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Von der polnischen Grenze, 30- AUIUÜ- „DU?! KMW" reieh Polen, namentlich. den Dominica und Städten, ist eme neue “Contribution auferlegt, aus welcher die wahrend des Aufstandes von Jnsurgentenbanden aus öffentlichen Kassen geraybten. „Gelder wiedererseht und die Mittel zur Unterstützung dex htonterpbltebenen Familien der von Jusurgenten wegen ihrer Anhanglichkctt an die rusfische Regierung ermordeten Einwohner gewonnen Werden sollen. - Jm Gouvernement Augustowo ist unter der ländlichen Bevölkerung eine Adresse an den Kaiser zur Unter- zeichnung in Umlauf geseßt, in welcher gebeten wird, dies Gouvernement definitiv mit Rußland zu vereinigen. Diese Adresse soll dem Kaiser bei seiner Durchreise nach Deutschland in Wilna durch eine Deputation überreicht werden. - Der vGazeta naradoiva- zufolge ist das Gymnafialgebäude (ein ehemaliges Jesuitenflosier) in Kowno zum Sih des gricchisch = orthodoxen Bischofs bestimmt worden. Da das Gebäude der Reparatur bedarf, so hat der General-Gouverneur Murawieff zu dessen Wiederherstel- lung 16,138 SRo.ange1viesen, welche durch eine besondere Con- tribution im Gouvernement Kowno aufgebracht wcrden sollen. -- Die neuen Gemeindewoyts im Königreich Polen verwalten ihr Amt meist mit so rückfichtsloser Strenge, daß von Seiten des Regulirungs - Comité's fiir 'die- selben einc Instruction in Betreff der Anwendung der körperlichen Züchtigung erlassen werden soll. Dem »Czas- wird folgender Vor- fall aus sicherer Quelle mitgetheilt. Einer der ncuerwählten Ge- meinde-Vorsieher hielt folgende Anrede an seine Gemeinde: "Ick bin Bauer, so wie Ihr, aber Ihr müßt auch Bauern sein, so wie ich. _ Ich bin kein Trinker und stehlc nicht, daher erlaube ich Euch weder Branntwein zu trinken Uoch zu stehlen." Die Rede des neuen Würdenträgers wurde von der Gemeinde mit Gelächter aufgenommen, das jedoch sofort verstummte, als der beleidigte Redner den ihm am nächsten stehenden Lacher mit gründlichen Stockhieben traktirte. - Die Ausweise der 10 galizi- schen Kriegsgerichte führen für lden Monat Juli 502 Urtheile auf, und zwar wurden in Lemberg 88, in Zloczow 53, in Prze- mysl 45, in Sambor 37, in Stanislawow 44, in chszow 49, in Krakau 98, in Tarnopol 41, in Tarnow 15, in Sandoz 32 Urtheile gefällt. Unter den Verurthcilten befinden sich mehrere Bauern, eben so eine nicht unbedeutende Anzahl Frauen, Wäh- rend der 5monatlichen Dauer des Velaßerungszustaiidcs find im Ganzen 2554 kriegsgerichtliche Urtheile rechtskräftig geworden. - Die österreichische Regierung beabsichtigt, in Galizien eine eigene Gerichtsbehördc zur Entscheidung der häufigen Streitigkeiten zwischen den Gutsbefihern und Bauern wegen der den letzteren zustehendon Wald- und Weidegerechtsame zu errichtcn, Der betreffende Gesetz- entwurf ist vom Justiz-Minisierium in Wien bereits ausgearbeitet und soll dem künftigen Reichsrath zur Annahme vorgelegt werden. Man befürchtet Polnischerseits, daß die neueBehörde, falls fie vom Reichsrathe genehmigt wird, dazu beitragen dürfte, das ohnehin ge- reizte Verhältniß zwischen den Gutsbefißern und Bauern noch mehr zu erbittcrn. (Osts. Ztg.)
DäUemark. Kopenhagen, 27. August. »Dagbladct« fährt noch immer fort, die heftigsten Angriffe gegen das entlassene, wie das jeßige Ministerium zu verbreiten. - Höchst interessant ist es aber, daß das Blatt jeßt einen Artikel gegen fich selbst unter seinen Anzeigen aufgenommen hat, allein für eine Bezahlung von 25 Thlr. dänisch, währendderselbe nach gewöhnlicher Zeilenberechnung nur 5 Thlr. häite kosten können. Dieser Artikel führt die Ueberschrift: »Was muß gegen den unleidlichen Terrorismus »Dagbladetsa gescheheni)« W'iderlegungen der einzelnen Aufsätze meint der Einsender, taugen nichts und rufen eine unausgeseyte Polemik hervor. Man müsse das Abonnement auf dieses Blatt aufgeben, damit helfe man dem Volke, das sich verführen laffe.
Die **Berlingsche Zeitunge- bringt nach wie vor alle Nachrich- ten aus den Herzogthümern zusammen mit denen aus Dänemark und hat sich in ihrer Sprache gegen Deutschland nicht viel gebessert. Auch hat sie es für nothwendig gehalten, den Bericht des Aussthusses des Folkething iiber die Verhandlungen vom S.Oktober bis 11. No- vember 1863 zwischen Dänemark und Preußen in dänischer und in französischer Sprache mitzutheilen.
Die Prinzess in von Wales wird nunmehr bald erwartet, es heißt, daß fie in Helsingör landet und dann nach Fredensborg
fährt, um dort kurze Zeit zuzubringen und sich dann auf Schloß “_
Bernsiorff aufzuhalten.
-- 29. “August. Die Anfrage R.Hage's an den Kriegs- und Viarine-Minister hinfichtlich der Eroberung von Alsen kam in heu- tiger Sißung des Jolkethings zur Verhandlung. Der Jnter-pellant behauptete, man habe zur Zeit des Uebergangs der Preußen auf "Rolf Krgke- nicht die gehörige Aufmerksamkeit verwendet,“ das Schiff hätte, seiner Meinung nach„ bei Beginn ' des Uebergangs in den Sund gehen, und. die Preußen zu vernichten suchen miiffen. Vom Kriegs '- Minister wünsche er zu erfahren, ob der kommandirende General die von ihm zur Vertheidigung Alfons nöthig erachtete Truppenmacht zur Verfiigung gehabt habe,“ ob die nöthigcn Dispofitl-onen zur Verthei-digung ge-
troffen gewesen seien und die nöthige Achtsamkeit beobachtet worden wäre. ' Der Rückzug auf Assen war seiner Ansicht nach auch nicht gut ins Werk gescßt. Der Marineminister machte die Schiffe nam. haft, ivclche im Alsener Sande stationirt gewesen seien, und erörtert: die den einzelnen Schiffen zu Theil gewordene Aufgabe, hauptsächlich verweilte er bei dcr Theilnahme des *Nolf Krakea am Kampf, Der Minister sprach noch bei Schluß des Referats. Zu den Dori einem Ausschussc im Jolfething gestellten Anträgen hat Viborg tine Aenderung proponirt, nach welcher Oberst Lundbye wegen der Art in welcher er als Kriegsminister den Krieg vorbereitet und geleitei hat, vor ein Kriegsgcricht gestellt Werden soll.
- 30. August. Die heutige »Berlingske Tidetidwc bemerkt gegenüber der *Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“, daß es fich b„- den betreffenden Acußcrungen des Finanzministers um »Bestrehungcn« handelte, einen Theil des dänischen Theiss von Schleswig zu retten. und daß diese Bestrebungen doch keineswegs mit der loyalen Auf. fassung der Friedenspräliminarien in Widerstreit wären.
Nach Berichten aus Kopenhageti Vom 30. d. hat der Ton. seils-Präfidcnt BlZUhme in der Sitzung des Landsthings vom 29sten bei der Distrisfion iiber die Petition der 119 Schleswiger Folgendes erklärt: Die Regierung war und ist noch jetzt bestrebt, die Friedens-Unterhandlungen sobald als möglich zu Ende zu brin- gen. Sie ist dabei bemüht, so viel nur erreichbar, zu retten und zu erhalten, und zugleich die politische und nationale Selbstständigkeit ]encr LandeStheile, welche man nicht retten konnte, denselben zu be- wahren. Welche Erfolge diese Schritte haben würden, wüßte er nicht, denn die Ausstel)ten wären sehr trübe. Die Regierung käme hierin dcn Wünschen des Things gern entgegen, und werde ihr Bestes thim, aber die Mittel, welche man aiiwenden könnte, seien bereits alle angewandt worden.
Das Landstbing hat die schleswigschc Petition der Regie- rung zur Beriickstchtignng empfohlen.
Der politische Aussthuß des Volksthings beantragt, "der Regierung die Petition der 119 Schleswiger zur Beriickfichtigung zu überweisen und empfiehlt die Aimahme folgenden Veschluffes:
Das Volksthing spricht das Vertrauen aus, daß die Regierung bei dem Abschluss des Friedens das natürliche und heilige Recht der Bevölkerung von Schleswig und der jiitischen Enclaven vertreten Werde, in einer freien Abstimmung , die in jeder einzelnen Kommune oder in jedem einzelnen Distrikte vorzunehmen ist, über ihr zukünfti- ges Schicksal zu entscheiden.
Amexika. 13. August. GencralGranläußertefick) während
seiner neulichen Anwesenheit in Washington, der letzte Angriff auf Petchburg hätte gelingen müssen, Wenn man seinen Befehlen Gehorsam
geleistet hätte. Man hört, das; die Generale Meade Und Burnfidc die Schuld fich gegenseitig zuschiehen. . Teade nahm in der Nacht vor dem Angriff mehrere Abänderungen in dem Angriffsplan vor, Welcher mit Burnfide verabredet geWesen war. Der letztere be- hauptet, daß er hiernach zu der Annahme berechtigt gewesen sei, daß Meade den Angriff persönlich leiten werde. Das Resultat war, daß Weder Meade noch Burnstde auf dem Platze waren. Sicher ist, daß bei der ganzen Affaire sich die größte Verwirrung Und Kopflofigkcit kundgab, weshalb fie mißlingcn mußte. Das- Kriegsgericht, Welches mit ihrer Untersuchung beauftragt ist, besteht aus dem Gcncral-Major Hancock, den Brigade-Gencrälen Ayres und Miles und dem Auditor Colonel Shriver,
Man legt hier auf den Befiß von Mobile, nächst Charleston dcs bedeutendsten noch in Händen der Rebellen befindlichen Küsten- platzes, neben seinem Einfluß auf die Abnahme des Schmuggels, hauptsächlich deShalh viel Gewicht, weil dadurch die Operationen. der Bitndesarmec gegen Atlanta, namentlich mittelst dcr schiffbaren Fliiffe in Alabama, gefördert werden können.
Die Berichte aus Texas zeigen, daß die Rebellen-Agenten das Beträgen eben so gut verstehen, wie die Beamten der Vereinigten Staaten. Das Baumwoll=?lusfithr-Verbot Kirby Smith's scheint nur erlassen worden zu sein, um den mit dessen Ausführung beauf- tragten Offizieren und Beamten das Monopol zur Bereicherung durch den Baumwollhandcl zu geben. In Antonio kam es zu einem Kampf zwischen Unionisten und Secessionistcn, wobei Erstere die Oberhand behielten," ste wurden aber später durch Militair gezüch- tigt, Den Eagle-Paß iiberrumpcltc ein Capitain Lee und nahm die Rebellen-Besaßung gefangen, zerstörte das Zollhaus u. s. w., wurde aber später von einer stärkeren Rcbellenschaar zum Rückzuge gezwungen-
Die Indianer in Nebraska stellen neuerdings viel Unheil an. Sie stehlen Rindvieh, verbrennen Trains und tödten Weiße ohne Unterschied der Person. Vor wenigen Tagen wurden 11 Leichname an der Straße nahe Fort Kearney gefunden. Sechs Weiße wurden am 9ten bei Thirty-two Mill Creek getödiet. Der Gouverneur von Nebraska hat zwei "Miliz-Regimenter aufgeboten, um die Ordnung herzustellen. -
Die drohendeRevolution in Ecuador ist durch eine Erklärung der Regierung v-orgebeugt worden, daß sie im (Falle eines Krieges zwischen Peru und Spanien ersteres untersiiißen und daß fie Maxi- milian nicht als Kaiser von Mexiko anerkennen Werde.
Admiral Pinzon hat zwei peruanische Beamten, welchc Guano
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“ von Para angekommen ist.
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luden, verhaften lgssen, zur Wiederhergeltuong für die Icrhaftung weier Couriere unt Depeschen fur die spanische Flotte , welche ubri- gens längst auf Befehl des Richters in Callao entlassen wor-
md. den TAM 4. Juli entfernte fich Admiral Pinzon mit seiner Flotte einigeMcilen von hen Chincha-Jnseln, um- den »Lancaßer: 'nicht _sa- [utiren zu müssen, indem Admiral Bell die spanischen Offiziere nicht u dcm Bankett eingeladen hatte.
3 Die vor drei Jahren bei der Insel San Lorenzo untergegan- gene peruanische Dampffregatte'von' 44 Geschützeii ist gehoben, nach Callao gebracht worden Und Wird ]eht dort rep'qrirt.
Am 19. kamen in Panama zwci peruamychc Commiffairc an, welche sich nach Europa begeben, um eine Anleihe W.)",WNMWNW Dollars zn machen. Die Riijtungen PLL'U'Ö dauern sort. _ .
Dic »Opinion Nationalca theilt eme Horrespondemz aus Lima mit, welche von der höchst erfreulichen CaitivicielUiig der Dampf- schifffahrt auf dem obere!) Zlnmzoncnstromeshxicht. Dic perga- nische Regierung hat gerauichlos, aher, unablamgUD'aran gciirbettct, fich auf diesem gewaltigen Stronze eme“rcgelmqßige„Verbindung mit dem atlantischen Meere zu eröfsnen, Iqllltos, sr111)kl"'cln ver- lorener Punkt an dem peruanischen leazonenstrome, 111, in kurzer Zeit 311 einer Stadt herangewiichien. Es _hat, [38le15 Docks, verschiedene Faktoreien Und Fabriken, Dampf]chneidenmhlen, Zie- qelbreiiiicrcien 2c. Der Handel nut Kalttlchnk, Wachs, Bqumwolle, Reis ec. nimmt bereits großen Aufjchiyung, man lichtet. die Wälder, macht den Boden urbar, imd längs dcs Strhiiicez ziehen sich bereits gerade, breite Straßen mit neu entstehenhen Yaiixctn hm. Das »Journal des AmazoneIU' das za Para (m Btajilien) er- scheint, meldet, daß am 21. Imit “Morgens. das Dllnlpfsthlss »;Mo- rena“, unter den Befehlen des Linienschisx-Lteutena'nts Uli)1seDt_lh01), von unitos, am peruanischen Amazonemtrome, kommend, im Hafen “ Die »Moronan war am 13th von Jquitos abgefahren Und hatte fich im Ganzeii 59 Stnudenjlqng in den Häfen von Loreto, Tahatinga, San-Pciulo, Junmtms mid Ovidbs aufgehaltcii, hatte also die Reiie von Jgintoxzsnach qua'm vierTagen und 22 Stunden zuriiékgelcgt. ETZ ergiebt dies eme durchschnittliche Geschwindigkeit von 17 Faden dic Stimdc. .
Der neue Präsident von Colombia), „Zerr Murillo, hat sem Kabinet gebildet und die auswärtigen Gcsafndten eriiannt. Heri" FZapota geht nach Washington, 21.Mhsguera (em Sohn des vorigen Präfidcnten) nach London. Dcr Prasident hat aiigcorhriet, daß dem Gouverneur von Panama, Santacolomq, wegen scizieé Verhaltens während der Unruhen bei Anwesenheit des Spamcts Maiarredo der Prozeß gemacht Werde, Lille Staaten hon Colombia haben bei der Generalrcgierung Petitionen um UiiterstUhUUg Perus eingereicht. Die Revoliition im Staate Magdalen? ist zu Ende und die neuen Beamten sind an die Stelle der gefturzten getreten. Expräfident Mosqucra ist am 26sten in Ashinwall angekommen und gleich weiter gereist nach Panama. .Er hcgrebt 11ch nach Buenaventura, angeblich um den Van der Etseiibahn von da nach Cali zu betreiben.
-- Wenn der Washingtoner Korrespondent der »Ncw-York
* World:: ein Gerücht erwähnt, wonach 'der Präfihent Lincoln ** sich mit dem Projekte trage, dem Jenide emen Wasseiistillstand „ anzubieten Und zwar weniger um einen direkten Schritt 311111 Ab-
schluffe des Friedens zu thun, als um ein politisches Manöver aus-
- zuführen, so scheint dieselbe Anschauung auch dem in der amerikani-
schen Presse vielhesprochenen Artikel des »Ncih-Yhtk Herald“ zu Grunde zn liegen, einem Artikel, in welchem die grhßcrc Zahl der englischen Blätter mir Die reine und unbedingte Friedenssehnsucht dcr mnerikanischcn Nordstaaten wiedergespiegelt sehen. Der »New-
4* York Herald“ kennzeichnet seine Absicht schon. in dem einleitenden Satze: »Bei der gegenwärtigen Lage der Dinge ist es fur die
Sicherheit des Landes und der Administration vor allem „wich- tig, ziim wenigsten die Häupter der Rebellion in ihrem Unrecht VOL" ihrem eigenen Volke Und Der c:»ilisirten Welt bloß zu stellen und unsere Regierimg ebenso klar ,Wr. dem ganzen Volke dcr loyalen Staaten zu rechtfertigen, wenn ste diesen fürchter- lichen Krieg weiter fortfiihrt.« Der »Heralda macht dann den be- kannten Vorschlag , drci Kmnmiffarien nach Richm'ond zu stnden, Welche folgende Propofitionen zu stellen hätten: 1) emen Waffenstill- sand auf sechs Monate, 2) eine Conveiitwn aller Staaten, zu welcher jeder Kongreßdistrikt einen und außerdem ]eder Staat zwei Delegirte ahordnen sollen, 3) den Beginn der Sitzungen dieser Con- vention am ersten Montag im Dezember, etiva .in Baltimore, iur Bcrathung iibcr Mittel und Wege zur Wiederherstellung des Friedens. Mögen diese Vorschläge angenommen oder verworfen "Jerden - fährt das Blatt fort - die loyaleii Staaten und die Regierung können nur Vortheil davon ziehen. Nehme Jefferson DaVis, sein Kabinet und sein Kongreß, den Waffenstillstand und die Convention an, so würde der Nor- din an erster Stelle doch noch immer die Blokade aufrecht halten UNd ebenso die dem Feinde entrissenen Plätze und Forts behguptcti, UUd bleibe die Convention resultatlos, so könne man den Krieg mit “Ükn Vortheilen, über die man jeßt gebiete, und wahrscheinlich Mit
noch größeren, wieder aufnehmen. Doch dürfe man fast darauf bauen, daß die Repräsentanten der rebellischen Staaten mit denen der loyalen Staaten zu einer freundschaftlichen Berathungzusammen- tretcnd und der despotischen Autorität Jefferson Davis enthoben, von der SUÖpenfion des Krieges so entzückt sein würden, daß sie in der Abschließung eines Friedensvertragcs und der Wiederherstellung der Union auf keine sonderlichen Schwierigkeiten stoßen würden. Es sei vorauszusehen, daß Jefferson Davis die Convention ver- iverfe oder den Waffenstillstand nur unter widerfinnigen Stipula- tionen siidstaatlicher Unabhängigkeit annehmen wolle,“ doch zwinge man ihn durch jene Anerbietungen wenigstens , sich vollständig zu dcmaskiren, und wenn er fich weigere, auf Friedens.- vorschlägc anders zu hören, als anf der Bass einer südstaatlichen Conföderation, so wiirden alle Zweifel, alle Spaltungen und Un- einigkeiten unter dem Volke der loyalen Staaten verschwinden. Die Copperhead -Fricdenspartei werde entwaffnet und “zur An- stiftung ferneren Unheils ohnmächtig dastehen, der Norden Werde. einig sein, Und im Süden müßten Zwistigkeiten Und Parteikämpfe ausbrechen. Wcim wir nun zusehen, was die bedeutenderen Ver- treter der siidstaatlichen Presse zu der Friedensfrage zu sagen haben, so finden wie allerdings mit einer fast überraschend gemäßigten und versöhnlichen Sprache die Sehnsucht nach der Beendigung des schreck- lichen Krieges aiisgedriickt, doch daneben Bedingungen aufgestellt, welche das Zustandekommen eines Waffenstillstands mehr als problematisch machen. So änßcrt fich der Richmonder "Examincra: »Ein Waffen- stillstand ist nicht das einzige Erforderniß, sondern dazu eine formelle Verzichtleiftung auf jedes Recht oder jeden Vorwand gegen diese Staaten einen Zwang auszuüben, und selbstiierständlich die völlige Zuriickziehung aller Lam- und Sectruppen, wclche irgend einen Theil unseres Bodens okkiepircn oder einen Unserer Häfen hlokiren. Wenn das geschehen, wird der Norden erst in der Lage sein uns einen Vorschlag betreffs der Wiederhersiellung der Union oder einer Staaten - Convention zur“ Berathung vvrzulegen. Man darf Wohl annehmen, daß ein solcher Vorschlag dann Berück- sichtigung finden würde. Ciiisti'veilen kann man freilich iiber das Resultat dieser Berücksichtigung kaum eine Hypothese aufstellen, doch kurz, unsere Brüder im Norden mögen uns Versuchen. Mit einem solchen Wechsel in den Ohwaltcndcn Beziehungen wiirde un- zweifelhaft auch ein großer Wechsel in den Gesinmmgen vor sich gehen.« Ein anderes Richmondcr Blatt, »the Sentinela, drückt seinen Wunsch und sciiic Bereitwilligkeit fiir Friedcnsverhandlungen stärker und unbedingter aus und eifcrt dabei gegen die extremePar- tei, Welche zwar Frieden haben JU. wollen behaupte, aber allein gegen das Zugeständniß, daß es ihnen vor Eröffnung der Unter- handlungen anheimsiehc, alle Bedingungen vorzuschreiben. Diese Partei sei um nichts besser als Lincoln selbst.
- 18. August. Dem amtlichen Berichte des Admirals Farra- gut vom 5. d. M. über die Operationen bei Mobile zufolge, hatte sein aus 16 hölzernen und 2 Panzerschiffen bestehendes Geschwader das Feuer des Forts Morgan zum Schweigen gebracht und die Ein- fahrt in den Hafen erzwungen. Nur das Panzerschiff »Tecumseha ward durch eine unterseeische Höllenmaschine zerstört und Versank fast mit allen an Bord befiiidlichen Personen. Sodann begann die Ver- nichtung der Floiille der Konföderirten. Das südländische Schiff »Tcnneffeca wehrte fich anderthalb Stunden lang mit großem Helden- muthe Und ergab sich erst, als sein Stcuerruder lahmgelegt worden- war, Die Unionsschiffc »Hartforda und »Oneidau wnrden kampf- Unfähig gemacht und das Schiff »Philippea verbrannte während des Kampfes.
- Die offizielle, telegraphisch so eben erwähnte Depesche des Admirals Jarragut an das Marinc-Ministerium in Bezug auf die Operatiouen in der Bai von Mobile lautet:
.. Flaggenschiff »Hartsorda, Mobile Bai, 5. August.
Sir! Ich habe die Ehre, zu berichten, daß ich heute Vormittag in Mo- bile Vai einlicf, zwischen den Forts Morgan und Gaines durchging und den Rehellemvidder »Tennesseeec und die. feindlichen Kanonenbootc »Selmaa, „Morgamc und »Gainesa antraf. Der angreifende Theil der Flotte seßte sich um 5 Uhr 45 Min. Morgens in folgender Ordnung in Bewegung: Die »Brooklyna mit dem »Octorora« zur Seite, »Hariforda mit »Metacometa, »Nichmonda mit »Port Royale, »Lackawannaa mit »Scminolea, »Monon- gahclaex mii »chumsehee, »Osfippeea mit »Jtaöco» und »Oneidaa mit »Ga- lcna'ec. An der Steuerbordseite befand sich die Position des »Monitors«. Es blies ein leichter Wind ach Südwesten, der Himmel war bewölkt, mit Wenig Sonnenschein. Fort Mmgan feuerte auf uns um 10 Min. nach 7 Uhr und bald nachher entspann fich ein lebhafter Kampf. Als wir den Haupt- schifsskanal hinauffuhrcn, ergaben fich an der Spitze Schwierigkeiten, und die »Hariforda ging der »Brooklyna voraus. Vierzig Minuten uml) 7 Uhr lief der Dampfer »Tecumsehec auf einen Torpedo und versank, indem er sehr schnell unterging und mit AuZnahmc des Lootsen und 8 oder 10_Mann, alle Offiziere und die ganze Mannschaft mit fich in die Tiefe riß. Der Rest wurde durch ein Boot gerettet, das ich vom »Mctacomcte, der gerade an der Seite meines Schiffes lag, abscndete. Die »Hariforda war an den Forts um 6 Uhr vorbeigefahren, und da ich mich von den Kanonenbooten der Rebellen beschossen sah, beorderte ich das Kanonenkoot „Metacometa, auf die Verfolgung derselben außzugehen, und es gelang demselben, eines dieser Ka- nonenboote, nämlich die;;Sclmaa, zu erobern. Um halh9Uhr hatten alleSchiffe die Forts passirt und der Rebellemvidder befand sich noch immer dem Anscheme nach unverletzt in unserem Rücken. Der Flotte wurde auf ein Mal dax