- Nach der vPonim. Zeitung- beträgt die Zahl der ßimmberechtigten Bürger unserer Stadt zu den „im November d. J. stattfindenden Stadtverordnetcnwahlen 4933, hiervon kommen aus die 1. Abtheilung 308, auf die 2. 858 und auf die 3. 3767 Stimm- berechtigte. , , „
* Halle, 1. August. Mit dem vorgestrigen Nachm11tagszuge.1si der Großfürst Konstantin von Rußland mit zwei rusfischen Prin- zen auf der Eisenbahn von Magdeburg nach Leipzig hirFK-dchhpIfirt. 3 . . .)
Hamm, 30. Juli. Wie die "Elbers. Ztg.« erfährt, sollen die diesjährigen Regiments -Ucbungcn des 7. Westfälischen Infanterie- Regiments Nr. 56 in der Zeit vom 11. bis 19. August auf dem hiefigen großen Exerzierplaßc ftattfmden.
Nach Beendigung der Uebungen Werden die Truppen am 20stcn August nach Düffeldorf marschiren, Um an den Brigade-Uebungcn Theil zu nehmen, wohin ihnen das hiefigc Bataillon des 3. West- fälischen Infanterie - Regiments Nr. 16 schon am 11. August vor- ausgehen wird.
Cöln, 30. Juli. Das große Dreikönigenfeft, dessen Feirr morgen zu Ende geht, hat fich eines sehr großen ZuspruchZ zu er- freucn gehabt. Täglich langtcn größere und kleinere Prozessionen, einige mehrere Tausend Köpfe stark, hier an, und zogen singend und betend durch die Stadt in den Dom. Mehrere führten Musik- Corps und Sängerchöre bei fich und cntwickcltcn cinrn großen Reich- thum an Fahnen und kirchlichen Insignien. Jm Dom ist außer dem Dreikönigenschrein der vor einigen Jahren rcnovirtc Rcliqnicn- Kasten des heiligen Engelbert öffentlich ausgesteklt. In der Pfarr- kirche St. Ursula, die besonders reich an Rcliqnien ist, ist die soge- nannte »goldenc Kammer« für Jedermann geöffnet. Auch die übrigen Kirchen haben ihre Schreine und Re[iqriien - Kasten ausgestellt, unter diesen verdienen besondere Erwähnung, sei es wegen ihres Alters, sei es wegen ihrer Schönheit der Kasten des heiligen Severin in der Pfarrkirche gleichen Namens, derjenige der heiligen Antonina in St. Johann Baptist, ch 1). Albertus Magnus ifi St. Andreas, und der Machahäer in dcr nämlichen Kirche.- Dcr leytcrc namentlich zeichnet fich durch eine herrliche Architektur und eine meisterhafte Aitsführung aus, und ist als eins der bedeutendsten Werke mittelalterlicher Kimft auf diesem Gebiete zu betrachten. Der morgen Nachmittag stattfindenchmzug um die Domkirche, wobei dicReliquienschrcincgetragenwerdensollen, verspricht" sehr interessant zu Werden, besonders durch die kirchliche Pracht, die dabei entwickelt werden und die durch die Anwesenheit mehrerer Bischöfe - namentlich von Mainz, Münster und Pader- born, vielleicht auch des Erzbischofs von Mecheln » noch bedeutend gehoben „werden wird. Die Säkitlarfcier hat bereits mehrere Schrif- ten über den Gegenstand veranlaßt.
Jm Donic cclebrirte heute Morgen der Bischof von Mainz, Emanuel Freiherr von Ketteler, das Pontifical-Amt, welchem die Herren Bischöfe Müller von Münster, 1)1'. Martin von Paderbora und Weihbischof 1)r. Baudri beiwohnten. (Elb. Ztg.)
Coblenz , 1. August. Ihre Majestät die Königin Augusta hat gcsiern den Besuch des Fürsten zu Hohen- zollern empfangen und im Schlosse Sayn bei dem Fürsten und der Fürstin von Wittgenstein gespeist. Heute ist Ihre Majestät nach Schwalbach zum Besuche bei der Kaiserin von Rußland abgereist und begiebt fich von dort in Folge einer Einladung des Großher- zogs und der Großherzogin von Baden 11ach der Insel Mainau am Bodensee. (Köln. Z.)
Hannover, 30. Juli. Der hannoversche Handels- tag bcrieth heute zunächst die Einführung einer anderen Goldmünze statt der zu beseitigcnden Goldkronen. Der Referent, Hatidelsschul- Direktor Schenke aus Hildesheim, schlug vor, daß eine Goldmünze, dieim Schrot und Korn Und Durchmesser dem französischen Zwanzig- frankenstiicke durchaus gleichkonime, deren deutsche Bezeichnungiibrigens den Regierungen zu überlassensei , eingeführt werde. Hunßig und Meyer- hof n_1ach'ten dagegen geltend , daß es fich nicht bei dieser Münze um den internationalen Verkehr handle, bedeutende preußische
andelspläße fich gegen das Zwanzig -Jrankenstüch erklärt ätten- und beantragten, daß fich die Einfiihrung einer neuen Goldmünze empfehle, welche an Feingchalt 1242 Gold- francs, “5 Sovereign oder 10 Mark (€*. 10 Groschen) entspreche. Dieser Antrag ivurde gegen 7 Stimmen genehmigt. Ueber die Frage wegen Einführung der G ew erbefrciheit rcferirte Bür- germeisier Grumbrecht und wurde nach lebhafter Debatte mit 21 gegen 9Stimmen“ beschlossen, der Handelstag erklärt, daß ,das König- reich Hannover einesdie Freiheit des Gewerbebetriebes grundsählich anerkennenden Geseßcs dringend bedarf, und beauftragt seinen Vor- ort, in Gémäßheit dieser Erklärung Gesuche an die Regierung und an die Stände zu richten. Dre Einführung von Handels- gerichten kam dann zur Erörterung. Bekanntlich haben Regie- rung und Stände“, die Einführung dieser Gerichte nicht für erforder- lich erachtet, da die Klagen aus kaufmännischen Kreisen nicht sowohl das „ Gerichtsverfahren , als Vielmehr das materielle Recht beträfen, hierin aber schon duroh Einführung des Handels-
gesehbuchs selbst Remcdur
geschafft werde. Der Handelsstand hält dies aber nicht für ausreichend , und so wurde die Resolution be- schloffenx Es werden mehrere aus Kaufleuten gebildete Friedens- gerichte, Welchen jedem ein Rechtsgelchrtcr hcizugebcn ist, im Lande niedergeseht. Alle Mitglieder des Handelstages verpflichten fich, ihren Handelsvereincn zu empfehlen, ihre nach dem Handelsgeftß. buch zu entscheideiidcn Rechtsftrei1igkeitcn , bedor fir die ordentlichen Gerichte anrufen, dem kaufmännischen FriedensZerichte vorzulegen, um einen Vergleichsvorschlag von diesem zu erlangen. Die Ab. migung, welchcr diescr Wunsck) dcs Handelsftandes in beiden Kam, mern begegnet, gab zu der Motion Anlaß, die Regierung möge auf eine bessere Vertretung des Handels- und Gcwcrbcstandcs in beiden Kammern Bedacht nehmen. Wegen Herbeiführung eines einheitlichen dczimalen Maßsystcms wurdc beschissen, dcn Resolutionen des ersten deutschen Handelstagcs zuzustinmwn, daneben die preußischen Handcchvcreine zu vcrrrnlaffen, auf ihrs. Regierung ZU wirken, daß auch diese fich wie (1116 anderen Regierungen für die Einführung eiiies einheitlichen Längen-, Flächen- und Hdhlmaßcs erkläre. (H. B. H,.)
Nchkleuburg. Rostock, 30. Juli. JJ. KK, HH. der Großherzog und die Frau Großherzogin haben heute Morgen gleich nach 3 Uhr Rostock verlassen. Es hatkcn fich im Großherzog- lichen Palais zur Verabschiedung die drei Bürgermeister der Stadt, die Mitglieder der Jcftcomité, die Spißcn dcs ObM-ledLllUiNiS- gerichts, der Justiz-Kanzlci und sonstiger Behörden, die höheren Mi- litairs und mehrere Konsuln fremder Staaten cingefundcn. Jhrc Königlichen Hoheiten find von hier zunächst nach einigen Ortschaften der Acmter Toitcnwinkcl und Doberan Und Von dort nach Doberan gegangeii. (R. Z.)
Holiiein. Rciidsbnrg, 30. Juli. Der (Hefthiihpark in der Nähe des Bahnhofes hat in ch lchten Tagen wieder neuen Zuwachs erhalten. Die Eisenbahnzügc brachten in diesen Tagen vom Norden das bei der Eimnahme von Alsen crhentcte reiche Kriegsmaterial: GeschiiYe, darnntcr gezogene , schweren Kalibers, Metailmörser, Wallhüchsen, Gewehre, Säbel rc.
Am Mittwoch Morgen verließ von den am 21stcn d. einge- riickten drei preußischen Batailloncn eins wieder die Stadt,“ 023 war ein Bataiklon des 53. Regimeiits, welches wieder Qnarticrc im Sundcwitt beziehen sollte.
Die bisher im Kronwerk in Haft befindlichen drci Personen
aus Jütland, welche bekanntlich als Gegengeißel fiir die woggeschlcpp-
ten Sylter dienen, sind am Mittwoch Abend von dem Komman- dantrn vom Kronwcrk nach unserer Hauptwache geleitet worden,
wo ste von nun an ihren Anfenthalt nehmen miiffcn. (R. W.) Hamburg, 31. Juli.
theilt “der -H. B. H.« mit, daß
bis zum 3. August, längert ist. Lübeck, 31. Juli.
mittags 5 Uhr weiter nach Wien. Sachsen. Altenburg, 31.
(39. B. .O.)
hierher zurückgekehrt.
SÖwarzburg. Rudolstadt, 30.Juli. Die am 3 April d. J. publizirte neue Gewerbc-Ordnung für das Jiirstenthum tritt mit dem 1. Oktober in Kraft. Die Gescxzsammlung veröffentlicht das erisführungsgeseß.
IVürttemb-xrg. Stadt Ulm ein ungewöhnlich großartiges Fest,
Gestern feierte die _ indem fich unser z; König in die Stadt begab, wo er die höheren Offiziere und Beamten :?,
Stuttgart, 31. Juli.
zu eiiiem Festmahl um fich versammelt hatte. Die Ankunft des Königs den Tag zuvor ivurdcdon der Wilhelmsburg herab mit dem Donner der Kanonen, in der Stadt mit dem (Helärite aller Glocken begrüßt. Unter den Offizieren, welche den König, der mit großem Gefolge kam, am Bahnhof empfingen, war der Gouverneur, Graf Wilhelm von Württemberg, (Hencral-Major von Hardegg, der bayeri- sche General v. Schedel, der österreichische Oberst v. Elart.
aufgcsieklt, dcns-Kaserne in allen ihren Theilen, Festungsgebäude, und endlich den Münster. Vernehmen nach der König nach Ostende fich begeben, Königin Olga bereits vorangereist ist. '
Bayern. München, 31. Juli. Dieser Tage weilte dcr Großherzog von Weimar mir seiner Gemahlin und den Prin- zessinnen hier. Der Großherzog hatte eine längere Besprechung mit dem König und reiste hierauf über Ulm nach Stuttgart ab, während die Großherzogin mit den Prinzesfinnen fich nach Reichenhall begab.
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Aus Bayern, 31. Juli, berichtet der »N. C.:: »Deni Ver- nehmen nach wird "beabsichtigt, in Folge des Referats des Herrn von Neumayer überdcn Civilprozeß-Entwurf denselben zurück-
Der Königlich preußische Gesandte 77!“ nach einer an ihn auf tclcgraphi- schem Wege ergangenen amtlichen Nachricht di'e Waffenruhe vorläufig 1 Uhr früh, durch Konferenz =Protokdll der-
Der frühere Finanzminister, Etatsrath Fcngcr, ist heute aus Kopenhagen hier eingetroffen und reistNach-
Juli.“ Gestern Abend find Ihre Hoheiten der Prinz Moriy und die Prinzeß Anguste von Ems ditivc zu iiberrcichcn.
, Tasck gezogen, “"; dcr MunizipalitäiMexiko?) veranstalteten großen Balle. Den nächsten
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Etwa 15 Gesangvereine Ulms, eben so die Zünfte mit ihren Fahnen waren Sofort besichtigte Se. Majestätdie wohlgelungene Jrie- hieraus die Burg und andere Uebermorgcn wird dem wohin die [**-"4
' Berichten aus der Republik Haiti
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uziehen und die endgültige Bcschlnßfaffung drr in Haniwvcr tagen- den Kommission iiber das deutsche Civilhrozcßgeichhuck) abzuwarten, bei welcher bekanntlich auch Bayern durch den Königlichen Oder- Staatsanwalt Bomhard ( den neuernanntcn Jnstizministcr) vcr- tretcn ist.,
Würzburg, 29. Juli, _ Kjßingen smd heute die Fabrik= imd Handclsräthc der Städte Würzburg, Schweinfurt, Aschaffenburg, Kihingcn , Marktbreit und Miltenberg zu einer Bcrathung hier zuiammcngctrctcn und haben mit Einstimmigkeit beschlossen: 1) Es sei sofori einc Vorstcklimg an das Königliche Staats = Ministerinm mit der Erklärring ahzustndcn, daß die Erhaltung des Zollvcrcixics, daher aiich der Beitritt zum Handelsvertrage mit Frankrcich znr Wahrung und “Förderung der Riitcrcffcn des unterfränkischenKreises nothwendig sei und daß dieser Beitritt zur Vcrmridmig vieler Nachthcile und Bclästignngen vor dem 1. Oktober d. J. erfolgen möge, 2) es sei der Fabrik:" und Haiidclsrath der Stadt Nürnberg zu erfrichcn, sämmtliche Fabrik- ünd Handelsräthe des Königreichs zu einer durch die gcgenwärfigc Sachlage gerechtfertigten gemeinsamen Berathung in kürzester Zcik nach Nürnberg einznladcn. (R. C.)
Oesterreich. Laibach, “29. Juli, Die Zahl der eingerück- ten Freiwilligen fiir das mexikanische Corps betrug - gestern hcrcits Über “1100 Mann. -
Frrrirkreich. Paris, den 31. JUK. *Der »Moniicur Uni- vcrsclc- dringt hcnte einen ausführlichen Arrikci iibcr die höchst sthmcichrlhastc Aufnahme des Nachfolgers Moniczuma's in der alten Rcichhauptstadt. Auf den dersthicdciicn Punkrcn des Reiches bc- icstigt fich der Friede [aUt dcm »Moniteur« mit jedem Tage mehr: iibcraii wiirden die Banden, wo sic sich erreichen (affen, gcschiagcn, obgleich dicse Gefechte numerisch nicht :icxmcnswcrth seien, nnr das Gefecht, das am “1. Juni im “Staate (Huanajnaw vorficl, sci erheblicher gewesen, Und der fraiizöfische Oberst Garnier habe die Jnariftcn in die Fincht geschlagen, nachdem fir vierzig Todtc (uns dem Plaße gelassen, auch habe der “Feind drci Kanonen und viele LehenSmittcl eingebüßt. Dcr Höchx'tkommandirende iii Vcra- Cruz hcchgc in einem Berichte vom 2. Juni -die Wieder- geburt, dic fich in Vcra- Cruz kundgicht, seit der nene Beherrscher Mcxiko's den Fuß aus Land gcschk hat.“ Aus der Korrespondenz dcs »Momitenr Universclu, Mexiko, “27. Juni, ist Folgendes mitzu- thciicn: »Am 12. Juni hieltexr Kaiser Maximilian imd Kaiserin Chariottr ihren feierlichen Einzug in Mexiko inmitten eines ailgcmci- nen Juhcls. Um 93; Uhr Morgens kündigten Kanoncnschüffc Und Glockengeläutc die Annäherimg dcr Majestätcn an, wclchc don (Hiiadalripc kamen und am Bahnhofr von den thizipal-Bchördcn mid dcn Großwi'irdcnfréigcrn des Hofes; in Empfang gciwimr;c11 wurdcn; dann ging der Zug direkt mich der Domkirche. Nachdem die Majcstätcn dort eincm Tcchm beigewohnt hatten, begaben sie 1[ich nach ihrem Palaste, um den Thron Montezuma's und Jtur- bidc's in Besitz zn nehmen. Das Fest d'aiiertc drci Tage und drei Nächte. Unter den Jllmninationcn zeichnete sich die der französischen Gesandtschaft besonders mis. Bereits zwei Tage vor seiner Ankunft hatte der Kaiser den Gesandten Frankreichs durch den kiirzlich zum Großmarschall des Hofes ernaimten General Alnwntc er- inchcn lassen, ihm am 11. mit seiner Gemahiin in Guadciupc ent- gegen zu kommen. 'Am 15. Jimi hatte der französische Gesandte Marquis von Montholon die Ehre, in feierlicher Audienz iciiic Krc- Ahcnds wurden der Gesandte und seine Gc- mahlin sammt dem ganzen GesaiidtschaftsPcrsonalc znr Kaiserlichcu Dic Festlichkeiten schloffcn mit eiiiem am 19. von
Tag zog fich der Kaiser nach Chapultcpcc, dem alten Palast der “chen Könige, zuriick, Welcher wahrscheinlich dic vorzüglichstc der Kaiserlichen Residenzen werden wird, die Bildung eines definitiven Kabinets ist augenblicklich noch vertagt worden; dennoch aber haben gewisse Umstände den Abgang des Ministers des Auswärtigen der Regentschaft, Herrn Arroyo, motivirt. Sein Nachfolger ist Herr Martin de Castillo, Unter-Staatssccrctair im Finanz-Dcparicmcnt, ein allgemein sehr angesehener Mann.:- „Am 28. Juni wohnten die Majestäten cinemBalle bci, dancneralBazainc in seiner Vilia gab.
Lord Clarendon ist nicht, wie es gestern hieß, direkt nach Wiesbaden weiter gereift, sondern hat einen Abstecher nach Vichy gemacht, von wo er nach Ems geht, er wird auf der Rückreise aus dem Bade wieder Paris berühren.
Dumont, der bekannte frühere Dcputirte fiir Valenciennes , ist am 27. Juli auf seiner Bcfiyung Ferriérc bci Maudeuge gestorben, wo er im Centrum der großen mctaliurgischen Etablissements lebte, die er gegründet, mehr und mehr erweitert und bis zu seinem Tode
„ geleitet hatte.
Der *Moniteura bringt eine tclegraphischc Depesche , welche bc- statigt, daß die Jnsurgcnten am “27. Juli nur noch zwei Meilen von Tunis standen.
Spanien. Aus Madrid, 30. Juli, wird tclégraphirt: »Laut
thte dort eine Erhebung statt- gefunden, deren Zweck war, den Präfidentcn Geffrard zu bewegen,
daß er den dominikanischen Aufständischen Hülfe leiste.a
Anf Einladnng ch Handelsraihcs .
Jtalicx-i. Turin, 29. Juli. In diesen Tagen wurde eine fonmiisfioncllc Besichtigung des Tunnels durch den Mont Cenis vorgenommen, ans dcr *sich er ab, daß beinahe ein Drittel schon vollendet ist. Das ganze Werk Jürfte „längstens bis 1372 dem Ver- kehr übergehen sein. ._ JU Sicilicn wurde die Eisenbahnstrecke von Baghcria nach Txrahia am 25. d. M. eröffnet.
Scijiioeder: Wild szrwegcn. Stockholm, 27. Juli. Unterm heutigen Tage ist mit Rückficht auf die bevorstehende Reise Seiner Majcsrät des Königs nach der Provinz Schonen eine In- tcrimZ-chierung gebildet worden , deren Zusammenseßung folgende ist: Präfideni: Justizminister Freiherr Louis de Geer, Mitglieder: die Staatsräthc Lagerstraln, Malmstcn und Thulftrup.
Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Graf v. Man- derströni, ist in Gemeinschaft mit dem Grafen v. Platen, dcm Frei- herrn v. Gripcnstcdt und den Staatsräthen Bredherg, Reuterskjöld nnd Carlson auf kürzere Zeit beurlaubt worden, (H. C,)
Dänrmark. Kopenhagen, 30. Juli. DUrch Königlich offenem Brief vom 26. Juli wird der Reichstag auf Sonnabend den 6. Augnst zusammcnherufen. Diese Ziisammcnberufung zum 6. Au-
“ gust hat ihranrund darin, daß das Folkething, dessen Mandat am
14. Jimi ablief, ausgelöst wurde, weil zum 7, Jimi Neuwahlen ansgeschrichen waren. Zufolge Z. 27 des Grundgesetzes muß der Reichsmg zwci Monate Ullck) einer Auflösung zusammcnberufen wer- dcn. Wahrscheinlick) wird der Reichstag vertagt wcrden, nachdem er fick) constifuirt hat. Die ieicrlichcCinwcihung der nach dem Brande vdn 1S59 rcstaurirtcn Schloßkirchc in Frederikshorg wird am 2“ Ragust d. J, stattfinden.
Amerika. Ncw-York, 10. Juli. Die Eisenbahnen in Maryland wurden bei dem letzten Einfall der Rebellen nur wenig beschädigt. Scibst der Baltimore-Ohio-Bahn, welche nach Harpers Ferry fiihrt, fügten sie nur wenig Schaden zu und sie wird bald “ wieder rcparirt sein. Die Eiscnhahn-Vcrhindung zwischen Washington Und Philadelphia ist herciis wieder hergestellt.
General Bittlcr ist endlich, was [ängst hätte geschehen soilcn, sciiics Kommandos im Felde enthoben worden und auf seinen Posten in Fork Monroe zurückgekehrt. Sein Kommando wurde General J“. W. Smith iibertragen; diescr befindet sich inzwischen auf Urlaub auf dem Lande in der Nähe von New-York. DM in Washington befindlichen Theil des Smith'sihcn Corps befehligt General Gillmore, welchcr somit wieder znGnade gekommen ist. Da indessen General Giilnwrc durch einen Sturz vom Pferde verwundet worden ist, so vertritt ihn General Emory. Den Befehl über das 19. Corps fiihrt Gcncrachynolds, da Franklin Urlcmh erhalten hat. Lcßtercr wurde anf eincm der bei Baltimore in die Hände drs Feindes gefallenen «Zahnzügc gefangen gcmommcii, entkam aber wieder (wie schon von Uns gemeldet), LbkiisO General Tyler, welcher in dcm Treffen am Mdiwrach gefangen gcxwmmcn wnrde. “Den Befehl Über alle Trnp- pen im mittlerenDepartement iibcrnahm nach jenem Treffen General- Major Ord, Wallace bleibt inzwischen iwmixrcll dcr fommandircnde GTiiLL'äl des Departements.
Dic friiher mitgetheilteNachrichr, daß General Schurz rcfignirt habe, hat sich nicht bestätigt.
An Steile des Brigade-Gcncral Trohriand har Gencral-Major Pcck das Kommando über die Truppen in New-York erhalten.
Herr Lincoln hai schon wieder eine Proclamation erlassen. Er thut darin zu wissen, daß er das Goch iibcr dic Reconstruction dcr anfftändischcn Staaten nicht unterzeichnet habe, weil fich schwer- lich in allen JäUcn ein glcichmäßich Verfahren beobachten [affe rmd dic Exckntivc in dicser Sache freie Hand haben müsse.
Ein cntscßlichrs Unglück widerfuhr gestern einem von Jersey City mit 850 gefangenen Rebellen nach dem Lager bei Elmira ab- gefahrenen Zuge, derselbe stieß mit einem von Port Zervis fahren- den Kohlenzugc zusammen und über 100 Personen wurden gc- tödtct und verwundet.
- 21. Juli. Grant hat bis jeht Petersburg nicht genom- men. Zwischen Hunters Corps und den Konföderirtcn, die fich aus Maryland zuriickzogcn, haben mehrere Gefechte stattgefunden, wobei 4 Kanonen und eine große Oua„n_tität von Getreide- und sonstigen Vorräthen in die Hände der Bundestrnppen fielen.
Dcr Unions-(Heneral Sherman ging am 18. über den Chatta- hoochic und warf die Konföderirten auf Atlanta zurück. Wie schon gemeldet, steht er cht 10 englische Meilen südlich von Atlanta und hat fich dort verschanzt. Seine Kavallerie sticht dem Feinde die Eiscnbahiwerb-indung zwischen Atlanta und Augusta abzuschneiden. Die Konföderirtcn betrachten Atlanta, nach dortigen Zeitungen, als stark gefährdet. Der konföderirte General Forrest, welcher Sherman in den Rücken zu faklen sucht, hatte am 16. Huntsville erreicht. Der Unions-(Heneral A. J. Smith, zur Verfolgung Forreft's von Memphis abgesandt, hatte in Misstsfippi verschiedene, narh seiiier Angabe siegreiche Gefechte mit den Konföderirten beftanden. _
Eine Depesche ans LouiSville vom 17. d. M. berichtet, daß ein konföderirtes Corps von 5000-15,000 Mann, unter Kom- mando des Generals Duckes, in Kentucky eingefallen sei und noxd' wärts marschire. Es wurden rasche Anstalten zur Vextheidigng von LouiSville getroffen.