Auf Ihren Bericht vom 21. Februar 1907 will Ich dem Kreise Minden, welcher die Genehmigung zum Bau und Betriebe einer Kleinbahn von Eickhorst nach Lübbecke im Anschluß an die bereits bestehende K_leinbahn von Minden nach Eickhorst erhalten Hat, das Enteignungsrecht zur Ent- _ziehung und zur dauernden Beschränkung des für diese An- age in Anspruch zu nehmenden_Grundeigentums verleihen. Die eingereichte Karte erfolgt zuruck.
Berlin, den 27. Februar 1907.
W i l h e l m K. Breitenbach. An den Minister der öffentlichen Arbeiten.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medtzinalangelegenheiten.
Den Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der Universität_ zu Konrgsberg i. Pr. Dr. Egbert raa , Dr. Otto Werß und Dr. _Aiexander Ellinger, dem rivat- dozenien in dcr_med1zrmschcn Fakultät der Universiiät zu Breslau _Dr. Wilhelm Ercklenß und dem Privatdozenten in der philosophischen und naturwrffenschYtlichen Fakultät der Universität zu Münster Dr. Ludwig S miß-Kallenberg ist das Prädikat Professor bei elegt worden.
Der außerordentiiche Proxieffor Dr. Josef Pompecki u Kröni sberg [. __Pr. ist in [eicher Eigenschaft in die phio- sophiJche Fakriltat der Univer ttät zu Göttinqen verse t worden.
Am Schuliehrersemmar zu Proskau sind die ommissari- schen Semmarlehrer Neumann und Kruppa als ordentliche Seminarlehrer,
am Schullehrerseminar zr: Pöliß ist der Mittelschullehrer Gerlach aus Muhlhausen i. Thür. als ordentlicher Seminar- lehrer angsstellt worden.
Ministerium des Innern.
_ Dem Lgndrat Petersen ist das LandratSamt im Kreise Fischhausen iibertragen worden.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Bekanntmachung.
Die am 1. April1907 fälli en Zinsscheine der preußischrn Staatsschulden wer en vom 21. März ab eingelost
durchdieStaatsschuldentilgungskasseinBerlin,
17. 8, Taubenstraße 29, „ „ Seehandlungshauptkaffe in Berlin, 17. 56, Mgrkgrafenstraße 46 3, „ „ .;)tkeiésbankhauptkaffe in Berlin, 17. 56, Jäger- ra e *, sämtliche Reichsbankhauptstellen und Reichsbank- strllen L_Md __ sämtliche mri Kaneneinrichiung versehene Reichsbank- _ nrbenstkllrn, „ [Jmtliche Rrgicrungshauptkassen und Kreiskassen, „ iamiliche' Hauptzoll: und anpisteuerämtsr und durch alle den Hauptzoll: und auptsteuerämtern unter: dedrdneten Amtssteiicn dcr Vcrwaltrmg der indirekten Steuern, sofern die vorhandenrn Barmittel die Ein: idsmig grstatten._ .
Tir _Zinsscizcine sind, nach den Wcrtadschnittcn grordnet, dcn EinlNUngÖULULn mit einem Verwichnis vor ulcgcn, in wrlchem Stückzahl und Betrag für jc rn Wertabszchnitt, Ge: samtsumnis sowic Namctr Und Wohmmg dcs Einlieferers an- gcgcdcn smd. Von der Vorlegring eines Verzeichnisses wird adgcieiicn, wcnn rs 1ich nur Um eine geringe Anzahl von Zinsschrineii handslt.
_ “Dre “ahlung dcr am_1. April 1907 fälligen Zrnscn d in das Staatsichuidbuch eingriragenen _drdcrungrn Erfolgt im Woge der Zuscndun durch die PM und im chr drr Gutschrift auf den sichs- bankatrokontcn drr Empfungsberechtigtcn zwischen dem 18. März und 8.__April; die Barzahinng bci drr Staats: schuidentrigringsfdme und drr NsichHdankdaUptkaffe in Berlin beginnt am 18. März, bsi (111811 cmderen Zahlstclien am 25, März.
Tir _Staaisschuldeniilgungskasse ist am 27. März für das Padlikum geschlossen, während sie am 28. Mär von 11 bis 1 Udr und an dM iibrigen Wrrktagen, an am 30. März, Von 9 bis 1 Uhr gröffnet iit.
Tir Inhadrr preußischer KOUsO-[S machen wir wiedrrdsiiwni die „Amtlichen Nachrichten über dais Prrußiiche Staatsschrildbuch“ aufmerksam, die der drrii „Kdniriiicden Staat§schriidduchburrau in Berlin 817.68, Oranicnsrraße 92/94, unentgrlilick) in Emvfarig grrrommrn WSrden können.
Berlin, dsr: 4. März 1907.
,HQUPWLWÜUUUJ drr Staatsschuidcn. VON Bitrk'r.
Yichtamtliches.
Deutsches Reick). Preußen. Brriiri, 11. März.
Seirrr Majeirät der .K-Jiier rmdiidnig fonferierten brate; vormrrrx-Z, „W T. B.“ zuwigr, mri dem Reichskarizisr
Fiirirrx rwn Brilow _Urid_d§-rtrri i_rrr bissigsn Königlichen Zchi;*1€ ds_ii Vorrrag 565 CZK?- drs Zidiifadinetis, Wirklichen Grd-éimxrx Rats Tr. von Lrixanus.
(5!er ZILIJZÜ-ät die Kaiserin und Königin Haben XÜHrUKÜZigsr “,x-WHU, drr Ecitrn Edrriidame deß Friedrichs- friÜ-Z ::“. ZTZZJ'ÉZ, Fräuicir LUiie Koeliner in Berlin das LION“: FxxuerérdiMäkrsuz (im wriizsii Bande zu vrrleiden.
Lau! Mridunx “(SZ „W. T. Y.“ ist "TZ. M. S. „Luchs“ am 8. März, von Ti-Hirikiang mei) Schonglßai in See ge; ZTRJM.
_S. M, “5. „Lorriey“ ist am 6. März in Jaffa und am 1. März “m Hdiia ringsiroiferi.
S. M. S. „ Condor“: ist vorgestern in Sydney ein- aetroffen, urn dort zur Ausfuhrung von Reparaturen bis Mitte Mai zu bleiben.
Der außreisende Abiösungstransport für SMS. „Cond or“ _ist Mit dem Reichspostdampfer „Yorck“ am 8. März in Fort Said eingetroHen und hat an demselben Tage die Rei 6 uber Suez nach den forigeseßt.
Posen, 10. Marz. Nachdem die zum 39. Provinzidl: landtagx der Provrnz Posen versammelten Stände estern ihre Arbeiten beendei hatten, hielt der Königlich? Lan tags- kommrffar, Obxrprafrdent von Waldow, folgende Schluß- anspra e an die Abgeordneten:
Ho geehrte Herren! Die Verhandlungen unseres diesjährigen Provinziallandtages sind beendet. Eine große Zahl zum Teil recht umfangreicher und schwieriger Vorlagen ist Dank Ihrem Eifer und Ihrer Arbeitsfreudigkeit in mxrbältniömäßig kurzer Zeit erledigt worden. Die eingehende und fachkundige Beratung die Sie dem von der Königlichen Staatßregierung unterbreiteten Ent- wurf einer Wegeordnung für unsere Provinz gewidmet baden, wird sich, wie ich hoffe, für die geseßlicbe Regelung de? Wegewesens der Provinz förderlich erweisen. Mit vollem VZrsiandnis fur die Bedürini e der Provinz haben Sie die Mitte! fur die weitere_ Außgesta tung der provinziellen Eiqrrchtungen und fur die örderung des We ebaues bewiUigt. Der bedeutsame Bes laß, durch den der ebergang der Cbauffeen auf die Kreise von neuem in Anregung gebracht ist, wird nu_nmebr boffentli zu dem erwünschten Ziele führen. Die von Ihnen beschlossene neue assung des Milzbrandentscbädigungs- reglements wird der _enebmigung der Herren Minister unterbreitet werden. Die Einmutigkett, mit der Sie die Vorlagen des Herrn Landeshauptmanns in allen wesentlichen Punkten angenommen haben, legt in__ erfreulicher Weise Zeugnis davon ab, daß Sie die Griindsaßk, nach denen _di: Verivaltung des Provinzialverdandes gefuhrt_ wird, billigen. Sie werden mir deshalb gern zustimmen, wenn ich dem ?_rrn Landeshauptmann für seine aufopfernde und verdiensivqlle aiigkeit lebhafte Anerkennung und herzlichen Dank ausspreche. _Ntcht minder gilt dieser Dank Ihnen, Herr Landtags- marschall, fur die umsichtige und geschickte Leitung der Verhandlun en, die zu dem schnriien und glatten Verlaufe der Tagung Wesentlich ei- grtragen hat. Bei Jdrem Scheiden bochgeehrte Herren, rufe ich Ihnen em herzliches Ledewobl zu und ge e der offnung Ausdruck, daß aus Ihren Entschließungen für die Entwi elung der Provinz reicher Segen erwachsen möge. Im Namen Seiner Majestät des Kaisers und Königs erkläre ich den 39. Provinziallandlag für geschloffen. .
Der LandtagSmarschali, Kammerherr Freiherr
Den Dank, den
Schlichting enjgegnete hierauf:
Hochderehrter Herr_ Landiagßkommissariuö! Eure Exzellenz unserer Tatigkeit in dem 39. Provinziallandtage soeben die Gute hatten zu widmen, darf ich im Namen der Mitglieder des- selben nur erwidern und Eurer Exzellenz sagen, wie so überaus wohlwollend und fördernd das Eingreifen des Herrn Landtags- kommiffars in unsere Arbeiten gewesen ist. Von der Wegeordnung, der wir 11:19 im Sinne der Vorschläge der Königlichen Staats- regierung a_ngefchlossen _baben, hoffen auch wir, daß fie die Lacken aussulirn wird, die bisher auf diesem Gebiete bestanden haben. Vozr dem Beschluß, betreffend die Uebernahme der Chauffcen auf di? Kreise, erhoffen wir nicht nur sine segensreiche Förderung der Selbstderivaltung, sondern auch eine Sanierung der Finanzlage unserer Provinz. Der dritte, besonders wichtige Beschluß, die neue Fassung des Miizbrandreglements, wird Unklarbriten beseitigen, die bi9b2r_ _bcsianden, __und ebercso eine gerechte Bemeffung der Entickßadigungcn iwaffrxi, wie die finanziellen Mittel berück- sirbtigen, dx, _ ddpr die Kräfte der Bewohner unserer Pro- vmz zu Uhrriteigeix, zur Verfügung gestellt werden können. So [affen «ie_ mis, meine dochgeebrten Herren Mitstände, nun in unsc;_n_br_i1iiaiiich3n Beruf zurückkehren und unsere Ardeiten mit _dcm_Rus 1chlirßen, mit dem wir sie begonnen haben; Seine Majestat unser Allergnädigster Kaiser, König und Herr [rde bock), doch. doch!
Die_Versammlung stimmte in diesen Ruf lebhaft ein und trennte sich sodann.
Munster, 10. Marz. Der hier ragende 48.Provinzial: laiidtag drr Prov_1nz Westfalen ist gestern nach Er: ledigurig seiner Ardeiten durch den Köni lichen Landtags- kornrmsjar, Oberprasidenien der Provinz estfalen, Staats: minister Freiherrn von der Recke in Herkömmlicher Weise Mittels folgender Ansprache eschloffen worden.
Nach_einer ardeitsrxiäosn oche beenden Sie beute, weine hoch- gerhrirxi *Yxrren, k12©61chäf18 dcs 48. Provinzialiandirgs. Sie haben ai]? _dte_ Vorlagen, die den Ausbau oder die Verwaltung der ;Yrc-dmzialanitalxen betrafen, genehmigt, die Neuregelung der Be- oldrmgsverdaitmffe derProvinzialbeamten in die Wege geleitet, in der Fraue der Neuderanlasung drr Grundsteurr einen ihren Schwierigkeiten Yecknu _irsgenden Brscbiuß gefaßt, auch, wie im Vorjalm', erneut Jdrer Sympa; té; “silk ii: Weitere Entwicklung des läikdlich€n Foribildungéscksul- xrcie_ns_'§rri§drrick xzrgrbsn. In derAngelrgenbeiiderJörderungdesg-noffrm 1517517111096" _Taiiperrrnbaucs sieht Jdre endgültige Entsckjeidupg über eine firiarxzrelie_Untersiüßu_ng noch ans; immerhin babrn ihre Vcr- bandlungrn dqrudrr Eine erfreuliche Klärung herbeigeführt. Mit drm Wunsche, dai; Ihre Beschiüffe der Provinz zum Segen gerrichen, danke ich_ anrn Namrns der Königlichen_StaaLSregierung für die Treue, mit der sie Jdrx Tätigkeit den Aufgabrn dieser Tagung ge- widmet baberi, und erklär? im Allerhöcbsien Austraße den 48. west- faliicberi Provrnziailqridtag für geschossen.
Hierauf ergrisx der V0;11HLUÖL des Landtags, Seine Exzrlirnz der Wirkliche Geheime Rat Freihrrr von Lands- brrg dds Word und brachte zum Schluß ein dreifaches Hock) arif Sein; Ma]estat deri Kaiser und König aus, in das die Mitgircder drs Provrnzraiiandtags lebhaft cinstimmien.
_ Dusseldorf, _10. Marz. Der 47. NHeinische Pro- vrnzigllandtag ist gestern von dem Königlichen Landtags: kommrmar, Oberprdsidkntcn drr Rheinprovinz, Kammrwhrrrn Dr. Frzxihxrrn v_01_1_ Schorlcmer nach voraiifgegangenem deicsdirnst im hiejrgcn Standehause mit folgender Ansprache erdsxnct wordcn:
-Oochg€e_brteH3rr-rn! Den durcb Srinr Mch1jesiät den Kaiser und Köriig zur 47. Tagnng eindkrufensn Prooinzialkandtag der Rh_einvk0Vlnj bade _ich die Ehre namrns der Königlichen Staats- regierung zu h_L-Zrußen. Nuri) in dem Vergangenen Jahr 171 unirre Prodmz dure!) drn wiederholten Besuch unsereI er- badrnen Herriäxers beglückt wordsn. Vor allem werden jxne sonnige_n_ Herbiiiaqe_ undergeffen bleiden, an denen Seine M_aje'„1at der Kaiser zahlreiche, durch Lage, Alter und Ge- schicht9 b&dwrragende Orte Unserer Provinz zur größten Frrude der Bevdlfrrung _mit WierköOstibrem Besuche (“kehrt und ins- besondere_ in unjerrr de_rriicdrn Eifel Geiegrnbeit gefunden haben, die Siönhriten dieses GebirgUandes kenneq zu lernen und yon dem wirlichaftlichen Anfs-bwug Allerböchstficb zu über- xerzzeii, den _dirier Bezirk nicht zum mindesten der tat- tkassi;;?n_ Unieriiiiizung des Provinziawerbmides zu verdanken bat. Auch u-iiere Piovm hat mit innigiiem Dank gegen Gott don ganzem Herzen_in den Jude eingestimmt, daß unserem erlaucht€n Kronprinzen- vaar em Sohn, dem Kaim: ein Enkkl und Erbe der preußischen Köni T_krone geboren ward
:8 durch dxn Brainn einer neuen Wahlperiode bedeutsame
47. Tazung des Provinziailandtags läßt in Ihrer Mittr eine Reihe
von
bochan esebener Männer vermiffen, deren aufopfernde kli ter " und Hßngabe an die Interessen der Provinz und zur blYibeYdeanxxxjkq bqueit_ verpflichten und zur Nachetferung anspornen muß. Warn; wir hierbei trauernd derjenigen Abgeordneten gedenken, die uns durch den Tod entrissen sind, io steht uns vor allem das Bild desjenigen auch vor_ Augen, der vor mir durch 1T Jahrzehnte an der Spjve der staatlichen Verwaltung der Rheinprovinz gestanden hat und deren vielverzweigte Interessen mit weitschauendem Blick und rasiloser Tat- kraft zu fördern bestrebt war. Ick) darf wohl auch in Ihrem Namen der Versicherung Ausdruck geben, daß die Rheinprovinj ihrem fküberen Oberprasidenten, Exzellenz von Nasse ein treues und dankbares An- denkexr;ck bewabZ§n_rvird. __ _ _ en za re en, me r a s e n Drittel Ihrer Ge a
bildenden neuen A geordneten spreche ich den Wunsch aus, sdFÜizasiF etreu den langjährigen Traditionen des Rheinischen Landtags der
olidarität der ländlichen und siädtiécben Interessen sicb helvußt bleiben und gemeinsam mit den bis erigen Vertretern neben den materiellen Aufggben unseres großen GemeinWefens auch dessen be- rechtigte ideelle Interessen in opferwilliger Weise zu pflrgen bereit sein Yerden's it d Kö rich
on e en er nig en Staatöregierung werden
Vorlagen von größerer Bedeutung dieSmal nicbt unterbreitet HFM? Jm Vordergrunde Ihrer Beratungen wird neben der Wahl des Vorsißenden des Provinzialausschu ses die Feststellang des_ Haushaltsplanes_ stehen, de en gründliche Vor- bereitung von _der bewahrten Sachkunde Ihrer Verwaltung wiederum Zeugnis ahlegt. Troy des gebotenen weiteren Ausbaues der provinzieiien Einrichtungen wird es sich ermöglichen lassen, die fast auf aÜen Gebieten wachsenden Anforderungen an die Provinzial. verwaltung, insbesondere auf dem Gebiete der Fürsorgeerziebung, der Armenpiiege und der Unterhaltung der rovinzialstraßen mit dem bisherigen Pryzenisaß der Provinzialabgabe Von den sonstigen Voriagen des Provinzialauscbuffes „ nimmt Ihre _ besondere Aufmerkiamkeit_ in Anspruch die Beratung derjeniZZn Maßnahmen, welcbe drr mit der Bevölkerungsßffer bei allen euwablen steigende ab! der Abgeordneten bedingt. Nicht minder wichtig und der Entchcidung in der gegenwärtigen Tagung bedurfti erscheint die_dem Be cbluése des letzten Provinziallandtags entspre ende Vorlage uber den eu an einer weiteren Provinzial. Heil- und_Pflegeanstalt, Welche dem jährlirh wachsenden Bedürf- niffe an geeigneter Unterbrin ung der Geisteskranken für eine Reibe von Jahren genugen soli. In 9 eichem Maße dürften Sie die Vorschläge interessieren. welche Ihnen der Provinzialausschuß zu drr srit langem gebotenen Erweiterung der Räume desProvinzialmuseums in Bonn und zur würdigen Aufstellung der wertvollen Wesendonkichen Gemaldegalerie daselbst zu machen hat.
Mit dem herzlichrn Wunsche, daß auch Ihre diesjährigen Be- ta_tungen und Beschluss der Rheinprovinz zum Segen gereicben, er. klare ich im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers und Königs den 47. Rheinischen Provinziallandtag für eröffnet.
Darauf fand die Wahl des Vorsißenden des Provinziab- landtags _und seines Sterertreters statt. Zum Vorsißcnden des Provrrxziallandtags wurde der Wirkliche Geheime Rat und Oberburgermeiiter der Stadt Cöln Becker und zum Stellvertreter der Schioßhauptmann und Kammerherr Graf von Furstenberg-Stammheim gewählt.
zu bestreiten.
Oesterreich-Ungarn.
lL_)Yr Stqnd der AusgleichSverHandlungen zwischen der osterreichrschrn und der ungarichen Regierung wird in Budapest als gunstig bezei net. Bezüglich der indirekten Steuern auf Zucker, piritus, Bier und Petroleum ist, wie der „Pester Lloyd“ meldet, grund- sc'ißlick) eine getrennte Verwaltung ausgesprochen; in welcher_Wcrsc die Verzollung der eingeführten Produkte bei denz Eintritt über die (Grenze des anderm Staates durch- gefuhrt _werden sol],_ ist noch unbestimmt, ebenso lirgt noch mchts_ Authentisches darüber vor, ob der Aus: gleich auf eine längere Dauer als bis 1917 abgeschloffen werden wrrd.
Großbritannien und Irland.
_Wie das „W. T. B.“ meldet, führte der Erste Lord der Admrralität, Lord _Twredmoutb in einer Rede, die er vor- estern in Oxford Hielt, aus, daß England keinerlei Absicht Jade, seine Seemacht zu schwächen, daß es vielmehr in der Zukunft wie in der Vcrgangrnheit ohne Rücksicht auf die Kosten an dem Zwei-Mächte-Standard festhalten
werde. Frankreich.
Der PräsidendFalliSre-s hat, „W. T. B.“ zufolge, eir Dekret, betreffend dlL Bildung einer Kommission, unterzeichnet, die mit der Veröffentlichung der auf den deutsch-fran- zosischen Krieg von 1870/71 beziiglichen Dokumente beauftragt wird.
_ Jm vorgestrigrn Ministerrat _ab der Minister- präfidrni Clemenceau bokannt, daß er si mit dem Scine- prc'ifekten und dem Militärgouverneur von Paris übrr Maß- nahmen, um von Sonnabend ab die Tätigkeit der Elek- trizitätswerke zu sichern, geeinigt Habe. Der Minister Viviani erklärte sich dcrsit, als Abschluß der Bora: tungrn Über den wöchentlichen Ruhetag cine osr- mitielnde Erklärung anzunehmen, dir das Prinzip des Geseßes anerkennt und der Re ierung die Wahl des Zet? punktes überläßt, um die AusZrUungen zu priifen, der_cn Gegenstand einige Artikel des Geseßes sind. Der Justlk minister (Huyot-Dessaigne legte die Motive u dem Eni- wurf des Beamtengeseßes dar, das zu cginn der nächstcn Woche in der Drputierienkammer eingebxacht werden wird. Der Kriegswinister Picquard teilte die Maßnahmen mit, die nach einer vorgenommenen Untersuchun akg?" mehrere Offiziere ergriffen wurden, die bei Zwis enfällen zwischrn Offizieren und Unteroffizieren des 2. Artillerieregiments in Grenoble brteiligt waren, Der Ministerrat beauftragte schließlich die Minister Picquarr und Viviani mit den Vorarbeiten für eine neue Gescßgebung bezüglich der Haji- pflick)t des Staates bei Unfällen, denen Militar- personen im Dienst ddrr bei Gelegenheit des Dienstes zum Opfer gefallen sind.
Rußland.
Zn drr Reickxsduma fand vorgestern die_ Wahl der fünf Untersekretäre statt. Nach drm Berichrdes „W. T. B.“ drangcn wiederum die Kandidaten der_llpkÉ sichenden Partrieii und 37001? 2 Kadetten und 3 Sozialist": durch, Im weiteren Verlaufe der Sißung nahm die Duma mit allen gkgen eine Stimme die von der ersten Duma alli-
estrlltc Gcsckiästfzordnung wieder an. Sodann wurde bß ckl0sscn, zur Prüfung der Mandate überzugrhen, zu wclche'.n ;wecke cif Abteilungen grbildet wurden. Darauf wurde die
ißung doschlvssen. Zn Anbrtracht der für die Prufung d“ Matidate nötigen Vorarbeiten wird die nächste Sißung nick)t Wr Mittwoch stattfinden.
serbischen Regierung in
Spanien.
Die Corteswablen sind, „W. T. B.“ zufolY, im (zu: emeinen ruhig verlaufen. Nur an einzelnen _rten smd Ruhestörun en vorgekommen. Wrgen falscher Stimmabgabe srnd einige erhaftungen vorgenommen worden.
Portugal. Der König von Sachsen wohnte, „W. TB.“ zufolge, vorgestern mit dem König und dem _Kronprinzen von ortu al militärischen Uebungen ber. Abends fand_ im Ychloß juda ein Galadiner statt, bei dem zwischen den beiden Monarchen Trinksprüche gewechselt wurden.
Serbien.
Der österreichisch:unqarifck)e Gesandte in Belgrad Hat am rcitag voriger Woch? dem Ministerprästdenten Paschitsch die ntwort Oesterreich-Unqarns auf _die leßte Note
Serbiens bezüglich der Handelsbrzrehungen zwischen beiden Ländern Überreicht. Nach einer Meldung des W. T. B.“ besagt die Note, dre vorgestern im Ministerrat Zerlesen wurde, daß Oesterreich- Ungarn die von der ihrer letzten Note vorgeschlagene Grundlage für die Handelsvertragßverhandlungen akzeptiere und daß der, Umstand, daß die Verhandlungen auf der rühcren Basis nicht aufgenommen werden konntrn, deren Fort: se ung auf einer neuen Basis_ nicht hindere. Ferner gin die österreichis =ungarische Regteriing der Hoffnung Aus: druck, daß die ser ische Regierung bei Staatslieferungew die Industrie Oesterreicb-Ungarns bei _leichem Freise und glei er Qualitätberiickfichtigen werde. Na dem Oetcrreich:Ungarn ie rumänischen und bulgarischen Delegierten zur Aufnahme der Verhandlungen bereits eingeladen habe, werde fre auch die serbische Regierung zur Fortseßung der HandelSvertrags: verhandlungen einladen. _
- Die Skupschtina bat vorgestern, obiger Quelle zu- fol e, einstimmig im 5Frinzip die Regierungsvoriagé, bc: treZend drn Nachlaß er Agrarschuld der durch den Berliner Vertrag Serbien angegliederten Gebiets- teile, angenommen.
Bulgarien.
Die Sobranje hat vorgestern, laut Meldung des „W. T. B.“ in dritter Lesung den außerordentlichen Militär- kredit von 32 Millionen Loi angenommen und dem Ministerrat das Recht, über die Einzelheiten der Besteliungen Bestimmungen zu treffen, übertragen.
Amerika.
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ hat eine Ab- teilung nicaraguanischer Truppen am vergangenen Freitag ein in Tuguare strhcndes Kavallerie=Detgcheinent hondurasscher Truppen angegriffen, ist aber nach dreistundigem Kampfe nahezu aufgerieben worden.
Asien.
Wie die „Daily Mail“ meldet, macht sich in Jesd _cine starke Bewegung gegen die Parsis und die Chriiien geltend, weshalb viele von diesen die dortige (SYNQ verlassen.
- Nach einer Meldung des „RkMerschen ureaus“ zieht Japan alle Truppen aus der Mandschurei zuriick bis auf 15000 Mann zur Bewachung der Eisenbahn.
- Die Konsuln dcr frrmden Mächte in Mukden baden energisch Widerspruch gcqcn die Nichterledigung der Frage der Likinzöllc cr obrn,
Afrika.
In dem am Donnerstag vorigcr Woche stattgeljabteii Gefechte dcr scherifischrn Mahalla gegen die Veni: Aros trieb die Mahaila, der „Agsncr Harras“ zufolge, die Aufständischen vor sick) Her, verbrannte 1icbcn Dörfer und _zog sich dann in ihr Fcldlagcr Ziikück. Von den Aufrüdrern smd 20 Mann gefallen, mehrere wurden gefangen. Am folgenden Tage nahm die Mahalia wieder ilmx Angriffsbewegung arif. Raisuli brfindet sick) nicht bei den Aufständischen, er soil sick) nach Tarizont gcfiiichtct haben.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Schlußberichte über die vorgestrigén Sißungen des Reichstags und des Hauses drr Abgeordneten befinden fich in der Ersten und Zweiten Beilage.
“- Der Reichstag icßtc in seiner heutigen (15) Sißung, welchcr der Staatssekretär drs Jimern Dr. Graf von Posa- do wsky:Wel)ner und der Staatssekretär dvs Reichsjustizamts Dr. N ie b erd i n g deiwohnten, die Besprechung der Interpellation der Abgg.Trimborn und Genossen wegen der Fortführung der sozialpolitifchrn Gesehgedung (Rrchisfähigke'it der Be- rufsvereinc, kleiner BefähtgungMacmeZ, Auswerkaniswrsen, Arbeitszeit für Fabrikarbeiterinnen, Arbeitskammern) fort.
Abg. Dr. Mitgdan (fr. Voikéd): Dcr Jnterpellant sprach mit Jroßem Stolz Von der soziakpolitiichen Tätigkeit des Zentrums. Er tit wirklich außrrordenilich beicheiden. Das Jahr 1904 und das Jahr 1905 waren in sozialpoiitiicher Beziehung außerordeniiicb unfruchtbar und d.?s Jahr 1906 hat keine nennenkaerten sozial- Politischen Tatsn gezeitig!._ Das waren _drei Jahre, in dencn die Zentrumspartei in diesrm Hause eine ausichiaggebende Stellung eingr- nommcn hat, in drnen es sozusagen die regierende Partei grwesen iii. Der Jnterpeliant hat uns icht grring einsirschäst, Wenn er etwa meinte, daß wir danach lechzien, die Höhe des sozialpolitiscben Kurses zu er- reicbrn, die sich unter dsr Z-ntrrirnßiéerrichaft gezeigt hat. Wir werden uns nicht damit kegnügrn._eine papierne Sozialpolitik zu betreiben und unscre „sozialrwlitiicbe Tätigkeit nicht in der Stelinng von Anträgen, Iwerpriiationrn imd Rrsolytionen er- schöpfen, sondern vielmehr verlangen, daß die Klinke der (Heschebung ekaiifen wird im Interesse derjenigsn Forderungen der *rdeiter, der Handwerker, des Mittelstandes, die von allen Seiten als be- "kkchtMt anerkannt werden.
(Schluß des Blattes.)
_ Auf der Tagedordnung fiir die heutige (31) Siizung des Hauses der Abgeordncten, welcher drr Minister der o enilichcn Arbriten Breitenbach beiwohnte, stand Zunächt der mündliche Bericht der Gcschäfisvrdnungs- ommission iiber das an sic zuriickverwiesene Schreiben des Jlxittzministcrs vom 14, Januar 1907, betreffend die Er- knachti ung antwortki Ernst Wittmaack aus Magdeburg und Robert Dornheim aus
Lleidigung , Nr. 145 des „Volksblattes“ '(Haile a. S.) vom 26. Iuni1906,
zur strafrechtlichen Verfolgung der ver-1 chen Schriftleiter Arthur Molkenbuhr aus Halle (1. S., -
, . Erfurt sowie der etwa sonst verantwortlichen Personen wegen 7 statt" Die des Abgeordnetenhauscs durch den in Z
in Nr. 145 der „Volksstimme“ (Magdeburg) don demselben ;: 20 bezw. 30 4.
Tage und in Nr. 146 der „Tribüne“ (Erfurt) vom 27. Juni 1906 enthaltenen Artikel „Der Triumph der Wahlrechts-
freunde“.
Berichterstcxtter Abg. Baensch : Stbmidtlein beantragt namens der Ge!chäfi5ordnungskommisfiom die Genehmigun zur straf- rechtlichen Verfolgung nicht zu erteilen. Es handele si ailerdings um eine schwere Beleidigung und Beschimpfung des Ab- Zleordnetenbauses durch den betreffenden Artikel, worin das
bgeordnetenbaus das veracbtetsie Parlament der Welt genannt werde. Die GeschäftSordnun skommission und das Haus hätten sich in ihrer überwiegenden Me rbeit im vorigen Jahre auf den Stand- punkt esiellt, daß de_rarti e pöbelhafte, alles Maß überschreitende Artikel i?exlbsiverftc'mdlich in ke ner Weise das Abgeordnetenhaus beleidigen könnten, das; es aber, um derartige Pöbeleien für die Zukunft zu ver- hindern, angezeigt sei, solche älle dem Strafrichter zu überweisen. DieEmal beitänden jedoch gewi : mildernde Umstände insofern, als diese drei Artikel im Juni vorigen Jahres erschienen seien, während der betreffende Beschluß des Hauses erst im Juli erfolgt sei. Infolge- deffen habe die Mehrheit der Kommission beschlossen, dirSmal dem Hause zu empfehlen, von einer StrafVerfolgung abzusehen; er habe pflichtgemäf; diesen Antrag zur Annahme zu empfehlen.
Abg. Dr. Fervers (Zenit): Es handelt sich allerdings in diesem FaUe um eine besonders schwere Beleidigung. Abweichend Von der bisherigen Praxis, waren wir im vorigen Jahre der Meinung, daß es notwendig sei, in solchen Fälien rin Exempel zu statuieren. Nachdem aber hier gewiffermaßen eine „Verjährung eingetreten ist, kehren wir zu der alten Pra is zurück und meinen, daß man nur in 'Fußnabmefällcn von dicser bisxerigen alten Praxis abweichen solTie. Wir stimmen für den Kommisfionßantrag.
Abg. Kreitling (ir. Volksw.): ;Wir werden auch in Zukunft an unserer bisherigen Praxis festhalten, da wir nicht glauben, daß derartige Beleidigungen das hohe Haus der Abgeordneten überhaupt treffen können.
Abg. Dr. von Heydebrand und der Lasa (konsÖ: Wir meinen, daß es durchaus am PlaYe ist und der öffentlichen rdnung aucb entspricht, wenn Beleidigungen gegen dieses Haus nicbt ohne die Sühne bleiben, diejeder Staatsbürger, der die Geseße übertreten hat, zu geben sckouldig ist. Wenn wir gegen den KommisfionSantrag nicht stimmen, so grichiebt es nur aus dem (Grunde, weil wir der Meinung smd, daß der Fall etWas anders liegt als frühere Fälie da die Bkleidigung zu einst Zeit erfolgte, in der unser Beschluß nord nicht gefaßt war. Aus diesem Grunde nebmsn wir angenblicklich Von einer Strafvrrfolgung AbstkTrid, aber unter Aufrechterhaltung unseres priiizipicllen Stand- pun es.
Abg. Schiffer (nl,): Am!) meine dolitiscben Freunde sind ni t gewikli, ein- für allemal Straflosigkeit grgen Beleidigungen des A - geordnetenbauses außzusprrchen; wir meinen, daß man die Gesetze gegen derartige Beschimpfungen anwenden soll. Ob d_er vorliegende? Fall anders geartet isi als frühere, will ich nicht untrriucbzn, jeden- falls liegen die zeitlichen Verhältniss des Erschrincns jener Artikel so, daß wir dieSmal Von einer Strafverfolgung absehen können.
Abg. Peltasobn (fr. VW.): Nicht nur aus formalrn, sondern aus grundsäizlichen Gründen wollen wir bei unserer bisherigen Praxis bleiben. Der Immunität jedes einzelnen Abgeordneten entspricht a_uchc_kx _ei1__1_e_:Iatitude gegenüber Aeußerimgcn, die gegen diescs Haus ge- r e n .
Dem Anfrage drr G8schäftsordnungskomm1ssto_n gemäß versagt das Haus die Genehmigung zur strafrechtlichen Vcr- folgung der drei oben genannten Rcdakteure.
Darauf fest das „Haus die zweite Beratang des Staats: haushaltSetats fiir das Rechnungdmhr 1907 im Etat der Eisenbahnvcrwaltung bei _ Beamtenbesoldungen fort. Dazu liegen vor der _Arrtrag der Abgg. Trimborn (Zentr.) und Genossen bezuglich der Eiscndabndeiriebssekretäre und der Antrag der _Ang. Kopsck) (fr. VOMP.) und Genossen, brircffend die Fixierung
des Gehalts der Lokomotivführer auf 1500 bis 2500 «(U, _
zu errrichcn in den disherrgrn Dicnstalicrsstufen. _
Abg. Dr. Sckvrödcr-Caiirl (nl,): Mit der Anschauung, daß die Gehaltsfrage der Beamten der Eisenbahnverwaltung nur auf dem Wege der rindeiilickxen Regrlung richtig beantwortet werden kann, sind wir vollkommen einVersLar-den. Da ist d_€nn aber die Frage am Plaßc, ob der vorgelegte _Ciat dirsem a_11ch dom Ministrr Vertretencn Grundsaß EnssPUÖt. Es wird eme Reibe don Geballßcrhöbungen Vorgeschlagen, und zwar wird eine Anzahl Verschiedener Beamtrnkategorien des untrren und mittleren Dienstes berauögegriffen. Hier wird nur das Anfangßgedait erhöht, dort nur das Enkgebalf, außerdem finden wir auch _Erbödung des Anfangs- und Endzcbaiw, aber unter Modalitäten, die im Cffrkt auf eine Vrr- minderung dcs ßesainicii Dieniirinkwnmens dinausiaufcxr. EJ find also rm- zelixe Beamtenkatrgorien herausgegriffen, und dicse ] olien im Einzelnen eben- falls ganz drrickUedrn brbarxdelt werden. Da_ kann man doch vdn kinem einbriilicben, svsirmaiisckicn Vorgehen nicbt rcdrn. Immerhin ist ja ein Fortschritt zu Vorzeichncn. Drr früher? Standpunkt der Regierung, daß die GebaltSaufbeffcrungen mit dem Jahre 1907 definitiv abgeschlossen seien, und es nur noeh darauf ankommrn fönnr, irgendwelche inzwischxn “bemerkbar gcwordene Härten auszugleichen, ist Von alien Seiten als durchaus unisaitbar anerkannt nnd auch Von derNenierunq selbst aufgrgeben worden. Illic Parteien verlangen cht eine systematische Aufbrfferung der Bramfxn- aebältrr. Der Umstand, daß nur einzelne Kategorien berauögekiriffen sind, hat in dem gesamten Beamtcnperfonal Aufregung heriwrgc r_acht, und auch die mit Erböbunx] Bkdackyten sind mit der Art und Wrise, wie sic bedacht werden folien, n cbt zufrieden. Wiedrrum sind wir init zahl- reichrn Petitionen aus den Kreisen der Beamten wir der Eiirnbabn- arbeiter überschüttet wordkn. Zunächst müßten dock) dirieni en Vraiiitcn- klaffen berücksichtigt werden, die fich am aUerschle testen siebrn, diE Lokowoiivbeizex, die mit 1000, die Wrichrnstclier nnd Bahnsteig- schaffner, die mit 900, die Babnrrärtcr, die mit 800 .er Gehalt anfangcxi. Daß derartige Gehälter unzulänglich sind, wird niemgnd le_ugnrn. Fur der. nächsten (Fiat hat ja auch der Minister xine Berucksichtigung diescr Wünschezugesagt, abcr disse:; dankenswerie Cntgegenkymmenreickox nicht aus. Jedenfalls sind bloße Erhöhungen der Endgedaitrr ungxiiugrnd, denn was mißt den Beamten das höhere Cndgebalt, wrnn er es VlLÜLtchf überhaupt nicht erreicht. Weit cher ist _86 0n0€3€i,]t, die Bramtrn drr unteren und mittleren Klaffrn in den mittleren Töieiisixabren mit Auf- besserungen zu bedenken bezw. ein brsckoleimigtes Aiiirucken i11_dieböb_eren Grbalissiufen sjaiifindrn zu lasirn. Unserrr Ansicht nach-mr_1f3tcn iami- licbe Bcamtengebälter einer Revision unirrworien werder], nicht bios; die Gehälter der mittlerxn und unteren Beamtrn und der Ciienbabnarbeiter.
(Schluß des Blattes.)
entralblatts für das De_utsche Reich“, herausgegeben im eichsamt des Innern, vom 8. Mars, hat folgenden Inhalt: ]) Konsulatwesen: Eriirnnung; Exkqnaiurerteilunq; Er- mächtigungen zur Vornahme don Zivilstandßhandlungen; Entlaffung. _ 2) Polizeiwesen: Ausweisung don Auslanrern aus dem Reichßgebiet.
Nr. 10 des .
Statistik und Volkswirts chaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Vor dem EinigungSamt des Berliner Gewerbegericbts fanden am Sonnabrnd, wie die .Voff. Zig.“ b:"richtet, unter dem Vorsitz des Magistratdrais don Schulz Einigungsvexband- lungen zwischen den Kraftdroscbkenbesixerri und -Fubrern
beiden Parteien waren dur je drei Sprecher yertreten. Die Arbeitgeber wünschten die Festseßung dcr Entlohnung auf 1,50 „sé Grundlohn und 20 v. H. der Bruttoeinnabme mit Audriabme der erhöhten Grundtaxe von
den Llusgabcn für die'
Die Arbeitnehmer forderten dagegen 1,50 „Fi Grundlohn und 20 v. H. der Bruttoeinnabme einschließlich der er- höhten Grundtaxe. Nach fünfkiündiger Verhandlung Wurde foigender Vergleicbsvorschlag vorbehaltlich der Genrbmiaung der Mi'gliedcrver- sammlungen beider Parteien unterschrirben: 1) Die Arbeitnehmer nehmen dieArbeii wieder auf am Dienstag, den 12. d. M. -2) Der Grundlohn be- trägt1 50-14, außerdem Erhalten die Führer Von der Bruttoeinnabme 20 0/9 Provi on. _ 3) Außgeschlossen Von diesem Gewinnanttil ist die eingetretene Erhöhung der Grundtaxe um 20 bezw. 30 45, welche dem Unternehmer ganz zufalit, sodaß yon der (Grundtaxe nur 50 z provisionspflichtig sind. _“ 4) Die Unternehmer er- mäßigen die von den Fahrern _btsher gezahlten Wascbgelder auf 45 „5 für Wagen und Schicht (bisher 75 45). -- 5) Die sorisiigen Arbeitsbedingungen bleiben bestehen. 6) Maßregelmigen infolge des Streiks oder der Aussperrung dürfen nicht stattfinden. « Eine Versammlung drr nicbtorganisikrten Arbeitgeber in der Berliner Herrenmaßschneiderei, dis Freitagabend tagte, nadm,_ nach demselben Blatts, einen Beschluß an, nach dem die aufgeiteiiien Arbeitnehmertarife als den heutigen teuren LebenSderhalimffen entspreckpend und angemessen bezrichnet werden. Als Mittel zum Zweck, den ricden irn Gewerbe baldmöglichst wieder herzustellen, wurde de Kommiision der unorganisierten ?lcdcitgeber beauftra t, Schritte zur Gründung linkt . reien Organisatiori der Arbeitge er" zu tun, die etwa entstehende treitigkeitxn gemeinsam mit der Organisation der Arbeitnehmer möglichst auf gutlichem Wega beilegen soil. _ _
In rankfuri a. M. fordern, wie die ,Köln. Ztg.“_ erfahrt, die Hil Sarbeiter der Buch- und Steindruckereten eine Neuregelung der Lodnderhältmiffe.
Jn Barmen hatten, wie die „Köln. Zig.“ derichiet, die Or- ganisationen der éwlzarbeiier statt der zebnstündigrn Arbeitszeit die neunstündige ei gleichem Lohn, entsprechende Erhöhung der Akkordsäße und Znscbläge für Ueberstunden, Nachtarbeit, Sonntags- arbeit und auswärtige Arbeit gefordrrt. Der Ardeiigebcrschuy- verband iür das Holzgewerbe lehnte die Forderungen ab und wählte einen Ausschuß zur Beratung eines dreijährigen Vertrags. Falls die Arbeitnehmerderbände einzelne Betrirbe sperren, soll die allgemeine Sperre eingeführt werden.
Zum Ausstand der Schauerleute in Hamburg (vgl. Nr. 61 d. B1.) meldet „W. T. B.“:_ In drr gestrigen Versammlung der Schauerlcute betonte der Referent Hachnel auSdrücklicb, daß der Kampf fich nur auf die Schauerleute erstreckr und die übrigen Hafen- arbeiter nicht davon berührt würden._ Die Kaiarbeite'r haben in einer Vsrsammlung beschlossen, ruhig alle Arbeitrn mit Aus- nahme der Sckpauermannsarbeiten an Bord zu Verricbtxn, um keine weiteren Konflikte beraufzubeschwörrn. An den Vorießen entlang standen heute morgen die Schauerleute zu vielen Hunderten, die Ent- wicklung der Dinge erwartend. Die Ruhe ist nirFends gestört. Im Laufe des Tages werden mrbrrre Dampfer mit 9 rbeitswiliigrn von auswärts erWartet. - Die Arbeit auf den Schiffen rrurde heute mit etwa 800 von auswärts eingetroffenen Arbeitern und gegen 100 Hamburger Schauerleuten, die sich zur Leistung don Nacht- und Sonntagsarbeit bereit erklärt haben, sowie mit Hilfe der Schiffs- mannschaften, Verrickotrt. Anf fast alirn Schiffen wird, wenn auch mit Verminderiem Personal, grarbeitet. Die Getreideakkord- schauerleute brenden auf den Schiffen, mit deren Löschung bereits begonnen ist, dir Arbeit; die Koblenakkordsckyaurrleute arbeiten gleichfalis bis auf weiterck fort. Der Hafrn bietet infolgedessen kaum ein Verändrrtes Bild. _ _ _
In Paris Haben, wie „W. T. B.“ meldet, die Elektrizitats- arbeiter gestern mor rn die Arbeit wieder aufgenommen (dgl. Nr. 62 d. Bl.). (,I hat sich kein Zwischenfal] ereignet. Die mcisirn Forderungen der Ausständigkn, besonders die bezüglich der Pensionen, smd bewiüigt worden.
In Moskau wurden gestern, nach einem Telegramm des „W. T. B.“, in 25 Von 43 dem Verbande der Druckerribrsißer an- gesckploffenrn Druckereikn Aussperrunaen Vorgenommen. Der Arbeiterdrrband beschloß, don (inem Angriffsvorgcben abzusehen, die Beziehungen mii dem Verbande der Druckrrribesißrr abzubrechen, mit den einzelnen Unternebmrrn jedoch zu verhandeln.
Handel und Gewerbe.
Dcr Zentralausschuß der Reichsbank versammelte sick) hcutr vormittag um 10 Uhr. Nach Vortrag der neuesten Wdchcnüdcrsicht hol) drr Vorsiizrndc, Präsident drs Reichs- dankdircktdriums, Wirklich Geheime Rat Dr. Kock) hervor, daß, wie gewöhnlich in der ersten Märzwoche, eine mäßige Kräftigung eingetreten sei. Dir Anlage betrage aber noch immer nach der doraiigegangcnsn srarken Anspannung 1060 Millionen Mark « eine um diese Zeit nic erreichte Summe _, 81. Millionen mehr als 1906, 186 Miliionrn mehr als 1905. Noch stärkcr seien die Unterschiede dcr Wechsclanlagr von 915 Millionen Mark gr en diesc Vorjahre, niimlich 96 brzw. 214 Millionen Mark. ie Schaizanwcisungrn seien nur infolge umfassender Rediskontie- rungen etwas gcringcr. Der durch den Barvorrat nicht ge; drckte Noirnumlauf übersiri (' den der genannten beiden Vor: 'ahrr um 120 bezw. 274 Mi ionen. Der Metallvorrat 13011887 5 iiÜionen sei um 80 bezw. 197 Miklioncn kleiner. Die mrtailischc Dcckimg der Noten sei um 11 Proz., die der Noten und fremden (Helder um 6 Proz. schlechter als 1906, schlechter als jcmals. Dic steuerfreie Notonrcscrde von 128 Millionen stehe hinter der von 1906 und 1905 nm 120 bezw. 271 Millionen zurück. Der Diskont am offenen Markte betrage 51/8 Proz., sci a_lso mir um 7/8 Proz. von drr offiziellen Rate entfernt. Eine Herabscßung dcr lciztrrcn sci daher und auch im Hiydlick auf die aiisländischrn Märktr' nicht möglich, obwohl ein (Hold- abflus; ins Ausland nach Lage der Wrcbselkursc nicht n bemerken isi. Drr Zentralausschus; war ohne Dis- ?Ussion mit dicstn Yliisfiibrmigrn einverstanden. So: dann wurden die bisherigen Deputierten dcs Zrntral: ansichuffcs iind drrrn Stclivcrircter wiedergewählt. Ferner wurden an Strlic dcr nach dem Alter des Eintritts aus: s eidciiden Mitglichr dcr Vrzirksausschüssc neben dcr Vor: sZlagsliste dcr Bankfdminissarien Neuwahlen behufY (Fr: nrnnung durck) dcn Reichskanzler vorgrnmnmcn. (rndlrck; wurdcn cinige Gattungen von Schuldocrjchreibimgcn zur Be: lrihung im .Lomdardverkehr dcr Reichsbank zugclcinen.
(Weitere Nachrichten über „Handel und Gewerbe“ s. i. d. Zweiten rind Dritirn Beilagc.)
Theater und Musik.
Tbalia-Tbeater.
Die neue Posse „Olympische Spiele“ don Curinaay und Max Neal cnifcffelir cmi Freitag bci _ibre'r crsicn :Uuiinbrurg die üblichen Beifalisiiürmc. Den ersten Kraftx'n der Bubue warrn dankbare Rolien zngcfallcn, dir gerade ibr-r CigeiiLrt sicb anpaßten; daneben gab es Liili' endlose Rribe don Wirren und Oituattrnöscberzen, und nicht mindrr dation dic eingrlcaten Tanze und Couplets _eincn Antcil am Erfolgr. Die „Olympiscbrn Spiele“, die in kkiic'k klein€n_Stadt aufgcfüdri werdcn soilkk], 41.1er Ginido Tbiklscbrr (Heirgenbsii, als Preisrin,;cr in antiker Herkulcökostumicrung ani der_Bubne zu _cr. scheinen; um ihn derum griippirrtcn sick; dann die Biirgrr und 'Zur- gerinncn der Kleinstadt jk! dcroiscber Gewandung. chriibri isi in die Handliiiig cirir Drirktidkmnödic rcriiochte11,_ die_ zu aktuellen Anspielungcr: odnr (Fade Vcrmiiaffung bot. Die" Gi“?_,ang- und Tanzeinlagen schiiigrn nicbt «irradc neus Töiik_._1n, abcr sic mum gefällig und wurden mit airsgrlaffcncr Launr vorgeinbrt. Im zweiten