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bxin en können, habe die Zahl der im dänischen Heere dienenden Schweden im anzen nur 70 betragen, und von diesen seien, so viel man wisse, bei Düppcl nur 5 im Feuer gewesen, die gefangen genommen worden seien. Der Gesammwerlust ““der Dänen an Todten habe sich, in dem betreffenden Gefechte auf nicht mehr als 400 belaufen, so daß die m den Zeitungen ent- haltene Geschichte von der Niedermeßelung von 400 Schweden durchaus
falsch sei. Carl von Shaftcsbury thut hierauf eines die nicht regelmäßig eingereihtcn Truppen betreffenden Tagesbcfehls des Prinzen Friedrich Karl Erwähnung. Aus diesem Tagesbefchlc federnd hervorzugehen, daß es der preußischen Regierung nicht darum zu thun sei, die Gräucl des Krieges zu mildern. Earl Ruffcll bemerkt, cr habe Grund zu der Annahme, daß es nicht in der Absicht der preußischen Regierung liege, jenen Tagesbefehl zur Ausführung zu bringen. “
Unterhaus. Auf eine Frage Hardcastlc's in Betreff des [was:- lianischen Sklavenhandels antwortet Lord Palmerston, cr sehe sich leider genöthigi- zu erklären, daß das Verhalten der brasilianischen Regie- rung fich stets durch die größte Vernachlässigung und Vcrleßung der von ihr eingegangenen vertragsmäßigen Vcrpflichtungcn ausgezeichnet habe. A. Seymour fragt den Unter-Staatssecretair des Auswärtigen, ob das aus- wärtige Amt etwas von einer angeblich offiziellen, in dcr »Morning Posta im Juli veröffentlichten, vom 10. Februar 1864 datirten Depesche des Fürsten Gorischakoff an Herrn von Oubril wiffe, so wie von einem andern Schriftstück, welches der Jiirsi unter demselben Datum angeblich an Herrn Von Oubril gerichtet habe und das die Ueberschrift »Privat-Mitthcilunga trage, jedoch in ganz entgegengeseßicm Sinne abgefaßt 1ei, wie das cis- erwähnie. Layard antwortet in Bezug auf beide Schriftstücke verneincnd.
-- 13. Juli. Die Vertagung des Parlaments soll, so Weit bis chi bestimmt, schon am 28, dieses stattfinden. Lassen sich bis dorthin alle Vorlagen nichr erledigen, so wird sie bis 311111 L., keinesfalis später als bis zum 4. Angusi hinausgeschoben.
Prinz Wilhelm von Prciißcn, Sohn Sr. Königlichen Hoheit des Kronprinzen, ist gestern in Osborne angelangt, wosclbst sich seit gestern Abend aiich die Königin befindet.
Frankrciiéz. Paris, 13„ Juli. in St. Cloud Ministerraii) gehalten.
Wie die »Francea meldet, werden mit dem näckistfäiiigrn Post- dampfer aus Mexico außerordentliche Gesandte des Kaisers Maximilian anlangen, wclche eigenhändige Schreibcii Sr. Majestät an die Höfe von Rußland, Preußen, England und Spanien zu bringen haben.
Der Contre-Admiral Baron Dideloi, der der Yersuchs- Kommisfion der Marine-Artillerie in Cherbonrg präfidirte, ist nach Vichy zum Kaiser bcrnfcn worden. Graf Walcwsky wird fich am Wien nach jeiicm Bade begeben, während seine Gemahlin auf ihrem Posten bei der Kaiserin in St. Cloud verbleibt.
General Von Z))iartimprcy, Unter-Gouverncur von Algerien, der zum Kaiser nach Vichy beordert worden war, isi gestern Abend wieder in Paris angelangt, nachdem cr zwei Tage mit dem Kaiscr gearbeitet hatte. Algerien soll eine neue politische Organisa- tion erhalten, als deren Grundzüge der »Nord« mit großer Be- stimmtheit folgende bezeichnet: gerade so wie der General-(Hduver- neur im Ganzen,. so Werden auch die in den einzelnen Provinzen kommandirenden DivifionK = Generale die Civil = imd Militairgcwalt in ihrer Hand vereinigen , und die Prässkien mir ihre General- Secretaire sein, während der bisherige General-Direkior der Civil- Angelegenheitcn beseitigt wird.
Die Noth , in welche die in Paris zusammcngcströmten Theil- nehmer am polnischen Aufsiande durch die Einstellung der Unter- ftüßungen von Seiten des Pariser Centralcomités unter dem Fürsten Sapieha geraihen sind, wird in einem Briefe der »A. A. Z.:- als sehr groß geschildert. In Folge dessen fand man fich von Seiten der französischen Regierung und mehrerer mitleidigen und polen- freundlichen Privaten veranlaßt, ihr nach Thunlichkeit zu steuern. Es hat sich ein französisches Comité gebildet, welches fich damit be- faßt, den Nothleidcnden Arbeit zu schaffen, was indessen nicht leicht sein wird, wenigstens wenn fie einigermaßen einträglicl) sein soll, da die meisten viel zu tief in ihrem Wissen und ihren Fertigkeiten stehen, um in Frankreich vcrwcndbar zu "sein. Auch find die Maires ange- wiesen worden, in dieser Hinficht Uach Möglichkeit das ihrige zu thun. Ferner hat man in Paris mehrere Menagen organifirt, wo- durch das Leben den Mitgliedern derselbetrbilliger zu stehen kommt. Bezeichnend ist hierbei, daß die Flüchtlinge niederer Stände sich von vorn herein Vorstände und Leiter aus der Mitte ihrer Landsleute, und besonders aus höheren Ständen, cisrigst verbitten. Angesichts dieses Jammers unterlassen es Leute wie Sapieha und seinAnhang doch nicht, alles in Bewegung zu soßen, um ihn durch Zuführung neuer Opfer zu Vermehren, Es ist in der Thatcinruchloser Leichtsinn.
- Ueber einen am leßten Sonntag in Lyon auf der Saone YZoerxommcnen Unglücksfall meldet der dort crschcinende »Salut * u tc“:
Seit vor 40 Jahren auf der Saone das Dampfboot »Juliona explo- dirte, hat Lyon kein so herzzerreißendes Unglück erlebt, wie am 10. d. Nach- mittags LE, Uhr, wo einer der fünf Paffagier-Schraubendampfer auf der Saone kenterte und mehr als 30 Personen ertranken. l*;ie »Mouchea Nr. 4 “war, wie die anderen vier, ein so unzuverläsfiges Fahrzeug, daß fie an Sonntagen nie hätte in Fahrt geseßt werden soilen. Sehr hoch- bordig, ging sie im Wasser so unsicher, daß ein starkes Manö- ver mit dem Steuer oder eine zahlreiche Gesellschaft auf Deck fte in die heftigsten Schwankungen verseßte. Am [chien Sonn-
Hciitc hat die Kaiserin
!
tag hatte der Capiiain mehr als 100 Personen an Bord genommet welche alle in Feiertagsklcidern und fröhlichen Herzens nach einem Vergni gungßorte fahren wollten, Männer, Frauen und Kinder im buntesicn G4 misch. Das Deck war buchstäblich voUgestopfi von Menschen und auch di Kajüien waren gefüllt. Vor der Nemourßbrückc wollte der Capitain di Sandbank vermeiden und ließ das Schiff deZhalb eine ziemlich starke Kuro machen. Die Folge davon war, daß das Fahrzeug sich ganz auf die Seit legte und die Passagiere auf dem abschüsfig gewordenen Deck auf einande gedrängt wurden. Die Barridre war zu schwach, dcn Andrang so vieler Mcnschct auszuhalten. Ein Krack, cin crscixiiiterndcr Schrei und mehr als 50 Persone: stürzten kopfüber in den Strom. Die »Mouchcchch schoß weiter, da die Maschinq nicht sofort zu hemmen war. Am Ufer feine Boote, keine Schiffer; es wax ja Sonntag Nachmittag. Dic unglücklichen Opfer klammerien sich an ein- andcr an, um nicht zu sinken; so zog ein:? das andere in die Tiefe. End- lich kam die Hiiife, aber leider zu spät. Ein junger Flcischerssohti,Na1nens Privat, stürzte sich vom Quai ins Wasser und rettete schwimmend fünf Personen, deren zwei am Leben blieben. Köhne und Boote retteten nach Möglichkeit. Um 6 Uhr lagrn 30 Lcichcn auf der lecillc-Vriiikc, Der Capitain der »Mouchca war sofort rcrhafict Und die Untersiichung einge- leitet worden.
Jtrilicu. Turin, 0. Jiili. Dcr Gcscßentwnrf, betreffend die Aufhebung der LiiiSiiadmc dcr Kleriker von der Militairpfiicht, Witrdc mit 191 gegen 45 Stimmen angciwnnncnj chglciciirn der andere, bezüglich der Linshcbimg dcr Alicrssklassc WM. Die Kom- iiiisfi'on, welche mit der Bcarbcitrmg dcs Civilgcscßbuchcs bciraui Wurde, hat ihren Bericht bereits vcrthcilt," die Sache der Civilehe ist anf der Grundlage des Fortschrittes gelöst, wird jedoch seiner Zeit in der Kammer den Vertretern der kicrikcilen Partei Gclcgcnhcir [victcm fie, wie die obige, als" eine chrcssivmaßrcgel seitens der Re- gierimg zu crklärrn und dagcgcii anznkämpch.
Grircizrrrierrid. Athen, 0. Juli. Dc111»W,B.« wird tclegrapdirt: In den Provinzen haben mehrfache Kiiiidgcbungcn gegen die bcstchcride cdiistiiutidnclicVcrfassung sMUZchUch. - Tas Ränbcrunwcscn dai bciiiahe ganz aiifgchöri.
Tiiri-ci. Kdnßaiitindpel, 9. Juli. Dim »W. B wird telegraphirt: Fürst Cousa hat 225 Jünglinge [)ierh6i* geschickt, welche in die Leibgarde dcs Stiltaiis eintreten sollen.
NUZZÜIKD Mud PWM. St. Pckchburg, 13. Juli. Dcr Großfürst Statthalter im Kaukasus und die Großfürstin „Olga Feodorowna mit ihren Kindern, dcm Großfürsten Nikolai Michailowitsch und der Großfürstin Anastasia V)“?ichailowna, haben am 24. Juni Tiflis verlassen und sich ans die Darier der Sommer- zeit nach Bciy-Kljutsch in das Stabsqiiariier dcs Grusinischcn Gre- nadicr-chimcnts dcs Großfürsten Konsiantin Nikolajewitsch begeben.
Der »Oftsec = Zeitrmg- wird geschrieben : Der offizielle »Dzicnnik Warszawskia veröffentlicht die vom Comité zur Negulirung dcr bänerlichcn Verhältnisse, fiir die Lokal- Kommisfionen unterm 1]. d. M. e*rlaffcne nene Instruction, in welchcr die Kategoriecn der ländlichti Bevölkerung, auf wclchcdcr Ukas vom 2. Mär,; d. J. Anwcndung findet, so wie der Umfang der derselben verliehenen CigrnihrmWrcckUc imd anderer Gcrcchtsamc genau bestimmt find. Diese Instruction ist somit als authentische Interpretation des gedachten Ukas zu betrachten. Die Wesciiiliclsicii Bestimmungen derselben smd folgende: Aitßcr dcn bäuer- lichen Wirthsxr partizipiren an den durch den Kaiserlichen Ukas vom 2. März verliehenen Rechten nur diejenigen Gärtner, Gartenarbeiter, Tagelöhner, Knechte und männliche Dicnstbotcn der Gutsbesißcr, welche als Or*t§angchörige faktische Inhaber eincs Wolm- bauses oder auch mir eines Theiles dcffrlbcn, d. l). ciner cinzeliien Wohnung, sind. Das Wohnhaus oder der Theil desselben, in dessen faktischcm Bcfiß ste fich befinden, geht zugleich mit den dazu gehöri- gen Gärten und Ackerbceten als Eigenthum anf sie über. Eben so verbleiben sie in dem Genuß der ihnen bisher zustehcudcn Gerecht- samc, falls diese “nicht auf einem besonderen Vertrage oder einer be- sondcren Verabredung beruhen. erisgcnommen von dieser Bestim- mu'zig siiid jedoch diejenigen Anfiedclungcn, welche zu herrschaftlichen Krugeii, Mühlen, Ziegeleien, Schmieden, Gehöften, so wie zu bäuer- lichen Grundstücken gchörcii. Ferner find ausgenommen von der Eigenihumsvcrlcibung dic zeitivciligcn Inhaber von kasernenartig ge- baritcn Familienhäuscrn, welche Eigenthum dcs Gutsbefißeré bleiben.. Dagegen haben die Miether anderer Wohnhäuser oder einzelner Theile derselben Anspruch auf das Eigenihnm drrselbcn so wie derjenigen Llckcrbeete , in deren Nießbrauch fie fich bisher befanden. Diejenigen vorläufigen Eigenthumsverleihungen“, weiche mit den Bestimmungen der erlassenen neuen Jnfiruction im Widerspruch zu stehen scheinen, smd bci gegründeten Zweifeln den“- Regterujngs-Comits zur Anzeige zu bringen, das Über ihre Gültigkei dder'Ntchtgiiltigkcit zu entscheiden hat. In Bezug auf die lediglia“ m eiiiem zeitivcisen Miettherhältniß zu den Gutsbefißcrn stehendei Arbeiter und Dienftboten, die auf Grund des Ukas vom 2. Mäz keineii Anspruch auf Eigenthumsverlcihung haben, enthält die R:- struction dieBestimmung, daß der Gemeindcwoyt die Aufsicht iikr'r dieselhen zu führen und fte streng zur Erfüllung der von ibnén kor- trsaktltcl) iibernommenen Verpflichtungen anzuhalten hat. “StreitiÉ keiten zwrschen Gutsbefißern und ihren Arbeitern über vermeintlické Rechte, die beide auf Grund des Bauern-Ukases gegen einander gc; tend machen, werden der Entscheidung des Revier-Kommissarius odé der Regulirungs-Kommission überrviesen. ;
1913
Demiclben Platte wird unter dem 13. Juli gcickiricbciix “Ju den Gouvernements Yolhynien, Podolicn uiid Kiew will die russi- che Regierung neuerdings riner weit verbreiteteii rrvolutronax- ren Propaganda auf dieSpur chonimcn sein, die von Agenten der polnischen sozial-driiidkratiichcn Partei'ausgrudt WOTÖW und den Zweck haben soll," die Baucrii gcgen die' ru1fi1chc Regierung und gegen die GMZÖUZYFT anfzrircizeii. „ Bereits find'mehrrr-J wlchcr Agenten, meist AUIWUÖU', dic,_ rm: ichcmbar rcgulairen PMW „ver- sehen, unter dem-Vorgebcii, Gutrr kirufen zii wolicn, herumrcisten Und an mehreren Orten rcvoliilidiiiiirc Brandsthriften aiisgffestreut hatten, verhaftet worden. C3" iii desyalb durch Verfugirng ch General = Gondcrncars Airiciikdff vom "0th r. 'M. eine rigcnc inilitaii'iscl) - pdiizcilichc. Sildrrbciis = BciwrdeL wic fic . UU Königreich Polen beitcdi“, ciiigsirilwt worden. Yehorden dieser Art dcstchen im GOiwcrncmNit Voidyiiicxr ?, im xGOUVCL'UL- inciii Pdddlicn Z, 7 im Gdiwcrncmciii Kiri» j. . “„We“? 'der- selben i]? eine besondere Tinker]nchimgskdmnnmwn mid cin Krirgs- gericht beigegeben. Anßer dcr Vrrfdlgimg dcr rcddiutwnaircn Pro- paganda ist drr neuen Brhorde ("(U-ck dic EntdeckuiiZ iind Bestrafung allrr Umtriebe imd Ickbrcchrii, dic mri drm rdrjahrtgcti Aufstande iii Verdiiidimg ftcbcii, iibertragen. ' * .
“*in der chien Woche V. M'. WUT'ÖM_UL Warwdciii 111 den Straßen wieder tiixilich_ inassciihastc Ycrimstiingcii Ddrgrndmmrii. Dicsclbcn sollen veranlaßt icin IMU). die der JYdlizci vdnxglaiidwur- "diger Seite gemachte Anzeige, dai; mri !()trn V. „Mis. in dcr Birnbardimcrkircbc 30 zur Crmordimg drr Zicridliitidii§=Yirici- mißlirbigcr russischer Beamten gcdrmgciicr wgenmmrcr »dich- miiiiiicr vereidigt wdrdcn scieii. Bci _mriircrcxi vcrba'sici'cUNPcr-k sonen sollen in der That Dolche von dcriclbcii Form; wie UL bei den frühcch I)ieiichclnwrdcn gebraucht .wurden,"Iciundcir wdr- dcn iciii. -- Unter den im der Warichaucr Zittachlc "ckWir- icii Jalilrcicidcir politischer: Gcfanchcn dcsiiidci: Uri) “Lr "cl),cmaligc Mitiilicdcr Und Agciitcn dcr, NatWilal=Rk'gléi'i1110, dic Taglicl) dcm idr “Schicksal crriscbcidcnch kricgsgcricdtlichen Urtheilssprnck), der wahrscheinlich aiif den Tod [ciiitcn wird, intgcgcnsciirii. Muck), die Untersuchung gegen die Anstifter dcs Attentats ("is. dcn Skati- haltcr Grafcii Berg und Thciiiiciimrr eiii dcmftibcii 11T.[Wk61t5" ge- schlossen und die Sache dcm ercgsgerrchi zrir Adurthciiiing ck10??- gcbcn. - Jm Gdiwcrncmcnt Yugiistowd UL drii pdlmicdcirGiiw- bcsiizrrn imd iiberhaupt ailchdlZU vdn Lidel? 10 wrepden tgtholr- schen Geistlicher: ciiir abermaligc Eosiitl'leiNOU in dcr IZM? des dod- pclien Betrages“ der sogenannten„Odnarastcricr anferlcgt, die von Mi- “ eacbcmcnts cin cdxcn wir .cc * MMZÉUÉMUW. JLprcnhagcn, 19, JUN; Dic gestern Abend erschienene offizielle Bekanntmachung von der Eriicmiung des neuen Ministeririms lautet wörtlich: . „ ck "
Unterm 11trn d. M. haben Se. Majcimi allerhocbit gcrndi, sammt-
i'i', rler nädi st anvertrauten Ministerposten zu c11i_irdigcn_, _ dl/ciicZOiiZeilsg-Präiidrnicn imd Jinmnzministrr Bisciwf Or, p_iiil. DG. Monrad, Großkr. vom Dannebr. und Dcmncbrogsm.;“dcn Justizminiiter ])x,r._]u1x Li. L Caffe, Comm. V. T. und Danncbrogsm.;_ den Minister fiir day Kir'cben- imd Llntcrrichtöwcscn Bischof 01“. iiiesrzi. (d,. T.„Eiigclsiost,.Qonim. voni D. und Damnrbrdgsm.,' dcn OJTinificr ch Airswariigcn „Ui miezrxm. Kawmerhcrrn G. J. Qnaadr, Comm. ». D.. „und Danncbrd-gsnrz de_ii I.)"kinistcr xn] intcrim. fiir das .Herzogthum Schichig KamincrhcrrnoQ. G). W. Johansen, Ritter V. D. und D*UJUÉÖWIYZ'LYK den Minister des Yiiiicrii Hsfjäqcrmeistcr H. R, Carlsen," dcn Kriegsnnmstcr aii jlitél'll'ij. Oberii-Lteu- icnani Reick), Ritter ». D. und Dannedrogsiii. - " ,
Seine T).)Tajcstät badcn demnächst unterm iclben Datum allergnadigst rrnmmt: den Gch. Konferenzraih C. A*-BZUFUÜL“ R. o. Elcphantcn, Großkr. d. D. und Dancbrogsm. zumConzeils-Prayidcntcn imd zugictchzirm Minister des Auswärtigen,“ dcn (Zirl). Konferenzratb Kammerherrn Graien Karl Moltke, R. ». Elephantcn, Großkr. v. D. und Dannebronm., zum Minister ohne Portefeuille,“ den Geh. Konferenzraih- Chef des Königl. Thea- ich und der Königl. Kapelle, Kammerherrn J. J“. Ti[[lsch„ (Yi. v. Eie- phanien, Großkr. ». D. und Dannebrogsin., ziim MiListcr des Innern _fnr das Königreich Dänemark,“ den Gcneral-chuienant C.»:T ansen, Großkr. v. D. urid Danncbrogsm., zum Kriegsminister,“ dcn Kirnimcrhcrrn (Y. Z. Ouaadc, Comm. P. D. und Dannebr*og§n1., zum Minister ohne Porte- feuille," den Amtmann iiber die_ Acmter Apenradc, Norburg und, Sonder- burg Kammerherrn E. S. E. „Yeliren, R. d. D.. und Dannedrogsirw zum Justizminister für das Königreich Danemark,“ den _Ainimann'uberdi'c Acm- ter Husum und Bredstedt, so wie Obcrftaller und Oderdychgrasom den Landschaften Eiderstedt und Prlworm, Kmnmrrhcrrn (d,. G). W“ „JOHAN- sen, R. 1). D. und Dannebroanr, zum Mimftxr fiir das „Herzogthum Schleswig; den Direktor der Nationalbcwk und sungirendrn Chef fur das “statistische Büreau Konferenzrail) ])r, WJ]- C. G. R. DaDV1d„ Comm. d. D. und DannebrogSm. zum Finanzminister," dcn 'OÜOZLé-Capltam O. H. Lütken, R. v. D. und Dannebrogsm., z'mri Marmennmster. ? .
Unterm selben Datum ist eine KdnrgltcheoOrdrr an den “Justiz,- Minifter Kammerherrn Helßen , bis weiter die Leitung des Mim- Üeriums fiir das Kirchen- und Uiiterrichtsivrseii, und eine„gl'cichc Ordre an den Conseils-Präfidenten und Minister des Aquvartigeii, “Bluhme, bis weiter die Leitung des Ministeriums der Herzogthumcr .Hoiftein und Lauenburg zu übernehmen, erlassen, ,
Im Volksthing - meldet die *Köln. Ztg.“. _- iheilte der Präsident die Allerhöchste Ernennung des neuen Ministeriums mrt, las selbe wörtlich ab und zeigte der Versammlung an , daß das
Ministerium sich dem hohen Reichsrathe vorstellen werde. Unmittel- bar darauf traten die neuen Minister, en gaia gekleidet, ein, und da der Conseils-Präfident , Geheimer Konferenzrath Bluhme, cine Ansprache zu halten sich seiner Gesundheitsschwäche wegen verhin- dert fand, ließ er durch den Präsidenten mittheilen, daß der Miniséer des. Innern, Geheimer Konferenzrath Tillisch, für ihn, den Conseils-Prä- sidenten, das Wort nehmen werde. Derselbe las nun eine Ansprache im Namen des ganzen Ministeriums vor , die mit größter und ge- ipanntcstcr Ruhr und Arifmcrksamfeit gehört ward. Er hob in der- selben heraus, daß der König fich bewogen gefunden, sich mit anderen Mämicrn des Raths zu umgeben, zu dcnen er ein größeres Vertrauen, den in die größte Gefahr gebrachten Staat wieder stützen zu können, hege, als" zu denen, die nun seither daI Staatssthiff gefiihrt. Das Ministerium habe es fiir Pfiici)t gehalt», so schwierig auch die Auf- gabe und so triibe imd gefahrvoli auch die Verhältnisse seien, dem Rufe des Kiiiiigs zu folgen,“ cs erkenne vollkommen stine Bürde und seine Verantrooriung, aber das Ministerium hoffe zu Gott, durch ver- eintes, aufrichtich Streben Hand in Hand mit dem Könige und mit dem Volke das Möglichste zu erreichen , und das Ministerium halte sich versichert, daß der hohe Reichsrath, die Repräsentation des Volkes, cs stÜYLU Und stärken wolic. Vcrcincn müßten fich jcßt, wo das Vaterland so sehr an den Abgrund gebracht, Nile zu Einem Ziele, nämlich zur Retiung ch thcuren Vaterlandes, ehrlich und treu sich die Hand reichen, alle Ichenrücksichten und feindlichen Stimmungen müßten in solchen wichtigen Augenblicken, wie die chigen, weichen; das Ministeriiim werde redlich seine Pflicht thun und eben darin sciiie Hauptstärkc suchen und fiiidcii. Ein Programm könne das Ministerimn cht iiicht geben, nicht sagen, welche Schritte es vorneh- MLU werde, Niemand könne das fordern. Da der Finanzminister David fiir hciite behindert sei, an den Verhandlungen Theil nehmen zu kön- nen, sd wünsche er die Mi) Nr. 3 zur Tagesordnung gebrachte Sache, näwiich: »Eiitwurf cines Gescxzes wegen Zurückbezahluxig dcr Diffe- renzen zwischen dem iiach dem Gcseße vom 4. Juli 1). J,. erlegten Einfuhrzollc init Kriegsstcucrzulagc fiir eine Partie Tabaksblätter Und die vor dem 1. April d. J, hierfiir pfiichtigen Abgabencc, aus- gesetzt, was später, als diese Sache zur Vcrhand[ung gebracht wer- den sollte, vom Präsidenten beriicksichtigt wurdc. Sämmtliche Mi- nister entfernten sich nun. Man schritt cht zur 8111) 1 auf der Tagesordnung stehenden Sache: »Wahl von 9 Mitgliedern, um Aufklärungeu vom Kriegsminister entgegen zu nehmen und zu prii- fen u. s. w.« Nachdem der Präsident noch einige Unwesentliche V,)iittheilimgen gemacht und die nächsie Siizung auf morgen angeseßt hatte, schloß er die heutige,
Die bereits im telcgraphifcheu Lliiszugc angezeigte Ansprache des iicncn Kriegsministcrs Hansen lautet wörtlich akso: -
„Berufen vom Könige habe ich heute das Kriegsministerium übernom- men. “ Es ist in der Stunde der Gefahr und nach schweren Verlusten,
-- - - « - - " ' *“ * * » * Riß ick) diesen verantwortlichen Posten antrete' aber ich weiß, daß der Muth ** 9 ' * * llcruniciidrnni Unicriiiiitis (Drina) von dim : 1-4 „ „ , „ , , _ _ „
[Wc Willst» aus RSHQÖ (: “* “U I nämlich: ; der Armee nocl) ungesthwacdt ist, und ich baue fest auf ihre Hingebiingiur 4 König und Vaterland. - Wir Haben mit einem kuhnen und ubermacbtigen
Feinde zu kämpfen," es ist chiialb doppelt nothwendig, daß die Yrmee durch Wachsamkeit und durch die feste Haltung, welchc nur die DKZJP'UU hervor- bringen kann, erseyt, was ihr an Zahl fehlt. Die Herren Offiziere mussen hierin ein Beispiel geben, und die Unterklaffen sich mit vvilem Vcrirmien ihren Führern anschließen. - Ich erwarte von Jedem in'der Armee eine strenge und gewissenhafte Erfüllung der Pflic'yten eines Kriegers,“ nur da-
' durci) können wir hoffen, Dänemarks Ehre und Recht aufrecvt zu erhalten.
Jedes rcdiichc Streben wird Anerkennung finden,“ für die Kaiiipftürlyiigkrii drr Armee zu arbeiten, sou mein Ziel sein. Dazu baue ich auf die Mit- wirkung eines jeden dänischen Soldaten.« _ . .
Dem Reichsrath smd jeßt die sämmtlichen disponiblen Schrift- sriickc iiber die kriegSminifterielle Untersuchung in Betrrff der Lage der Armee am Dannewcrk, hinsichtlich der Befestigung?- arbcitcn und der Kriegsbcreitschast, so wie endlich" auch uber die Zcrtheidigung und Räumung des Danncwerks, Du'ppcls und Fr:- dcricias und der damit in Verbindung stehenden Kampfe z'ur Em- ficht mitgetheilt worden, und zwar in dem letzten Augrnbltckeror dem Rücktritt des Ministeriums Monrad vori deni dgmaligcn Kriegs.- ministcr, Obersi-Lieutenani Reich, der zugleich die m der Yuöarbet- timg begriffene Darsteilung des Rückzuges des Gxneral-Licutenants von Hegermann-Lindencronc aus der Prodmz Jutlaiid, in Aussicht sicliie. Herr Reich hat dadurch offenbar sciiien eiderdämscheii Freun- den und Gefinnurigsgenoffen eine Freude, semcmNachsolgcr im Amte dagegen etwas Verdruß bereiten wollen, .
Nach einer Korrespondenz dcr »Wescrzettuiiga „stehen, dem.neuen Ministerium Seitens der Eiderdänischen Partei nicht viel friedliche
Tage bewor. . Die neuen Minister - heißt es daselbst
- find den Eidxr- dänen so verbaßt, daß das Ministerium Bluhme-Moltke unmöglich
ohne Gewaltsireich fich halten kann. Es wird sich durch die Airf- lösung der Kammern der Reichsrathsopyofitwn entledigen, aklem dann wird eine um so heftigcre Opposttidnxm der Tagespresse er- wachen und von Seiten der Eidcrdäneii wrrd man evezituelx vor den ernstlichstcn Schritten nicht zurüch1chrechen. Das Eiderdanen- thurn hat eben eine zu tiefeWurzel geschlagen." "Dagbladet- äußert sich bereits heute über den neuen Mimstcr-Prafidenien in folgender
Weise : -