1907 / 59 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 06 Mar 1907 18:00:01 GMT) scan diff

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17,90

17,60 17.70 16,50 16,60 16,90 17,40 16,90 17.50 17,90

19,00 19,58 17,50 19,80 19,10 17,50 19,00 19,00

Weizen. 17,90

17 .90 17,70 16,50 16,80 17,20 17,60 16,90

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1830 19,25

Kernen (euthülfter Spelz,

19,40 20,60 19 60 19,94 19,30

16,38 16,00 16,50 15,90

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16,00 14,50 14,90

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16,10 16,00 16,80 16.10 14.80 15 80 16.00 16,30 16,00 15,20 16,60 16,00 18,70 16,80 18,00 17,25

18,40 17,80 18 20 18,10 18,90 16,80 18,50 18,00

17,20 16,40 17,10 16,30 15,20 16 00 16,00 16,40 16,10 15,70 17.00 16,20 3-3 18,320 17,50 17,20 18,80 18,00

18720 17,00 18,75

19,00 18,50 18,20 17,90 17 00 17,00 18,10 18,10 17,90 18,00 18,20 17,85 20,00 19,72 18,50

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118 26 174 60

12

1500

Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird auf volk Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt- Dec Dutkscbnktth wird aus den unabgetundetm-Zablen M Ein liegender Strich (-) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nlcht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den lekteu sechs Spalten, daß MWM Berke“ sebst-

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ZZZ VIII.

«WWK m .eu-ide au deutstheu und fremde- Börsenplähu fü: die Welle von Ds.,Februar bis 2, März 1907 nebst entspretbenden Angaben für die Vorwoche. 1000 kg in Mark.

(21er für greifbare Ware, soweit nicht etwas anderes bemerkt.)

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Woche Da- 25./2. egen bis 2/3. or- 1907 woche Berlin. No gen, guter, gesunder, mindestens 712 g das 1 172,00 173,25 WF.“- - ' . 755 I das 1 187,00 184,58 Hafer, . . . 450 g das 1 179,67 178,25

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R gm. älzer.rus1fcher„bulaarischer,mittel . . 181,00 181.00 WW säljer, 1:31 cher, mitsjcehreirkq rumän., mittel . MZF YFZ? H" “1759, 109613166 ! I Z Z Z T . 182,50 181,88

bad Gkrsß1rusfischß utter- ...... .. . . . . 142,50 140,00

Roggen. . , 122,39 12231 Weiden. bei - 144,48 144,40

Zafer. ungaricber ! ...... . . . . . . 136,83 138,45 erste." sche. . ............. 138,53 138,45

Mais, ungarisiber ............... 100,29 100,23 B u d a v : st.

gen, Mittelware . . . . , 113,12 112,40 en, | ' a . o o ' o . 125,34 127,43 129,61 129,53 113,46 113,39 TÜ- . . . . 88,07 87,76

gen, 71 bis 72 Idas 111 . . . 114,67 115,76 Wa, 75 bis 6 kg das 111 , 130,80 130,80

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R, 7151872kgda6111,......., 147,80146,50 «75 ' 76 | . . o ' . . . . . . , 139,96 139,96

P a r i s. en 144,73 144,04 W ; lieferbare Ware des laufenden Monats ! 187,91 188,92

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Donau, mittel ............ 129,63 129,49“

Nima . . . . . . . . . . , 135,71 135,56 O 4 ..... . . . , 135,71 135,56 134,74 135,15 141,38 142,03 132,71 132,56

Amsterdam.

Aow . . . . . . . . 132,68 132,75 Roggeni Sst. Petersburger . . . . . - "- W O a t o . c o o o o . 144,24 144,3].

amerikanis r Wintec. , , _ 147,76 147,83 Mais amerikan. unt . 105,54 105,59

109,77 105,59

London. engl. weiß 136,68 136,68 Weizen ( ' rot ; (Klark 138116) ...... 133,32 133,32

Weizen mWscbes Getreide, 125,87 126,26 W Mittelpre aus 196 Marktorten 128,50 128,50 e ((ckwa zfsragsa) 136,46 136,46

Liverpool.

rusfischer . 149,64 149,64 Donau- . , , . 137,40 137,40 WW roter Wintet- ........ . . . 142,11 142111 Manitoba 146,34 146,46 La Plata ...... . . 144,46 144,93 Australier 148,70 148,94

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Chicago.

Mai ......... 119,94 120,37

Weiden. Lieferungsware Juli ...... . . . 121,04 121,11 eptember . . . . . 12074 120,75 Mais . Mi 78,59 78,29

Neu York.

roter Winter- Nr. 2 . . . . 130,44 12952 We„ Mai. . . . . . . . “132,10 131,85 Lieferunasware ( Juli ........ 131,48 131,12 September ..... 129,77 130,14

Mais . Mt 90,36 89,80

WM Buenos Aires. 11047 11047 Mau ; Durchschnkttsware . . ....... 82:85 84„63-

Bemerkungen.

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für Aire! unter Berlkn, den 6. Mär] 1907. Kaiserliche! Statistisches Amt. van der Vorabt.

Dmischer Reichstag. 10. Sißung vom 5. März 1907, Nachmittags 1 Uhr. (Beckcht von Wolffs Telegrapbiscbem Bureau.)

_TageSordnung: Fortseßun der ersten Beratung der Geseh- entwurfe, betreffend die Festste ung des Reichshaushalts- etats und des HaxshalTSetats für die Schuvgebiete auf das Rechmxngswhr 1907 sowie der Éxgänzun zum Entwyrf dxs Re1chshaushalt6etats, Wahl von 6 Mitg jedem für d_te Retchsschuldenk0mmissi0n und erste Beratung der Geseh- entwuxfe, betreffend _ die Vornahme einer Berufs: und Betrrebszählun _1m Jahre 1907 und die Feststellung eines Nachtrags zum etchshaushaltSetat für das Rechnungs- 1ahr 1906.

Ueber den Anfang der Sitzung ist in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet worden.

Abg. 'Dr. Paasche (ul.) fortfahrend: Nun sagt das Zentrum: „Man wirft uns Kubbandel wor. Zeigt uns, wo wir ihn getrieben, und was wir erreicht haben.“ Es ist unmöglich, Ihnen d'ie Kübe bier einzeln vorzuführen. Ich kann Ihnen aus metnxr Erfahrung eine ganze Reibe Von Gelegenheiten nennen (Larm und Zurufe aus dem Zentrum), ich könnte fie aucb beweisen. Wenn überhaupt eine wirtschaftlich oder politisch wichtige Frage an das Haus kam, so Wurde auch nicht ein einziges Mal vom Zentrum ein Redner Vorgeschickt, der esagt hätte, wir erkennen die Berechtigung dieses Gesetzes dur aus an. Auch in der Presse wurde dann geäußert: so, wie diese Vor- lage ist, wird. das Zentrum unter keinen Umständen bereit sein, fie zu aenebmtgen. Dann kam die Kommisfionsberatung. Ich habe in der Budgetkommisfion ssit 12 Jahren mitgearbeitet, ich weiß, wie es da zugeht. Aycb dort gab das antrum nock) kein zustimmendes Votum; gewöhnltcb hieß es dann, erst sei Material und Erhebungen notwendig, manchmal örte ich auch, wir Wollen die Sache auf die lange Bank schieben. Erst wenn die Vorlage wieder an das Plenum zurückgelan te, kam das Zentrum lang1am und allmählich mit seinen Wünschen eraus. Wir haben oft uns tech! unbequeme Bcstimmun en annehmen müssen, Weil wir, die KonserVativen und Nationallibera en, uns sagten, lieber etwas als gar nichts. Bei den Hecreseragcn mußten wir es uns schließlich nach langem Hin und Her Vom Zentrum aefaUen laffen, daß die Bcwküiaung der leßten Kayallericregimcnter hinausgeschoben werden sollte. Erft 1910 sokl das le te Kavallerie- regiment bewiüigt werden, nachdem uns der Nachweis ge übrt war, daß diese Regimenter im dringenden nationalen Intercffe unbedingt notwendig sind, und dann rechnet es sich das Zentrum als ein großes Verdienst an, daß es die großen natwnalen Aufgaben mitgelöft bat. Yuruf aus dem Zentrum: Wo bleibt denn der Kubbandel?) Rufen

ie mir doch nicht immer das Wort .Kubbandel' zu. Glauben Sie denn, daß es skb, wenn man von Kubbandel spricht, uuzylebenkxige Kühe handelt? Sie haben eben immer Ihre Wünsche, die Sie aus anderen Gebieten batten, durchgeseßt; so könnte ich eine große Zahl von Einzelfällen auffüßrcn, die aufzuzählen nicht angenehm ist. Ist nicht Von Ihrer Seite ausgesprochen worden: „Wenn wir die Akten vorlegen 11110 zeigen MUM, 1008 alles hinter den Kuliffen escbeben ist, kein Staatssekretär, kein Minister bliebe auf skinem esel?“ Wo babln Sie es nich vsrsucht, für diesen oder jenen Ihrer Freunde etwas zu erreichen? Wie oft haben wir gelesen, bei der preußischen Volksschule wollten Sie die Rechnung revidieren, wie 0st'baben Sie betont, daß das Zentrum die einfiußrsizhste, 011- gesebenstc, mächtigste Partei ist! Schon dieses Macbtbewußtjcin allem mußte Sie zum Mißbrauch Ihrer Steklung verleiten. Haben Sie nicht ang-xsprocben, die Aufbebuna des Jesuitengeseyes sci keiuHandels- artikel, sondern ein Recht, und Rechte kauft man nicht, sondem man straft, wenn fie Verweigert Werden. Damit geben Sie doch zu, daß Sie, wenn Sie etwas nicht erreichen konnten, gestraft haben. Das war eben eine ml bräucblicbe Anweydunß Jbrer Macht, das find die fetten Kühe. enn man jetzt, wre es oft außgesprochcn ist, aufatmcte, daß der Druck des Zentfums von den Parteien genommen ist, glauben Sie denn, daß dieses (Gefühl künstlich vom Reichskanzler beworgetufen ist? Nein, das hat der tiefempfundene Mißmut zuwe : gebracht, der sie!) über diese Machtpolitik des chtrums in der evölkerung eingesteUt hatte. Der Freiherr von Hertling sagte. Sie lehnten das Bündnis mit den Sozialdemokraten ab, es hatte Ihnen weh getan. DieQuittung für diese Anschauung hat der Freibexr von Hertling von Ihnen schon vor den Stichwablen reichlich bekommen. Seine Stimme ist nicht gehört worden. Man hat uns sogqr den Vorwurf gemacht _ rer Abg. Schaedler bat_ in der. ihm ctgcnen wißixen Art lange darüber geredet _, wir batten mts 0er Sozial- dkm01mtie vakticrt. Was hat dknn kék Abg. Schaxkler gc1agt? Jeb böte seine W0116 noch: .Wir x_nüßten ja gottsstrqslicb dumm _scin, wenn wir das Mcffer uns selbst an die Köhle ye'ten; das uber- scbreitet das Maß der erlauan Naivitäx“ Bei nen k0u1m_t cs darauf an, wer das Mittel braucht. Sie nennen es gottsmafllch dumm, wenn Sie die Hilfe der Sozialdemokratie ablehnen_w001en. aber uns machen Sie schon eincn Vorwurf, wsnn, ohne dax: jemals die Parteileitunq zu dieser Wltung irqcndwicibtc Zusttmmung ge'gcbeq hätte, mit der Sozialdemokratké Füblung gcnommxn wird. 13117137 von den Sozialdemokraten: Baden!) Ick) weiß 111.51. warxzm Sie immer Baden rufen, wo Sie doch in Baden rmx uns zuyammcn egangen find. Vom Zentrum s'md wir recht gründltcb loßgskommkn. enn die Kluft zwis en Zentrum einerseits und Ncgtecung u-nd MebrbeitSparteien anderseifs immer mehr vertieft i_ft, 10 5190176 nicht an uns gelegen, sondern an dem groben Gcschuß, das 610 dcr Abg. Spahn, dann der Abg. Gräber und dann e_m noch Gröbner aufgefahren hat. Und als jsmand Von Ihnen aufgetreten [var urzd ae agt hatte, es seien auch national-konserVativ gesänntr Manner tn I5ren Reiben, da schickten Sie noch einen le ten Redner vor, der in seiner freien Art erklärte: die oppofitione (Richtung“ die die ultramontane Partei zum Kampf gegen die Reg'xcrungx gesubxxbat, wird weiter herrschen und die tren, die ihre Stumm bei der Stich- wahl erhoben haben, unterwar en sch gxborsam und gi'ngen mit dem Gros der ZentrumSpartei. Wenn wir fxuber vielfach unt anen Hand in Hand arbeiten mußten und nicht daran gedacht haben, den Kamvf gegen Sie zu richten, so werden Sie uns dazuzwingen, es in der Zukunft zu tun. Das ist eine der größten Errungenschaften kes leßten, Wahl- kampfes, daß die alte Mär be eitigt ist, gls ob das Zentrum mtt sei1_1en christlichen Arbeitervereinenim stande ware, der SoztalYolitix das Nye!- grat zu eben. Troß der Wahlhilfe des _ entrums tst dte Soztal- demokra e auf die Hälfte der Mandate zuru gedrängt und 115 gebe 'die Hoffnun nicht auf, daß, wenn der Kgmpf erne,ut wird, die Sozial- demokrate noch einmal um die Halfte geschwacht zuruckkommt und daß damit die Sorge vor dem roten Gespenst ganz Und gar ver- schwindet. Der Abg. Freiherr von Hertllng memte, die Abstimmung am 13. Dezember sei nicht der innere Grund, sondern nur der Anlaß für die Auflöjung gewesen, in Wirkltcbkeit habe der Reichs- kanzler eingesehen, daß er, nachdem die großkn wirtschaftlichsn Fragen gelöst seien das Zentrum nicht mehr brauche, und er habe steh nun mit den Feinden des Zentrums versöhnt und, vereini t. AÜen Respekt vor den Alldeutfcben, vor dem Evangelis en Bund und den Iungliberalen. Bieber haben aber diese vor dem Parlament noch eine sebr geringe None spielen können. J verstehe nicht, wie der Reichskanzler daran hätte denken so cn, sich mit diesen politischen Parteien gegen die mächtige Zentrums- partei zu verbinden. Nein, auch ihm wax der Druck der entrums- nebenre kerung und das Machtbewu tsxtn des Zentrums, wie der ro en affe des deulschen Volkes a mablicb unerträglich geworden. ie inneren ps olo ischen Gründe des Kanzlers kann niemand wlffen; und die usfüßrung des Abg. von „rtling, daß der national- liberale Angriff auf die auswärtige Polttk der Beginn des An- scblu es an die innere war, ist wohl nicht ernst zu nehmen. Es war das treben, slch von dem Druck des Zentrums zu befreien, und daher haben wir allen Grund, damit zufrieden zu sein. Der 13. Dcxember selbst, den Sie (zum Zentrum) heute als minderwertig beiseitescbieben

möch_ten, ist nicht bloß der Anlaß, sondern der Grund zur Auflösung gewe en. Der Abg. von Herning meint, man habe keine Verständigung gesu t, man hätte die dritte Lesuyg abwarten sollen. Das Zentrum wußte doch, daß für den Antrag Hompescb keine Mehrheit vorhanden war; auch im Plenum nicbt, weil die Sozialdemokraten nicht dafür gestimmt hätten. Das Festhalten des Zenxrums an dem Anfrage konnte nur zur Ablebnzmg des Ganzen fuhren. Die Fragestellung des Präsidenten war ntcbt a_nz zutrefferzd, die Gegenmeldung meine! Kollegen Büfing kam zu pat. Es hatte zuerst die Aenderung des Dispofitivs zur Abstimmung gestellt werden müssen, also der Antrag Ablaß, dann der Antrag Hompescb und dann die Ziffern, erst die höheren, dann die geringeren. Das Resultat wäre Wahrscheinli imm" das gleiche negative gewesxn, selbst_mnn der Kanzler no den Antrag Hompescb abgewartet hatte, da fur diesen niemand bätte stimmen können, der vorher f'ür Weitergehendes gestimmt_ hatte. Man ging ja auch schon vorher tm Hause herum; cinigc Herren kamen mit dieser Anregung auch zu mir, daß wenigstens Ueberschrift und Einleitung gerettet würden. Das charakterisiert eben die Taktik des Zentrums: alles in ziveiter Lesung ablehnen, die Re kerung damit in die schlimmste Verlegenheit Vor dem Auslande br ngen, um dann zwischen zweiter und dritter Lesung Kubbandel zu treiben. Dann wäre die Vorlage nach Ihrem Willen Festaktet, dann wären 2500 Soldaten und 4500 Mann Polizektruppen ewilligt worden, dann hätte man den Wählern esagt: Seht, was wir er part haben, wir haben das durckygsseßt, wr haben recht behalten. ier handelte es s1ch wirklich nicht um einige lumpige Millionen, sondem um einen Eingriff in die Kommandogewalt; hätte die Regicrung bis zur dritten Lesung gewartet, so hätte fie an Ansehen und Presti : den Roßen Teil Verloren. In solchen Fragen kann und dar? eine egierung nicht nachgeben; ich freue mich, daß fie diefen Kubbandel abgelehnt hat. Der Abg. Von Hertlin will nichts Von der Neben- regixrung gelten lasen, was geben_ibn ie Subalternen Poeplau und Wistuba an! Darum handelt 613 1171) yicht, der Kern der Sache war Ein ganz anderer. Iedenfaüs haben einzelne Zentrumsmitglieder an maßgebender SteUe unter Berufung auf die Macht des Zentrums und seine ausschlag ebende Stellung Versucht, in die Administrative einzugreifen. O es fich dabet um Subalterne oder bobs Beawte oder MissionSgesellscbaften handelt, ist gleich- gülti . Das Zentrum bat auch_nachträ2;lich keine Mißbilligung darü er ausgesYroYen, also nachtraglicb se ne Zustimmung dazu ge- geben; das M 0 gut, als wenn das vorher ges eben wäre. Der Abg. von Hertling bedauert, daß der Wablkamp die Kluft zwischen Cyangeljscbcn und Katholischen, zwischen Nord und Süd Vertieft habe: er hat pen Kulturkam f herbeigezogen und den Spie umgedreht, als ob dre nationale ebrbeit den Kulturkampf germ) t babe. Ich Verwabre mich und meine Fraktion dagegen aufs entschiedenste. Gelegentliche Zeitungsäußerungen find keine Beweise dafür; für Sie gelten_nur offizielle Kundgebungen der Partei, und vielleicht der Parteifubrer. Der Kulturkampf wurde am 13. De- zember Von einer ganz anderen Seite, Von dem Abg. Ledebour, an die Wand gemalt. Er mejnte, dre Liberalen wollten einen neuen Kulturkangpf, aber das sei eme verfehlte Kalkulation. Den alten Wißmarckjchen Kulturkampf könne man nicht mehr ins Leben zurückrufen, diefer tote Frosch wird sich nicht mehr galvanifieren. Wenn es einmal zu einem wirklichen Kulturkampf in Deutschland käme, sagte er weiter, wenn es fich um eine Trennung von Staat und Kirche und Schule handelte, einen solchen Kulturkampf würden auch die Sozialdemokraten unterstüsen. Sie sehen also, welch' ein Kulturkampf Ihnen Zaum Zentrum) bevorsteht von denen, um deren Hilfe Sie gebublt aben. Unsere Kundgebun enthält kein Wort von einem Kulturkampf. Sie halten uns do nicht für so töricht, zu Verstecken, was wir wollen. Niemand hat von uns daran gedacht. Sie werden doch dem Worte eines ernsten politischen Mannes mehr glauben, als den Redensarten eines Winkelblattes. Niemand von uns denkt daran, unseren katholischen Mitbürgern irgendwie die Außübung ihrer Religion zu erschweren, im Gegenteil, Freiheit in der Religionsübung für aÜe Konfessionen haben wir immer betont und wir haben niemals daran gedacht, solche Schreckgespenster an die Wand zu malen, wie Sie fie in ihren Flugblättern Vorgeführt haben. In Würzburg erschien ein Flugblatt, in dem es hieß: „Katholische Wähler, wenn ihr nicht wollt, daß die Kruzifixe aus den Schulen eworfen, die kirchlichen Heiligtümer ver- weltlicbt, die Seminare ges [offen die Bischöfe aus ihrem Besitztum vertrieben, die frommen Krankens western aus den Hospitälern ver- trieben werden, so sorJt mit euerem Stimmzettel dafür, daß keine liberale und sozialdemo ratiscbe Mehrheit in das Parlament kommt.“ Was ist das weiter, als uns zuzumuten, wir wollten al1e die Schand- taten gegen unsere katholischen Mitbürger verüben! (Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Jawohl, ich halte es für eine Schandtat, wenn man die Kruzißxe berunterreißt. Solche Kampfesweise zieht leider bei dsr 13100111chen Bevölkerung 0161 zu sehr weil Sie die katholische Bevölkerung ganz (_mders im Zug haben durck Ihre geistliche Organi- 1ation, als es bet uns möglich ist. In Kreuznach, der Hauptstadt

“meines Wahlkreises, find katholische Versammlungen ge cbloffen

wordcn mit dem Ruf: Nieder mit dem Protestantißmus. st da! nicht der Kulturkampf in schlimmster Form? In meinem Wahlkreise baden katholische Pfarrer Von der Kanzel erklärt: Kauft nicht bei evangelischen Kaufleuten. (Widerspruch im Zentrum. Rufe: Wo ?) Den Beweis kann ich Ihnen bringen, ich habe ihn in der Tasche mitgebracht. Glauben Sie, Herr Trimborn, daß ich hier Un- wahrheiten sage, daß 11!) Bebauptun en aufstellt, die i nicht beweisen kann? In an eren Wa lkrei en ist es äbnlt gewesen. Der Abg." von Hert ng bat mtt 5echt gesagt, es sei gewiß nicbt staatsmannisch weitscyauend, den Ge enfay zwischen Katholischen und Evangelis en zu vertiefen. inen so weit- schauenden staatßmännischen * lick hat wohl auch die Regierun daß fie in der beuti en schweren Zeit nicht daran den , die konfesswneUen Gegenfzäve noch zu vertiefen. Der Abg. won Hert- ling weiß ganz genau, daß daran nicht gedacht wird und nicht gedacht werden kann. Wir wollen na wie dor weiter arbeiten auf dem Gebiete der Sozialpolitik der irtscbafts- und Kolonial- politik und ich will mit der Hofénung s ließen, daß, wenn das Zentrum uns seine Hilfe dabei versagen ollte, an die nationale Mehrheit die doppelte Verpflichtung berantritt, die Gegensätze zu ver- geffen und gemeinsam zusammenzuhalten damit die nationalen Auf- gaben auch troxz des entrums zum Zie1kgefübrt werden.

Ab .Kröcver (0 aus.): Nur Wenige urze 3 yon mebr versén- lichem .barakter. Der Abg. David bat mich ge tern unter den kor“.- servativen Politikern genannt, welche die Absicht angesprochcn haben. »; Reichötagöwablrecht abzuschaffen. Das ist ein Irrtum. Jeb [*.-xbe zwar sehr oft in öffentlichen Versammlungen das Neichtagöwablmbt scharf kritisiert und gesagt, daß ich das geheime Wablrccht für ver- derblich für unser Vaterland halte, weil es jeden berechtixzten (Fink'iuß, so z. B. den Einfluß des Vaters auf seinen 25jäbrigen Sohn, 5 ntenanbalte. Ich habe aber in jeder Versammlung entrvedcr vorbsr oder nachher etwa folgendes gesagt - ich steüe dies hiermit fest und bitte die .Herren, fich das zu merken _: Ick habe nicht ausges weben, daß 115 das allgemeine geheime und direkte Wahlrecht abscba en will; was ich daruber denke, ist meine Sache. J wei aUerdings, daß ein kon- Yeévativer Führer im Herrenbause die bst ! auSgesprochen hat, das

ablrecbt abzuschaffen. Ich mißbiüige das, weil ich es für praktisch falsé balte, einen Wunsch aussusprecben, der zur Zeit nicht erfüUbar Aber 76 ist doch ein starkes Stück, daß die Herren mw (116 kassel tun, denn ist es nicht genau dasselbe, wenn die Herren das mecklen- burgische oder preußische Wahlrecht oder andere Wablrechte, die ihnen nicht passen, abschaffen wollen? Auch hier trifft das Gleichnis vox Splitter und Balken zu,_ nur daß der Splitter noch kleiner und der Balken noch größer irt. Damit bin ich fertig mit meinen kurm'. Bemerkungen.

Abg. Crzberger (Zentr.): Der A . Paascbe ba: mcénm 591“.ka Freunden einen Vorwurf daraus gcma !. daß ße 171151 “.:::: W dreifachen Hurra allen Vorlagey der verbündeten N.“;émxngp: 1.1;- estimmt Haben. Die Nationalltberaxen tobe?! BQ .:.-1:2“ 7.1.21 31:14 u der ersten Lesung bcgei ett xugrxtxmwx; Jod 77721117: ;, B. „U die Panzerkreuzer. Esist do 1116511115115 dax 1777123313“: 779 wm)»