olens, Schwedens :c.), sowie von Stqawmännern (Hardenberg, Jürt Bis- marck, Brühl :cLÉJuristenSWÜofovben (Fi te re.), istonkern,Tbeo-
Europas (Englands, Frankreichs. Spaniens, Rußlands,
logen, Dichtern oetbe, S_ iller, Gellert, vron, riosto, Dante2c.) und anderen berühmten Mannern_bteten. Von, den Herrschern des preußischen Staates werden berucksichtigt: Friedrich Wilhelm der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm_ ]., Friedrich 1]. der Große, Friedrich Wilhelm [U., „Triedrtcb Wilhelm 17., sowie der deutsche Kronprinz Friedrich Wi elm; besonders viele Schriftrn betreffen Friedrick) den Großen. Von anderen Herrschern heben wir nqch be- sonders hervor die Kaiserin Katharina 11. von Rußland und die Kö- nigin Elisabeth von England. _Dxr vorstehende Katglo schließt eine Mcngr schr wertbvoller und wichtiger Biographien m Zick). . ' - Der Buchhändler und AntiYar Paul Lehmann in Berlin (Franzöfische Straße 33 9) hat vor rzem 2 Kataloge (Nr. 35111 und FU?) seines antiquarischen Bücherlaaers quögegeben. Dcr erstere, Nr. RUU, enthält unter dem Titel „Rccht§wrffenschaft“ ein Vrrzeichniß von 2228 rechtßwiffenschaftlichen Schriften, welche unter folgenden Abtheilungen vertbeilt find: Literqtur und Philosophie des chbts, sowie Vermijchtes; 0110111, Zeitschriften, Entschrtdungen, Reckotsrälle; Geschichte und Quellen des römischen Rechts m1t_Kom- mentar; Gc1chichte und Quellen dcs deutschen Rechts, Geicßjaxnm- lungcn, Provinzialrechte; Ausländisches Recht; Lehrbücher des Privat- rechts; Civilistisckxe Monographien; Familienrecht (Ebe-, Erb- und Vormundschaftl.); Obligationen, Verträge, cFxorderung und Cesfion, sowie Kompensation; Besixz, Cigrnthum, Verjährung; Handels-,
Wechsrl-, See- und Gewerberecht; Grundbuchwesen, Hypo- tbekcnrecht, Lohnrecht, Pfandrecht; Baurecht, Bergrecht, Prcßgcsexgebnng, Urheberrecht re.; Gcrichtßverfaffung 11110 Prozeß; Gerichtspraxis, Freiwiüige Gerichtsbarkeit, Notariat; Strafrecht und Strafprozeß; Kircbenrecbt. - Nr.F1-17 „National- ökonrmie und Staatéwiffenscbastcn“, fiihrt - außer cinem „Nach-
tragc“ zu Katal. FUL] 12 rcchtswiffenschaftliche Schriften um- faffend - 1765 Schriften unter folgendcn Rnbrikcn auf:_Allgem. Staajs- und Völkerrecht, Diplomatik, Politik, KonsularWeien, All- gemeines; Deutsches StaatSrecht und Politik; Preußisches Staats- recht und Politik; StaatSrecHt und Politik der deutschen Staaten außer Preußen, „sowie Adel; StaatSreclU der ausländischen Staaten: Nationalökonomie im AÜgemeinen, sowie Soziale Frage; Statistik, VersiÖerringswcsen, Grundeigentbum; Finanz:, Bank-, Zoli-, Münz- und Steuerwrsrn; Verwaltung, Polizei, Armen-, Vrreins- und Ge- rwffcnsckxaftswcscn; Handel _und Industrie, Verkehrswesen (Eisenbahn und Post). - In beiden Katalogen findet man eine Menge Werth- voller und wichtiger Schriften über die angefiihrten Materien.
- Die in Leipzig und Berlin am 27. d. M. erscheinende Nr.2265 drrJlluitrirten Zeitung enthält folgende Abbildungen: Fraurnbrldniß Von Tizian im Louvre zu _Paris. Nach drm Kupferstich von Forster. - Aus 0811 oberöstcrrcichijcch Alpen: Die Tborsäule am _CwianSchnre (im Hintergrund die Dachsteingruppe im IMOZ?!" nebel). 31,96) der Natur gereickynet von A. Heilmann. - Aus ul- garicn: Ems Si urig der Großrn Sobranje in Tirnowa. Nach einer Skizze von St. Fitcha. - Aus der JubiläumsKunstausstellung zu Berlin; Neugierige. Nach dem AquareÜgemäide von Ludwig Passmi. (Zweise-iitg.) - Allerscrlcntag am Sarkophage König Ludwig's 11. in der Si. M1chaci§-Hofkirchc zu München. Origiizalzeicbnung von Eugen Äorsttg.- Paul Bert, französrschcr Gcncral-Reiidcnt in Tongking und
nnam, i' am 11. Norember. - Gustav Frhr. von Heinc-Geldcrn (" am 15. November. - Das neue Postgebäude in Erfurt. Nacb eincr pbytograpbtschen'Aufnahme (ezcichm't von G. Theuerkauf. - Bauernhauser. 9 Abbildungen. 118 der neuesten (4.) Aufkage von .Meyer's,Konversations-Lexikon' (Leipzig, Niblixgravbiscbes Institut). 1) Hoi'stcimsches, 2) Westfäiiscbes und sächsischcs, 3) Schleswigscbes, 4) Frank1sches, 5) Schweizer, 6) Oberdeutsches (SchwarzwalY, 7)„H1nrerpommcrschcs, 8) Wendisches Bauernhaus, 9) Tbüringis - frankisrhcr Bguernbof; - Polytechnische Mittheilur! en: Buchdruck- Schreibmaschme Westfalia. Patentirics Notenschränk en. 2 iguren. - Moden: Promenadenanzug. Gesellschaftstoiictte. - Wei nachts- buchrrUsch; Auf dem Berge. Holzschnittnachbildung nach einer Orzgtyalzeickmung axis „MW und NeueS“ von Ludwig Richter. (Leipzig, Alphons Durr.) Aus „Richard Wagner's Helden estalten“, erlautert von Hans v. Wolzogcn. (Leipzig, Edwin Öchiömp.) 2ls2l§ildémgem ITW Schelper als Telramund. August Kindermann a mr e.
Getverbe und Handel.
'Zur Lage des Bernsteiygeicbäftes schreibt die „Chemiker- Zettung“: Das Bernstemgescbaft hat im verflossenen Jahre eine Aenderring dadurch 'erlitten, daß es in_Wicn gelang, kleine Stücke Bcrnsiem, Welche b1§lang von der Lackiabrikation konsumirt Wurden, zu großeren zu bereinigen, wodurch AbZaH und Preiéstellung der großen uiid werthvbiler'en Waare 1ehr nacht eilig bcrinflußt wurden. Um diesen *Verha'ltmsie'n „entgegenzuarbeiten, bat die Wekifirma Stantien und Becker m Königsberg i. Pr., welche, (1118 kleinen Anfängen hervorgegangen, gegenwartig fast, die ganze Bernstein ewimmng und deri gatien ernsxemhandel in Fanden hat, seit fast Ja resfrist solche chme ernstrnistucke, Wi? sie either zur Lackfabrikation Verwendung fanden, gar mcht_ mehr 1n„den Handel gebracht. Vielmehr hat die grnannte Firma „m Paimmcken untcr Aufwand bedeutender Mittel 81716 Schmelze errichtet, m welcher die kleinen Bernsteinstücke zu Bern- stxmkoiophon verschmolzen Werden, um dann in 6 verschiedenen Quali- tgten 111 den Handel zu gelaizgcn. Da das Schmelzen des Bernsteins eme zettrgubende und mit ziemlichen Unkosten Verbundene Arbeit ist und, zygleick) wegen, des dabei auftretenden Geruchcs die Nachbarschaft belasttgx, so erscbetnx das Unternehmen der genannten Firma als ein wesentlicher Fdrt'schrztt der Lackfabrikation. Ob es ihr gelingt, durch dasselbe der Imttatwn von Bernstein den Boden ganz zu entziehen, bleibt abzuwarten. Thatsache ist, da die meisten Lackfabrikanten den geschmo1zenen Bernstein als eine se r gute Errungenschaft begrüßen und,m1t großer Vorliebe verarbeiten. Die wenigen rößeren Lack- fabrikantc'n," die sich, da sie die Schmelzanlage einma? haben noch dagegen strariben, werden vielleicht über kurz oder lang ck an ) eines Besseren besmnxn, insbesondere, Wenn fie den kleinstückigen Bernstein ntcht mehr grnugend bekommen, da die Händler, die noch alte Vorräthe besitzen, damit wohl baid geräumt haben werden.
__ „In der Schmelze m Palmnicken Werden die Bernsteinstückc sorg- fa[tzg nach ihrer Farbe sortirt und dann einer Wäsche unterworfen. Wetter wird der Stem, um einen möglichst hellen und blanken Lack zu erziklen, im Dampfbade von ca. 150 Grad mit bestimmten Agentien so behandelt, daß die qußere dunkle Rinde losweicht, während der helLe feste .Kc'rn erbalten bleibt. Hierauf_ erfolgt das Schmelzen des Steins, wobei ihm durch Dampf möglichst viel Bernsteinsäure und Oel ent- zdgen wird, wodurckx wertbvoUe Nebenprodukte gewonnen werden und ezn Kolophdn resultirt, welches emen glänzenderen, dauerbafteren Lack liefert. Die Firma arbeitete Anfangs mit Gasschmelzöfen, [)at drxkelxbten 1th aber verworfen und ein anderes Schmelzverfabren ein- ge u r .
Dir Gesamzntausbeute anlBernstein, der ausschließlich an der ostpreußischen Kuste, und zwar in den Bernsteinbergwerken Palmnicken und Kraxtepellxn und der Bernsteinbaggerei bei Schwarzort gefördert wird, betrug tm Jahre 1885 ca. 3670 Centner, gegen 4480 Centner im Jahre 1884.
Kottbus, 25. November. (W. T. B.) Die Generalver amm- lung der, OberlausitzerEifenbahngesellschaft batdie fferte der Königlichen StaatSregierung wegen Erwerbung des Gesellschafts- unternehmens mrt 27 807 Stimmen angenommen.
Nürnberg, 24.November. (Hopfenmarktbericht von Leo- pold Held.) _Der Markt bleibt sich völlig gleich. Der größte Theil der Umsaße ist nach wie vor auf Rechnung des Exports und zwar vornehmlich auf das (Gonk? des Ex orts nach Amerika zu setzen, doch gebt auch" ziemlich viel nach ngland. Für Amerika wurden tbeilweisx ordinare opfen zu 25-33 „45, dann aber auch größere Quanmaten Mittel orten 11 40-50 „15, und' etwas Primawaare bis zu 70 „45 gekauft. Zum xport nach England sind viele grünlich- Ylbe glattfarbige opfen zu 25-40 .“ genommen worden. Der
undsckkastsbedarf ist kein großer. Die Preise smd völlig unverändert
und die Stimm ** rubi . Der Gesammtumsaß der ersie_n drei Tage din WQ betrxat ca. 3500 Ballen. Die Nottrngen lauten: ebirgsbopfen 70-75 „46; Maxftbopfen 25_55 «46; Auch- gründer 25-75 .at-; llertauer prima 75-90 .“, mittel 45-55 .“, gering 25-35 .“; ürttemberger prixna 75-90 „44, Mittel 45- 50 .at, gering 25-35 «45; Badische pnmz: 80-85 „si. mitte! 40- 50 .“, gering 25-32 .“; Wollnzacber Siegel 70_95 .“: Spalter Land 75-150 .“; Elsässer 25-60 „M; Posener 30-85 „4.5 „_
London, 24. November. (A. C Der Handel in fabki“ zirtem Eisen liegt im Norden 11 lands noch immer sehr darnieder. In Dorman, Long & Company s W?" Marsh Works, tn Middlesborougb Haben am Sonnabend nicht Weniger als 300 Arbeiter einwöchentliche KündiWn erhalten und_ in Jamcxs Brothers Ayrton Rolling Mills sind ] erbeitcr von einer abnltchen Maßregel be- troffen worden.
Bradford,*25. Novrmber. (W. T; B.) Wolle fest, eher tbeurer, Garne ruhig, fest, Stoffe geschaftslos.
St. Petersburg, 26. November. (W. T, B.) Den .Nowvsti' zufolge hat der Reichßratb den GeseURentwurf ange- nommen, wonach vom 1.(13.k) Januar 1887 ab die evenuen au's russischen Eisenbabna tien besteuert werden syUen und zwar m1t 59/0, soweit die Revenuen von der Regierung gurantiri smd, rnit 39/0, soweit dieselben nicht garantirt sind. AuSgcnommen smd die Aktien folgender Eisenbahnen: Warschau=Bromberg, Warschau-Wien, Warsckpau-Terespol, St. Petersburg-Warschau, „Dunaburg-Witebsk, Tambow-Kosäow, Kurök-Kiew, ferner der Nikolaibabn, der Zarskoje- Sclo-Bahn und der Lodzrr-Vabn. , „
New-York, 25. November. (W. T. B.) Em aus Mextkd cingetroffencs Tele ramm meldet: im mexikanischen Kongreß set eine Vorlage, etreffend einc Zollreduktion auf landwirib- schaftliche Gerätbe und Steuerfreiheit auf 50 Jahre für able Kohlen-. Eisen- und Qucckfilber-Minen, ringebracht wvrdcn. Unter den zoll- freien Waaren sind zahlreiche Einfuhrartikel aus England und den Vereinigten Staaten.
Verkehrs - Anstalten.
London, 25. November. (W. T. B.) Der Castle- Dampfer .HaWarden-Castle“ hat gestern auf der Aqucise Capetown pasfirt.
Sanitätsnwfen und Quarantänewesen.
' [Oesterreicb-Ungarn.
Laut Verfügung der K.K. Secbebörde zu Tricst werden die Provenienzen aus Fiume und den übrigen Häfen des ungarisch- kroatischen Küstenlandes in Triest fortan zum freien Verkehr zugelassen.
Die Provenienzen aus dem österreichisch - illyrischen Küstenlande unterliegen in Dalmatien einer dreitägigen Quaran- tane, die aus dem ungarisch-kroatiscben Küstenlande einer 24 stündigen Beobachtung.
Italien, Quarantänq-Verordnung Nr. 21. Laut Verordnung des Königlich italienischen Ministeriums des Innern vom 17. November 1886 kommt auf die Sardinien be- nachbarten kleinezi Jnsrln, mit Arisnahme von Asinara, die Quarantane „gegen die von der_HauPtinsel anlangendcn Provenienzcn ern dcm bezeichneten Tage ab in Wegfall. An die Stelle derselben tritt das im ganzen übrigen Königreich gegenwärtig bestehende, durch die Verordnung Nr. 17 vom 12. September d. J. (Rcichs-Anzeiger Nr. 223 vom 22. September 1886) vorgeschriebene gesundheitSpolizei- [tech Verfahren „cm und zwar auch für diejenigen nach jenen Inseln bestimmten Schiffe, welcbe sich gegenwärtig in Beobachtung befinden. Tunis.
. Zu den gegen Ankünfte aus Sardinien, Fiume und vom italie- nischen Festlande bestehenden Quarantäne-Maßre rin (Reicbs-Anzeiger Nr. 239111117270 vom 11. Oktober und 16. ovember d. I.) ist durch Ministerialbescbluß vom 12.November 1886 eine für sämmtliche Hafen der Regentichaft angeordnete fünftägige BeobaÖtungsquarantäne gegen Provenrenzen aus Genua und Spezia binzugetreten.
Berlin, 26. November 1886.
Den „Erfolg, den, die Kunsthandlung von Frixz Gurlitt in Berim Mit den von ihr zuerst veranstalteten Nachbildungen fana- gratschcr Terrakottcn in der Größe und in dem Material sowie 111 der fertigen Bemaiung der Originale erzielte, hat sie dahin geführt, aus derartigen Nachbildungen eine besondere Spezialität zu machen. Der_t ersten, Thorifigürcheu von Tanagra folgten mehr und mehr andere Stucki? gleicher Art, und Jegenwärtig ist die Reibe dieser Arbeiten auf nicht weniger'als 47 I ummern angewacbsrn, die eine Auswahl der allerbestewOrrginale Jedermann zugänglich machen. Die neuesten, cht erst erschienenen Stücke sind drei in höchstem Grade interessante Aphrodite - Gruppen aus der Sammlung des Profe ors Dr. von Kaufmann, „deren Werth den Besuchern der Ausf ellung poly- chromer , Bildwerke in der Nationalgalerie durch die Von dem Besrker leihweise überkaffencn Stücke bekannt geworden ist, In der emen dieser'Gruppe sind Ares und Aphrodite einander gesellt; in der anderen tritt Hermes zu der ruhenden Göttin heran; in der dritten und wohl schönsten von allen wird die in ihrem Sessel Tbronende von Charitinnen bedient und, geschmückt. - Neben diesen Terrakotxen brachte, die Gurlitt'sche Kynstbandlung sodann vor etwa Jahresfrist den (Mix!) dem Original in Wachs modellirtcn und be- malten schönen adcbenkopf aus dem Museum zu Lille, eines der interessanten Stiicke unseres Besitzes an älteren Kunstwerken, dessensUrsprung sicher im Kreise des Leonardo zu suchen ist, und an tbr! reiht sich jeßt als eben erschienene neueste Re- vrodukiton die Nachbildung cines ebenfalls in Wachs modellirten Renatssance-Bild We rks, der kleinen, 16 Centimeter boben Gruppe der „Venus mrt'dem Amor“, einer italienischen Arbeit aus dem 16. ngrhundert,d1e' sich im Besitz der, Königlichen Museen befindet. Treffluh ist der Kopie ,der kleinen, völlig unbekleidet dastehenden, mit Armriygen und nut einem Haarschmuck aus winzigen bunten Perlen geschmuckten Figur, die mit der Recbxen den gegen ihre Hüfte fick) ste_tnmenden Amoxknaben unterstii t, wahrend die "rückwärts auf der Hufte ruhende „Linke den Bogen ält, die Wiedergabe der zierlichen, ans Kokette streikenden (Grazie und der dabei in dcr ganzen Bewegung der Gestalt fich außsprechenden Wahrheit der Naturbeobachtung e- lungen. Es, ist nicht zu bezweifeln, daß der Reiz der origine en Statuettx die gelungene Nachbildung zahlreiche Freunde gewinnen lassen wird.
Leipzig,'25. November. (W. T. B.) Der vierte Civil- sengt des Reicth'ericbts untxr dem Vorsi)? dcs Reichögerichts- Yrgsideriten Dr. Simson hat die von. den » eichsta Sabgeordneten
trtchlet und Hasenclever gegen ihre. VerurtFeilung zur HerauSgabe'empfanaener Parteidiäten in Höhe von 500 und 1501 „45 eingelegte Revision verworfen. Vom Gerichts- bofe wurde erkannt, daß die Ober-LandeSgerichte in Köni Sberg 1. Pr. und Naumbur a. S. den Artikel 32 derReichsverfafung und die bxtrcxffeizden aragravben des Preußischen Allgemeinen Landrechts ricbttZJmterprz-„tirt und angewendet haben. . as Retchs ericht bat den'Redacteur Prohl aus Kiel wegen erbre ens des vo endeten Landesverraths in idealerKonkurrenz mri Be techung zu 9 Jahren Zuchthaus und Verlust der Ebrenrechte auf 10 Jahre verurtheilt. '
London, 24. Noveruber. (A. C.) Wie die „Times“ schreibt, bat sich der Afrikareitfxnde enry M. Stanley vor seiner Abreise nach den Vereinigten taaten erboten, die Führung einer
nicbtmilitärischen E xp ed iti o 11 vom Osten Afrikas nach U 9 a n d a
zu übernehmen, um den König, den Sobn ein * “ Mtesa, zu_veranlaffen, _den Verkehr durch 1.119.353ka FW und Exntn Bev HulFx zu bringen, Rach Stanley'sm .; , __ würde eme solche Expedition 12-18 Monate .in Ans!) * und er hat Hrn. J. . utton in Manchester seine Anficbteri und den Kostenüberschlag der Regierung sowie Leuten, „we'lche fich für esfire_n, vorzulegen. Augenbltxkltch ist Lord IddeSlej Erwagung der Sache 5Z1chafjigt. Hr.Sinnley wird MY unt York nach Europq zurucxkehren, sobald die Ausfübrxm dvon N“, nehmens gefickiext rst- Eme persönliche Entschädigu"g bge ses nicht. - Jr) einem gestern 111 Edinbur abgehaltenenanY? der, schottischen gedgrqpbxschen Hesellscbaft m ' Afrtkareisende 1)r. _Felkrn die Mittheilung, daß er soeben Qchte , Juni datirten Brief vqn Emm Bey erhalten habe !?)va selbe sagt, daß er sich bet guter GLsUndhk-it befinde und-auxrmdw edenke. Dgs Meeting kan) uberein. die Regierung zu [;ckqu- ntsaxz Emm Bey's eme friedliche Expedition zu entsenden M, zu:.
Aleppo. 25. November. (W. T. B, Au
ncur Dscbxmil Pasxba wurdrwbeute, w)äk)rendf FrenzuGouvkk" Straße pasyirtc, von einem Jndwrduum drei Revolver ck.?“ abgcgcbrn. Der Gou'verneur wurde nicht getroffen Und Verba tu1sc Attentater selbst. Die Ruhe ist nicht gestört worden. redn
Im Deutschen Theater wurde gestern das " - 'äbrige Schriftsteller-Jubiläum des Direktors 2155593333339 egangen._ Am Morgen versammelten fick) die Mitglieder des Julck tuts zu einer festltchci) Begrüßung des Jubilars auf der Bühne sit- am Abend gab man ihm zu Ehren an dieser Stelle das fünfakltéd Lustspiel „ Doktxor Cl aus “, welcbes vor Jahren eine Unge 551? Reibe vdn Auffubrungen_ auf der WaÜner-Büöne erlebte zude welches 1,11 der That dir Eigenart des dramatischen SHUNT; LArronge 9 am besten zum AuLdrnck bringt. Die gcstxj * Yuffubrrxng gestachte fick) für den Dichter und Jubilar gl: einer schrnen Ovation' schon bei seinem Erscheinen in der LogewurJS. cr yon dem "voll befeßten. Hause durch [ana andauerndes Beifai- klatyckxen begrußt urid naxb xedem Aufzuge mußte der Jubilar wieder- holt vor drr Gardine er1chetnen und die sympathischen Kundgebungen drs Publikums entgegennehmen; zum Schluß drückte Direktor L Yirronge in einer kurzen Ansprache seinen Dank für den ihm gezolltm BetfgÜ aus. -_ LArronge Hat_der deutschen Bühne eine ganze Reihe wirkjanxer Lustspiele und Volksjtücke geschenkt, welche das Bürgerreiht auf deriexben gewonnen baden, und einige der von ihm geschaffenen und
aui die Bnbne grbrachten Gestalten haften als Typen in unserm Gedächiniß Wir brauchcn uber das beliebte und in ganz Deutschland bekannte Lust; sptel'„Doktor Klaus“ nicht noch einmal kritisck) zu Gericht zu Wer:- es sei genua, 'zu bemerken, daß die gestrige Festaufführung akie vor; treffltchen Seiten desselben poll zur Geltung brachte, und was etwa daran zu tadeln ware, möglichst verschwinden ließ; aber das Verdienst des Verfasser? 1110chten wir doch gerade bei dieser Gelegenheit beto-“Z nen, daß er in semrn dem Volksleben entlehnten Bildern immer:. nach Wahrheit strebte, daß er das Niedrige, das Gemeine vermied mid seinen _Erfolg davvn erwartete, daß rr poetische Gerechtig- * kett walten ließ, daß er das Gute als das Sicgreiche, das Schlechte als ,das Unterlregende binstellte, daß er den Segen ehrlicher Arbeit drm Unsegen de_s Müßiéiganges, das hehre Gefühl des Pflicht- bewußtiems der nquirscbew G e_icbgültigkeit gegenüberstellte und so auf Herz, Seele und Gemutk) lglleichmaßtg tiefe und schöne Wirkungen ausübte. - „Dic gestrige Vorste ung war also, wie erwähnt, eine in alien ' Werken und im Ganzen, auSgezeichnete. Von den auptdariteüern, welche schon vor Jahren 1m_ Wallnertheater mitgewir 1 haben, finden wir_ Hrn. Engels. hier Mit seiner komischen Meisterleistung gls Kutjcher Lubowskr wieder; ferner wirkte gestern Fr. Karlien als Fr. Dr. Claus in ihrer alten Rolle, während Hr. Kade!- burg und Hr. Schönfeld, wenn wir nicht irren, ihre Plätze vertauscht batten. Die Titelrolle gab Hr. Dr. Förster mit Aus- zeichnung, abcr nicbt besser als früher Direktor Lebrun; in den ersxen Akxxn wobl etwas" zu barsch, fand er später wahre Töne des Mti- gefubls und der Nahrung. Die Tochter Emma wurde von Frl.?ignes Sorma niit liebenswürdigxm Humor und zarter Verschämtbett zur (Geltung gebracht; auch die „Frau Baronin“ fand in Frl. Marbera eine vortreffliche Darstellerin. In Episodenrolien fanden Hr. Früh- mgnn und Fri. Stolle Grlegenheit ihr Talent feiner Charakteristik lanzxn zu lassen. - Der Vorstellung wohnten Ihre Köntallcben 330561661) der Prinz Wilhelm und der Erbgroßherzog von Olden- urg et.
Jm Beilr-Alliance-Tbeater seßte Fr. MarieGeiskiü' ger tbr Gastspiel am gestrigen Abend in Anzengruber's Bauern- komödte „Die; Kreuzelschrciber“ fort und fügte den E'rfolßen, welche fie seit ihrem augenblicklichen Aufenthalt_ hierselbst erzielt ak, einen neuen zu. In der Rolle der Josefa, einer “ung verheiratbekkn- lebenslustigen Bäurrin, kann die gefeierte Künsterin ihr Talentso WCM“ n'ack) den verschiedensten Seiten hin verwertben. Das Derbe, Natnrliche der energischen Ehefrau, das tropi e, selbstbewußte Wess?“ derselben Alles das fand in dem ausgezei neten Spiel der ©9111 seinen wirkunJstollen Ausdruck. Die bewundernswertbe Jugendfruibe, welche dteKün tlxrin fick) erhält, kam ihr beiDarsiellung derJosefa besonders zu Statten und la“ t uns die Figur nur noch gefälliger erscheinen; MW“ schalkhafte Humor, welcher der Fr. Geistinger fo Wohl ansteht, kÜWt anregerzd durch und tragt zur Erheiterung der Zuschauer MWM mrt bet. Einen tüchtigen Partner fand die Dame in Hrn. «11le welcher den kräftigen jungen Bauern vortrefflicb in Maske undSplel wiederzugeben verstand und aus demselben eine prächtige, lebens- wahre _Gestalt zu schaffen wußte. Gleich tüchtig in ihrer Art waren
r. Binder und Hr. Hannq ; die beiden„a[ten von ihnen dargkßeme"
„urichcn waren cbarakteristische Typen Die enannten KMW zeigten fick)" in ihren Ronen als ausgezeichnete C arakterschau1PTE[?k- Dasselbe laßt sich auch Von Hrn. Huber agen. Die übrtk]?n MÜ“ wirkenden spielten und fangen flott, soda die Vorstellung mfjeder Ftnsicht eine lobenswerthe war und hoffentlich recht viele Wieder- olungen erlebt.
Am gestrigen Abend fand das zweite Concert des PM"sten Hrn. Sauer tm Saale der Sing-Akademie statt. „Es elangkkli nebeti der Beethoven'schen Sonate op. 31 1 fünf Cbopm's KKW. Positionen, diznn das umfangreiche 01). 88 „Thema und Vartatxonend - Von_ A. Rubinstein, zwei kleinere Sachen von G. Sgambatt un schlie lich" die Rhapsodie Nr. 12 von Fr. LiSzt zum VMM?“- Irn der usfuhrung dieses umfangreichen Programms erwixs ick) Hl]; Sauer nacb 1eder Richtung hin als der auf hoher künstlerischek VZ, endung stebepde Klapierspieler, Welcher in vollem Maße die MW„ nungejn verdient, rnit welchen, er Seitens des zahlreich erschienen? Publikums uberschüttet wurde. * d'e
' 21111 Sonntaa, den 28. November, Abends 711118!) geben la lemvrrtyosin Marianne Eißler und die Harfenvirtuofin Clakch Etßler 1n„der _Sing-Akademie ein Concert, in welchem Tum die Klaviervtrtuojin Emmy Eißler mitwirken wird. Auf Sfb Yrogramm stehen Kompositionen von Benedict, Vieu temps PULS
lvars, Wagner-thbelmj, Massenet, Wieniawski, ohn Thom“ Sarasate, Godefroi, Oberthür und R. Pohl.
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Redacteur: Riedel.
Verlag der Expedition (S ck) olz).
Druck der Norddeutschen Bu druckerei und Verlags-Anstalt- Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32.
Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage)-
Berlin:
Erste Beilage.
zum Deutschen Reichs-Anzeigcr und Königlich Preußischen Staats-Anzriger.
Berlin, Freitag, den 26. November
1886
„44? 279.
Reichstags - Angelegenheiten.
Die Begrizndung zu dem_Cntwurf eines Geseyeö, betreffend die Friedens-Pra1enzstärke des deutschen Heeres, hat folgenden Wortlaut:
Die Friedens-Präsenzsiärke des deutschen Heeres ist zuletzt durch Geseß vom 6.Mai 1880 "geregelt und hierbei für die Zeit vom ] April1881 bis 31. Marz 1888 auf 427 274 Mann, d. h. auf 1'Prczent der nach der leßtvorber egangenen VolkSzäblung (1. De- zember 1875) ortßanwesenden Bevöl erung festgestellt worden.
Gegliedert ist_ das Heer in'
483 Insantene-Bataillone, 20 Jäger-Bataiaone, 465 EScadrons, , 340 Batterien mrt 1404 bespannten Geschüßen, 31 uß-Artillerie-Batailione, 19 ionier-Batailione, 2 Eisenbabn-Bataillonc, 18 Train-Bataillone. ' '
Treu seiner Bestimmung bildet dieses Heer die Bildungsscbuse des deutschen Volkes Fur de„n Krieg; „seine .K'rtegstücbtigkeit bietet die hauptsächlichste Gewabr_fur dre Sicherheit und. Macbtsieilung des Reichs. Eine schwere Tausxhung wurde es aber sem, wenn das Be- wußjsein, eine starke und kriegsbereite Armee zu „besißen, die Gefahren unterschäßen ließe, welcbe Deutschland aus ferner von allen Seiten einem Angriff aus eseytrn LUIS €rwachsem Denn nur der Vergleich mit der Kriegsma x der benaxhbarten Großsiaaten giebt einen Anhalt für das Maß der eigenen Starke. Kaum hat es eine Zeit gegeben, in Welcher die Bestrebrmgcn, die Wchrkraft nachhaltig zu festigen und zu steigern, so allgemein [perrorgctrctxn find, als “rzie jüngst verflossene und die gegenwärtige. „Freilich ist die deutsche Krielésmacht unter dem zwingenden Druck der außeren Verhaltnis; gleichfa s gewachsen; das Heer verstärkte M) von 378 069 (1870) mx Iqbre 1871 auf 401059 und seit 1881 auf 427 274 Mann; die Marine in dem gieicben Jahren von 5744 auf 10451 (1880) bezw. 13 892 (1886 Köpfe, aber trotz dieser Vermehrung kann es keinem werfe! unter iegen, daß die mili- tärische Lage mehr und mehr zu un e_ren Ungunsten fich verschiebt,
Hiermrt läuft das abs Frucht eines gldrreicben Krieges neu er- ftandene Deutsche Reich fur xine absehbare ZukynftGefabr, bei einem drohenden europäischen,Konfltkt nicht mehr seine der Erhaltung des allgemeinen Friedens dtenrndeqPoltttk nachdrizcksvoil führen zu können, es ist sogar, wenn auch fur x_ms'dcr Krieg unvermeidlich werden sollte, die kaum crrun cnc ScWstandigkett des Reichs bedroht. Einer
ewi enbaften VergleicZnng unserer Heeresmacht mit derjenigen unserer ack) arstaaten bedarf es daher mehr abs je, und kein sein Vaterland liebender Deutscher wird die danack) für uns sich ergebenden Noth- wendiakeiten verkennen können.
Frankreich hat nach dem Feldzuge 1870/71 MF: geringerer Be- völkerungsziffkr ein stärkeres Friedenssbeer als Deu cbland aufkgestelit und dasselbe, welches 1870 358 846 Mann (0,93 0/0 der Bevöl erung) betrug, 1880 auf 444 477 (1,18*')/0 der Bevölkerung), 1886 auf 471811 Mann (1,22* 0/0 der Bevölkerung) - ausschließlich Offi- ziere 2c. - gebracht. ' „ „ ' ,
Seine Infanterie gliedert fick) gegenwartig m 649 Bataillone (2939 Compagnien, 294 927 Mann), seine Feld-Artilierie in 446 Batte- rien mit 1856 bespannten Gesckpüßeir und 851 bespannten Munitions- wa en. Diese schon seit dem Kriege 1870 m erheblichsiem Maße ver- mcßrte Waffe hat auch in den letzten Iqbren ,nocl) eme Steigerung der Krie sbereitschaft durch veränderte Dislokaitop und 'VeWIHruxig um 54 6espannte Gescbüye erfahren„ so daß wir auf diesem Gebiet zu besonderer Aufmerksamkeit genötbigt sind. .
Ein Gcseßentwurf, welcher zur Zeit 'der Beratbmxg unterik-ygt, bezweckt erweiterte, kriegSgemäßere Cadresbtldung und emext ferneren Zuwachs von ungefähr 44 000 Mann. Diese erneute Yerstarkung des Heeres fäilt aber umsomehr ins" Gewicht, als die Marine an Mann- schaften bereits 67 336 Mann zahlt. _ ' , _
Rußland hat .seit dem leyten oricnéaiticbennKriege die Armee rolisiändig rcorganisirt und für seine numerisch uberlegenen Streit- kräfte durch Vermehrung des fechtenden Standes und systematischen Ausbau der Eisenbahnen gleichzeitig crhöbte Kriegsbereitschafx und er- leichterten Aufmarsch geschaffen. Die Friedenscadres der fur emen europäischen Krieg zunächst bestimmten regulären Tru'Ppen smd um 256? Bataiüone, 90 EIcadrons und 35 Batteruxn gestiegen. Die ge- saxnmte russische Infanterie und Feld-Artiilerie umxaßt 9844 Va- taiYone mit 547 450 Mann (ausschließlich Offiziere2c.,),und 395 Bat- terien mit 1736 Geschützen und 160 bespannren Mumtwnßwqgen.
Die Seitens der europäischen Landesthctle mrt Wehr flieht aus- [„ckck-Rick) Finnland im Frieden aufgebrachte Truvpenza [ berechnet
ick“) als ProzethZin der bezüglichen Bevölkerung För? „folgt:
/0 1880 . -. 1,06 „ 1886. . . . . . . . . „0,92,
Der weitere Ausbau der Flotte, welche einen Mgnnicbafrsstand von 26 272 Köpfen erreicht hat, wird mit rastlosem Eifer betrieben.
Angesichts dieser Verhältnisse, Welche um so ernster m_s Auge, ge- faßi'werden müssen, als Deutscbkand, in Anbetrackytder eriorderltxben Bereitschaft nacb mehreren Seiten, nicht die Streitnxitiel 111": eines Unzexnen Nachbarstaates in Rechnung ziehen kann, erwachst dle Noth- jI)endlgkeit, die Organisation und Stärke des deutschen Heeres der ver- anderten Situation anzupassen und Abbüifemaßnahmen so umfassend UNd so bald als möglich eintreten zu lassen. „ „
Allerdings le 1: die erforderliche Vermehrung unserm: Strettkrafte den.“ RKW neue Spier auf; aber nachdem unsere„Nachbarn fich zu 9lk1chrn und größeren Opfern entschlossen haben„ um ihre Aggressivkraft uns geJnüber zu verstärken, haben wir nur die Wahl, ob wir die 9 neuen Ufer auf uns nehmen oder den Grad der Sicherheit Deutx - FWW Isermßixidert sehen wollen, welcher auf den bisherigen Verhalt-
en eru .
Die Ausgaben Deutschlands für seine KriegSmacbt (Heer und Marine) beziffern sich
1870 auf 272 478 397 276 1880 „ 403 425 826 „ „ 1886 „ . . . 446 288 673 „ d- 1)- fur den Kopf der Bevölkerung ' 7,06 “M 8,92 „ IFkch df95531'c5 Zck n ran rei wur en ür en (; ei en we 1870 . . . . . 397 856000 „F6 1880 766 096 000 . 1886 . . . . . 826 616 000 „ verauSgaHt, d. h. für den Kopf der Bevölkerung 10,33 “M 20,42 „ 21 57
Rußland, welches den Unterhalt der aus Finnland fick) exgänzenden Truppen aus Mitteln dieses Landes, denjeni en der irregulären FWpen aus einer besonderen Ka e (KYe der rregglären Truppen) estreitet und für weitere milit rische edürfnisse uber eme gro e Zahl besonderer Fonds (Kasernenfonds 2c.) verfugt, hat gleicbwo [
**) Nach Abrechnung der geworbenen Truppen FLY : R? I;:-
nocb ein Kriegs-Budget von 785.906 259 „46; diese Summe reprä- sentirt gegen 1870 be iebungsweise 1880 eme Steigerung von 279 beziehungßweise 87 Mi ionen Mark.
Es dürfte von Interesse sein, auch den Prozentsatz des Budgets (nach Abzug der Schuldenverzinsung kexmen zu lernen der in jedem der drei vorgenannten Länder dur die Gesammtkosien der Heeres- verwaltzmz in Anspruch genomxnen wird. Für Frankreich und Ruß- land laßt sich derselbe ziemlich zutreffend berechnen und stellt sicb
hiernach 1880 1886 Frankreich . . . . . . 35,38 % 40,46 0/0, „ 11 [and (ohne Finnland), . 49,47 , 40 ,
Fur euts land laßt sich eme gleiche, auf Genauigkeit Anspruch machende Bere nung um deswillen nt t aufstellen, weil die Zu- sammenstellung eines Gesammtbudßeets nicht nur das Budget des Deutschen Reichs, sondem aiich d _ Budgets sämmtlicber einzelnen Bundesstaaten mit berücksichtigen mußte, letztere theilweise nach ganz verschiedenartigen Grundsäßen aufgestellt sind und überdies die aus dem System der Selbstverwgltung, fich „ergebenden Außgaben der Provinzial- und Gemeindeverb'ande mcht mitenthalten.
, Einen zum Vergleich geeigneten Anhalt bieten indessen die Ver-
haltnisse des größten Bundesstaates. Werdxn den gesammten Staats-
auSgaben des preußi (hen Staates diejenigen Aus aben gegenüber-
?estellt, welche das eitens Preußens allein aufzu tellende Militär-
ontingent erfordern würde, so ergiebt sie?, daß letztere betrugc'n: 1875 . . . . 206/0
1880/81 . 26,05 „ 1885/86 . . . 26,04 „
Den Voraussetzungen des Geseyes vom 6. Mai 1880 würde es aÜerdings entsprochen haben wxnn die Frage der Vermehrung unserer Streitkräfte erst zum 1. ÄHrtl 1888 'der Verwirklichun zugeführt worden wäre, aber mit Rückswht auf dix jenseit unserer renzen ein-
etretenen Verhältnisse kann eme Verspatung der Entschließung ver- Fängnißvoll werden. .
Es erscheint daher geboten, mit den entsprechenden Maßregeln nicht bis zum Ablauf der Dauer des gegenwärtig gültigen Gese es zu warten. Allerdings zeigt ÜF!) hierbei, „das; eine Periode von fie en Jahren nicht unter allen_Umstandcn fur dteWeiierentwickelung unserer Wehrkraft maßgebend sem, kann, aber andererseits läßt sich doch aus der gegenwärtigen Lage kein Grund entnehmen, einer neuen Geseßes- vorlage von Hause aus eine geringere Gültigkeitsfrist zu geben. Denn der Erfolg einer jeden derarti en Maßregel ist bei unserem Webr- system durch eine Reihe von Ja ren ungestörter Entwicxelung bedingt. Daher ist eine siebenjährige Periode immerhin ein nicyt ungeeigneter Anhalt fiir umgestaltende Geseyesvorlagen. .
Von diesen Gesichtspunkten ebf die gegenwärtige Vorlage aus und schlägt demgemäß vor,. die Friedens-Prasenzstärke des deutschen Heeres schon vom 1. April 18 7 ab und für die Zeit bis zum 31. März 1894 auf 468 409 Mann (ausschließlich der Einjährig- Freiwiiligen), d. b. gegen Zext um 41 135 Köpfe zu erhöhen.
kZu den einzelnen Betunmungen rst noch Nachstehendes zu be- mer en:
1: §. 1.
Die Zahl Von 468409 9.) ann entspricht einem Prozent der nach der Zählung vom 1. De ember 1885 ortsanwesenden Bevölkerung und übersteigt biernack) mcht das bisher maßgebend gewesene Ver- hältniß. 'Die 'ährliche Mehrxinsxellung von 13000 bis 14000 Re- kruten stößt auZ keine Schwierigkeiten, da, wie die im Ium d.„I. vorgelegten „Uebersichten der Ergebnisse des Heeres-ErganZung8geschasts für das Jahr 1885“ erweisen, ,der Bestand der „überzä lig“ Geblie- benen rund 20 000 Köpfe betragt, wobei noch in Betracht kommt, daß ein Theil der Militärpflickxttgen nur um deswiÜen der Erfas- reserve ]. Klaffe überwiesen wird, weil die Ersa behörden „bet dem Uebe uß an tauglichen Mannschaften in der Lage md nur die körper- lich rauchbarftcn zur gewöhnlichen Ausbebung zu de igniren.
Es könnte noch in Frage kommen, ob die den Endzweck der Vor- lage bildende Vermehrung der für den Kriengienst vollkommen aus- gebildeten Mannschaften nicht dadurch anzustreben wäre, daß uxiter entsprechend stärkerer Rekruteneinsteliung innerhalb der bisherigen Friedens-Präsenzstärkr eine Verkürzung der Dienstzeit der Fußtruppen bei den Fahnen eingeführt wird. , , . .
Aber ganz abgesehen davon, daß diese Dienstzer bei der In- fanterie durchschnittlick) überhaupt nur 2 Jahre 4T Monate betragt, und daß wir hinsichtlich ihrer gesetzlichen und thgtsachiichen Dguer den uns benachbarten Großstaaten nachstehen, so zwiiigt _dte Ziumerijche Ueberlegenbeit, gegen welche Deutschland voraussichtlich in einem kunf- tigen Kriege zu kämpfen haben wird, des Weiteren dazu, dte fehlende
ahl möglichst durch die Giite der Arisbildung zu erseyen. Hternqck) teilt 7111) eine Verkürzung der Dienstzeit um so mehr als _unmöglick) eraus, als bei der Schnelligkeit, mit welchcr Kriegserklarung urid erste Waffenentécbeidung auf einandcrsfolgen werdiZn, die Gelegenheit, Lücken der Aus ildung nachzuholcn, mzht gegeben ist. n
Die Heeresversiärkung soll in erter „Linie der Infanterix 'ziz gute kommen. Es deckt sich hierbei in „g üci'ltchster Werse das Militarische Erforderniß mit dem Bestreben, die'nicht zu Utzigehenden Geldopfer so niedrig als möglich zu haltrn. Nrchtsdxstowemger haben doch auch namhafte Vermehrungen für die Feld-ArttÜcrte, die Eisxnbabntruppe'n und den Train vorgesehen werderxmussexi. Dre ?uß-Arttüerie' und die ;pionierc haben nur insowcit Beruckfichti ung er ghrxn, als dtes_d'uxch okale Bedürfnisse beziehungsweise, die eorgamsatrdn des Militar- Telcgraphenwesens geboten ist; die Forderungeii fur die Kavallerie beschränken sich darauf, daß für diese Waffe die Rekrutenvakanz m Wegfall kommen soll.
Es sollen neu errichtet werden:
Stäbe: 2 Divisionssiäbe, 4 Jnfanterie-Brigadestäbe und 1Kavallerie- Brigadestab zwecks Errichtung je einer 3. ;- der 32. und 33. - Division beim F1]; (Krémgli sachsischen) uiid )(7. Armee-Corps unter gleichzeitigem ortfal] des beim R11. (Königlich säck) 1schen) Armee - orps bestehenden KavaÜerie-Divisionssta es; Infanterie: ' „ „ 5 Regimenter (4 preußxscbe, 1 sachßsches1- I" 15 Bataiklonc (15 preußische); ager: 1 Bataillon (1 sächfisches); ' Feld-Artillerie: , , 21 thheilungsstäbe (16 preußische, 2 bayerische, 1 sächsischer,
/ württembergische), , _ "
„24 Batterien (17 preußische, 2 bayerische, 3 sachfische, 2 wnrt- tembergiscbe) ; Eisenbahntrupven :
3 Bataillonsstäbe (2 preußische, ] bgyeriscber), „ Compagnien (6 preußische, 1bayertsche, 1 sächsische, 1 wurt- tembergische) ;
Pioniere: . T i 1 Compagnie (1 preußische); ra n: 14 meinY)“ nien (12 preußische, 1 sächsische, 1 württem- er :“ e. Was von8 dem Mannschaftözuwmbs nicht für die vorbezeichneten Neuformationen benötbigt wird, soll zur Etatsverstärkung bereits vor-
handener Truppentbeile verwendet werden welche letztere namentlich für die Infanterie in sehr erhebliclzem Umfange in Aussicht genommen ist.
Während für die eben bezeichnete Etatsverstärkun aucb Rück- sicbten der Aushildung maßgebend sind, wird die Aufste urig der Neu- formation theils durch 1) e unzulän liche Zahl der Friedenskadres Infanterie und eld-Artillerie), thei s dur die Sicherste'ilung dxr
obilmachung ( isenbabntruppen, Pioniere und Train bedtn7t. Dre Erri tung der 32. Division begründet sich dur das nwacb en der Stär e des T1]. (Königlich säcbfischen) Armee- orps, welches fortan 12 Jnfanterie-Regimenter und Jäger-Bataillone zahlen soll, die'enige der 33. Division durch die beim F7. Armee-Corps bestehenden be onderen Verhältnisse.
Jm Interexse möglichster Kostenvermind'erung wird bor eschlagen, 15 der neu zu ormirenden Infanterie-Batatüone nicht in e imenter Risammenzufaffen, sondern als vierte Batailione bereits be lebenden
egimentern zuzutheilen. Z § 3 11
Es erscheint zweckmäßig, diejeni en Bestimmungen aus dem Reichs-Mxlttärgefetz auSzuscbeiden und n ein besonderes -das gegen- wärtige - Geseß zusammenzufassen, welche je nach dem hervortretenden Bedürfniß einem Wechsel unterliegen._
Die Kosten der durch die gegenwartige Gesetzesvorlage vorgeschla- genen Heeresverstärkunaen smd verank_ [9th
1. Fortdauernde AuSgaben (au? lzeMLensionsfonds):
reu en . . . . . 1 82 , ach en . . . 2350 000 „ Württemberg 630000 . 20 800 000 «M i G Dazu für Bayern : m anzen (3938 : 37197) 2 202 072 „ 23 002 072 „4
rund 23 000000 „ck 11. Einmalige AuSgaben:
Württemberg . Bayern. . . . .
Unter den einmaligen Arisgaben find diejem en, welche durch eine entsprechende Erweiterung der KZsernirung, owie durcb etivaige Magazinbauten und UnterkunftSraume für Material erforderlich werden, nicht mit veranschlagt.
Sachsen ' ' ck im Ganzen rund 24200000 «76-
Außerdem liegen dem Reichstage folgende Gesetzentwürfe vor:
Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Feststellung des Reichsbaushalts-Etats für das Etatsja r 1887/88.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen :c. , verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des BundeSraths und des Reichstages, was folgt:
Der diesem Gcse e als Anlage beigefii te Reichsbaushalts-Etat für das Etatsjabr 18 7/88 wird, wie folgt, ?estgesteüt: in Angabe auf 746 888 121 „44, nämlich auf 627 351430 215 an fortdauernden, und auf 1319 536 691 „45 an einmaligen AUSgaben, un in Einnahme auf 746 888 121 515
§. 2. Der diesem Geseße als weitere Anlage beigefügte Besoldungs- Eiat für das Rcichsbank-Direktorium für die Zeit vom 1. April1887 bis 31. März 1888 wird auf 138 0:00 516. festgestellt.
Der Reichskanzler wird ermächtigt, zur vorübergehenden/ Ver- stärkung des ordentlichen Vetriebsfonds der Retrhö- quptkaffe nach Bedarf, jedoch nicht über den Betrag von siebzig rÜtonen Mark hinaus, SÖaßaniveisungen auözugebxn.
Die Bestimmung des Zinssatzes dicser Schaßanweisungen, deren Ausfertigung der preußischen Hauptverwaltung der Staatsschulden übertragen wird, und der Dauer der Umlczufßzeit, welxbe den 30. Sep- tember 1888 nicht Überschreiten darf, wird dem Rercbskanzler uber- [affm Innerhalb dieses Jeitraumes l_ann, nacb) Anordnung des Reichs- kanzlers, der Betra der Schaßanweijungen wiederholt, jedoch nur ur Dchung der in erkebr gesetzten Schaßanweisnngen auSgege en wer en.
§. 5. _
Die zur Verzinsung und Einlösung der Schaßanrveimngen er- forderlichen Beträge müssen der Reichs-Schu1d_enverwaltun(z aus den bereitesten Einkünften des Reichs zur Verfallzett zur Verfugung ge- stellt werden. ,
§. 0. ' [) _?ie Außgabe der Scha13anweisungen ist durch die Reichskaffe zu ewtr en.
Die Zinsen der Schatzanweisungcn, sofern lexztere verzinslich aus- gefertigt sind, verjähren binnen vier Jahren, „die verschriebenen Ka- pitalbetr-de binnen dreißig Jahrengmch Emtrittdes m xeder Schav- anweifung auszudriickenden FäÜigkertstermms.
- Der Reichshausbalts-Etat pro 1887/88 balanzirt in Einnahme und Ausgabe mit 746 888 121 „M Die fortdauernden 211199115571 seßen fich folZlZ-„ridermaßen zusammen: Reichstag 379 670 „45, Reickyskanzler und etcbskaxizlei 141360 ck16. Auswärtiges Amt 7 762 530 (+ 384 995) „M, Rei 9- amt des Innern 8002 641 (+ 249116) „M„ Verwaltung des Rei s- becres 345 459 762 (+ 3 423 049) „M, Marmeverwaltung 38 338192 R+ 1 237 007) 514, Reichs-Iusiizverwaltung 1 924 058 (- 21680).,4é, eicbs-Schaxxamt 153 404 386 (Z- 2130 280 „M, Reichs-Eisenbabn- amt 298 680 (+ 1515) 516, Rei sschu1d 19 9 9 500 (+ 1 617 000) „16, Rechnungshof 529 773 afk, A?)?ememer Peristonsfonds 24 344 780 + 2 494 705) „M und eichs - Invalidenfonds 26 846 098 (- 115 490) „45, zusammen 627 351430 (+ 6 140 43? :“ Die einmaligen Außgaben betta en: Ausw rtiges 421 550 (- 193 450) «FQ, Reichßamt des Innern 20 88 273 (+ 17 080 263) .“, Post- und Tekegraphenverwaltung 4512 270 (+ 3455) „FC,. Verwal- tung des Reichsheeres 58 602 051 (+ 17 090 463) 216, Marmeverwal- tung 9 317 770 (- 384130) „46, Rercbs-JustizveWaltung 850000 (+ 85 000) .44, Reichs-Schatzamt 74 000 000 (+ 100 000) „46, Reichs- schuldenverwaltung 223 400 (+ 223 400) „15 Eisenbahnverwaltung 592 000 (_ 2 702 400).,14, Fehlbetrag des Reichshaushalts-Etats pro 1886/87 17229 377 (+ 11 659 074) ck16, zasammen also 119536691
(+ 43 855 615 „44 betragen 746 888 121 .“
Die e ammten (+ 49 4960 2 „M).
. öllen und Verbrauch steuern auf 392 673000515, Reichsstemvelabga en 27 886 000.66, ost
AuSgaben Die Einnahmen find veranschlagt bei
“und Telegraphie 29 452 783 415, Reichsdruckerei 1 078 130 „M, Es -
bahnverwaltung 16 696 600 „45, Bankwesen 2 108 500 „FC, verschiedene VerwaltungSeinnabmen8429 043ck4,Reichs-Invalidenfon_ds26 846 098.44,