1864 / 207 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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haltungen steh befinden, welche ein Jahres-Einkommcn von mehr als 3000 Thlr. haben und unter letzteren nur 2 mit einem Einkommen

von über 10,000 Thlr., von denen einer es bis zu 17,000 Thlr.

gebracht hat, so ergiebt fich, daß in hiefiger Stadt zwar kein Reich-

thum, wohl aber eine durchgängige Wohlhabenheit fich findet. * (Wes. Ztg.)

Nkeck'lenburg. Schwerin, 1. September. Ihre König- lichen Hoheiten der Großherzog und die Frau Großherzogin Anna nebst den hochfürstlichen Kindern werden heUte Nachmittag von WisMar, Neukloster und Warin vermittelst Extrazuges von Vlankcnberg auf hiesigem Bahnhofs eintreffen, um fich zu einem längeren Aufenthalte 11ach Ludwigslust zu begeben, wohin, auch JhreKönigliche Hoheit dichau GroßherzoginaMutter, Höchst- welche bereits gestern Nachmittag ZZ Uhr von Doberan hierher zurückkehrte, morgen gleichfails reisen wird. (Meckl. Ztg.)

Holstein. Kiel, 1. Septemher. Dem gestern von den Honoratioren der Stadt Kiel gegebenen Bankette wohnten der höchst- kommandirende General der alliirtcn Armee Prinz Friedrich Karl und viele Offiziere bei. Toaste wurden ausgebracht auf Se. Majestät den König von Preußen, den Herzog Friedrich, die' preußische Flotte , das preußische Heer, die österreichische Flotte und das österreichische Heer.

Altona, 31. August. Die (Hrenzrcgulirungs-Kommisfion wird sich dieser Tage an die Grenze Jütlands und Schleswigs begeben. Oésterreich stcÜt zu dieser Kommission den Oberstlieutenant Schöii- feld , Preußen den Obersten Thile, Dänemark den Obersten Kauff- mann. Der Lchterc, friiher Oheramtmann von Kiel, Bordesholm, Kronshagen 2c. und Kurator der Universität, befindet sich bekanntlich zur Zeit als dänischer Friedensunterhändler in Wien. (A. N.)

Sachsen. Leipzig, 1. September. Gestern Abend 9-2; Uhr traf der Kronprinz von Sachsen mit Gemahlin von Dreßden

hier ein und reiste Nachts 12 Uhr auf der westlichen StaatSciscnbahn 1

Weiter nach der Schiveiz. (D. A. Ztg.)

Baden. KarlSruhc, 31. August. Der »Karlsr. Ztg.« wird gemeldet, daß Se. Majestät der König von Preußen die Insel Mainau heute Nachmittag verlassen Und mit dem Zug um Uhr 40 Minuten von Konstanz die Reise nach Baden fort- geseßt hat. Allerhöchstderselbc wird in Freiburg übernachten und hat sich jeden feierlichen Empfang vcrbeten.

Schweix. Bern, 30. August. Aus dem lehren Berichte der eidgenössischen Kommissare an den Bundesrath, betreffend den Genfer Tumult, ergiebt fich, daß die Jndependenten dem Zeug- hause bei dem Stadthause circa 400 Gewehre und die Radikalen dem Zeughause dn grand Pré in der Vorstadt St. Gcrvais eine gleiche Anzahl und außerdem noch 6 Kanonen entnommen, Von beiden Parteien stehen von jeder noch circa 150 Gewehre aus , die Kommiffare haben jeht als [ehten Termin für ihre Ablieferung den 31. August seftgeseht, nach Welchem ein Jeder , der noch im Bcfihe eines solchen Gewehrs gefunden wird, der geschlichen Strafe VerfäUt. Ferner erfährt man, daß James Jazy sofort nach der Verhaftung John Perier's am Samstag eine Unterredung mit dem Bundes- rathe Herrn Fornerod verlangt hat, welche, da eine solche dem Gegen- kandidaien James Fazy's, Herrn A. Chcneviére, gewährt worden war, 11lcht verweigert werden konnte. In seiner lchten Sixzung bc- schloß der B u ndesra t h, bei Oesterreich und dem Königreiche Sachsen gegen das"Abschieben der in diesen Staaten fich aufhaltenden pol- nischen Fluchtlinge nach der SchWeiz Protest zu erheben. Laut Be- richt an das eidgenössische Justiz- und Polizei-Departement soklen circa 2000 solcher Flüchtlinge nach der Schweiz wieder im Anzuge sein. (Köln. Ztg.)

- 31. August. „Heute ist in Genf der Staatsraths-Präfident Fontanes verhaftet worden und stehen noch andere Verhaftungen bedeutender Persönlichkeiten bevor. Die Stadt ist in Folge dessen in großer „Aufregung. Die Kommissäre haben ein Bataillon Infanterie und Dragoner zur Verstärkung verlangt Und der Bundesrath hat diesem Verlangen entsprochen.

Belgien. “Brüssel, 31. August. Die Kammer hat ihre Arbeiten ho,»;ite wreder, ausgenommen, doch waren die bei demKonzil tn Mecheln" beschäftigten Klerikalen größtentheils abwesend. Bei dem Beginpe „de_r Sixung interpellirte ein _luxcmburger Abgeordneter den Justiz-Mi'mster Über die am 11. August in verschiedenen Ortschaften der Provtziz Luxemburg Seitens der Klerikalen begangrrien Exzesse. Der „Justtz'-Mtnister.erwiederte, daß die Regierung Angefichts der user jene Vorgänge eingeleiteten gerichtlichen Untersuchung augenblicklich keine weiteren Aufklärungen ertheilen könne. Er fügte jedoch., hinzu ,._ es werde schon im Beginne der näch- sten ordentlichen Sesfiorr ein Gesetz eingebracht werden, wel- ches für die Zukunft die Freiheit undAufrichtigfeii der Wahlen "sicher stellen - solle. Die Kammer genehmigte alsdann ohne erhebliche Debatte und mrt Einstimmigkeit das auf 27,900,645 Fr. sich belaufende Bauten-Budget und. eine Reihe anderer Kre-

dite, " Jn Mecheln wird seit drei Tagen der katholische Kongreß gehalten, an welchem diesmal von auswärtigen Notabilitätcn nu der Bischof Dupanloup fich bctheiligt hat. Für die Preffejsr, die Notiz intercffant, daß man beschloffen bat, künftighin einen JahreZ-Kongreß fiir die katholische Publizistik zu halten und außer. dem einen aUgemcinen, nur fiir die kirchlichen Blätter fungirenden Telcgraphendicnst einzurichten. - Am 5. September wird zu Maaseyk in (Gegenwart der Königlichen Familie das Doppel-Stand- bild der Brüder Van Eyck enthüllt werden, welches den auch als Graveur berühmten Bildhauer Leopold Wiener, einen unserer Lands. leute, zum Autor hat. (Köln. Ztg.)

Groszbritcmnien und Irland. London, 31. August Während der dreistündigen Unterbrechung ihrer Reise in Perth war Ihre Majestät die Königin bei dcr Enthüllung einer Statue ihres verstorbenen Gctnahls zugegen. Die Stadt Prangtc in festlichem Schmucke,“ die Straßen und der North-Jnch-Play, der Standort des Denkmals, waren von Zuschauern dicht gefiiklt. Nach Beendigung der Ceremonie sprach die Königin ihre vollstc Zufriedenheit mit dem Kunstwerke arts Und erhob „Herrn Roß, dcn Lord-Provost der Stadt in dcn Ritterstaud. Um halb fiinf Uhr gestern Abend kam dix Königin nebst ihren Gästen, dem Herzog und der Herzogin von Sachsen-Koburg, in Balmoral an.

Frankreich. Paris, Zl.Ar1grrst. Die mexikanischen Nachrichten , welche _der »Monitcitra“"herite veröffentlicht, gehen aus Mexiko his zum 23. Juli und aus Vera-Craz bis zum 1. August, Die Expeditionen gegen Monterey, dcm Siye dcs Juarez, find immer noch nicht in Ausführung, sondern blos »in Vorbereitunga. Die Unterwerfung Uraga's dagegen scheint außer Zweifel, da der »Monitcur« meldet, diescr General werde in wenigen Tagen in Mexiko erwartet, mn fich dem Kaiser vorzustellen. Zn Dnrango

geht es leidlich, da die JUaristcn den größten Theil des Staates gc-,

räumt haben. Zu der Expedition gcgen Matamoras soll das («(f-Geschwader herangezogen werden, mn Truppen aus rechte Ufer des Rio Bravo zu werfen, sobald die Expedition zu Lande die Stadt in Sicht hat. Der GesundheitszUstaiid der französischen Truppen ist »so gut, wie möglich«, in Vera- Cruz »geht es täglich bcffcr-, dic Eisenhahnarbeiten »dauern trotz der bösen Jahreszeit fortxc, und man hofft, bis Mitte Oktober aus Passo del Macho vorzuriickeu. Ueber den Gang der inneren Umgestaltung heißt es in cincr älteren Korrespondenz dcs »Moniicura v011123. Juli, daß die Militair- Konimisfion unter General Bazaine am 14ten ihre erste Sißung hielt imd Antrags-Abtheilrmgen ernannte. besondere Kommission die Aufgabe, die wahre Stellung der Gene- rale" und höheren Offiziere der Nationak-Armrc zu prüfen und Vor- schlage zu machen. Diese Angelegenheit ist sehr delikatcr Natur, da bekanntlich Stellenjägrrci und Anmaßung die Grundgebrechen dcr Creolen und eine Hauptquelle der vielen jähen Mili- tair-Rreritioncn von je her in Mexiko wie in allen alt- und iicuspanischcn Staaten gewesen find. Der Kaiser hat dekrrtirt, daß uberall, wo Anfstände und Räubcrcicn fortdauern, das franzö- sische Standrecht in Kraft bleiben solle. Um den Offizieren und Be- hdrdrn ihre Arbeit zu erleichtern, hat der Justiz=Ministcr eine spa- nische Uchcrschung des französischen Militair-Strafgeschbuchcs veran- stalten iind verhthcilcn lassen. Am 15. Juli hielt der Finanz-Aiis- schuß semr erxtr Sihung unter dem Staatéäministrr Vclariquez de Leon,“ dc1'1elbc wll cinen ncuaninanzplan ausarbeiten, und deshalb Wurde er aus cingcbornen und ausländischen Notahiiitätrn des Grundbefißes, drs Mincnbetrirbcs, der Industrie und des Handels zusammengrseht. Am 1. August findet eine Sihung statt, woran außer den 111 der Haitptstadt wohnhaften Mitgliedern auch die aus den Dcpartriiirnts Theil nehmen werden. Beiläufiq sei [)ikk benjwrkt , daß aus den früheren Staatrn drr nicxikanischen Union Dcparicmcnts nach französischem Muster gebildet wer- den, doch diese Eintheilung noch unferiig ist und daher in den Be- L*tchte11 .?st schwankt. Um die vielen Arbeiten zu beschleunigen, hat der Kurier die fiir Mexiko unerhörte Weisung ertheilt, daß in den Bureaux der verschiedenen Ministerien auch an Sonntagen vdr) 9 Uhr Morgens an gearbeitet werden muß. Auch hat der Kaiser die Zahl der Feste, wo die öffentlichen Verwaltungsstellen den ggnzen Tag geschlossen bleiben, auf fieben beschränkt. Und hierbei geht der Kaiser mit gutem Beispiele Voran, indem er jeden Sonntag öffentliche Audienzen ertheilt, wo Jeder ohne Ansehen der PLUM!" und des Ranges ihm Beschwerden vortragen oder Vorschlage zum Besten des Landes machen kann. Die Kaiserin hat das Unterrichtswesen für junge Mädchen fich zur besonderen Pflege geyommen und ist häufig in den Anstalten persönlich an- wesend.. Handel und Industrie sind im Aufschwunge, Ausländer treffen immer zahlreicher ein. In der Münze von Guanajuaw wurden bereits in den ersten sechs Monaten dieses S§ahres 13 Mill- Francs geschlagen. *

Dem »Moniteura wird aus Saigun geschrieben, daß der Fregatten-oCapitain Aubaret, der einer diplomatischen Missio" am,Hofe von Hue fich zu entledigen habe , am 14. Juni an de]: Mündung des Flusses Hue angekommen und mit allen militairl' schen Ehren empfangen worden ist, Früher war das Befahren

Unter diesen hat eine

' Marseille gemeldet:

* derten Tschcrkeffen herrscht eine furchtbare Sterblichkeit.«

eine Amnestie für politische

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Mes Flusses den Europäern ßreng untersagt, Admiral Bonard selber durfte verfiOssenes Jahr nur während-der Nacht auf drm- ,[ßen reisen, um die Festungswerke, welche ihn vrrthridigeti, nicht beobachten zu kömien. Capitain Aubaret durfte ]edoch am hellen Tag? den geheimntßvollen Fluß befahren bis zur Hauptstadt selbst, wo ck11 Phan - Than - Gian, der erste der im vergangenen Jahre nach Paris geschickten Gesandten, in Begleitung anderer, gleich vornehmer Mandarinen empfing. Am folgenden Tage wurdc Capitain Aubaret in feierlicher Audienz am Hofe empfangen. Zum ersten Male ließ man die strenge Etiquette faklen, welche den Unter- ,hanen und mehr noch den Fremden den Anblick des Herrschers Ver- ,yehrt. Gewöhnlich bleiben die zu Empfangcnden in hinreichender Entfernung von dem Könige stehen, um weder seine Stimme hören noch seine Züge erschauen zu können. Capitain Aubarei wtirde aber unter dem üblichen Ccrcmoniell bis zu dem Monarchen gefiihrt imd richtete in chinesischer Sprache eincAnrcdc an ihn, in welcher er ihm kurz den Zweck seiner Mission arrseinanderseßte. Hierauf ließ wan ck" bis hart an den Thron herantreten, um fich mit Seiner Majestät auf Deko Wunsch privatim zu unterhalten." Das Gesicht Tu Duc's wird als ansprechend geschildert. Er traZt keincu "Bart und hat eine maitweißliche Gcsichtsfarhe. Er unterhielt fich langer ,als eine Stunde mit Herrn Aubarct. , Gleich dcn Ministern Rouher und Rouland hat auch der Justiz- Minister Barochc bei einem Fcftcffen desGrncralrathcs der Seine- et-Oisc fich fiir die Umgestaltung der Generalräthe in ltberalcm Sinne ausgesprochen. Die »Francca betont dies mit dem Zufuhr, daß bei den höchsten Räthen der Krone Einstimmigkeit fiir deanrt- schritt herrsche, und die reactionaircn Bestrebungen, welchc da,s Karier- thum zur Unheweglichfeit vcrdammen möchten, bcijdem .Zratscr nicht vorwiegend seien, daß im Gegentheil der Souveram c11t1chldffrii sei, das Reich auf der Basis der Befriedigung aller gerechten Wunsche der öffentlichen Mcimmg zu befestigen. . .- - 1. September. Mit dem Dampfaviso »ActWa, derWTunis am 27. August verließ, ist in Tortlon die Nachricht eingetrofsscn, daß in Folge der Hartnäckigkeit des Kasriadars, zurückzutreten, dic 5Zldmi- rale der im Hafen von Goulcite anwesenden europäischen Gr1chwa-

der den türkischen Kommiffar aufgefordert haben, abzurciscn, da deffen

Anweserihcit bei der Beilegung der tunesischen Wirren als Hindernis; erachtet wurde. Spanien. , *Eine Arizahl der in Cadix, Valencia und Blätter crtheilt der Regierung den Rath,

Aus Madrid , 31. August, wird tclegraphirt: Barcelona ersrhcinenden Festungswcrkc auf den

Chincha-Jnseln anzulegen, urid beansprucht dicse Inseln. als recht- mäßiges Eigcnthum der spani1che11 Krone.at

Aus Konstantinopel, 24.21ugust, wird iibrr »Zwei Anleihen find abgeschlossen worden, die eine mit dem Banxhausr Hope, die andere, im Betrcrge von 175,000 Pfd. St., mit einem konstantirwpcler„Harrse._ Diese An- leihen sind dazu bestimmt, die Zinsen der. englischen Schuid zu be- zahlen. Zn Smyrna ist Alles wieder ruhig. Untcr den eingewan-

Türkei.

Vu are 21. Auxust. Wie bereits gemeldet, hat Fürst Kris a ck |, a Vergehen aller Art dekretirt. Dieselbe

Rumänen, unter denen Fürst Souhos und

Balsch, die hervorragendften sind, so wie guck) den Fremden zu Gare kommen, lchteren aber nur unter der Bedingung, daß fir das Um)? nische Gebiet sofort verlaffen. Vorgestern hat nun der Mimster-Pran- dent an sämmtliche Bezirks-Präfcktcn ein Rundschreiben ergehen laffrn, um die Linstreibung der Fremden, dic bLBles"1i-1l vofllen erge ist, zu rechtfertigen. Es heißt darin, daß, da'Rumamrn em freies Land sei und als solches Gastfreundschaft Übe, jedem Fremden Schuh gc- Währt werden solle, der die Gesehe des Landes und der Gastfreund-

schat re ektire. Aber -- -, . . fL*Zinßéöleichcii kann jedoch keineswegs der Fall Um mit ]enen Fremden,

Welche zu uns kommen, um sick) entweder in „unsere inneren Angelegen- heiten hineinzumischen und mit den heimrschen Feinden der'Ordnung zu ver- binden , oder um Verschwörungen anzuzett-elnkynd _Expedttwpen zu org„an1- stren gegen die Nachbarstaaten, welche gleichzeitig die garantireiiden Machte Unserer Nationalität und politischen Existenz'btlden. ,Die Regrerurig hatte Kenniniß erlangt, daß vom Außlande aus eme Expedttiongegen die Nach- barstaaten vorbereitet werde, welche durch „niehrere Mitglieder und“ Agen- ien der ausländischen revolutionairen Coniite's von unserem _Territortum aus ins Werk geseßt werden sollte. Zu diesem, Behufe war „Herr Gu„ftav Frigias ins Land gekommen, welcher von “Mazzim uiid den ubrigen Haup- iern der ausländischen Actions-Parieien mat Jnftructwnen, Proclamattonen und Empfehlungen an unsere heimischexi Revolutionatre von Prdfesfion aus- gestattet war, Dieser gefährliche Emissar wußte „sich unter vrrschiedenen fal- schen Namen zu verbergen und durch längereZeit m den Distrixteti unseres Landes, namentlich der Moldau, unangefochten arifzithalten. Schlteßlich wiirde er jedoch in Buchärest verhaftet, und sowohl bei ihm selbst,_als bei xtmgen seinerAffiliirten der ganze OperationSplan entdeckt, wrlcher nichts Geringeres bezweckie, als auf dem rumänischen Gebiete eme zweifache bewaffnete Expe- dition gegen die Nachbarstaaten zu organisiren; Jm Befiße de's Operatwns- planes und demgemäß im Stande, ihn zu vereiirln, htelirn nnr rs fur uber- fiüssig, mit ftren en Strafmaßnahmen gegen diejenigen emzuschreiten, welche u„Usere„Tsceutralität zu kompromittiren strebten. Wir erachteten es [ediglich fUr unsere Pflicht, solche Anstalten für die Zukunft zu treffen, daß Niemand

sollte den eingeborenen

auch nur daran solle denken können, aus unserem Lande einen Schauplg? militairischer Operationen gegen die Nachbarstaaten zu machen. Demgema hat die Regierung die Austreibung aller, der“ Perspnen beschlosskp- WSU)? slch unter Mißbrauch der ihnen gewährten Gastfreundschaft vorberettxtrn, unsere Neutralität, die Bafis unserer politischen Exisienz; ZU kompromitttren, und uns so Gutes mit Bösem zu vergelten. Wir befindet) uns mimtten irnseret inneren Reorganisation„“ mehr denn sonst bedürfen wtr des Friedens im In- nern wie nach außen, und des Vertrauens und Wohlwollens iiiiserer Vach- barn. Wir müssen demnach die Ordnung und die Neutraliiat um ]eden Preis aufrecht zu erhalten bestrebt sein.

Dänemark. Kopenhagen, 1. September. In der gestri- gen MittagSfißung des Jolkething wurden die Anträge der Abge- ordneten Viborg und Birkedahl, welche verlangen, daß der ehemalige Kriegsminister Lundbye sowie General de Meza vor ein Krichgericht gestellt werden sollen, mit 54 gegen 9 und resp. 4-9 gegen 18 Stimmen verworfen. Die amendirten Anträge des zur Untersuchung der Kriegführung niedergesehten AuZschuffes wur- den angenommen. .

In der gestrigen Nachtfißung wurden nach heftiger Debatte die Anträge des politischen Qlusschusses angenommen. - Heute soll dte Sesfion des Reichsraths geschlossen werden.

Großfürst Nikolaus von Rußland ist hier angekommen und bei dem rusfischen Gesandten abgestiegen.

Amerika. New - York, 20. August. Den per vHibernian- iibcrmittcltcn Nachrichten ift kanm etwas neues hinzuzufügen. Das Gefecht bei Graysville, achtzehn Meilen von Chattanooga, fand am 16. statt und zwar zwischen General Steadman und dem kon- föderirten General Wheeler. Steadman ward verwundet. Das Resultat des Znsamnienfioßcs ist nicht bekannt. Vdn Chattandoga zist eine Trnppenabihcilnng abgesandt worden, um die Konföderirten aus Cleveland, Tennessee, zu dislociren. - Die Generale Blunt und Sherry organifircn eine bedeutende Streitmacht, um den mmrer häufiger und gefährlicher werdenden Streifzügen der Indianer in Kansas ein Ende zu machen. -- Dir in Syracuse zusammen- getretene demokratische FricdcnSconvention hat beschloffen, deri von der Chi rag 1) -C0 nventi on aufzustellenden Kandidaten iiur in dern Falle zu unterstützen, wenn es ein Friedensmann scin'ivurde. Die Versammlung, hauptsächlich geleitet von Vallandigham imd Fernando Wood, nahm ferner Resolutionen zu Gunsten eines Waffenstillstandes und einer aÜgemeinen Staatenconvention an.

Der Times - Korrespondent in Nord-Amerika, dessen erstes Schreiben aus Niagara wir erwähnt haben, meldetvom 15. August iiber den Fortgang der Friedensbeftrebungen: " '

Die Opposition gegen Mr.Lincol11's Wiedererwahlung Wird täglich stärker. Selbst das große M'Clellan-Meeting in New-York war mehr eine Kundgebung gegen Lincoln als für M'Clellqn. Der General ist noch immer ein »Kriegsdenwfrata, während die Masse der Demokratie dem Frieden nicht einfach entgegen t-rcthk, sondern entgegen stürzt, New-York ist immer einflußreich, aher m_dem heran- nahenden Kampfe, wird es nicht allmächtig sem,„dtc westlrchen und nordwestlichen Staaten, die alle Last des Krieges getragen und nichts von seinen Gewinnsten gehabt hahen, find ent- schlossen, entweder einen Wechsel in' der "Politik oder in der Person des Präsidenten und Vice- Prafidcnien durchzuseßen. Hierher strömt täglich eine Anzahl der leitenden Staqtsmannrr u„nd Politiker der nordwestlichen Staaten, um mit den drei oder vier sud- lichen Sendlingen, die in dem Vertrauen des Prafidenten Davis stehen und fich auf einige Zeit in Canada niedergel'gffen haben. Rath zu halten. Mr. Dean Richmond, der, wie frrrhcr bemerkt wor- den, auf Grundlage des Chicago-Konvents als Prastdentur-Kandtdat ausgestellt werden kann, zaudert noch die Stellung anzunehmrn, ob- wohl er fir nicht förmlick) abgelehnt hat. Das M„Clel- lan = Meeting hat an der Sachlage iiichts geandert, denn New - York kann seinen Willen nicht gegen den Nordwesten geltend machen. M'Clellan's Freunde „haben gedroht, ihn, Wenn der Chicago-Konvent ihn nicht zum Kandidaten ernennen sollte, durch das Volk ernennen zu lassen. Aber,. da em soichester- gehen eine schreckliche Spaltung in die demokratische Partei bringen würde, so ist es wahrscheinlich, daß M'Clekian die _Chica'go-Platform (das Programm von Chicago) annehmen wird. Die dritte Beschluß- fassung des Chicago-Konvents - sagt der Korrespondent - hat er- klärt, daß die endgültige Erwählung »arrfrmen der großen Sol- daten fallen müssen, die sich als Vertheidiger der Prinzipien des Konvents hervorgethan haben. Mittlerweilethun die militamschen Agen- ten der Regierung im Nordwesten ihr Möglichstes, uni al1c hervorragenden Oindividuen, die als (Gegner der Kandidatrzr Lincolns und als Freunde einer friedlichen Verständigung 'mit dem Süden brkannt find, zu entfernen. Jn Kentucky namentiich haben dir zweiBrigade- Generale Paine und Burbridge eme vollstän'dtg'e Schrcckens- regierung eingeführt. Unter dem Vorwande,_ Guerillas beherbergt, dem Feinde Beistand und Unterstüßung geirrhen zu haben„ oder unter der vagern Beschuldigung, mit dem Suden zu sympathtsiren, wcrden Hunderte der wohlhabendsten Leute in Kentucky von Haus.

und Geschäft fortgetrieben.