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lung im Kreise 117 Thlr. 11 Sgr. 5 Pf. 988) Durch die Königliche Kommandan- tur zu Breslau, von dem Königl. Re ierungkrafh Herrn Obergefhmann_ge- sammelt 57 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. 98 ) Durch din Steuer-Einnehmer „Hrn. Dahm zu Saarlouis von der Gemeinde Differten (jährlich auf die Dauer vdn 6 Jahren) 8 Thlr. 990) Landwehr-Baiailion Brom- berg, Beitrag der 6. Compagnie (Kreis Schubin) 121 Thlr. 6 Sgr. 7 Pf. 991) Durch Schul-Jnspektor Herrn Haupt zu Haile a. S. von Lehrern und Schülern der Bürgerschule und der Parallelschule des Halleschen Waisen- hauses 45 Thlr. 992) Preußischer Volksverein zu Friedeberg N.-M. 1 Thlr. 10 Sgr. 993) Landraths -Amt zu Paderborn durch Sammlung 42 Thlr. 8 Sgr. 6 Pf. 994) Hauptmann a. D. und_BÜrgermeister Herr v. Beeck zu Neuwied durch Sammlung 64 Thlr. 995) Amtmann Herr Blönning zu Petershagen, Kreis Minden, durch Sammlung 25 Thlr. 29 Sgr. 996) Buchhändler Herr C,Haase zu Rathenow, Gewinn desselben aus dem Verkauf von 33 Loosen für die :e. Lotterie, für die Hinterbliebenen des “ Pioniers Klinke bestimmt 6 Thlr. 997) Durch das Landraths-Amt zu Görliy von dem Uhrmacher Herrn Förster zu Kohlfurt 2 Thlr. 998) Durch das Königliche Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten von dem Konsul Herrn Louis Hartmann zu Port au Prince 300 Thlr. 1462 Thlr. 18 Sgr. 8 Pf. Hierzu. die laut leßter Bekanntmachung ein- egangene Summe von 133.477 Thlr. 14 Sgr. 6Pf. Zusammen 134,940
hlr. 3 Sgr. 2 Pf. Von dem, zu obigen Zwecken außerdem vorhandenen
onds, dessen Einnahme laut leßier Bekanntmachung 37,757 Thlr.26Sg1'.
Pf. betrug, smd verausgabt: &) laut lcßter Bekanntmachung: 3926 Thlr. 6 Sgr. 9 Pf.,“ b) ferner ausgegeben: 174) der Wittwe des Pioniers Klinke zu Hoenow nachstehende, für fie und ihre Kinder bestimmte (Haben: :x) von dem Polizei-Präfidenten Herrn v. Haugwiy zu Danzig, gesammelt 250 Thlr,“ b) von dem Buchändlcr Herrn E.Haase zu Rathenow 6 Thlr., zusammen 256 Thlr. Summa 4182 Thlr. 6 Sgr. 9 Pf. Bleibt Bestand 33,575 Thlr. 19 Sgr. 6 Pf. Hierzu obige Einnahme der Kronprinz- Stiftung 134,940 Thaler 3 Sgr. 2 Pf. Summa des Bestandes der eingegangenen Gaben (exkl. der Elberfelder Stiftung, deren Einnahme nach der lcßtcn Bekannt- machung 14,443 Thlr. 15 Sgr. beträgt) 168,515 Thlr. 22 Sgr.. 8 Pf.
Dies wird hiermit dankend zur öffentlichen Kenntnis; gebracht. Berlin, den 17. September 1864. Der Kriegs- und Marine-Minisier. von Roon.
Preußische Bank.
Bekanntmachung.
Auf Grund des Z. 62 der QlÜerhöchsten Bankordmmg Vom 5. Oktober 1846 wird eine Versammlung der Mciftbctheiligten der Bank, Behufs Beratbung iiber Abänderung der Schlußbestimmung imff§.d6 der Bankordnung, den Zinsftiß fiir Lombard-Darschnc be- tre en ,
auf Freitag, den 21. Oktober dieses Jahres, Nachmittags 522 Uhr, hierdurch von mir einberufen.
Die Versammlung findet im hicfigen Bankgebäude statt. Die Meistbctheiligten werden zu derselben durch besondere der Post zu übergebende Anschreiben eingeladen werden.
Berlin, den 18. September 1864.
Der Minister für Handel , Gewerbe und öffentliche Arbeiten, Chef der Preußischen Bank. Graf von Jizenplixz.
Angekommen: Der General - Major zur Disposition Jbrer Königlichen Hoheiten der Prinzen Alexander und Georg von Preußen, Baron v o n Kn o b elZd orff, aus der Schweiz.
Berlin, 21. September. Seine Majestät der König haben Allergnädigst gerubt: Dem ,General- Lieutenant Freiherrn Hiller von Gaethringen, Commandeur der 15. Divifion, dem General- Major von Werder, Commandeur der 4. Gardc-Jnfanterie-Bri- gade, dem General-Major von Gersdorff, Commandcur der 11. Jnfanierie- Brigade, dem Flügel-Adjutantcn, “Major Freiherrn -von Loié, dem Major Reclam, Plaßmajor in Stettin, und dem Obersten 3. D. von der Schulenburg, Hofmarschall Sr. König- lichen Hoheit des Prinzen Albrecht von Preußen, dieiiErlaubniß zur Anlegung des von Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland ihnen verliehenen, zur Erinnerung an den bcendigten Feldzug im Kaukasus geßifteten eisernen Kreuzes zu ertbeilcn.
Nichtamtliches.
Preyßen. Berlin, 21. September. Seine Majestät der König nahmen gestern nach dem Diner, zu welchem die hier anwesenden, fremdherrlichenOffiziere und die höheren Militairs ge- laden waren, den Vortrag des Kriegs- und Marine-Ministers, . General-Lieutena-nts bon Noon entgegen, und fuhren um 10“? Uhr Abends nach Schloß Babelsberg.
_)..;,z,_,---?7;;Heute begeben Allerböchstdieselben Sich um 8Uhr zu den Ma- x.?Mvern nach Brandenburg.
Hannover, 20. September. Der König ist gestern Abend über Geeftcmünde von Norderney hier wieder eingetroffcw D Kronprinz war in seiner Begleitung. Die Königin js, mit de“ beiden Prinzesfinnen von längerem Aufenthalte in der SchWejz un? Norditalien bereits gestern Mittag hier wieder angelangt. Auch dj Miiiisicr find sämmtlich wieder nach hier zurückgekehrt. e
Mkecklenburg. Schwerin, 20. September. Se. Könj liche Hoheit der Großherzog reifte in verwichener Nacht in B?. gleitung des Jliigel-Adjutantcn Major von Brandenstein und P„“ mier-Lieutenants von Victinghoff mit dem Schnellzugc von “ud: wigslust über Berlin nach Potsdam zum Manöver, und beabfich7jt dem Vernehmen nach, am nächsten Sonntag, den 25sten, nach 9,3)! wigslust zurückzukehren. (Merkl, Ztg.)
- Wismar, 18. September. Heute Morgen um 8 Uhr trafen die vier preußischen Kanonenbootc »Comet- , Delphinc, »Cyklopa und »Chamälcon- von Sonderburg kommend hier ein und legten in unserm Hafen vor Anker. Nachdem fie die hier noch lagernden Kohlen eingenommen, werden fie sich am Mittwoch wieder nach ihrer Station zuriickbegcben. (Meckl. Ztg.)
Hamburg, 20. September. Der wirkliche StaatSrath Kammerherr von Vegesack, hat dem Senate seine Beglaubigung, als Kaiserlich russischer (Heschästöträger zugestellt.
Das österreichische Kanonenboot » Seehund: ist in derNacbt von Sonntag auf gestern mit drei Priscnfahrzcugen in Cuxhavén angekommen und das preußische Kanonenboot »Bliy- gestern Mittag von dort, der telegrapbischen Meldung znfolge, mit drei kleinen Fahrzeugen im Schlepptau clbauswärts gegangen. (HBH)
Jütland. Aus Nyfjöbing, vom 15. September, wird in »Morsö Avis- berichtet: Sämmtliche im Limfjord mit Beschlag belegte Schiffe find, wie bereits mitgetheilt, zufolge einer Ordre aus Wien freigegeben worden , wogegen die dänische Regierung fich den alliirten Mächten gegenüber als Schuldner eines so großen Belaufs erklären soil, wie die Summe beträgt, zu welcher die Fahrzeuge bei einer Taxation geschätzt werden. (Gleichzeitig mit dieser Nachricht traf ein österreichischer Marine = Lieutenant in Lembig ein mit der
Instruction, sogleich Vorkehrungen zur Taxation der Schiffe zu ircf- *
fen, um darauf diese den Eignern zurückzugeben , mit der Freiheit, binzusegeln, wohin fie wollen. Die Taxation hat am Montag Nachmittag staitgcfundcn und bereits gestern, Mittwoch , sind zwei von den zehn in Nyfjöbing zu Hause gehörenden Fahrzeugen hier angekommen.
Ikaffay. Schwalbach, 20. September. Gutem Zerneb men nach Wird der Kaiser Alexander von Rußland morgen zu einem Besuche der Kaiserin Ertgenie hier eintreffen und einige Stunden verweilen. Der Kaiser wird von dem Gcneral-Adjutanten Grafen Adlerberg begleitet sein.
Bqden. Karlsruhe, 18. September. Wie die -Karlsr. Ztg.“ mrithcilt, haben fich Ihre Königlichen Hoheiten der Groß- herzog und die Großherzogin Sonnabend, 17. d, M., Vor- mittags 11 Uhr, zu einem kurzen Besuch. bei Ihren Majestätcn dem Kaiser und der Kaiserin von Rußland nach Jriedricthafcn begeben. Nach zweistündigem Aufenthalt daselbst kehrten Höchstbie- sclben wieder auf die Mainau zuriick.
Heute Nachmittag trafen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiseriii bon Rußland, 'der König und die Königin von Württem- berg, 10 wie: Ihre Kaiserlichen Hoheiten der Großfürst “L:",hronflÜger imd die Großfürsten Alexander, Wladimir und Alexis auf festlich bcflqggtem Boote zum Gegenbesuch auf der Mainau ein. Die Piqxcj'tiiteii waren von dem Staatskanzler Fürsten Gortschakoff, dcm Katstrlrchcn Minister des AuSwärtigen, Grafen Moukhanoff , den Ober-Hofmeistern Fürsten Dolgoroukoff, Grafen Uexküll , dcn Gene- ralen Grafen Taubcnhcim, Pcroff Und Richter, einem zahlreichen Hbfstaatc und den Kaiserlich russischen Gesandten an dem Königlich Witrttcnibergischen und Großherzoglichen Hofe begleitet.
Die Lolllerhöcbstcn und Höchften Herrschaften verweiltcn WLW?“ Stunden im Kreise der Großherzoglichen Familie und traten unt embrechcnder Dunkelheit die Rückfahrt nach Friedrichshafen wicht an, nachdrm Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und dle Großherzogin Llllcrhöchst- und Höchstdenselben bis auf das Boot das Geleite gegeben hatten.
Württemberg. Stuttgart, 20. September. Se. Majestät der König ,hathhreKaiserlichen Hoheiten die Großfürsten Alexan' dcr, W(adrmrr und Alexis, Söhne des Kaisers von Rußland
Majestät, unter die Großkreuzc des Ordens der Württembergiskhe" *
Krone ausgenommen. Oesterreiai).
(St-A. f. W.)
Wien, Li)-Septen1ber. Se, Majestät der
*Kaiscr ist gestern von Schönbrunn nach Kis-Bér in UUgak"
abgereist. ,
. Die »General-Correspondcnz aus Oesterreich- bczcichnst „dlc Zeitungsnachricht, daß Oesterreich , Wenn es Von Preußen keine reellen werthvollen Konzessionen auf materiellem Gebiete crlanZYn wiirde, mit Frankreich wegen Abschlusses eines österreichisch MUMM" schen Handelsvertrages unterhandeln könnte, was Lockerung 7)“
* ) osas zum Präfidenten des
*erreichisch “Preußischen Allianz und engeren N.; [ - d'e W „ Mächte zul“ FOlge haben würde, als eine Privat-É,Yzbi§2,io:1_ est
Großbritarxnien und Irland. L o n d o n, &i). September. „Halifax || eine Reitersiatue des Prinzen Albert er- richtet worden, .zukdcren Ausstibrung man die nötbigcn Bonds auf dem Wege öffentlicher Subscription erhoben hat. Sir Charles Wood hielt bei der EnthüllungSfeierlichkeit dic Jnaugurationsride,
Der Herzog von Sachsen-Coburg und Gemahlin baren ck gestern von Jbrer Majestät der Königin in Balmoral vcr- ahfthicdct und find in der Hauptstadt eingetroffen, um heute die Rückreise nach Deutschland anzutreten. - Der künftige britische Botschafter am preußischen Hofe, Lord Napier, ist nach Balmoral zur Königin gereist.
Der Herzog von Cambridge ist von seiner Reise nach Paris und Deiitschlaiid in die Heimath zurückgekehrt, während die Prinzessin Mary Mit ihrer Schwester, der Großherzogin von Meck- lenburg-Streliß, eine Tour nach der Schweiz angetreten hat.
Prinz „Humbert, welcher vor seiner Rückkehr nach London in
Begleitung des italienischen Gesandten und des Generals Rebel eine Tour durch Yorkshire und die mittleren Grafschaften gemacht hatte, besucht heute die Docks und das Arsenal von Woolwick). Am Sonnabend empfing er im italienischen Gesandtschastsgcbäude den Herzog von Chartres. ' Eixic Arbeitseinsiellung in großem Maße hält cht die Kohlcn- und Eiscndiftriktc bon Staffordshire und Worcester- shire in Aufregung. Seit mehreren Wochen ist die Bewegung schon im Gange, und die Zahl der Arbeiter, wclche fich weigern, auf die in Folge der niedrigen Eisenprcise von ihren Herren be- schloffene Herabscßung des Lohnes um 6 Pence täglich einzugehen Und es vorgezogen haben, ihre Beschäftigung zu Verlassen, wird be- reits auf 18,000 angegeben. Drei Massenmeetings haben sie im Laufe der vorigen Woche abgehaltcn, die je fiinf- bis sechsiansend Köpfe zählten, Die Polizei hat umfassendeMaßrcgcln getroffen, um jedem Bruchc der öffentlichen Ordnung vorzubeugen. Ob die Op- position fich noch längcre Zeit in solchem Umfange halten kann, ist jedoch sehr fraglich, denn in dcr Unterstiißungskaffc der Arbeiter- Union tritt schon Ebbe ein und die zeitweilige Verarmung macht in den genannten Distrikten große Fortschritte.
Der Bischof von Kerry*in Irland hat in Kcnmare eine große schöne römisch-fatbolischc Kirche eingeweiht, welchc ein besonderes Interesse durch den Umstand befiyt, daß der Priester der dortigen Pfarre fie ganz allein aus eigenen Mitteln hat erreichen lasen. Die Opfcrfreudigkcit des Geistlichen beschränkte fich jedoch nicht auf das gottesdienstlichc Gebäude, sondern es verdanken ihm auch ein Kloster und geräumige SchUlcn, in denen vierhundert Kin- der Unterricht empfangen, ihre Enistehrmg. Im Laufe der leytcn icchsJahre hat der wiirdigeHirie nicbt Weniger als 15,000 Pfd. St. aus eigener Tasche zur Befriedigung der religiösen Und intellektuellen Bedürfnisse seiner Gemeinde [)crgcgcbcn. -
Zum gerichtlichen Verhöre Franz M killer?) find am Sonnabend nur einige einleitende Schritte geschehen, cs Wurde ihm im Polizei- Biircan dic Anklagcakte vorgelesen.
Der britische Gcsandtschastösccrctair in München, Mr. Vonar, zieht in seinem amtlichen Bericht einen Vergleich zwischen deut- schen und englischen Eisenbahnen, banptsächlick) mit Riichficht auf die Sicherheit der Passagiere, und empfiehlt den englischen Eisen-
bahn-Gescllschaficn, fich an ihrcn kontinentalen Nachbarn ein Muster
zu nehmen. Er macht auf die Blüt[)e und große Anzahl der nur für Eisenbahnen berechneten Lebensvcrficherungs-Gcse[lschaften in England aufmerksam, welche einer sehr zu bedauerndcn Nothwendig- kit ihr Entstehen verdankten, und verweist zum Gegensaiz auf die Fast absolute Abwesenheit, weil Unerfordcrlichkcit, solcher Gesellschaften M Deutschland.
„ Frxmkreiä). Paris, 19. September. Die Fregatte »The- » mit dem Herzogs von Magenta, dcm nenen General-
borziwrncur von Algerien, an Bord, ist gestern von Toulon nach [gter abgegangen. Dic Dampf-Fregatte »Labrador- hat heute öoxlon verlassen, um 1000 Mann Truppen nach Algerien zu be- rern.
Spanien. Madrid , 19. September. Das Ministerium at erklärt, es werde in der peruanischen Frage enrrgisch auftreten. Jilas SN" Domingo betrifft, so will cs nicht eher einen definitiven kschluß fassen, als bis es die Cortes zu Rathe gezogen hat.
Man liest in dcr »Bolsaa vom 16. September: »Wie es heißt, ck General O'Donnell zum Präsidenten des Senates und Kom- 1aNidanien des 1sien Armcecorps ernannt werden, Hr. Rios-
StaatSrathes, General Lcrsundi ürdc General- Capitain von Cuba werden und General Ros de [ano General-Capiiain der Philippinen.
;. Dem »Pueblo- vom 16. September'zufolgc gedenkt der Infant on Sebastian von Bourbon seinen Wohnfitz in Asturien zu ehmen. Andere sagen, er werde ins Arisland gehen.
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Italien. Rom, 20. September. Ein Rundschreiben drs Papstes an die polnischen Bischöfe empfiehlt ihnen Unterwerfung unter die bestehenden Behörden, tadelt die AuSschrMu-ngen der russi- schen Regierung gegen die Katholiken, erklärt, daß die Geißlichfoit und die Glaubenstreuen solchen Maßnahmen, die den göttlichen Gc- stßen zuwiderlaufen, keinen Gehorsam schuldig find und droht den Verfolgern mit nahen Strafen, denn die_ Zeit des Erbarmens sei kurz und die Mächtigen wiirden nachdrücklich gezüchtigi werden.
Rußland und Polen. Warschau, 18. September. Es ist im amtlihen sziennik Warszawskia zu lesen: Da die Ordnung im Lande wiederbergestcllt ist, hat Se. Excellenz der Statthalter Graf Berg verrwttclft cines Cirkulars an die Chefs der Militairabthei- lungen vom 20. August (1. September 11. St.) die denselben früher fiir die Zeit der Dauer des Kriegszustandcs crtheilte Attribution zurückgezogen, wonach fie Civilbeamte von ihren Aemtern entfernen durften. Es bleibt jedoch den Gcneral-Chcfs der Oberabtheilung vorbehalten, Beamte jeder Behörde, die augenscheinlich kein Vertrauen verdienen, sofort zu entfernen, gleichzeitig aber haben fie (die Gene- ral-Chcfs) vor jedem einzelnen Falle den Statthalter, sowie den Di- rektor der betxcffendcn Kommission (Ministerium) davon zu benach- richtigen. - Vorgestern ist wiederum ein Traanort Jnhastirter der Citadelic in die Deportation geschickt worden, Er bcßand gerade aus 100 Pe:soncn, 99 männlichen und einer Frau.
Von der polnischen Grenze, 19. September. Nach den Andeutungen offizieller russischer Blätter zu schließen, liegt es im Plane der russischen Regierung, der deutschen Einwanderung nach Polen alle mögliche Erleichterung zu gewähren und ihr dadurch, so wie durch Erweiterung des polnischen Chauffce- und Eisenbahnncßes eine möglichst große Auchhnung zu geben. Sobald die nötbigen Vorbereitungen zur Ausfiihrung dicses Planes getroffen find, sollen, sicherem Vernehmen nach, nicht blos die den Einwanderern zu ge- wäbrenden Erleichterungen und Privilegien zur Kenntnis; des deut- schen Publikmns gebracht, sondern auch Agenten zur Orgänifirung von Einwanderungs-Gesellsciyaften in die benachbarten Deutschen Provinzen gesendet werden. Schon, jcizt beabsichtigten viele deutsche Landwirtbe aus den Provinzen Pommern und Brandenburg Grund- besiy in Polen zu crwcrben, und hatten fich deshalb theils persönlich, theils brieflich an den Statthalter Grafen Berg mit der Bitte gc- chdet, ihnen ein Verzeichnis; der zum Verkauf gestellten Giiicr und Ländereien nebst Angabe der Preise und der iibrigen Kaufbedingun- gen mitzuthcilcn. Sie erhielten den Übereinstimmcnden Bescheid, daß sie ihre Absicht , fick) im Königreich Polen mit Grundbefiß anzukau- fru, so “fange verschieben möchten, bis die dort noch herrschenden schwankenden Zustände fich VOÜkOUUUi'U wieder befestigt haben nnd namentlich die durch die Kaiserlichen Bauern-Ukase eingeleiteten Regu- [irrmgen geordnet sein würden," der Zeitpunkt, wo die Regierung den Verkauf von Ländereien an deutsche Llnficdler beginnen werde, soils, sobald er eingetreten, in öffentlichen Blättern bekannt gemacht werden. - Das fiir Polen ausgearbeitete neue Schal = Reglement hat bereits die Kaiserliche Bestätigung cr- haltcn und wird nächstens publizirt werden. Nach dem- sclbcn sdllen für die Polen polnische, fiir die unirten Ruthenen in Pddlachicn imd im Lubiinschen, sowie für die Juden russische, und fiir die deutschen Fabrikarbeiter und Kolonisten dcntscbe höhere Und niedere Schulen errichtet werden. Aber “auch in den polnischen und deutschen Schulen soll der Unterricht in der russischen Sprache der- bindlich sein. Die Zahl der unirtcn Ruthenen im Königreich Posen beträgt nahe an 300,000, die der deutschen Fabrikarbeiter und Ko- lonisten 250,000, der Juden 600,000. - Jm Gouvernement Lublin treiben fick) noch immer kleine Jusurgentcnbandcn in den Wäldern herum. Eine dieser Banden, die von einem Geistlichen, Brzoczowski, geführt wird, machte unlängst einen Angriff auf den durch einen Wald unweit Siedlce reisenden, und nur von einem kleinen Gefolge begleiteten General Maniukin. Es gelang dem General, sich mit seinem Gefolge durch die Flucht zu retten. Nock) an demselben Tage wurde von Siedlcc einc Abtheilung Kavalicrie zur Verfolgung der Bande ausgesandt , wclche dicsclbe auch bald cinholtc und zwei In- surgcntcn gefangen nahm. Beide Gefangene wurden am folgenden, Tage in Siedlce ftandrechtlick) gehängt. (Osts. Ztg.)
SchWeden und Norwegen. Stockholm, 16. Septem- ber. Durch eine Königliche Verordnung vom 13. d. ist der Zins- fuß freigegeben worden für Anlehen, welche für nicht über 6 Monate ohne Pfand auf festes Eigcnthum kontrahirt werden.
Der Prinz und die Prinzessin von Wales werden bei ihrer hiesigen Anwesenheit in der Wohnung Karl Johanns, der zweiten Etage des Königlichen Schloffes, ihren Aufenthalt nehmen. Man ist bereits damit beschäftigt, die Zimmer auf das Prachivollste zu ihrem Enipfange auszustatten.
Amerika. Ein pcnusylvanisches Blatt bemerkt, daß seit dem Falle von Fort Sumter die Rekrutirung in Pennsylvanien nie so rasch und ungehindert von Statten gegangen sti, 30,000 “Soldaten seien schon am 23. August in die Armee getreten, ,und in kurzer Zeit würde der auf Pennsylvanicn faklendeAntbeil dcr Rekruti- rungsordre des Präsidenten ohne Aushebung dienstbereit sein.
Das in London erscheinende Organ der südsiaatlichew-ZConföde-