1864 / 170 p. 5 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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ein Wen, welches heftiges Jucken verursacht; beim Reiben plaßt das Bläschen und es entsteht eine Wunde. von schwärzlicher Jär- buug, die von einer Gesohnmlst umgebxzi ist. Wunde und Geschwulst werden je nach der Stärke des Giftes mi Laufe von 2 bis 8, selbst 10 Tagen größer, cs stellen fich allgemeines Unwbhlsein, Kopfweh, Schmerz in dcr Herzgrube und Beäugstigungcn em. 2) Ohne daß

ein Bläschen oder ein chck bemerkt wird stellt sich die Geschwulst

gewöhnlich am Halse, im Gesicht, an den Augen ein. Sie nimmtbei allge- meinem Uebclbefindcn rasch zu und ohne ärztliche Hülfe tritt 11ach 1 “bis 3 Tagen der Tod ein. 3) Ohne irgend ein äußeres Anzeichen fühlt man allgemeine Schwäche, heftigen Schmerz in der Herzgrubc und im Magen, dabei Brustbeklcmmungen. Bei diesen Symptomen erfolgt unter großen Leiden und unaufhörlichcm Erbrechen in 12 bis 24 Stunden der Tod. Nach Angabe eines Krciöarztes erfolgt Hei- lung, wenn die Blase mit ](aii MUthcmn bis aufs Fleisch gebeizt, eventuell mit .Rcziäum 111171011111 t'un18118 ausgebrannt wird. Inner- lich muß 03101119] angewandt werden.

Von der polnischen Grenze, 19. Juli, wird dcr »Ostsee- Ztg..« geschriebenx *Da der Aufstand in den längs der preußischen Grenze gelegenen polnischen Gebietsthcilen gänzlich aufgehört hat, und auch eine Wiederbelebung desselben bei der in Polen herrschen- den Stimmung in nächster Zeit nicht zu befürchten ist, so ist (wie schon gemeldet) auf beiden Seiten der Grenze die Anordnung ge- troffen, die Grenzsperre aufzuheben und die zur Aufrechthaltung der- selben verwendeten Truppen nach dem Innern zurückzuziehen. Die den bisherigen Grenzcordon bildenden preußischen Truppen wer- den in den längs der Grenze gelegenen Städten konzentrirt und sollen noch eine Zeitlang in der Nähe der Grenze verbleiben. Von den zur Grenzbcwachung verwendeten russischen Trup- pen find die zur Garde gehörigen bereits nach Warschau abberufen, von wo sie sodann dcn Rückmarsch nach Pc- tersburg antreten sollen. Die polnischen Städte längs der Grenze und auch im Innern sollen noch längere Zeit verstärkte Garnisonen behalten. - Auch in Littbauen treten bereits Anzeichen hervor, daß der Kriegszustand bald bedeutende Milderungen erfahren wird. So sind *neuerdi s durch Verfüguug des Gencral-Gouycrneurs Mu- rawieff in Litthauen und Weiß - Rcußcn -wegcn gänzlicher Wieder- herstellung der Ruhe und Ordnung«, wie es in dcr Verfiigung heißt, die Bauernwachen aufgehoben und den Raskolniks im Gou- vernement Kowno die zu ihrer Selbstverthcidigung und zur Ueberwachung des polnischenAdels während des Aufstandes Übergebeuen Waffen wieder abgenommen worden. In Kowno wurden von den RaSkolniks abgelic- fert: 819 Karabiner, 15 Pistolen und 28 Säbel. - Jm Königreich

olen wurden im Laufe d. M. wieder an mehreren Orten, nament- lich in den Kreisen Sicradz, Plock und PrzasnysZ, bedeutende von den Jnsurgenten vergrabene Waffen- und Munitions-Vorräthe von russischem Militair aufgefunden und in Beschlag genommen. Diese Waffen-Versiecke waren von Jnsurgenten angezeigt worden, dic, bes zwecklosen Herumtreibens in den Wäldern müde, fich bei den Be- hörden gestellt und um Straflosigkeit gebeten hatten. - Bei der städtischen Bevölkerung im Königreich Polen, die den Aufsiand am meisten unterstiißte, macht fich große Crbitterimg gegen den Adel und die Geistlichkeit bemerkbar, die fie laut als Urheber der wahn- finnnigen Schilderhebung und ach Unheils, das durch dieselbe über sie und über ganz Polen gekommen, anklagt.

Nishni-Norvgorod. Kürzlich fand, wie die »D. Pei. Z.:- meldet, in Nishni-Norvgorod einer jener Auftritte statt, welche im Auslande mit dem Namen Arbeitcr-Coalitionen bezeichnet werden. Die Größe und insbesondere die Eile der Arbeiten haben den Tagélohn bis zum Unglaublichen erhöht. Beim Beginne der Neubauten erhielt ein „gewöhnlicher Zimmermann 2 Rubel 50 Kopleken täglich; als aber allmälig aus den benachbarten Gouvernements Arbeiter hcrbeiströmten, gedachten die Bau- Unternehmer „die Gelegenheit zu bcnußen und den Lohn [)crabzuseycn. Hiervon waren die Arbeiter unterrichtet worden und um die Schmä- lerung ihres Verdienstes abzuwenden , schaarten fie sich etwa 2000 Mann stark zusammen und erklärten einfach, fie würden sofort mit der Arbeit aufhören, wenn man ihren Lohn auch nur um ein Ge- ringes herabseßen wolle.“ Das Komplott gelang ausgezeichnet, die Bauunternehmer waren gezwungen, nachzugehen und mußten fick) berpftichten, den einmal angenommenen Arbeitern den ausbedunge- nen Lohn von 2 R. 50 Kop. täglich ohne Rückficht auf die neu hinzukommenden Arbeitskräfte bis zur Beendigung der Bauten zii zahlen. Auf diese Weise hat man cht zwei verschiedene Preise, die später hinzugekommenen Arbeitsleute erhalten 1 R. 75 K. bis 2 R. 25 K. täglich, während die früheren ihren alten Lohn Von 2 R. 50 K. beibehalten haben. Im Ganzen smd gegen“ 3000 Men- . Wen beschäftigt Und die Arbeiten schreiten rasch vorwärts , “so daß Mn ]eht, nachdem. etwa drei Wochen seit dem Brande verstrichen sind,)iux noch an Wenigen Stellen Spuren der stattgehabten Vcr- heerungen bemerkt. '

Kischinew. Der Korrespondent dcs »Golosa berichtet, daß im verfiossén'en Jahre aus den Donaufürstentbümern bis 30,000 Seelen ,nach Bessarabien geflüchtet „seien. Als Ursache des Uebertritts auf das russischeGebict geben die Flüchtlinge an, daß sie dazu gezwun-

gen find durch dic in ihrer Heimath herrs ende Un ere ' ' ' den Behörden, dcn Despotismus der Oiigatéhic und gquÉngieettskhe; gxoßen Abgaben und die starke karutirung. Däs Gerücht schreibt diesen Etnixatiderern alle Raub- und Mordfälle, an denen der ver. flossene Fruhlmg [o reich.war, zu. (B,.Z)

" Odessa; Die Arbeiten an der Eisenbahn schreiten rasch bor- Zbaxt? ,und bis zum Oktober d. J. soll die Bahn. bis Balta been. tg em.

. Schweden und Norweqeu. Stockl ol: C' ' MitAusnabme des streng skandinaöistischen, alsoaiitidext,sch1e?1'S**iblxklÖ holer -Asionbladed«,_ welches das Kabinet immer leidenschaftlichcr angreift, weil es das dänische Brudervolf so schändlich in Stich ließ bcjprechen die nieiften schwedischen Blätter den stattqehabten dä, Zollsch'en 9??abtnejtswcchscl in Ruhe. Die cinflußreiche Stock- wiemfkorlgt: ya dagligt Allchanda- außert sich in dieser Beziehung. . Es sei irrig, wenn man Dänemark rüch1 ili ' ' digung ber zwrdischetz Lande gcgen RußlandséraeYdelYietieeblxßxigdcetieVLFtdl/ZF: Lung zuicbxetbe. . Dapemark könne Schweden - Norwegen in einem solclen Rallbcbeiiioswentg Bßistand leisten, als Schwedcn-Norwegen dies sogar un)tcr' SelbßaUsopreriipg tn dem gegenwärtigen Kampfe Dänemarks c cn Deui1chland wurde haben thun können. Freilich müsse es die schweZiJÖe Nation unangbnehm berühren, wenn es heißen sollte , Dänemark woÜe m- den Dcutxchen“ Bupd eintreten, allein dabei berücksichtige dieselbe alsdann nicht tbr eignen'es Jnt-eresse, sondern erweise selbiae deni »Bruder- voiiia niir'_unctgennqugZ_Tbeilnahmc. Eine merkwürdige Uebereinstimmung bemchc ziviichen dcn.ru1mchen (Hewaltbabcrn und den U(tra-Skandinavifteti- 'do„ba.l.d cv,“11ch,uni dlc Ueberschäßung der vereinigten schwedisch -norwegisch( 5an_11chcn Streitfraftexhandlc. Erfreulicher Weise aber finde die entsprechende IlmchauunJ weder mi schwedischen noch im norwe'qischen Volke Anklang uan" babe ,ich bexanbtiich das norwegische Storthing ("Landesvertretunqö alsT xo jjch um die BenZilligung und Verwendung der Rüstungsixeldcr gehäiidelt in 941ane eeöiltgegenhg-UZHtemBéintne ausgesprochéw * ,

'. [crx ieytge.z „ät _cr, darunter -Nya da [i t Alle and .. chzlycistll'l dic Genaiitgxkett des gestern erwähnten €;Teéiegrannéis“ aTts, “hx“.ftxam“, m Betreff. der Beschießung des norweqischen Postbamps- schims *Vtieiia unweit Frederikshavn durch die Préußen, und wollen die1elbcti _sz zu?, genauen Ermittelung dcs wirklichen Sachverhalts »das Uithcil zuruckhalien.« »Afwnbladctu dagegen beutet sofort die €idOargebotene Gelegenheit zu den lcidcnschaftlichsten Angriffen gegen Reust1chland aus uiid izumi, daß die Königlich schwedisch-norweqische

ef'gicrung namentlich Preußen gegenüber endlich dieKraft entwickeln muse, anlche 1chonkläng| nöthig gewesen. d . k(_öbejtern find die Ruder - Kanonenböte, so wie verschiedene "LL Dampf = Kanoninbötc, welche unlängst behufs Exerzier- ubiisngen unter diem chZhl des Connnandeurs Egcrström aquicfen, ziiruckgefchrt. Die betreffenden Dampffahrzeuge "wcrden Proviant einnehmen, um barauf cine fernere dreiwöchige Expedition anzutreten, tiiid zwar soll dre erneuerte Uebungstour fick), wie es heißt, iiber die Kusie von Norrland erstrecken. Die Kanonen-Jollen-Dibifion lieferte dagegen "gestern an bas Kafnäscr Pulvcrmagazin ihren Pulbcrvor- Farb zuruck," und Wild heute die Abtafelung derselben beainnen. Auf der Ruckfahr't der Kiisienschiffc gcrieth eins derselben eius den Grund .und sank in den sogenannten Langbolmssund.

Dic Blatter etitbalteri ausführliche Berichte über die Arbeiten :iuf dcr Motgla-Werfte in Norrköping, woselbst bekanntlich für .)iechniing dcs Marme-Ministeriums drei Panzerschiffc dcr Mbnitor'gattung im Bau stehen. Das eine der drei Fahrzeuge ist un Gerippe fasi nahezu vollendet und zu den beiden anderen wurde am Laufe der vorigen Woche der Kiel gelegt. Die Güte der zur Verwendung kommenden Eisenplatten wird allgemein hervorge- hoben undbexisclbcn sowohl gegen Kanonenkugeln, als auch gegen ZeTJthschMc ]eglicher Gattung vollständige Widerstandskraft zu-

Dtc Stadtvertretung von Sundsvall hat bei der Regierung die Linkage von S'eebefestigtxngswcrken beantragt und die Aus- fuhrung der etwaigen Vcrthcidigung derselben zugesichert, wohinqeaen ber Staat"selbige mit dem benötbigten Gcschüß versehen soll. Aebn- liche Antrags werden ehestcns auch von den Stadtvertretungen Hu- diksball's und Söderhamn's erwartet.

Dänemark. Kopenhagen, 18. uli. i-“cute i? ier sihrcibt derUKbrrespondent der »Weser- Zeitang-c, dix) Verein'barhunä 2111er borlaustgen „14tägigen Waffenruhe bis zum 31. d. M. ange- zeigt worden. Die Morgenblättcr fügen noch keinen Kommentar hinzu, sondern sprxchcn nur übereinstimmend davon, daß wahrschein- lich eme Wa'ffcnsttllstands- odcr Jriedcnßbafis in Wien festgestellt werden wird. *

Jm Rcich§rathsxVolksthing wurden heute die Verhandlun- gba, uber den ursprünglich aus dem Landsthing stammenden eider- damschen Adreßentwurf eröffnet. Fast sämmtliche Minister waren anwesend und werden die Verhandlungen augenblicklich (24- Uhr)

_, lebhaft fortgeseßt, ja weder heute noch morgen zum Abschlusse ge-

[aiigen„ sondirn fich voraussichtlich über mindestens 3 bis 4 der ge- rböhnlicben vierstündigen Volksthings - Sißungen erstrecken , da fast sammtliche bedeutendere Vertreter. der nationalen Partei fich zum Worte gemeldet haben. Was dagegen die früher erwartete Oppo-

Beilage

langen werde. _ cht noch so viel Menschen zu stellen im Stande oder Wiklcns ist. Das Mißtrauen gegen die unfäbigc und schwache Regierung und lciber auch in Folge bcffen der Glaube an die Unmöglichkeit der Niederwerfung der Secession hat fick) in allen Volksklaffcn derartig gesteigert, daß es den “Feinden der Administration und des Krieges leicht werden wird, eventuell selbst mit Gewalt die Anbbcbung zu biniertrcibcn.

1993 Beilage zum Königlich Preußischen Staats-Anzeiger. Freitag 22. Juli

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ition der früheren Mitglieder des Ministeriums „Konrad gegen die neue Regierung betrifft, so erfahre ich ans zuverlässiger Quclic, daß BiftbOf Monrad seine Anschauung gcändext „habe und nicht länger gewillt scinsoil, dcmBluhme-Moltkcschen Kabmci ernstlichc Verlegen- heitcn zu bereiten. Für die Genauigkeit diescr Angabe scheint als- dann meines Erachtens dcr bemerkenchrtbc Umstand zu sprechen, daß Herr Monrad und seine frühei'cn chicrungZ-Kolchcn gestern zu dex Königlichen Tafel auf Schloß Bcrnstorff gezogen waren,

„Dagblabctc veröffentlicht Betrachtungen über das Benehmen ber Gesammtstaatsmänncr und der Nationaldäncn (die Bezeichnung Eiberdäncn ist hier minder beliebt) in dem lcytcn Jahrzehnt und ge- langt 31: der Schlußfolgerung, daß die Naßtibnaldäncn einem jeden gesammistaatlichen Ministerium gegeniiber mts loyal waren, wäh- rend die Gesammtftaathänner sich umgekehrt vermeintlich stets illegai zeigten, sobald die Leitung des Staatsrudcrs in deiiHändcn dcr naiionalcn Partei gcruht.

-- 19.Juli. Das Abendblatt der vBerlingSkc Tidcndca veröffent- lichte den offiziellen Text der zwischen dem dänischen Oberst Kauff- mann einerseits und dem preußischen Oberstlieutenani von Stieble andererseits am Morgen des 18. d. M. zu Christiansfeld vereinbar- ten Bedingungen fiir die Waffenruhe. Die Einstellung der Feind- cligfciten und die Aufhebung der Biokadc soll mit dem 20sten d., 12 Uhr Mittags, beginnen, und bis zum 31. d. M., Mitternachts, dauern, der Verkehr zwischen den beiderseits bcstiztcn Gebietsthcilcn bleibt unterbrochen.

Amerika. New-York, 5. Juli. Die Nachrichten vom Kriegsschauplaßc lauten durchaus nicht giinstig, troß kleiner und untergeordneter Erfolge. Grant steht nach wie vor bei Petersburg und kann weder vor- noch rückwärts. Sein rechter Flügel (18. Corps) lehnt fich an das nördliche Ufer des James River nabe Drurey's Bluff und erstreckt fich von da bis nakb Bermuda Hundred (9. Corpb), wo sein Centrum (5. CorpS) stcbt, während der linkchügcl fick) bier Meilen iibcr Petersburg hinaus (2. Corps) ausdehnt und in süd- westlicher Richtung davon bis an die Weldoncr Eisenbahn (6. Corps) stößt. In den lebten acht Tagen hat fick) die ganze Thätigkeit Grant's auf ein gelegentliches Artiklcriefeuer beschränkt, während die von ihm ins Innere des Landes aiisgcschickten Kaballcrie= Streif- züge nur mit großen Verlusten die ihnen gestellte Aufgabe theilweise erfiillt haben. Grant's Plane waren zwar gut angelegt, indessen

Wurden ste von seinen untcrgcbcncn Gencralcn böchst unvollkommen

Es heißt jcßt, daß Lincoln noch 500,000 Mann vcr-

aiisgcführt. . - ck Es möchte indessen zu bezweifeln sem, daß das Land

- 10. Juli. Einem Telegramm bes »Wolffschen Bureausa

zufolge soll dcr nnionistische General Wallace in Maryland in ciner achtftündich Schlacht geschlagen worden sein.

- Dcr »Kongrcß ber konföderirtcn Staaten bonAmc= rikau Hat ein »Maniscst iiber den gegenwärtigen Krieg

mit den Vereinigten Staaten:- crlaffen, um vor der Welt ** die Prinzipien, Welche die Vertreter der Confödcraiion geleitet haben und lcitcn.« Senates und des Repräsentantenhauscs abgefaßt. ; vorigen Session war der Entwurf von Mr. Hill aus Georgien vor- - gelegt worden und bai in dieser Session am 10. Juni nach eincr mehrstündigen geheimen Debatte die Genehmigung beider Häuser Z erlangt. Das Manifest geht augenscheinlich von der Annahme , aus, daß an ist, Wenn scheuen,

die Gcfinnungm und die Abficbtcn zu erklären, noch

Das Dokument ist in ("-mn cincr (He ammtresolution des (ck , . Schon in der

“Denken

nicht

unter

Friedensboffmmgen einstweilen nicht zu erklärt, daß die Konföderirtcn fich

es auch Wunsch nach Frieden

cinen aufrichtigen Bedingungen , die mit ihrer Ehre und der dauernden Sichersteüung

ihrer Rechte verträglich sind, auszusprcck)cn,a Die Griinde der Secession

enthält folgender Paragraph: -Wir waren gezwungen, die politische Yerbindung mit unseren früheren Bimdesgenoffcn abzubrechen, weil 11?- die Jundamental-Prinzipien unseres Unions-Vcrbandcs mit ihnen angriffcnu, und an anderer Stelle: 'die nothwendige Beschü§ung ererbter Rechte und licbgcwonnencr Institutionen“ angeführt, am Schluß heißt es: '

»Das wildeste Gemälde, welches fich eine kranke Phantasie jemals aus- gedacht bat, kommt der Tollbeit nicht gleich, welche von der Bcficgung von acht Millionen Menschen träumen kann, die eines Sinnes entschlossen find, »lteber als Freie zu sterben, denn als “Sklaven zu kcbcnee, und die fich schon '

eine Warnung geschöpft haben aus dem Geiste der Wildheit und der Ver- becru11g,.mit weichem diescr Krieg gegen fie geführt wird, und aus den ibahnfinmgcn Geständnissen, welcbe ihnen für den Fall ihrer Unierjochung eme mehr als ägyptische Gefangenschaft drohen.«

Klinsi und Wissenschaft.

'“; Dcr Preußische Kunstverein in Berlin, der seinen Mitglie- dern fur „den jährliMn Beitrag von 12 oder 24 Thalern ein' durch „das Loos bestimmtes Oclgcmäldc liefert, batte für die 10 Hauptgewinne eine Konkurrenz ausgc1cbriebcn. Die in Folge derselben eingeliefertcn Bilderwur- den am 18; d. Mis. dem Ebrenraibe vorgestellt und entschied sich dieser für dcn Ankau] der von den von Professor Steffeék, JUZ Schulz, Carminke, Johann, Chevalier, Bennckensiein, Bayer, Büchner eingesondten Gemälde, der_cn .trsffliche Aubfiibrung von dem Ebrenratl) anerkannt wurde. Um den Mitglicdcrn die Konkurrenz - Bilder zugänglich zu machen, wurde Seitens des Vereins - Vorstandes beschlossen, wie im vorigen Jahre so auch jekt Wieder eine Extra-Vcrloosung zu veranstalten und alle diese Konkurrenz- Bildcr, so wie auch die im Laufe des Jahres bereits angekauficn Vereins- Gemälde öffentlich auszusteüen. Der Ertrag diescr Ausstellung ist zur Grün- dung cincr Untrrßüßungskaffe für hiilfsbcdiirftige Künstler oder deren Fa- milie bestimmt.

- Jn Schimmert, nahe bei Valkenburg, zwischen Aachen und Mastricbt, ist man, der «Aach. Ztg.« zufolge, am 18. Juli bei Nachgrabun- gen aiif Reste eines römischen Lagers gestoßen. Die mit Sorgfalt vor,),cnommcncn Untersuchungcn haben schon im: Entdeckung, nebst zahlreichen Knochen, auch von Waffen, Nadeln, einem schönen Rubinringe und andexen Gegenständen geführt, denen wohl noch anderes für, die Alterthumskunde Weribboilc fick) zugesellen wird. ,

. --- Zn Eisleben bat fiel) am 4. Juli ein Verein für Mansfel- dischcGeschichte und Altcrthümer konstituirt. Nach den aufgestellten Statuten ist die Aufgabe des Vereins: Erforschung der Geschichte der Graf- schaft und Ansmmnlnng auf dieselbe bezughabender Alierthümex. Dex Verein wird jährlich 4 ordentliche und je nach Bedürftiiß außerordentliche Versammlungen halten, bei denen Vorträge gehalten weiden und seltene literarische und antiquarische Schäße zur Außs'teilung kommen„ Auch_d_ie Gcschichte der Neuzeit und der gegenwärtige Zustand der Grafschaft soileu gebührend berücksichtigt werden. Zum Vorstand wurdcn „erwählt: Komuni- zienratb Bolße in Salzmündo, Landrath v. Kerßenbrok auf Helmsdorf, Landrath v. Hardcnbcrg auf Wiederstebt, Pastor Krumhaar in Helbra, Pro- fcffbr 1)1'. Gerhardt aus Eisleben.

-- Ueber den Kohlhase giebt eine Schrift des Weimarschen Archivar ])1'. Burkhardt (Leipzig, bei F. E. W. Vogel) folgenden historischen Nach- weis, wie wir einem dicöfälligcn Artikel der »Köln. Z,« entnehmen: Hans (nicht Michael) Kohlhase (nicht Kohlhaas) war kein Roßkamm, ,sondern ein Zwischenhändler in Speck, Honig und Häcingcn, und war zu C-ölln an der Spree (Berlin) daheim. Am 1. Oktober 1532 ritt er auf der Reise zur Leipziger I.)?cssc, wohin er seine Waarcn vorausgcschickt hatte, in das Dorf Wcllaunc, zwischcn Wittenberg und Leipzig, cin, bekam dort mit den Bauern blutige Händel und mußte fiiehcnd seine zwei Pferde im Stiche lassen. Zehn Tage danach kam er von Leipzig wieder und forderte von dem Herrn von Wellaune, dcm Junker Günther von Zascbwiy (nicht Tronka), seine Pferde zurück. Der Junker wies ihn an den Richter, und nun begann ein langwieriger Civilprozeß. Da der Rccbissprucb zu lange auf sich warten ließ, schrieb Kohlhase im Februar 153]c seinen berühmten Fchdebrief gegen das ganze Kursachsenland, und am 9. April brannte die. Stadt Wittenberg. Nun wurden ernstl-icbetc Anstalten getroffen, den Streit beizulegen. Am HJDezembcr verglichen fick) die beiden Parteien in Wittenberg Kohlhase leistete den Eid , am Wittenberger Brande unschuldig zu sein, und die Erben desinzwischen geßorbeneannkers v. Zascbwixz verstanden sich dazu, die inzwischen auch gestorbenen Pferde mit 600 Gulden zu bezahlen. Der Kurfürst von Sachsen verweigerte aber die- sem Vergleiche seine Bestätigung, und jeßi erst wich Kohlhase vom rechten Wege ab. Am 14. März 1535 beging er seinen ersten Landfriedensbruch in Jüterbogk und am 26.Mai steckte er eine Mühle in Brand. Nun begannen die Unterbandlungcn zwischen Kursacbsen und Kurbrandenburg wegen Fest- nahme dcs Raubbürgcrs. Kurfürst Joachim in Berlin nahm- Kohlhasc nicht gerade in Schuß, aber er wollte auch nichts wider ihn thun. Bis in den Sommer 1538 verhielt fich Kohlhase übrigens ganz ruhig, dann aber bc- gann er seine Raubzüge. Der schwerste Schlag, den er führte, war die Plün- derung 5 iarzahna's am „7. November. In Folge dessen verfügte der Kur- fürst von Brandenburg am. 2. Januar 1539, daß nun auch in seinem Lande aiif dcn Räuberhauptmann und dessen Bande gefahndet werden solle. Der. so ganz vogelfrei gewordene Kohlhase wandte sich nun persönlich an [)r. Martin Luther, den er vcrkappt in Wittenberg qufsuchte , und bat um dessen Fürsprache. Aber es war zu spät,“ Luther richtete nichts aus, und Kohlhase verfiel ganz der finsteren Macht und der Spießgcftusthast des Georg Nagelschmidt, eines ganz verruchtcn Verbrechers. Sie beide überfielen einen Silbertransport, der von Mansfeld nach Berlin ging , raubten den Schah und Versenkien ihn unter eine Brücke, die noch heute Kohlhasenbrücke heißt. Der darob schwer erzürnie Kurfürst ließ in Berlin Haussuchung halten, wo- bei dcnn auch beide Uebelihäiet gefunden wurden. Am 22. März 1540 wurden fie in Berlin wegen Landfriedensbruchs durchs Rad vom Leben zum Tode gebracht. Vondem geheimnißvollen Amulet, das Kohlhase am Halse getra en und auf dem Richiplaße zum Jammer des Kurfürsten von Sachsen vcrscb ucki haben soll, weiß die Geschichte nichts. ,

- SÖleSwig-Holftcins Wappen, sagt die »Schles. Zigx- MJ HWS“? kleines Stück Geschichte. Mannigfach verschieden sind die Wölfe“ ämwk-