1864 / 205 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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im Hotel de l'Europe an Bord des im hiesigen afen anwesenden Königlich preußischen Kanonenbootes -Blih-, um ck nach Cuxhaven und, dem Vernehmen nach, sogleich weiter nach Helgoland zu begeben. (H. N.)

Holstein. Altona , 29. August. Gestern Nachmittag trafen pr. Exiiazug 860 Mann preußischer Truppen vom Norden hier ein. Dieselben wurden auf dem Babnbofc crquickt und erhielten bis heut Morgen hiersclbst Quartier. Mit dem heutigen Früh - Courierzugc warden preußische Ersaßmannschaftcn nach Norden befördert.

Die gewöhnlichen Züge vom Norden brachten preußische Ab- kommandirte Und Beurlaubte und ein Extrazug gegen Abend circa 750 preußische Rescrvcmannsckmstcn. (Alt. M.)

SckxlcÖWig. Flensburg; 27. August. Am Freitag er- hielten die Mannschaften des hier liegenden 60. Regiments auf einer Koppel vor der Stadt die Tapferkeitsmrdaillen (Zr Bataillon dcs Rc- giments 8 Stück). Die dekorirten Mannschaften warcn dicjcnigcn, welche sich bei dem berühmten Uebergang nach Alscn durch ihre Kiihnheit besonders hervorgcthan hatten.

Am selbigen Tage wurden mehrere schwer verwundete Dänen an Bord eines hier liegenden Dmnpfch gebracht, 11111 in ihr Vater- land befördert zu werden.

-- 28. August. Die von Seiten drr bicfigen dänischen Partei neulich so sehr angegriffene Wahl des zweiten Bürgermeisjers und der Senatoren Hat heute denn zum zweiten Male stattgefunden Und zu dem glänzenden Resultat geführt, daß die früher gewählten .Herren [)eutc wiederum einftinnnig gewählt worden find.

Sicherem Vernehmen nach geht die oberste Civilbehörde, das Appellationsgericht, das Kommando der (Hensd'armcrie, zu Michaelis nach der Stadt Schleswig. (Alt, M.)

Frankfurt N. NT., 30. August. Heute Vormittag langtcn mit dem Nachtschnellzuge auf dcr Main-Weftrbahn Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz [Md die Prinzessin Karl von Preußen, von Potsdam kommend, hier an und scßten, nach eiiiem im .Hotel Weftendhali eingenonunenrn Frühstück, ihre Reise auf der Main- Neckarbahn nach Baden-Vadcn weiter fort. (Jr. J.)

Baden. Karlsruhe, 27. AugUft. Nach so eben erhaltenen Nachrichten, berichtet die »Karlsr, Ztg.«, haben Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Frau Großherzogin Don- nerstag den 18. d. cinen zwcitcn Besnck) bci Ihrer Majestät dcr Königin-Muttcr von Württemberg in Friedrichshafen abgestattet.

Am 21. August traf Se. Königliche Hoheit dcr Erbgroßher- zog von Weimar, von Baden kommend, auf Insel Mainau cin, um Sich bei den Höchsten Herrschaften zu verabschieden, bewor Der- selbe nach längcrm Besuche der UniverfitätHeidc-lbcrg in Seine Hri- matb zurückkehrt, Schon am folgenden Tage srßtc Höchstdersclbe Seine Reise über Lindau sort.

Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Wilhelm und die Prinzesfin Wilhelm, Kaiserliche „Hoheit, besuciyten an125.21ugust die Großherzogliche Familie, nachdem fie Tags zuvor vom Brienzer- SeeUcikn Kirchberg eingetroffen waren, und kehrten des Abends dahin zuru .

Freitag, den 26. AllgUst, begaben sich Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Frau Großherzogin, so wie der Erb,;roß- herzog in Folge einer Einladung der verwittwcten Frau Fürstin von Fürstenberg anf Schloß Heiligenberg und trafen gegen Abend wieder auf der Insel ein.

-- 29. August. So eben erhält die »Karlsr. Ztg.- die Nach- richt, daß Seine Majestät der König von Preußen heute Nachmittag LZ Uhr, von Lindau kommend, zum Besuch der Groß- herzoglichen Familie auf der Mainau eingetroffen ist.

Würitemberg. Stuttgart, 29. August. JhreMajcstäten der König und die Königin von Württemberg werdcn nächsten Sonntag von Ostende zurückerwartet und fich einige Tage darauf nach Friedrichshafen begeben, um dort am 9. den Besuch der russi- schen Kaiserfamilie zu empfangen und am 11. das Geburtsfcft der Königin Olga zu feiern.

Bayern. Nürnberg, 29. August. Das Gcrmanische Museum, das vor einigen Monaten noch in der Lage war, dem Zeitungsgeriichte, Herr Geheimrath Michelsen habe die Vorstand- schaft niedergelegt, zu widersprechen, sieht sich nunmehr veranlaßt, in der neuesten Nummer seines Anzeigers mitzutheilen, daß soeben im Auftrage des genannten 1. Vorstandes auf den 3. Oktober d. I. eine Konferrnz der Mitglieder des Verrvaltitngsausschuses berufen worden ist, auf welcher derselbe seine Amtsniederlegung, zu der er fich ent- schlossen hat, :um seine ganze Thätigkeit der schleswig-holsteinisrhen Sache widmen zu können“, erklären wird und demzufolge sofort die Wahl eines neuen Vorstandes vollzogen werden soll. Somit ist das Germanische Museum von Neuem in die schwierige Lage verseßt, fürdie erste Vorstandschaft den rechten Mann zu finden. (R. C.)

Oesterreich. Wien, 29. August. Der telegraphisch schon „erwähnte Artikel der »Wiencr Abendpostu hat folgenden Wortlaut: Es War, dem Wunsche des Kaiserlich österreichischen nicht weniger als des "Königlich preußischen Kabinets entsprechend, daß Freiherr

von Schecl-Plessen nach Wien berufen wurde, um bei der Aus- cinanderschung der Finanzverhältnisse zwischen Dänemark und den Herzogthümern die dcutschen Großmächte mit seinen bewährten Fach- kenntniffen zu beratben.

Als Gutsbefißer in den Herzogthiimern und zugleich in Däne- mark hat Freiherr von Schecl-Plesscn das Undankbarc der ihm ge- wordenen Aufgabe gewiß im Voraus richtig erkannt und csift dcr Muti), der ihn bewog, der ehrenvollen Aufforderung nachzukommen um so höher zu achten. Wenn seine indirekte Mitwirkung ZU deni gedachten speziellen Theile des Jricdcnswerkes Parteiangriffrn aus- geseßt isi, so wird iim der vicljährige Ruf, welchen er sich im auge- sehenen und schwierigen Steklimgen als Vertreter der bcsondcch Interessen und Rechte der Herzogihiimer erworben hat, «egen gc- hässige Verdächtigungen genügend sicherstellen. ' *

Sck)meiz. Bern, 27. August. Der Bunchratb hat auf den Wunsch der C0111missaire beschlossen, das zuerst anchbotcnc Waadtländer Territorialbataillon durch ein anderes zu erschn und bestimmte hierfür das Berner Bataillon Nr. 36 aus dem Emmen- tl)al. Der Bundesratb bat sodann dem Bundesgericht zu Handen der Anklagckammer Anzeige gemacht von den Einleitung'cn znr cidgcnd'sfischcn Untersuchung. Gestern und heute waren Abgeord- nctc dcs Großcn Rathcs, Präsident Pictet de la Rive, die Scci'ciaire Braillard und Dcsgouties in Bern, um die Sarbluqe den Mitgliedern des Bitndcsraths zur Kenntnißzu bringen. Riidéß find sie diesen Mittag schon zuriickgereist. - Der Staatsxratl) von Genf hat seine Antwort über den Großrathsbeschluß bereits den Commissairen abgegeben. Er scheint damit einwerstanden, die Wahl Chencvicrc's gültig erklären zu lassen. Der Bundesrath hat den Beschluß, die Eröffnung des Genfer Kantonalschießens zu ver- schicbcn, gebilligt und verlangt bestimmt, daß das Schießen gegen- wärtig nicht stattfinde. (R. Z. Z.)

Großbritrrnnirn und Irland. London, 29. August. Der Herzog von Sachsen-Coburg und seine Gemahlin befin- den sich seit Sonnabend auf dem Schlosse Windsor zum Besuche bei der Königin, wclche gcsicrn auch den Herzog und die Herzoain von Montpcnfier und die Prinzessin Maric Amalie bei sich sah. “- Der von Ihrer Majestät abgehaltenen Siyung des geheimen Staats- ratbcs wohnten der Herzog von Somerset, EarlGranville und Lord Palmerston bci, welchc beiden [chicken nachher Privataudicnzen bei der Königin hatten.

Lord Palmerston wird am Freitag nach Hcrcford reisen, Um der auf den folgenden Tag angeseßtcn Enthüllung der Statue des Verstorbenen Kricgs-Ministers, Sir G. Corncwall Lewis, bcizdebncn.

Auf die Einladrmg dcs Mayors von Liverpool hat der Schuß- kanzlcr Gladstone dicser seiner Geburtsstadt seinen Besnch zum 10. Oktober zugesagt.

Frmikreich. Paris, 29 August. Das »Journal des D(- batsa bringt einen Bericht über die feierliche Einweihung der Straf- kolonie in Ncu-Caledonicn. Dic Fregatte »Jphigéniea, welche eine erste Abtheilung von Sträflingcn dorthin brachte, war vor cinixzcr Zeit glücklich in Port de France, dcm Hauptortc Von Nru-Calcdo- nien, angekommen. Den Rächstkii Tag nach der Ankunft hatte fick) der Gouverneur an Bord der Fregatte begeben Und an die An- kömmlingc einc cmcrgischc Anrede gehalten, indem er an ihre Rc- signatidn, ihren Muti), ihre Distplin appellirte und ihnen eine Be- freiUng durch die Neue und Abbi'tßung in Ausscht stellte. Zehn Tage später, den 28. Mai, wurde die Sträflings-Anstalt in der Insel Nou (Dubouzet) unsern Von Port de France durch eine Feier- lichkeit eingeweiht, wclche dic Seeleute, dicKoloniften und die Trans- poriirten selbst vorbereitet hatten.

Der! Baron Aymc d'Aquin, französischer Gesandter in Ma- r okkd, ist in Tanger an Bord des Schiffes der Kaiserlichen Marine »Juraa angekommen. Bei seiner Landung wurde er vom Minister des Attsivärtigen, Sidi Mohammed Bargachc, und vom Personcck der französischen Gesandtschaft in Empfang genommen. An dem Stadtthorc erwartete ihn der Pascha Gouverneur der Provinz Tan- ger und begleitete ihn mit einer Ehrcn-Eskorte bis zum Gesandf- schafts-Hotel. -

Türkei. Die von der Gesandtenkonferenz in Konstanti- ndpel e_mgescizte internationaleKommission, welche über die rumä- nische Klostergüterfrag'e ein bestimmtes Gutachten abgeben soll,

,hat zwar schon zwei Sihungen gehalten, aber damit noch nichts cl“-

rcicht, deiii: der griechische Patriarch von Konstantinopel, der das ge- sammtc Klostcreigcnthum, das überhaupt in Frage steht, in AnsprUch genommen hatte, "ist bis jeYt den Rechtsbeweis schuldig geblieben, trotz ailcr Anffordcrungen, seine RechtZtitel beizubringen, hat er bis- her ge1chwiegen, so daß die Kommisfion ihre weiteren Sihungen hat vertagen müssen, bis der Patriarch den Nachweis geführt haben wird , daß er rnehr Anrecht auf die Klostergüter hat, als die rumä- mschc Regierung , Welche aus ihren Archiven ihre Rechtstitel bereits beigebracht hat.

Das in Bukarest am 28. August publizirte neueRuralgcscß M[ am 24. April 1865 in Kraft treten.

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Nußiaud und Polen. Von der polnischen Grenze, 29. August. Die Schweiz wird Von der polnischen Tageöpresse als das Eldorado der polnischen Flüchtlinge gerühmt. Regierung und Bevölkerung wetteifern mit einander, den dort ein Asyl suchnenden Polen ihre Sympathie zu beweisen und alle mögliche Unterftußung zu gewähren. Die Arbeitsfähigcn werden in Fabriken, bci „Hand- werkern oder Landwiriben untergebracht und erhalten einen höheren Tagclohn, als die einheimischen Arbeiter. Von [extererr werden sogar viele aus der Arbeit entlassen, um Plaiz fur die, versor- gungsbediirftigen Fremdlingc zu gewinnen. Dre noch nicht nut Arbeit versorgten Flüchtlinge, so wie die Invaliden, crhaltczr aus einem durch Zuwendungen aus dem Staatsschaß und"fr.ci- willige Beiträge anfgcbrachtcn Fonds außer freier Wohiiringatagltch [)1'0 Person LZ JW„ die zur Befriedigung ihrer “Bedursnine voll- ständig ausreichen. Die Zahl der nach der Schwciz fich weridcnden Flüchtlinge wird daher mit jedem Tage größer. Selbst aus Eng- land und Frankreich gehen viele dahin, die in den genannten beiden Ländern kein Unterkommcn findcn konnten. Am stärksten geht der Zug nach der Schweiz noch immer aus Dresden, wd dic poinischcn Flüchtlinge fast gar keine Unterstiitzung finden und bei dem grrmgstcn Anlaß von der Polizei ausgewiesen werden. In Folge d1e1er un- unterbrochenen Einwanderung giebt es in der Schweiz wohl kaum eine größere Stadt, die nicht 20-30 Flüchtlingr zu Vcrio'rgcn (hat. “*in Zürich weilen iiber 200 , in Bern ca. 100, in Genf uber 300, in Basel ca. 50. Lich) der Jnsurgcntcn-Chcf Bosak hat strh Mitte Mai aus Frankreich nach der Schweiz gewendet. Er verweilte mehrere Tage anf dem bei Zürich gelegenen LandZutc des Grafen Wladislaw Plaier, dcs bcvokl111ächtigtcn Koniuuncirs dcr National-chicrung fiir die Schweiz. Als Überaus traurig wrrd in polnischen Blättern das Schicksal der polnischen Fluchtlmgc in Italien geschildert. Das Elend und die Verzweiflung derselben sdll dort bei dem gämzlichrn Mangel an Sympathie seitens der VW:?!- kerung den höchsten Grad erreichen, Viele haben „ck aus Verzwrif- lung nach Mexiko Und sogar nach Afrika zur Begiettung kaufman- nischcr Karawanen durch die Wüsten anwerben (amen. -- 'In den weülichen Grcnzbcrcichcn Polens trieben sich noch immer klciiieYiau- verbanden von 8-15 Mann herum, die von ihren Schlupfwmkeln in den Wäldern nächtliche Raubzüge unternahmen und besonders die LaxidchOanr brandscbaizicn. (Osts. Z.) *

Schweden und 'Nornwx'sen. Stockholm, 26. Airgiist. Sc. Majestät der König ist hc::tc per Eiscirbahn nach Jgiiköpmg abgereist, um in der Provinz Westgotbland eme Jagdpartte auszu-

führen. Die Rückkehr Sr. Majestät wird schon am nächsten Montag

erfolgen. (H. C.) _ _

Dänemark. K op cn hagen, 27. Augll]t._ Aus der gestrigen Erörterung des GescH-C'ntwurfs, betreffend die aiißcrordczit11chen Eni- nalmncn Und Qlusgaben in dcr Finanzpcriode 1-564-„66 nn Lands- thing haben wir Einiges nachzufragen: Finanznmrrster, Konferenz- ratl) David, bclcuchictc dic Jinanzznftände und arißcrte mrt Bc- zichung hierauf im Wesentlichen wie folgt: Durch die HergbseLung dcs Gcsammtbciragcs der Bewilligung von 12 aus 8 Mill. x:.hlr. Reichsmiinzc werde der Reichsrath der Königlichen Regierung" nur unzurcichcndc Geldmittel bewilligen. Durch die Anlcihe wnrden sämmiliche außerordentliche Einnahmen auf die Höhcddti 26; Mill. Thaler gebracht werden, allein hierbei sei die Krtegdfteucr arif 1 Million Thaler berechnet, indes; dieselbe in Wirklichkeit" 11111" die „Hälfte ergeben würde. Die genannte Steuer habe namlich „m den ersten 4 Monaten des Jahres statt vcranschlagter «*; Milltoit nur 191,000 Thlr. betragen, In Folge dessen wären dann die 26'5 Miilioncn Thlr. auf 26 Millionen zu reduzircn. Hiervon seicsn zn decken: circa 10 Millionen für das Heer , circa 15“ Millioncn fiir die Flotte, 11/ Millionen Thaler für die schwcbende Staatsschuld, 675,000 Thaler fiir ein Panzerschiff 2c., also im Ganzen 19,405,000 Thaler. Die berechneten Einnahmen außerhalb der Anleihe 'm. Be- tracht gezogen, stelle sich hier ein Defizit Von mehr als 5 Miilwnen heraus, namentlich in Folge des beklagenßrderthen Umstaiides ," daß aus dem Herzogthum Schchwig so beträchtliche Quantitaten Kolo- nial- und Manusafturwaaren nach der Provinz Jütlémd geschmug- gelt worden wären. Dies Defizit werde durch verschiedeneUmftändc in einer solchen Weise gesteigert werden, daß die Königliche Regre- rung von den proponirten 8 Millionen nur 8-900,000 Thlr.R.-M. zur freien Verfügung haben könne. Diese Summe werde alSdann aber mindestens zur Deckung der jiitländischen Ansprüche auf Schaden- ersaß erforderlich sein. Die Königliche Regierung werde also ctwqigen unvorhergesehenen Eventualitäten, u. A. ciner Erneuerung des Krieges gegeniiber mit leeren Händen dastehen und so gezwungen werdrn, aufs Neue zu der Repräsentation ihre Zuflucht zu nehmen. Freilich sei der Kaffenbehalt nicbt unbeträchtlich, allein doch kaum so umfang- reich, daß deffen Benußung aushelfen könne. Dazu sei das Geld schr vertheilt und komme allein auf Island, die Faröer und die Westindischen Vefißungen ein Betrag von fast 500,000 Thlr. R.-M. Wenn demnach das Ministerium eine Mehrbewtlligung bcantragse, so glaube er(David), daß der Reichsrath ein solches Verlangen billig erachten müsse.

Wie bestimmt erzählt wird , und durch das Volksthings -Gut-

achten über die Allerhöchste Resolution vom 19. März d. I., be- treffend die Deckung der laufenden Kriegskosten , bestätigt zu werden scheint, steht die Königliche Regierung hinfichtlich des Verkaufes des in den ersten Monaten d. I. zu Glasgow erbauten größeren Pan- zerschiffcs mit einer Macht in Unterhandlung. Die früher in der Tagessprcsse oftgcnannte Panzer-Fregatte kostet reichlich 246,000 Pfd. Sterling, und war dieselbe bereits Ausgang April vollendet. Von der englischen Regierung wird dabei mit Sicherheit behauptet, daß dieselbe bereits in die Auöiiefcrung des Fahrzeuges an cine'neutrale Macht cinwilligic. Die dänische Regierung soll fich aus finanziellen Gründen zu dem Verkauf des prächtigen Schiffes entschlossen haben.

- 28. August. Gestern erörterte das Reichsraths - Volksthing in zweiter Behandlung den Gcseßeniwurf, betreffend die Herbei- schaffung von außerordentlichcn Mitteln mit Beziehung auf die po- litischcn Zustände. Es fand nur eine kurze DiSfusfion statt und Wurde der Entwurf alsdann mit 63 gegen 12 Stimmen zur dritten Lesung vcrrviesen. Ferner stand der Ausschuß-Antrag, daß mit Riicksicht auf die Mehrausgaben in dem verflossenen Bicnnium keine Untersuchung gegen die betreffenden friiheren Minister eingeleitet werden möge , zur ersten Lesung. Kandidat Sopbus Hogsbro fun- girte als Wortführer, Bischof Monrad machte Mittheilungen iiber das in Schottland gekaufte Panzerschiff und fügte die Erklärung hinzu, daß er niemals in den Kauf des Fahrzeuges-eingewilligt haben würde, wenn er auch nur die i_xeringste Ahnung-von der bekannten Aiislicferungsweigernng dcrenglischcn Regierung gehabt hätte.

Amerika. New- York, 1-9. August. General Grant hat zwci Armce-Corps auf das nördliche Ufer des Jamcs-Jluffcs dctachirt, welche am Sonntag, den 14ten, bci Dutch Gap eine starke feindliche Abtheilnng iiberrumpcltcn und in die Flucht schlugen, 500 Gefangene und stehen Gcschiiße erbeutend. Sic okkupirtcn Dutch Gap Und nahmen eine Stellung sechs Meilen von Richmond ein. Die feindlichen Fortificationcn in der Front:: sollen jedoch äußerst stark sein. Es kam an den folgenden Tagen zu 'Scharmiißeln, die ohne entscheidenden Erfolg blieben. Man vcrmuthei, daß dieses Manöver, außerdem -. daß es Grant in Vefiß beider Jlußufrr seßt, dazu dienen soll, die Operationen Butler?) zur Eröffnung cines den Jamesfluß anf eine Strecke hin durch Dlltch Gap ableitenden Kanals zn decken; Butler will auf diese Weise seinen Kanonenbooten die Pasfirimg dcr Flitßdarrikaden Unterhalb Drury's Bluff ersparen. Auf lcytercs Fort soll in Kurzem ein kombinirtcr Angriff zu Wasser und zu Lande geschehen. Gene- ral Burnside ist seines Kommandos ch 9. Armcc-Corps vor Petersburg enthoben und durch Wilcok ersetzt worden. Anf seiner Verfolgung Early's bis Strasbourg vorgcriickt, erfuhr Sheridan , daß der Feind, mit 20,000 Mann von Lcc's Armee her verstärkt, Kehri mache und gegen ihn (wancirc, worauf er fich nach Winchester zurückzog und fick) daselbst verschanztc. Es heißt, Lee sci wieder mit der Ausrüstung eines neuen erafions-Corps beschäftigt. - Ge- neral Sherman zicht seine Armee enger und enger um Atlanta zusmnmen und steht nur eine Meile von der Eisen- bahn zwischen Atlanta und Macon cntfcrnt, welche zu bcscßen ihm jedoch tro? mehrerer Flankenbechnnch noch nicht gelangen ist. Der Konfödcrirtcn-Gencral Wheeler, welcher in Sberman's Rücken

, opcrirtc, rückie am 14. d. Vor Dalton imd forderte die Garnison

auf, fich zu ergeben. Dieselbe hielt jcd0ch mehrere Angriffe stand- haft mis, bis am folgenden Tage von Chattanodga Entsaytruppcn herancilten und die Angreifer davonjagtexi. - Durch siidftaatliche KanälekommtvonNcw-Orlcans dieAngabc, General Bcaurcgard sei mit 20,000 Mauri» in Atlanta angekommen,“ ob zur Verstärknng Hood's oder zur Vertheidignng Mobile's wisse man nicht. - Aus Farragut's offiziellem Berichte von den Operationen vor Mobile am 5. d. geht hervor, daß seine Flotte, aus 18 Fregatten und Monitor?» bestehend, in geschlossener Ordnung gegen Fort Mor- gan ansegclt, in kurzer Distanz Breitseite auf Breitseite von Kar- tätschcn iibcr daffelbc ergossen, dadurch die feindliche Artillerie zum Schweich brachten und den Einlauf der Flotte in den Hafen deck- ten. Die Schiffe detachirten sich dann und griffen die feindliche Flotte an , von welcher fie die »Sclmaa und vTenneffee nahmen, während zwei andere, »Morgan- und vGainesa, auf den Strand liefen. .Jarragui. verlor den Monitor »chumscha, welchen die Ex- plofion ciner nnterseeischcä Höllenmaschine in die Luft sprengte, und ein anderes Schiff, »Philippea, welches während des Kampfes in Brand gcricth. Die Angreifer sollen 250, die Konföderirten 300 Mann eingebüßt haben. Von New - Orleans meldet General Canby, daß das Fort Gaines fich am 8. mit 26 Kanonen, mit Vorräthen auf ein Jahr und mit einer Besaßung von 56 Offizieren und 818 Mann dem die zur Farragutschen Expedition gehörigen Land- truppen kommandirenden General G r a n g e r auf Gnade und Ungnade er- geben habe, daß ferner Fort Powell, von den Konföderirten ge- räumt, mit 18 Kanonen in die Hände der Bundestruppen gefallen sci. Zu diesen amtlichen Besiätigungen früherer Nachrichten trifft noch die Mittheilung ein, daß Granger jeßt gegen Fort Morgan zu operiren anfängt, so wie daß von Pensacala nordftaatliche Trtxppen zur Jlankirung Mobile's von der Landseite anrücken. -, Agitatronm zu Gunsten des Friedens geben fich in der Presse und m der öffent-