1690
Univerütät zu Berlin. « „
Durch eine Zinsenvenncbrung von dem Kapitale der Beuth- Stiftung ift es »dem Senate hiefiger Königlichen Friedrich-Wilhelms- Universität möglich gemacht, dcm Testamente des Fräulein Elisabeth Beuth gemäß, vom 1. Oktober er, ab ein drittes Beuth-Stipendium in der Höhe von 400 Thlr. auf fünf Jahre zu verleihen.
Die Bewerber, würdige Studirende, müssen einer der vier Ja- kultäterx ,oder der hiessen. Bau-Akademic angehören, Bei der Ver- leihung" ift; dnrch das Testament den Nachkommen mehrerer in dem- selben bezeichne'ten Familien unbedingtes Vorzugsrecht gegeben, und in zweiter Linie soll den Eingeborenen“ der Vaterstadt der Erblasserin, Cleve, ein Vorzugsrecht zustehen.
Der Inhaber des Stipendiums ist verpflichtet, mindestens ein Jahr auf der hiefigen Universität zu studiren , die übrige Zeit kann er fich dem Studium auf einer anderen deutschen Universität wid- men, und das Stipendium auch nach beendigten Studien in der Zeit fortbezichen , die er zu seiner weiteren Auöbildung verwendet, bevor er ““ in eine selbstständige, mit einem Einkommen verbundene Berufsthätigkeit eintritt.
Die Bewerber haben sich vom heutigen Datum an innerhalb 3 Monate zu Melden.
Berlin, den 27. Juni 1864.
Rektor und Senat hiefiger Königlichen Friedrich-Wilhelms-Univerfität. » Trendelenburg.
Finanz : Ministerium.
Die Ziehung der 1. Klasse 130. Königlichen Klasscn-Lottcrie wird nach planmäßiger Bestimmung am 6. Juli d. J., früh 7 Uhr, ihren Anfang nehmen; das Einzählcn der sämmtlichen 95,000 Ziehungsnummern.aber, nebst den 4000 Gewinnen gedachter 1. Klasse, schon am 5. k. Mrs., Nachmittags 2 Uhr, durch die Königlichen Ziehungs-Kommissarien im Beisein der dazu besonders aufgeforderten Lotterie-Einnehmer Hemptenmacher, Lehmann und Gliier von hier, so wie Fränkel aus Gleiwiv, öffentlich im Ziehungssaal dcs Lotteriegebäudes stattfinden. '
Berlin, den 28. Juni 1864.
Königliche (Heneral-Loiterie-Direction.
Angekommen: Der Direktor im Ministerium des König- lichen Hauses, Wirklicher Geheimer Obcr-Jinanz-Nath von Obst- felder, von Kiffingen.
Nichtamtliches.
Preußen. Stettin, 25. Juni. Se. Königliche Hoheit der Kronprinz begab sich heute Nachmittag in Begleitung mehrerer Offi- ziere nach der Mädchen-Turnanstalt des Herrn Briet im Fort Wil- helm und hielt sich dort längere Zeit auf, wobei er fich iiber die Leistungen der Schülerinnen schr anerkennend aussprach.
Königsberg, 26, Juni. Das Regiment *(ironprinz von Preußen- und die Hälfte des ersten Küraffier-Regimcnts rücken am 27. d., M. nach der polnischen Grenze ab. Der eigentliche Stab der Regimenter bleibt hier zurück, der Stab des Grenzkommando's „jedoch wird unter dem Obersten des Regiments "Kronprinz- in Johannis- burg Quartier aufschlagen. In der Umgegend wird auch die 4. Schwadron unserer Kürasfiere stationirt werden, die 3. Schwadron kommt in die Gegend von Willenberg und Neidcnburg zu sehen.
„ - „ „ (K- H- Ztg-)
Da'nzig, 25. Jun:. Heute gingen ganze Wagenladungen von der Königlichen Werft zur Eisenbahn mit Ausriistungsgegenständen fürdie gekaufte, in Bremerhafen liegende Korvette, namentlich mit Kojenzeug; . per Eilgut ' ab, damit dasselbe gleichzeitig mit den aus- Swinemünde eintreffenden Besatzungsmannschastcn dort anlangt, Die Arbeitsttäfte auf der hiesigen Königlichen Werft wer- den noch innner vermehrt. Den auswärtigen Arbeitern, welche ein- geladen werden, auf derselben Arbeit zu nehmen, werden die gün- stigsten Bedingungen gestellt, so daß die gewünschte Zahl derselben wohl bald vorhanden sein wird. (Danz. Dampfb.)
Aachen„ 25. Juni. Sc., Excellenz der Herr Handelsminister Graf v. Jßenplitz, welcher vorgestern Abend über Düren" hier einge- troffen war, "hat gestern früh die Spinnerei des Herrn Kommerzienraths Gottfried Pastor mit großem Interesse inxAugcnschein genommen und *sich-'mit besonderer Theilnahm'e, naehzder Wirksamkeit der hiesi- gen Unterstiihungs- resp. Fabrifkassen erkundigt. Der Herr Minister
begab sich“ darauf in die biefigen Anstalten der Spicgelmanufakiur, .dereaninrichumgen'er besichtigte, _und fuhr später in Begleitung des Herrn Regierungs -Präfidenten Kühlwetter nach Stolberg, um die dortigen Etablissements kennen zu lernen. Sc. Excellenz kehrte gestern Abend “hierher zurück und besuchte heute die Tuchfabrik der Herren I. H. Kcssclkaul und später die Nadelfabrik der Herren (H. Privy. u. Co., um so die bedeutendsten Industriezweige unserer Stadt kennen u“ lernen. Der Herr Minister nahm diese Fabriken sebr eingehend m Augenschein, begab fich von dort in das neue von Herrn Rehm in Anlage begriffene Stadtviertel, später nach dem Templergraben, zwei entgegengeseßtcn Pnkten, wclchc bekanntlich in Vorschlag find„ um auf einem derselben die polvtcchnischc Schule zu errichten. Nach- dem der Herr Minister noch das Regierungsgcbäude besucht und dort s1ch die Mitglieder des Kollegiums hatte vorstellen (affen, fuhr er“ nach dem Altenberg, um die dortigen Galmciwerkc zu sehexrund von dort nach Eupen, von wo er heut Adcnd wieder nach Aachen zurückkehren wird.
Hannover, 24. Juni, Die Zweite Kammer debattirte gestern über dirMaßrcgel der Einfiihrung Königlicher P o l i z ci -D ir e c tio n e n in den größeren Provinziaistädten. Auf Antrag des Finanzaus- schusses, beschloß das Haus: »Ständc glauben, daß die Bcibshaltung Königlicher Polizci-Dircctioncn in verschiedenen Provinzialstädtcn nicbt crfordcrlich, indem theils der Landeskassc dadurch Lasten auferlegr wcrdexi, theils dadurch die Wirksamkeit der städtischen Behörden. beschrankt, theils endlich Konflikte Über die Kompetenz der städtischen Behörden und der Königlichen Polizeibehörden herbeigeführt werden.. Stande ersuchen daher die Regierung, ihnen über Verminderung der ZathönrgUcher Polizei-Directionen in den Provinzialftädten, so wie auch daruber bei dcr nächstcn Budgetvorlagc Mittheilungen zu mark)“), m wxlcher Weise die angedeuteten Kompetenzmrhältniffe in denjetitgen Stadien, in welchen die Beibehaltung Königlicher Polizci-- directwncn nothwendig erscheint, besser geregelt werden können.« Zugieich wurden die beantragten Gehaltserhöhungen für das bei den Königlichen Polizei-Dircctioncn in den Städten beschäftigte Personal- abgclchnt. *
In der b eutig en Sißung wurde dieVerathung der H y po t h c ken- Ordnungfortgcscßt und der erste Abschnitt des Gesches, 50 Para- graphen enthaltend, erledigt. Zn dann wieder aufgenommener Budget- bcrathung wurde der Etat für das Ministerium des Innern nach "den Antragcn deH Fmarrzausschusses erledigt. Für Waffcrbaukoften wurde für“ jedes der beiden nächsten Budgetjahre die Summe von 187,000 Thlr. ausgeworfen, daneben die Uebereinkunft mit Bremen wegen Correction dcr Unterweser genehmigt, indem die dafür erforderten Gcldmittei. 1111t.31),()0()Th[k11. pro 1864/ 65 und 25,000 Thlrn. pro 65/66 bethitZt wurden. Für Ausstattung der neuen im nächsten Jahre zu eronnenden Jrren-Anstalten zu Göttingen und Osnabrück wurde- die Verausgabung von 102,000 Thlrn. genehmigt.
. - 25. Juni. In der Deputirtcn-Kammer beantragte Miquel. die Artfhebung . oder Abänderung der Domainm-Ausscheidung. Der Jmanzmmtstcr erklärtexdie Annahme des Antrages gefährde- die Stellung des Ministeriums. Die Debatte wurde auf Montag: vertagx. (Tel. d. 33. B. H.) '
«Yamhrrrg, 23. Juni. Folgende Bekanntmachung des St- nats isi veronentltcht worden: 'Es wird hiermit bekannt gemacht, daß bet Cuxhaven zwci Strandbattcriccn errichtet find. Sobald» dieselben voilsrändig armirt und bcseßt find, was in wenigen Tagen geschehez) sem und sodann durch Aufziehen und Begrüßen dcr Öld- uuraltiatsftagge. kundgcgeben werden wird, muß jedes Schiff, wel- ches die Battcrtecn, während die Flagge auf denselben weht, passirt,- seine Ngtthnalflaggr zeigen, und chn es von einem Ordonnanz- boot nut Hamburgtscher Flagge angerufen wird, bcidrchcn, respektive“ atihalten, und den Weisungen, welche ihm ertheilt Werden, Folge leisten“. Nach Sonnenuntergang müssen die pasfirenden Schiffe die, gcscßltch vorgeschriebenen Laternen zeigen»-
- 25. Juni. Gestern Vormittag um 10? Uhr traf mit dem. Pcrsoncnzugc eme Abtheilung preußischer Pioniere Von 60ffizieren,- 160 Mann und 12 Pferden hier ein und begab fich Weiter nach- Altona. - Zn dreier Woche kamen täglich 100 bis 120 Mann Ersaßmanknschaften fur die prcußische Armee in Schleswig hier an,- wthend jeden Trag kranke und verwundete preußische Soldaten in. größerer oder geringerer Anzahl von hier in ihre Heimath beförderx. wurden. (H. N.)
7 Der Cuxhavcncr Telegraph meldet aus Cuxhaven von heute- Vormittag: Dcr »Radeßkya, vBlih- und »Basilisk-1 find wieder auf“ hter zurückgekehrt. (H. B. H.)
„Mecklenburg. Schwerin, 25. Juni. Zufolgc Großher- zoglicher Verordnung vom 6. d. M. fällt mit dem 1. Juli d. I. bei den mrcklcnburgischetr Postanstalten die Erhebung des Bestell- geldes für die Bestellung der Briefpostsendungen in den ordent- lichen Bestelitottreji fort. Das Bestellgeld für Jahrpostsendun- gen soll gleichzeitig stets mit dem Porto entrichtet werden , mithin.
“bei frankirten Fahrpofisendungen von den Ab'scndern, bei unfrankir--
ten Jahrpostséndungen von dem Adressaten. - Zur Pflege im Felde verwurzsdeter und erkrankter Krieger beabsichtigen der Gcncral-Major von Zulow, dcr Landschafts -Direktor Freiherr von Malxzan auf“
1691
Vollratbsxuhe, der Geheime Legations-Rath ])r', Prosch und der Geheime Hofrath Bartnmg einen Central- Verein für Mecklenburg ZU bilden 1917), haben dazii die ministerielle Genehmigung erhalten.
.HULLÉUW Aus Kiel, 23. Juni, läßt die »S.-H. Z,. sich schretbrnox HM Wgekommene Schiffer erzählen, daß ein großer Theil der. damschen Kriegsfiotte (circa 20 Schiffe) in den letzten Tagen zwrschcn. den sudltchcrcn dänischen Inseln und der holsteinischen Küste WUTUZMU gewesxn tft und daselbst gestern und vorgestern große Mrmover “„U'chfuhkt hat. Für den Fall des Wiederaquruches dcr Feindseligkcrieri nut deni 26. d. diirfte es nicht unwahrscheinlich sein, "daß d'est damschen Schiffe 3U11äch| eine Expedition gegen Fehmarn rmtcrnrhmcn, welches immerhin eine nicht unwichtige Position für die Dänen ist.
" Hcffctr. Darmstadt, 25. Juni. Die Erste Kammer der Staonde erledigte m ihrer heutigen 22. Sihung einen weiteren großen Thctl des Bxldgcts umd zwar im Resort Gr. Ministeriums der Finanzen. Die. von der Zweiten Kammer in Betreff der Revision der Etats gefaßten Vcschlüssc erhielten fast durchgehcnds die Ge- nehmigung der Kgmmer nicht; so insbesondere die Beschlüsse in "Betreff der Vcrmmdcrung des Personals bei dem Ministerium selbst, der Öbkkkckhmlngskammer, der Ohcr-Steuer-Dircction und der Oberforst- und Domänen-Dircction, so wie im Betreff der NUthÖUUZ der Ober - Bau - Direction , der Kammer = Anwalts- stellcn, dcr chtämtcr rc. Hinsichtlich der Rentämtcr wurde ein Er- suchen an Gr. Staatsregierung beschlossen, wonach Vorbcrcimngcn zm" Einzichnng der kleineren Rentämtcr und Vereinigung der Ge- “schäfte derselben mit anderen Verwaltungen odcr Vertheilnng dcr Functionen dcr Obercinnchmercicn in den diesseitigen Provinzen unter die betreffenden chtämtcr getroffen Werden möchten. - Zn Betreff des BÜUWMUZ beschloß die Kammer, die Regierung zu ersuchen, das Bauwesen der Gemeinden und Corporationcn diesen mehr als biIher, soweit thunlicl), zu iibcrlassen. (Darmst. Z,)
Frankfurt a. Mi., 24. Juni. Nach Vorlage von Stan- dcslistcn und Entgegennahme neuerer Berichte des Herrn von Beust erstattete in der gestrigen Bundestagsfißung zunächst dcr Militair- ausschuß Bericht über Leitung und Beauffichtigung größerer Trnppcn- transportc auf Eisenbahnen. Hierauf mrldcte Oldenburg seine An- sprüche auf die Elbhcrzogthümcr an, Unter Vorlcgrmg des Verzichts des Kaisers von Rußland zu Gunsten des Großherzogs und unter entschiedener Verwahrung gegen die Ansprüche des augusteubtirgischc1i Hauses. Die Vorlage wurde den Ausschüssen zugewiesen. - Baden ließ die Publizirung der in Nürnberg angenommenen Modi- ficationen zur deutschen Wechsclordnung anzeigen und Mecklenburg, daß es das incrausfuhrvcrbot erlassen. (Die bcziiglichc Erklärung von Hamburg ist immer noch im Rückstand). Bayern gab eine Er- klärungÜbcr die erhobene Beschwerde des Grafen Erbach, wegen an:. geblicher Verlcyung seiner standcshcrrlichcn Rechte, ab.
Die Erklärung, Welche der 01dc11burgischc Gesandte in der Bun- .dcstags-Siizung Namens der großhcrzoglichcn Regierung vorzutragen hatte, lautet wörtlich: „ _
Dcr hohen Bundes-Versammltmg ist bereits durch den Behoiliimchtigtcn dcs deutschc11 Bundes bei der Londoner Konferenz offiziell „die „Erklarung be- kannt geworden, welche der Kaiserlich russische Bev'oU-izmchtigt'e 11,3 der Sixziirrg der Konferenz vom 2. d. M. abgegeben hat, daß «c. Vigxesiat dcr Kurier von Rnßland, um eine Wiederherstellung des Friedens mdglrxhst zu cherch- 1ern, die bei dem Hinwegfaiicn des“ Londoner Tqutatcs Von 1852 Llilerhochsi- ihnen als dem Chef der älteren gottorpschcn Linie z'uftriyenden und im War- schauer Protokoll von 1851 für diesen Fall qusdritckltch gewahrten Succri- sionsrechie Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzogr von Oldenburg erdirt haben. Diese Erklärung haben Se. Majestäi der Kaner" Lllexarider dcmnachst auch dem Großherzoge selbst gegenüber in einem Allrrhochsten “Schreiben (1.11. Kissingen, den 19. d. M. bestätigt, vdn welchem die Großherzogliche Regie: “rung fich beehrt, eine Abschrift an dir hohe Bundcs- Versammlung hierbei gelangen zu (affen. _ „ „ 0
Nach reifticher Jnhctrachtr-*.ahnie, 1owohl der gegenwartxzen „age der schleZwig-holfieiuisckwn Angelegenheiten, als auch „der wahren Yiiiékeffé? .de gesammten deutschen Vaterlandes, haben Sc. Konichhe Hoheit der (38101,- herzog den erhabenen Zweck, vdn_ w'clchcni des Katiers von _Rußland Ma- Jesiät im Hinblick auf die SchwreriZkeiien einer darwrhafien “Wiederherstrllung des Friedens geleitet worden find, tn vollkommenstrr Wurdigung anerkiii'tklrn .müssen, und die Ccsfion der nunmehr, nachdem der Londoner Tertat hmtfa lg geworden ist, der älteren Gottorpsshen LWL ZUstehendcn Schcesilonékeck) L'Mf die Herzogthümer Holstein und Schleswig von dem allerhochstrn („hes leser 0“ ' . . enommen. „ VlmekiZiLenYrLFßhteÉzgoeYleichze Regieruxig, indem sie v_or Allem an die hohe Budri- 'des-Versammlung diese Anzeige richtet, gedrnkt nichts zu unterlaffen, "mmi“ Sr. Königlichen Hoheit, dem ersten Reprasentanirn der vom H„ejrxiog Zz) rr Friedrich Ludwig von Oldenburg abstammcndcn ]ungeren gottor. s )en tmc,
d' " nsre' te auf das Herzogthum Holstein und aaf „das erb- ;Tchiiiecth TchhLUnTselbeiih untrennbar Verbundene Herzogthum Schleswig geltend
,zu machen. . . . ' G sammt-
“ von einer anderen Lime drs schlxswig-holstemschen ?; hauseéeWhndiesofort nach dem Tode König Friedrichs 711. von Danemark “ ' ichen Erlöschen des Mannsstammes der
' retenen ('in [
ZWETTL derYrsYeämZittiie bci gdch hohen Bundesvcrsammlung 'erho'benden Successions-Ansprüche ist bisher die Großherzogliche Regierung "fleht m är 'Nothwendiqkeit gewesen, Widerspruch einzulegen, UNd fie hai "; "er;?eermseßbft deren Interesse als in demjenigen Deutschlands UUd 'de Herzog h"
cs unterlassen. Jn ebendiesem Interesse wird sie es fernerhin für ihre
Aufgabe halten, das nähere Recht der verschiedenen Zweige der goiiorpfchm Lime vor jeder anderen auf die Succession zu vertheidigen, seitdem dieses Recht, frei geworden von den Verpfiichtung'en des Warschauetkaotokolls und des Londoner Traktats, nicht mehr einer Trennung der Herzogthümer von Dänemark entgegensteht, sondern, übergegangen auf Se. Königl. Hoheit dcn Großherzog von Oldenburg, im Sinne der KaiseriichenCession dazu berufen is, die volle Unabhängigkeit der Herzogthümer unter einem deutschen Bundesfürsten und eine Wiederherftellung des Friedens mit Dänemark zu ermöglichen.
Es darf sich die großherzogliche Regierung eine Darlegung der schleswig- holsteinischen Succesfions-Verhältnisse zur Begründung der St. Königlichen Hoheit dem Großherzoge ccdirten Succesfionsrechte vorbehalten und erklärt hiermit zunächst ihre Verwahrung gegen jede etwaige Folge, welche den bei der hohen Bundes-Versammlung erhobenen Succesßons-Ansprüchen Sr, Durchlaucht des Herzogs Friedrich von Schleswig-HolsteineSonderburg- Augustenburg möchte gegeben werden.
Die Kommission für die Ausarbeitung eines gemeinsamen deutschen Gescßes zum Schuße der Autorrechte an literarischen Erzeugnissen und Wer- ken der Kunst hat den von ihr verfaßten Gesehentwurf nunmehr der deutschen Bundesversammlung vorgelegt. *
Württemberg. Stuttgart, 25. Juni. Der heistige »Staats-Anzciger fiir Württemberg“ , mit schwarzem Rande ver- sehen, bringt nachstehenden Artikel in Folge des Ablebens des Königs Wilhelm: »chthorgcn zweiMinutcn nack) 5Uhr ist Se.Majeftät der König Wilhelm auf dem Landhausc Rosenstein selig entschlafen. - „pas ganze Land ist durch diese Todesbotschaft in tiefste Trauer verscyt. - Wenn anch durch das vorgeschrittenc Alter und die voran- gegangenen schweren Leiden des [when Verstorbenen auf diesenTodes- fall vorbereitet, begegnet man. doch allerseits der größten Trauer über diesen schmerzlichen Verlust. “- Eine __beinahe 48jährigc, durch die hcrrlichfteanrke gekrönteRegicrungszeit hat die gegenwärtige Gene- ration so sehr mit ihrem angestammten Könige verbunden, daß der Ierlust selbst dann herbe erscheint, wenn er durch die Umstände vor- auszusehen war. - Ein Herz voll Güte hat aufgehört zu schlagen und ein edles Streben für Alles- Gute, Schöne, für Sein Volk und Land Nußbringende hat geendct-in diesem reichen Geist. - Ein erfolgreiches Leben liegt hinter Ihm. - Das seltene Alter, das Er erreichte, die Zeit, in der Er lebte und wirkte und in deren Geschichtsbuch dieses Leben und Wirken als Held und Staatsmann mit unvergänglichcn Schriftzügen verzeichnet ist, haben Ihm vergönnt, nicht nur zu säen, sondem auch zu ernten, zu säen den Samen für so viel Gutes und Edles und dafür zu ernten die Liebe Seines Volkes. - Schon vor 64 Jahren kämpfte Er auf dem Schlachtfeldc für Deutschland, das Er vor 50 Jahren als genialer und berühmter Heerführer befreien half. Die Segnungen des darauf folgenden Friedens bcniiyte Er von der ersten Stunde Seiner Rc- gicrung an, die Verhältnisse des Staatslcbens, der Gemeindeverwal- tung, der Landwirthschaft, der Gewerbe und des Handels auf die Grundlagen zu stellen, wie fie die neuen Zeitverhältniffe erforderten, und welche im Laufe von Jahrzehnten eine reirhc Quelle des Wohl- standes für das Land und seine Angehörigen wurden. Hiermit nur Weniges von den Thaten dieses Fürsten, auf den nicht allein wir Württemberger stolz waren, den vielmehr ganz Deutschland und EUropa hoch verehrte. - Wenn wir an dem Sarge eines solchen Fürsten in tiefstem Schmerz und Wehmuth versunken dastehen, so ist dies mir der natürliche AuSdruck der Gefühle , welche heute das ganze Land, Alt und Jung, Hoch und Nieder durch- dringen. -- MitZuverficht blicken wir aber auf zu Seinem erhabenen Sohne, auf Seine Majestät den König Karl, der heute den Thron Seiner Väter besteigt, und, als Erbe der Tugenden“ Seines Vaters die Werke Deffelben fortseßen und mit frischem, die Zeitverhältniffc crfassendcm Geist kräftigen und vollenden wird. -- Sein Volk trägt Jhm dieselbe Liebe und dasselbe Vertrauen entgegen, Welche es Seinem nun in Gott ruhenden Vater in so langen Jahren bewahrt
at.-
h Laut telegraphischer Nachricht wird Se.Majestät der König Karl “ heute Abend nach 7 Uhr von Kissingen und um 3 Uhr Ihre Ma- jestät die verwittwetc Königin von Friedrichshafen in Stutt- gart eintreffen. » Um halb 9 und um 12 Uhr hat das Trauer- geläute von sämmtlichen Kirchthürmen fiir den höchstseligen König begonnen und “wurde in kurzen Zwischenräumen eine Stunde lang fortgeseyt. - Beinahe alle Verkaufsläden der Stadt wurden nach Eintreffen der Tode6nachricht geschlossen, jedoch so, daß der Geschäfts- verkehr darunter nicht nothleidet.„ - Um 113; Uhr traten die beiden. bürgerlichen Kollegien zusammen, um der Trauer öffentlichen Aus- druck zu geben, welche die ganze von ihnen vertretene Bürgerschaft bei der schmerzlichen Nachricht von .dem unerwartet sch-neuen Tode des Königs ergriff, der so Vieles für seiné Nestdenzstadt gethan hat und sie durch sein segensreiches Streben zu früher nicht geahnter Blüthe brachte. (St.-A. f. W.)“
Weiter schreibt der »Schw. M.-: 7Der König Wilhelm ba“? noch am Donnerstag das Gestüt Weil besucht und befand sich , För- perliche Schwäche abgerechnet, munter und geistes-fri-sch. Am Freitag stellte fich eine auffallend größere Schwäche ein- UND schon- gegen Abend konnte fich N-iemand-mehr verhehlen,. daß da-TSWWMNS zu befürchten stand. Die Bedenklichkeit des Zustandesz 'in dem sich*dxe,. König am Freitag befand, war ihm, wie man erf rt, vollkommen.