1864 / 159 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

1840

Abänderungxn, sondern blos einzelne Modificqtionen, welchx na“ ' kiikxe'k'“ Besprechung genehmigt wurdéii , woraus das gaiize Gee schliéßlich einstimmige Annahme fand. Es folget'r [)"in- auf' etikidr'isbekich'te. Da derBerathungssto nunmehr erschopft ist, so beurlaubt der Präfident die Kammer auf Tage. 'Es ßleilJt mir noch" Ein wirbtigerer Gegenstand zur Erledigung iibrig, namlich die mit 'Württemberg und Großherzogthum Hessen askgeschlossenen Starrts- verträge , den Anschluß von Eisenbahnen an- die Heidelberg - Wurz- burger' Bahn betreffend. Dcr Bericht über diesen Gegenstand ist zur Zeit noch nicht festgestellt, daher die Kammer, in Ermangelung wei- terer Geschäfte, zur Vertagung schritt. Am 15. Juli wird diese Sache in geheimer Sißung zur Verhandlung kommen und dann die weitere Vertagung der Kammer bis zum Schlusse dieses Jahres oder zum Anfang des künftigen ausgesprochen werden.

Bayern. München, 7. Juli. Mit Bezug auf eine aus hiesigen Lokalblättern auch in andere Blätter übergegangene Nach- richt, schreibt die vBayer. Zig», daß der hochwürdige Herr Abt Haneberg von Rom aus die Weisung erhalten habe, die Wahl zum Bischofe von Trier anzunehmen, find wir in der Lage, verfichern zu können, daß von Rom aus bis jeßt durchaus noch keine Antwort hier eingetroffen ist. Gleichzeitig sehen wir uns Veranlaßt, hier bei- zufiigen, daß Herr Abt Haneberg froh der damaligen Kränklichkeit des Papstes bereitwiUigst zur Audienz vorgelaffen worden ist und beim heiligen Vater die huldvollste Aufnahme gefunden hat. .

Der »G. C.“ schreibt man unter dem 5. d. M.: Die hicr tagende Zollkonferenz wird demnächst in der Lage sein, ihre Bera- thungen zum Abschluß zu bringen. Dieselben treten in ihre ent- scheidende Phase, sobald die österreichisÖcn Dclegirien die erbetenen Jnsiructionen iiber den hcffcn-darmsiädtischen Vermittelungs-Antrag erhalten haben werden. Das Eintreffen diescr Instructionen wrrd in den nächsten Tagen erwartet. (Gutem Vernehmen nach trafen sie gestern in München ein. Die Red.) Die in der Konferenz ver- tretenen Zollvereins-Regierungen werden diesen Antrag annehmen. Es bietet derselbe ailerdings die Möglichkeit eines Kompromisses beider in Bezug auf den Verkehr des Zollvereincs mit Oesterreich fich darbietenden Alternative: ob bloße Zwischenzöüe oder aber Differenzialzölle . bestehen sollen. Es ist dies eine der größten Schwie- rigkeiten in der Tariffrage, und ist diese beseitigt, so bleibt mir noch die Prinzipienfrage wogen des Art. 31 des französischen Vertrages, welche aber wohl nur in Berlin, nicht aber hier in München ent- schieden Werden kann.

Schweiz. Bern, 4. Juli. Heute fand die Eröffnung der Bun desversammlung statt. Der Nationalraths=Präfident Rüffy aus Waadt beglückwünschte die Schweiz zu ihren materiellen und politiscken Fortschritten seit 1848 und erblickte die einzige Garantie der Freiheit in der moralischen und militairischcn Kampfbereitschast, daher er in leßtcrcr Beziehung keine Opfer zu groß findet. Der Unterdrückung Polens und Mexikos widmete er seine Sympathieen und sprach selbst mit Bezug auf den Krieg in Dänemark die Be- fürchtung aus, daß derselbe eher für Unterdrückung der deutschen Freiheitsbeftrebungcn als zu Gunsten von SchleSwig-Hdlftcin gefiihrt werde. Ueberall fiege die Gewalt über die Freiheit, doch [habe leßtcre die Zukunft für fich, sonst müßte man im Glauben an Gottes Ge- rechtigkeit Verzweifeln. Jm Naiionalrath wurde Fürspreck) Jäger von Brugg im Ständerath, ROguin aus Waadt zum Präsidenten gewählt. Im Nationalrath wurde im dritten Wahlgang v on P lanta von Samaden im Ständerath, im vierten Wahlgang Profeffor Rüttimann von Zürich zum Vicepräfidenten gewählt.

- 5. Juli. Der Bundesrath hat heute den eidgenössischen Nähen die franzöfisch-schweizerischen Verträge vorgelegt, mit dem Antrag, sofort eine Kommission zu ernennen, Welche ihren Bericht in einer außerordentlichen Session der Bundesversammlung, die 30 1:00 vor dem nächften Dezember stattfinden wiirde, erstatten solle. Dieser Antrag wurde einer Kommission zu alsbaldiger Bericht- erstattung iiberwiesen.

Großbritannien und Irland. London, 7. Juli. Die vorgestern vertagte Debatte über den Antrag Disraeli's wird erst heute wieder aufgenommen, und gestern kamen im Hause der Gemeinen blos Gegenstände von untcrgcordneiem Interesse zur Sprache. Mit Bezug auf das vom Earl von Malmesbury fiir „morgen angekündigte Tadels-Votum (dasselbe lautet, wie folgt: *Das Haus hat mit tiefem Bedauern vernommen, daß die Sitzun- gen der vor Kurzem in London gehaltenen Konferenz zu Ende ge- gangen sind„ ohne den beabsichtigten wichtigen Zweck erreicht zu haben, um dessentwillen fie zusammengekommen war, und das Haus ist der Ansicht, daß Ihrer Majestät Regierung, indem es ihr durch das von ihr beobachtete Verfahren nicht geglückt ist, an der von ihr offen bekannten Politik, die Integrität nnd Unabhängigkeit Dänemarks zu wahren, festzuhalten, den England gebührenden Ein-

' fluß im Rathe Europa's geschmälert und dadurch die Bürgschaften für _den Frieden vermindert hata) meldet die "Times“: »Der Mar- quis von Clanricarde wird als Amendement zu der Resolution des Carl _von Malmesbury den Antrag stellen, alle auf die Worte :zusammengefommen war« folgenden Worte zu streichen und statt

ihrer dm nachstehenden Sah. einzufügen: *Das Haus bedauert, daß man Dänemark materiellen Beistand von Seiten der englischen Re- gierung zur Unterstüßung der Zwecke des Vertrages vom Mai'1852 erwarten ließ:.-

Zu der von »Daily News- gebrachten Notiz, daß die Regie. rung nicht die Abfichi habe, das Parlament im Laufe dieses Jahres aufzulösen, falls fie gegen Disraeli's Antrag in der Mehrheit bleibe, bemerkt die »Timesa, eine solche Ankündigung erscheine, fast über- flüssig, denn es liege auf der Hand, daß, wenn die sehr kleine Ma. joritä-t im jeßigen Parlament, mit welcher Lord Palmersion's Re- gierung anfing, fich treu erweise, kein Grund für eine Auflösung obwalten könne, der nicht mit gleicher Stärke in jedem Zeitpunkte während der [eßten fünf Jahre bestanden habe.

Das Kriegs-Ministcrium hat folgendes Telegramm aus Tau- ranga auf Neuseeland vom 4. Mai erhalten: -Am 29. April griff General-Major Cameron die Rebellen an, welche eine sehr starke Steilung bei Tauranga inne hatten. Der Sturmwersuch mißglückte, aber der Feind, der schwer gelitten hatte, verließ die Steilung unter dem Schuhe der Nacht. Unser Verlust nebst dem der Königlichen Flotte beläuft fich an Offizieren auf 7 Todte und eben so viel Vcr- wundcte, an Mannschaften auf 21 Todte und 77 Verwandete.« (Folgt die Liste der gebliebenen und verwundeten Offiziere.)

Frankreich. Paris, 7. Juli. Der heutige »Abend-Moni- tcura, dcr cht auch das Dementi, das Graf von der Golß an die hiesigen Blätter gesandt hat, bringt, bemerkt dazu: »Er. Excellenz der preußische Botschafter bittet uns, die folgende Note zu veröffent- lichen. Obgleich wir davon abgestanden haben, die Reihe von Doku- menten zu veröffentlichen, welche die »Morning Post- gebracht und die mehrere andere Blätter nachgcdrucki haben , so beeilen wir uns doch, seinem Wunsche zu entsprechen.“

Der Kaiser ist heute Vormittag 11 Uhr in Begleitung des Handels- und Bantcn-Ministcrs Vehic von Fontainebleau “iiach Vichy abgereist.

Am 25. Oktober 1862 schloffcn Frankreick) und England eine Convention iiber die Einrichtung regelmäßiger Leuchtfeuer an Bord der Schiffe. Seitdem sind die meisten schiffsahrttreibcnden Nationen dieser Vereinbarung beigetreten. Jeßt haben sich Frankreich und England anch iiber eine gleichmäßige Signalsprache der Schiffe ver- einigt, welche hoffentlich auch von allen anderen Ländern angenom- men werden wird. Der »Moniteur« publizirt heute einen davon handelnden Bericht des Marinemiiiisters an den Kaiser, so wie ein Kaiserlichcs Dekret, welches den neuen 0008 (3011111181'6181 (18 ZÄJUÜUK fiir die Schiffe aller Nationen auch bei der Kaiserlichen Marine, bei den Küsten : Telegraphen und bei dcr gesammten französischen Han- delelottc einführt. Mit 18 Flaggen, die zu 2, zu Z und zu 4 ver- schieden kombiniri werden, lassen fich mehr als 78,000 Signale geben, bei großen Entfernungen werden 2 Flaggen und 3 Kugeln dazu Verwandt.

Laut Nachrichten aus Algier vom 5. d. hat General Mar- timprey als interimiftischcr General - Gouverneur cinen Tagesbcfchl erlassen, in welchem er verkündet, das; in Folge der vereinten Ope- rationen der vier Kolonnen Rose, Liebert, Martineau und Lapaffct sämmilichc Tribus dcr Jlitias in ihren chien Zufluchtsorten forcirt und mehr als 4000 Gefangene gemacht worden seien. Unermeßliche Beute ist in die Härrde dcr tren gebliebenen Gurus gefallen. Der (Hou- verneur von Oran ist am 2. d. eingetroffen. Jm Hauptquartier des Generals Rose hatten sich 500 Repräsentanten von Tribus eingco funden, um sich zu unterwerfen. DieNachrichten Von Dahra lauten vortrefflich. Dic algerischen Blätter sagen, die Hauptfiihrer des Aufstandes wiirdennach dcm Senegal deportirt, die aufriihrerischen Tribus entwaffnet und ihnen eine starke Kriegs -Contributi0n auf- erlegt wcrden.

Spanien. Madrid. Wie unterm 7. telegraphirt wird, ist das nach dem Stillen Ocean bestimmte spanische Geschwader, 1velches um die Mitte Juli auSlaufen soll, aus folgenden Schiffen zusammengeseßt: Panzerfregatte vNumanciaa, chelfregatten *Beren- quelOu, »Blancaa, »Vencedora- und Dampfer -St. Ouintin-.

Türkei. Donaufiirstenthümer, Nach einer Mittheilung, die der Wiener »Pressea aus Bukarest zugeht , wird der rumänische Senat auch erbliche Mitglieder zählen, einen solchen erblichen Siß sollen die sämmtlichen Inhaber von Beisadien (Jürstenwiirden) der Moldau wie der Walachei erhalten. -- Die Vertreter der Schuh-

mächte haben fich auch den bekannten Ruralgesehentwurf, welcher

als Regierungsvoriage noch in der früheren Kammer eingebracht worden war, vorlegen lassen und an demselben mehrfache, die Interessen der Gutsherren in entsprechender Weise berücksichtigende Korrekturen vorgenommen. Geriichtweise verlautet von einem Riick- tritt des Minister-Präfidenten Cogalnitscheano und einem Ministe- rium Cretzulesco.

Rußland und Polen. St. Peteerurg, 7. Juli n.St. Ueber den Güterverkauf in Weft-Rußland bemerkt der »Odcff. B.“: Während die russischePreffe fortwährend russische Kapi- talisten auffordert, Güter in den westlichen Provinzen des Reichs zu erwerben und die Regierung den Käufern bedeutende Vortheile ge- währt, bringen die von Niemandem dazu eingeladenen Juden in

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aller Stille:- die „Befißungm in ihre Hände. Dadurch, daß die pol- nischen Gutsbefiher ansehnliche Geldsummen zu den revolutiouairen Rüstungen des vergangenen Jahres“ bedurften, haben die Juden großen Einfluß auf die ökonomische Lage des Landes gewonnen. Es soll vorgekommen sein , daß ein auf 300,000' R. S. veranschlagies GUF für 6000 R. verpachtet wurde, unter der einzigen Bedingung, daß der Pachtzins vorausbezah'lt wurde. Außer ihren unzweifelhirften fommerzieklen Fähigkeiten sind die Juden durch ihre Einigkeit “J.".xck. Odcffaer Kapitalisten jüdischer Abkunft machen ihren Glaubensgenossen in Wcstrußland bedeutende Gcldvorschiissc, so daß es leßteren mög- lich wird, Befißungen einzukaufen odcr fich auch des Handels mit Getreide und anderen Produkten ganz und gar zu bewächtigen.

MoIkau. Dcr »R. St. V. Z.« berichtet man aus Moskau: Die Zeichnungen fiir die Mostaucr kaufmännische Bank betragen schon fast 1*5 Mill. R. S. und dieses Mal unterliegt ihre Verwirk- lichung keinem Zweifel. Die Hauptoperationen der Bank werden in Wechseldiskoniirung und Darlehen gegen Waaren und Liegenschaften be-fteien.

ckOdessa. Der »Od. Ba, welcher noch kürzlich die Behauptung der »Mosk. Z“ widerlegte, daß eine bedeutende Anzahl Polen nach Odessa und Neurußland gewandert sei , sagt in einer neueren Num- mer: Es ist in der That wahr, daß viele polnische Grundbefißer katholischer Koufession sich in dem Gouvernement Cherffon angesiedelt haben, um den Umtrieben dcr Szlachta zu entgehen, iibrigens ist nicht allein dieses Gouvernement das Endziel ihrer Wanderungen, sondern Überhaupt das ganze neurusfische Gebiet. Auch haben wir in Odessa nicht wenig Polen, jedoch ist die Stadt noch lange nicht von denselben iibcrfiillt und man bemerkt sie iiberhaupt nur wenig, weil sie hier sehr zurückgezogen leben und ihre National-Eigenthüm- lichkeiten nicht so scharf hervortreten.

Dänemark. Kopenhagen, 7. Juli. Gestern wurde im Folkething die Anfrage Steens hinfichtlich des Verpflegungswesens der Armee vom Kriegsminister beantwortet. Von 3 Kommissionen, theiltc dieser mit, welche zum Zwecke der Untersuchung dieser Ange- legenheit niedergeseyt waren, habe nur erst eine sich ihres Auftrages entledigt. Das Resultat ihrer Untersuchungen (welches der Minister dem Präfidcnten dcs Thing zustellte) war hinfichtxich der gegen die Intendantur erhobenen Klagen, daß sie diese in allem Wesentlichen als unbiklige kennzeichnete. Der Minister erklärte in Uebereinstim- mung damit , daß die jcßige Organisation der Intendantin" in der That im Ganzen sehr zufriedenftcllend sci. An der DiZkussion be- theiligcn sich auch u. A. der Jnterpcllant, Kühnell, Winther und der Conseilspräfident.

Die neue Rekrutenschule, welche für die Mannschaft eingerichtet werden soil, welche in der bevorstehenden Session ausgeschrieben wer- den, wird dem Vernehmen nach bereits a11127|end. ins Leben treten.

»leveposiena hat Grund , anzunehmen, die Reise des Prinzen Johann bezrvecke nur einen Besnch des Königs von Griechenland, wo er einen mehrmonatiichen Aufenthalt nehmen werde.

Amerika. New-York, 29. Juni. Nach telegraphischen Mittheilungen des »Wolffschcn B.“ war General Grant durch eine Bewegung der Konföderirten genöthigt worden, seinVorriicken gegen Weldon aufzugeben und nach Petersburg zurückzukehren. Man glaubt, daß Grant von weiteren Versuchen , Petersburg durch Sturm zu nehmen, abstehcn und eine regelmäßige Belagerung be- ginnen werde.

Der Wechscleours auf London war in New - York 265, (Gold- Agio 150, Baumwolle 145.

Aus Mexiko war die Nachricht eingetroffen, daß die französi- schen Truppen Acapulco bcseßt und die Blokade dieses Hafens auf- gehoben haben.

Telegraphische Depeschen aus dem Wolff'schen Telegraphen-Bürcau.

Altona , Sonnabend, 9. Juli. Das heutige »Verordmmgs- blatta enthält eine Bekanntmachung der Schleswig-Holsteinschen Landesregierung, wonach die preußische Regierung mit Genehmigung der Bundeswmmiffaire das Nivellement einer direkten Eisenbahnlinie zwischen Rendsburg und Kiel beabfichtigt und den preußischen Eisen- bahn-Bau-Jnspektor Schwabe mit den bezüglichen Vorarbeiten be-

traut hat. Die Bekanntmachung verordnet ferner, den bezüglichen Vor-

arbeiten kein Hinderniß in den Weg zu legen, und verspricht Er-

stattung für etwaige Beschädigungen. London , Sonnabend, 9. Juli, Morgens, Die heutige Sihung

des Oberhauses war ungewöhnlich zahlreich besucht. Auf den Tribünen waren viele "Mitglieder des diplomatischen Corps an- 1ve end.

s Lord Russell erklärte, daß mehrere schwedische Offiziere , die an Alsen in dänischer Uniform gefangen genommen worden, durch ein preußisches Kriegsgericht bedroht waren , daß aber die preußische Regierung das kriegsrechtliche Verfahren uicht sanctionirt habe.

Lord Malmesbury beantragte, der Regierunß ein Miß- trauensvotum zu ertheilen. Nachdem die Lords Argyll, Broug- ham, Clarendon, Wodehouse, Russell die-Regierungvver- theidigt, erfolgt die Abstimmung. über den Antrag Lord M-almes- bury's. Derselbe wurde mit 177 gegen 168 Stimmen angenom- men, die Regierung blieb also mit 9 Stimmen in der Minorität.

Jm Unterhause desavouirte dcr Unterstaatssecretair Layard in Beantwortung einer Interpellation Lord Montagu's das Ge- rücht, nach welchem auf Alien 400 Schweden massakrirt wären. Nachdem schließlich noch Lord Palmerston und Disraeli ge- sprochen, wird Newdegate's Ainendement zum zweiten Saße der DiFraelischen Motion (Ihrer Majestät die Meinung dieses Hauses zu erkennen zu geben, daß die Unabhängigkeit Dänemarks und die Befiyungen dieses Königreichs, unter den von den Vertretern der neutralen Mächte auf der Konferenz vorgeschlagenen Bedingungxn, garantirt werden sollten), ohne namentliche Abstimmung abgelehnt, Kinglake"s Amendemcnt dagegen mit 313 gegen 295 Stimmen angenommen, und blieb die Regierung sonach mit 18 Stimmen in' der Majorität.

K'Unst und Wissenschaft.

Bcrsin. Als Verfaffer der beiden Schriften, deren jede durch das vor Kurzem in diesen Blättern bekannt geriiachte Urtheil der Preisrichter der Hälfte des Preises von 100 Friedrichsd'or für die beste populaire Schrift über Ge- sundheitspftege fiir würdig erachtet w'ordcn, haben fich lcgitimirt der Kreis- Physikus ])r. Schraube zu Querfurt und Dr. Edmund Friedrich in Dresden.

Zn Betreff der von dem verstorbenen Könige Max von Baiern ver ordneten Stiftung, das Maximilianeum, smd von demselben der pA.- A. Z“ nach folgende Bestimmungen getroffen: Der König errichtet eine Stiftung mit dem Wohnsiy in München und widmet dieser das neue (He- bäude jenseits der Maximiliansbrüike, das aus seinem Rücklaß zu vollenden isi, und eine Dotation von 800,000 fl. Als Stiftungszweck ist wörtlich, cin- gegeben: »Talentvollen bayrischen Jünglingen die Erreichung jener Stufe wissenschaftlicher und geistiger Qlusbildung zu erleichtern, welche zur Lösung der höheren Aufgaben des Staatsdienstes erforderlich ist.« Aus den Stif- tungsrcnten sollen 25 bis 50 Jünglinge von hervorragender Begabung, ohne Rücksicht auf Stand und Vermögen der Eltern, wenn diese nur das bayrische Jndigenat besitzen und einer der drei christlichen Religonsparieien angehören, _in der Anstalt auf höchstens fechs Jahre neben der leiblichen Pflege die umfassendste Unterstüßung zur Belebung und Befestigung ihrer wiffenschaftlichen Attsbildung erhalten. Die Zöglinge des Stifts müssen bei einem der hiefigen Gymnasien als ordentlichcr Schüler insfribiri, beziehungs- weise bei der hiesigen Universität immatrikulirt sein, und haben alle' durch diese Anstalten gebotenen Bildungsmittel gewissenhaft zu benühcn. Sache des Maximiliansftifts ist es einerseits, das hier Gewonnene zu beleben und zu befestigen, andererseits die Lücken auszufüllen, welche der Unterricht an diesen Anstalten offen läßt, wie z. B. in den neueren Sprachen. Zu diesern Ende sollen für die Zöglinge zunächst aus der Zahl der Privat- dozenten oder jüngeren Professoren der juristischen und der siaatswirthschast- lichen Fakultat der Münchener Universität oder auch aus dem Beamten- stande chetenten aufgestellt werden. Zur speziellen Ueberwachung und Leitung der Studien jener Zöglinge, welche der Universität angehören, Wer- den Profefforen der Jurisprudenz, der Staatswirthschafi, der Geschichte und Philosophie bezeichnet werden, welchen damit ein Ehrenamt übertragen sein soll. Sollten die Stiftungsmittel von irgend welcher Seite zu einem an- deren, als dem vom König bezeichneten Zweck verwendet werden wollen, so soll der Stiftungsfond mit den dazu gehörigen Realitäten. Einrichtungen und Einkünften von Rechtswegen der Universität München, eventuell Würzburg, zufallen, welche ihn jedoch" gesondert zu verwalten hat.

Nach dem am 1. Juli veröffentlichten Ausweis über die Staatseinkünfte des mit diesem Tage abgelaufenen Jahres uind Vierteljahres beläuft sich die Gesammt- Revenue des Jahres- auf 69,992,950 Pfd., während fie im vorhergehenden Jahre 70,683,861 Pfd. betrug. Von dem Ertrage des abgelaufenen Jahres kommen auf die Zölle 22,821,000 Pfd., dic“21ccise18,660,000 Pfd., die Stempelgebühren 9,462,000 Pfd., verschiedene SteUern (einfach unter der Rubrik ?axeg aufgeführt) 3,260,000 Pfd., Einkommensteuer 8,635,000 Pfd., Postamt 3,820,000 Pfd., Kronländereien 305,500 Pfd. und vermischte Ein- nahmequellén 3,023,459 Pfd. Jm Vergleiche mit) dem _vorhergxgiritgeticii Jahre siellt fich ein Mehrertrag. derAccise 'um1,992,000'Pfd., deriStempie'k- gebühren um' 327,000 Pfd., der verschiedenen kleineren'Skeuern um“ 77 00 Pfd., des Postämte's um 70,000 Pfd.", der Kronländereien um 5000 ' fö. nnd der vermischten Einnahmequellen um 195,098 Pfd. heraus," hin' egen ein Mindererirag der Zölle um 1,279,000 Pfd. nnd der Einkommen ' er um 2,078,000 Pfd. Die Gesammt-Einkünfie des leßtverfloffenen Viertel-i“ jahres betrugen 18,274,200 Pfd., während fich die des entsprechenden Ouar- tals des Jahres 1863 auf 18,490,204 Pfd. beliefen. Der Ertrag des vcrwichenen Vierteljahrs vertheili sich folgendermaßen: Zölle 5,446,000 Pfd., Accise 4,864,000 Pfd., Stempelgebühren 2,539,000 Pfd., verschiedene Steuern 1,432,000 Pfd., Einkommensteuer 2,469,000 Pfd., Postamt„960,000 Pfd., Kronländereien 69,000 Pfd., Vermischte Einnahmequellen 495,200 Pfd. Dies ist im Vergleich mit dem entsprechenden Quartal des Jahres 1863 eine_ unahme der Accise um 459,000 Pfd., der- SUWZJJLÖÜWU um 145, 0 Pfd., der verschiedenen kleineren Steuern um 4, 0 Pfd., _des Postamtcs um 10,000 Pfd. und der Kronländereien um 500 Pfd., hingegen: eine Abnahme der Zölle um 411,000 Pfd., der Einkommensteuer: um 449,000 Pfd. und der vermischten Einnahmequellen um 12,504 Pfd. *