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Yi-htamtn-hes. Deutsches Reich.
eu. Berlin, 23. November. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen gestern Nachmittag den Vortrag des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts, Grafen von BiSmarck, entgegen. „ _ _ „. _ _
Heute nahmen Se. Ma estät_ emtge mtlttärtsche Meldungen an empfingen den Polizei: rästdenten, Freiherrxt von Meht- ho en, und hörten die Vorträge der Chefs des Mtlitärkabmets und der Admiralität.
_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz begab Sich gestern Vormittag um 10 Uhr nach Potsdam zur Abhaltung einer Fasane'njagd am Etjtenfang. .
Nach Beendigung der Jagd besichtigte Höchstderselbe die neuerbaute Kirche zu Geltow und kehrte mit dem um 2 Uhr 59 Minuten von der Wildparkstation abgehenden Zuge nach Berlin zurück. .
Abends wohnte Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprmz mit Ihren Königlichen oheiten dem Prinzen Heinrick), der Erb: prinzessin von Sack) cn-Mciningcn und der Prinzessin Victoria der Vorstsllung im Wallner-Thcater bei.
Se. Durchlaucht der Prinz F?rdinand von Sachsen: Coburg-Gotha war Morgens 8 Uhr abgereist.
Abends um 11 Uhr erfolgte die Abreise Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich muh Kiel.
_ In der am gestrigen Tage unter dem Vorsixz des Staats:Ministers, StaatHstkretäcm des Innern, von Boetticher, abgehaltenen Plenarsißung beschloß dcr BundWrath, dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Fricdetls:Präse11z: stärke des dxutfchen Hesres, die Zustimmung zu ertheilen. Die Denkschrift über die Errichtung einer ständigem VharmakopM: Kommission wurde dem Ausschuß für Handel und Verkehr zur Vorberathung überwiesen.
_ Gestern Vormittag traten die Mitgliedcr der Enqusts- Kommission zur Berathung der Revision des Patent- geseßes im Abgeordnetenhause zur ersten Sitzung zufamnwn. Der Staats:Mi11istcr von Boetticbcr Eröffnen: die Verhandlungen mit einer kurzen Ansprache, in welcher er auf dic Bedeutung, wel e die der Enquete gestellten Aufgaben für die weitesten Krei :? haben, hinwies.
_ Eine erhebliche dauernde Entstellung einsr Per: son_ durch Körperverletzung ist, nach 81119111 Urtheil des RetchSgerichts, 11. Strafsenats, vom 1. Oktober 5. J., selbst dann als schwere Körperverleßung aus „224 des Stralfgeseßbgchs zg bestrafen, wenn die Entste ung durch fünft 1che Mtttel mcht erkennbar gemacht wsrdeu kann und gemacht mtrd. Eine Bestrafung wegen schwerer Körper- verleßung würde in einem solchen Falle nur dann aus: geschlossen sem, we1_1n dcr Entsteüte Körpertheil nach den natjjrltchext und soztalen LebenSverhältnissen des Verleßten Drxtten gegenüber perart bodeckt zu wekden pflegt, daß der Mangel als wesentltche Entsteüung nur unter besonderen Um- stZnFen nach außen erkennbar sein und als solche Empfunden w r e.
_ Die in 5 entlicher Gerichtssißung ausgesprochenen Bel'eidigungen fkind nach einem Urtheil des Reichs: g_er1cht"s, 111. Strafsenats, vom 7. Oktober d. I., als öffent- ltch verubt _zu bxstraferx, auch wenn nicht festgestellt werden kann, daß stch Jemand im Zuhörerraum bLfand.
' _ Der'hiesige chinesische Gesandte Hsü:Ching-Cbeng 1st von Parxs nach Vcrlm zurückgekéhrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.
_ Ales Aerztß haben sich niedergela en die Herrcén: Vr; Barthel, 1)r. Ltssauer, ])r. Lewinson, achsen und ])r. Alsr. Frtedländer, sämmtlicl) in Breslau; ])r. v. d. Loo in Kevelaer; ])r. Ebben, ])r. Overhamm und ])r. van Rey, sämmtlich in Aachen.
_, Sachsen. DreHden, 22. November. (Dr. I.) Der Konzg hat geleste'rn'Mttta guß Anlaß seines Namensfestes 1m htefigen Kömgltcben esrdenzschloffe zur Bsglückwünschung emxfzmgxn: den stellvxrxxetcnden Vorsißenden im Gefammt- Mmzstermm zmd thfter des Königlichen Hauses, von Nosttß-Waünnß, dle _ .Herren der Königlichen Hof- aaten' zmp den M1msterial : Rath im Ministermm es Kßmgltckwn ' Hauses„ die Königlichen Léibärzte und den Bxschof „_ 111.16 der Hofgeistlichkeit. _ Der König und d1e Konth be eben sich heute Abend nach dem Jagdschloß" WermsdorH' wohin der Prinz Georg morgen fruh nachfolgen wrrd, Während die Königin bereits morgen Abend nach dex thTa Strehlen zurückzukshren edxnkt, _werden der Kömg und der Prinz Georg bis nächsten
r91tag m Wermsdorf Aufenthalt nehmen.
Mecklenbuxg. Malchin, 23.November. (WTB) Der emetns-haftltche Laydtag der Großherzogthümer ,k.ecklen5urg:Sckwertn und Mecklenburg:Streliß 1st heute hier eröffnet worden.
Aqhaltx Dessau, 21. November. (Anh. St.:A.) Der Erbprtnz 1st heute aus München hier eingetroffen.
Sthivarzburg-Rudolfiaht. R u d o [ sta d t , 20. November. (Lpz. Ztg.) 'DerFürst at s1ch vor cini en Tagen an den Großherzoghchen of mz Darmstadt bege n. _ Der Land- t„ag des Fixrftenthums V am Montag zu einer außerordent- lrchen Sesston hter zg ammengetreten, und wird u. A. zu berathen “haben über dte Rechnungslegung der Landeskredit-
FW?) und der Haupt-Landeskaffe pro 1882/84 und pro
1 ,'fmv'ie über die Herapziehun'g der servisberechtigten Militär- pexsonen zu den Gemenxde-Abgaben aus außerdienstlichem E1nkommen., Außerdem tft von besonderem Interesse eine VorkaYei, dle Beilegung des Rechtsstreits znöischen Schwarz- burg : udolstadt und Schwarzburg-Sondershaufen betreffend.
Oeftetrxic'h - Uygaru. Wien, 20. November. Die amtliche „Wtener Zattung“ veröffentlicht die Enthebung des Landmarschalls v'on Galizien, ])r. Zyblikie- wicz, pom Amte und d'te Ernennung des Grafen Tar- UOWSkL zu seinem Nachfolger.
Pest, 22. November. (W. T. B.) Der Bericht des Budget-Auss usses derösterreichischenDelegation über den Voraus lag des Budgets des Ministerium»: des
"sgmmen ,em etroffen, um hier Arbeit zu nehmen“ me
Auswärti en. hebt die im Ausschuß vqn allen Seixen aus- gedrückte Mkßbilligung Über die bulgaxlsck)?" Eretgni se angefichts des Gegensaßes zwischen dem Emgretfen des rusfis en Agenten und dem emäßigten, klugen Vorgehen dxr Bulgaren hervor. Anknüpfenß an die Thronrede und die Erkläxun en des Grafen Kälnoky erklärt der Bericht: wo es gelte, dle bre der Monarchie zu vertheidigen würden Zeder Zett alle Völker zu jedem Opfer bereit sein, aöer fie wür en auch dankbar_ sein, dte Segnungen des Friedens genießen zu können. MU Befrie- digung begrüßt der Ausschuß die Mittheilungen des Ministers über das Verhäl_tniß Oesterreich-Ungarns zu den auswärtigen. Mächten. Der hohe Grad des Vertrauens, welches die Monarchie genieße, werde nicht wenig erhöht durch die ' klare und uneigennüßige Politik der Re- gierung. Mit der größten Befriedigung habe der Ausschuß vernommen, daß die Grundlagen des Bündnisses mit Deutschland keinerlei Aenderun en erfahren hätten, daß vielmehr das Verhältniß zu DeutJchland in der Hand des Mipistsrs sich wesentlich entwickelt und gekräftwt habe sowxe daß das freundséhaftliche Ver ältniß zu Ruß: l'and, auf welches der Minister großen e*ckh loge, die Be- tehxmgen zu Deutschland in keiner Weise alterire. Ter
cr1cht exwähnt ferner die Uebereinstimmung mit England über nnchti e europäische Fragen und die Identität mancher gro cr ?nteressen und nimmt mit Gewißheit an, Haß dgs ute Einvernehmen mit Italien sich fernerhin und'm be1d9r?eitigem FriedeW-Jnterefse bewähren 1verde._ Der Vertcht spr1cht endlich die Hoffnung einer freundschaftlichen Austragung der rage mit Rußland aus, erkennt die Bestre: bun en des Mini terS als die richtigen an und giebt mit vo11 txm Vertrauen der Hoffnung Ausdruck: es werde dem thster auch fernerhin gelingen, im Einklange mit den von 1hm dargelegtctx, als richti12 anerkannten «FMM die Interessen der Monarchße m vollem mfange zu wa ren.
„Dor Vrerxr:Ausschuß der ungarischen Dele- gatton„genchm1gte in seiner heutigen Sißung den Kredit für 1116 „okkupirten Provinzen, BOZUien und Herzxgowxna. In Beantwortung der Anfragen mehrerer Dslegxrten erklärte _ der Reichs : “Finanz : Minister von Kallay: per serb1sck-bulaarifche Krieg, welcher den Philip: popsler Ere1gmssen folgte, sowie die jüngsten Vorkommnisse auf d_er Balkan:Halbi11sel hätten keinerleiNückwirkung auf die okkuptrten Provinzen aus eübt. In diesem Jahre sei die Ruhe daselbst so xmgßstört gewe?en, wie 111 keinem anderen Jahreseit dekakupat1on. Für die Zukunft könne natürlich Niemand eins Bürgschaft übernehmen, doch berechti ten die Thatsachen und Er- fghru'ngen zu der Hoffnung, daß die?? günstigen Zustände auch kunfttdg würden aufrechterhalten wc den können. Die Bevölkerung YoSmens xmd per Herzegowina, me 2 dérjal)relangen, jede fried- l1che Arbert hmdzxrnden Wirrniffe überdrüssig set, besitze leb- hafxes Vekrständmß für den materiellen und kulturellen Fort: schrxtt zxno begrüße freudig Zustände, welche die Möglichkeit ggranttxen, künfttg dte rüchte der Arbeit genießen zu können. Dlésnfet dte bkste (Hewä r dafür, daß, wenn ni taußerordent- [LchS außere Ere1gn1sse eintreten, Ruhe und FUL den daselbst mcht gestört werden würden.
Schwetz. BLM, 18. Novemher. (AÜg. Ztg.) Die Alkohql-qumzfstqn dxs *Nattonalraths, die fich bekanntltch IKW d1e Lösung .pbr Alkohol-Frage an dem Bodyn des onp ols entscbwden hat, sagt m ihrem oeben erfchtencnen Bertclxt:
„Das Mynopol it die'einxigetSteuerform, wrlchc dem Gesehgebcr gestattet, 51v1schcn dcn wtderstrettendcn Interessen des Fiskus, dcr KonsumeZnten und d„er Laxzdwßrthfchaft eine billige Vermittelung herzu- stelxen, m der Werse „namlxch, da]: die Antheile des Imports, des mlandxscbc'n _Großbetrtebes und Hes inländischen Kleinbetriebcs cm der Ver1orgung„ pcs Landes nut Sprit in einer jene Verschie- denen Jyteresscn _b1111g „berücksichtigenden Weise rcgulirt werden.“ Jydem dte"Kommtfs1on M) von der Nothwchndigkeit einer solchsn Ver- tmttelung nberzeugtc, Fonnxe sie kciucs der beiden bereIts vorgsscblagc- 1xen Monopolsystxme, m semex Zypiscben Reinheit acceptircn; sic einigte s1ch vrclmchr (1111 6,121 kombtmrtcs System, welche?; zwar auf dem Boden des FabrtkakwnSmonopsls aufackaut ist, aber durch bestimmte Konzessionen auch jenen Interessen Rechnung trägt, deren spezicÜe Wabxnkbmxmg der Vkrkaufsm_onopol-Entwvrf sich zur Aufgabe gesteÜt hatte. Die Grundlage die1es neuen. Systems bildet das Volk,“ Monopol deGBunde-Z für die Fabrxkation nnd die Rektifikation von gewöhnlichem Branntwein 11111) für die Einfuhr von gebranntem Wasser jeher „Art. Die Ausübung dieses Mono- pols soll zum, Thexl m Regie, „zum Tbéil auß dem Wege der'Dcleaatton,erfo'lgen. Dcr chtebetrieb ist vorgese )en für emexx Thexl „(etxpa dxe Halske) der Fabrikation, für jegliche Rekti- fikatwn, synxts fgr_ den_ gesaxnmtcn Jmpyrt, mit Auönaimte desjenigen von Qualrtaxssptrltnoxn. Als Delegation dagegen qualifizirt sich die Besoxgung cmxs Tbctles dcr Fabrikation durcb Pächter und die gegen Ez1txtch1nng ciner Monopolgcbübr dcn Privaten zu crt'Hcilcnde Be- wxütgung zum Import von Qualitätsspirituoscn. Dem mögkichen Etnnzande, gls seietz derartige Delegationen mit den Handels- vextragcn mcht vereinbax, begegnet die Kommisfion mit dem thjvetse auf . Frankretcb, We1ck)cs chnfalls sein Zündholz- monopol an eme Gesellschaft tn Pqcht Ygeben hat und der- se„lben gestattet, gegen Entgelt Jennsje orten von Streich- bolzchen (398 Yem Auslande einzufahren. Was endlich die Ver- fassu'ngSmaMgnkc-„U' dcs Monopols betrtfft, so steht dieselbe der Kom- nnsswn vollstandtg außer Frage. .Das durch die Bundesverfassung dem Bunkxe ertbetlte-Rcchx der Gcsc gebunkg über die Fabrikation dés Branntwcnzs,“;sagt'ckr Berickpt'in ck» czqg )ierauf, „begreift offenbar dax; Recht m sgl), xcnc Fabrikation an trgend welcbe Bedingungen zu knupfcn, som1_t _aucb fi-r ganz zu Verbieten. . Und so gut de_r Bund 1xgltche Industrie betreiben kann, dercn Be- tncb tm _ Hmbltck, guf mi'litärische, postalische Zwecke u.. s. W, 15111 crnytcßltch erschcmt (z. B. eine Waffcnfabrik, exne Tclegrgpbcnnwrk!taste), so darf er mit gleichem Rechte auch in du'scm _Gebtßtc zutzx Jndmtriellen werden, sofern er in der Regie- produktton ctn_gec_tgnctc§ Mittel erblickt, um die "ihm mit Bezug auf den Branntwmn nbernnesene Aufgabe zu erfüÜen. Der Bund darf das um so xnel)r„tbun„ als ihm am!) die Besteuerung der Brannt- wxmfabrtkatxon uberwresen Wurde und das Monopol bekanntlich, wrffcnschaftltch betrachtct, nichts Anderes ist, als eine bestimmte Form der Besteucrung.“
Belgien. Genx, 22. November, Abends 61151: 20Min. (W. T. B. Anläßltcl) chr beabfichtigten Arbexterkund- Klebung at der Muniztpalrath jeden öffentlichen
ufzug, as Entfalten von Fahnen oder sonstigen Einbl'emen
soww das Ansttmmen vonGe ängen auf den Straßen unter-
sagt. „Jede Ansammlung soll- sofort zerstreut werden. Die
Garntßon 1st konstgnirt und 1312 gan e Bür ergarde zu-
erufen worden. Aus Lille md zaZ reicheXArHeiter
rere a“ rik-
be iZer haben sich an den Vürgermeikter gewandtemit dem Ersu en, Maßregeln zum Schutz der ArbeitLZÉ: ergreifén.
' "_ 22. November, Abénds 11 Uhr. ( . T. B.) Es
tft uberall Ruhe; die Bürgergarde ist wieder ent:
lassen worden. _
Croßbribauniut und Irland. Lond (W. T. B.) Einem über Bombay ein eganJYéeZZYloW aus Lahore zufolge, mexdeten dasel s'; von Ghu Wu,!- getroffene Kayfleute, daß dte Ghilzais die Tru Zn: em- EmfirsE'bYßthd häTtten undd dUÉAufstand ra? LÜK; gret e. m - et er ruppen es mirs ' ' . „ zu den Ghilzais übergegangen. ser mrt der AWM
Frankreich. Paris, 22. November. Der Präfek t des Rhone-Departements, Masé an Stelle Vihourd's zum Residenten in Tunis “ WWF].- D t' t k l) _ " _1e - epu rr en ammer at ein A betreffend Ayfhebng des Unter=Stac11ntYYkeMYU Pystens, m1t nur mer Stimmen Ma'orität vermo ar: th xs hetßt, hätte der Unter-Staatsseéretär des inrfe“ M1ntster1ums, Peytral, in Folge dessen demié? M- Em Telegramm des „Reuter'schen Bureau-Z“ aus Ad meldet: Dequpitän und 7 Personen der Mannsch en pes französ1scke_n Kriegsschiffe3 „Pengouin“ fast 111 Ambadu, wo dteselben gelandet waren, um Wasser [."d zunehmen, von dem Stamm der Essah Somanliend mordct2wor§ew 5 K er: _ 1. ovem cr. ( öln. Ztg.) Die ra -- - Gesgnhtschaft, die den Kaiser von MarxkaLzZessM' soll, 18 m der Hafenstadt. Mogador Eingetroffen. Diesele bestehs ach dcm französtschen Residenten in Tanger dem GesandtsÖaftH-Sekretär Grimaud, drci Offizieren und méhrer andern Personen. “*
Italien. 919111, 22. Nyvember. (W. T. V.) Die „Gazzetta; uff1c1ale“ schretbt im amtlichen Theil: M, gestrxge Rückkehr der Majestäten nach Rom bot der Bevolkerung n_euen_Anlaß, durch eine überaus imposante Kundgefburxg pre Gefühle der Ehr-zrbietung, Ergebenhejt und Anhänglzchkett für den König, die Königin und die ruhm- retche Dynastux an den Tag zu legen.
Türkei. Konstanthopel, 22. November. (WTB) Genera1 Kaulbarß irt mit dem russischen Konsul Jgelstrom aus Ph1lippopel hier eingetroffen.
Rumänien. Bukarest, 22. November. (W. TV.) Ein Tslegxamm dEr „Agence'Hav as“ meldet: Die bisherigen rjussxjschen Konsuln 111 Rustscbuk und Widdinsmd [ner emgetroffon. In dem Augenblick der Abreise des Ersteren batten_ 'der Prcxfekt vo1z Ruftschuk und der ührer der Oppoftttonspartet, Zachgrtas Stojanoff, eine nsprache an'denselbsn gebalxen, m welcher sie erklärten, daß die Ab: retse der russtschen Konsuln für Bulgarien bx klagen-Zwerth, dsr Abbrych der Beziehungen zwischen Rußland u_nh Bulgarwn umnögllck) sei, und daß alle Slawen, sowohl d1exe111_ge:1 Bulgartkns, als auch dißjenigenMacedoniens, einen deraxttgen Zustand nicht dulden würden. Der Präfekt und SZoxgnoff schobyn „alle Verantwortlichkeit für die gegen: warttgsn Verhältmsse in Vulgarisn dent General von Kaylbcxrs zu und erklärten schließlich: die Bulgarenseien bereit, dre von Rußland vprzuschlagenden Existenz:Bedinguugen anzunehmen, wenn nur dre Verfassung gewahrt bleibe.
Bus ,arien. Phjlippopel, 23. November. (WTB) Der „Pott. Corr.“ w1rd gemeldet: General von Kaul- bars,„ welcher gestern früh hier eintraf, ließ durch seinen Sékretar sz dem Bahnhof Blätter vertheilcn, in welchener dl? Mottve für, seine Abreise darlegt. Kaulbarshatte 1mt„dem Poltzetkymmissär, welcher die Vertheilungzu verhmdern suchte, emen Wortwechsel, wobei er sich über die Regerztscbaft und das Ministerium sehr abfällig äußerte. Der russtsckzefKo'n'sul in Philippopel hat mit scxinsm Ver- s orl1affl gletchzemg mit dem G9ncral von Kaulbars die Stadt ver a en.
Rußland und Polen. Odessa, 22. November; (28- T. B.) Der Dampfer „Gedächtnis; Merkurs“ lst Voxtmttags von Varna hier eingetroffen. DLV Dampfer „Zad1ak_a“ folgt demsslben alsbald. Beide Schiffs, auf we_lchen steh d_er russische Konsul aus Varna und za)!- retche hulgartsche Emigranten befinden, gehen auf funf Tage m Quarantäne.
Amexika. 'New-York, 22. November. (W. T.„B;) Das hSUUIL L81chenbegängniß des früheren Prasx- denten Axxhur trug eine!) durchaus einfachen Chaquter. Na der seterlichen Einsegnung der Leiche in der Kirch?- wel er der Präsident, die Minister und andare hervor- rggende Persönlichkeiten beiwohnten, und während mélchsk dte früheren Minister des Verstorbenen das Leichentuck/[ULW wurde der Sarg unter dem Geleit von 2112arine-Arttller1s1en nach dem Bahanf gebracht, von wo die Ueberführung na Albany zur Vetseßung auf dem dortigen Friedhofs erfolgte-
„-
Zeitungsftimmen.
Dxr „O_a'mburgische Corrcfpondent“ „Wünscht- daß bet der M1lttärvorlage auf möglichste SparsamkettBedakbt genommen werden möchte, sagt aber: .
. . . Allerdijxgs kann nicht dée Rede davon skin, daß cineNak'oYJ derenWAufWand fur geistige Getränke dcn (Hesammtbetrag aUcchtÜÖ ynd Staatssteuern um mehr als das Doppelte übersteigt, und Ml? m der A*.thuJung, dieser Stcuerquclle so wei: Hinter 11111311 KUZU", lekern unserer Zenk znrückbleibt, an der Grenze ihrer LeistungsfabYß kext für öffentliche Zweeke angekommen sei. . . . Wenn WWW., dux Forderurzgsn für Heereözwecke auf das durch die SUMO bezt dcs Rktchs g;!)otene Maß zu beschränken sein werden, 7 Ware cs xmdererfcttß der Gipfel der Verkehrtbeit, das für das Nothwendtgx. verwetgern zu wollcn. Denn die Sicherung [""-„ aqßerey Fctnd, xine Rüstung, welche in gleicher Weise die LWK„ krtegerzscben (Helttste anderer Staaten wirksam dämpft und fUrM Fall emes theges die Gewähr eines günstigen Erfol es 1»_ietet,bkder dte x1otbxvendtge YorauSseYun für das gcdciblicbc ?ForUÖXUte-"die . Natron m den Kunsxcn und Kerken des Friedens. Was Mk furth- Sichxrung Vor Krtcgsgefahr unter Beschränkung auf das NOW Wendtge aufwenden, ist nichts Weniger als uankod" , chrwxndet, es bildet das Fundament nicht nur fur “„ nußltchcn AysMndungen von Reichs- und Staatswkge“ sondern aucb f'ur dic gxfammte Produktion, für das ganz? Erwskkeü leben dxr Nation. DLLses Fundament durcb nnzeitige Syaksamem zu schwachen„,„11nd der"Fahigkeit zu berauben, seine Aufgabe_1n vo auf Maße zu UsUYLU, ware die ärgste Mißwirthschaft. Beschrankunsffeu das Notbwendtge, 111 dieser Beschränkung aber Bewilligung vcw; was das deutjcbe Hcer zur Erhaltung seiner Ste'llung UUtkrdM, ArmeenCurovas bedarf, wird also der Gesichtspunkt sein, von d„ im ngtwnalen, wie finanziellen Interesse an die Beurtbeklkmg Militarvorlagc heranzugehen ist.
_. Ueber das Septennat und den Reichstag schreibt der Schwäbische Merkxxr“: “ Die unerwartete Yukundiguna, “daß nun doch schon vor Weib- nach?" die Voxlage uber dre Festseßung dex Friedensstärke unseres ems «uf wegtere fieber! Jabxe an Yen Reichstag gebracht werden olle„ lebrt wieder einmal, nne Wentg man fich auf die Ver-
Cnutbungsn verlassen kann, welcbe iLWLilkg über die voraus-
j e Reihenfolge de_r ReiÖStagsarheiten angestellt werden. Ytljéaltet eben „an leitender Stelle m Berlin keine schreiber- mzßjge Gewqbnbeat, sorxdern emx lchendtge _ politische Kraft, welcbe frisch dje Gelegenhetten ergretft, dte Umstande sich zu nüße macht, kk.- Persoyen aufnzttelt, nach Allem fragt, was ihr dienen kann, nur n'chk nacb trgend exner alten Schablone Daher die „Ueber- raschungkn“- die immer wxedczr von dort auSgehen und 1"!er die sicb zu beklagen ein stehendes „Kapltkl der_ Schlafs§1chtigen ist. Also das Septennat kommt gleich. und du: Partcteq werden Farbe be- kennen müssen. D1e Weltlage x_ngg" es "wüpsckyenswertb macbcn, daß die Grundla e, unserer Mtlt'arverbaltntffe_ möglichst bald wieder in Sicher ett gebracht Zverch, , mxd d:;e Rückficht _auf diese Lage wird azn Ende „auch w:d-_rwch11ge PZrteten zur Cimicht bringen. Wenn mcht, so,gtebt es" Mittal, fie grund_l»'ch zu belcbrcn. Ein Rcich§tag, dcr eß weigern wurde, Deu1sch1a_nd elner waffenstarrcn- den Welt gegenüber 111 den Stand zu scycn, scmcn Schild fest und sein Schwext blank 'zu erhalten, ohn'e glle “Fabre oder'alle pach Jabra bei seiner, zum Tbexl aus 1ebr scbwtemgen Bxstandtbcckcn zmammen- gefcvten Volksvertretung darzzm bc'ttcln zu mussen, wäre nicht länger zu Kanchcn. Das„Volk mußte m_neuen Wahlen neue Vcrtrctcr berufkn, und . . . wurde doch wohl eme Anzahl etgensinnigcr Partei- leutc nicht wieder aus der Urne bcrvorgcbkn laffcn. . . .
Armee - Verordnungs - Blatt. Nr. 25. _ Inhalt: Unterrichtsbuch für Lazaretb"aebülfen.„ _ Termme für die Portcpee- säbnxiÖS' und Offizxers-Prnfungen nn Jahre 1887. _ Zcichnungcn
vom Train-Material. _ Beschaffung von Kaffcnbüchern 2c. - Ab- änderungen von PreiszTartfxn. _. Verpflegungs;ufchnß für die Gar- nison Oberlabnstein fur 17115 4. Vierteljahr 1886. __ Außgabq cincr neuen Außrüsttqu-NachWejsung. _ Hexanßgabe emos neuen Kriegs- sviclplanes. _ Mantelkragen. _ Nawtrag zu dem Verzeichnis; der höheren chranstalfen“Welche„zur Ausstcxlng von Zc'ugmffey über die wissenschafstli§xe Bcfäkvgung fur den einjahrtg-freiwngcn Mllitäkdiknst rc tif in . „
be chU§chjv für Post und Telcgraphie. Nr. 21. _ Inhalt: ]. Aktenstückc und Aussäxe: Urkunden über BoteUdie-“tst und Postrvesen im (Elsaß. _ Englische Postwarkaffexz im Jaßre 1884._ Dcr Nord- Ostseekanal. _ 11. Kleine Mitthetlxxngcn: None Vchendnng dcs Fernsprcchers. _ Neuer Telegraphcntarxf in RUßland. _ Dax? alfc ostgcbäude in Breslau. _ UnterirdUclxe Führung der clektrtsclycn Festungen in den Vereinigten Staaten von Amerika. _ 111. Literatur des Verkehrßxvescns: Die deutscHe Post- und TelcgrapHengesthgchng. Nebst dem Wthpostvertrag und dcm Internationaler] Telcgrapbcn- vertrag. Textausgabe mit Anmerkungen und Sachrcgi1tcr 17011 01". P. D. Fiscbcr. Dritte vermehrte Auflage. _ 17. Zeitschriften Ucbcrschgu. Justiz-Ministerial-Blal't. Nr. 43. _ Inhalt: Allg-smcmc
“ Verfügung vom_ 12. November 1886, betrcffcnd die Quittungen Über
die aus der Justizoffizianten-Wittrmnkaffe brwilligtcn Penfion_en, Wr- laufendeu Untkrstüizungen Und Erziehungsgeldec. _ Allgcm2me Vex- fügung vom 9. Noyembcr 1886, betxeffend dic Gcsammtzablcn dxr m den Gefängnissen der Justizverwaktung während der Eta1§1a5re 1881/82, 1882/83, 1883/84, 1884/85, 1885/86 ?cti11irt„gcwchk11c1x Gi“-
Zmlxxem'n und dieTagesbclegung in den Gesängmffeu Wahrend derxkllxen a re.
Centralblatt derBaUVerWaltung. Nr. 47. _ Jrzbalt: Amtliches: Cirkular-Erlaß vom 15, Novxmbcr 1886. _ Per1011a1- Nachrichten. _ Nichtamtliches: Sclb1tthatiger Schnkezaun. _ Die Kinzigtbalbabn. _ Kenfington-Halle in London. (Schluß.) _ W351)- unY Badc-Anstalten in Meß. _ Eiffel's Rteserzthurm. _ chx- mi1chtes: ZWeite Hafeneinfahrt uud dle neuen Krtxgsbqfcnanlagcn m Wilhelmshaven. _ Einfluß der Wärme ayf dte Bewegxzngstdes fiikßendcn Wassers. _ Berechnung der Stärke d'er_ Momer'1ckyxn Cementplatten _ Hirtb's .Formenschaxz“. _ „Etybertltcher Fahrprexs auf den Hochbabncn von New-York. _ Unterirdische elektr1sche Let- tungen in NeW-York.
Statistische Nachrichten.
' Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesund- bcxtSamts find in der Zeit vom 7. bis 13. November er. von je 1000Einwohnern, auf den abresdurchschnitt berechnet, als gest.,o rben Zcmelkxct: in Berlin 22,1,in Breslau 29,7, in Königsberg 28,9, m KÖYU 6-7, m rankfurt a.M. 14,1, in Wiesbaden 22,5, in Hannover 27,2, m Kassel ] ,9, in Magdeburg 22,5, in Stettin 26,6, in Altona 24,3, zu Straßburg 21,4, in Metz 19,2, in München 30,6, in Nürnberg 24,0, "1 AUIÖÖUr 22,9, in Dresden 22,6, in Leipzig 15,6, inStuÉtggrt 16,1, in Kaxlsru 617,9, in Braunschweig 26,9, in Hamburg 30,3, 111 W161". 24-0.- m Pest 39,5, in Prag 25,8, in Triest 26,0, m Krakczu 31,8, Zn Basel 21,3. in Amsterdam 19,0, in Brüssel 21,4, in Parxs 22,3, m Londyn 17,8, in (Glasgow 23,4, inLiverpool 23,8, in Dublrn 23,6, in Edmburg 21,1, in Kopenhagen 21,4, in Stockhokm 17,1, m
Zbdrisstiania 19,5, in St. Petersbur 22,1, in Warsckmu 23,9, in
a 36,4, in Rom 21,1, in “urin _, in Venedig 22,5, Zn Ylexandrta 35,6. Ferner in der Zeit vom 17. Oktybcr bxs 23. Oktober er.: in New-York 24,7, in Philadelphia 18,7, m Valk- MM 20,6, in Kalkutta _, in Bombay 21,8, in Madrgs 35,2.
, In der Berichtswvcbe waren die Stcrblickykcitsverhaltmffc nx ken me'stk" europäischen Großstädten günstig?, obgleich (zuck) aus ,emem Thklle deutscher Städte etWas größere Sterblichkeit§ziffery als m_„dér vqkhkkgkßangenen Woche gemeldet wurdcn. Gering jyar dte Stexblrch- kW LWUMUUÖ in Frankfurt a. M., Mannheim, Mamz, Mc , Kassel, LUBW, Stuttgart, Barmen, Basel, Amsterdam, London, «toÉbolZU,
bristlgma.q _ Unter den TodeSursachen Waren w1e allxaknltck) Um dk“ jkßtge Jahreszéit, akute entzündliche Prozesse der Akb111rzngsorgane gesteigert, während Darmkatarrhe und Vtech- dukchfalle der Kinder in den meisten Orten seltener, ,nur _111 Parts etwas Häufiger als Todesursachen auftraten. _ ch Tbctl- Lahme, des Säuglingsaltxrs an der Sterblichkeit war 1n Folge Lesen tm AÜgcmeincn eine kleinere als in der Vorwochc. me 10090 “[JW?" starben (aufs Jahr berechnet) in Berlin 65, m Muncbxn 99 dNUIÜUM; _ Etwas größere Verbreitung gewannen dagegen vtelfcéch Lk Infekttynskra'nkbeiten, und führten von ihnen Masem, typbose F1eber,_KmdlZe11fikber, Keuchhusten und Pocken häufiger, Scharlach Fd D*xbtherte etwas weniger zum Tod?. _ Masern f;.)tderten tn
[Ulm- Hambur , Mülhausen i. E., Magdeburg, Barmen, Elberfeld, iauen, quts, oudon, Liverpool zahlreiche Opfer, auch m den Re-
ekungsheztxken, Düsseldorf, Marienwerder, Königsberg, Stettm,
chle§w*9 Mme in Wien 11. a. O. waren 8.11asertzcrkranxungen Yqblretcl), _ Todesfälle an Sebarlach Waren in Berlm, Munchen, wwerpool, London, Dublin, Odessa gesteigert, daJe'gen 111 Hannover,
o di?- Zakxl dcr Sterbefälle von 39 auf 19 san . ferner m Pest,
7" Pktekstkg, Warschau bermindert. Auch neue Erkrankunxcn wur- ue?) QUE den meisten der genanntcn Städte weniger, am; anxburg tk)! Sk Petersburg mehr gemeldet. _ Die Stexblichkcit an vah-
erze un? C _r o u p war in Berlin, Hamburg, Frankfurt a M., Lejpztg,
(U13! , Nurnberg, Altona, Prag, Kopenhagen, St. Petersburg,
“xs “U- Liwas' vermindert, in Breslau, Dresden, Halle, Pest. Sx'don' Chklsklama, gesteigert; Erkrankungen Waren in den genannten wia texxß wre auch 11) den Regierungsbezirken Düffeldorf tznd Schles- onno sebr zahlretcb, wenn auch in einigen seltener als in der Vor- fach e._ "" Dagegen war die Storblichkeit an Unterleibstyphusvtel-
eme gesteigerte, wie in Berlin, Hamburg, Paris, Rom, London, Flécktcth'ng- auch Erkrankungen Wurden mehr gemeldet. An Und yphus kgm aus London 1 Todesfall, aus St. Petxrsburg
aus den Regrerungsbezirken Königsberg und Marienwerder xe 1 Er-
krankung zur Berichterstatfung; aus St. Petersburg wird auch 1 Todesfall und mehrere Erkrankungexj an Rückfallsfieber ge- meldet._ An epidentisch_er Gexnckstarre kamen aus Berlin und _aus dem Regierungsbexkk Manenwerder je 1 Erkrankung zur Anzeme. Rosenarjige , ntzündunqen des Zellqewebes der Haut Waren in Berlm, Nurnberg, London, Wien, St. Peters- burg, Kopknhagen nich! selten. _ Der „Keuchhusten zeigte in Ham- b_urg, Nürnberg, London, Kopenhagen eme klemc Abnahme. in Berlin eme Zynahme der Erkrankungen. _ Ppcken haben in Wien, Prag, Beurkug «:ck-elne, in Hamburg (2), Parjs (3), St. Petersburg (4), in Warschau (8) mehrfache, in Pcst _73 _Sterbcfalle veranlaßt. Erkran- kungen an ocksn gelangtkn aus Berlm_und Breslau je 3, aus dem Regterungs czirk Königsberg 4, aus Wten ..nd St. Petersburg je 7, (1118 Hamburg 11, aus Pest 203 zu,r Berichterstattung. "" Die Nach- rrchtcn i'xbcr die C b o [ e r a in Oesterretch-Ungarn lauten andauernd günstig. In Pkst sind in der Zeit vom 4. bis 11. November nur noch 4 Er- krankunzxcn und 3 Todesfäüe an Cholera vorgekommen; aus den ein- zelnen Ortschaften dcs Pester Kotjjixates werden jedoch noch immer Erkrmnkungcn gcmclkcf. Ju Kroatten find seit dem 6. November Chojcrasällk nicht mehr bekannt gewordrn. In Triest kamen vom 3. 51512 Novcmber noch 2 CrkranlJungen (1 mit tödlichem Aus- gange) zur Anzei-ge. Ju Istrien und Kraxn zeigten sich besonders unter dkn Zwangsarbeitern in mehreren Gememdetz noch (Cholerafälle. _ JU Ztaiien kat dic Epidemie in der Provtnz Bergamo gleichfalls abgcnonnnsn und sind nur noch rveniqe Erkrankungen bekannt ge- worden. In Mailand und Cantanzoro sind unter den dortigen Regi- meilchl mck-rcrc Clwscrafälle vorgekommen, auch in (Henna und SPNia zeigte sick) seit Anfang Notwmber die Seuche.
_ _ KatholischeG Elementarscbulwesen der Stadt Breslau im Fabre 1885/86._Aus dcty BcricHt des katholisckycn Stadt-Schnlinspkkwrs Or. Handloß 1"!er dre katholischkn Eléuwntar- schulen der Stadt Brcélau ersehcn wix, da am Schluß des Schul- jabrcs 1885/86 einschließlich der drei ni )t städtischen (Seminar- Ucbungsschylk, Schule drs Knabcn-Waisenbauscs zur heiligen Hedwig und Domschule) 34 katholischeElcmkntarsckmlen bestanden (2 mehr als im Vorjahre), und zwar 16 Knaben-, 16 Mädchkn- und 2 ge- misäkke Schulen. Diese 34 Schulen umfassen 214 Klassen (11 'nebr als im Vorjabrx), w-xvon 103 Knabcn-, 107 Mädchen- und 4gemischte Klassen. Vier städtisch Schulen hatten nur 18 5 Klassen und von den nicht städiischcn zwci je 3_ und die Schule „dss Waisenhauses zur Heiligen Hsdwig nur 2 Klassen; dafür Mesem 2 Schulen je 7, 2 Sckyulen je 9 und 4 Schulen je; 10 Klassen auf. 3 Schulen mit zu- sammen 21 Klassen warcn wi» bisbsr in Mietbsräumen untergebracht; cbcnw nvarcn is 2 Klassen Von 3 Schulen auSgemic-thct. Fiir 24 K!affen bestand Halbtagénnterrkxht, M15 12 eigene Klamcn- zintrner fehlten. Die Zahl aller katholischcn E(cmenlarschülßr belief sich auf 13865, und zwar 6872 oder 49,6 0/0 Knaben und 6993 oder 51,4 0/0 Mädcha'n (im Ganzen 768 mehr als 1884/85). Der Reli- gion nack) Waren 13 693 Schiilcr rötniTÖ-katholiscb, 76 alt-katHolisch, 93 jüdisch [md 3 dissidcntisck). Für: langer? Schulvcksäumnisschwaren stets Krankheiten der (Grund. Unentsclzuldrgt blieben 131 bis 2 0/0 der Schüler der Schule fern. Cs starben im Laufe dLs Schuljahrs 26 mech und 21 Mä73chcn. Dcr DiZzivlin muß im AUgemeincn 1201115 Lol) gespcndct jvkrdkn; doÖ mußtén 5Kinder in Zwangserziehung JLULBM Mrden, und Seitens des Königlichen Polizei-Präfidiums [isch zahlrciäyx- Anträga auf VOZtrafunx] von Kiydern im WEM dcr Schlxldésziplin cin; es handelte sick) dabei zumeist um Baden, Fischen an unerlaubten Stellen, ym Fßjlbictcn von Blumen und Bettenlgx An 8 Sämlen gab es Schul1parka119n. _ Die Zahl der Lebrkratte tst v'on 195 im Vorjahre auf 206 (darunter 57 LehrerinUen) gesjikgen. Aufzsrdem Waren an Den Mädxhcnschulcn 56 Handarbeits-Leererinnen thätig. An den 3 nicht städti1chen Schulen Wirken 7 Löbrkraftc.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Die Sagen der Hohenzollern. Von Oskar Schwebel. Iweétc stark Vermehrte Auxlage, Mit einer Abbildung der Burg ohxnwüern. 11117 und 452 Skitc'n. Preis clegayt geheftet 5 M “zn Pmcbtband mit Gold1chnitt 6 «,“; _ Das reich ausgestattete, von 15 auf 29 Bogen Vermehrte Werk des heliebten Verfassers, cin Familien- und Volksbnck) im besten 'Stnne dcs Worxcß, licgt in ,;w-eiter Auflage vor, und alle die Yerdtcztste, Zyklckx L*reKrzttk bereits der 1. Auflage_ zuerkannte, haben“ 111 ?teser :bt'e Wesentliche Steigerung insofern erfahren, als nicht allem m derselben Her erts der in poetischer Spr.7che erzählten Sagsn bedeute'nd' erwcttert x(t, sondern auch viele der in der ersten Auflage nnr skrzztrxen Sagen m feffelndcr Form ausgearbeitet wvrden finy. So cr1chetnt pas Buch ßleichsam als ein neues tmd wird «_cwiß bctJung urxd Ylt dre fyeund- lichste Aufnahme finden. Sc. Kai1erltche und Kömgltche Hoheit der Kronprixxz hat die Widmupg dcs, Works angenommexx. Der Jnßalt des Baches gliedert 1ich m folgende Abschmtte: 1) Berg und Bng Hobonzollern. 2) Stammessagen der Hobepzoüern. 3) Graf Jscnbard von _Altorf. 4) "Herzog Tasftlo. 5) St. Mrinrad. 6) Die heilige Magd Irmcntrud. 7) Dre Hobenbcrger. 8) Hxhknzollcrn, Hir1chberg ,und , 'Scbalksbyrg. 9) Die Grünözung von Kloster Steffen. 10) Dre Herltgekreuz-Lmde am Hohenzollcrn. 11) (Graf Fricdrick) von ohsnzollern, der Oettmch genannt. 12) „Aus 'm Zollerländlc (] lets ta Schtrauß.“ 13) Dre Propbezeiungen der künftigen GrÖße des Hauses Hßbenzoüern. 14) Märkische Fürstensagen alter Zext. 15) Burggraf Frrcdxtch 71. von Nürnberg und der Bürgermstster von Rothenburg. _ 16) Das Kreuz am Krammer Damm, 17) Der Hobknzoüern Kurbut und Schwert. 18) Im alten Schlosse zu Kölln an der S_pxce. 19) Jag“?- fck)loß Grunewald. 20) Markgraf Hans yon Kujtrnx. 21) Dre Weiße Frau. 22) AÜcrlci Portcnta und Mtrakula. 23) Der große Kurfürst, 24) „Die Hürrkiéhkeit der_deen muß Staub und Asxbe wkrdcn.“ 25) Dcr Ncidkopf in der ?erligcn Getststraße zu Ve'rlm. 26) Träume und Gesichxc uns den „agen Frwdrrch' Wilhelms [. 27) Die Markgrchn von Schwedt m _dcr volkstbxxmltckxn Ueber- lieferung. 28) Jrie rich der Große und 13:6 Vqlkspygtc. 29) Der Ring dsr Markgrafen von AnsbJÖ-Bczyrcutk). 30) «Ölyß; „ ' _ Jm Verlage von Friedrich Wilhelm Grunow, Lctpzm,crkch1en ein eigenartiges Buck), Welches schon durch de_n Txxel: „Als d„er Großvater die (Großmutter nahm, ern Lrederbuch f'ur altmodische Lsute“, das Interesse der Leserwelt cxrcgt. Diese Bezeichnung deutet schon darauf hin, Daß das Werk einem ganz be- sonderen Iwkcl' dienen sol]. Der Heraußgcber, 1)r. (Gustav Wust- mann, ] ßt sich über den bei Zusammenstellung daeser Sammlung leitenden Gedanken ausführlich in'scmcrxt Vorwvrt zur ersten Auf- lage aus. Er erläutertden eigenarttgenT1tc1, durch 1v21chenangcpcutet werden soll, daß man bier nicht mit altmodischen Leuten, sondern unt alt- modischen Liedern zu thun hat, d. 1). sylcben, welche, aus der Mode gekommen s'md und mehr und mehr m Vergessenbett ngatben. Er hat es mik dem vorliegenden Buch unternommen, der alteren Joch lebenden (Generation, deu Großvätcrn und Gro'fznxitttcrn und sonst'tgen belasten Personen, deren Jugenderiynerungen bls m„dez1Anfa_ng dieses Jahrhunderts zurückreiclycn, bier eme Außwahl derxemgen Lreder und Gedichte zu bieten, Welche in jener'Zetx besteht und gelesen wgren, ihnen also die Erinnerung an die xangst-vergaygenxn Tage [brex Jugend und an den damaligen Ge1chmack, dre, m jener Zett herrschende, “ Mode ZU crncusrn. Dtese :),oetthben Prydtzfte, wie siengrem Geschmack nicht mehr zusagen, die a er de'm geistigen chen der vergangenen Zeit Ausdruck gxben, finden stch hier 111- sorg- fältiger AUSWahl zusamme11gestellt_. Dre bekannten Ltedchen, wle. wtr sie noch aus dcm Munde der Groäeltern um? Eltexn xenncn, fie bclden béer einen bunten Strauß, an de, en Manntgfalngkett auch no das heutige, eine minder einfache lttcraxiscbe Kost gewobpte Gos [echt seine Freude haben kann. Aus drr Zext von 1740 an W 1840 findexn wir hier die dichterischen Früchte emes ganzen Jahrhunderts m charakteristis en Frohen vereinigt, cche nach ihrer Eigenart den kerr- schenden Ges ma der Zeit, in jvel er s1e egtstgnden, eorkenneu_laffen_d. So finden wir denn jene schmachtendcn, .sußl'tcben Liebesge'dtchte, tn denen die Vclinde, Dorinde und Phyllrs eme RoÜe' spxelt, jene Schäferpoesie, weche in ihrer ngmlofigkcit und tberltyetsen Ab- geschmacktheit unserem Geschmack mcbt mehr zusagt, und dte doch da-
mals das Entzücken der gebildeten Welt erregte. Wtr finden [ner dre damals so beltebten Fabeln, ein Genre, das jetzt_mcht _mehr, gepflegt wird, dann Proben aus der Stürmer- upd Drangerzett, dte sanften Weisen der romantischen und nacbromanttschezt Schule, weltl'e auch dem jüngeren Geschlecht noch woblbekannt smd. , Dex HerauSgeber hat seine Aufgabe abficbtlich beschränkt und m dre Samuzluy
nur rodukte dcr Kunstpoefie aufgenommen, welcbe alkmahlr
volkst ümlicb geworden find; hierbei bat „er es_s1ch besonders angelegen sein lassen, wenn irgend möglich, dxe ursprunglich? Gestalt der im Volkßmund allmählich Ueränderten Leeder und Geytchte aus- findiBzu machen und wiederzugeben, insbesondere aber die Namen der icbter der einzelnen Nummern festzustellen. Man kaän _dem HerauSgeber nur beistimmen, wenn er erklärt, daß dre chronologtscbe Reihenfolge ihm als dieéinzig richtige bei Anlage der Saxmnlqung er- schZ:n, ebenso das; er von der in den modernen Anthologien ubltchen Eintheilgng der Gedichte von dem in ihnen behandelten Stoff absah und zummmenfaffende Abschnitte gemacht hat, so zuerst _cmc Serie von Fabeln und Erzählungen , sodann von Ltedxrn, und eine dritte Abtheilung, welche die beliebtesten, auch jetzt noch im Volke verbreiteten GesangSnummern aus Opern, Operetten und Singspielen enthält. Hat der Verfasser mit seiner Sammlzmg fich zunächst den Dank der „altmodischen Leute“ erworbxgx, so vexdrent diescr Akt literarischer Pietät auch, von literar-wizjenscbafthexn Gesichtspunkte aus betrachtet, voÜc Anerkennung. Wix vrelx der m diesem Liederbuch abgedruckten poetischen Erzeugnisse waren 1m_ Laufe der Zeit nicht vollständig vergessen worden und Verloren gegay en, während sie jetzt in diesem Neudruck der Nachwelt erhalten bl_e1 en! Obschon ja manche Von iHnen von geringem oder gar keinem künstle- risxlxen Werthe find, so [affen fie uns doch in das Seeleyleben un1crcr Vorfahren cinen bclcbrendcn Einblick thun und erletcbtern uns das Verständnis; ihres Dichtens und Trachtens. Von besonderem Werth abcr sixgd dic Anmerkungen und das Inhaltsver- zeichniß. Hier wird erst er1ichtlich, welch oiner-groszsn Mühe fick) der Herausgeber bci Zusammensteüung dcs Liederbuchs unterzogen hat, und es ist recht erfreu1ich, das; seine Arbeit auch von bestem Erfolge ekrönt worden ist. Mit Lmfigcm Fleiß kzczt cr die_A[manach_- und alenderlitcratur des von ibm bcarbcixetcn Zcitabsebmtfcs durcbsczrscht und giebt uns den ersten Druckort und diL Zeit des erftcn Erscbemeps der betreffenden literarischen Produkte an. Das interessante Werk :| bereits in zwciter Auflage er1chienen; der rasche Verbrauch der ersten zeigt, welcher beifäUigcn Aufnahme fick) das Liederbuch zu erfreuen ge- habt hat. Diese zweite Auflage ist um_162 Stück bcrcicßert wwrdxn; in der crst'cn Abtheilung (Fabeln und Erzählungsn) smd 49, m der zwexten (Lieder) 92, in der drittsn (aus 56111 Theater) 21 Nummern nnen bin.",ngckommcn, so das; die ganzc SatmnluZ?3 nun nabczu 400 Stuck umfaßt. Die Vcriagsbaudlung Hat das erk auf dgs e_lcgantefte ausgestattet. Titelblatt in Heliogravürx, Wahl "der Schriftgattung UNd typograpßisches Arrangement, Stoff und Pragung der Embarzd- dcckk, Muster des Vorsaypapieres, AMS macht einen vornehmezx Em- druck und läßt das Buck) wie kein anderes zum Geschenk mr den Weihnachts- und Geburtstagstisck) der Eltern und (Hroßxltern cr- scheinen. Der Preis des Liederbuchs in Damastband betragt 61 „M., in Atlas odcr Kalbleder 11 „16 _ ' ,
_ Vondcn1Werkv:„Das Wixsen derGegenwart“ (Letpztg: Y.,Yreytag, Prag: F. Tempsky) liegen wieder 3 interessante neue
cm € vor:
55. 56. Dr, Max Sckmskcx: „Aestöetik.“ (qundzüge der Wissenschaft dcs Schönen und der Kunst. 248 u. 266 Selten. 80. „_ 2 «FG : Fl, 1,20 Kr. _ Der bekannte _Verfaffer Hat Has sÖWrertge Problem, eine Acsthetik populär zu schreiben, meistcrbast gelöst. wxe eine Durchsicht der oben genannten Leistung lehrt. Der erste Tbexl beschäftigt sich mit der Idee des Schönen in ihrer YÜJemetnhxit und Bcsonderung (Naturschönheit, menschliche Schönheit), der,zwette Theil führt uns in das große Reick) der Kunst; er weist tt_ns Hie Elx- menfe des Kunstscbönen nach und bietet dgnn cine äußextt femfinmg gehaltene ästhetische Betrachtung der Architektur, Plasttk, Malerex, Musik, Mimik und Poesie in all ibren Unterabtbeilungexx. Dxe Sprache ist geboben, edel und dabei körnig einfach. Wer fich txnt Kunst und Phtlosopbie beschäftigt oder irgend ein Interesse fur drc- .felbcn hat, wird das Buch mit größtem Nußen lesen;_ cs wxrd den Sinn für das Schöne und Edle in die Weitesten Kreise des deutschen Volkes tragen. _
57, Prof. Dr. R. Hartmann: „Madagaskar und dre Inseln Seychellen, Aldabra, Komoren und Maß- karenen.“ 80. 1.52 Seiten. Preis gebunden 1 „16 = 60 Kreuz'er._ Diescr Band ist der ?. Theil des Werkes: .Der Welxthxil Afrika uz Einzeldarstcllungen,“ Aber er bietet auch ,ein selbstandtges und bet den Vorgängen auf Madagaskar gerade xeßt lebhaftes Inte'refse. Von kundiger Hand sind uns die obenßenannten Inseln m xhren Bodenverbältniffen und Produktxn, ihren Einwohnern„ deren Srtten, Gebräuckxen und chcsnsvorl)ältnis1en geschildert. Wcr_s1ch für fremdes Land und für frc'mde Llutc interessirt, wird „hier eme rctche QueÜe der Belehrung und Unterhaltung finden. Dre Fauna un_d Floxa der einzelnen Inseln ist gründlich behandelt, aber Tuck) dte ngtcynal- ökonomische und kulturhistorischc Seßte wurde sorgfaltjg und, m Zbren charakteristischcn Erscheinungen aufgefaßt. Ebenso erschemen dre sozxalen und religiösen Einrichtungen mit Klarheit dargestellt. 23 VoÜbrldxr und 28 in den Tkxt gedruckte Abbildungen erläutern dcn1clben. Em ausführliches Register erhöht den Werth des Buchs, an dem Jung [:x-“.d Alt, Gelehr“ und Laien Gefallen finden Werden.
58. I. Löwenberg: „Die Entdeckungs- und For- scbungsreisen in den beiden Polarzonen.“ (80.152 Sexten. Preis gebunden 1 „(€ = 60 Kr.) _ Nach einer übers1chtllchen_ geogrq- phischen Rück- und Rundschau belehrt der Verfasser uns uber dze Wiederaufnahme der beldenbaffen Polarreisen tm Jabxe 1818. Wir begleiten Franklin und später die Franklinsucbcr auf ihren Fahrten, reisen mit den „dkutschcn arktischen Argonauten“ Koldewey, Dorst, Bessel, v. chglin, v. Zeil, Weyprecbt, ayer, Roß, "Challenger, Nordenskjöld u. a. m. nach dem äußersten _ „orden und Suden. Hoch- interessante Erörterungen über Ballonexpedtttonen zum Pol und dre Polarforschung der Zukunft schließen das Werk_ ab, Welxhes gut aus- gsstattct, mit instruktivcn Karten und axtsfßbr11chem Regtster versehen, cinen zeitgemäßen Stoff in anregender Werfe'hchgndclt.
Zürich, 21. November. Der bekannte Htstoxzker Dr. Johannes Scherr, Professor am hiesigen Polytechnikum, 111 heute nch [an em Leiden gestorben. Johannes Scherr, Bruder des Schweizer S ul- manncs Jgnaszomas Scherr, war geboren am 3. Oktober 1817 zu Hohenrechberg, besuchte das Gymnasium zu anund ynd die Universitäten zu Zürich und Tübingen, jvtrkte dann xme Zett lang als Lehrer und ließ fich 1843 in Stuttgart _meder, Zvo er 1844 mit der großes Aufsehen erregenden Schmft: ,Wurttem- berg im Jahre 1844“ den politischen Kampfvlaß betrat. , 1848 wurde er in die württembergische Aßgeordnetenkmnmer ,und zu dxn Landcöausschuß gewählt und stand wahrend der RevvluttoUSzerx unt an der Spiße der demokratischen Partei, weshalb er nacb'Yuflosung der Kammer 1849 in die SchWLiz flüchten mu tx. Ex ließ sich zu- nächst in Winterthur nieder, wo er langere ext [Örrftsteüerzsch be- schäftigt lebte, bis er 1860 als, Prof'efforAdxr eschtchte und Literatur an das eidgenösfische Polytxchntkum m Zurich berufexx )vurde, w? er bis zu seinem Lebenßcnde Wirkte. Von Schxrr's belletrnttscben Schuster! smd am bkkanntesten die Romane: „Sckyrkler“ (1856): .Mjchel, Ge- schichte eines Deutschn unserer Zeit“ (1858, 5. Aufl. 1878 ; von fernen Historischen Werken: „(Geschichte deutscher Kultur und itte“ (1853, 7. Aufi. 1879 ; .Geschiche der deut1chen Frauenwelt“ (4. Aufl. 1879); „Blk: er, seirxe Zext und sein Lxhcn' (1862). In das Ge- biet der Litergrurgescbtcbte gehören: „Brldcrsaczl der Weltliteratur“ (neue Bearbcttung 1869); .Aligcmxmc Geschichte der Literatur“ (6. Aus. 1881); .Schtller und seme Zett“ (1859); „Germania, zwei Ja rtausendc deutschen Lebenö“ (3. Aufl. 1880).
Veterinärwesen. B e [ gi e n.
In neun Provinzen Belgiens herrscht die Lun en an e unter dem Rindvieh in bedeutendem Umfange. g, s ck