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Kommandos, Oberßlieütenant v.Vibra und Oberftlieutxnant Haschka, und von der anwesenden Generalität und dem Offiziercorps auf das Herzlichfte begrüßt. Hierauf trat der sravertretende Commandeux, Oberft-Lieutenant von Michaelis, tri dre Mitte des Quarrrs und hielt in warmen, erhebenden Worten eme Ansprache, m der er zu- nächst den Stellvertreter des Allerhöchsten Chefs des Regiments begrüßte und ein von demselben überbrachtes Hgndschretben Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph vorlas, m welchem Se. Majeßät .die freundlichfte Therlnahme an dem Ehrentage Seines Regiments aussprach “und demselben “neun Orden für die Stabs- und anderen Offiziere und zwanzig Ehrenzeichen für die Unteroffiziere und Mannschaften verlieh. Dre Liste der Die- korirten ** wurde hierauf verlesen und die Genanntxn traten m der Mitte des Raumes an, wo ihnen der Generax-Major v. Baum- garten, asfistirt von dem K. K. Militairbevollmachtigten, Obersten Pelikan v. Plauenwald , die ertheilten Orden'grzheftrte. Nachdem dies geschehen, fuhr Oberst-Licutenant v. Michaelrs m seiner Ansprache an das Regiment sort, indem er kurz die ehrenvolle Geschrchte dessel- ben rekapitulirte und mit dem Hoch anf dcn Allerhöchstetr Kriegs- herrn fchloß. Sodann erfolgte die feierliche Vereidigurrg der neu emZetretc- nen Freiwilligen auf die Fahne, worauf die Batarlione zuin Parade- marsch antraten. Nach demselben marschirte das Regiment nach seinen Kasernen ab , wo um 12 Uhr eine feierliche, Bewrrthung der Mannschaften stattfand. Um 4 Uhr fand das Diner dcs Offizier- Corps im Jeldmarschallsaale des Kadettencorps st"att. Jn denz ge- schmückten Saale fanden fich bald die hohen (Haste, “Ihre Konig- lichen Hoheiten der Kronprinz , Prinz Karl, Prinz Friedrich Karl, Prinz Adalbert, so wie Feldmarschall v. Wran- gel ein. Der Gcneral-Major v. Baumgarten, Oberst Pelikan v. Plaucnwald, Graf Wallis, Graf Aremberg, Graf Esterhazy und Graf Choteck waren österreichischerseits erschienen. Den ersten Tocrft brachte Se. Königliche Hoheit der Kronprinz auf Se. Maxestät den König, den zweitetk Prinz Karl auf den österreichischen Kaiser aus. v. Bartmgarten und v. Steinmeß ließen die Waffenbrüderschaft Und v. Michaelis die 'alte Generation-, die früheren Offiziere des Regiments, leben. Um 7 Uhr fuhr das Osfiziercorps hinaus zu dem Fest, das den Mannschaften auf Tivoli gegeben wurde. Der Garten war glänzend erleuchtet- der Saal mit preußischen und österreichischen Jah- nen , Waffen aller Art , so wie mit Guirlanden und den Büsten der Monarchen geziert. Die allgemeine Aufmerksamkeit zogen die alten Uniformen auf fich, die ein Theil der Mannschasten trug, und welche die preußischen Soldaten aus der ersten Hälfte des vorigen
Jahrhunderts darstellten , mit gepudertem Haar und langem Zopf **
mit der Hellebarde in der Hand. - Nachdem ein großes Feuerwerk abgebrannt war, eröffnete der Oberst- Lieutenant von Michaelis die Polonaise, an der auch die hohen österreichischen Offiziere und die Mitglieder der Gesandtschaft Theil nahmen. Das Fest währte bis 4 Uhr Morgens.
- Dem Vertrage vom 12. d. M. über den BeitrittBayerns, Württembergs, Hessen-Darmsiadts und Nassaus zu den Zoljver- einigungs- Verträgen vom 28. Juni und 11. Juli d. Z. ist, der »Nordd. Allg. Ztg.- zufolge, eine Uebereinkunft vom 12. d. M. zwischen den zum Zollverein gehörenden Rheinuferftaaten über die Schifffahrtsabgaben auf dem Rheine angeschlossen. Die Ratification derselben soll als durch die Ratification des Handels- Vertrages vom 12. d. M. erfolgt angesehen werden.
Königsberg, 16. Oktober. In der sechsten Sihung des Provinziallandtags für Preußen wurde, wie die »Ostpr. Ztg.- berichtet, bezüglich der Verwaltung der Hebammen - Unter- stützungsfonds des Marienwerder und Danziger Regierungsbezirks genehmigt, daß satt bisher 10-12 Hebammen in jedem Kreise mit je,“ 10 Thlr. jährlich, in Zukunft durchschnittlich 15 in jedem Kreise mit je 12 Thlr. unterstüht werden sollen, zu welchem Zweck der Königlichen Regierung zu Marienwerder 3200 Thlr. und der König- lichen Regierung zu Danzig 2100 Thlr. aus dem rvestpreußischen Landarmenfonds pro 1865 und 1866 zu überweisen seien, ferner daß zur Verminderung von Aufenthalt bei Bewilligung a'ußerordéntlicher Unterstühungen das Gutachten der kreissiän- dischen Armcnkommisfion fortfallen, dagegen nach dem Gut- achten der Ortsvorstände der Königlichen Regierung überlassen werden soll. Der Herr Oberpräfident wird ersucht werden, fich da- hin zu interesfiren, daß die mit 4 Hebammenschiilerinnen des Kös- liner Regierungsbezirks besehten Freistellen des Hebammen-Jnstituts zu Danzig baldmöglichst an die Regierungsbezirke Marienwerder und Danzig überwiesen werden und daß die von den Provinzial- ständen gewiinschte Erweiterung resp. Vermehrung der Hebammen- Lehr-Jnstitute herbeigeführt werde. Darauf wurde für die Verwal- tung der weftpreußischen Taubstuurmen-Anftalt zu Marien- burg in Betreff der Rechnungen pro 1862 und 1863 die Decharge ertheilt und der Etat pro 1865 - 66 mit geringen Modificationen ge en *die Anträge der Landarmenkommisfion auf 5770 Thlr. fest- geßeat," fernerbefürwortet, daß auch den Lehrern der Taubftummen- . Anstalten» die Verpflichtung und das Recht ertheilt werden soll, der
allgemeinen Wittwenverpfiegungs - Anstalt beizutreten, Die hierauf zur Berathung gekommenen Petitionen:
1) des Kreises Johannisburg, wegen Aufnahme eines Kapitals von 550,000 Thlr. seitens des Regierungsbezirks Gumbinnen zur Prämiirung der im Bau begriffenen und noch zu bauenden Chausseen; 2) des Kreises Pillkallen, wegen einer Vorschußzahlung von 10,000 Thlr. auf bewilligte Chausseebau-Prämien, die ihm von der Chauffeebau-Kommisston des Regie- rungsbezirks Gumbinnen abgeschlagen worden"," 3) des Ober-Vorsiehers der hiesigen musikalischen Akademie, wegen Erwerbes und Ueberweisung der Aula des alten Univerfitätsgebäudes,“ 4) des Vorstandes der Alterthums- gesellschaft Prussia, wegen Gewähr einer Beihilfe von 300 Thlr. behufs“ Anschaffung der Lindenschmidischen Gypsnachbildungen und Besorgung von photographischen Bildern von preußischen Grabalter- thümern ,' 5) des Schiedsmanns Lange , wegen Festseßung einer Strafe von 5 Sgr. gegen den ohne Anzeige vor dem Schiedsmann ausgebliebenen Verklagten, 6) mehrerer Fischereipächter, wegen Abänderung der Fischerci-Ordnung vom 7. März 1845 bezüglich der Laichzeit, 7) der Han- delskammer zu Insterburg, wegen Subventionjrung einer projektirien Hafen-Anlage, und 8) eine Propofition des Herrn Ober-Präsidenien wegen Gewähr einer Beihülfe von 200 Thlr. zur musikalischen Aus- bildung von Elementarlehrern, wurden nach den Anträgen der Ausschüsse zur Berücksichtigung nicht geeignet befunden.
Dagegen wurden die folgenden beiden Petitionen:
1) des Vorstandes der hiefigen physikalisch-ökonomischen Gesell- schaft wegen Gewähr einer Unterstüßung von 5000 Thlr. aus dem Land- trrgs-Dispofitionsfonds zur Untersuchung der Bahnverhältnisse der Provinz Preußen, zur Anlegung einer Sammlung dahin gehöriger Objekte und zur Herstellung einer geognostischen Karte der Provinz Preußen,“ und 2) des Abgeordneten Lambeéé und Genoffen. wegen Gewähr eines jährlichen Zuschusses von 200 Thlr. auf 4 Jahre für die preußischen Provinzialhlätter,
auf warme Befürwortung mehrerer Abgeordneten genehmigt, da für beide Unternehmungen eine vorwiegend provinzielle Bedeutung anerkannt wurde.
Breslau, 15. Oktober. In der 4. Sihung dcs schlesischen
Provinzial-Landtages fand nach der »Prov. Ztg. f. Schlcs.« die Berathung des Gesehentwurfs, betreffend die Regulirung dcr schlesischer Zehnt-Verfassung, statt. Der dermalige Rechts- zustand, wre er bezüglich der schlefischen Zehntverhälfniffe fich gestaltet hat, und in Schlcstcn, mit Ausschluß der Oher-Laufiß, dagegen mit Einschluß eines Theiles des ]eht Züllichauer Kreises besteht, hat zu vielen Klagen Anlaß gegebrn, rveshalb der Landtag sich veranlaßt gesehrn hk", das Bedürfnis; ciner geschlichen anderweiten Regelung der 1chlejtschen_ Zehntverfassung von vorn herein als nothwendig und zeitgemäß anzuerkennen. Die Meinungen theilten fich nur. darüber, ob die den Bestimmungen der Ordre vom 16. Juni 1831 unterliegenden Zehntabgabcn für ablösbar erklärt werden sollen , oder ob «.die geseßliche Regelung dadurch erfolgen solle, daß,]eder den auf seinem Grundstück haftenden Dczcm dem Pfarrer scmrr Konfesfion, zu dessen Parochie er gehört, zu entrichten habe, daß dre gangbaren Dezimen demgemäß zu entrichten seien, die ruhenden aber erst beim nächsten Befißwechsel in der Person des Verpflichteten ganngbar werden sollen. Die zweite Alternative fand darm „ihre Begrundung, daß dadurch ohne EigenthumSverlcYung das Emfommerr dcr'getstlichen Stellen , das durch Ablösung gemin- dert worden , m semrr bisherigen Höhe möglichst konservirt werden solle, der Landtag rrklar'te fich aber sowohl gegen diesen Antrag, als auch gegen dgs Amendcmcnt, welches die Annahme des bezeichneten Antrages nut cinem dahin lautenden Zusaße empfiehlt, daß der Verpfltrhtetr, wenn er schon Naturalleistungcn an seinen Geistlichen habe, dres_mnerhal„b des bis dahin ruhenden Dezems von diesen in Abzrrg brrngen durfe._ Hierauf wird der allgemeine Grundsaß der Ablosbarkcrt dersschlefi1chen Zehntabgaben anerkannt, die Gesehesz Vorlgg-je aber 111 der Fassung, wie fie vorgelegt ivorden, mit drrzr rrnzrgen Zusah „zu Z. 1, der die Gültigkeit des Gescßes nur für dtefxenigerr Landestherle, in welchen die schlesische Zchntvcrfaffung Gultigkeit hatte, ausdrückt, angenommen, nachdem ein Abänderungs- Antrag zum J. 5, der dahin ging , daß: _ »1) Reallaßen, die schon vor der Qlllerhöchften Kabinets -Ordre vom 6. Februar 1812 geruht haben und noch ruhen, zum 2?9fachen Betrage ab- gelöst werden, 2) Reallasten, die nach der Mlerhöchsten Ordre vorn 6. Fe- bruar 1812 wreder in volle Wirksamkeit getreten und erst nach der Aller- höchßet§Ordre vom 16. Juni 1831 wieder ruhen, mit dem 4fachen Betrage m Kapital abgelöst, 3) Reallasien, die früher nicht geruht haben und erst nach der Allerhöchften Ordre vom 16. Juni 1831 ruhen, mit dem 6fachen Betrage durch Kapital abgelöst werden sollena,
a:bgelehnt worden war. Nach der vom Landtage angenommenen Vorlage würde hiernach die Ablösung bei denjenigen Reallasten, welche am 1. Oktober 1864 gangbar waren, zum 222-9fachen Betrage, und bei denjenigen, welche am 1. Oktober 1864 ruhten, zum LZfachen Ve- trage in Kapital, welches in Rentenbriefen zu gewähren, abzulösen sein. -- Das hierauf zum Vortrag kommende Referat über die Ver'waltung des Provinzial-Ständehauses gab dem Landtag zunächst Veranlaffung, der bei dieser Verwaltung fonkurrirendcn Behörde und Kommissions- Mitglieder für die umsichtige und fürsorgliche Verwaltung seinen Dank auszudrücken, auch die sorgsame Führung der Rerhnung Sei- tens des Spezial-Verwalters anzuerkennen. - Hierauf wurde die völlig gerechtfertigte Etats-Ueberschreitung pro 1863 in Höhe von 221 Thlr. 4 Sgr. 9 Pf. nachträglich genehmi t, der für das Jahr 1865 bereits festgestellte Etat für das Jahr 18 6 prolongirt und die Wahl der Kommission für Verwaltung des Ständchauses vorgenom-
men. Der hierauf erstattete Bericht über die_Verwaltung der land- ständischen Fonds weist nach, daß diese Verwaltung mit großer Umficht und Gewissenhaftigkeit gefiihrt worden, was der Landtag dankbar anzuerkennen hatte, über den Penfionöfonds für landftändische Beamte wurde aber die Beschlußfaffung einstweilen ausgeseßt, und darauf zur Berathuug dcr Propofition 4, betreffend den Entwurf eines Ge- rneindestatuts fiir Berun, übergegangen. Der Landtag erklärte sich mit dem vorgelegten Statut einverstanden, wollte aber in Z. 32 die Bestätigung der Wahlen von Magistrats-Mitglicdcrn und die etwaige Anordnung kommissarischcr Verwaltung der Königlichen Regierung vorbehalten sehen , beantragt die Bezeichnung der Gutsherrschast als einer -fürftlichcn- schlägt für die Stadt "Beruna den Namen *Alt- Berun- vor, und ist damit ein'vcrstanden, daß die Bestimmungen in Z, 4 UT 5 und 6 und Z. 55 der Städte-Ordnung bezüglich der Wal- dungen im Statut von Berun keine Aufnahme finden. Demnächst erfolgte gemäß dem Allerhöchsten Propofitions-Dckrct vom 17. Sep- tember 0. die Wahl von L*Abgeordneten und 2 Stellvertretern zur Mit- wirkung und Kontrolle bei den Geschäften- der Rentenbank gemäß §§. 5 und 47 des Geseßes vom 2. März 1850. Endlich fand auch noch gemäß Nr. 3 der; Allerhöchsten Propofitions-Dckrets vom 17. September 0. fiir den AuSschuß zur ständischen Mitwirkung bei Vertheilung von Kriegsleiftungen zufolge §. 5 Nr. 2 des Gesetzes vom 11. Mai 1851 die Neuwahl derjenigen Mitglieder statt, deren Abgeordneten-Mandatc innerhalb zwei Jahren ablaufen.
- Heute fand in der Aula Leopoldina die feierliche Uebergabc dcs Rektorats fiir das kommende Studienjahr 186465 in herkömmlicher Weise und unter Betheiligung eines zahlreichen Publikums statt. Der abgehende Rektor, Staatsrath Professor Dr. Grube verbreitete fich über die Ereigniss des abgelaufenen Jahres und proklamirte dann den neuen Rektor, Professor Dr. Roemer, die Dccane und die übrigen Senatoren. Das Decanat fiihren im kommenden Jahre: 3) in dcr katholisch -theologischen Fakultät Herr Friedlich , 1») in der evangelisch-theologischen Fakultät Herr Professor [)1'. Koestlin|- «) in der juristischen Fakultät Herr Geheimer Justiz-Rath Professor 1)» Huschke, (1) in der 111edizinischanakultät Herr Geheimer Medizinal-Rath Professor Dr. Barkow, und €) in der philosophischen Fakultät Herr Professor Dr. Junkmann.
Stettin, 15.0ktober. Heute Wurde der Provinzialland- tag von dem Königlichen Kommissarius, Ober-Präfidenten, Wirklichen Geheimen Rath, Herrn Freiherrn Senfft von Pilsach geschlossen.
Halle, 15. Oktober. Der Königl. Landrath des Saalkreiscs hat bekannt gemacht , *daß die Herzoglichc Regierung zu Bernburg sich bereit erklärt hat, die Mnfikcorps der angrenzenden diesseitigen Kreise zur Aus:"rbung ihres Gewerbes in den dortseitigen angren- zenden Bezirken, soweit solche in den zweimeiligen Umkreis des Wohnorts fallen, stempel-, gebühren- und kostenfrei zuzulassen.“
Düsseldorf, 15.0ktobxr. In der fünften Sißung des rhei- nischen Provinzial-Landtags kam, der *Köln. Ztg.- zufolge, das Referat über die Verwendung der ostrheinischen Bezirks- ftraßcnfonds zur Verhandlung. Die Anträge des Ausschusses hinfichtlich Aufnahme neuer Straßen , die Verwendung und der Etat der Fonds warden von der Versammlung genehmigt. Hierauf wurde das Referat des Fünfer- Ausschusses, betreffend die Restau- ration der ehemaligen Abtei und jeßigen Pfarrkirche Brauweiler, erstattet. Der Landtag beschloß nach dem Antrage eines Abgeordneten der Ritterschaft , den jährlichen Beitrag für die Pfarrkirche und deren Kultusfosten von 100 Thlrn. auf 300 Thlr. zu erhöhen. Cin Abgeordneter aus dem Stande der Städte berich- tete iiber die Provinzial-Hülfskasse. Der Antrag, daß es der Hülfskasse gestattet werden möchte, zur Vermehrung ihres Kapitals Depofiten von Privaten anzunehmen, wurde von der Versammlung znm Beschluffe erhoben. Außerdem erledigte der Landtag mehrere Petitionen, betreffend die Regelung der Einquartierungslast nach den Anträgen des betreffenden Ausschusses, so wie ferner die A(lerhd'chste Proposition Nr. 5, womit den Ständen der Entwurf einer Verordnung wegen Ausfiihrung der in den Art. 9 und 13 der Verordnung vom 13. Juli 1827 enthaltenen Bestimmungen über die Provinzial-Landtagswahlen im Stande der Landgemeinden der Rheinprovinz zur Begutachtung über- wiesen worden, Der Antrag des Ausschusses, den dieVersammlung zu dem ihrigen machte, geht auf die Annahme des Gesehentwurfs mit Modificationen mit dem gleichzeitigen Wunsche der Beibehaltung des bisherigen Wahlmodus. Nach Erledigung des Referats iiber die Rechnungen und den Etat der Jrren-Heilanstalt zu Siegburg Wurde die Sihung geschloffen.
Mecklenburg. Schwerin, 15. Oktober. Der Großher- zog ist gestern Mittag mit dem Berliner Bahnzuge im erwünschten Wohlsein von Wernigerode wieder in Ludwigslust eingetroffen. Die Frau Großherzogin von Mecklenburg -Streliß, welche gestern früh auf der Rückreise aus der SchWeiz zu einem Besuch am Königlichen Hose in Potsdam eintraf, ist gestern Nachmittag von
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zufolge, der katholischen Gemeinde in Kiel zum Bau eines Glocken- thrrrms und zum Ankauf eines Grundstückes für einen katholischen Friedhof einen Beitrag von 800 Mark Banko unlängst geschenkt.
„ Schleswig. Ueber die Dislocationen von Theilen der ver- bundeten Armee wird der -General-Corresp.- aus Flensburg vom 12. d.,Mts. gemeldet: 'Die Kaiserliche Armee wird binnen wenigen Tagen in unserer Stadt nur mehr durch die, dem Königlich preußi- schen Oberkommando attachirten Offiziere vertreten sein. - Das Etappeniommando ist bereits seit dem 1. d. Mts. aufgehoben und v'on hrer verlegt worden. So eben trifft auch die Weisung ein, das hier sert Frühjahr etablirtc Militair-Verpflegsmagazin czufzuhcben , dergestalt, daß die Vorräthe desselben nach Schleswig uherfuhr't werden und die hier beschäftigt gewesenen Beamten zu arrderwertigcr Dienstleistung fich bereit zu halten haben. Ebenso ist dre K. K. Krankenhaltstation Anfangs dieses Monats auf- gelöst worden.- - Gleichzeitig wird dem -Alt. Merk.- geschrieben: »Das ganze preußische leichte Feldlazareth wird in die Heimath abgehen, zu welchem Behufe alles zu diesern Lazareth Gehörende, ww aUck) die Mannschaften hier bereits eingetroffen find. Gleichfalls kgm dresrn Mittag ein ganzer Wagentrain von Sonderburg, welcher eure Ma1se Munition fiihrte, um nach Rendsburg gebracht zu werden.- Em Theil der Truppen scheint auch nach Holstein in die Quartiere gelegt zu wcrden, wenigstens meldet eine Korrespondenz der Flens- brrrger :Nordd. Zig» aus Jßehoe vom 11. d.: rGestern sind preu- ßische Fouricre in Schenefeld eingetroffen , um dort Quartier zu 1nachen,.nachdem schon in voriger Woche Hohenwestedt mit Preußen belegt war.-
Dcr Flensburger vNordd. Ztg.- zufolge ist Ordre gegeben, das dem Prinzen Friedrich Karl Königliche Hoheit zur Verfügung gesteilte Hargens'sche Haus bei Flensburg bis zum 18. d. M. zu seinem Empfang herzurichten.
Der oKieler Ztg.“ wird aus dem nördlichen Schleswig bc- richtrt, daß die dänischen ngitatoren ihre Wiihlereien daselbst noch fortscßen. Ein Tostlunder Gendarm hat beim MüUer Fausbüll zu Braaderup (Norderrangftrupper Harde) eine Petition mit 62 Unter- schriften aufgefangen. Diese waren in Wellerup und Bauland ge- sammelt und sollen dieselbe Frauen und Kinder unterschrieben haben.
Jütland. Jn vAalborgposren- vom 11. d. M. wird eine Ueberficht über den Werth der Contributionen, welche "im Amte Aalb org während der Occupation der preußischen Truppen entrichtet worden, gegeben. Die Totalsumme wird auf 284,628 Thlr. ange- geben, wovon 128,943 Thlr. auf die Stadt Aalborg fallen. Nach der vAalb. Stiftstid.- trafen am 12. von Vendsyssel in Aalborg 3 Compagnieen vom 10. Regiment ein. An preußischen Truppen find jeßt dort ungefähr 3000 Mann. Nach Berichten dänischer Blätter sollten von der dort liegenden preußischen Besaßung zwei Compagmeen nach Hjörring gehen, während das daselbst liegende Bataiüon nach Aalborg marschirt, von diesem Bataillon sollen 3 Compagnieen in Aalborg cantonniren und 1Compagnie in Nörre- sundby bleiben. Ein Bataiklon vox" 10. Regiment, welches in Aal- borg gelegen hat , ist am 7. nach MM und Holstebro abgegangen. Dlas in Frederikshavn etablirte Feldlazareth soll nach Aalborg ab- ge)en.
Sachsen. Altenburg , 14. Oktober. Jhre Kaiserlichen Hoheiten der Großfürst Konstantin und die Großfürstin Alexandra von Rußland find mit Höchstdcro Kindern heute Vormittag nach Goslar und heute Mittag Seine „Hoheit der regierende Herzog mit dem Prinz Albert nach dem Jagdschloss Hummelshain abgereist.
( „r. t.)
Anhalt. Dessau, 14. Oktober, Nachdem FesteYrgAbend die Leiche Sr. Hoheit, des in Wien nach längerem Leiden am 8. d. verschiedenen Prinzen Wilhelm Woldemar von Anhalt hier angekommen war und die leßten Bahnziige vom Bahnhofe expedirt wcéren, fand unmittelbar vom Bahnhofe aus das Leichenhegäng- ni statt.
Hessen. Darmstadt , 16. Oktober. Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Baden, Welcher gefternder Jagd im Groß- Gerauer Parke und dem Diner im Jagdschloffe Wolfsgarten an- wohnte, hierauf mit den Allerhöch|en und Höchsten Herrschaften hier wieder eintraf, ist mit dem um 11 Uhr 40 Minuten abgehenden Nachtzuge nach Karlsruhe zurückgekehrt. (D. Ztg.) _
Württemberg. Wie der »St.-A. s. W.- aus Stutt- gart unter dem 12.0ktober berichtet, hat Se.Majestät der König Se. Kaiserliche Hoheit den Herzog Nikolaus von Leuchtenberg unter die Großkreuze des Ordens der Württembergischen Krone auf- genommen.
Bayern. München, 13. Oktober. Se. Majestät der König hat den bisherigen k. spanischen Geschäftsträger Don Rosé Heriberto Garcia de Ouevedo in besonderer Audienz empfangen, in welcher derselbe Sr. Majestät sein neues BeglaubigungSschreiben als k; spanischer Ministerrefident am hiefigen Hofe überreichte.
dort kommend nach Neu-Streliß weiter gereift. ' Holstein. Der Kaiser Franz Joseph hat, dem 'Alt. Merk,:-
Oesterreich. Wien, 13.0ktober. Eine Cirkularverordnung des Kriegsministeriums vom heutigen Tage enthält die nähern Be-