MMZFZZMÉx-EYUH-„x« . , .- , * „ -,-.- K* „**-„**) .. . _ „ '„
Abgereifi: *
Seine Exzellenz der StaatSminifter, und Minister für
Handel und Gewerbe Delbrück, mit Urlaub.
Yiehfamtliihez. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 21. März.
Seine Majestät der Kaiser und König sprachen heute vormittag, „W. T. B.“ zufolge, beim Reichskanzler Fürsten von Bülow vor und hörten, in das Königliche Schloß urückgekehrt, die Vorträge des Kriegöministers, General- ?eutnants von Einem, des Chefs des Generalstabs der Armee, Generals der Infanterie von Moltke und des Chefs des Zilsitkirkabinetts, Generals der Infanterie Grafen von Hülsen:
ae e er.
Der BundeSrat versammelte fick) Heute zu einer Plenar- sisun ; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für andei und erkehr und für Rechnungswesen, der Ausschu für Handel und Verkehr, die vereinigten Ausschüsse für Zustizrvesen und für Handel und Verkehr sowie die vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen Sißungen.
Dem Regierungsaffeffor von Koße aus Belzig, zuleßi HiifSarbeiier im Ministerium des Innern, ist dis kommissarische Verwaltung des Landratsamts im Kreise Wanzlebsn, Re- gierungsbezirk Magdeburg, Übertragen worden.
53an Meldung des „W.T.B.“ ist SM. S. „Planei“ gcstern in Amor) eingetroffen und geht übermorgen von dort 110ch & ap (West-Karotinen) in See. „M. S. „Loreler)“ ist vorgestern von Bsirut in See gcgangen, gestern in Larnaca (Cypern) eingetroffen und geht von dort morgen nach Rhodes in See.
Kiel, 21. März. Der 41. Schlesivig- olstcinscbe Vrovinziallandtag hat i_rz der gestri en ißung, „W. T. V.“ zufolge, den Oberpräyidialrat Großen von Platen- Lailermund zum Landeshauptmann der Provinz Schleswig-
olitein gewählt.
Bayern.
Die Kammer der Abgeordneten hat gestern das Wassergescß in der von der Kammer de_r NcichSräie be: schioffenen Fassung angenommsn. Der Präyideni Dr. von Orterer gab darauf eine Uebersicht über die zum Abschluss ekommene Landtagssésfion und betonte, daß diese durch die
5 nnahme des LandiagSmahl: und des WaffergkseTFes eins: ganz
bkfonderc Bcdeutung erhalten habe. Der feisrli ? Schluß des
Lmdtagk; kindsr am Sonnabend statt.
Braunschweig.
Dcr Regentschaftsrat und die staatsmchtliche Kommission hahcn gestern eine Sixzung abgehalten, in der, „W. T. B.“ zuwlgé, Übsr die Regentenfrage beraten wurde. Die Einberufung des Landtags wird für den nächsten T*isnstag Erfolgen.
Qefterreich-Ungan. Die Außgleickchrhandlungen 3wischen dsn öster-
reichischen UNd ungarischén Ministern wsrdcn heute . forjgessßt. Gsstsrn wurde“, „W. T. B.“ zufolge, die? Verhand- „ [img dcr Frogs dsr Vcrzéhrungsstenern einitwsiii'n [)L- : endigt: die Entschsidung mehrerer hisrauf bezüglichsr grund: .
säßiichsx Fragch rmxrde bis“ Zixr Darchbsraximg ch ganzen IiuSgicickiMciteriais' m dsr Zchivsbz dklaise'n. Außerdsm
Zusammenfassung dsr Ergsbniffs dsr bisizerigi'n Verhandlungen vorgenommsn.
_ Die Kommission fUr dsn östsrrsichischch11Zarischcn AUSglcick) [)(is in der géstrigen Sixzung béschlOUZN, OM frühersn Resolutions-
antrag faUen zii lasen, dafiir abkr folgsnden Linsximmig an: -
genommen: _ Dsr LGdtag Ywilk k€1ch112§5m den Jegxnwartigen VsrßandiUnJ-ZK ernés ZyU. U"D_HMDTZ§'OÜMk-ißes
Vqrauéfeng zuzukii'mmxii, T0ß_ra§_YaxifP11011LZium iin Jabre 1910 erliscbx und daß ksmexlet wnx'cbzixlicbs U.".d finanzieiié Kxnzeifirnen
FM_FQUK dsr [Triniéig1ichkeit, die Wii? Gi€ichb€rech1igung dsr wirijchafilichen uiid ünanziean Zniereissn mit jenen der anderen Reichshälfte 11ch€k zu 11811011, wird dis ngikkimg aiif: gefordert, unverzüglich alle Vorkehrungen zu trsffen fur dic? voraussichtlich unausbloibliche vollständige wirtschaftliche Trsnnimg,
Großbritannien und Irland.
Der Premierminister Sir 152an Campb€11:Banner: '
man beantragte gestern im Unter aus? xinig: Abände- rungen dcr GeschäftsordnUnq, betréffend 1318 Einzel: beratung der Geséßeiitwürfe. Nack) de'm augenblicklich geltenden System findet die Einzelberatung dsr Mehrzahl der Regierungsdorlagen im Vienum statt: nach dsr beantragten Mndernng 1011971, wie das „W. T. B.“ meldet, alle Vorlagen, MSgenommen die finanziellsn und die bssonders wichtigen Maß- nahmen, zur Durchdcratung im einzslnen an Sonderkommissionen überwiesen werden.
_. Das Hays beriet gestern zum ersten Male in der gegen- wartigen Sexsion die ganze Nacht hindurch. Gegsnsiand der Beratung-wa'renkdas Etats eseß und die Visi, betreffend die Heeresdiszipiin, die ailxä r1ich dotiert werden,
,kém Abbruch der
Frankreich.
. Der Senat beriet gestern einx Interpenation Delahaye "uber dteAbschafLunngerInschrift „])iau yrotdga 13 kranoq“, auf etz
Finanzmmisters Caillaux, daß es fich hier um eine Ver- waltungSmaßnahme handle, zu der die Genehmigung des Parlaments nicht _erforderlich sei, nahm der Senat mit 201 e en 34 Stimmen die einfache TageSordnung an. Daran rachte, der SenatoYMonis emen Antrag, betreffend die Einst ung einer Kommission von 9 Mitgliedern, ein, die zur Unt_ersu ung der Uriache _der, Katastrophe auf der „ Iéna “ samte dxr Unglücksfälle„die m _den leßten Jahren in der lotte fich eret net haben, mit erweiterten Vollmachten ausg attet werden oil.
Nach dem Bericht des „W. T. B.“ erklärte der Marineminister Thomson, die Regierung sei mit dem Antrag: einverstanden und werde der Kommission ihre volle Mitwirkung zuteil werden lassen. Der Minister gab weiter bekannt, daß der Bericht der Kommission der Seeoffiziere die Annahme, nach der die Exvlosion in der hinteren Pulverkammer der .Jéna' stattgefunden hätte, als falsch be- zeichnet und nur die Vermutungen aufrecht erhält, daß das Uanlück entweder durch Kurzschluß oder_ durch Niederfallen von Ge cboffen oder durch Umwandlungen in dem chemischen Zustande von Explosivstoffen verursachtaéei. Bei keinem Dienst an 5 ord seien Verstöße vorgekommen, niem 5 sei eine Herabsetzung der Temperatur verlangt worden. Die Yu" Munition sei im vorigen September untersucht worden. _Die irektion der ArtiUcrie glaube nicht, daß die Explosion durch eine Zersetzung des Pulvers verursacht worden ei. Die Untersuchung tm": e mit Ernst und mit kaltem Blute geführt werden.
Nachdem noch einige Redner kurz zu der Angele enheit gesprochen Hatten, wurde eine Kommission von 12 Mitg?iedern gewählt und die Sißung geschlossen.
_ DieWDeputixrtenkammer lehnte gestern mit 378 egen 154 Stimmen eme_n Antrq d'es Abbé (Hayraud (Kathol. epiiblikaner) ab, der,.die Frei eit des Kultus in den
Militär: und Marinehdspitälern fordert. Der Antrag war veranlaßt dadurch, daß in _emem Hospiial in Toulon einem Geistlichen, der von der Famrlie eines bei der Explosion der „Jéna“ Verleßien herbeigerufcn war, der Zutrittversagtworden war.
Der Marineminister Thomson erklärt“, obi er. QueUe zufolge, daß die Freiheit gewahrt worden sei und daß die &:icster gemäß den Anstaltöregeln zu den Betten derjenigen Patienten zugelaffen worden seien, die nach ihnen begehrt hätten.
Im weiteren Verlaufe, der Sißung brachte der Deputierte JgurÉ-s einen Antrag em, der die Ernennung einer Kom: Misfion vpn 22 Deputierten fordert, welche die politische Tragweite der Papiere des Mgsr. Monta nini unter- [uchen soi]. Der Antrag_wünscht ferne_r die soßortige Ver- offexitlichung der gejamten Papiere, um tendenziösen Publikationkn vorzubeugen und die herausfordernde Haltung Roms klarzusteüen.
Dex lÖeputierte Casielnau von der Rechten trat dem Antrag entgegeri und bezeichnete ibn als Frankreichs unwürdig und als ungexesiich. Darauf nahm Denvs Corbin (Kons.) das Wort; er erinnerte an die Intervention Oesterreicb-Unganis, sprach sodann von der Exregung, die sich der europäischen Diplomatie bemächtth babe, bestriit, das; die beschlagnahmten Papiere wichtig seien, und warf der Regi-Iung eine Tyrannei über die Gswiffen vor. Der Miniitsr K_dss Auswärtigen Picbon bestritt in aller Form, daß eiiie (Regung der europäischen Diplomatie staitgefunden habe, und erinnerte daran, daß er am 20. Januar einem Advokaten die Auslieferung der Papiere des Monsignore Montagnini deriveigert habe, mit dsm Bemerksn. daß diesex cht jedes offizieUen Charakters entbehre. Er habe in böriicber W511: hian-zefü t, daß es beffer wäre, Wenn eine fremde Botschaft die Vertretung der Zntereffen des Heiliaen Stubixs überqähme. _Einige Ta e darauf habe der österreichisch- ungaxriche B021chastßr ibn aufgssu t und 1735: die ofßzielle Erklärung abgsgeben. daß seine Régierung sib nicht in den Konfiikc Jrankreichs mit dem Vatikan eiximijcben wolle. Der Botschafter abe dann aber angefragt, 91) es Frankreich in irgend welcher Hi.“.ficht nicht genkbm wäre, wenn ]:ine Regierung sicb erbietx, die Pavisre der ehemaligen Nuntiatur dem Vatikan außzubändigen. Die Regierung bgkc keinBedenkeri dage'gen gehabt, die diplomaiiscben Pupiere dxm österreicbiycb-Utigariickykn Botsckpaftsr auSzubändigen _ das sei der anze Sachvxrbalt. Alle in dén ebemaiigen-Gemäcbern des Nuntius orenzelli untcrgebracbten oder von Montagnini als aus der Zeit vor ' . divlomatiscben Brzisbuniien s-tammrnd be- zeichneten Sch1iftsiücke seien der ösierteickxiscb-ungarischen Botschaft anebändigt worden, ohne daß von ihrem anaite seitens der Re-
dss böhmischsn Landtags-
gierung.s7€nntn189enoma1en worden sei. Pichon fügts hinzu, daß dis REZiZTUUJ zur _AUZtveisUm des Mo-*-signore Montagnini berechtigt gekakn Fei, da die1€_r keinerlei amtliche Eigenscbaft besefien b.!be, 11110 8111 Recht dcs Pavitks auf Gericbisbarkeit übst dix Katholiken in Frankrcicb dsc V:"rfaffung des S1aates direkt zuwidxrsanfe. Der Minister
5 'ZcbloZ skindß EFTärundeamÉt, dlaß er 23 (:X ulnzuläifig ectkklärte, daß - „ „_ „_ _ ; kin rém kr 1 m1* en tivi 801611 €111SS“ i omaté. dx *, ei ' wurd? die Frag? dsr Eiiknbaßntariss bshandcl: imd eme : * c l * um ne
dzuerxide Verscbwöranq zu organifikren. Ribot (Rxpnblikaner) be- kampste den Antrag Jaurés. Der Ministerpräfident Clemenceau betonte, mcm ba_be durchaus keinen (Grund, den Urheber von Ksmrloiicn zu !cbonen, bioß wxil er ein Priester sei. Ciemencsau schild-ért? _kie Vorgänge bei dsr Beschquabme dcr Papiery, die die Einmiichung Montagninis in die Polixik bewiesen. Der Minister késAws-rärxigen Picbon stellte auf éinen Zwiscbenruf des Deputierten Muhs Corbin armut in Abréde, daß das diplomatische Korps das
, , _ : Vorßebrn dxr R€*-i€run “emi'biUi t abe urd "ü te in 11 das: der "::-. NSZISMZ au'zu5yrxern, Hei ' b g “ ß 9 b , * sg b z , “ , . . . . . . , . ' bcbrnen Eixsvru . mit der andxryn NexÖZS-ai'x? kxixeé-YUZI !er 3001515111175 dazii xa „ ck gebxn, daß 11? gkngWQTTLZS NLJWWZUET Vzrlanzrrt Mrke. und dem ,L Adicbluß'e Lines Haxxé€1§dxrw25Z 51:4 31117. Jabs? 1917 nur untxr der J Kommission beute ZU ernsnnen Darauf wurde die SiHunq - geschlossen. ' '
oder 101658 aiif dem Eebietß de'? Vérkxixrs-xxien? zuzekianrém wxrdsn. )
Vatikan keine Antwort erhalten habe auf seinen bei den Mäcbtsn er-
. Die Kammer nahm darauf mit 370 gegdcn 164 Stimmcn die Tachordnung Jaurés an und beschloß, ie Mitglieder der
Rußland. In der gestrigen Sißung der Reichsduma te'ilte der
: Präsident mit, daß dem Präsidium außer dem Budget 54 Geseh-
en_twürfe Üher ehexi worden wären, deren Inhalt in dsr Er- klarung dcs innterpräsidenten Stolypin angedeutet wurde.
, In einer der nächsten SiÉungM wird beschlossen werden, in
welchor Reihenfolge diese eszßentwürfe geprüft werden foUen. Darauf__ryurde uber die Finan : und über die Bud et- komm_i_11ion verhandeld imd be?ch1ossen, die Wahl dieser Kommiisioiien noch aiixzuichiebi'n, _ Ein Antrag, eine besondere KommeiorZ für die _Organijation der Hilfsleistung in den Notytanngebieten zu ernennen, führtezu längcren Debatten. “'
_Ter Adßeordnete des Dongeixiktes Kaklugin führte nacb dem Bötiibk des „W.. T. B;“ auY, selbst unter den Kosaken herrsche Yungetk-not uwd V?Lle Koxaken ieien genötigt, zu betteln. edoroff,
bgeordyeter der StadtSt.Petersbu1g, wies darauf bm, daß es now::ndtg sei, in der Frage der Bekämpfung der Hungerßnot zu radikalen Reformen zu schreite", da bloße Lndexungßmiitel ju nicbts fübrksn in einem Lande,_ das, wie Indien und China, ein klassisches Land der H'ungerSnot ]ei. Im Weiteren Verlanf der Verhandlungen bielten zahl- re1_che Redner me_i1i Bauern, heftige Reden und brachten alle möglichen Falle Vor, oßne jedoch einen endgültigen Vorschlag zur Hilfeleistung m den Notstandsgebieten zu machen. Roditscbew wies sodann
ünzen. Auf die Ausfuhrungen deS'
auf die Unmöglichkeit einer direkten Hilfeleistun du hin imd forderte die Abgeordneten auf, dßtk YUM entspreehend vorzugehen, das ihnen gestatte, ja ur icht We, die Vorlegung eines R erlebts zu fordern und die im Ministerium dck Illnau Linderung der Hungerönot bestehende Abteilung zu kontrolliere "* o die Funktionen einer Harlamentariscben Körperschaft ausn?" rofeß'or Kiesewetter- toskau schloß cb den Ausfuhrubm odit1chews an und betonte besonders die otwendigkeit, die F9“ regeln der Regierung zur Linderung der Hungerönot einer Kontxaßx' zu unterziehen. Der Redner schloß: Wenn wir Mi bräuche so werden, Werden wir nicht, wie der Ministetptä dent eben
agte, der Regierung zurufen: .Hände boch!-', sonde [br'sagem „Hand anlegen!“ Der A eordnete urikxlchöierwx??? Mitglied des Vexbandes des russischen ; olkes, ven chtrte zunächst (5,
klar, daß die atteien der Linken aus der ra e der u Hauptteil ihrer Taktik machten. Ihr ZiLFl sLi, in ?engZkttnoa ck eneralstab der Revolution zu schaffen. Nach ihm sprach der Z“" geordneje Kruschewan unter Gelächter und Scherzen des Hauses b“ Die Si ung zog sich hin mit Debatten ür ob den Antrag oditschew, die Beratung über cincfx Orgxxrijxn Fir Linderung der Hungersnot zu vertagen. Die Linke Mu odrischew' an und verlangte_ soforiige Beratung und Besckjlu . fassung, die Rechte „untersiußte ihn_. Der Präsident siegte den Antxag zur Abstimmung und die Duma nahm ihn an benso ließ der Prasident darüber abstimmen, ob die Sisu ' weiterdauern odex aufgehoben werden solle. Das ZMtrutY m_id die Rechte stimmten fin: die Aufhebun , die Parteien der Linken dagegen. Die S_ißung wurde al o aufgehoben und das Haus vertagte sich bis morgen.
Belgien.
Wie die „Agence 'Was“ meldet, sind zwi e Köpig und dem abinett ernste MLÜZYUZZZY schiedenhxiten entstanden, da der König die von dem Ministewrafidentßn der p"arlamentarischen Congokommisfiou gemachten Zugesiandnisse fur zu weitgehend erachtet.
Türkei.
_ Die Pforte hat an i re Botschafter ur Mitteilunm „„ die Mächte ein Zirkizlar gel-Zandt, das Übe? den ErfoquxY zur Reorganisation_ des mazedonischen Justiz- wdsens nach Mazedonien entsandten Kommission berichtet. Wte_ _das „W. T. V.“] meldet, smd die Ernennunq eines Justiszpektczrs und eines Vetgeordeten für jedes Wilajet Maßregeln fur Erzielung eines rascheren Justizverfahrens sowié Erkiqhung dex Zahl der StaatSanmaitsgehilfen iwd dss sonstigen GerichtSpersonals beschloffen worden.
t eine::
Rumänien. Die Regierung hat, wie das W. TB. meldet, beschlossen,
dem Parlament einen Gesesentwurf zu unterbreiten, durch den der bestehende Trust der Landpä ter verboten wird.
_ Laut Meldungen aus den renzbezirken greifen die Bguernunruhen. und zwar vorwie end im ganzen nördlichen Teile der" Moldau, immer mehr um KZ. Der Ort Burdujeni ist zerstdrt „worden. Etwa 3000 judische Flüchtlinge haben in den ]enseiis der Grenze gelegenen Nachbarorten Islam) und Suczawa Zuflucht gefunden. In den in der Nähe 0011 Synouß gelegenen Orten Rumäniens dauern die Unruhen fort. Etwii 2000'Aufrührer befinden fich'aufdem Marsche gegen Mihailent, _ wo stü_ndlich Gewalttätigkeitcn erwartet werden. Auch dort uberschreiten ]üdische Flüchtlinge, zumeiü Frauen und Kinder, die Grenze, um sich zu retten.
Bulgarien.
Der Ministerpxäsident (Hudew'hat, nach einer Meldung des „W. T. B,“, in der S05ran1e die formelle Erklärung gbgegcben, daß das neue Kabinett in der inneren und außeren Politik in die Fußstapfen des Kabinetts Petkow treten werde.
Dänemark.
Das Landstk)_ing hilt, „W. T. B.“ zufolge, den Gesek- cniwurf,b§treffend staatlich anerkannte Unterstützungs- kassonfur Arbeitslose, in dritter LOsung angenommen: damit txt das Geseß endgültig vom Reichstage angenommen,
Koloniales.
Aus Deut_sch-Südwesiafrika meldet, „W. TB“ JUZ folge“, Mk Oberst von Deimling unter dem 19. d. M., daß sick) nunmehr auch Simon Copper, der Kapitän derFranF mann:Hottentotten, der sich bisher in der für Truppen
worfen hat. Am 3. März cxschien vor seiner Wérft bÜKVWW Kolk Überraschend Ma1or Vierer mit einer Kompagmé, Umm Maschmer§ewehrzii§ einer Bastardabteilung und 30 Kamel: reitexn. egen Zusage von Leben und Freiheit veerack) d“ quitän, seinen ganzen Stamm zu sammeln und die WU ?n bei (Hochas abzugeben. Er entsandte sofort Boten an dl? m der Kalahari weit zerstreut sißenden StammeSteile, dix U"- nglich zusammen 100 Gewehre stark find, und trat selbst am 7. März den Abmarsch nach (Hochas an.
Nach einem Tele ramm dcs Gouvernements von K a merun ist ein Angesteüter rr Firma C. Woermann, namens Voß, auf einer zum Zwecke der Anwerbung von Pflanzungsakbklkkr" unternommenen Reise am 11. März in der Nähe von ZUUUDF diirch Eingeborene getötet worden. Das Gouvernement b?“ zeichnet den Vorgang als unpolitisch und hebt hervor, daß dle Bevölkerung sich ruhig verhält.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Schlußberichte über die gestrigen Sißungen d“ Reichstags und des auscs der Abgeordneten fich m der Ersten und weiten Beilage,
_ *Das aus der Abgeordneten erklaxwm d:? Hemi, en (39-) ißung, welcher der Minister der gelßllchenwé Angeegenheiien Dr. von Studt beiwohnte, zunaßhst ?ck! RUHE VOn Petitionen zur Erörterung im Plenum fur ";g- gkeignet und seßte darauf die zweite Lesuxig des Staaund haushaltsetats für das Rechnunngahr1907, ist- zwar die Beratung des Etats des Ministeriums der g'eten 1ichen,_ Unterrichts: und I)1ei)izinalan,chelegsnhel 1 im Kapitel „Elementarunterrichtswesen fort.
das Wort, für dann aber doch auf die Tribüne und erklärte, es “ZZ '
schwer zugänglichen Kalahari abivartend verhielt, unkW ,
ur Exgänzun des Fonds zu Nemanerationen für Volks- cha11?hrer und :le rerinnen werden „behufs besonderer ör-
g des deutschen VolkSschulwesensm den getmschtsprack) gén Teil?" von Posen und Westpreußen 550000 „46 «fordert.
Die Abgg. RzeSUrßek (freikons.) und enoffen be-
1) att 550000 .“ einzusehen: 850000 .“
2) folgender Resolution zuzustimmen: die Regierung zu ersuchen, im Ejat für 1908 an SteUe dieses Er änzungsfonds einen ?onds zur thnng widerruflicber persönlicher ulagen an im Dien te befind- [We und pensioniette Volksschullehrer und elebrerinnen in den ge- mischtspmch1gen Teilen der Provinz Schlesien vorzusehen.
Diese Resolution wird zugleich auch von der Budget- kommis ion beantragt.
Abg. xeßnitzek (fteikonß) begründet scinen Antrag auf Er- böbUW des Tit. 37a im'Kapitel 121 von 550 (00 auf 850000 .“ und Gewährung versönltcber Jula en an die Lehrer und Lehrerinnen der gemiscbtsptacbigen Teile Schle ens. Die wachsende Schwierig- keit in der SÖularbeit bei der Verschiebun der nationalen Verhältnis? werde von allen Seiten aner anut, ebenso die
icbttreue, mit der die Lehrer ibres sehweren Amtes walten. ug diesem (Grunde sei der zweite Teil des Antrags schon in der Budgetkommiksion mit starker Mehrheit angenommen worden. Gegen den er ien Teil seien etatSrechtliche Bedenken geäußert worden. ES sei aber noiwendig; daß ausreichende Beträge eingesetzt würden. um die Lehrer fur die Mübewaltung bei der Verwaltung der Volksbibliotbeken, der Leitung der Jugend- und Volksspiele, der Elternabende, Jugendheime u.dgl. wknigstens in elwas zu entschädigen. Die Lehrer in den gemischtsprachigen Kreisen Ostpreußens dürften auch nicht leer außgeben. Der Rxdner bittet endlich noch, die in Ober- schießen mit guieuz Erfolg tatigen Verbandßbibliotbekare und Schul- inspekioren etatsinaßig anzustellen.
Ministerialdirektor D.Schwarßkopff: Die Staatsregierung hat bisher den Standpunkt vertreten, daß man Oberschlesien nicht gleich behandeln soll wie Posen und Westpxeußen. Sie cikennt durchaus die Tätigkeit der Lehrer. in Oberjchlcsicn an, aber es würde vxinzipiell nicbt unbedenklich sem, wenn man die oberschlesischen Verbältniffe gleich behandeln woüte wie diejeniaen in Posen und Westpreußen; man müßte dann auch noch auf Ostpreußen und auf Pommern kommen. Es ist nicht abzuwkisen, daß, wenn man sich auf den Standpmikt stellt, dW die Verbäitniffe in Oberschlesien ebenso [tegen wie in Posen und efipreußen, man die Bewilligun der Ost- markenml e auch auf jene Landesteile ausdehnen mü 8. Im übrigen w_ir gern bereit, in eine Prüfung der Frage einzutreten, ob ml??? imfinchbsten Jahre die Fonds für die Lehrer in Obexscbiefien u er en 11 -
' Abg. Dr. Bols (ul.): Die Ausführun en des Ministerialdirektors könnsn uns nicht befriedigen. Wer die o erfchiesi1chen Verbältniffe kennt, wer die Entwicklung des Großpolentums in den leßten Jahren verfolgt hat, muß unbedingt zu der Erkenntnis kommen, daß für Ober- schlefien genau dieselben Maßnahmen in bezug auf die Ostmarkenzulage erforderlich iind, wie in Posen und Westpreußen. Der Ministerialdirektor hat uns auf das folgende Jahr yertrö|tet und gemeint, die Verhältniffe in Oberschlesien lägen doch nicht so wie in Posen und Westpreußen. Will etwa die Re ie_rung in Oberschlesien dieselbe Politik verfolgen, die sie früher in ojen und Westpreußen verfolgt und die sick) als falsch berauSgestxÜt hat? Will sie es so Weit kommen lasen? “Nein, viel richtiger iii es, sie schreitet rechtzeitig ein, wehrt sicb recht- zeitig gegen das Gcoßpolentum, unterstützt auch die Beamten recht- zeitig, ehe es zu spät ist. Die Regierung sollte doch in Posen und Weiipreußen genug gelernt, haben, um in Oberschlesien recht- uiiig eine richtige Polink , zu betreiben. Wenn also die Verbältniffe so „liegen, wie in' Posen und Westpreußxn, dann 111 es auch richtig, daß man die Ostmarkenzulage gewährt und sich nicht darauf beschränkt, wie bisher, Remunékationen in einzelnen Fällen an Volksschullehrer und -lebrerinnen zu gewähren. Auch die Unterbeamten und Subalternbeamten in Okerschlesien haben gerade so wie die in Posen und Westpreußen einen schweren Kampf gegkn die von den Großpolen verbeßéeBevölkerung zu führen, und sie nzüffen dabei ebenso unterstützt und beiöxdsrt werden wie die andexen. (Fs 111, wie gesagt, keine 11ch_tige Politik, den Brunnen Elst zuzudccken, wenn das_Kind bineingefaUen ist. Deshalb cht auch die Vudgetkommisswn eine Rewiution angenommen, für das näch1teJabr die erford31lichen Mittel für die Volksschullehrer und -lek)rerinnen in dsn Etat einzusesen. Dasseibe Bedürfnis liegt aber auch für die übrigen Beamten vdr. Den ersten Teil des Antrags RzeSniSek falLen zu laffen, dazu liegt eigentlich keine Veranlassung vor. Wir macben doch nicht Politik und bewilligen Gelder zu Etdtsselbsizwecken, sondern weil sie nötig find. Wenn sich also eine Auxgabe als not- wxndig berausstxllt _ und das ist bei der Erhöhung der Beamten- gebälter und der Osimarksmulage der Fall _, dann muß man dieses Geld bewilligen. Ich sehe nicht ein, _warum der Landtag bloß Ab- striche machen und nicht neue Mittel einstellen soll. Warum foUen wir ein Jahr warten aus rein formalen, etatöreckt1ichen Gründin.
fällt, weil der reguläre Ostmarkenfonds in erhöhter Form dafür_eintritt, dann möchte ich doch bitten, diesen ganzxn Poiten nicht fallen zu
Y_ffen, denn 65 Werden daraus auch “17111161 für andcre Zwecke zur . p_xordkrung dcs dyutscbkn Volkstums in O5241ch13s12m wie z. B. für :
Bemühungen der Lehrer im Sinn: der Jugendsyxxle und zur Förderung des Bibliothekwefens, bewilligt. Der Fonds kann ja enispxecbend Herringert werden. !olution.
A5_g. Dr. DittriÖ (Zenit): Namens meiner Freunde babe ich in_nklaren, daß wir aus demselben (Grund:. aus OSM wir gegen die Oxtmarkexizulage für Posen und Westpreußen gestimmt haben, auch gegen diejen Antrag uns ablehnend vrrbaltxn Werdtn.
_Der Ergänzungsfonds wird in Höhe von 550000 „FL un: vxraiidc'rt bewilligt. die Stimmen des Zentrums und der Polen angenommen.
Hin: Unterstüßung von _Sch_ulverbänden (ein- chlie lick) von Kirchengemcinden bei Küjierschulbauten) wegen
Mark, 2950000 M mehr als im Vorjahre, gefordert.
Abg. Hamann (Zéntr.) erkÜrt,_ daß in seinem Wablkrsife . (Paderborn Büren) über 40 Gemxinden bezw. Schloerbände auf (
deneBedüréniSzuichuß Warteten, um neue Schulen bau-n zu können; si,)?zleil warte die Gemeinde Neuenkirchen 1ei_t dem Jahre 1900 auf Einen Zuschuß. , Der Rcdner erkennt die erwlgte Einsteüung außer- okderitlicher Mittel dankbar an und bittet, den Regierungsbkzirk inoen „entsprechend zu bedenken. . Regierurgéaffeffor von Eynern: Es sind für dieskn Spezial- iail 39 650 „ck Staatszuscbuß in Aussi t enommen. Dcr Rc- ßkLkUngsbezirk Minden erhält in diesem Ia re Jchon 100 0009“ mehr, m zukommt. Im nächsten Jahre wird man auf weitere Ab- hilfe bedacht sein. [ ZuUnterfiüßungxnfürauSgefcbiedeneElementar- Äbkeix und :lehrertnnen smd 808000 «% aUSgeworfen. sus ,diesexn F_onds sollen auch fxühere Lehrer und Lehrerinnen, slk? U1cht imdffentlichcn Schuldienst gestanden haben, Unter- ekrlßßllxkigen bis zum Gesamtbetrage von ]ährlich 20000 «sé. en. d Abg. Ernst (fls- Vgg.) weist auf die Notlage der Lehrerinnen an d?" privaten höbexen Mädckxenscbulen bin und wünscht ein Eingreifen ks Staats zur Regrluna der Pénsionsverhältniffe dkrselben. w rt 0. Dr. Arendt (freikons.): Diese Anregung ist sebr dankens- mk - es ist bier tatsächlich eine Lücke vorhanden, die ausgefüllt werden "ß- er Vorredner hat allerdings nur Von den Lehrerinnen ge-
Meine Z politischen Freunde hoffen, daß diese Beratung dazu führen wird, daß Z uns noch in diesem Jahre ein Nachtragßctat w:gen dxr Erhöhung der . Beamtengebälter und der Ostmarkenzulage vorgeisgtwird. WEnn aber diese , Remuneration für die Schullehrer und-[ehrerinnén im nächstenJabrx iort- ?
; Betrag von _10000 „,-€ gestiftet. _ :* und seltenen Holzschnittwerken des 15. und 16. Jahrhunderts stifteten * mehrere Nürnberger Buchdxuckereien und Kunstanftalien den Betrag
Die beantragte Resolution wird gcgen _“ ; Jabre1906 eine
sprochen es handelt fick aber auch um die Lehrkräfte an den privaten Knabenfohulen. Die esetzuze Vet 1chtun2ezur Versorgunae dieser Lehrpersonen würde a erdings sebr cbwerw gend sein, da ybne fiaatlieke Zuschüffe dasalérivats ulwesen Vor eiue Ktifis stellen wurde. Der Staat um des!) durch eine Hilfe dieZVersorgung dieser Lebr- versonen ermög ichen. Sie auf die Indalidenverfichetung zu verweisen, ist durchaus ungebörig. Ihrer amen Stellung nach gehören Lehrer und Lehrerinnen, soweit die besiexenke soziale V na nicbt einen allgemeinen Charakter erhält, nicht in diese Ver ngen hinein. Ich kann mir vorstellen, daß ein Widerstreben dagegen in diesen Kreisen besteht. Aber der jexige Zustand entspricht_ in keiner Weise den modernen sozialen An chauungen, die wir daruber haben, wenn solche ersonen die im öffentlichen Dienst sieben _ das ist auch bei den ivatleérerinnen der all _, obne jede VersotÖunéz bleiben, wenn sie einmal am Enreibrer aft sind. Das wäre ein ys,em der Y_usiiußung, das mit unsern modernen sozialen Anschauungen sich nicht vertragt. Aller- dings wird auch in dem Geseß über die Pxivatbeamtenorrfiäoerungen, das wir im WWW: erstreben, Fürsorge getroffen werden können, aber das beste Milte? wäre die staatliche Vexpflicbtung zur Versicherung dieser Lehrpersonen. Ich würde fur richtig baltezi, daß man Kon- zessionen für Privatschulen nur erteilt unter der ausdrucklichen Bediygung einer auskeicbenden Versorgung der Lehrkräfte. In kleineren Stadten, wo vielfach gehobene Schulen bestehen, wäre es an emeffen, diesen Schulen einen angemeffenen StaatSzuschuß zu gew hren und ihnen dafür diese Verpflichtung aufzuerlegen. Der Fonds von 20000 ck reicht jedenfalls für diesen Zweck nicht aus. ' Geheimer Odette ierungSrat Altmann: Gelegentlich der Beratung einer Ama [ yon Ketttionen verabschiedeter Lehrer und Lebrerirnen nicht öffentli er Anstalten ist seitens der Kommission ja schriftlicher Bericht über diese ganze Yu- gelegenbeit erstattet worden. Dre Unterrichtsverwaltunß ts_t nicbt müßig gewesen und bat die Versorgung. verabschiedet“ Le rkrafte von Frivatfchulen in Angriff genommen, indem sie die Einrichtimg von ogenannien pensionsfäbigen Stellen an Privatschulen in An- regun brachte. Diese Privatschulen befinden, sich ja meistens in Htädten, und es hat eine ganze Reihe von Stadien Mittel aneworfen, durch die den _ Lehrern und Lebrerinnxn durchschnittlich die Hälfte dex Beitrage erspart werden, die sie zu ihren Pensiorskaffen zu leisten haben. So ist in neuester Zeit besonders Breslau in dankenswerter Weise vorgegangen. Unter Zu- bilfenabme aUer Fonds kann ein verabschiedet“ Lehrer oder eine Lehrerin an solchen Privatschulen eine Sichersteiiung yon etwa 800 «46 erlangen. Jedenfalls “wird die Sache in der Unterrichtswerwaltung dauernd im Auge behalten.
Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Ernst (frs.Vgg.) wird der Titel bermlligt. (Schluß des Blattes.)
Dem Reichstag ist eine Denkschrift über die Be- schäftiqung der Gefanaenen in _den zum Vyllzuge gericht1ich erkannter Freiheitsstrafen bestimmten Anstalten und der für das Jahr 1906 erstattete Geschäfts: bericht des Reichsioersicherungsamts zugegangen.
Nr. 11 der „Veröffentxichungen des Kaiserlichen Ge- sundbeitßamts“ vom 13. März hat folgenden Inhalt: Personal- nachricht. _ Arb. a. d. Kais. G.-A. LFU. Bd., 1. Heft. (Ankündi- gung.) _ Merkblätter für Feilcnbauer und für Arbeiter in Chrom- getkereibeirieben. (Ankündigung.) _ Eesuvdbeitsstand und Gang der Volkskrankheiten. _ Sterbefälle im Ianuax. _ Zeitweilige Maß- regeln gegen ansteckende Krankheiten. _ Dekgl; gegen Pest. _ DeLgl. gegen Gelbfiekev; Japanischer Sanifäisberickot, 1902. _ Gefes- gebung usw. (Hemm) Kreisärzte. _ (Reuß 1. L.) Kuhmilch. _ (Oesterreich) Arzneien. _ Arzneitaxe. _ (Uruguay.) Viebeinfubr. Tierfeuchen _im Deutscbkn Reiche, 28. Februar. _ Maul- und Klauenjeuckx in Frankreich, Januar. _ Zeitweilige Maßßregeln gegen Tierseuchen. (Preuß. Reg. oBezirke Damig, DÜ eldorf, Cöln; Sachsen, Baden, Niedexlando.) _ Ver- handlungen don gsseßgebenden Körperschaften. (Preußen.) Staats- banSbaliSetat, 1907. _ Vermischtes. (Großhritannisn.) Anstalten für Txunksüchtige, 1904 und 1905. _ (Versen,) Psst und Tuber- kulose. _ Monatstabelie über die Sterbefäüe in deutschen Orten mit 15000 und mehr Cinwobncrn, Januar 1907. _ DeSgl. in grö eren Städten dss Auslandes. _ Wochentabeüe über die Sterbeiä e in deutschen Orten mit 40000 und mehr Einwvbnern. _ DeSal. in größeren Städten d-ss Auslandks. _ Erkrankungen in Krankenhäusern deutÉJoiktrt Großstädte. _ DeLgl. in deutschen Stadt; und Landbezirken. _ ! erung.
Kunst und Wissenschaft.
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg de_r- sendet s:?k-en seinexi 53. Jahresbericht, aus dem zu entnehmen ist,
“ daß die Einnahmen, auf welche die Anstalt bezüglich ihrer Fort-
bildung und ibrks Anfliaues anganieskn ist,_einen durchaus erfreulichen Stand anfwsiien. Seme'Majcstqt der Kaiser bat den für allgemeine chcks dss Museums bésttmmten Jabrcdbeitrag von 1500 „Fi, dessen
: BMWZ'ZFJI" MZMJÜHZZZZOZ “11111?"“1 "s“"w “MMF“
- - --- „_, 2,33 are ____ergnag ew g,eeno enjat en Ich bitte Ste um etnmutige An ahme der Ke ? Beitrag dyn 600ckéisur dieHobenzoÜernsiiftung. Der Provinzialausscbuß = der Provinz Hannover bewiüigte einen Jahresbeitrag von 200 “M
, Die Familie des am 7. Februar 1906 Verstorbenen Buchdruckerei-
besißcrs Hans Sebald hat zur Vermehrung der Sammlungen den Zur Erwerbung von Inkunabeln
von 1000 „F4. ,
Die kunst- und kulturgesibicbtlichen Sammlungen erfuhren im _ Mehrung von rund 750 Inventarnummern. Ge- schenke und Ankaufe sind bei den Neaerwerbungen in gleicher Art be-
. . . . * , ' “i Unvermogens beiElementarsck)ulbautenwerden-1Millionen , tetltgt e sreultcher We se aucb tn dtesem Jahre die Ueberlaffunq einer
Reihs wichtiger und wertVoUer Altertümer zur Ausstellung im Museum untcr (thkntumsvorbebalt der Besitzer.
Die vorgeschicbtlicben Altertümer erfuhren durch die Er- werbung der Sammlung Von Grabfunden des bekannten Prähistorikers Profsffor J. Nane in München eine wesentliche, sebr wcrivolle Be- reich€rung. Insbesondere sind es einige erziebige Nekropolen Ober- bayetns und'der Oberpfalz, die ein anschauli eres Bild, als es bisher innerhalb diessex Sammlungen möglich war, Von der Kunst und Kultur der paieren Bronzeperiode bieten. Ans Altomünster in Oberbayern erbtxlt die Sammlung Weitsr geschenkweise einen Grabfund_der spateren „Téallstattzeit.
_ VerhaltniSmäßig se r bedeutend war die Vermehrung der Ge- maldesammlung , indem es gelang, ein gemaltes, kunstgeschichtlich
- wichtiges Altarwerk aus der ziveiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu
erwerben, das in der früheren Literatur erwähnt, im 19. Jahrhundert verschollen war und von dem 1 on bisherzweiTafeln in der Gemälde- sgmmlung des Museums außgeiellt waren. Das Altarwerk umfa t em Mittxlq vier Flügel- und zwei Predellenbilder. Das Mitte - bild enthalt die „Mex? des hl. Gregor, die Flügel stehende Heil'iaenfigureW die redelien Halbfißurcn weiblicher Heiligen. G1eichzeitig mtt diesem wichtigen Werk kam eine große Tafel mrt PassionsdarsteUungen von 1513 in den Vesiv des Museums, die Arbeit eines Nürnberger Düretschülers, der H. von Kulmbach nahesteht. Stark: Anklänge an die Nürnbergische oder fränkische Schule des 15. Jahrhunderts zeigt ein aus Oesterreich erworbenes Temperabild, die Beschneidun Christi, aus einem Altarwerk. Die chere Be- stimmung der 0 deutschen Werke dieser Zeit ist noch ni t mög1ich,
gemacht. Angehörige des Habsburger Henscherbauscs vom 16._18. Jahrhundert YFM", aber auch, z. T. auf Kosten der einschlägigen Stiftungen der
lung gemacht, deSgleichen für die Sammlungen oon Mu
und so könnte ck silb wie bei einem anderen ähnlichen Bilde _ Dar- bringung im Tempel. das der altsaljb wird _ um ein Werk aus den österreicbi chen Landen handeln.
Yiwabrscheinlicb auch bei einem hundert Jahre später -entftandenen
ischen Schule zugestbriZea:
[de der Donauscbule _ Szene aus der Legende des hl. Wolfgang er a . AUT die plastischen Originale erhielten wichtigen Zuwachs
durch eine unbemalte, besonders sorgsam durchgeführte, lebenSgroße Holzfigur der stehenden Madonna, " aus dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts. Eine bemerkenswerte Mehrung der Skulpturenbksiände des 14. Jahrhunderts brachte auch ein oxzkrsuzifix aus dem ehemaligen Dominikanerkloster zu Konstanz am o en ee.
Nurnberger oder fränkische Arbeit
An Medaillen wurden auch 1906 erfreuliche Ernoerbungen Vor allem Wurde eine größere Anzahl von Medaillen auf
rrscherbäuser, wurden Medaillen von Hohenzollern, Wittelsbach, aden und Naffau beschafft. _ _ Erwerbungen wurden auch für dre Sie eljamm- éZikinstru- menten, Geweben, gewerblichen Altertümern, Waffen und Hangaeräten. Auch die Sammlungen der Denkmaler der Heilkunde und das pharmazeutische Zentralmuseum, das deutsche HandelSmufeum und das wertvolle Kupferstich- kabinett erfuhren durch Ankäufe und Geschenke wertiwllen Zuwach9. Die Einnahmen der VerWaltung beliefen sich im Jahre 1905 auf rund 105000 .“, dénen rund 104 800 .“ AuSgaben gegenüber- stehen. Der VerwaltunJSrefervefonds verzeichnete im selben Jahre rund 1234 „46 Einnahmen und 810 .,“ Ausgaben. Der Fonds für Sammlungen und Ausbau des Museums belief sich auf rund 151570 .“ Einnahmen, denen 120 231 „16 AuSgaben gegenüberstehen.
Wertvolle
Seit Jahren befindet sich die Grabstätte der Frau von Stein, der berühmten Freundin Goethes, in einem unwürdigen Zu- stande. Charlotte von Stein Wurde nach ihrem am 6. Januar 1827 erfolgten insäyeiden auf dem alten Friedhof zu Weimar in dem Stein chen Erbbegräbnis an der Mauer, die den (11th Friedhof vom neuen trennt, beigesetzt. Als man dann aber eine erbindung zwischen dem alten und neuen Friedhof ber- sieUte, durchbrach man die trennende Mauer gerade an*dem Steinscben Erbbegräbnis, und nun ging viele Jahre der Weg, den alle Leicken- züge nach dem neuen Friedhof nahmen, über die Gruft der Frau Von Stein biniveg. Goethe-Verebrxr und besonders -Vereberinnen, die das Grab der Von Goethe einst ko heiß geliebten Freundin suchten, vermochten es „nicht zu finden. Neuerdings haben sich nun die Wei- marer FriedboWderbältniffe geändert; die Leichenzüge nehmen einen anderen Weg, und daraufhin bat _die Goetbe-Geselischaft an die Gemeindebehörde zu Weimar das Gejucb gerichtet, die Mauer, an der übrigens noch viele Berühmtheiten aus Ait-Weimar ruhen, zu schließen und das Erbbegräbnis der Familie Von Stein wieder in einen würdigeren Zustand zu Versxtzen._ Zugleich erbot sich die _(Goetbe- Gefellschaft, die erforderlickpen Kosten zu tragen. Diesem Gexuch hat der Gemeinderat in seiner Si ung am 15. März enxsprocben. (Fs wird also demnächst die RubesiaTte der Freundin Goethes wieder auf- zufinden sein. Man will sie aber nocb'beffer kennzeichnet) und das Grab der berühmten Frau mit deren Medaiüonbildnis !cbmücken; wahrscheinlich wird sich schon in nächster Zeit ein Auiscbuß bilden, (déi; diei 1Fötigkn Schritte zur Errichtung Lines Grabdenkmals lin- ei en w r .
Eingehende Studien über die Einwanderung der Eskimos in Grönland sind in 19 ist Zsit durch den dänischen Gelehrten Sebulß-Lorenßen gewa ! und durch eine in_KopenHagen Ver- öffentlichte Arbeit klargekegdworden. AUf Grund 1prachlicher ume:- sucbungen, die die Verschiedenheit der einzelnen grönländ11chen Dialekte nachweisen, kommt Schul -Loren§€n zu der Folgerung, daß die gegenwärtigén Bewvbner rönlands von eingxwanderten Völkerschaften abstatnmen,_ dercn Einwanderung in dickes Gebiet in drci dsrscbiedenxn aufeinander folgenden Züge" Vor sicb qe- gangen ist. Die zweite diéier Einwanderungen hat fich ber- scheinliÖ gégén Ende des 14. Jabrbundekts 0011704211 und ihre Spuren in literarischen Denkmälern Hinterlaffex). Der Glaub? an die ethno- logische (Gleichartigkeit dEr gröxiländiycbxn Bevölkerrun-g, der bisher aufrecht erhalten worden war, iit bauptiächlich durch die Hypothese einer einheitlichen grönländischen Sprache bestärkt worden._ Diese sprachliche Einheit aber d:ru[)t (xu_f einer ganz falschen An1chauung und ist ersi durch die dänischen Miifionarc bergesteilt wvrden, die der Bequemlichkeit halber die vexschiedcnen gesprochcäen Dialekte, die sie hörten, in eine einzig? geschriebene Sprache umwandeltsn.
Eine eigenartige gcologiscbe Erscheinung, die fich wirtschaftlich bereits sebr fühlbar cemacbt hat und auch gegenwäitig den dowon Be- troffenen Sorge bereitet, nämlicso die Bildiztxg des Saitonsees in Südcaliforxiien, bespricht der Profumo! H. Erdmann im leßten Hsft Von „Peterm. Mitt.“. Jm vvrigsn Jahrs bildete sich an der cxliforniscky-mcxikaniscbkn Grenzs, nördlich dei? Busens Von Cali- fornien, mit rasendsr Gxscbwindigkeit ein neuer Salzsee, der im Oktober, als Erdmann ibn fal), schon einen Fläcbsnindalt von nicht weniger ais 1224 qkm hatt; (Größ? dez? Fürjxentums Lippe); diese Bildung iii auf das Eingreiscxn desYkenWén zxirückzufübren. Zn dsr Vorzeit reichte der Busen von (Kaliforxién stwa 250 km Wxiier [Ind- einwärts als heute, bis der damals 1eitlich in d€n Golf mündende Coloradoflixß durch eine Délkabildunxz dsn nördlichen Teil des _(Holfes abychnürte. .Die somit €n1,iandxxic Binnensex trocknete 1ch1iss311ch zu Liner karksfiOU, einr_Sa!zst-.vps aus, dSken Tiefe bis 90 _m unter den Meerkswiszei bkrabginq. Ueber den nördlicher], jebr öden Teil der Sieppe wiirde die südpazifikcbe Eisenbahn geführt, im Süden bildeten sich dagegen größkre Ackerbau- kolonien, und die Ingenieure zogsn einen Kanal aus_d€m Colorado dorthin, Um einen Teil von deffcn Wxffcr ziir Berie1eiung des Ge- biets zu verwenden. Zahlreiche Farmen entiianden, die Kolonisten zählten bald iLach Tausenden, und LokalbaFw-en v-xrband-en die Ort- schaften. Das übrig bleibende Waffer ließ man nach der tiefsten Stelle der Depression, bei Salton, abfließen, obne sick) über das Weitere den Koi);c zu zerbrechen. Es bildete fia“) hier also wisder ein kleiner SS:. Aber dem Colorado, einßm a.“:ßerordentlicb reißenden Und waffeireicben Strom, gefisl der Kanal bald besser als sein eigenes Bett, er bohrte sicb imxner ti-Ifer in das Kanaibz'ti hinein und Verlies; im dorigén Jahre !ein aites Beit vvÜständig, sodaß nicht ein Tropfen mehr in den californiscben (Golf gelangte und der Saltonses mit unheimlikber SÖn-leigkeit anwachs. Infolgedessen mußte die alte Linie der Südpazificbahn verlegt, werden, doch war im Oktober v. J. auch schon wieder die neue Linie bedrpbt. Es ist qur, daß, wenn es nicht gxlingt, dixjem Prozeß Ein- balf zu tun, in Wenigen Jahren jenes Kolonttationé; ebtet Yöiiig Verlassen Werdén muß, und daß die ganze Depression si „vollstandig füllt, derart, daß der (Golf Von Californien wieder, wre ehedem, 250 km Weiter ins Land einschneidet. Ziyar gelang es Anfang Nodember den Ingenieuren der Südpazificbabn, den Kanal zu schließen, durch den der Colorado seinen Weg nahm, allein Mitte Dezember durchbrach der Strom den Damm und fioß von neuem in
i
„5 1 ! 1 r
den Saltonsee. Die Baanerwaltt-ng macht Verzweifelte An- strengungen, die Kaiastropke aufzuhalten, abkr es scheint nicht daß sie damit auf die Dauer Erfolg haben wird. Erdmann macht den Erbauern des Kanals den Vorwuxf, daß fie leichtsinnig und kurzsichtig gehandelt hätten, und exnvfiehit em genaues “Studium der Erscbc'inung nicht nur im wissen1cha7tlichen Jntereffe; sondern auch mit Rücksicht darauf, daß, wenn wieder noxmaleZustande bergesteiii werden könnten, sich in der Depression von Salton nach der Verdunstung des Waffers ein riesiges Kaiilager bildcn müßte.