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- - o Ent in es-, xine andere_Haupi|adt statt Noms ZwÉhY-Y. Fake?“ cxsaétirßen Parteien iti Italien sich “inzwischen beruhigt hätten und endlich auch die sietS von „deroRegicrung des Kajsers verfolgte Diöpofition zur erföhmmg fich m Yurin fuiid ge- geben hätte, so habe die Convention unterzeichnet werden fönnezi. Schließlich “sagt die Depesche, die beste und „ficherstc Burgschxxft fur dasPapstthum liege. in der ehrlichen und geivtffenhaften Jlrlsfuhrung der Convention, und an einer solchen werde nicht gezweifelt werden können, da die Convention ja die Unterschrift Frankreichs tragk.
Die Kaiserin ist, wie bereits geinrldei, gestern "Abend 75 Uhx in St. Cloud wieder eingetroffen. Die »Jrancc- fugt hinzii, daß zu gleicher Zcit auch Graf von der (Holy und Herr yon Bismgrck hier anlangten und lcytcrer heute schoii nach Biarriß weiicrrcisie, dort aber nur bis zum 15. d. bleiben wrrd. Prwz Httiiibcrt hat in der That, um sch noch persönlich von der Katierm verabschiedeii zu können, seine Abreise bis auf heute [»erschdbrn. Dcr fruhercHspcrmsche Kabincts-Präfidcnt, Herr Mon, ist auf einige Jagc'nack). Parts ge- kommen. Die Ankunft der russischen Majesiaten m Nizza ist auf den 15. d. hinausgeschoben, Das franzöfische Evolutions-Gesxhwadcr des Mittelmeers wird, laut »France«, auf der dortigen Rhede prir'at liegen, um die hohen Gäste mit Flaggen und Salven zu saluitreii.
Der höchste Civil-Penfionssaß war bisher 6000 Jrcs; Wie die vFrance- meldet, wird ein Gesch yorbcrciict, welches jenen Say auf 10,000 Jrcs. steigert, und zwar für diejenigen. Ycamtcn, denen keine Gehaltsabzüge gemacht werden dürfen , wie Praseiten, Staats- räthe, Untcr-Präsekten 2x. Den im Geseße vom 97311111 1855 mmi- haft gemachten Beamten soll die Pcnsion 'auf 9000 Jrcs. im Maxi- mum geßeigcrt, zugleich aher auch ein Minimum fixu't werdZn, das immer noch größer sein wird , als die Hälfte des vor dcmRucktrittc bezogenen Gehalts , Vorausgeseht natürlich, daß es nicht 9000 Fcm. überschreitet. &
- 7. Oktober. In der diplomatischen Vertretung Frank- reichs im Atislaiidc haben folgende Verändcrimgsn ftattgcfmidcii. Es sind ernannt: Bcncdetti für Berlin, Talleyrzind“- fur Petersburg, Reculot für Frankfurt, Mercier fiir Madrid, Cha- teaubriand fiir Washington, Massignac fiir Persien.
Spanien. Dem »Bolsaa zufolge will die peruanische Rc- gicrung nicht auf die Vorschläge Spaniens eingehen. Dic Jldtte, Welche Spanien im Stillen Meere haben wird, Wenn die bis Mi abgesandtcn Schiffe eingetroffen sind, wird aus den Schrauben- Fregatten »Vilia de Madrid« von 50, »Rcsolucion- von «11, »Triunfo- von 41, »Blancaa von 37 und »Berenguelaa von 37 Kanonen , den Dampf-KorVetten »Virgcn de Covadongaa von Z und »Venccdoraa von Z Kanonen, im Ganzen aus 5 Fregatten und 2 Kordettcn mit 206 Kanonen bestehen. Die Regierung beab- sichtigt , noch die Fregatte »Gcronaa yon 50 Kanonen , die in Car- thagena ausgerüstet wird, und die Panzer-Fregatte »Numancia-, die Anfangs vorigen Monats in Toulon fertig geworden, nach dem
StiÜcn Ocean zu senden. „ Griechenland. Athen , 1. Oktober. Die Wahl des Pra-
fidenten der National-Versammlung ist abermals im Sinne der R?- gierung ausgefallen. Die, die Thronfolge und Regentschaft betrei- fenden Artikel der Verfassung wurden angenommen. Die Herzogc von Aumale und Joinville find hier angekommen.
Türkei. Zn Betreff des gestern erwähnten Libanon-Rc- glements ist zu bemerken, daß dasselbe den Armenier Daud Pascha auf weitere fünf Jahre als Gouverneur des Libanon be- stätigt Das Reglement von 1861 wurde in Form eines Kaiser- lichen Jermans an die Notabeln sämmtlichcr Nationen und Glau- „,bensgcnoffen dcs Libanongebirges erlassen, und ist als eincArt Con- stitution zu betrachten. Es enthält 18 Artikel: eine neue politische Eintheilung des Landes, Reformen in der Administration, Beseiti- gung aller friiheren Fcudalrechtc, Gleichheit der Nationen und Reli- gionen vor dem (Heseß. Drusen, Maroniten, Armenier, Griechen, Metualis erhalten ihre eigenen Scheichs als Gemeindevorftcher, welche gleichzeitig als Richter im Provinzialrath fungircn und in Kriminalfällcn das Urthcil sprechen werden.
Nach einer Korrespondenz der oA. A. Ztg.:- aus Konstanti- nopel, den 26. September, hat ffch die Regierung in Anbetracht der sehr häufigen, ganze StadttheilcKonstantinopels verheerenden Feuers- bri'msie endlich entschlossen, das Projekt des frühem Ministers der öffentlichen Arbeiten, Suwfet Pascha, zu adoptiren. Dic Neubau- ten Stambuls sollen fortan in Stein aufgeführt Werden. Nur den Unbemittelten in entfernteren Vorstädten ist es erlaubt , auch Holz- häuser zu bauen. - Endlich werden die Lager der Tscherkessen bei Trapezunt und Samsun theilweise aufgehoben: 4000 sind in das Innere Anatoliens geschickt Worden, während die Transport- dampfer vMalakoff- und »Chachper- im Laufe vergangener Woche 6324 Köpfe bier landeten , die nach Banderma, Jsmid, Rodosio und Smyrna bestimmt smd. In der leßtern Stadt werden dieselben mit der Eisenbahn in das Innere nach Ephesus und Aidin gebracht werden. Der General-Gouvernenr von Smyrna hat zu Gunsten dieser Unglücklichen einc Subscriptionsliste eröffnet. Die Kriegsfre- gaite rTaifa “und gemietheteDampfer find nach Samsun abgefahren, um die Emigranten aufzunehmen.
Rußland und Polen Auf Grund eines Kaiserlichen Ukases ist hinfichtlich der Naturalisaiion von Ausländern in Rußland ein von Sr. Majestät dem Kaiser genehmigter Erlaß des StaatSraths veröffentlicht Worden. Von den Bestimmungen dieses Erlasses geben wir nach dcr vNordd. Allg. Ztg.a folgenden Aus 11 :
z1)g Die Naturalisation als Russe wird erst alsdann ertheilt, nachdem der Ausländer fich in Rußland niedergelassen hat. 2) Ein Ausländer, wel. cher fich in Rußland niederzulassen wünscht, hat seine dcsfallsige Erklärung bei dem Chef derjenigen Provinz abzugeben, in welcher er sich eintragen zu [affen oder seinen Wohnfiß zu nehmen gedenkt. Dabei hat er gleich-
zeitig diejenigen Beschäftigungen anzuzeigen , welche er in seiner Heimath gehabt hat, und diejenigen, welche er in Rußland zu übernehmen beabsichtigt. Der Provinzial-Chef crtheilt ihm darauf
eine Bescheinigung über die von ihm abgegebene Erklärung. Von dem Tage der Ausstellung dieser Bescheinigung an wird der Ausländer als an- sässig in Rußland angesehen, ohne jedoch gleichzeitig aufzuhören, bis zu sei. ner Naturalisation als Audländir beirachtet zu werden und allen hinsichtlich der Ausländer in Kraft bestehenden Geseßen unterworfen zu sein. 3) Ein Ausländer kann ersi nach fünfjährigem Aufenthalt in Rußland seine Na- turalisation ais Russe beantragen. Eine Abkürzung der Frist findet nur in gewissen Fällen statt. 4) Verheiratheien Audländerinnen kann die Naturalisation allein ohne ihren Ehemann nicht verliehen wer- dcn. 5) Das Gesuch um Naturalisation muß bei dem Minisier des Innern angebracht werden und folgende Angaben cnthgltcn: 3) Die Orte, an welchen der Bittsteller während der ganzen Dauer icincs Aufenthalts in Rußland domizilirt gewesen ist, die Bcschäftigrmgcn, welche er gehabt hat und die Bescheinigungen über seinen Erwerbszwcig, idiveit er solche beibringen krimi," i)) die Klasse und die Corporation, in wech er sich eintragen za lassen wünscht und berechtigt ist," (') die Stadt, wo er den Eid zu leisten wünscht,“ (1) endlich, wenn eine lekürzrmg der Dauer des vorgängigen Aufenthalts nachgcsucht wird, die geseßlichen Gründe zur Unicrstüßung dieses Anspruchs. Dem Gesuch sind beizufügen: 3:1) Die Papiere über den bürgerlichen Stand des Bittstellers. Dieselben müssen dem Gebrauche seines Heimathlandcs entsprechend ausgefertigt und durch dcffcn diplomatischen Agenten und das audwärtige Ministerium, oder wenn keine russische Agenten in seinem Hei- nmthlande vorhanden find, durch das Ministerium selbst beglaubigt sein, iii))Einc Bescheinigung über den vorgängigcn Aufenthalt in Rußland. Arrsländer, welche nach den Gesch" ihrerHcimail) dcr Militairpflicht unter- liegen, [):-„ben außerdem, wenn sie Unterthanen eincr derjenigen Mächte find, mit welchen Verträge über Auslieferung rckiamirter Militair- pflichiiger abgeschloffcn worden,- durch eine Bescheinigung ihrer Regie- rung den Nachweis zu führe:1„daß fic, wcnn fie aus dem bisherigen Unter- thancn-Verbande ausßheiden wollen, ihrer Militairpfiicht geniigt haben, oder davon befreit find. 6) Die Natnralisaiion wird durch Ableistung des Un- terihaneneides vollzogen. 7) Ausländerinnen, welche russische Unterthancn hciraihcn, eben so die Frauen von Aitsländern, welche sich in Rußland na- turalifircn lassen, werden durch diesen Akt russische Unterthaninnen, ohne selbst einen Eid zu leisten. Wittwen und geschiedene Ehefrauen behalten die Unterihanenschaft ihrer Ehemänner bei. 8) Ausländrr, Welche als russi- sche Unterthanen naturalifirt find, erlangen dadurch alle Rechte und Pflich- ten, welche mit demjenigen Stande,", dem fie zugcihcili worden, verbunden find, ohne daß ein Unterschicd zwischen ihnen und den eingeborenen Unicr- thancn besielit.«
Von der polnischen Gränzc, 6. Oktobrr, wird der »Osis.- Ztg.« berichtet: »In drr Woywodschaft Sandomir find in voriger Woche wieder einige kriegsrechtliche Hinrichtungen vollstreckt worden. In Slupca wurdcn ein Lakai und ein Wirthschaftsschrcibcr und in Opoczno sogar fünf Personen gehängt. Die Hingcrichteicn waren iibcrfiihrt, zu einer Bande Hänge-Gendarmen gehört Und mel)- rerc Mordthatcn verübt zu haben. - Jm Krakauischcn wurden Ende voriger Woche mehrere Gutsbesitzer verhaftet und nach Radom abgeführt, um vor das dortige Kriegsgericbt geficUt zu werden. Zwei andere Gutöbcfißer , die Gebrüder Wonsowicz aus Okoza, Wurden vom Kriegsgcricht in Kieler, der eine zu 4 Jahren Zwangsarbeit, der andere zu lebenslänglichcm Militairdienft vcr- urtheilt. Zn Olkucz befinden fich noch 150 Personen wegen poli- tischer Vergehen in Haft. Die meisten find Jnternirte aus öfter- rcichischen Festungen, die auf eigenes Verlangen an Rußland ausge- liefert find. Sie werden so lange gefangen gehalten, bis der Grad ihrer früheren Verschuldung ermittelt ist. Hat sich herausgeßellt, daß Jemand außer seiner Bethciligung am Aufsiande kein weiteres Verbrechen begangen hat, so wird er sofort in seine Heimath entlaffen. - Die Gutsbefißer im Krakauischkn haben
eine Loyalitäts-Adresse an den Kaiser übersandt, die mit 118 Unterschriften bedeckt war. - Durch den Kaiserlichen Ukas vom 11. vorigen Monats ist in Warschau die
Gründung cinesvollständigen rusfischen Schulsystems, bestehend in einem fiebcnklasfigen Gymnasium, einer vierklasfigen höhern Töchter- schule und einer Elementarsthule für Kinder beiderlei Geschlechts, an- geordnet, Der jährliche Etat diescr dreiSchulcn ist auf 40,020 SR- fcftgesetzt und auf den Staatsschaß des Königreichs angewiesen. In der unirten Diözese Chelm, im Gouvernement Lublin, die“ von Ru- thrnen bewohnt ist, sollen durchweg russische Schulen, d. h. Schulen mrt russischer Unterrichtösprache, errichtet werden. - Zn Warschau ist am 27. v. „M. wieder ein Aufruf des revolutionairen Stadtchefs erschienen, in welchem die Einwohner aufgefordert werden, an die fich lcgitimirenden Steuererheber wieder pünktlich die Nationalsteuer zu zah- len,“ die Quittungen folien die blaue Farbe haben. Der offizielle
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„Dziennik Wars,;awski- spricht die Hoffnung aus, daß diese Steuer einnehmer die Thüren und die Taschen verschlossen finden werden. ... In der Provinz Posen ist in diesen Tagen wieder ein, wie es scheint, poiitischer Mord verübt worden. Das Opfer desselben ist der bäuerliche Wirth Reimann (ein Deuts er) in Wilcza, im Kreise Pleschen, der am 2. d. M. unweit seines Wohnortes in einer Scho- nung mit zerschmettertcm Schädel erhängt gefunden wurde. Der Unglückliche, der eine Wittwe und 9 mwersorgtc Kinder hinterlassen hat, hatte im vorigen Jahre einen für die Jiisurgcntcn bestimmten Waffentransport der Behörde angezeigt und dadurch den Haß der polnischen Bevölkerung auf sich geladen. Er hatte noch kurz vor seinrr Ermordung den Strick dcr _polnischcn National-chirrung zu- geschickt erhalten.
Schmeden und Norwegen. Stockholm, 3. Oktober. Der bevorstehende 50jéihrigc Gedenktag der Gründung der schwedisch-norwcgischcn Union (4. November 1814) wird in den Vereinigten Königreichen, wie man der »Nat. Z.: schreibt, auf das Glänzcndstc gefeiert werden. Hier, in Christiania und in Gothen- burg werden vorzugsweise große Vorbereitungen getroffen. Nach Christiania find von Seiten des Magistrats 12 Stockholmer Depu- iirte eingeladen worden, um den Fcstlichkcitrn ch 4. November bei- zmvohncn. Außerdem hat der König verfügt, das; am Unionstage in sännntlichcn Städten sowie am darauf folgenden Sonntage in sämmtlichen Landkirchen ein außerordentlicher Dankgottesdienst ab- gehalten werden soll. _
Aus Norwegen meldet man von schweren Ueberschwcmmungen. Die Poststraße zwischen Mandal und ChristianSsand stand, der »Smchger Amtstidenden zufolge, am 24. v. M. 10 bis 12 Fuß unter Wasser und die kostbare Briicke iiber den Mandalscls wurde sammt der Telegraphcnleitung zerstört.
Däiacmark. Kopenhagen, 5. Oktober. Zu beiden Ab- theilnngcn des Reichstages haben, wie scham berichtet, die Bauern- sreundc Qldreßentwiirfc eingebracht, welche sich fiir die Wieder- herßcklung des später durch die Gesamm-istaatsversassung modifiziricn Grmidgcscch fiir das Königreich Dänemark vom 5. Juni 1849 in seiner urspriinglichen Gestalt aussprechen. Der im VolkSthing beantragte Entwnrf lautet nach einer formellen Einleitung:
„Sollte unser Vaterland sich den schweren und sch111erzlickenBediw gungen unicrwcrsin, welche von einem üdcriiiächtigen Feinde aufgcsiellt werden, so ist es die Ueberzeugung des Reichstags- Volksthings, daß Ew. Majestät und das dänische Volk diesen Forderungen nur in Anbetracht der unumgänglichen Noihwcndigkeit weichen werdcn. Allergnädigstcr König! Sollte es der uncrforschlichc WiÜe der Vorsehung sein, uns so große und schwere Opfer aufzuerlegen, daß sogar ein großer Theil unserer dänischrcden- dcn Mitbürger der fremden Botmäßigkeit überliefert würde, so kann Däne- mark fichcrlich nur in dem innigsien Zusammenwirken zwischen König und Volk Trost und Hoffnnng für die Zukunft erblicken. Wenn König und Volk einträchtig und ohne Vorbehalt sich über die Llufrechthaltung und Be- festigung eines nationalen und unabhängigen Staatsdascins und über die Aufrechihaliung der Freiheit unter dem Grundgesetze vom 5. Juni 1849 in dcffcn ursprünglicher Gestalt und Ausdehnung einigen, so wird es sich her- ausstellen, daß Einigkeit stark macht. Alsdann werden die tiefen Wunden, welchc unserem Vaterlande zugefügt worden find, unter Gottes Beistand geheilt werden und wicdcrum bcffere Tage hcreinbrechen. Genehmigen Ew. Majestät die alleruntcrihänigsic Versicherung des Volksthings, daß wir in Gctxeinschaft mit Ew. Majestät fiir das Wohl des Vaterlandes arbeiten "WU“ cn.-
Jn der Adreffc des Landöthings heißt es:
»Der Landsthing des Reichstages will nicht die Befriedigung uner- wähnt [*r-ssen, mit welcher es die Königl. Thronrcdc Vernommcn hat. Das Landsthing hofft auch auf defferc Tage für unser Vaterland, sobald König und Volk fich um unsere nationale Unabhängigkeit und um die Aufrechthaltung der Freiheit unter dem Grundgesetze vom 5. Juni 1849 in dessen ursprünglichem Inhalt und Umfang vereinigena
Hiernach ist die in Nr. 235 mitgetheilte Depesche des Wolff- schen Büreau's, welche besagte, daß in der Adresse keine Erwäh- nung des Staatsgrundgeseyes vom 5. Juni 1849 vorkomme, zu bcrichtigen.
Es wird erinnerlich sein, daß im Laufe des Frühjahres, als der General-Lieutenani von Falckenstein aus strategischen Grün- den die von den Engländern erbaute Eisenbahnbrücke iiber die Gudenau in die Luft sprengen und außerdem in mehreren jiitländi- schen Gegendea Eisenbahnschiencn aufreißen, so wie einzelne Lokomo- tiven theilweise zerstören ließ, in hiefigen und später in englischen Biättern die Behauptung auftauchte, der preußische General habe in Jutland muthwilligerweise Eigenthum zum Werthe von Hundert- tausenden Thalern vernichtet Jeßt stellt sich inzwischen die Unwahr- hrit dieser Angabe heraus, und zwar nach der Angabe des dä- UZschen Finanzministers, Konferenzrathes David. Derselbe veranschlaZt namlich in dem an den dänischen Reichstag gerichteten Finanzvor- schkage für das nächste Finanzjahr vdic auf den Befehk des preußi- schen Ober-Gencrals an der jütiändischen Eisenbahn ausgeführten vkxfschiedenen Zerstörungen sammt der Sprengung ,der Eisenbahn- brucke über die Gudenäa zu höchstens 60,000 Thlr. R-M (: 45,000
haler preuß.)-
Tclegraphische Ds-pesxhen aus dem Wolff'schen Tckxgraphen-Büreau.
P aris, Sonnabend, 8. Oktober, Morgens. Der beuiige *Monitrura bestätigt die bereits gestern gemeldeten Ernennungen im diplomatischen Corps und bringt außerdem noch folgendeneue Ernennungen: Bourrée zum Gesandten in Lissabon, Gobineau in Athen, Bondy in Kaffel.
R_*W___ _. _ „.
kunst Und ViTissciii'Öafk.
?; JnkVerimlassung eines Vorschlages des im Gebiete der höheren (Heddane au5ge_zeich::cten Generals Baeyer wird, wie die »N. Pr. Ztg.« berichtet, dcmnachst und zwar am 15. Oktober hier in Berlin eine (He- peralkonferenz von Sachverständigen fast aller europäischen Staatcnzu- iaminentreicn, theils um über die Modalitäten der beabsichtigten und von allen Seiten als wissenschaftlich wichtig anerkannten mitteleuropäischen (Hrad- meffungwdn Palermo bis Drontheim fich zu versiändigen, theils um sich pcrionltch kennen zu lernen. Bereits find aus dieser Zahlfolgende Herren
angemeldet: ' Aus „Belgien: Oberst Dicdenhovcn, Dirigent der belgischen Triangulation. Aus Hannover: Or. Schering, Professor der Mathe-
matik in Göttingen," ])1'. Wittstein, Professor in Hannover," (Hum- precht, Hauptmann im Gcncralstabe. Aus Hessen - Kassel: Kaupert, Vorstand dcsiopographisäicn Büreaus in Kassel,“ ])1'. Börsch, Lehrer an der" polytechnischcn Schule in Kassel. Aus Hessen-Darmstadt: ])1'. Hugrl, Geheimer Ober - Steuer - Rath in Darmstadt. Aus Italien: Schtaparelli, Direktor der Sternwarte in Mailand,“ Donati, Direktor der Sternwarte in Florenz," De "Gasparis, Direktor der Siernwarie in Neapel. Lins Oesterreich: d. F [igel y, General-Major und Direktor des mi[itair-grographisckicn Instituts," [)x'. von Littrow, Direktor der Sternwarte in Wien,“ 01". Herr, Professor an dem polyiechnischen Zn- siitut. Aus Schweden und Norwegen: 01: Lindhagen, Profeffor ,und“ Akademiker in Stockholm, l)1*. Jearnley, Direktor der Sternwarte tn Qhristiania. Aus Mecklenburg: Paschen, Geheimer Kanzleirath und Mitglied _der Diriction der Landesvermessung in Schwerin. Aus Rußland fur das Königreich Polen: von Blaremberg, General-Lientenant und Direktor des Kriegskartendepois in Petersburg,“ ])r. Döllen, „Hofrath und Astronom cm der Sternwarte in Pulkowa. Aus Sachsen: ])r. J. Wrisbcrch, Ober - Bergrath und Professor an der Berg - Aka- demie in Freiberg,“ _]Jr. Bruhns, Direktor der Sternwarte in Leipzig,“ Nagcdl, Prof. der Geodäsie an der polytechnischen Schule in Dresden. Aus Sachken-Gotha: [)r. Hansen, Geheimer Rath und Direktor der Stern- warte in Gotha. Aus der Schweiz: 1)1'. Hirsch, Direktor der Stern- warte in Neuenburg. “'
Zu hoffen bleibt noch das Erscheinen von folgenden Herren: Le Vcrrier, Direktor der Pariser Sternwarte und Leiter der französischen Cooperationcn zu der mitielcuropäischen Gradmessung, [)1'. Schönfeldt, Direktor der Manheimer Sternwarte," 01". Lamont, Profeffor der Astro- nomie und Direktor der Münchener Sternwarte," 0x. Kaiser, Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte in Leyden. Ferner ein Abgeord- neter für Württemberg an Stelle des verstorbenen Professor Dr. Zech in Tübingen. *
Nürnberg, 4. Oktober. Der Verwaltungsausschuß des Gernigni- schen Museums war gestern und heute in außerordentlicher Versamm- lung hier vereinigt, hauptsächlich zur Wahl eines 1. Vorstandes der Anstalt. Nach Bekanntgabe der Rücktritts-Erklärung des seitherigen 1. Vorstandes, Geheimen Raths Michels cn, durch den Verwcser der Vorstandschaft, Bibliothekar Or. Frommann, schritt man zu den einleitenden Verhand- lungen der Wahl. Der Ehren-Vorsiand theilte die ziemlich reichlichen Er- gebnisse seiner Aufforderung zu Meldungen um die erledigte Stelle mit, so wie mehrere andere Mitglieder Kandidaten Vorschlagen. Um mit möglichsier Umsicht vorzugehen, beschloß man, die Wahl gegenwärtig noch nicht vorzu- nehmen, sondern zu weiteren Vorbereitungen einc Wahl-Kommisfion nieder- zuschn. Derselbcn wurde Befugnis; ertheilt, erforderlichen Falls zu neuen Meldungen aufzufordcrn und geeignete Vorschläge zu machen. Bis zur Wahl des 1. Vorstandes wurde Bibliothekar br.From111aun saßungsgemäß zur Verwesung der Stelle berufen und darauf verpflichtet. Die Rechnungen des Museums pro 1863-64 wurden geprüft, genehmigt und Decharge er- theilt. Der Befiysiand des Museums stellt sich gegenwärtig auf beiläufig 342,800 Fl., die Schulden auf 140,000 Fl., so daß ein reines Vermögen von ungefähr 202,000 Fl. fiel) ergiebt. Die Einnahmen fanden sich im Vergleich zu den Vorjahren befriedigend. » Behufs Beschleunigung der Herausgabe des mittelalterlichen Hausbuchs wurden geeignete Beschlüsse ge- faßt. Die Facfimile der 34 Kunstbläiter liegen bereits vor, der Druck des Textes soll baldmöglichst die Presse verlassen. (R. C.)
GeWerbe- und Handelsnachrichten. *
-- Seit dem 1. August 6. hat der Mühlenverßchkrungs-Verein im Kreise Bomst (Provinz Posen) seine Thäiigkeit unter Leitung des Justizraths Kanye zu Wollsiein begonnen. Das Wichtigste aus den Statuten ist Jol- gendes: Der Verein beruht auf vollständiger Gegeusoitigkeit seiner Mit “lie- der und es müssen deren Wenigstens 100 sein, wenn derselbe fortbestehen „oll. Nur Bockwindmühlen, deren Befißer wirkliche Müller und die nicht schon
'anderweit versichert smd, können in den Verein aufgenommen werden Die
Forderungen der Hypothekengläubigcr und der Rentenbank werden gesichert. Die Versicherungssumme muß 200 Thlr. unter dem zu ermittelnden gr- meinen Bamverthbleiben und wird von 100 Thl'rn. jährlich 10 Sgr. Bei-
trag gezahlt und ein Antrittsgeld von 2 Thaiern. Alle 6 Jahre findet eine Revision der Taxen statt, um den Werth der y,er- fichertcn Mühlen im Auge zu behalten. Es kann aber auch m-
nerhalb dieser Zeit eine» neue Taxe aufgenommen werden*, wenn_ *sich der Werth der Mühle augenscheinlich verändert hat, Bei Unzulänglichkeit deS-