1864 / 179 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Nichtam-tlick»: s.

Preußen. Berlin, 1. August. Ihre Majestät die Königin begiebt Sich am 1. August zum Besuch Ihrer Majestät der Kaiserin von Rußland nach Schwalbach und dann auf Ein- ladung Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Groß- herzogin von Baden nach der Insel Mainau im Bodensee. Für die nächsten 4 Monate übernehmen die Hofdamen Gräfin Schwerin und Gräfin zu Lynar den Dienst.

Berlin, 1. August. Vom KriegsschauplaYe bringt die 'Hamb. Börsen-Halle- folgende Schilderung eines von Düppel und Assen zurückkehrenden Südschleswigers:

-Aus den Bewegungen des Militairs, das zu den verschiedensten Zwecken mit Baucrwagcn und eroberten Gefährten jeder Art um- herzieht, so wie aus den ausgestellten Artillerie- und Munitionsparks, für welche meistens ungemein gut gelegene Pläßc gewählt find, er- kennt man den Krieg, sonst aber steht man wenig 'von zerstampftcn und zerstörten Saaten. Die von denDänen gemachten Einschnitte in Wege und Chauffeen find kaum noch zu erkennen, selbst die Laufgrä ben Und Parallelen dcr Belagcrer von Düppcl find wieder zugeschüttet und gehen nur gleichsam als Wege zwischen den sonst ungestörten wogen- den Saaten hindurch, An den Rändern der Koppeln find Wall, Graben und Hecken schon wieder hergestellt, an den Rändern der Hölzungen sieht man noch breiterne und lcinene Marketenderbnden, und die in Brusthöhe gefällten Stämme verrathen, daß sie nicht vor der Axt „des Forstmmmes gefallen find; das zertretcne Stroh an der Waldgrenze bezeichnet die Lagerpläße der Truppen unter dem Schuß der Bäume. - Dic Gipfel der Düppeler Höhcnkctte, auf der die Schanzen standen, find natiirlich zertreten nach allen Seiten, nur |ellenWeise steht das Korn, dic Schanzen find auSgcebnct, nur an der nach Sonderburg gewendetcn Seite ist hie und da ein Stiick des Grabens geblieben, die Blockhäuser, Pansaden und alles Holzwerk ist verschwunden, ein einzelner gar zu fest eingetricbcncr Balken vcr- räth hie und da durch die Splitter, die aus der Erde ragen, noch die entseßliche Wirkung der Kugeln. Dic zersprengtcn Geschoffe find verschwunden und theilweise schon auf den Hofräumen dcr Flens- burger Eiscngießereicn zu ffnden, theils aufgehäust bei einem be- wachten ArtiUericpark, von wo fie zum Verkauf kommen. - Die Stellen 'der einzelnen Schanzen erkennt man jetzt nur noch aus der Bodengestaltung, die sehr bestimmt auf die zu wäh- lenden Pläße hinweist und aus den gesprengten: Pulverkammern, Welche sehr gut angelegt gewesen find und aus Konkret von Port- land Cement mit Granitschlag von der Größe der Chauffeestcine gc- gossen waren. Am Strande find die Vrrhauc von Busch theilweise Weggeräumt,'und die Lage der Gammelmarf -Battrric, wclche dcn [“ck-Zürn Sieg der Stürmendcn vorbereitete , am Gcgcnufer dcs Wenningbund, erkennt man nur noch aus dem Vorgebirge, auf dem sie angelegt war. - Die Häns er in der nächsten Umgebung der Schanzen, meist gänzlich de- molirt, werden schon rüftig wieder aufgebaut, die viel- besprochenc Mühle, dercn Trümmer äußerst malerisch sich aus- nehmen, ist noch nicht in Angriff genommen, aber das Wohnhaus des Müllers ist schon unter Dach. _ Die Briicke nach Sonder- bUrg ist eine der merkwürdigsten in ihrer Art, da fie aus aufge- takelten kleinen Segelschiffen der verschiedensten Bauart und der ver- schiedenften Flaggen besteht und man also mit dem Wagen durch die Räume fährt, die gewöhnlich das Großsegel einnimmt, Sie ist gut gebaut, gestattet aber keine Begegnung von Wagen. Die Schanzen um und bei Sonderburg smd der Erde gleich gemacht, ein Theil der Schüßengräben in dem schweren Lehmboden ist noch offen und dicffcit und ]mseit des Sandes ficht man durch einfache Kreuze dieGräbcr der Ge- fallenen bezeichnet, auf denen das dankbare Land hoffentlich wür- dige_Monumente errichten wird. Spanische Reiter mit theilweise abgehauenen, theilweise verborgenen Messern stehen noch in allen Ecken und Winkeln umher, vorzugsweise aber erkennt man die Zerstörung des Krieges noch in den Trümmern des südlichen Thei- les von Sonderburg. Die Zerstörung ist allerdings nicht gering, „macht aber doch nicht den entsehlichen Eindruck, den eine halb abge- brannte Stadt macht, und da" man von den Bewohnern hört, daß ..die Schilderungen von getödteten friedlichen Einwohnern übertrieben sind, so reducirt sich der Schade hauptsächlich auf eine Geldfrage. Die Zerstörung ist besonders dadurch bedeutend geworden, daß die meisten Häuser sehr leicht gebaut , größtentheils von Stän- derwerk, und nur in Lehm gemauert find , daher die ersie treffende Kugel nicht ein Loch reißt, sondern meistens das ganze Gebäude so- fort in einen Schutthaufen verwandelt, Man ficht viele ganz zer- störte Häuser, die nur von einer Kugel getroffen siiid. Von dem “äußeren Elend, das der Krieg sonst den Bewohnern eines Landes .bringt, war wenig zu sehen, Bettler oder Obdachlose sah man nicht sund Alles schien durch den endlichen definitiven Abzug der Dänen beglückt und" zufrieden , die Anwesenheit der Truppen bringt viel Verkehr und Nahrung und gleicht im Verein mit den wohlthätigen Spendrn den über das Ganze erlittenen Schaden reichlich aus, WWU auch hie und da der Einzelne zu kurz kommt.-

- Indessen während die “Folgen des Krieges in Schlesw mögxizsi ßhnekl und unter Verbesserungen der früheren Lage Wirg- schwmden , wollen andere Uebel nicht so leicht weichen. Dem 'Al- tonaer Mcrfur- schreibt man darüber aus Flensburg:

,Es ist auchsin maicrieUer Beziehung während der deutschen Verwa[.' tung des Landes tn verhaltnißmäßig kurzer Zeit viel reformirt und gebessert worden,“.aber auch die allerbeste und vortrefflichsie Regierung vermag oft nur wenig, wenn 'nicht das Volk ste unterftüyt, und es scheitert der beße Wille am allgememeq pasfiven Widerstande. Das erleben wir hier in Be- zug auf Landes- und Reichsmünze. Gcseßlich ist die Landesmünze wieder eingeführt worden,“ aber aUe Welt rechnet, kauft und verkauft im täglichen Verkehr

heamtr, Zoll, Post, Eisenbahn 2c.,' hier, wie fast überall, wo Preise :; öffentltcl) angezeigt werden müssen , wird dem (Heseye nachqelebt. Daqeqex; wird qber durchweg in allen Läden„ in Apotheken, im Wirtbshause, *im öxfentlrchen Handel und Wandel auf dem Markt und in den Straßen nur ii) Reichsmünze verkehrt und mit einer Suffisance, ohne auch nur hinzuzu. sagen, daß diese Münze gemeint ist, darin gefordert“, als wenn es weder G'esey no&) Courant in der WM gäbe," auch in der (alten) »Flensb. thtunga können Sie noch Preisangaben in dänischer Münze fin. den. Wohl giebt es unter Unseren Kaufleuten und Gastwirthen einzelne ngs11ah_mcn,' aber diesc smd so selten, daß sie eben nur zur Bestätigung des! Gesagten" der Regel dienen und auch ihr Wollen ist nur eine Veüeität Br: den Yanixchgefinnten Händlern, fährt derjenige, welchcr Landes; munze nnt* .1tch führt, erst recht schlecht, hier gilt ein Ham. burgrr L'lchtjchjllingsftück nur 7“; Schilling (24 Schillinq dänisch) und es _1s_t m hohem Grade charnkteristisch, daß man Hie Hamburger Schillinge »Dreischiliingsstückca nennt! -- Fragen Sie nach d'em Grun?) dieser _wenigstens im deutschen und patriotischen Publikum sektsamen ErsNetnung," 10 ist ein zwiefacyer anzugeben. Erstens ist die Rechnung in dam1cher Murize durchweg für die Verkäufer vortheilhafter - dic Beset- gefinntcn meine:) nicht grgen drn allgemeinen Strom schwimmen zu kön- nen -- und zweitens ist die Berechnung in Reichßmünzc-nicht verboten.-

. - Der »Sckvvarzenbcrgu hat am 29.Juli, Bremcrßafrn vcr- laßeu, iim nach Cuxhaven abzugehen.

_Dtc Fortdauer der Rüstungen der Dänen, von denen der Korrcipondcnt der »Jndépendancea meldete, wird auch von an- derer Seite, dnrch cin Schrcibcn aus Christiansfcld an die »Augsb.'AUg, Ztg.- bestätigt. Es heißt darin:

»Die Dä1ien legen seit dem 20ften d., also seit Beginn der Waffenruhe, langs der ganzen Küste Von Fünen im Belt Sce- tiitncn, was fie iiicht wagen könnten, wenn die zahlreichen Batte- rircii ge.,zogcner Gcsthüße am diesseitigen Ufer, von Friedericia an bis hinab tiber Stendrrnp, dagegen Protest einlegen diirften, woran fie ebrn die Waffenruhe verhindert, wenige wohlgcziclte Schüsse Wurd'rn' andernfaUs die Boote verschcuchcn, die man täglich beschaftigt steht, im Schußbercich jener Battericen die Minen- Apparate zu' legen. Ferner haben die Dänen erst dieser Tage aus Schweden Line Anzahl gezogener Hinterladungs - Geschüßc erhalten, 71th dxnen 11e sich nun besser vertraut machen können. nicht ubersehcn werden, daß Gencral-Zieutcnant von Hegcrmann mit srmem Truppcncorps vom Lymfjord nach Fünen gezogen und daselbst die gesammte dänische Arnieevereinigtjvurde, wie denn auch fcrnereNach- richten sagen, daß die Tage seit der Waffenruhe eifrigß verwandt werden, mn dic begonnene Reorganisation dieser Armee zu voUenden und Juncn mich aUcr Möglichkeit in Verthcidigungszustand zu seßcn- &, Von dem dänischen Marineministerium ist unter dem 88. v. M. der Bericht des Orlogscapitains Muxoll über den in der Nachtauf_dc1129. Juni erfolgten Uebergang der Preußen im ck 2111 en veröffentlicht. Dieser Bericht ist troß seiner Verspätung nisofcrn von Interesse, als aus demselben hervorgeht, daß dänischer- seits; folgende Kriegsschiffe bereit lagen, um den Uebergang des Jein- es uber den Alscner Sund zu vrrhindcrn: 1) das Thurmschiff "Rolf- Krakcn, 2) das Linienschiff »Jrcdcrik W.“, 3) der Kriegsdampfer

»Herthaa, 4) die Kanonenboote »Willemoch »Thurm und -Bqu-, .

5) die Kgnoncnschaluypcn Nr. 17, 18, 19, 21 und 22 und 6) die Haiwnciqollcn *KOldmgct und »Baagöa. Es ist bekannt, Wie wenig diese zahlreiche Flottille geleistet hat.

- Ju Betreff der RendSburger Angelegenheit bemerkt das »Drcsßner Joyrnal- , daß in der Erklärung Preußens am Bun- destage,.wre fie m Dresden vorlag, der Saß nicht enthalten ist, welcher in dem auch von uns iibernommetxen Artikel der »Nat. Ztg- fich befand und also lautete:

" ,»Es sei übrigens von Seiten des allürten Oberkommando's die Zu- ruckztchung (der Bundesiruppen) nicht verlangt worden, und da die Gründe derselben nicht mehr obivaltcten, so sei selbßverständlich auch gegen die Zincxkehr der Executionstruppen nach Rendsburg kein Bedenken vor- an en.« '

Zur Sache selbst entnehmen wir der rN'ordd. Allg. Ztg.“ den folgenden Auszug aus dem amtlichen Bcricht_ der Rendsburger Polizeibehörde :

Am 17. (Sonntags) Abends fand in dem Tanzsaale des Schüßen- Hofes vor dem Neuthor eine Schlägerei zwischen hannoverschen und sächfi- cher) Soldaten einerseits und preußischem Militair andererseits statt. Die Polizeibehörde spricht die Besorgniß der Wiederholung dieses Konfliktes aus und bemerkt, daß ein gutes Einvernehmen sich eher zwischen Sachsen und Preußen, als zwischen Preußen und Hannoveranern aufrecht erhalten lassen durfte. Die bevorßehende Entfernung der Hannoveraner aus der Stadt

. y;: Ruhe

_- bieten,“ _ nach dänischer Münze! Selbstycrständlich bezieht dies fich nicht auf Hebungs. Zhalltxnde allgemeinen Hurrab “' aae

; kennen. * mm in offenes Handgemcnge

der Säbel und Bajonette von einem ernsten Kampfe. " ' txouille von einem Unteroffizier und vier Mann wurde, achck 11e 11ersuchxe,_m _ den Saal zum Schutze der Jhrigcn zu dringet), sofort umringt, uberwaltt'gt, aus dem Saale gedrängt und im Freien gcnußhandclt. Der. Kanipf zrog iich nun aus dem Saale ins Freie, wo die.Hannovrraner das kleine Haufletn oon 20-30 Preußen mit Steinen und Knirtteln angrtffrn. Der mezwrrth vrrsxhloß ' nun sein Haus und die Fenster, um ne vor Demoliruxig zu schung Diezyan- "Y novcraner und Sachsen, zum Theil mit Knüttcln brwaffnei, zogen "ck nun unbe- heUigt nach der Stadt zurück. DieBlutspurcn m dem Saale zeugten von der Heftigkeit des Streites. . 9Uhr Aßends der Streit in der Stadt selbsi, m der Gegend des Neuthors

Endlich darf *

“. Konferenzfiyung vom

21.13 -

mehr Befriedigung erregen, wenn nicht gleichzeitig die Nachrichk ein-

daß andyre hannoversche Truppen als Ersaß nachfolgen ryürdexi.

I„ der Abwesenheit derselben liegt eine wesentliche Garantrc fur der.- Stadt. Aus dem ferneren Berichte geht hervor,

daß zwischen 5 und 7 Uhr auf dem Tanzboden Alles in Ruhe vor'stcb ge- ange" sei, Preußen waren in geringer Anzahl anwesepd. anchen 7 ?md 8 Uhr drangen Sachsen und Hannoveraner ohne Weiteres und- ohne Entree zu zahlen in den Saal und ließen die Exccutionstr-uppen hoch leben.

? DjeAufforderung eines preußischen, zur Aufsicht kommandirten Unteroffizicrs

»Der Kerl will uns das Hurrah ver- zurückgcäviescn und mit einem beantwortet. Die Ueberfüllung dcs bestimmten Zeit ließ sofort eine Verabredung er- der Zulauf und der Konflikt brach In dem Gewühle zeugte das Blitzen Eine preußische Pa-

mit dem Rufe:

urRuhe wurde ' nut dem Preußen!“

hinaus

ciner Um 9 Uhr Vermehrte fich aus.

Am folgenden Tage , den 18th, scxzte sich gegen

,-

'und, wie in dem Berichte ausdrucklicb hervorgehoben wird, »in der. Gegend ? der von den Preußen als Lazareil) [*enußzten Varackena werter fort.

Eine

Menge Militair bewegte fich, nachdem ein Preuße durch Executionstrnppen arretirt worden war, weil er ' _, . d, l). angerannt haben solktc, nach dem Jungfernstieg. „Zier kam esuzu emem Z“. blutigen Kampfe, in dem mehrere Preußen verwundet wurden, wahrend der Kominandant noch nicht einmal Meldung über den Tumult erhalten harre. als dies gcscl)elycn war, wurde zwar dchapfcnstretch gc1chlagrn, es konnte aber dadurch nicht verhindert werden, da); fich in einzelnen Werken der Stadt die Konfiikte wiederholten. _ "

zaretbe und weil DWHungen ausgestoßen waren, diese zu siurmcn, traf der preußische Befehlshaber dic umfaffendsten Vorkehrungen. Militair eilte im Gcschwindschritt von den Dörfern nach der Stadt und bivouakirte am Ncntbor.

angeblich einen Hannoveraner »geschrtps't«, Erst

In Folge des Tumultcs in der Nähe der La- Das preußische

Die Rekonvaleszenien in den Lazarcthen erhielten

Waffen. Die Polizeibehörde bemerkt, daß Aenderungen nothwendig seien in den Besaßungsverhältnissen, Wenn die Zu“: niclit Schauplaxz eines fort- währenden Krieges sein solle.

Ueber die Konferenzen in Wien meldet die »(chcral-

Hi Corrcsp.- unter dem 30. Juli.“

Die auf gestern anberaumt gewesene Konferenzfißung mußte aus denselben Gründen, ivcslmlb eine solche am Donnerstag uicht stattfand, auf heute Nachmittags . .Herren Bevollmächtigten kamen zwar gestern zusammen, aber m eine förmliche Berathung konnte, wie gesagt, aus Mangel an gc- nügcndcn Vorlagen nicht eingetreten werden. Wie mo_n “ver- nimmt, liegt die Schuld der Verzögerung an dchchwterigk'etr dcr tclcgraphischcn Verbindung mit Kopenhagen , dic hckanntlxch gegenwärtig nur vermittelst großer Umwege bewerkstcütgf werdcn

kann. - Dasselbe Blair meldet nach einem Telegramm dcs »Wolffxchcn

Bürcaus« unter dem 31. Juli:

Heute hat abermals einc Konferenzfiizung ftattgcfundrn. In der herrlich französischen AUZgabc dcr »Gc11cralkorrc1p0ndcnz

_)"; aus Oesterreich- hcißt cs:

Aller Voraussicht zufolge dürften längstens binnen 48 SUM- den die Friedensyräliminaricn und demnächst ein Waffenstillstand unterzeichnet sein. .

Inzwischen ist, nach Mittheilung dcr »Wicncr Zeitung“, in der 30. die Waffenruhe bis zum 3. August ver- längert worden. _

Nach tclegraphischrn Mittheilungen fand in Kopenhagen am

* 30. Juli unter dem Vorst“ c des Königs in Folge eines am Tage

vorher aus Wien eingetro enenTclcgramms cine Staatsrathsfiyimg statt, und der frühere Finanzminister Etatsrath Fenger war am 31. in Lübeck eingetroffen, um sick) nach Wien zu begeben.

»Flyvcpoftena meldet, was den Abschluß eines Waffenstillßandes anbelangt, heißt es, daß die deutscheanroßmächte dic Bcstßung einiger Punkte in Jütland, ichrunter Friedericia und Aarhuus ge- nannt wcrden, verlangen. Daß die Verhandlungen darüber Schwie- rigkeiten darbictcn werden, ist vorauszusehen. Indessen hoffte die dänische Regierung doch auf ein baldiges “Ergebsniß der Konferenz, und wurden (vergl. Kopenhagen) dc-Zhalb die weiteren Verhandlun- gen imLandsthing über die Adresse ausgeseßt.

-- Ein noch so eben eingegangenes Telegramm des Wolff'schcn Bitreaus aus Wien vom heutigen, dessen Richtigkeit zu vertreten, wir diesem überlassen müssen, meldet:

Die Bcrhandlungcn in der gestrigen Konfercnzfißung find bis zur Unterzeichnnug der. Friedenspräliminaricn und des Waffenstillfiands gedichen. Als (Hrnndlagen des Friedens bc- zeichnen dieselben: Vollständige Abtretung der Herzogthümer mit

2); Uhr Vertagt werden. Die .

* gassenthorc ankommen und wieder abgehen.

Einschluß der jütischen Enclaveu, eine AWhme bildet. nur das Amt Ribe. Die Insel Alsen ,und die Nordseeinseln bleiben b'éi Schleswig, die Ostseeinsel Arroe fällt an Dänemark. Von Rise aus soll behufs der Herstellung einer strategischen Grenze eine Grenz- rectification erfolgen, welche jedoch die. Integrität und die Einheit der Herzogthümcr nicht beeinträchtigt.

BreZlau, 31. Juli. Or. Schlegel, bisheriger Direktor der naturfvrschenden Gesellschaft in Altenburg, hat den Ruf als Direk- tor des hiesigen zoologischen Gartens angenommen.

Falkenberg, 30. Juli. Auf den Staatßministcr a. D. Gra- fen Piicklcr auf Schedlau wurde am 27. in seinem Forst auf dem Wege von liier nach Gr. Guhrau von zwei Männern und zwei Frauen ein Raubanfall gemacht, bei welchem derselbe mehrere nicht unbedeutende Kopfwundeu, eine Verbiegung der Rippen erfuhr und seiner Baarschast und Kleider beraubt, aber wie es scheint, glücklicher- weise nicht lebensgefährlich verwundet wurde. Die Thäter ß'nd ent- deckt, ergriffen und zur Haft gebracht.

Kienitz (Oderbruch), 27. Jitli. Nach der oOstsee-Ztg.a scheint das Projekt der Erbauung cines Winterbafens bierselbst, wofür die Königliche Regierung zu Frankfurt seit längerer Zeit zur Erleich- terung der Oderscbifffahrt bemüht war, in Erfüüung gehen zu wollen. Der Gescklschast, welche den Bau zu Übernehmen gesonnen ist, wurde eine Beihülfe aus Staatsmittcln dazu in Aussicht gestellt

Magdeburg, 30. Juli., In Folge der Bewiiligung eines Beitrags von 1000 Thlrn. aus der Kämmerei für die Kronprinz- Stiftung ist, dem »Magdcb. Cork,: zufolge nachsteßcndcs Schreiben Sr. Königlichen Hoheit des Kronprinzen an die Stadt- verordneten eingegangen:

An den Obcr-Bürgcrmeister Herrn Hasselbach zu Magdeburg.

Als ich mit dem Aufruf vom 18. April 6. mich auch an die Skadi- gcmcinden wandte, habe ich nicht daran gezweifelt, daß Magdeburg fich meinem Bestreben anschließen werde, das Loos dcr Verwundeten sorgen- freier zu gestalten, als es durch die Zuwendunsen aus allgemeinen Staats- miitcln geschehen kann, dennoch ist es mir Bedürfniß- , der Kommune für die zu dem Zwecke dargebracbie Gabe von Eintauscnd Thaleru noch meinen besondern Dank auszudrücken und [affe ich denselben hiermit auf die An- zeige vom 26. v. M. an Sie, Herr Obrr-Vürgermcister, den Magistrat und die Stadtverordneten gelangen. Neues Palais, den 10. Juli 1864.

_ (gez.) Friedrich Wilhelm, Kronprinz.

Solingen, 28.3110. Die hiesige Handel?;kaumwr' hebt in ihrcm [exztcn Jahresberichte besonders hervor, daß die solinger Meffer- scixuicdcwaach fich augenblicklich den Sheffieldrr würdig zur Seite stellen können, und rügt dic Bcnußung fremder Marken als einen Mißbrauch, dem mit allem Ernste entgegen gearbeitet werden müsse. »Mit AuSnahme von Tischmcssern und Rafirmessrrn, deren Her- stellung in England nach anderen Methoden wie hier betrieben werde, sei Solingen vollkommen befähigt, eine an Güte der Shef- fielder gleiche Waarc zu mitunter erheblich, billigerem Preise zu liefern.--

Cöln, 28. Juli. Täglich trcffrn am Central-Personm-Babn- hose durchschnittlich 4000 Personen cin, während die Extrazüge mit Pilgern auf der alten Siation der Rheiuifchen Eisenbahn am Trank- (Hestecn brachte ein Extrazug von Geilenkirchen eine große Prozession, heute-Morgcn um 8 Uhr zog unter vielen anderen eine solche von Kevelaer, eine der größten Prozcsfioncn, welche wir bis dahin salzen, mit einem Musk- corps und Gesangehor in den Dom und später durch die Stadt. Fiir morgen ist ein Extrazug von Crefeld angesagt, für welchen fich vorgestern schon 1600 Personen angemeldet hatten. Aber am nächsten * Sonnabend und Sonntag wird der Andrang den Gipfel erreichen. Am Sonntag gegen 6 Uhr Nachmittags wird eine feierliche Prozession mit allen Reliquien des Domes unter Verhei- ligung dcr Geistlichkeit der Stadt Cöln, der anwesenden Bischöfe Tc. durch die Stadt ziehen.

-- 31. Juli. Nach der »Köln. Ztg.“ hat Ihre Majestät die Königin Augusta beim Scheiden aus der Flora dem Ver- waltungSrathe dic huldreiche Mittheilung gemacht , daß Allerhöchst- dicselbc in Berlin eine Base in riesigen Dimensionen mit dem Bilde der Allerhöchften Protektorin in Relief als ein bleibendes Zeichen Königlicher Huld gießen (affe. Eine. andere große Gruppe, Neptun mit Delphinen darstellend, ist für die FLora bereits ange- kommen. Dieselbe ist von Ducel in Paris als. Mittelstück für die Fontaine dcs Winrergartens ausgeführt worden und ein Geschenk dcr Herren Gcneral-Konsul Rautenftrauck), Direktor Dag. Oppenheim und Stadthrordneter Franz Heuser.

Schleswig. Das neueste »Schleswigsche Verordnungsblaita cnthält eine Verfügung der Civil-Commiffaire, nach welcher der Unterricht in der Gelehrtenschule in Hadersleben in deut- scher Sprache ertheilt werden soll, die dänische Sprache sokl jedoch einer der wesentlichsten Lehrgegenstände bleiben.

Lübeck, 30. Juli. Großfürst Konstantin ist mit seinem