen wünsche, Verlegenheiten bereiten woÜen. Ich habe bei einer früheren Gelegenheit einen persönlichen Freund gegen eine Anklage in Schuß genommen, die ich für ungerecht hielt und noch für ungerecht halte. Ich war es Hthazzini und mir selbst schuldig, ihm zu erlauben, das; er selbst mit den Erklärungen iiber den Gebrauch, den er Von meinem Hause und meiner Adresse gemacht hat, öffentlich hervortrete. Dies ist der (Grund , warum ich meine lcyten Erklärungen erst nach dem Erscheinen von Mazzini's Schreiben an die »Timesa abgegebcn habe. Nun noch ein Wort über das, was ich mit Bezug auf Herrn Mazzini gesagt habe. Ich habe erklärt, das; ich, der ich ihn so lange kenne , jener gemeinen und verhaßien Verbrechen , die ihm zur Last gelegt werden, für unfähig halte," und ich wiederhole jeßt diese Erklä. rung. Lange habe ich eine sehr tiefe allgemeine Sympathie für das, was ihm Lebenszweck ist, für die Einheit und Unabhängigkeit Italiens, empfun- den. Wenn man mich fragt, ob ich stets die Methoden, die er von Zeit zu Zeit für die klügsten hielt, um seinem Ziele näher zu kommen, gebilligt habe , nun dann, Sir, muß ich die Antwort geben, die fich leicht erwarten läßt - nämlich, daß ich zuweilen mit ihm übereinstimmie und daßich zu andern Zeiten wohl denken mochte, seine Ansichten, ich meine seine praktischen Ansichten, seien weniger klug als sanguinisch. Aber dies ist nicht die Frage, die man im vorliegenden Falle aufgeworfen hat. DieReden der beiden französischen Staatsanwälte deuten mit Bestimmtheit darauf hin, nicht nur, daß Mazzini, sondern daß ich selbst, wenigstens durch eine Art von Mitwissenschaft, jn Verschwörungen gegen das Leben des französischen Kaisers verwickelt gewesen sei. Ich sage, daß jede Jnsmuation dieser Art eine Unwahrheii ist. Ich wußte nie etwas von der Existenz des Mannes Greco, noch kannte ich die Namen oder wußte ich von der Existenz irgend eines seiner der- meintlichen Mitschuldigen, bis ich, wie jedes andere Mitglied dieses «Hauses , durch die eitung von ihrer "Verhaftung hörte. Gehen wir zum Jahre 185 , zum Tibaldi - Prozeß , zurück. Ich “kann nicht gerade erklären, daß ich Tibaldi nie gesehen hätte," ich bin mir völlig unbewußt, Tibaldi je gesehen zu haben. Ich habe zu viele italienische
Flüchtlinge gesehen, um sagen zu können, daß dieser oder jener Mann mir-
vor Augen gekommen sei, oder daß ich mich all ihrer Namen emsmnen könnte. Massarenti habe“ ich sehr wohl gekannt,“ er wohnte in Hatton- garden und handelte mii Makkaroni und italienischem Backwerk. Er hat allerdings Geld von mir bekommen,“ ich bezahlte ihm nämlich, was ich bei ihm kaufte. Auch den im Jahre 1857 verurtheiltcn Campanella habe ich gekannt, er war ein Gentleman und ein Gelehrter, durch- aus unfähig, fich mit Schmuß der angedeuteten Art zu besudeln. Was beweisen die angeblichen von den französischen Bchördrn vorgebrachten Pri- vatbriefe? Nichts als was Jedermann weiß, daß ich“ seit langer Zeit in einem freundschaftlichen Verhältnisse zu Signor Mazzini stehe, nichts als daß ich gelegentlich eine geringfügige Summe zu mildihäiigen Zivecken ver-
wendet habe. -- Lord Palm crfton: Mein ebrenwerthcr Freund hat, wie.
er soeben erwähnt, mir schon früher seine Entlassung angeboten, und ich ersuchte ihn, im Amte zu bleiben“. DieseSmal jedoch hat er mir keine Wahl gelassen, Ich kann nur meine Ucberzeugung aussprechen, daß die Beweggründe, die ihn zu diesem Schritte bestimmten, ihm zur höchsten Ehre gereicycn. Ich kann nur das" tiefe Bedauern zu erkennen geben, welches ich und meine Kollegen dariiber empfinden, daß wir den amtlichen Beistand eines , “ranncs verlieren, der vcrmöge seines großen Talrnts, seiner unermüdlichen Thä- tigkeit und uncrschüttcrlichn Redlichkeit cin [).öchst schäßenswcrihes Mitglied der Verwaltnng war, und sich allen, die sich iciner Freundschaft zu erfreuen hatten, werth gemacht hat. Was die von ihm erwähnten Jnfinuationrn und Beschuldigungen betrifft, so kann ich nur sagen, daß ich gleich ihm fie mit Vcrachtungzurückwcise. Ick bin fest Überzeugt, so wie jeder überzeugt sein wird, der ihn edenso kennt, das; eine Theilnahmc an jenem niedcrträchtigen Trei- ben, welches ihm nicderirächiigcr Weise vorgeworfen worden ist, seinem Gc- füdle und feinem Charakter ebenso tief zuwider ist, wie irgend einem Manne in diesem Hause. Nicht nur dies, Sir,“ ich bin Überzcugi, daß mein chrcnwerthcr Freund auf das Wohlscin und die persönliche Sicherheitjcnes SOUVcrains, der über das französische Kaiserreich herrscht, ebenso hoden Werth legt, wieirgcnd ein Mann in diesem Hause, daß er eben so sehr, wie wir, erkcnnt, daß jener große Monarch bei vielen wichtigcn Gelegenheiten sich als ächten Frennd rind getreucn Bundesgcnoffcn Englands erwiesen hat, Und wir allr fühlen, das; seine persönliche Sicherheit und das Gedeihen seiner Dynastir nicht nur von höchstem Werthe fiir sein loyaics und anhänglichcs Volk, sondern eben so nothwendig fÜr die allgemeinen Jniercffcn Europa? sind. » Das Haus beschäftigt sich nacher im Substdicncomiié mit den Flotten- voranschlägcn und bewilligt eine Reihe von Posten.
Das lang erwartete Wcttschicßcn, um die Vorzüge des Whitworth'schen und Arrnftrong'schcn Systems zu erproben, hat gestern Nachmittag in S [)oeduryncß in Gegenwart der meisten Mitglieder des Zeugamtsaysschuffcs und einer großen Anzahl höherer Offiziere begonnen. Die Einzelheiten des Experiments werden für ert noch geheim gehalten. Man weiß UUL' ziemlich gewiß, daß jede? Kanone ein Minimum von 30110 Schüssen abfcuern wird. Das Experiment wird natürlich sich sehr lange hinziehen Und zwei oder drci Monate, wenn nicht länger, dauern.
- 6. April. 'In der heutigen Sitzung des Unicrhauscs kündigte Dillwyn für morgen eine Juterchatidn an, welche an die Regierung die Anfrage richten wird, Ob sie von der mrangckiin- digtcn Bombardirung Sonderburgs Nachricht erhalten, und die Auf- merksamkeit der preußischen Regierung auf dir Nothwendigkcit gc- richtct habe, den iiblichen Kriegsgcbräuchcn gemäß zu verfahren.
Gibraltar, 28. März. Die österreichische Fregatte »Radcykya ist gestern von Palma hier angelangt. Ebenso kam die dänische Brigg »Grrthca untcr Priscmnarmschaft auf dem Wege nach Triest deute an.
Frankreich. Paris, 5. April. Durch Kaiserlichcs Dekret vom gestrigen Tage, das der »Mdnitcur« heute publizirt, ist die Sesßon dcs gescygebendcn Körpers bis" zum 4. Mai verlängert wor en. -
Das Rektifikativ-Budgct pro 1864 führt außer den gestern er- wähnten ordentlichen Supplementar - Krediten im Betrage von 28,638,590 Jrcs. auch noch die außerordentlichcn auf, welche fich auf nicht weniger als 116813632 Frcs. belaufen. Zur Deckrrng dieser Summe sind an außerordentlichcn Mitteln nur 47,511,514 Jrcs. vorhanden, und zwar 56,681,581 Frcs. Uederschiiffc des ordent- lichen Budgets, 4,080,0110 Jrcs. chinesische und cochinchinefische Kriegs- cntschädigung, 2,540,286 Fred. Uederschiissc des außerordentlichen Budgets und 1 Miilion Frcs, von den zum Schuß gegen Ueber- schwcmmungcn artögcscßten 20 Millionrn. Es bleibt nnn noch ein Defizit von 47,511,514 Frcs, das durch die kraft eines Vertrages mit der mexikanischen Regierung im Laufe des Jahres 1864 ein- gehenden Entschädigungsgclder angeglichen werden soll. Von den oben erwähnten 111 Millionen außerordentlicher Supplementar- Kredite kommen allein 57,065,780 Frcs. auf das Kriegs-- und Z2,403,i*39 Jrcs. auf das Marine rmd Koloniecn-Ministcrium und nur 1,745,000Jrcs. auf die öffentlichen Arbeiten und 598,713 Frcs. auf das Departement des Innern.
Sidi-Kadur , der EidamAbd-el-Kader's, befindet sich seit einigen Tagrn in Paris und hatte eine Audienz bei dem Kaiser, um die erruckgabe seiner seit langer Zeit konfiszirten algerischen Befißungen zr: erbitten. Es konnte seinem Gesuche nicht wilifabrt werden, weil dtrse Br'fißungen seit nahezu 30 Jahren schon in zweite und dritte Hande ubergegangen sind, jedoch hat ihm der Kaiser ein lebensläng- ltchcs Jahrgehalt von 60110 Jrcs, auSgeworfen.
Spanien. Die Versammlung der Cortes ist bis zum 14. Mai vertagt. „_
Rußland und Polen. Von der polnischen Grenze, 5. April. Die Zuzüge aus Westpreußen haben Dimenfionen ange- nommeri, wie sie nicht zu erwarten waren. Sie begannen in der Nacht zurrr 25. 1). M. und es schien, als ob sie damals schon ihr Ende erreicht hätten, fie dauerten aber auch noch an den folgenden Tagen ert bis zum 31. In diesen 6 Tagen haben steh in den Kreisen Thorn, Strasburg und Löbau 4 Hauptzüge gesammelt und nach _der Grenze bewcgt: zwischen Schönsee und Gollub, Gollub und Strasbrirg, Strasburg und Lautenburg, Soldan und Neidenburg. chrr diescr'Zuge,.von denen zwei bcritten waren, zählte 80 bis 100 Zuzugler, sammtltch uniformirt undwohlbewaffnet. Nur einem,-
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dem in der Nacht zum 25. zwischen Gollub und Strasburg gesam- melten, gelang es, unangefochten über die Grenze zu kommen; die übri- gen hatten schwere Kämpfe zu bestehen , theils mit preußischen Pa- trouillen, thcils mit rusfischcn Kolonnen, die von ihrer Annäherung
schon vorher uutcrrichtet waren. Zwischen pr'crrßischen Patrouillen und Zuziiglerhaufen fanden ZWci Scharmiißel statt: am 29sien bei ,
dem Vorwerk Florencia und am Z1ften unweitSoldau. Jnerstercm fand ein Avantageur dcs 45. Jnfanteric-Regiments, der Sohn des verstorbenen Rechtsanwalts Neumann in Culm , seinen Tod durch eine Jnsurgcntcnkugel und ein Soldat wurdc verwundet; in lcßtercm wurden 2 Jnsurgrnten getd'dtet und Querwundct. Zahlreichaniur- gentcn wurden hier wie an andern Orten gefangen genommen. In den Kreisen Strasburg und Löbau wurden auch bedeutende, fiir dichisrrr- gentcn bcstimmte Vorräthc an Waffen, Munition, Artsrüsiungs-(Hegen- ständen und Lebensmitteln von Patrdnillen aufgefangen und in Beschlag genommen. Blutiger rmd entscheidender waren die Gefechte, welche die Jitsurgcnicn nach ihrem Grenziidcrgangc mit den sie erwarten- den russiscycn Truppen 31: bestehen hatten. Von dem Gefecht am 25. bei Lapithka habe ich bereits berichtet. Am 29. fand in der Nähe dieses Ortes, StraIdurg gcgcnr'ibcr, ein zweites Gcfcckii statt,
in welchem eine Jnsurgcntcn-Adthrilung von ca, 1170 Mann fast ;
gänzlich vernichtet wurde. Ein drittes Gefecht entspann fick) am 31. im Kreise Mlawa rmwcit des Dorfes Borowo, das rbcnfalls mii Vernichtung cincr Jnsrrrgcntcnschaar von ca. 91) Mann endete. Dic Flüchtlinge retteten sich auf preußisches Gewirr und suchten ihre Hei- math wieder zu erreichen. Die jvrftprcnßische ZrizriglicWegung ist also ungeachtet ihrer größeren Art:?dchmmg eben so wie die posensche als völlig gescheitert zn betrachtrn. Als dringerid vcrdächiigc 'An- siiftcr dcrsclden find .rnrhrcrc GutsbcfiYer und Geistliche in den west- prcußifthcn Grenzkrcisen, U. A. von Wylicki auf Niewicz, von Morawski auf Szrmmnowo, Propst Biriindki aus Wrock, verhaftet
“UND zur Untersuchung gezogen worden. (Osts.=Ztg.)
Srixwedru und JTIJL'WLQCU. Stockholm, 31. März. Zufolge Gcneralordrc sollen 7 Dampfkanonensthakuppcn, 6 Bomben- fandncnschaluppcn, 8 KanoncnjoUen Und 2 LandungSkandnenschalup- pen mit zusammen 795 Mann Besaizung demnächst iiber die schwe- dische Küste rwrihcilt werden. - Zur Erleichterung des direkten Posi- verkchrs wird binnen wenigen Tagen eine tägliche Dampfschifffahrt zwischen Gothenburg und 33116 ins Leben treten.
Christiania, 2. April. Die Fregatte »Kong Svcrrc“ und die Dampfkanoncnböte "Gldmmcna und »Ldugcn- werden zum Dirnftc nach näherer Ordre ausgeriistetmnd das AUSlaufen des Ca- dettcnschiffcs »Staatsrath Erichscna wird eingestellt. Ferner werden dir Korvette »Nidaroso: UND die Dampfkanonenböic »Sarpcna und »Rjukand- zu gleichem Dienste von Beginn des Mai ab arrsgerüstei, und fiir die gleiche Zeit wird auch die Fregatte »Sr, Olaf- zum Dienste fertig gehaiten.
Dänemark"". Kopenhagen, 4. April. Das Ober-Kom- mando meldet unterm heutigen Tage 10 Uhr 45 Min., daß im Laufe der Nacht nur ab und zu einzelne Schüsse gegen die Stadt Sonderdurg und die Düppclsicllung gefallen find. Auf der Vor- postenlinic haben zu verschiedenen Zeiten mehr oder minder heftige Allarmirnngcn stattgefunden, indem bald starke Tiraikieurkctten, bald einzelne Patrouillen unsere Vorposten und die Besaßung dcr Schüizen- gräbcn angegriffen haben, aber fich nach einigem Kampf wieder zu- rückzogen. Dem 10ten Regimemt find 2 Mann getödtet. _
In Sonderburg ist der Brand in diesem Augenblick gelöscht.
Vor Fridericia ist seit gestern nichts vorgefallen.
Von der Tclegraphemsiation auf Sondrrburg ist folgende Mit- theilung vom 4. April, 10Y Uhr Vormittags, hier eingegangen: Die Beschießung Sonderburgs hat seit heute Morgen 6 Uhr auf- gehört. Man kann annehmen, daß der dritte Theil Sonderburgs abgrbrannt ist und viele Häuser find außerdem von den Granaten in einem weiten Umkreise um das Centrum der Stadt getroffen worden. Es brennt noch an mehreren Stellen. Das Rathhaus ist “niedergebrannt. Von Diippel hört man nur einzelne Schüsse und in geringerer Zahl als gewöhnlich.
Das Kriegsminisicrium fordert die öffentlichen Blätter auf, nichts von dem Schaden zu berichten, welchen die feind- liche Beschießung an unseren Festungswerken und un- serem Geschüß anrichtet, auch nichts iiber die Anftalten zu veröffentlichen, welche wir treffen, um den Schaden auszubcssern.
»Fädrelandet-c will wiffen, daß unser Minister des Auswärtigen Ouaade und höchster Gerichts-Affessor A. F. Krieger am 7ten d. nach London zur Konferenz abreisen. Außer diesen Beiden wird Däneinark auf der Londoner Konferenz noch durch unseren Gesandten in London, Kammerherrn Torben Bille, repräsentirt sein. „
In der unmittelbaren Nähe von Horsens zeigten nch am 1ften d. M. österreichische PatrouiÜen, jedoch kehrten dieselben, be- gleitet von etwa 20 preußischen Husaren, alsbald in die Gegend von Veile zurück. Bei dieser Gelegenheit wurde der Befißer des Hofes Oerumgaard, Lieutenant Eckardt, in Haft genommen und 11ach Beile transportirt.
Amerika. Montevideo, 29. Februar. Der General Flores, der drei Tage lang vor den Thoren unserer Stadt stand, ohne dieselbe jed0ch anzugreifen oder von der Garnison belästigt zu werden, hat sich einige Vkärsrhe weit zurückgezogen, angeblich um Fourage für seine Kadallerie zu finden.
Buenos Ayrcs, 25. Februar. Die politische Lage hat fich wenig verändert. Die Dcpuiirienwahlcn fiir den National-Kongreß find ruhig vorüber gegangen und giinstig für die Regierung ausge- fallen. (33, B. H.)
Asien. Die am 4, d. M. in Triest eingetroffene Ueberland- post bringt Nachrichten aus Kalkutta bis 11. März und aus Bombay bis 12. März,
Zn Umballah, Patna und Kalkutta wurden zahlreiche Verhaftungen unter den Modammedancrn wegen hochrerrätherischer Verbindungen mit den Aufständischen an der Nordwcsigrenzc vor- genommen. Agenten der 110rdamerikanischcn Bundesregierung wer- ben unter den britischer: Matrosen in Kalkutta. Der italienische Abgesandte Bonhommc ist auf dem Woge nach Bokhara zur Be- freiung der dorr gefangenen Italiener in Bombay angekommen. Zwischen der britischen chirrimg und jener von Nepal ist wegen Festnchmung zweier britischer Uiitcrthanen auf britischem Boden durch die Regierung VON Nepal ein Konflikt entstanden.
Jelcgr apdiscdr Dex rscdc 71 aus DCM W o [fischen Telcgrapbrn-Birreau.
Paris, Donnerstag, 7. April, Morgens. Der heutige »Mo- UiicUrn meldet, das; nach Berichten aus Miramare dcr Erzherzog Max die mexikanische Depritatidn nächsten Sonnabend empfangen und am folgenden Sonntage nach Mexico abreisen wird.
Naiional-Dank.
Der am 21. October 1863 in Berlin verstorbene antier Eduard König hat in seinem Testamente vom 29. Januar 1856 dem National- Dank für Vertrauen die Summe Von zweihundert Thalcrn vermacht, welcher Betrag an die Stiftung bereits gezahlt worden ist. Dieser Akt der Wohl- ihätigkeii des Herrn xc. König wird hierdurch dankbar zur öffentlichen Kennt- niß gebracht.
Jnvalidenhaus Berlin, den 6. April 1864.
Der Präfideni des Kuratoriums drs Naiional-Danks für Veteranen. von MaliSzewski.
-- Von dem Eiscnbahn-, Post- und Dampfschiff-Cours- buch, welches nach den Materialien des Königl. Post-Cours-Biireaus in Berlin bearbeitet wird, ist im Vorlage der Königl. Geh. Oder-Hofbuch- druckerei (R. r. Decker) für dieses Jahr die zweite Ausgabe erschienen," die dritte wird Anfangs Mai veröffentlicht werden. Bei der großen Verdrei- iung, wclche dies Vadcmccum dcs reisenden und geschäftstrcibenden Publi- kums gefunden hat, darf der reiche und korrekte Inhalt desselben als all- gemein bekannt vorausgeseßr wcrden.
-- Der amtliche Bericht über die Industrie- und Kunst-Aus- stellung zu London im Jahre 1862, erstattet nach Beschluß der Komk missarien der deutschen Zollvereins- Regierungen, welcher im Verlage der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R. von Decker) erscheint, geht feiner Voklendung entgegen, indem bereits zwölf Hefte desselben vorliegen. Die weiteren Lieferungen dieses Berichts werden in kurzen Zwischenräumen folgen. Mit dem leßtcn Heft wird eine einleitendeUebersicht und ein alpha- betisches Register über den ganzen Bericht ausgegeben werden. Von den vorhin erwähnten zwölf Heften find die drei lthen im Laufe dieses Jahres crschienenx sie enthalten und zwar Heft x.: die 18. Klasse (Baumwollen- stoffe), 19. Kl. (Flachs- und Hanfsioffe), 20. Kl. (Seide und Sammet), 21. Kl. (wollene und gemischte Waare), Hefixlx 28. Kl. (Papiere,Papier- und Papparbeiieri , Schreibmaterialien, Buchdruck und Buchbinderarbeitenö. 36. Kl. (Toilxitenkasten, Nezessaires, Reisetaschen, Neisekoffer2c.),' Heft )(11.: 6. Kl, (Wagen), 32. Kl. (Stahl und Stahlwaaren), 33 Kl. ( Arbeiten in edlen Metallen , Nachahmungen derselben und Juwelier-Arbeiien). - Diese ein- fache Inhalis-Anzeige der genannten drei Hefte deutet wohl schon an, wie umfangreich die hier vertretenen Interessen der Industrie auf Verhältniß- mäßig geringem Raume sich gestalten. Daß ein solcher von fachkundiger cher ausgeführter Bericht hinsichtlich der Ausstellung selbst einen Halipunkt und bleibenden Werth für jeden mehr oder weniger dabei Jnteresfirten e- wädrt, liegt wohl außerhalb jeder Kontroverse. Und deshalb läßt fich e- haupten: hat eine in gewissen Zwischenräumen stattfindende Gewerbe-Aus- stellung der industriellen Völker der Erde Werth und Bedeutung für den allgemeinen Weltverkehr, so ist ein-fich daran knüpfender Bericht der noth- wendige jedesmalige Abschluß fiir eine solche Ausstellung und die-Grund- lage für eine künftig folgende. _
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