Finanzministerium. Das Katasteramt Köpenick im Regierungsbezirk Potsdam ist zu beseßen.
Ministerium für Handel und Gewerbe.
Dem Berghauptmann und Oberbergamtsdirektor K rü m m e r ist die SteUe des Direktors des Oberbergamts_ zu Clausthal, dem Geheimen Bergrat ixnd Bergwerksdireknonsvorsißenden Cleff die Stelle des Vorstßenden der Bergwerksdirektion zu Saarbrücken übertragen worden. .
Der Regierungswt Kilburger tn Hildesheim ist Zum steÜvertretenden Vorfißendext des. Schiedsgerichts für Arbe ter- verstcherung Regierungsbezirk Hildeshetm ernannt worden.
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
Dem Tierarzt Georg Bolß zu Friedland i. Ostpr. ist dir kommissarische Verwaltung der Kreisticrarztfteüe zu Jork (Bezirk Stade) Übertragen worden.
Yichfamflithes.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 19. März.
Seine Majestät der Kaiser und König konfericrten heutc vormittag, „W. T. B.“ zufolge, mit dem Reichskanzler Fürsten von Bülow und hörten im Königlichen Schlosse die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, Generals der Infanterie von Hülsen-Haescler und des Chefs des Admiral- 51656 der Marine, Admirals Büchsel.
Am Mor en des 17. d. M. ist der Direktor der Kaiser- lichen Biold iJchrn Anstalt fÜr Land: und Forstwirtschaft, Geheimer egicrungsrat Dr. Rndolf Aderhold im kräftigsten Manncsaltcr eim'm Schlaganfall crlcgrn. Zu Frankenhausen a. Kyffl). am 12. Februar 1865 geboren, _war der Versiorbene, der sich als Pflanzenpatholdge des größtkn “Ansehens unter seinen Fachgenoffen erfreute, seit dem Oktober 1901 im Kaiserlichen GesundheitSamte zunächst als Mitglied, dann als Direktor der Biologischen Abteilung tätig. Bei der zum 121111111905 erfolgten Erhebung dieser Ad: teilung zu der selbständigcn Kaiserlichen Biologiychsn Anstalt für Land: und Forstwirtschaft wurde er zu deren Lcitung be»- rufcn. Bis zum leßten Tage hat Dr. Aderhold seine reichen, mit einem sicheren Blick für die praktischen Bedürfnisse ver- bundenen Kenntnisse in unermüdlicher Arbeitsfreudigkeit und hingebender Pflichttreue in den Dienst der Anstalt gcsteUt, der er allzufrül) entrisscn worden ist. Seine Arbeit wie seine rechtschaffene Art sickzrrn ihm bei Vorgesrßten, Mitarbsitrrn und Untergebenen ein khrendes Andrnken.
Laut Meldung des „W. T. B.“ _ist „Vorwärts“ am 15. März von Jt1chang(Yang Hankau abgegangen.
S. M. Flußkdt. „Tsingtau“ ist am 16. März in Canton eingetroffen und geht heute von dort nach Hongkong m See.
S. M. S. „Luchs“ ist am 16. März in Tsingtau rin- getrchn. __ _
S. M. S „Planet“ m vorgestern von Hongkong nach Amon in See gegangen.
S. V1. ("[Ußkbt. ti?) nach
Oefterreich-ngatu.
Dig Au6glcichsverhandlungen der ungarischen und österreichischen Minister bach, nach einer Mel- dung des „W. T. B.“, eine gewiffe Annähernng ergcdrn. Gestern wurde die Frage der Verzehrungssieusm beraten, heute wird über die Konversion des ungarischen Anteils an der gemcinfamen Staatsschuld sowie über Eisenbahntariffragen verhandelt werdcn.
_ Die rutheniscben Professoren der Lemberger Universität vcröffcntlicben eine Erklärung, in der die Um- 5Zestaltung des an der Universität bestehenden ruthenischen ehrstuhls in eine besondere ruthenische Universität als notwendig bezeichnet wird.
Großbritanieu nd Irlaxd.
Jm Unterhause lenkte der Abg. Howard Vincent die Aufmerksamkeit des_Hauses auf den niedrigen Kurs der Regierungsanleihen utxd stxllte. an den S aßkanzler Asqutth die Frage, ob_er i_m .Hmbltck auf die Ta ache, daß der _nanonale Kredit, _1owe1t die Erinnerung der gegen- wartt en Grneratzoy reiche, niemals auf einen so niedrigen Stan gesunken se1,1rgend welche Schr1tte, zur Wiederhersteüung des Kredits vorschlagen werde.
Nach dem Bericht des „W. T, B.“ erwiderte der Sebaßkanzler, cr erkenne m voüem Maße den ernsten Charakter des Rückgangs des Kapitalwertes der Regierungßanlciben an. wie er in den letzten Jahren sich dollzogen habe, aber. er könne der Behauptung nicht zustimmen, daß der englische Kredit xeßt geringer sei als jemals, soweit die Er- innerung,der gcgenwariigen Generation reiche. Der Redner wies darauf bm, daß die alten dreipwzentiZen Konsols niemals dauernd über 100 gestanden hätten. Der urs don 100 0/0 für ein dreivrozentiges apier entsyrecbe einem Kurse von 831 für ein 2x prozentiges adler, wahrend der niedrigste Kurs, auf den jüngst mal die Konsols herab egangen seien, kaum unter 8411 gewesen 1121. „Die vielen Ursachen, de zu dem Rückgange nicht nur der enqliscbcn Regierungsanleiben, sondern auch anderer Sicherheiten erster Klasse beigenagen hätten, seien international in ihrer Wirkung und unabhängig don dern Einfluß der Regierung. Dazu ebörten unter anderemder pestetgerte Geldbedarf und das dadurch edingte Steigen des Ztnöfußcs infolge der au ergewöbnlicben industriellen und koznmerzieüen Tätig eit im In- und uslande sowie die Notwendig- keit,_ das durcb _das Erdbeben von San Francidco und andere unglucklWe Ereignisse vernichtete Kapital zu ersesen. Auf der anderen Seite tien die riesige Steigerung der Außgaben des Landes, die Vusäumnis der Betseitestellung angemcffener Beiträge mr Schulden-
tOiang und die Leichjigkeit mit der man sich zur Außgabe neuer
_gationen entichloffrn abe, den nationalen K dit ' ungunstig beeinflußt. Die Regierung schlage deshaiä vormeedltfriioch
handle auch bereits danach _, die AuSgaben herabzusexen, den Til- gungsfonds Ut verstärken und die Aufnahme von nl den zu ver- meiden für nnee- und Marinezwecke, die aus den laufenden Aus- gaben bestritten werden müßten.
Auf eine Anfrage Lonsdales (Kons.), wann und wie die Frage der EtnschränkunÉr der Rüstungen auf der
,aager Konferenz zur örterung gelangen würde, er- widerte der Parlamentssekretär des Lokalverwaltungsamtes Runciman:
Er könne nicht an eben, wie diese oder irgend eine andere ra : auf der Konferenz zur eratun gestellt werden würde, bevor ni t d e endgültige Einladunxk zur Teiknabme an dieser ergangen sei. Auch über diese Fragen 11 bezug auf das Vorgehen auf der Konferenz müßten die eteiligten Mächte sich vorher Verständigen.
_ Der Führer der irischen Nationalistenpartei Redmond hat gestern abend bei einem in London aus Anlaß des Sankt Patrickstages veranstalteten Festessen eine Rede ge; Falten, in der er, obiger Quelle zufolge, erklärte, man könne
rland mzr dadurch zu einem 10 alen Lande machen, daß man ihm ]ene verfassungsmäßigen reiheitHrechte gebe, deren Gewährung Canada und 1th TranSUaal in zufriedene Teile des Reichs verwandelt hätte; nur ein unabhängiges irisches Parlament mit einer eigenen ihm ver- antwortlichen Exekutive könne Irland befriedigen.
Rußland.
Sämtliche von der russischen Regierung getroffenen Maß: regeln, betreffend die Absendung von Kosaken nach Persien, bezwecken die Verstärkung der Konsulatswache und machen, wie amtlich erklärt wird, im aÜgemeinen nur einige Dußsnd Mann aus. 21116 übrigen diesbezüglichen Nachrichten entbehrten der Begründung.
_ Die nächste Sißnng der Reichsduma, in der die Erklärung dss Ministerprc'isidenten verlesen werden wird, wird, „W. T. B.“ zufdl c, chte vormittag im Saale der Adels- verfammlung abgc alten, in dem gewohnlich der Reichskattagt.
Bulgarien.
Wie die „Agence Bulgare“ meldet, hat der Kammer: präsident Gudew das neue Kabinett in fol ender Zu: sammenseßun gebildet: Er selbst Übernimmt das ZFortheuilLe des Jnne'rn'. „lpostoldw, bisher Generalsekretär des Minister: rats, wird Unterrichtsminister; Stanicow Übernimmt neben drm Vortkfeuilje dcs Acußcrn provisorisch das der öffentlichen Arbeiten; im Übrigen behalten die bileQrigcn Minister ihre Portsfcuiües. In der Oiffemlichkeit und in dcr Presse findet das neue Kabinett im aÜgemeinen eine günstige Aufnahme, Die Mehrheit der Stamdulowistenpartei ist durch die Ent- wirrung der Lage sehr zufriedengcstrllt und erkennt ins- besondere dc-n Entschluß dcs Ministerpräsidentcn (Hudew an, trol; scinos icidende'n Zustandes den schweren Posten zu über- nehmsn.
"'Im der Angelegenheit der Ermordung Petkows werdcn noch 1111er neue Verhaftungen verdächtiger Personen vorgenommen. Eincr der Mitschuldigen des Mörders, ein Mitardciiér dcr „Balkaraska Tribuna“ namens Gcrom, Hat, obiger QMC]? 511101119, gestanden, daß die Verschwörer von einem Büchssnmachrr dcs Arsenals, einem gewissen Blas kow, die An: fertigung von Bomben verlangt hätten, mit welchen Petkow und dic_ Übrigsn Minister im Ministerzimmer der Sobranm oder im Sißungssaale ermordetwerden sollten. Blaskow bcstäti te diese Aussage und gab an, er habe die Anfertigmx-xi dcr omben verweigert. Infolge zahl- reicher Anzeigkn und dw: Aussage'n der neu Verhafteten gestaltet sich dir Untersuchung immer unklarer und verwickelter.
Amerika.
Nach einer Meldung des ,.W T. B.“ haben_ sich nicaraguanischs Streitkräfte deSHafenplaßeSTruxillo in Honduras bemächtigt.
Afrika.
Ter Pascha von Tanger hat einen Sicherheits- posten an dem Stadttor auf dem Sacco eingeri tet, der die Befugnis erhalten habe:) soll, Landstrcicher ohne ück- ficht drr StaatSangedörigkcit festzunehmen. Hierin liegt nach der „.Axnce Haoas“ GM_? Verle ung_der bestehenden Ver- träge. 0rg€1tern hat s1ch ein wixchenfall aus diesem Anlaß ereignet. Mehrere Franzose'n, die von einer Festlich- keit in drr französischen Gesandtschaft aufbrachen, wurden von den Soldaten der Wache umzingelt und aufgefordert, die Kopfbedeckungen abzunehmen. Trr Grund zu der Auf: forderung lag darin, daß man eines Spaniers babhaft werden 1001119, der bei einrm Streits am Kopfe vrrleßt worden war. Die 3rcmzosen habeu Einspruch erlioben. Der von den) Vorfa in Kenntnis gesetzte Gesandte forderte energisch, daß die ganze Anordnung rückgängig gemacht werde; dieser Forde- rung wurde sofort entsprochen. Tas diplomatische Korps wird sicb mit der Angelegenheit beschäftigen.
_ Nach Msldungen des „Reutsrichen Bureaus“ hat der Prätendent einen Khalifen mit einer starken Ab- teilung Kavallerie zur UnterstüZun Raisulis abgesandt, der fick) nach den [LHTM eri ten noch im Ukmaßdistrikt, einige Meilcn von Tetuan ent"ernt, aufhalten soll. Der Krit: Eminister (Zebbas beadéichtigte, heute 600 Mann nach * etuan zu entsenden.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Schlußberichte über die gestrigen Sißungen des Reichstags _und des Hauses der Abgeordneten befinden fich in der Ersten und Zweiten Beilage.
_ In der heutigen (24) Sißun des Reichsta 13, welcher der Staatssekretär des Rei sfcbaßamts Frei err von Stengel beiwohnte, wurde in der Geamtabsnmmung der Geseßemwurf, betreffend die Vornahme einer Berufs- und Betribezählung im Jahrs 1907, mit großer Mehrheit definitiv angenommen.
Ohne Debatte wurde ferner der Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und Luxemburg vom 2. März 1907, wodurch der Beitritt Luxemburgs zur Norddeutschen Brausteuergemeinschaft bewirkt werden und am 1. April 1907 erfolgen sol], in erster und zweiter Beratung erledigt; der Vertrag gelangte im einzelnen unverändert ur Annahme.
Hierauf wurde die Besprechung der Znterpellation der Sozialdemokraten (Abgg.A1brecht und Genossen), betreffend Eingriffe von Behorden usw. bei der Reichstags- wahl fortgescßt.
Aég. Liebermann von Sonnenberg (wirtscb. Vg .): Ick gedenke nicht in die Fußtapfen der Herren Von der sozialdemoßratischen
rtei zu treten und eine Unzahl 'von Beschwerden an eb eeinftuffun en vorzudringen, um es dann den Betreaffexiizéxfer-a la en, na zuweisen, daß diese Beschwerden nicht richjjg [iin möchte nur ein M ßversländnis aufklären, das während d' Etatkderbandlungey entstanden ist. ZweiRedner, die Abgg. Größer d" Singer, haben meme Aeußerun en über Einstellung von Wablgelémd in den _Ctat mißverstanden. iesrs Mißverständnis ist begreift?tn weil wahrend meiner dauxaligen AusführunZen Unruhe jm Ha?“ herrschte. Ick habe nicht fur meine Person a ein, sondern für Mei e Partei enoffen der Auffaffung Ausdruck gegeben. daß die RLÜienm *!“ einem ablkampfe nicht wehrlos und nicht angewiesen sein soliltm etrva private Mittel zu verwenden, um ihre Po ion zu s1ärk e, Wir meinen, die Regierung sollte aus ihren etatSm Li en Mittelncp' der Lage sein, erstens dre Wablparole, ihre Absichten e einer etwa; in Auflösung des Reichstags deutlich kundzugeben, zweitens zu j,?" Zeit, wo sie dies fur geeignet hält, irriümlichc Behauptungen über Maßnahmen oder Absickpten der Regierung richtig zu stellen. S? kann das beuje nur in ganz beschranktem Maße, denn wie viele Leute lesen den .ReichSanzeiger' oder die ,Norddeutsche AUgemeine Zeitung“. Sie ist auf den guten Willen der Presse der Parteien ane gewiesen, ob sie die Kundgebungen der Regierun en ganz oder aUZzu s' weise, richtig oder unrichtig wiedergeben will. ir meinen daber vgaß die Yegierungkin die Lage verseßt werden soll, RichtiÜst€Üui1gen Aufklarungew uber ihre Absichten in aus iebigster Weise zu ver: b1eiten_durcb „Maueranschläge, durch die ZIost usw. Sie muß an alle Wabler wirklich bcrgnkommen können. Das MiJVexständnis als ob aus diesen der Regierung bewiüigten, unter der Kontrouédes Reichswgs stehenden Mitteln, Parteien mit Wablgeldkrn versehen werden solxten, muß 1 zurückweisen. Das gerade chenteil war meine Meinung. Ich abe in der schärfsten Form mich Jewendet gegen Maßnabmen der Regierung bei den chtcn Wahlen, die soetwas ähnliches beztrecktezx. Ick habe es natmns meine! Pwtrigenoffxn als durchaus unzulajfig bezeichnet _wcnn Mittel unter der Mikbuie don Regierungsbeamten zur Siarkung von Wablfonds benuZt wurden. Der Vorwurf kxlso, daß durch meinenVorscblagker Korrupxjon Tür und Tor geöffnet _würde, ist durchaus unbegründrt. We„" daher der sozialdemokratiscbe Redner geäußert hat. daß, wenn es nog?) Rechx und Gerechtigkéit in der Welt gäbe, dikWablprüfxmgx, komtmssion samtliche Mandate des Blocks kassieren müßte, so muß ich für meine_Person gegen diese Auffassung protestieren. Wir W ganz legqx gewahlt, man kann aber die Ausführungen des sozial. demokratiichen erners nicht übermäßig ernst nehmen, wenn man" 1x. denkt, wieviele Unrichtigkeii€n er in seiner langen Rede do111ebr1cht hat. Ich müßte, ebenso lange reden wie der Abg. Filcber, Wenn ?ck alle seine Unrichtigkeiten bier wiederholen woÜte. Ich hoffe. das E11. ergebnis dieser Debatle wird sein, daß bei dern nächsten Wablsn ejnz lückenlose Front don Normann bis Mugdan im Reichstage z11'1a7 d.» kommen wird. Ich bin überzsugt, daß die sozialdrmokratisckxc Partei dann nur noch in tdren Trümmern bier v-rrtreten sein wird.
(Schluß des Blattes.)
_ Das Haus der Abgeordneten seßte in der heutigen (Z7.) Sißung, welcher der Minister der gejß: 11ch€n 2c. Angelegenheiten Dr. _von „Studt beiwodnte, die Beratung des Etats das_Mintstcrtums der geistlichen, Unterrichts: und Medtztnalangelegenheiten undzwar zunächst dre bei dem Ausgabetitel „Gehalt des Ministers“ übliche al] ememe Besprechung dieses Etats fort.
Abg. r. Porsch (Zentr) erklärt, es habe ihm ferngele-Zen, r.? Béstrebungen des Abg. Funck als nicht national zu bezeichnen: er müffe allerdings bemerken, daß er diese Bestrebungen nur als 111111111 national bczeichnen könne, da sie seiner Ansicht nach objektiv nich national seien. Der Redner wendet sich dann argen die gestrigrn Aus- führungen des Abg. Dr. riedberg über die Franziskaner in Borek.
Abg. Cassel (frf. olksp.) bemerkt, sein2 Partei sci grwix'; national, denn sie sei aus der Partei hervorgegangen, die als erste für die Einheit Deutschlands unter preußischer Führung eingetreten sei. Man dürfe seiner Partei nicht vorwerfen, daß sie mit nalionalrr Gesinnung jonaliere.
Abg.Dr. Porsch(Zentr.) erklärt perfönlickv, den Freisinnigen nicbt dorngorfen zu haben, daß sie mit der nationalen Gesinnung, sondern daß sie mit dem Worte „national' jongliert hätten.
Hierauf wird ein Antrag auf Schließung der aUgemeirien Besprxchung an enomxnen._ Das Gehalt des Ministers 111110 bewillx l,_ eben 0 die ubrigen Ausgaben des Kapitels „Mimiztermm“. _ _
Es folgt das Kapitel „Elementarunterrichtsweien“.
HieZZU liegen folgende Anträge vor:
1) ntrag der Abgg. Dr. Jderhoff und (Genossen: *
die Staatöregierung zu ersuchen, bei der Erhöhung der_Grunr- aebälter und Alterßzulagen der Volksschullehrer, die durch die „unter Titel 34 Kap. 121 (Beihilfe an Schulverbände wegen Undrrmogexs für laufende Außgaben der Schulderbände 17ck Millionen Mqu) der Aussaben des Kultuöetats außqeworfcnen Mittel ermZgliÖk wird, die Inhaber der mit einem Kirchenamt vsrkundenen St_eliex in glxicber Weise wie die anderen Lehrer obne Rückficht_au117: ihnen für das Kirchenamt gewährte Entschädigung zu beruckiicbngen-
2) Antrag der Abgg. Freiherr von Zedliß und Neukirch
und Genossen: die Staatsregierung zu ersuchen, 1) bis zur Neuordnung ker Lebrerbesoldung allen Lehrern mit weniger 9191200.“ Grundßebalt einen Zuschuß von jäbrlick) 100-,“ aus StaatSmitteln zu gewabrxk, 2) der entsprechenden Erhöhung des Fonds Kap. 121 T:te[ 34 schon für das Etatsjabr 1907 zuzustimmen.
Abg. Kr etb (tons): Die Ausführung des Volksschulunterbalxungs“ aeseßes hat bereits in dem jeßiqen Stadiumzu erheblichen Unzutrqslkkß' keiten geführt, über welche die Beteiligten Klagen ck_beben. „Es find in dt? Fällen interimisiifcber Aufbesserung der Lebrergebalter 1115 zum Eklat; des Lebrerbefoldunaögesetzes vielfache Unstimmigkeiten entwsder 117211511!" Gutsherren und Gemeinden oder zwi1chen den Unterhaltungsräitktlvs-J und drn Lehrern oder zwischen den Interessenten und deersikkUUJ entstanden, und es hat in weitem Umfarxge MlßUlmmUky Flas gegriffen. Für die gedeihlicbe Durchfuhrung _ des EC“ eßes ist doch aber ein gutes Einvernehmen zwiicbe'n, kk" Untnbaltungkvflicbtiaen eine Vorbedingung. Die Regierxmg hatten:! die Uebergangözeit Mittel für diesen Zweck zur Verfügung 1121]? können. im hohen use hier wäre dafür fieber eine Mehrheit 111111311115é So befinden si zahlreiche Gemeinten in einer durchaus "LÖ wünschenswerten fortgesetzten Unruhe. Ferner hat in Ostpreußen böses Blut gema t der Umstand, da bei der GeballSerböbxk-Z der dortigen Le rer denjenigen, de über die MindestYJsx hinaus ekommen sind, das Brevnmaterial entf rcchend 5,21 angere net worden ist, sodaß die Geballöerbö una in ?'l 19: _ ällen eine rein rechnerische gewesen . ist. Eine '*Oert'
mwertunq der Werte t für die Lehrer keinen praktisckoen WM- das Ziel der ganzen Akt on war doch, der Landflucht der Lehrer, ck gerade in Ostpreußen erhebliche Dimensionen an enommen batte,_k11;n Besserstellung der Lehrer zu steuern. Die e erstellung bk'k xensionierun ist einstweilen lediglich ein Werk el auf die Zé? "?ck;
cbfinkrölYF erner bitten, ?adß aucb binsichtlich der Schulbaula k- - zu s (: vorgegangen wr . „ .
Ministerialdirektor 1). Schwartzkopff: Ick gebe zu, ZIB kt? Schwierigkeiten entstanden md. Die StaatSregieruyg bat bybe OWC; mittel zur Verfügun geste t, um die UebergangStht zu erleikaMJ-k M ist aber sebr schwer, e ne genereüe Entstb-idung zu treffen. In einer 91-31“ Reihe von Baufällen sind Beschlüsse derGemeinden nach dem alten_ dm: efaßt. Nun hat fich nach dem neuen Gesetz die RxchtSl00k 984711110 it gewifsen Unbeauemlichkeiten wird man also in d1e_ser FUN,? NUK“- müfsen. Es wird Von Fall zu Fal] entschieden werden muffkn- Emi, * ." sind ja nicht genannt worden; ich kann also darauf nicht ekpßka „W die Anrechnung des Brennmaterials betrifft, so treten in va-Mk allerdings Fälle ein, wo die Lehrer in eine schlimmeLage kommen-
*.-
Neno“ 1 aber in dieser Beziebun an das Gases ebunden. Nach AZYFL .offldungsgesev muß das Brengnmaierial nach nem bestimmten anger: net werden; mehr als 6044 darf auf dasGrundgebalt nicbt rechnet werden. Somit ist es vorgekommen, daß in Ostpreußen, wo angeBrennmaterial einen höheren Wert erreichte, nur 60 «!( an- da'xznet wurden. Es handelt sich aber hier nur um ein 11101'11111 „gel sans nicht um ein (181111111111 6m6rg6115. Cs möchte nicht anders oss egan*gen werden, als es ?efcbeben ist. Vor einer provisorijcben Ge- "Rsaufbefferung bat die S aatßregierung selbst seiner Zeit gewarnt. ke Mehrforderungen an die Gemeinden sollten erm: 4 Millionen Fmgen und von Staats wegen Wurden 3 Millionen zur Verfügung Geuieinden estellt. Dabei wurde davon aussengen, daß zunächst d-zGemeinden kbre Vorschläge zu machen hätten. on der Verwaltung isi möglichst milde verfahren worden. Es ist zu hoffen, daß mit der Erledigung des LebrerbesoldungSgeseßes auch die Klagen auf diesem Gebiéte verstummen werden. (Schluß des Blattes.)
...-
Nr. 10 des .EisenbabnverordnungsblattS', heraus- 1158" im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Vom 15. d. M., ?)“? f„[ggnden Inhalt: Erlaß dss Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 5, März 1907, betr. Beförderung don Briefbeuteln usw. durch
das Ciséubabnzugprrsonal. _ Nachrichten.
„7
Statistik und Volkswirtschaft.
Kaufmännische Selbsthilfe.
Bei dem allgrmeinen Interesse, das die Frage der Versicherung ker Pridatangestellten durch die Verhandlungen des Reich§tags 8111th “hat ist :s nicht uninterrffant, auch einen Blick guf die Etyrickotungen zuwerfen, die der eigenen Jniliatide drr katzfmanmscben Angejteüten ent- sprangen find und schon recht fegenöreich_gew1rkt haben. So betrug nach den Verbandöblättern' (Nr. 6 Vom 15. Marz 1907) der Vermßgensbcstandder 1711111 „Verband der deutschen Handlungßgebilfen zu Leipzig“ bestrhenden briden Pensionskassen am 28. Februar 1907 1 974 982 „FC, und zwar 975 727 „zu krrjknige der Witwen- und Waisenxaffe und 999 255 „16 derjenige der Älterwersorqungs- und Juoaliditatskaffe. In diesen Beträgen sind als Stiftungsfonds 328 886 „M (211034 „15. und 117 852 „ckck) Grschmke und Vetmachtnise sowie Zuwendungen aus der Verbandékaffe und eiaene Ueberscbüffe enthalten. Die Mitgliederzahl beträ t 5216, cinscbließlicb der Versicherten Frauen und Kinder. 131 ZTentcnemvfänger sind vorhanden: 73 Witwen erhalten zusammen 1208346 „M jährliche NMUN, darunter als „höchste Rente 746,40 «16 37 Waisen erhalten zusammen 1512 „;ck jähriwbe Renten, darunter als höchste Rente 18360 616. 21 Mitglieder beziehen 852865 „16 Alters- und Invalidrnrenten, darunter als höchste Rente 1061,80 ck
Zur Arbeiterbewegung.
Die Delrgierten und der Hauptdorftand des Arbeitgeber- *schu drrbandes für das Deutsche Holzgewerbe waren, der Voß.3tg.“zuf01ge, gsstern hier versammelt, um über schärfere Maßnabuwn im gegenwärtigen Kampfe zu beraten. Nach langer Verhandlung wurde einmütig der Beschluß gefaßt , daß jeJt ein Machtkampf gegen den Holzarbeiterverband , geführt werden müffe. Zu diesem Zweck solT zunächst am 1. April die Aussperrung aller organisierten Holzarbeiter erfolßen in Dresden, Leipzig, Görlitz, Guben, Oldenburg, Barmen und Halls a S. Die Aussperrung soll 1111761 cher aufgehoben wrrdcn, bid der Friede in all diesen Städten und zuglei in Berlin, Kiel und Burg geschlossen wird. _ Jm aufe des gestrigen Montags hat der Ausstand der hiesigen Zieb- senke und Möbeltransportarbeiter erheblich (m_ Aus- dsbxtung gewonnen. In einer Versammlung der Ausstandigen öer1chttte die Streikleitung, daß von den 80 Leuten, die am Sonn- aksnd bsi der größten Firma Knauer noch arbxiteten, sich jest 60 der Bewegung angeschlossen haben. Bei den meisten Unternehmern ruht drr Bstricb voklständig. Die Versammlung nahm von der ab- xehnensden Haltung der Untsrnehmc: Kenntnis und beschloß, den Kampf or1511 eisen.
Zum Ausstand der Schauerleute in Hamburg erfährt „W. T. B.“, daß, der Aufforderung des Hafenbetriebsvereins nach- kommend, diejenigen Makler und Stauer, die noch zu den alten Be- din ungen arbeiten ließen, nunmehr die von ihnen beschäftigten SZanerléute, etwa 500 an Zahl, entlassen haben. Mit dem Dampfer .Viola' sind noch 200 Arbeitswillige dort ein- ?etroffen, dadurch ist die Zahl der verfügbaren Kräfte auf 1800 ge- jiegen, von depen ungefähr 170 zurückgesandt werden sollen. Heute wird xvieder eine größere Anzahl Arbeiter erwartet. Die Lage im ganzen 'tstunderändert. _ Verhandlungen, die gestem zwischen Arbeit- gebern und Arbeitnehmern des chneiderqewerbes vor dem Hamburger Gewerbegericht stattfanden, sind, dem „W. T, B.“ zufolge, gischeitert, weil die Arbeitgeber von vornherein erklärten, keine Zugeständnisse machen zu wollen. In einer gestern abend abgehaltenen Versammlung der dem Verbande angehörenden Schneidergexellen wurde der Vefchluß gefaßt, bei den Meistern, die dem Ar eitgeberverband an- gehören, deute, Dienstag, früh die Arbeit niederzulegen, jedoch bei den nicki dem Vrrbande angehörenden Meistern vorläufig weiter zu arbeiten, da mit diesen die Verhandlungen fortgeführt werden', die in einer am Donnerstag stattfindenden Versammlung zum Abschluß ge- bracht werden sollen. Von etwa 3000 Schneidergesellen sind ungefähr
000 organisiert.
Ihrem vor estrigen Beschluß gemäß sind in Wien, wie -W- T. B.“ er ährt, die Arbe ter und Arbeiterinnen der Damenkonfektion in den Ausstand etreten. In einer gestern abgehaltenen Versammiun der Herrenk eidermacher wurden die quderungen der Stückmei ter und Tagscbneider abgelehnt, sodaß auch bet diesem Zweige der Ausstand beginnen dürfte.
Jn Reichenberg in Böhmen haben gestern, „W. T Bk zu- folge, in sechs Textilfabriken die Angestellten die Arbeit "kkdekIEskgt- Jm anxen liegen in Reichenberg und Umgebung 22 Tuchfabriken siizll. Die Ursache des Ausstandes sind Lohn- streitigkeiten.
Aus Budapest wird dem „W. T. B.“ telegradbiert: Der ÄArbeiterkorrespondenz" zufolge haben gestern Delegiertx der
rbeiter und Unterbeamten der Südbahn der Direktion bk? Forderunaen in neun Puukten mitgeteilt, deren wesentlichste
"Uf, die Erhöhung der Bezüge, das automattche Avancement und kurzete Arbeitszeit beziehen. Die Direkton wird ihre Antwdrt innerhalb 14 Ta.,en erteilen, hat jedo zugefichert, daß die uugans en Angestellten ebenfalls so viel erbal en Werden, als die
errei ischen erhalten aben. Der Organisationßausscbuß der Ange- teliten hat hierauf an aUe Stationen telegravbiert, von der passiven stenz sol1e bis auf weiteres abgesehen werden. 11 5Yer Gemeinderat von Paris hat, wie „W. T. B.“ berichtet, Jen Bescblußantréigen seiner Kommission in bezug auf die An e- ellten der städtischen Elektrizitätswerke, durch die de en orderUnUM sämtlich Berücksichtigung erfahren, zugestimmt. s U Lodz ist, wie „W. T. B.“ erfährt, die Arbeiteraus- erung in sechs der größten dortigen Fabriken beendet; die r eit“ nebmen die Arbeit wieder auf.
Wohlfahrtspflege.
Das Bedürfnis nach einem usammenscblus; aller Wobltätigkc'its- YZ WohlfabrwvekkiUL ist skis [Inger Zeit empfunden worden. Eine bung dcr zahlreichen Schäden, an denen uust'rc Zcit krankt, cine Hung der gesamten Volkskultur ist nur mYliO vurch gemein.
Arbeit. Der dcr seit
ame, ßroßiügige „Anima 011111115",
Jabren das preußische Abgeordnetsnbaus beschäftigt bat, führte zur Schaffung einer Zentralstelle für Volkswobl- fabrt, die ihre Tätigkeit über das ganze Reich auSdebnen soll. Zille für das Wohl des Volkes auf irgend einem Es- biete tatigen Vereine, Körperschaften und Einzelpersonen, einerlei welcher politischen oder religiösen Richtung, soÜten sich im Znterefse der Sache xmd in ihrem ei enen Interesse dieser Zentralstelle an- schließen, dre voraussichtlich nde März unter Mitwirkung aller bis dahin beigetretenen Vereine oder Einzelpersonen in einer General- versammlung ibre vorläufige Ausgestaltung erfahren sol]. Warum dieser Anschluß wünschen6wert ist, darüber gibt aus- fuhrliche Auskunft ein treffliches Sckpriftchen, das soeben im Verlage der Schriftendertriebßanstalt, (G. m. b. H., in Berlin 811713 erschienen und für 30 „3 durch den Bach- handel zu beziehen ist: .Die Zentralstelle für Volks- woblfabrt (Antrag Douglas), ein Aufruf an alie für das Wohl des Volkes tätigen Vereine im Deutschen Reiche“, im Auftrage dks von ihnen gewählten Vorbereitrnden Ausschusses herausgegeben (30 S.). Knapp und übersichtlich werden darin die Geschichte des Antrags Douglas bis zur jeßigen Entwicklunasstufe, Ziele und Auf- gabxn der neuen ZentralsteÜe, die Badenken, die zur Zeit in Vereips- kreijrn Legen dis don der Regierung gewählte Form der Zentralstelle noch de_teben, dargelegt und die_geßenwärtigen Saßungen der neuen antralstelle mitgeteilt. Von dewnderem Interesse ist der Abschnitt über die Frage „Welche Vorteile bietet der Anschluß an die Zentral- stelle für Volksrvobliabrt in Brrlin?“
Kunst und Wiffenschast.
N95!) den „Amtlichen Berickyten aus den Königlichen Kunstiammlungen“ sind im [sytem Viéktél des Jahres 1906 die Sammlungen 11. a. durch folgrndc Ncuerwerdungrn, Käufe und Ge- scbenke Vermehrt:
Für die_ Gemäldrgaleri: wurden erworben: Dax; Bildnis eines zwölsjakyrigen dornrbmen 511115511, dsr in Rüstung mit dem Kommatzdoxjab 111 der Rrchtcn erscheint, don Fraricisco Zarbaran. Das mtt dem Namen des Mristers Ökz€ichn€1€, trefflich-crbalténe Porträt intrrssfiért um so mehr, als thrbaran als Vildni-Zmai'cr sonst kaum bekannt dt. _ Von Antdnis Mor das doLiendet d11rchgefüickrte Porträt der Stai_iba11111n der Niederlande Margarete don Parma. Der große nikderlandxkchr Meister war in urissrer Galerie bi§d€r nur durch ein Werk (1116 1211121: Frühzeit dcrtrrt-xn. _ Ein (Henrcbild mit drei umsizirrenderiZigrnncrn don Pelazquez, durcb ((darf? Schatten, schwerr qubung und T_crbbeit drr Anfsaffung als JugendWerkdes Meristers charakteri1i€rt, aber 15.7011 11071 11111 isinsr Tonwirkung. Die meisten anderkn SÖöpfunan disikr Gatinng sind in engliscbkarivatbefiZ. _ Die lebenSgroße Yalkfigux einer F:“au, mit dem Datum 1543, don dem jüngeren 3005 Van 01163, _aus dem Befise ch Lord Grimstdrvé, Lv? Tuch das (Gegenstück, das 1chwäch€re Bildnis eins:? M1nncs, sich e an .
Als Geschenke kamen folgende Bilder in die Galerie: dier Flügel- bilder, die Vorder- und Nückieiten zweier Altarfiügel, mit je einer Zeiligengestalt, don_ Martin Sckpaffnsr, geschenkt don Frau Oskar
ainauer, wie das 101110118 Bild aus der Sammlung Hainauer, die im Sommer zum Vrrkayf kam. _ Die Enthauptung Johannis des Täufers, eine besonders wrgsältig durchgebildxte und (eine Arbeit aus jrner Gruppe niedsrländischsr Bildrr mr_s der Zeit 111111520, d*€ aufGrund einer zweifelhaften Signatur auf einrm Gémäide in München dem Hrrrk met de Bes zugrschriedxn wird. Gesch€11k der Herrrn Duveen Brothers in London. _ Grüeimxat Dr. Bode überwixs der Galerie eine größere Altartasel don Hans Balduna Grien mit der DarsteUung der Beweinung Christi, ein Mark (1115 der mittlerrn und besten int des Oberrheinischen Malers. _ Herr Frmwois Kleinberger in Paris schenkte ein größeres farbenprächtiges Stilleben don Willem Kals, rin Breitbild mit Silbergerät, _ Herr Hans Schwarz in Wien bereicherte die Abteilung der italienischen Trecentobilder durch ein doUsiändigrs Altarbild, dessen drei Hauptfelder dem Bernardo Daddi, deffen spätere PredeÜa mit drei Szenen dem Bicci di Lorenzo zugeschrieben wird. _ Gebcimrat Dr. Bode überwies der (GalrrieFerner ein Stilleben don Pieter Vorl, in dem dieser flämiiwe Meister fich in der ganz tonégen Fär- bung gleichzeitigen bolländi1chen Malern gam Verwandt zeigt. Das Bild stellt toka Vögel dar Und ist zweimal P. Boes ßgnisrt.
Als Geschenke don Gönnern der Galerie, „_die nicht genannt zu sein wünschen, erhielt fie cndliä)" zwei 1111011111) interesantr Bilder aus dem italienischen TMMTO, namlich: Die Heiligen Markus und Johannes der Täufer ron 89111150 Vcnrziano _ und eine kleine Madonnentafel mit hohem Giebel ron dem S1ene1er Meistsr Andrea Vanni.
Die Sammlung der SkUlPtUk€1111nd Girsabgsrsss wurde im verflossenen Vierteljahr durcb linc_ größere Anzahl von Schchn111ngen bereichert: Seine Maj:stät_dcr Kaiwx batx-sn die ande, UL" 6115- gewählte Sammlung koptiycber SWN, die dxr__Gei_and1€ Freiherr von Jenisch zusammengebracht und «21an Maxenat udxßrchxn 12.11, dem Kaiser Friedricb-Mussum xu üdcrwéden. _ Aus, der 1111 Sonimer verkauften Sammlung Oskar Hainauer gelangten, w1_e ms: Eewalde, auch einige besonders erwünsckpts Bildn*crk§__ 015Ge1chex11 der 4921an Duveen Brothers in London _ in die Koniglicb-cn 211111116311, namlich sechs seltene italieniscbs Plaketten in Bronzxund rte Bronxcylatte mit der anmutigen Halifigur dcr Madonpa in 11.155011 Reltéx _ddn Donatello. Der Hofanréqdar J. Bödixr _1cbench e111F1Zchré11Sf tn Cartapesta von Jacopo Sansodino, kJriteLendkte. ds_rligc K_amlllé. _ Herr Ad. Thiem in San Remo überwies eine txalicnmckys Bildweberet aus der Zeit um 1480 mit mridologi'cch ““T-1111611111150) tn webreren Szenen nebeneinander, die zar Dekoraridzx übst den altntßdxrlandtichen Bildern der Sammlung Thiem 31:1 0111112111111L gelangt 111.
Dem Antiquarium wurden 111: die Yammiung der Vasen 13 Stück Kannen, Amphoren, Salkxefatze 111111. erworben; für die Sammlung der Bronzen UKV Miszellanxen eme vor- trefflich erhaltene Sebneüwage austrvxze. *.*-Lis E€w1cht dient eine sißende Figur mit Welüurl umd 315215 _ __
Unter den Neuerwer ungxn de§_ Kudternicbkadinetts sind
rvorzubeben: Ein Werk der franzöR'Öen Schule um 1500. Der bl. Fiikolaus. Altkolorierter «Holzscbxiitt, ringzeklebt in den Deckel emer eisenbescblagenen Holzkaffcrtc retisbxn Zett.“ _ Daniel Chodowiecki. Illustration zu Goners Eed1chten._ ,Scblußncrxe der Elektra, Radierung. Mit eigendänkiaer Untrricbrtit des Kunstlers in Blei- stift, sowie eine Anzahl von Radierungen Francesco des_Govas.
Der Abteilung Indonesien des 2111_useums„fur Völker- kunde hat 11. a. der Kaufmayn Tb. Gluckßmann in Breslau eme roße Sammlung ethnogrardiichr Gegenstande _aus verschiedenen Zeilen des Ostitdischen Archipels geschenkt, hauptsachlich Stein- und Bronzealtextümrr sowi: ei!_erne Waffen aus der Hinduzeit in Jawa, Waffen (besonders mit kunnvoli geschnitzten Griffen dersebene Krisse , Gewebe und Baxdks in Baumwoüe und Seide (zum Teil golddur - wirkt bezw. goldenbrmalt), Messingarbeiten, Holzschnißereien u. a. aus dem modernen Suméxtta, Iawg, Bali Usw., ein Exem lar der seltenen, davakiscb (11805751, malatisch 1611161111111 Yenannten teingut- töpfe aus Borneo, in Jawa gesammeltes alt inesisches Seladon- porzellan u.a. m.
Der Südamerikanischen Sammlung schenkte der Geheime Hofrat Profeffor Dr. Baeßler in Eberswalde: cine überaußreichbaltige und wertvoUe Sammlung altperuaniscber und altkolombifcber Gold- acben, unter anderem guÉe oldene Zierplatien, eine große goldene
aske, Goldpokale, mens ließe Figgren und breite Armringe. Eine Anzahl peruaniscber Altertümer aus Silber, unter anderem menschliche Figuren sowie Gefäße. Eine prachtdolle Vogelfigur aus keinem Mosaik aus Peru. Eine Anzahl steinerner und tönerncr Altertzimer aus Ko- lombia scwie einiie Gebrauclyögegenstände der egenwartig lebenden Indianer Perus. Hemer schenkte ibr Herr Ernt Thalmann in New York: Sechs grofie aoldcnc 3101111111611 aus» _Kolombig, die an Größe (1116 13161)" bekannt acwordenen ahnlichen qucke Weitubrrtreffen md an Form wie an Art der Auöfübruna don großtem Interesse nd. Sie bilden eine übcmuo wcrtvolle Bercicberung unserer altkolombi chen
Sammlung.
"..-„Porträtbüste Salomon VeitS“,
Für die Nationalgalerie wurden an ekaufr dieGemälde .Landsckaft', „Einkehr auf der Reise“, „Ru ender Mann“, „Falke auf Taube stoßend“, „Fackelzug', .Damenbruftbild', „Hxinricb 7111. tanzt mit Anna Boleyn“ und „Der Kopf eines Schimmelö“ von Ad. von Menzel, „Almlandscbaft' von. Fr. von Defregger, „Knaben- bildniS' 119685. von Rayski. .Selbstbtldniß“ von W. don Kobrll und .Srlbftbildmö' von R. Mengs; die Bildwerke „Porträtbüste König Friedrich Wilhelms 111.“, „Porträtbüste der Königin Liise', die Gruppe „Friedrich der Große mit zwei-Hunden', vier große Reliefs „Römischer Signifer', die „Skizze zum Denkmal des Fürsten, Leopold don Dessau“ und der „Entwurf zum Denkmal Zieten5' von G; Schadow, die .Porträtbüsten ZietenS' und „Moses Mendelswbns“ von I. P. A. Taffaert, die .Fortratbüste Kants" don F. .H1ge- mann, die beiden Gruppen „5 ulldogge mit 2 Jungen“ und,H.1nd' don F. W. Wolff, dic „Statuetxe des Malers D. Brandt“ Von J. Lippelt sowie die „Porträtbüste des Staatsrals Stegemann“ und die Statuette „Goethe im Hausrock' don Chr. D. Rauch, die sämtlich nach schon vorhandenen Originalen oder Originalmodellen in Bronze gegossen wurden; an Aquarellen und Handxeichnungsn zwei Blatt figürliche Studien Von H. Füßli, .Frauenbilonis' (Blei), ,Marktfraurn' (Buntstift) und zwri Pastelle „Hände“ don Ad. don Menzel. „
An Gesch€nken erhielt die Nationalgalerie di€ Oelgemalde .Die WSUS“ Von G. Courbrt vom Fürsten Guido Henckel von DonnerSmarck in Berlin, „Uhu ein Reh anschneidknd“ von G. Cdnrbst, .Sslbstbildniö' don .Fantin-Latoux, „Schwüle Luft“, „Blick aus dem Fenster“ und .Das ' odell' Von M. VuiÜard don Herrn Gsnsral- konsul Paul Freibexrrn don Merling in Berkin, „Blühender Kastanien- bxum' von P. A. Renoir 0011 Fräulein Elise Königs, „Don Quixote und Sanch0_Pansa“ Von H. Daumier und „Sonnige Stube“ von W. Hammeriboi Von dem verstorbknen Herrn Aiskéd Veit in London, .Trinkende Bmern“ von J 3111111111) Von Herrn Kommxrzienrat Kopeßky in erlin, .WZidlichrr Kopf“ dcm Tb. Couture von Herrn Direktor Artur (Hwinner in Bsrlin, „5111111 dem Wakde don FOntaineblrau“ Von A. Tsicblein don Hrrrn W. Xylander in Kopen- hagxn, „Doppelbildnis kSk Eltern des Künstlers“ Von K. Bergar- d. A:. don Herrn Baurat M. Friedeberg in Berlin, ,HoUändiichs Landfchaft' don M. Lirbrrmann von Hérrn Dr. jur. Ed, Simon in Bsrlin, .Hérrenbildnis“ von B. Paykdk don Herrn K. Steinhart in BSrlin, und don ungenannten Kunitsrennden zwei Stillkben „Früchte und Geschirr“ und „Blumen und Früchte" Von P. Cézanne, „Oer Nach- mittag der Kindkr in Vargsrnont' von P. A. Renoir, .Das L1nd- 1111115 in R1181[' von Ed. Manet, .Die Tochter Jorios' 6011 P. Michelti, „DiE Kirche St-Germain ["Auxerrois in Paris von,C[. Monet, sowie das „Bildnis drr Fürstin Fürstenbrrg“ von 1761." Hand eiricés unbrkannten ältersn Wiener Malers; an Bikdwer ken „Kindérkdps' (Bronze) don F, JN. Cbarpxntirr, „Junger Zentaur“ (Bronze) von Z“. A. J. FalquiSre, „Lachendes MädÖrn“ (Bronze) von E. Bourdeür, „Sechs Statuetten“ (Bronze) und 6111? .Wéibliche Jdralbüste' (Terrakotta) Von A. 21151191, ,Angorakaße' (qunze) 6011 Ed. Sksinlkn, und ,Bulldog“ (Bronze) von R. Bagatti, sämtlich don Hyrrn Generalkonsnl Paul Frriberrn von Merling in Berlin; _ an Handzeichnungen und Y_qaa- rellsn ujw. ein .Srldstdildnis“ don Ad._don Msnzel (Oelitudie) don Herrn J.Auf1€e11€r in Berlin, fünf Blatt Landsch1ften von M. Rodden von Herrn Bernt Gröndold in Berlin, das Aquarell .Der Rhein bei Mainz“ don Fr. Hein dem Herrn Ad. Rotbrrmund in Blaiewiy déi DreSdrn, das Aqnareli .Wriblickse Figur dom Rückrn grieben' Von H. Füßii don Herrn More Adar) in London und sin Blatt „Ykrdusr'nkdpf' don Aug. Rodin yon Herrn Régirrungsrax Dr. don Burchard in Berlin; 101518 0011 nngrnannten Kunstfreunden eine Sammlung don Zeichynngen und Illustratidnrn 11111). in dérjchiedenen Technikex; von M. Liebermann, Käths Koliwixx, Cl. Sirwert, J. Schnor? von Carolsxeld, Jan Verb, V. dan Gogh, O. Guldranson, O. eron, H. de Toulouie-Lautrcc, C. Laval, C. Guys, H. Ed. (Troß, P. Signac, M. Luce, A. Maiklol und C. Somoff.
An lethilligen Zuwendungen Erhielt die Nationalgalcrie, Und zwar 6 s Vermächtnis des Dargestellten, das Bildnis drs Konsuls a. D. Dr. jur. Ed. Griiebacb (Pastéll) don M. Liebermann und als Vermächtnis der Frau Emile Gilli, geb. Nodiling, das Medaillon- porirät A. J. Caritens (Bronze) [7011 A. Gilli.
Ans Paris meldet „W. T. B.“, das; der berühmte Cbrmiker Marcellin Bertbelot, le_benölänglicbes Mitglied des französtscben Senats, gestern p[ößlicb gestorben ist, nachdem wenige Augenblicke vorher seine Frau gestorbkn war. Er war am„25. Oktober 1827 in Paris geboren, Wurde 1860 Professor an der 116016 (16 ])1181'11111010, 1865 am 00116g6 (16 17181100 und '1876 Generalinspektor des höheren Unterrichtsweserxs, 1881 Mitgiied des Senats. 1886_1887 war er Unterrichtßminister. Er 11nter1uchte die Glyceride und die Bi1dung der natürlichen neutralem Fettkörper, woksi er die Theorie der mehratomigen Alkohole aufstellte, wirkte babnbrechrnd für die Synthese organischer Körprr und lieferte aucb bedeutende Untersuchungen über die (Explosiv- stoffe und über Tbermocbemie. Er schrieb u. a.: „011111116 0113151110116, 161101176 5111“ 111. 5711111656“ (1860, 2 Bände); „1169-0115 5111" 165 111111611165 51161'65“ (1862); „116130115 5111" 165 111661101165 Z1706r3165 116 5711111656“ (1864); „'1'1'8116 616111611128.ij (16 (211111116 01g111116116“ (1872; 2-4. Aufl., 1898, mit Jungfleiscb); „8111' 18 k01*06 (16 15. 110111116 S*- (165 111111316165 61cp1051765“ (3. Auf]. 1883, 2 Bände); „1111 5701311656 011111110116“ (1875, 8. Aufl. 1897; deutsch Leipzig 1877); „“NRW 111613111116 (16 111 681011111613er 611111110116“ (1893; deutsch Leipzig 1893); „1165 011Z11165 (16 1'51011111116“ (1895); „118. r670111d1011 611111116116; [48-7018161“(1890); „1165 0611311165 (1'115761'0Z6116, 1851_1901. KSTUOÜSUSJ 611136- 1111161115165“ (1901, 3 Bände). Auch gab er die „0011666611 (165 8110163118 8161110115165 „21-605“ (mit Ueberseßung, 1888, 4 Bände) heraus. Sein Briefwechsel mit Ernst Renan erschien 1898.
Theater und Musik.
Jm Köni lichen Opernhaus: wird morgen, Mittwoch, zum ersten Male „P que-Dame', Oper in drei Akten und sieben Bildern, Musik von Peter Tscha'skowsky, gegeben. Der Komponist, im Jahre 1840 in Rußland geboren und ein begeisterter Verehrer und Interpret Mozartscber Musik, hatte das vorstehende Werk in weniger denn fechs Wochen während seines Aufenthalts in Florenz im Jahre 1890 vollendet, im gleichen Jahre fand die Erstaufführung in Moskau statt. Bei der hiesigen Erstaufführung nd die Herren GrünirFWermann). Hoffmann (Tomsky), GriSwold ( eletzi'y) sowie die amen Destinn (Lise), Goeße (Gräfin) Träger der Hauptrollen; in kleineren Aufgaben fino außerdem noch die Damen Notbauser, Dietrich, die Herren Krafa und ;pbilipp beschäftigt. Dirigent ist der Kapellmeister Blech. Die Rrgie übrt der Oberregiffeur Droescher.
Jm Königlnhen Schauspielhause geben morgen .Wallen- steins Lager" und .Die Piccolomini', mit Herrn Matkowdkv als Wallenstein, in Szene.
Morgen, Mittwoch, Abends 7-1 Uhr, veranstaltet der Königliée Musikdirektor Bernhard Irrgang in der St.Marienkirche ein Bacb-Konzert unter Mitwirkung der Damen Elsa Dankewiß (Sopran), Frisda Beckersbaus (Alt), der erren Alfred don Foffard (Tenor , Robert Maitland (Baß) und He nrich Scholz (Orgel). (Es wird 11. a. bis Cantate: „O Ew gkeit, Du Donnerwdrt“ aufgeführt. _ Der Eintritt ist frei. _
In der Garnisonkirche (Nene Fricdrichttras::*1 findet am Palmsonntag (24. Yiärz), Abends 8 Uhr, ein geistlichc's Wohl- tätigkeitskonzcrt statt. V.1iitjx*i1kciide iind: Clara „Hartwig. (Sopran), Dr. Robert 21111111 nreicb (Bariton). Otto Pricbr (Organist an der Garnisonkiräßc), Otto 1111111, Kö11i,11 cknKammcr- virtuos, Anton Witck, 1. Kvnzcrimciitcr ch V:"t1'.11=*r Pdiidar- monisckpenOrchesterN unddic V ("7111167171606 11.1161 12:§11Six:5c:11;ntyr LéitungdesKöniglichen “11111sikdirektvrs Franz Wagner. K.*11-.:*.*'*111.-:;-: 7:7.