1886 / 280 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 27 Nov 1886 18:00:01 GMT) scan diff

Der Magistrat von Berlin hat zu Meinem Geburtstage in alt- gewvbnter Weise Meiner gedacht und Mit mit den Ausdrücken an- bänglicber Gesinnung aufrichtige Freude bereitet. Ich danke dem Magistrat für seine guten Wünsche und erwidere dieselben mit der Versicherung, daß Meine rege Tbeilnabme für das Wohl der Haupt-

stadt auf alien Gebieten stets dieselbe bleiben wird. Berlin, den 23. November 1886.

V i c to r i a , Kronprinzessin.

_ Die vereinigten Ausf üffe des Bundeßraths. für Zoll- und Steuerwesen und für echnungSwesen, die vereinigten Ausschü e desselben für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Be ehr, sowie der Ausschuß für Zoll: und Steuerwesen

hielten heute Sitzungen.

_ Im weiteren Verlauf der gestrigen (2) Sißun'g des Reichstages ergab der Namensaufruf die Anwesenheit von 230 Mitgliedern. Das Haus war also beschlußfähig.

Darauf fand die Präsidentenwahl statt.

Der Abg. Dr. Windthorst beantragte, zur Abkürzung der Geschäfte, das bisherige Präsidium mit den Schriftführern durch Akklamation wiederzuwählen. Er glaube damit den An- schauungen und Wünschen des ganzen Hauses zu entsprechen.

Da ein Widerspruch gegen diesen Wahlmodus nicht erhoben wurde, so erklärte der Präsident den Abg. von WedeU=Piesdorf als zum ersten Präsidenten, den Frhrn. von und zu Francken: stein und den Abg. Hoffmann zu Vize-Präsidenten des Reichs:

tages gewä lt.

Der räsident von Wedell:Piesdorf nahm die Wahl an und dankte besonders für den Beweis von Vertrauen, den i m das Haus hierdurch aufs Neue egeben habe.

Jabs, Präsident des

Hauses zu sein, sei es sein vornehmstes Bestreben gewesen, die strengste Gerechtigkeit zu Üben, und es werde dies auch in der bevorstehenden Session die Richtschnur feines Handelns sein. Sollte er in dieser Beziehung Frhler begehen, so bitte er, wenigstens überzeut zu sein, daß es an s Fade, und deshalb Nachsicht zu

üben. Zugleich bitte er das Haus„ die woblwollsnde Unter: stüßung, welche er in der vorigen Session gefunden, ihm auch 111 der bevorstehenden zu Theil werden zu lassen; denn er wisse nur n ut, daß es ihm nur dadurch möglichfein werde, die Geschii te 0 zu führen, wie das Haus es zu fordern be:

dem age an, wo er die Ehre gehabt

guten Wilien nicht gefehlt

rechtigt set.

_ Der Abg. Freiherr von und zu Franckenstein dankte gleickzfalis verbindlichst für seine Wahl zum Vize-Präßdenten. Er nehme dieselbe an und bitte auch für diese Session um Vertrauen

und Nachsicht.

Der Abg. Hoffmann dankte ebenfalis für das ihm be- wiesene Vertrauen und erklärte die Annahme der Wahl.

Auf Antrag des Abg. Dr. Windthorst wurden zu Schrift- führern gewählt die Ab g. 1)r. Bürklin, Eysoldt, ])1', Hermes, Graf von Kleist, von ulmiz, Porsch, Graf Schönborn und

Wichmann.

u Quästoren ernannte der Präsident die Abgg. Kochann und „*ranke. , Der Reichstag war hiermit konstituirt. Präsident Wird Sr. Majestät dem Kaiser die vor-

geschriebene Mittheilung hiervon machen.

Um 3 Uhr vertagte sick) das Haus auf Dienstag 12 Uhr.

_ ?Nordd. 21ng Ztg.) Die Patent-Enquete- ' ' 1011 beschäftigte sick) am Donnerstag mit den die hetmrsche Industrie betreffenden Fragen des Fragebogens,

kommis

welche lauten: 7) Ist es geboten, im Gesel; ausdriicklick) aitszusprrchen,

Paiexitirung eines Verfahrens, insbesondere zur Herstellung (binnschen Produktes, aUck) die Wirkung habrn soil, das Inwerkebr- bringen oder Feilhalten des nach dem patcntirtkn Verfahren ber- gesieliten Produkts von der Erlaubnis; des Patentinhabers abhängig

zu machexi? 8) Liegen Wahrnehmungen darüber vor, daß Produkte,

nach einrm im Jniarxde atentirten Verfahren hergestellt find, zum Nachtheil d§§ Patrntmha ers in erheblichem Umfange aus dem Aus- lande eingefuhrt werden? Ist bejahendcn FaÜs noch eine weiter- gehende als die unter 4 zur Frage gestellte Geseyesvorscbrift zu

erlassen ?

_9) Würde'sich insbesondere eine Bestimmung des Inhalts recht- frrtigen, „daß bei der Einfuhr neuer Stoffe vom Auslande, derenHer- stellUngsverfabren tm Julande patentirt ist, bis zum Gegenbeweise die Vermxrthung gelten sol], daß die Herstellung derselben nach dem patenttrten Verfahren erfolgt sei? Soil diese Präsumtion selbst dann gelten, Wenn em anderes Herstellungsverfahren in der That be-

kannt ist?

Die beiden ersten Fragen wurden einstimmig, die leßte

fast einstimmig bejaht.

_ Die Einnahmen der Reicbs-Post- und Tele: graphen-Ve'rwaltung für die Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis zum Schluß des Oktober d. I. haben be- tragen 101 541 766 „FH, 3826 835 „15 mehr als in demselben Zeitraum deS Etatsjahres 1885/86, die der Reick§=Eisen-

bahn-Verwaltung 27 745600 „FC. (_ 297900 «M).

_ Hat in Preirßen Jemand an Gegenständen seines S uldners, welche in bestimmten verschließbaren Räumen an dem Grundstück des Schuldners sich befindrn, ein J

pfandrecht unter Beobachtung der im Preuß. Alig.

recht für die sog. symbolische Ver fändung vorgeschriebenen Förmlichkxiten erworben, die Schlii el zu den gedachten Räu- men an sich genommen und bei sich bis zur KonkurSeröffnun Über das Vermögen des Schuldners verwahrt, so hat na einem Urtheil des Reichsgerichts, 17. Civilsenats, vom 27. Oktober d. ., dieser Pfandßlänbiger ein Absonderungs: bst wenn er während der Verwahrung der Schlü el öfter dieselben dem Schuldner behufs vorübergehender enußung der Räume gegeben hat.

_ Da? „Centralbl. d. Bauverw.“ schreibt: Betreffs der ngehträglichen Ernennung zum Königlichen Re- gierungs-Baufii rer bezw. -Baumeister gean uns

, usdruck kommenden wetfxl beruhen meist in einer irrigen Voraus- Yßung, näm ich 111 der Verwechselung der „Zulassung zur

aumeisteryrüfung“ Mit der Zulassung zu den weiteren Prü- fun abschnittenz der Klausur und der mündlichen Prüfung. Na den Bestimmungen der neuen PrüfungSvorschriften (§. 39 ri. f.) ist _. übrigens in Uebereinstimmung mit den älteren Vorschriften vom 27. Juni 1876 _ die

„ula ung ur zwe1ten_ Hauptprüfung durch die Ertheilung der eius ichen , rbeii bereits gUSgesprochen. Wem somit die leßtere

.rMß-er eilt «ist, der ist zur Baumeisterprüfung zugelassen und bedar der Ernennung zum Königlichen Regierungs-Bau-

recht an jenen egenständen, se

noch, fortwährend nfragen zu. Die dabei zum

Behörde (z. B. Reichs , gewesen ist, empfiehlt es fich, die An

stZYLÖUlth«YFYTYM gewesen ist oder noch beschäftigt wir

W

Potsdam, Hannover und Kassel angetreten.

Petersburg abgereist.

Merklenbnrg-Schwerin. Schwerin, 26. November. In der gestrigen Landtangißung zu Malchin wurde 11. 91. über die 61. Proposition des Engeren Ausschusses, betreffend die Herstellung von NaturabVerpftegungSstationen für mittel: und arbeitslos umherziehende hülfsbedürftige Personen, be: rathen. Es lag ein sehr eingehender Bericht des Engeren Ausschusses über die wichtige, schon auf den beiden letzten Landtagen lebhaft diskutirte Materie vor, welche zuerst in Mecklen- burg angeregt zu haben,_das Verdienst deZ Nittergutsbrsißers Rettich auf Rosenhagen ist. Die Landschaft alier drei Kreise (die Vertreter der Städte) behielt sich aber ihre Erklärung vor, ob sie zur Sache im Plenum weiter berathen oder eine StandeSerklärung abgeben wolle. _ Sodann wurde eine Proposition des Engeren Ausschusses, betreffend die Verordnung zur Abänderung des revidirtrn Kontributionsedikts vom 18. Juni 1874, welche am 8. Juni 1). J. publizirt ist, mit einem Vortrage des Hrn. von Drevcs_auf Kirch : Mummendorf und des Bürgermeisters Schlaafoawn der staatsrechtlichen Kommission überwiesen zum Errichten Über die Frage, ob die geschehene Aufhebung der Steuerbefreiung im Außlande bereits bssteuerter Zinsen nicht auf die Couponsteuer zu beschränken sei. _ Ueber die während des leßten Jahres zu verzeichnenden Vorgänge auf drmGebiet dcs Eisenbahnbaues und der Wasser: bauten er iebt sich aus den Vorlagen des Enaeren Ausschusses das Nachßehende: 1) Zum Bau einer Sekundär=Eisenbahn Plau_Land9Sgrenze wurde eine Landesbülfe von 20000 575. pro Kilometer bewilligt. 2) Für die Mecklenburgische Süd: bahn smd von dem Rest der Landeshülfe 220000 516. aus- gezahlt. ,3) An die Neubrandenburg-Xriedländer Eisenbahn ward, gleichfalls der Rest der Landeshiiifs entrichtet. 4) Hin- sichtlich der Warnemünde-Nrustrelißer Eisrnbahn wird bemerkt, daß, nachdem der Betrieb auf der ganzen Strecke am 1. Juli d. J. begonnen worden an den Vorstand des Dcutsch:Nordi- schen Lioyd von der andeshiilfe für die in Mecklev2burg: Schwerin belegxne Strecke 1235450 «16. ausgezahlt sind, so: daß nur noch em Rest vo 20000 „xz. einbehalten ist. Die Landezshülfe für Meckl : burg=Streli ward im Gesammt: betrage von'78 684716 b'ér 1.3 an die loyddirektion entrichtet, welche also tm Ganzen schon 1 314134 «jk: erhielt. 5) Außer- dxm wurden an den Rostocker Magistrat alS Landeshiilfe für die Hafrnbauten in Warnemünde und den Schleusenbau an der Warne 705000 «15. gezahlt, sodaß noch 20000 «16. rück- ständtg smd. , 6) Für den Bau einer normalspurigen Sekundär- bghn von Wiéanar i'lack) Karow bewilligte der Engere Ausschuß die volle Landesbülfe; 7) Für Erbauung einer Sekundär- Eisenbahn von Ludwmslust nacb Dömiß beantragte der Lud: YHMWFWMUMMM Bewiiligung einer LandeShülfe von etwa

Sackxsen-Weimar-Eisenach. Weimar, 26. November. (Th. C.) Der Großherzog ist heute von Allstedt hierher

zurückgekehrt.

Drr dem Landtage zugegangene Voranschlag der StaatS-EinnahmsnundAusgabenistinFolge deSiiun:

mehr vorliegenden Neichshaushalts:Etats nicht unerheblich

m o d if i z i ri worden. Einmal muß der Antheil des Großherzog-

YUM an den Reicthsteuern, der mit 1145100 „W 111 den

oranschlag eingestelir war, um 15000 516. niedriger be- messen werdeii; ferner ist die Erhöhung der Matrikularbeiträge zu berücksichtigen, die fiir das Groß erzogthum 217000 515. beträgt. Daruntdr befinden sich 1115 1 915 Antheil an drm Fehlbetrage des ReichshaushaLt-Z für 1885/86 _ diefen Be: trag w111 die Regierung den Ueberschüssen der Staatskasse entnebmrn _ und 105 485 «15, um welche Summe der Aus- ggbe:Etat des Staatshaushalts zu erhöhen ist. Zur Deckung dieses Bedarf?- werden ebenfalis die Ueberschüsse der Staatskasse heraizgezogen werden, wie denn überhaupt die Regierung zur Befriedigung der Anforderungen des Reichs die StaatMnittel 111 Anspruch nehmen „wird, mit dem Vorbehalt, daß falls eme weitere wesentliche Erhöhung der Herauszahlungen aus der Reichskafse mcht eintreten sollte, dem Landiage wrgen Be-

schaffung der nöthigen Mittel anderweite Vorlage gemacht werdeii würde. Emstweilen nimmt die Ncgierun Abstand vonnemxr Erhöhung der Einkommensteuer, aber an von der anfanglich vorgesohenen Herabseßynk? einiger Steuerstuifen. Das Mit dem Landtage zu verem arende Steuergesetz

)ält daher die bisherigen Steuersäße fest, deren Ge ammtbetra auf 1 670000 «15 festgestellt ist. s g

Reuß ä. L. Greiz, 25. November. (Lpz. Ztg.) Der

vertagte 7. ordentliche Landtag des “Fürstent ums ist ur Wiederaufnahme der Verhandlungen auf Montag,?) z

en29.d.M., einberufen.

Elsaß - Lothringen. St r a [3 b u r g , 25. November.

ZZZdE-Ztg. f. Els.:Lothr.) Der StaatSrath wird sich am

d. M. hier versammeln, um die Vorlagen für den

Landesaus chuß zu berat, en, der “edo ni t, wie in verschiedeiicn YZ ]

im Januar einberufen wer en wird.

[ältern mit etheilt, im Dezem er, qndern erst

Kolmar, 22. November. (Lds.-Ztg. f. Els.:Lothr.) Zur

Eröffnung der ordentlichen Session des Be irksta es des O b e r : El s welche heute Mitta s 21/2 r im ?Be irks- Präfidialgeb' uin: iich

stattfand, hatten stimmt iche Mitg ieder

eingefunden. Nach Verlesung der landesherrlichenVerordnung

vom 30. August er., betre end die Einberufung der Bezirks- tage, „durch den _Beztr s = Präfidenten, welcher nebst

Regierungs = Rüthen Sitzung beiwohntc, seines Vorstandes. wählt: zum Präsidenten Baron Präsidenten die Herren Kempf und führern die Herren'Grad und Oste die Kommissionen m der leßtjähri Der Bezirkstag trat sodan der Vorlagen ein.

rer u diesern wer! nicht mehr. Erst vom 1. April 1887 cfiübhist, ?vie im Er ß vom 10. Oktober d.J. klar „aquesprochen, die Zulassung von der erfolgten Ernennung abhangig gemacht. Wir können aber unserm Rath, „den Antrag auf Ernennng jedenfalls zu stellen, nur Wiederholen, Für den 111 dem genannten Erlaß nicbt vorgesehenen, be1_uns zur Sprache gebrachten AUSnahmexall, daß em Bauführer bet __enzer

ehörde) außer alb Preußens beschaftigt

rage betreffs Erxzennung

zum Königlichen Regierun s-Bauführer an dxn_ Minister der öffentlichen Arbeiten zu ri ten. Hat die Beschaftigung dagegen innerhalb Preußens stattgefunden, so ist der Antrag auf Er: nennung in Gemäßheit des Erlasses voni 10. Oktober bei dem Chef einer der in §. 30 der neuen PrüfungHvorschrtften ge- nannten Behörden zu stellen, in deren Bezirk der Antraß-

der Bezirkstag Wahlgange mu . R.SWch, z Mieg-Kochlin, zu MM)??- Hieran gen ZUsqmmen " sofort m die

Unter-Staa , . bestande bedroht „seien., Bet genauer Zahlung der Stimmen für und wider die Beibehaltung des Unter-Staatssekretarigts im Finanz-Ministekium stellt sich obetzdrein heraus, daß 111cht nur die vier Stimmen Majorrtät den vier Nächst- betYeiligten, nämlich den Unter : Staatssekretären Pey-

tra

Oesterreich-Ungam. W i en, 24. Nove Der galizischc Lande_§ausschuß erklä des Antrages Malecki, betreffend den Unterricht in den galizischen Volks: Uebergang zur Tagesordnung. lebhafte Debatten im Landtage he

Pest, 26. November, Abends. _) gation genehmigte in der heuti und unverändert das

rte fich bz

„. . .. WWW“ ,- Diese An ele _ Der Präses der Ober-Militär:ExamnzattonH-Komxmfsion, rvorrufen. 9 ge Gcneral-Lieutenant des Barres, hat eme Dienstreise nach reichische Dele sißung einstimmig wärtigen und den geforderten Die Verathung Über das Extraor Etats wurde. auf nächsten Monta ungarischen Delegation wurde genehmigt.

_ Der Oberst-Lieutenant von Villaume_, Flügel- Adjutant Sr. Majestät des Kaisers _und König?- imd Militär- Bevollmächtigter am Kaiserlich russischen Hose, ist nach St.

Okkupations= dtnfaftriisxm d J €* akeßt. das Mari

_ 27. Novrmber. (W. T. B.) In der der ungarischen Delegation Minister des Aeußeren wegen der M Karaweloff's Fürsten Alexander Graf K-ilnoky un_terrichtet B1Smarck' am 22. Juli in Kissingen darüber ve stillschweigend habe, sowie ob die Ver seien und geführt hätten. Namen des Grafen K:

lxeutigen Si interpelltrte

Entfernn g

im Voraus- über das Ati

Rußlands handlungen Anfangs Au zur Unterstüßung der rusfis chef„Szoegyé-ny er ilnoky: ihm seien die Karaweloff's nur aus den , eitungen bekannt. unter Hinweis, auf TicZza's welcher die Zumuthung einer Kenntnis; vo haberschaft an dem Atte» den Fragen des Jntrrp schieden u n w a h r bezeichnen. A g r a m , 25. November. interpellirte heute Derentschi Kenntniß davon habe, daß sich die politisch der Ersaßwahl in gewalt zu Schniden er werde sich von dcr Wa überzeugrn repliziren, Derentschin

30. September, in ' n oder einer ntat zuriickgewresen worden sei, crwähnt-en Umstände als ent:

Ztg.) In,: Landtage Regtcrung: obfie . en Behörden bei Vinkovcc Mißbräuche der Amts- , Der Baum.? er- hrhett dieser Behauptung „antworten. Dcrcntschiu was der Präsident jedoch nicht gestattete. Da , . sich Mil" Gewalt Gehör verschaffen wolite, wurde die Sitzung auf zehn Minuten unterbrochen. aufgenonnnener Sitzung wurde der Gesetzentwurf,

die Gerichtshöfe, in der Spezialdebatte angenomm

Niederlande. Haag, 27.November. (W. T. B.) Die Regierung hat den Kammern einrn Gescßentwurf, treffend die Aenderung der Verfassung in Bezug auf das Wahlrecht, vorgelegt. Dieser Gesetzentwurfschließt Wahlrechts aus und knüpfi das Wahlrecht an den Na weis einer gewissen gung sowie an bestimmte Be ingungen in B ie sozialen Verhältnisse. diirch _ein besonderes Geseß näher geregelt werden. F mird em provisorisches Wahlreglement vorgeschlagen, welches auf einer Ausdehnung des gegonwärtigen Wahlrechts bcrxlhk, und durch welches die Zahl drr Mitglieder der Zweiten Kammer auf 100 und die der Ersten Kammer auf 50 erhöht werden soll.

Großbriiannien und Irland. Lo n'd () n , 25. quember. (A. C.) Der Marquis von Salisbury hat die„1h1„nam vorigen Sonntag von cinerDeputation der Sozialisten- vers am mln ng auf dem Trafalgar:Square zugesteliteDenk: schrift iiber die Nothlage unter der arbeitslosen in London und die Mittel zu dcrext Abhülfe beantwortet. Er sagt: „Die in disser DenkschkM enthaltenen Veränderungen in sich scblicßen, werdrn vom wenn sie demselben unterbreitet werden, ohne , erwogen werden. Ich bin jedoch außer Stande, sie zu qdoPTZW" oder zu unterstützen, da ich überzeugt bin, daß sls emen größeren Nothstand als drn, welchor gegenwärtig herrscht, verursachen würden.“ _ 26. November. melden: die Regieruu nach mehrere»; Punkten

die Möglichkeii allgemeinen

Leßtere Bedingungen fo

Vorschläge, legislatorische

wei el gehörlg

Die Abendblällsk von Irland treffe Vorbereitungen- rlands Truppen zu senden, um der Agitation zum Zweck der Verhinderung von ; zahlungen wirksam entgegenzutreten. . _ 27, November. (W. T. B.) Die irische Regie; rung hat die für morgen in Sligo geplante nationa- listische Kundgebung, bei welchrr Dillon Und O'Brwn Reden halten sollten, unters a gt.

Wie die „Times“ erfährt, wird das Parlament am 13. Januar zusammentreten.

Der „Morningpds zufolge schweben Verhandlungen zwischen England und China, Hamilton an China. Dublin, 26. November. Gertchi-Zhof hat einen Befehl erlassen, durcb welehen der Deputirte Dillon angewiesen wird, am nächsten DienstW vor dem Gerichtshof zu erscheinet zwei Versammlungen von _ zu haben, die bezweckten, Unterthanen der Königin zuschüchtern und zum Widerstand gegen das G aufzufordern. A. C.) Ueber den Feldzug in Birma Wird dem

OMstHchz«WWMMY Royal West Surrey Regiments, operirie in der Richtung von Puz! rd fand daselbst den Feind in einer starken SYLÜUW vom- chen Truppen griffen diefeibe an und nahmen s“? ""t N , Der Führer der Rebellen, Tbam-ban, und Nil), unter den Gesallcnen. Es Verlautet, daß Prinz

Cbindwin, 24. November. Abtheilung berittener Infanterie da und cn Lasitbieren ch Freischärler- tere unt seinen Anhängern mit

(W. T. B.)

etreffs Abtretung'won Port (W- T. B.) Drr oberste

da er angeschuldigt i Pächtern Reden Ick

chen Bureau“ gemeldet: ngyan, 23. November.

Major Symonds ha s Lager mit sammt iihrcrs Hla-Oo erbe napper Noth in das

Aus der Kapstadt liegt folgende Neuter'sche Depesche

m 25. d. vor: ' In Folge der Resignation des Hrn. Upington kam es zur

«x-jnister-Kkisis und ts_t jeyt ein neues Ministerium unter Sir Gordon Srigg als Prafidenten desselben gebildet worden.

ankreich. Paris, 25. November. ( . C.) Die - WFerSparsamkeit, von welcher die gestrigenJJeschlüsid .er Kammer 11 en, la_ssen die Vermuthung zu, daß die

is?? retariate wirklich in ihrem Weiter-

de la Porte Tourquet und Bernard, ge- örten, sondern daß sechs Mit lieder der Rechten ür den Antrag, betreffend dW Axtfhx ung 'desZwstenH, ge: jmmt hatten, während sie zu denxemgen, „die ft enthieiten, ezählt worden waren. Umstoßen läßt sich nun allerdings

das Resultat vom leßten Montag nicht, aber es ist derart,

daß über das Schicksal der Unter-Staaissekreiariate kaum mehr Zweifel walten können. _ Der heutige Ministerraih beschloß, die enannten Herren aufzufordrxrn, zuyachst iioch iin Amte zu bleiJen, bis die Kammer sich im Prinzip iiber die Umer-Staatssekretäre geäußert haben würden, deren Beibehal- tung die Regierung verlangt.

- 24. November.. (Koln. Ztg.) In der, Budgxt: Erörterung spiegeln sich die französische): Partewerhältnijse mahrhcitßgetreu wieder. Die Kmnzner anmtnfast'grmzdsaß: [ich alle von dem Budget:?lussckwß im Emverstaridmß Mit der Regierung verworfenen Verbesserungsaniräge „miedrr auf und beschneidet das Budget deH 1nqnz:M1nisteriums auf eine Weise, daß alle Dientzweige desselben mehr odcr wenigsr in Unordnung gerathen müssen. Da ' lst es denn sehr erklärlich, daß k)e_ute Abend Wieder einmal das Gerücht auftauchte, de_r Fmanz:MmUter Sadi Carnot sei dieses Treibens endlich müde und .habe 5011 Neuem seine Entlassung eingereicht. Hr. de Freycinext Wird auch dieHmal sein Möglichstrs thun, um ihn zum Bleiben zu bestimmen. _ Die Frage betreffs drr Unter:Staats: sekretäre schrint endgültig gelöst zu sem: obgleich Hr. de Freycinet die EntlassunaSgesuche derselben nicht amtlich gn: nahm, sol] er doch die Absicht haben, diese, 'von, (Hambetta ch Leben gerufenen Siellen abzuschaffen. Die ]eßigen Unter:

. Staatssekretäre werdrn wahrschsin ich im Amte bleiben, bis

ire Er eiun durch Verwaltungsbeamte geregelt ist. .

h _f2x6. 5Ziovcmber. (W. T. B.) _ Dic quutirten- kammer hat heute den Etat des Ju1t13-M1111ster111111s, unter Ermäßigung der Au Hgaben dcsselbrriu1xt1Million angenommen. _ Morgen gelangt der Etat des M 1 mit eri 11 m S des „Auswärtigen zur Beraihung, fiir weichen der Munster: Präsident de Freycinet selber eintreten Wird.

Italien. Rom, 23. Novembsr. (Köln. Ztg.) Zn Orgen- mart fämmtlicber Räthe der Krone wurde hrute vor ,200 Ver: tretern der Nation die Deputirtenkammrr wwder s'r- öffnet. Von den 24 verlesensn Anfrag_en_ yerdient dir- jenige des neapolitanischen Advokatezi Vastarim uber du»; Verhaftung des Schiffskapitéins TUN und ,die dex, Hrn. di Sant'Onofrio über die auswärtige POÜUk hrrvorgehoben

' zu werden. Auf den Vorschlag des Minister-Präsidenten wurde ge:

nehmigt, daß die V u d g e t s zuerst zur Berathizng kommen, die An: fragen dagegen in außerordentlichen Sißiingen behandelt werden folien. Der Finanz-Minisier legte die Badger?) und zwanzig Geseizentwiirfe auf den Tlsck) des Vorsitzenden nieder. Der Siegelbewahrcr Übrrreichte den ersten Theil eme?- neuen Strafgesetzbuchs und der Bauien-thsier „den Entwurf zur Herstellnng außerordentlicher dringlicher Wasserbauten.

Türkei. Konstantinopel, 26. November. (W. TB.) General von Kaulbars ist heute, nachdem er vom Sultan in einer längeren Audienz empfangen wyrden war, nach Odes s a abgerrist. Der Sultan hat dmmelben das

. Großkreuz des Medjidie-Ordens verliehen.

Rumänien. Bukarest, 26. November. (W. TV.) Das amtlicbe Blatt veröffentlicht die Dekrete, durch weZlche der Fürst Leopold von Hohenzollern zum Chéf ves dritten Linien-Infanterie-Regiments und sem Sohn Prinz Ferdinand zum Second:Li9u,tenant „desselben Regimentß ernannt werden. Aus Anlaß dieser Ernbztny1tgen and heUte in Gegenwart des Königs und der Kj'onigiy, er Generalität und der Hof: und Staritswürdentrager eme Truypenrevue statt. Bei dem Vorbemmrsch drr Truppen

fÜkaL Fürst Leopold das ihm verliehene Regiment bei dem

König vorüber, während der zum Second-Lieutenant des Regunents ernannte Prinz Ferdinand von Hohenzollern neben der Fahne marschirte. ,

Di? englisch-rumäniiche Konvdn'tidn, durcb'wrlche dir bEstebrnde Handel?;vertrag modifizirt'und bis zum Gahre 1891 verlängert wird, ist heute unierzewbnet worden.

er modifizirts Handelsvertrag tritt sofort in Wirksamkeit.

Rußland und oleu. St. Petersbiirg, 27. No- vembor. (W. T. B.) er neu ernannte franzosische Bo't- ch9fter de Laboulaye ist gestern vom Kaiser im "UskbkofftPalais in feierlicher Audienz empfangen worden.

„(Ick Uebrrreichung seiner Akkreditive wiirde derselbe nebst seiner Gemahlin und Tochter der Kaiserin vorgestellt.

Amerika. N e w : Y 5 r k, 3. Novrmber. Der „Köln. ZW“

, mird geschrieben: „Die A r b eit e r b eme g u n g nimmt in den

ereinigten Staaten einen Umfang und eme Richtung an, die fiir dis Weiterentwickelung unserer hetmtschZU JWUstrie verhängnißvoll werden kann. Vor ciliem ist ES der Orden der „Ritter der Arbeit“, der nicht nur

in stetigrm Wachsen ist, sondern sich auch immer mehr

durch sozialistis eAns auun en durchdringenläßt. Schon jetzt wrisdie (Hesatiihmtzahclh der ,?Ritter der Arbeit“ auf zwei „[ÜWUM geschäßt. Der Großmeister des Ordens, Powyerly, Fit Zwar als konservativer und gemäßigtrr, Maxin, in dem rden slest aber gewinnen offenbar dir radikalrn Ari- sckUUUnßen immer mehr Boden und LÜNEN" Wird die tdens eitung entsprechend Rechnung tragen mussen. Die aliung der leßten Generalversamtnlung des „OrdMS, dre Zwar das Jegenwärtige Vorge5en der Aqarchisten ails den Intere'szen er Arbeiter zuwider aufend bezeichnxte, gleichwohl aber Lr warmes Mitgefühl für die verurtheilien Chicagoer A"Ükchxsten aussprach, giebt in dieser Hinsicht mel zu denken. “ck die bisherige Zurückhaltung der verschiedenen Gewerks- "ekeMe den Rittern der Arbeit gegenüber dürfie mcht mehr von langer Dauer sein. Gelingt es, eme Annaherung oder

gar ein inniges Zusammengehen dicser Arbeitervereinigungen zu erzielen, fo dürften für unsere Arbeitgeber schwere und gefahreiche Zeiten hereinbrechen.“

Zeitungsftimmen.

Die „Weser-Zeitung“ äußert sich it) einer Betrachtung über die Thronrede zur Eröffnung des Reichstages mie folgt: ., . Als wichtigsten Gegenstand der, geseßßeberischen Arbeit erwähnt der Minister die Militärfrage. Die Not wendtgkeit, unser Heer zu verstärken, wird weit mehr betont, als diejenige, die gesetZliche Grundlage ihrer Friedensstärke abermals sicherzustellen; es wird ogar nicht einmal gesagt, auf wie lange Zett [exteres geschehen müsse. Gleichwobi steht die Sevtrnnatsvorlage m sicherer Aussicht. Mag nun über die Militärfrage' an sich ' noch mancherlei Meinungsvcrschicdcnheit sein, gewiß isi, , _daß die ganze Nation der auf den Frieden gerichteten PoittiY des Kaisers auf- richtig und dankbar zustimmt und daß ite ern großes und starkes Year gern in seiner Hand sieht, als'em wichtiges und gewichtiges nsirument fiir die Erhaltung dxr Sicherheit unseres Landes, als eine Waffe, deren Mißbrauch Niemand befurchtct. Daß an eine Erleichterung der furcbtbaren Rüstung, un„ter welcher Deutschland wie alle kontinevtalen Großmächte 1cixfzen, nicht gedacht werden kann, so lange Frankrcicb und Rußland in tbrcr drolchdcn Kriegsstärke ber- harren, ist wohl einmiitbige Ansicht aÜcr Deytichcix, auch der Oppo- sition. Auch eine jährliche Festseßung dizr Friedensttärke würde daran ebenso Wenig ändern, wie sie die Entwrcklung Yer Marine gehemmt hat. Die Notbwrndigkcit der geforderten Veriiarkung darzulbun, bat di? nTbrozarcdc unterlasscn; das wird nunmehr der Vorlage selbst zu a en. . . .

_ Die Wiener „Presse“ schreibt über die Thronrede:

Indem die Tbronrrde den ungünstigen Stand der ReickMinanzen zrgiebt und feststellt, daß die Deckung de:?„AudfallE an der Zucker- sieuer, die Dcrkung dcr unabwcislichex) Rercherfordcrniffe eine In- ansprucbnabme des Rcichskrcdits und em.“ Erhöhung der Mairikular- beiträge nothwendig macht, verzichtßt die RrickMcgierung angesichts der Voten dcs Reichstaxirs über die "Branntweinsteuer, mit diesem Reickxstagc Writer iiber Stcuxrreformplane zu vrrbandcln. Der: nächste Rcichiag wird unter dem Druck einer ur-erläß1ichenVermebrung dcr Rcich§cinnabmcn zusammrntrrtcn, er wird gewählt werden unter dem Eindruck der bewiiiigtcn oder gar der Verweigerten „Heeres- vcrsiärkung, und der Ernst der gestellten Fragen, die zwingende Notbwrndigkeit ihrer Lösung wird dem Schnißelreiten dcr Her- ren Windtborst und Richter ein Ende machen. Erst dann, Wenn die deutsche Volksdertretung in Ansehung der notizivendigrn Dinge wieder verläßlich sein wird, dann erst wird man mit den Parteien über die nützlichen und angenehmen Partxtparolexi verhandeln könncn. Eine Opposition, welche ohne Rechtfertigung die Gesetzgebung in den moth- Mndigcn Erledigungen hemmt, kompromittirt den Parlamentarißmus _ das soll in aller Schärfe Und Eindringlichkeit den deutichen Wählern klar gemacht Werden. Man mag einwcnden, daß die Thron-

rcde für solche chckL etwas nüchtern gehalten ist und es berscbmähtx

muri) nur mit etlichen angenehmen Worten der Opposition den bittrrrn Trank zn insinuircn. Diese Art von Volkspolitik bat Fürst Bis::tarck nic betrieben, ibm galt immer alsHauptsache; 19111 «110618; das 1761113, 615918 werden die Herrin Windtborst tznd Richtér schon mit erprobter Gründlichkeit brsorgen. Ob auch unt Erfolg? Darauf wird die dcutsche Nation antworten müssen.

_ Die „Staatsbürger-Zeitung“ sagt. unter

der Uebers rift „Deutsches Handwerk sonst und künftig“: Wir ge ören zu drujenigen, die es durcbaus nicht als Merkmal böhcrer Zivilisation betrachten, den industrielien Kleinbetrieb zu den Todth zu werfen. Es hat eine Zeit gegeben, und das ist noch gar nicht lange ber, wo jeder, der an die Zukunft dcs Handwerks glaubte und für fit". arbcitcie, von Lcutrn, die sich gern liberal nennen, unbr- dinat als Finstrrling vor der Oeffentlirbkrit denunzirt wurde. . . Die maßlose Uebrrschäs§3ung der Maschine, die solche, wirren VorsieÜungen erzeugen konnte, it schon jeyt bei allen Einsicbttgcn Lin übcrwundener Standpunkt, und wird es in Zukunft noch mcbr wrrdcrw Mehr und mehr bricht sich die Erkenntniß Babu, daß .die In- telligenz des einzelnem Arbeiters denn doch unendlich nnch- ti rr ist, als die Maschinrnscligcn es ahnten, daß die bcjte ascbine nie einen Ersatz birtcn kann für dcn'gristtgrn Mangel des Arbeiters. Die industriellen Erfo[g_e, die wir tn den letzten Jahren auf allcn Grbietrn der Industrie zr! Verzeicionrxt haben Und die das Ausland, in erster Linie Englanddnd Frankreich, rn eincn panischen Schrecken gejagt haben, danken wir drr zxmrbxncnden Jn- teiligcnz nnd Vorbildung des einzelncp Arbeiters. Wir wiesen darauf hin, welcbmi ungrhrurrn Einfluß die,Wcricrentwickelnng dcs'Fori- bildimgs-Schulwcsens und der industriellen Fgchschulcn 'auf die Lei- stungen dcs drutscbcn HandWerers bai; wre unendlzcb krafttger läßt sick) diese Wirkung noch „wacbcn, wenn die emzelyen Gewerbebctrirbe sick) straffer organxiircn, g2schlossen zur „Begrun- dung Von Fachschulen vorgehcn und „tbrem Nachwuchs dte'mmdenstens moralische Verpflichtung Milch, 111 den Fachschulcn cine hohere Ausbildung zu suchen Auf der “Hohen geijltgcn Durchbildung des einzelnen Handwerkers beruhtcn dle siaunrnswrrthcxi Erfofige) deut- scher Industrie im 14., 15. und16.Jabrbrzndert, jener 3911, wv drutsche Handwerksgenoffcnschaften wett „tiber die Grenzen Deutkcblands hinaus, 111 Italien, Frankreich, selbst zu Engiand bestanden. Es ist eine lächerliche erenöart, daß die [116 ms „Kleinstx gebende und heut- zutage, wie immcr, nothivcndige Arbeitstbmltzng eme ganz andere §I'irt der Produktion nötbig macbe und daß (ius diesem Grunde das Klem- gewerbe von der Großindustrie durck) emen angrblxrbcn Naiurprozeß UUtcrdriickt werdrn müßte. Das, 15. urid 16. Jabrhunert bat genau so mit Hiilfsn1aschinen gearbeitet wie .Wir; uiid ,die Genossen- schaft jener Zeit war nicht ' nur eine solidarische Rohstoff- genossenfcbaft, sondern hielt sich „auch, gemeinsame Maschinen. Daß dieselben damals _ beispielsweise als Göpelwerke _ von lebenden Wesen, von Pferdcri oder Meizschen, m B9- wrgung gesctxt wurden, ist kein prinzipieller Unterschied, genug, die gcnosscnschafilichcn Maschinen standen dcn einzeltiertMeistßrri zur"Vcr- fügung. Die Moderne Zeit hat sogar etwas schr Wesentliches fur den Kleinbetrieb voraus: wir haben heute Krafimascbmen, die mit Gas

oder Heißer Luft arbeiten. und deren An chaffung um ein Billiges"

selbst eincm weniger Bemittclten mvögli isi. W413 ,aber die viel- besprochene Arbeitstheilung betrifft, die angcbltci) dcn Kleinbetrieb heut- zutage unmöglich macht, so vergesse ma_n nur nicht, daß dtesxlbe in der ersten Bliitbczcit der deutschen Industrie, am Ende des I)itttelaliers, genau so weit ging, wie sie es in der modernen, Zeit der Maschmen tbut; sic mußte so weit gehen, so„nst hatte sie nicht so bewun- dcrungswürdigc Leistungen schaffcn konnerz, welche nachzuahmerx beut- zutage unser sehnlichster Wunsch und ?)rFtes Streben i_st. Wir smd jetzt glücklich so weit gekommen, den 0 sien Ruhm einer modernen Lcistxng dcs Kunstgewerbcs dari1_1 zu'sehen, daß es den Erzeugnissen jener altaneit möglichst ähnlich sieht., Die Arbcttstbeilung alier Zcit gin irbr w::it, nur war die Vyrbildung der'Handwerker eme solche, 5211“; nicht jeder von vornherein, nur,an em Stuck dresfirt Wurde: vielseitige Ausbildung, namentlich Btlduxi des Geschmack?, waren die Grundgedanken altdeutscbcr Handwerksbt du,ng;' nachdem die allgemeine Durchbildung rollende) war, morhte sich em jeder speziali- siren. Wenn beute das, was man mx Allgememxn Mix dem Namen T"! cb- lerei bezeichnet, sick) in sehr verschiedrne Zwetgx gliedert: (xls Mo ei- tischlerei, ModcÜtiscblerei, Bautischlcrct,_so hat die fruhere Zett genaudte gleichen Unterschiede gekannt und, darauf ,das genossensch9ftitche Leben aufgebaut. Wie unendlich fern, waren in alter Zeit beispiels- weise die Unterschiede'bei den Schmxedßn! Da gab es_Huffchm19de, Schloßscbmiede, Panzerschmiede, Harmscbweber, „Platttrer, Poltrer und noch mehr. Wo ist denn nun der prinztpteUe Unkterscbied, der es heute unmöglich machen sollte, den Kleinbetrieb mit der Gry - industrie wettbewerbfähig zu halten? Das deutsche Handiverk ist m t

dem Untergange geiveibt, wenn seine Glieder, x_um besten der Letstun fähigkeit der Nation, sicb kräfti regen. Wir fixid sogar der |T Ueberzeugung, daß der Kleinbetrie sich Gebiete wreder erobern W'lkd, auf Welche die im Großen betriebene Maschtnen-Irrdusixtk' ihm nicht folgen kann. Mit Freuden ist in dieser Beziehung die kraf-tge Realms bei den Schmieden zu begrüßen, deren Hauptvxrsammlun _ zu Magde- burg am 5. Juni d. J. einen Preis au8geschrteben hat ur das bxüe Lehrbuch für Schmiedelebrlinge. Das find bedeutsame'und erfreulnbe Regungen des denkenden HandWerkerstandes, dxnen wtr_ yon Herzen Erfolg wünschen. Die manchesterliche sPresse wird ja freilich auf aile selbständigen Regungen dcs Handwerker , _ Handwerk fällt der Unternehmerarwmn fort, und der Zwtsxbenhandler wird matt gescxt, je mehr das HandWerk sicb straff orgamsirt: dann geht eben der _ _ . duzenten. Wir aber wünschen dem deut1cben Handwerk, _daß die frische Bewegun von gutem Erfolg gekrönt wird, und find uberzcugt, daß dieser ni t fehlen wird. Der Blick auf die alte qufi und Herrltch- keit des deutschen Handwerks wird spornend und bcgetiternd wirken.

tandes schee] sehen; denn beim

rfolg der Arbeit unmittelbar in die Tasche der Pro-

Centralblatt für das Deutsche Reich. Nr.48._Jnhalt:

Finanzw-ksen: Nachtrag zur Nachweisung über Einnahmen des Reichs vom 1. April bis Ende Oktober 1886. _ Konsulatwesen: Crnrnming. _ Poiizeiwesen: AuIWeisung von Auslandern aus dem Reichsgebiete.

Justiz-Minisicrial-Blait. Nr.44. _ Inhalt: Aligemeine

Verfügung vom 19. November 1886, betreffend die Volisireckqu der von den Justizbehörden gefqßten Defcktcnbeschlüffe. _ Erkenntnis; des ReichSgerichts vom 31. Mar 1886.

Reichstags - Angelegenheiten. Mannheim, 26. November, Nachts. (W. T. B.) Nach dem

bisher vorliegenden Resultat der bicsigrn Reichstags-E'rsaßwabl erhielten Diffrné (nationalliberal) 7585, Dreesbacl) (Sozialdemokrat) 6808, Buol (Centrum) 1963 und Stockhorn (konservatid) 993 Stim- men. Es ist somit eine Stichle zwischen Drffcné und Dreesback) erforderlich.

Statistische Nachrichten. Von dcr Münckwncr Einrvobnerscbaft wurden, wie die

„Neuriten Nachr.“ miitbeilrn, am 1. Dezember 1885 der Staats- angehörigkeii (Heimatb) nach verzricbnri: 238 374 VMM], 5460 Preußen, 4218 Württcmbcxgcr, 1366 Badcnscr, 1185 Sacbyen, 682 Hessen, 1530 andere Deut]che, die sich quf dic" tburngcben Lande, die Rcichölandc, Merklenburg, Braunschweig, Anbait, SÖWarzburg, Oldenburg, Waldrck und die freien Städte vrrtbxtlen, dann 6140 Oesterreicher und Ungarn, 861 Stbwéezer, 424 Italiener, 405 Russen, 238 Briten, 130 Franzosen, 70 Dänen, 68 Griechen, 53 Schwchden, 49 Niederländcr, 33 NorWegcr, 30 Rumänen, 26 Belgier, 16 Luxemburger, 14 Serben, 13 Türken, 8 Billgarcn, 5 Spamer, 3 Angrbörige von Monaco und 2 Portugiesen, 565 Ameri- kaner, 7 Asiaten, 5 Afrikaner und ] Australier. Der Hauptsache nach sind von je 1000 Einwohnern „München?; 910 Bayern, 55 andere Deutsche und 35 Audländsr. Die eranderiip , die in dieser Hinsicht innerhalb der [Wien 10 Jahre vorgmg_, dru t sick) in folgenden Ziffern aus: Im Jahre 1875 waren von ]e 1000 Einwohnern noch 940 Bayern, dagegrn nur_32 andere Deutsche und 28 Ausländer. Die Zahl der Angehörigen emzelnrr deutscher Staaten

hat sich in diesen 10 Jahren mehr als vxrdovpelt; so_ wurden ZELT an SicÜe Von je 100 des Jahres 1875 gezahlt: 270 Hesien, 220 Wurl- tembcrger, 215 Preußen, 209 Badenser, aii Stelir von je 100 Sachsen jetzt 175. Auch bei den Ausländern „smd meist Mebruzxgen nach- gewiesen, nur bei den Franzosen, Spaniern, Ndrwegern, Turken, Ru- mänen und Serben zeigen sich unbedeutende Mmderungen. ' .

Paris, 22. November. Der Seme-Prafekt" Hax bei Cm- bringung der Kreditforderung von 207 400 Fr; fur dte,Partser Gemeinde = Leihbibliothcken dem Gemeinderat!) emen aus- führlichrn Bericht über die Thatigkett der 48 bestehenden Bibliotheken Vorgelegt. Im Laufe des verflossenen Jäbres smd danach 145 601 Bücher in den Lesesälen selbst, 885 566 _zu Hause; also m Aliem 1031 167 gegen 699 762 im Vorjahre gelesen worden._ Im Durchschuiit haben von 1000 Parisern 454, gegen 308 tm Vorjahre, sich der Lesebibliotheken bedient.

Kunst, Wissenschaft und Literatur. .

Weimar, 26. November. (Tk). C) Profxffor, ])1'. Erich Schmidt, Direktor des Goethe-Archivs, verlaßt diese Stellung im rübjabr nächsten Jahres, um den Lehrstuhl fur deutsche„Ltte'ratur an er Berliner Universität zu übernehmen. Derselbe wird jedoch auch ferner Mitarbriter an der neuen AuGgabe der Werke (Goethe's bleiben. ,

_ Altpreußiicbe Monatsschrift (neue Folge, drr „Neuen

reußischen Provinzial-Blätter“ 4. Folge), HeranSaegrbrn Von Rudolf Yeicke und Ernst Wichert. )()(111. bezw,'1-Ü)()(1,)(. Band. 5. und 6. Heft, Juli bis September 1886. (Königsberg. :. Pr., Verlag von Ferd. chcr's Buchhandlung). _ In dem vorliegenden Doppelheft der Zeitschrift bericiyiet zuvörderst Pfarrer emer. ])1'. E. Wolsborn über Miinzfunde aus Wcst- und Ostpreußen. Dann folgt eme Ent- gexmung von W. uchs auf die von Dr. M. Perlbacl) in Halle an seinen Ansichten 1": er das Verhältniß Peters von Dusburg 'zu dem 011101110011 011701150 geübte Kritik. Sehr mtcreffgnt find die Nach- träge zu Heinrich Albert's und Simon Dacb's Gedichten von„Johannes Bolte und L. H. Fischer in Berlin: zum Theil btsher ganzlich un- bekannte Poesien, die für diese Hauptvertreter der Königsberger Dichterschule (Harakteristiick) und deren,Manu1krtpte in den ycrscbie- densten Bibliotheken gesammelt smd. _ 'Prof. Dr. T!chackert in Königsberg giebt cine aktenmaßtgc Darstc'llxmg „des Projekts König Friedrich Wilhelms 111., neben. der Universitat'Kontgs- ber eine fatboli ch-tbeologische Fakultatzu errichten. Weiterhin folgen ReLerate über die Sißungen dcr AltertburnSgesellschaft Prussia. Unter den kleineren Mittheilungen am Schluß verdient e1n„b,tsk)er un- edrucktes Schreiben der philosophischen Fakizltat zu Kom sber an Immanuel Kant, 11.11. 30. Ju111801, Erwahnung, Wel „cs rof. 131". Tschachcrt veröffentlicht. Derselbe tbctlt_ aucb emen bisher ,un- gedruckten Brirf drs Faustus Socinus ag Hieronymus MoScorovms, (1.11 Racau, 6. Juni 1603, mit. Den ubrigen Inhalt des Doppel- bcfts bilden die Chroniken der Univrxjitat Köqxgsbcrg zmd des Lyceum Hosianum in Braunsberg, sowie die altpreußt1che Bibliographie

für 1885.

Gewerbe und Handel. Die „Schlei. Ztg.“ äußert fich über den Oberschlesifcben

t llmarkt wie- folgt: Jm Roheisengescbcifx crbäit sich die feste YHÉLTUJ, da die Ausfuhr von Puddel- und Qual_ttatszRoheisen ziemlich stetig verlief und ansehnliche Mengen der Restbestande m Anxprucb nabm.

D' roduktion der Hohöfen, welche in den,seit Ynfayg die „es Quartals geißgénen Grenzen verblieb, steht so ziemlich im Einklgxxg mit dem derzeitigen Konsum; sic sucht indessen durch die Ver-

wendung brfferer Erze und „Vervyllkommnuxig der 'tecbnischen Behandlung ihre Leistungsfabigkett, darmt _zugletck) aber die Qualitat der Produkte zu erhöhen. Da die Bestande an feineren

Maiken sicb verringern, so Wendet sich das Interesse der Konsumenten

diesem Produkt mehr zu; der Begebr danack) scheint um so erklär-

[icher, als auf den Walzwerken bei fortgesc ter flotter Beschäftigung

und gleichwohl ökonomischem Betriebe die orräthe an Halbprodukten

erschöpft sind, zu deren Neubes affung „ansehnliche Mengen vou Puddel-Roheisen, und zwar nunme r möglichst in besserer Qualität, er-

fordert werden. Es sieht zu erwarten, daß weitere Liefer-

quanten in „Roheisen demnächst werden begeben werden, nachdem bereits Czuzelposiew aus dem Markt genommen wurden. Die bisherigen Robersenpreisc wurden beibehalten. Die

Lage der Eis engieße reien ist eine unveränderte; docb richtet maa-