1864 / 173 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

2030

Hammer am 19., Abends 9 Uhr, nach dem 'VW-, erklärte, daß er nur noch wenig Proviant habe und fich mit seinen Schiffen, von denen er bekanntlich vorher die Jollen hatte zerstören lassen, und mit seinen Leuten ergeben wolle. Darauf fertigte er am Bord des »Vliß- einen entsprechenden Befehl an sein Geschwader aus. Vom -Bliß- wurden nun Boote zur Uebernahme dcr feindlichen Schiffe abgesandt und die Offiziere und Mannschaften gefangen genommen. Eins der Dampfschiffe, der »Lymfjord-, hatte aber die Ankunft der Preußen nicht abgewartet, sondern war nach Wyk zugesteucrt und ergab fich dort den Oesterreichcrn.a

Eine Depesche der »Köln, Ztg.“ aus Rendsburg vom 24. Juli meldet: »chte Mittag wurden bei großer Parade die österreichischen und preußischen Fahnen auf dem Paradeplaß wieder entfaltet und mit vollem Hurrah gegrüßt.-

Vom Kriegsschauplaß zur See liegen folgende Mittheilun- gen vor:

- Die am 27. Juni unweit der pommerschen Küste von den Dänen aufgebrachte Brigg -Saraha, Capitain Leslie, isi 14Tage in Kopenhagen festgehalten und dann, ohne vor ein Prisengericht gestellt zu werden, von dem Marinc-Minister freigegeben. Von einer Entschädigung drs Capitains fiir den Zeitverlust und den Minder- erlös der in Kopenhagen verkauften Ladung ist bei der von den Dänen beliebten Usancc natürlich keine Rede.

- Das Prisengericht zu Triest hat in Sachen der von der Fregatte *Schwarzenbcrg- vor dem Tajo aufgebrachten dänischen Brigg *Grcthe- das Schiff und die vom Hause Don Jose Gil fiir die Ladung Gaskohlen erlegte Fracht mit 229 Lsir. für gute Prise erklärt, die Außliefcritng der Ladung an das Handlungshaus Gil fiir gerechtfertigt erklärt. '“

- Ju Betreff der Vorgänge in Rendsburg gab der preußische Bundestagsgesandte in dcr Bundestagsfixzung Vom 21. d. M. in Veranlasung des in dervorigen Nummer mitgetheil- ten Berichts dcs Ober-Komniandos dcr BundeStruppen die nachfol- gende Erklärung ab:

»Der Gesandte ift seinerseits in dem Falle, bemerken zu müssen, daß er Seitens seiner Allerhöchsien Regierung Mittheilung über die Vorgänge in Rendsburg erhalten hat, welche dieselben sehr viel ernster und beunruhigen- der erscheinen [offen, als die Anzeige des Ober-Kommando's der Bundes- truppen fiedarstellt. Danach haben Angriffe von Soldaten der Bundestruppcn auf preußische Posten und andere preußische Soldaten in den Straßen mit mehr- fachen Verwundungen stattgefunden und find die Lazarethe der Schwerverwunde- ten in der Stadt und in Baracken tumultuariscl) bedroht worden, so daß die preußi- schen Truppen des Nachts unter Gewehr bleiben und die Baracken auch noch länger beseßt gehalten werden mußten. -- In Folge dieser Ereignisse, welchen der bedauerliche Vorgang der Beseitigung österreichischer und preußischer Fahnen in Rendsburg jüngst vorangegangen, hat der Gesandte auch bereits vorläufige Weisung, bezüglich eines seitens seiner Allerhöchstcn Regierung beabfichtigten Antrages erhalten, wonach zur Verhütung weiterer Konflikte und zur Sicherstellung der preußischen Lazarcthc, sowie der Verbindung mit den diesseitigen Truppen auf. dem Kriegsschauplatz cine Aenderung der Be- sayungsverhältniffe in Rendsburg unverzüglich herbeigeführt werden sollte. - Bei gegenwärtiger Sachlage behält der Gesandte auch in dieser Beziehung seiner Allerhöchsten Regierung alles Weitere vom

- Ueber die Rendsburger Angelegenheit erhielten wir ferner aus wohlunterrichtcter Quelle die nachstehende Mittheilung:

»Schon seit längerer Zeit machte sich bei den gelegentlichen Be- rührungen zwischen Angehörigen der alliirten Armee und der in Holstein stehenden Bundesexecutions=Divifion auf Seiten der leßtcren einc gereizte Stimmung bemerkbar, die in der Lage , in welche die sächfisch-hannövcrschen Truppen durch die Politik ihrer Regierungen schon seit dem Februar d. . verseßt worden find, ihre Erklärung- wenn auch nicht ihre Entschuldigung fand. Ueber- dem rvaren bekanntlich die Bundesbefehlshaber mehrfach durch ihre absondcrlichen Justructionen gezwungen", die gegen den Feind rückende, resp. schon fcchtende alliirte Armee durch allerlei kleinliche Formalitäten, Verweigerung von Quartier 2c., zu belästigen und in ihrer Thätigkeit zu hemmen. Dabei soll gern anerkannt werden, daß, soviel uns bekannt, wenigstens von Seiten des General-Lieutenants von Hake, des obersten Be- fehlshabers der Bund'es-Division in Holstein, Alles gc- schehen ist , um troß der Bundes -Jnftructionen jene Belästigungen der alliirten Armee so wenig nachtheilig wie möglich zu machen. Andererseits aber war es auch nicht zu verkennen, daß namentlich von Seiten hannöverscher Truppen -- und wir können die Offiziere Zeider nicht völlig davon ausnehmen - dem Unbehagen über die WM militairischcn Herzen völlig verständliche fatale Lage, in welche fie durch die seltsame Politik der betreffenden Regierungen verseßt worden waren, dadurch Ausdruck gegeben warde, daß “die schlechte Laune fich gegen die Angehörigen der siegreichen akliirten Armee kehrte, wclche doch vielmehr den gerechtesten Anspruch auf die Sym- pathie deutscher Waffenbrüder gehabt hätte, und welche gewiß die sächfisch-hannöverschen Kameraden mit herzlicher Freude begrüßt haben würden, wenn es denselben vergönntgervesen wäre, an den Kämpfen gegen Dänemark Theil zu nehmen, statt bei einer längst gegenstand- sos gewordenen Execution in Holstein in gezwungener Thatenlofigkeit zu verharren, .

Einen gewiffermaßen offiziellen Llusdruck der Abneigung, wc1che von hannöverscher Seite gegen die alliirtc Armee herrschte, erhielx ;;: man zuerst durch den Vorgang in Rendsburg am 29. Junjd

Mit Recht erregte es nicht nur unter dem Publikum, sond'crri auch bei dcr verbündeten Armee das größte Befremden und den leb.

baftesten Unwtklen , als man durch die Zeitungen erfuhr, das; der JZu engagiren.

damalige Bundcs-Komnrandant von Rendsburg, der hannö. ** versche Oberst-Lieutcnant Dammers, fich veranlaßt gesehen habe, die Fahnen der alliirten Armee , welche ein Privatmann in der Freude über den Sieg von Alien mit anderen Fahnen auf-i, gepflanzt hatte, durch eine Patrouille zu entfernen. Es mag hier unerörtert bleiben, inwiefern dcr Kommandant jenem PkiVat. » mann gegenüber in seinem Rechte war und denselben ctwa Z zur Verantwortung hätte ziehen können: nimmermehr ah„ ?; durfte er fich erlauben, bei dieser Gelegenheit durch eine Jc- x waltsame Entfernung und Confiscation dcr Fahnen einer verbündeten ck Armee, die eben nach neuem Siege aus frischen Wunden blutet, auf eine so auffallende Weise zu beleidigen! - Es war daher gewj' völlig gerechtfertigt , daß das Ober-Kommando der alliirten Armee sobald es amtliche Kenntniß von dem Vorgange erhalten und daz durch die ZeitungZ-Nachrichtcn im Wesentlichen bestätigt gefunden hatte, fich sofort an den General -Licutenant von Hake mit der Forderung wandte: den Oberst-Licutcnant Dammers von seinem Posten als Kommandant von Rendsburg abzulösen und dies als. dann dem Ober-Kommando der alliirtcn Armee anzuzeigen. Gencral-Licutcnant von Hake hat hierauf diese erforderte Ge- nugthuung geleistet und S1". Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Karl die Mittheilung gemacht, daß er die Ablösung des Oberst-Lieutenants Dammcrs angeordnet habe. - Es mag wohl?:xiix'

sein, daß dieser Vorgang in engem Zusammenhange steht mit den grobrnsExccffcn, die wenige Tage später, am 17. und 18, durch Königlich hannöverschc Unteroffiziere und Soldaten gcgen preußische verübt Wurden. Aus einer -- allem Anscheine nach vollständiq VVV bereiteten - Soldatcnschlägcrci in einem Tanzlokale entivickcltén fich Straßentumultc, Königlich preußische Wachtposten wurden gröblich„ insultirt und sogar die dicsstitigen Lazarethe durch Steinwiirfe und Drohungen gegen die Verwundeten und Kranken beunruhigt; -ja am 18. Abends haben selbst drci hannöverschc, nicht im Dienst be findliche Offiziere gegen eine Königlich preußische Wachtpatrouille denii' Sabel gezogen, um die Befreiung cines hannövcrschen Unteroffiziersäi? zu erwirken, der eine Schildwache thätlich angegriffen hatte. .

Diese Vorfälle erforderten schleunigste Genugthuung, das Ober: ? Kommando der aüiirten Armee konnte es nicht darauf ankommen (affen, daß an einem wichtigenEtappen-Punktc des Heeres Angehöriger?“ desjelben von gebässtgem Neidc auch fernerhin insultirt, und die Ruhe schwer Vcrrvundcter und Kranker von Neuem durch ähnliche Tumulle bedroht wurde. Daher erhielt der Generalmajor von Goeben den.???- Befehl, am 21. d. M. mit einer kombinirten Brigade in Rendsburg'k cmzuritckcn und fich zum Herrn dieses Plaßcs zu machen. *

" Gegen Mittag des genannten Tages war der Befehl aus- gefuhrt, ein preußischer Kommandant bestellt, die Wachtcn mit]. preußischen Truppen bcseßt. Die bisherige Bundesgarnison hark!) Rendsburg kurz vor dem Einmarsch der Preußen freiwillig gerämnt,7 und ist am selben Vormittag naoh einigen südlich der Stadt gelc-Ü genen Dörfern abgeriickt.

. Wie wir ferner vernehmen, hatte Se. Königliche Hoheit dch« Prinz Friedrich Karl den Gencral-Lieutcnant von Hake am?».é 21. Morgens durch ein Schreiben von seiner getroffenen Anvrdnun m Ketintnif; geseßt, General-Lieutcnant von Hake proteßirtc gcge den Einmarsch der preußischen Truppen und soll spätcr aus West der Bundcs-Vcrsammlung noch einen zweiten förmlichen Profe hinzugefügt haben.

Wir geben vollkommen zu, daß die Lage, in welche dur Schuld ihrer Regierungen die Bundestruppen sich schon seit Begin des Jahres in Holstein befinden, eine höch| unbehaglichc und schwie rige ist, und begreifen , daß namentlich die neuesten Folgen der be-J klagenswerthen Excesse in Rendsburg diese Lage zu einer für jedes? militairische Gefühl fast unerträglichen gemacht haben, - allein eine Armee, die vor dem Feinde sieht, konnte fich in ihrem Rücken nick)t ungestraft beleidigen lassen, und konnte es ebensowenig dulden, daß an einem so wichtigen Etappenpunkte durch etwa fich wiederholendeHi Excesse ihre Thätigkeit gehemmt, ihre Verbindung mit der HeimalbKL gestört, die Ruhe ihrer Kranken und schwer Verwundeten bedroht,. wird. Mögen diejenigen die jcßige Situation verantworten, welche die Bundestruppen in eine so schiefe Posirion verseht haben! «*

» Wir schließen daran zweiNachrichtcn, die mit den Vorgängen in Rendsburg in Verbindung zu stehen scheinen: daß dem »Dresd- Journ.« zufolge »der sächfischc Kriegsminister Herr vo 11 Na b en [)drst auf Königlichen Befehl ficb am 23. nach Altona begeben hat“! und daß nach einem Telegramm der »österr. konst, Ztg.«, »General ' von Hake seines Postens als Kommandant der Bundes“ Executionstruppen enthoben worden sei.“ Wie wir erfahren; ist derselbe auch bereits abgereist. '

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., mündc gehen.

ß» derselben in den Rhein fiel, das Leben rettete, der »Köln. Ztg.- zu-

der Ritterschaft des nördlichen Cötus Düsseldorf und Aachen) warden gewählt ,

berg zu Krickrnbcck, Graf von

zu Boisdorf, Freiherr von Bourschcidt zu Rath, Freiherr von Mylius zu Linzenich, Jesberg,“ 2) zu Stellvertretern:

herr Friedr. von Fürstenberg zu Borbeck, Spee zu Haus Linnep , eventuell wegen noch nicht crlangter zehn- jähriger ». berg Adolph von Eynatten zu Haus Laubach. nahmen 71 Wahlberechtigtc

; technische Schule dahin abgeben. von der philosophischen Fakultät die Doktorwiirdc 110110115 «UM crthcilt worden,

' aufgenommen und find ' Verheirathct find, bereits am Mittwoch ' theils in ihre Heimath und zu anderen

anders erwartet habe. ._ aber durch Reckzisanschauungen entstanden, gerufen hade.

StaatSrath Schulze aus Kiel wird lcxztcrer in die Dienste des Groß-

2031

.- Das Königliche Marine-Stafions-Kommando in Danzig ausgesprochenkrs möge die Zukunft unseres Vaterlandes mittelst eines en- cht durch eine den Amtsblättern zugegangene Bekanntmachung geren AUschlu1ies an Preyße" lznd durch Preußen U! Deutschland. befestigt d. M15. eine Anzahl M aschinisicn und Heizer, und gesichert werde_n. Dre derzeit nochxschwebenden,.diplomattschrnVerhand- bereits zur See gefahren haben und sich durch gute lunge'nt, ;veléOe verxurhten, die deutsch-damsche Streitfrage zr; schlichten, find bei der Königlichen Marine kontraktlich Tesch“ ch mch d'e W9ffc"_ .der beiden Großmcichte "7 d." Trennupg d“ 59erzogthumer von dem Kontgietche Danemark faktisch entschieden. Kein Zoll breit des schleswigschen Bodens ist aufgegeben, somit auch jede Furcht ver- schwunden, daß vermöge des Aufgcbcns eines Theiks des Herzogthums Schleswig nur die Friedensbafis zu finden sei, Der Grund ist also gelegt, auf de:n mit Sicherheit das Gebäude gerichtet und vollends aufgeführt wer- den kann. Wir bitten daher, daß nunmehr die beiden Herzog- thümer Schleswig und Holstein baldmöglichst unter Eine und die- selbe Regierung gefteüt werden, jedoch unter dem ausdrücklichen Vor- behalt der dynastijchrn Rechte des angestammten Landesherrn, welcher nach der festen Yrberzeugu1ig dcs schleswig-holsteinischen Volkes kein Anderer sein k_ann undjjcm wird, als der Herzo Friedrich 7111. Nur durch eine Ge- 1ammtreg1erung kann der lang cr1ehnte Wunsch nach einer einheitlichen siqailichen Verbindung verwirklicht werden. ..... Zu der h0ben obersten QlVllbeWde des Herzogthums Schleswig, deren unermüdliches Streben und Schriffen langst erkannt worden, die troß der geringen Verheißungen Großes gewirkt hai, haben wir. gehorsamst Unterzeichnete das feste Vertrauen: zxochdieielbe werde bei deren Allerhöchsten Regierungen als nothgedrun- gene Maßregel hervorheben und dahin wirken, das;, statt“ der jeYt be- stehenden Doppelregierung dcr Herzogthümcr Schleswig-Holßein, so rasch als möglich eine einheitliche eingefiihrt werde.«

" Sachsen. Weimar, 23. Juli. Wie die -Weimarschc Ztg.- erfahrt, wird das Großherzoglich sächsischeKontingent sich in diesem Jahre an den Hrrbstiibungcu der Z. preußischen Division bcthciligen.

Coburg, 21. Juli. In der gegen F. Streit und Gustav Struve wegen der in einem Artikel der allhier bei F. Streit erschei- nenden »Arbeiterzeitunga enthaltenen Ehrenverleßung deutscher Re- genten und dercn mit repräsentativem Charakter bekleideken Bevoll- mächtigten erhobenen Anklage fand heute vor dem hicfigen Herzog- lichen Kreisgerichte die öffentliche Hauptverhandlung statt. Das Ur- theil wird erst am 27, d. M. publizirt werden.

Frankfurt a. NT., 23. Juli. Nach der offiziellen Mit- theilung über dir Bundesragsfiyung vom 21. Juli kamen Berichte der obersten Civil- und Militairbehörden des Bundes im Herzog- tbumHolstein zur Vorlage, insbesondere wegen Besetzung von Rends- bnrg durch preußische Truppen, was einen sofortigen Verwahrcnden Beschluß zur Folge hatte. Hierauf beschloß die Bundesversammlung, nach dem in dcr [ehten Sitzung von Oesterreich und Preußen ge- stellten Antrag mit Mehrheit der Stimmen , Se. Durchlaucht dei! Erbprinzen von SchleZwig-Holstcin-Sonderburg-Augustenburg durch Vermittelung ch Präsidiums zu ersuchen, eine stine Successions- * ansprüche begründende Nachweisung mit thunlichster Beschleunigung an dir BundeSvrrsammlung gelangen zu lassen. _ Nachdem von ein- zelnen Gesandten Erklärungen , Anzeigen und Mittheilungen erfolgt waren, auch der Wittwc eines früheren Bundesbeamten eine Unter- stüßung bewilligt worden war, ward dic Executionskommisfion ge- sck)c'ifts0rdnungsmäßig erneuert und wurdenvcrschiedene unvoklz'ählig gewordene Ausschüsse durch Neuwahlen ergänzt.

ITaffan. Wiesbaden, 20. Juli. In der heutigen Sißung der vereinigten Kammern führte der Präsident der [. Kammer, Prinz Nikolaus, zum ersirnmale in der diesjährigen Session den Vorsiß. Es warden in derselben mehrere Vcrwilligungen, u. a. von 188,596 Fl. für Erbauung des Bahnhof?» zu Wiesbaden, ausge- sprochen. Ferner genehmigte die Versammlung das zwischen der preußischen und der naffauisrhcn Regierung getroffene Abkommen über die Mitbenuxiung der Telegraphenlcitung längs der Lahn- bahn Seitens der ersteren. Bci Berichterstattnng über die Priifung der Llusgaben dcr Landessteuerkaffe im Jahre 1862 mit Ausnahme der Rcchmungen dcr Militairverwaltung und der Landesregierung wurde der AUSschuß-Antrag genehmigt, die Regierung zu ersuchen, in Zukunft Ausgaben für Trarisport der Mitglieder des Staats- Miniftcrinms zu den persönlich zu erstattenden Vorträgen bei Sr. Hoheit dem Herzog nicht mehr eintreten zu lassen.

Württemberg. Stuttgart, 24. Juli. Nach »Wolff's Bürcana wurde in der gestrigen Sißung dcr Abgeordnetcnkammer die Adresse an den König, welchc verschiedene Wünsche und Forde- rungen, namentlich cincr Reorganisation der Justiz und einer Re- vision der Verfassung enthält, mit 85

om 5ten welche als solchek " eugniffe aquetsen konnen,

Posen , 22. Juni. Durch das Ober =Präfidium find neue Wahlen zum Provinzial-Landtage ausgeschrieben worden, die schon am Ende des laufenden Monats stattfinden sollen.

Stettin, 22.Juli. Das russische Uebungsgcschwader, welches heute in Swinemünde ankommen sollte, hat des niedrigen Wasserstandes wegen dort nicht einlaufen können. Es wird, einer telegraphischcn Mittheilung der *Oder- Zig»: zufolge, nach Trave-

Coblcnz, 23. Juli. Ihre Majestät die Königin hat dem Brückenaufsehcr Hagelstein von hicfiger Rheinschiffbrückc, welcher am 12. d. M. cinem Manne, der aus Unworfichtigkrit von folge, durch ihre hier wcilende Palastdame, Gräfin „Haacke, ein an- sehnliches Geschenk überwachen laffcn. _

Düsseldorf, 23. Juli. Bei den Ergänzungswahlcn fiir die nach Ablauf der Wahlperiode ausscheidenden Abgeordneten und Stell- vertreter zum rheinischen Provinzial-Landtage im Stande

(der Regierungsbezirke beziehungsweise wieder- gewählt: 1) als Abgeordnete: &) fiir den Regicrimgsbezirk Diissel- dorf (Hraf August Von Spee zu Heltorf,“ b) im A(lgemeincn: Frei- herr Raiß von Frenß zu Garath, Graf Rudolph von Schues- Nellesscn-Kclleter zu Aachen, Freiherr von Leykam zu Elsum, Freiherr Julius von Dalwigk Freiherr von Rigal-Grunland zu Go- 3) für den ehemaligen Regierungs- Bczirk Clevo: Friedr. Effcrtz zu Pont, l)) im Allgemeinen: Frei- Graf Ferdinand von Befißzeit in zu Eicks, Gustav von Franken zu

Bezug auf lcßtercs, Freiherr Joseph von Sy- Diiffeldorf, Freiherr

An dem Wahlakt Theil.

Bonn, 23. Juli. Der Privatdozent Dr. Hermann Vogel- sang ist als Professor der Mineralogie und Geologie an die poly- zu Delft berufen worden Und wird im Oktober - Dem bekannten Botaniker Leopold Dippel isi

Gccstcmiindc, 23, Juli. Die Schiffs- zimmerlcutc , welche am Montag ihre Arbeiten wegen zu nie- drigen Lohnes cinstclltcn, haben dieselben bis cht noch nicht wieder die auswärtigen jiingeren Leute, welche U11- und Donnerstag größten- Wrrften abgereist. (N. Hann. Ztg.)

Oldenburg, 19. Juli. Eine Landesversammlung dcr schles- wig-holftcinischenLlusschiiffe beschloß eine Resolution und eine Adresse an den Großherzog, welchc beide sich gegen die Ansprüche des Groß- herzogs erklären. Der Deputation, welche die Adresse Überreichte, sagte der Großherzog:

Er danke für dcn Llusdruck der Anhänglichkrit und des Vertranens, WelcheZ ihm ausgesprochen sei,“ was er auch von seinen Untrrtbancn nicht Er bedauere den Konflikt gleichfalls. Derselbe sei die der Großherzog nicht hervor- Ucbrigens hrgc er die Uebcrzcugung, daß die schleswig - hol- steiniscbe Angelegenheit, welche jeßt eine. deutsche innere Sache sei, und bei der er, der Großherzog, auch sein Haus zu Vertreten habe, ihren befriedigen- den Ausgang nehmen werde.

Von den hier weilenden Prof. Pcrnicc aus Göttingen und

Hannover.

herzogs treten.

Hoistein, 21. Juli. Das Verbot des in Hamburg erschei- nenden Blattes »Die Nessela ist durch Beschluß der Brindes- Kommissare fiir die Hrrzogthümer Holstein und Lauenburg unter dem 19. d. M. wieder aufgehoben worden.

Ratzeburg, 22. Juli. Morgen wird die Einführung des neuernannten Regierungspräfidentm für das Herzogthum Lauen- burg, Grafen Kielmannsegge, durch die Herren Bundes- kommiffarc stattfinden.

Schleswrg, 21. Juli. “In einer Versammlung von 32 Guts- und großen Grundbefißern des Herzogthums Schleswig , welche nach Schleswig berufen war, ist, der »Jlensb. Nordd. Ztg.- zufolge, eine Petition an die Civilbehörde fiir das Herzogthum Schleswig Zugleich mit einer Aufforderung an die Holsteiner, einen gleichen Schritt bei den Bundeskommiffarien in Holstein zu thun, beschlossen Wordcn. In der Petition heißt es:

»Vor wenigen Wochen hat das Herzogthum SchleSwig gegen Seine Majestät den König von Preußen den Wunsch und Willen allerunterthanigft

gegen 1 Stimme angenom- men. Des Abgeordneten Ocfterlcin Antrag auf ein Mißtraucns- Votum gegen das Ministerium Linden wurde mit 78 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Nächsten Dienstag wird die Ständevcrsamm- lung auf unbestimmte Zeit vertagt werden. Die Berathung dcs StaachauEhaltZ-Etats diirfte bis zum Herbst ausgeseßt bleiben. -- Der König bcgirbt sich morgen nach Ulm zur Revue , die Königin nach Ostende.

Für unser Militair, schreibt man _der »Karer. Ztg.-, iind plöleich alle Lieferungen zur Uniformirung fiftirt worden, da hierin große Veränderungen eintreten sollen. So sollen die Offiziere ihre Epaulctten verlieren und die Gradauszeichnungen nach österreichischer Art am Kragen angebracht werden. „Auch die Tuchfarbe der Uniform soll eine Aenderung erleiden, Eben so werden die Aufschläge bei jedem Regiment eine andere Farbe erhalten. Das Feldjäger-Corps soll ansehnlich vermehrt werden, dagegen die Leibgarde zu Pferde ganz eingehen.