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ii eilun en über die Vereinsthätigkeit m einzrlncii Kreisen * MZEE PFL: ferrZren Gegenstandder-Tagesordnung bildete die. Be- sprechung der Preßverhältnkss e , nielchc durch Hrn. v. Hülsen einge- leitet wurde. Allgemeinen Anklang fand _der Airtrag des Hrn.;Prdfcffor 'Leo, eine Dankadreffe an das Staatsmmiftermm zu richten fur die Zügelüng der Aussthreitungen der Presse. Nachdem der Entwurf einer solchen die Billigung der Versammlung erhalten, wurde der "Vorstand mit der Vollziehung der Adress; beguftragt. Es „folgte noch eine Besprechung der Kredrtverhalt'ntsse, nametrtlich der Bilduirg von Vorschußkassen, doch konnte die Angelegenheit wegen der vorigerückien Zeit nicht erledigt werden urid wurde daber der BÜschi-ilg angenommen, eine Kommission zu biiden, welcbe die wei- teren Schritte in dieser wichtigen Angelegenheit vorbereiten sollte. Nach einer patriotischen Ansprache des Herrn Pastor Helfer arts Alt- ranstedt Wurde dieVersammlung geschlossen, KVOL'JUf em gerneinsairres Mahl eine große Anzahl der Theilncymer' noch langere Zeit vereinte. Hoistein. Fiir die in dcr yorigen Woche ausgelaufciicn preußisihen Kriegsschiffe, schreibt man der »N. Pr. Ztg.- aus Kikel SDR? 7. November, war man während des gestrigen Siurmes hier sehr besorgt, doch soll dem Vcrnebrnen_ nach nur die, Korvette *Victoriaa beschädigt in den norwegischenzyafrp Arrach!“ eiiigelartfrn sein. Der Befehl zum Ueberwintern der yrcußiichLr Srbisxe ist gestern hier eingetroffen und bereits morgen Wird, der Uansport dcr Mu- nition nach der Seefeste Friedrichsori beginnen. Dem Vernrhmcn nach werden noch außer den Korvetten rArronaa, »Vmetaa, :Nymphe-a, 'Victoria- und 4 Kanonenbootcn dic Korvetten »Ga- zellea imd :Augusiaa hier überwintern. ' Q . &
“ Schwswig. Die am 8. d. _M. in Schleswig stattgefun- dene Versammlung von Deputirten der Stadte Eckerrrfdrdcx Husunr und Schleswig in Betreff Förderung de? in dcr Linne dicser'drei Städte projektirten Kanals hat, wre schdn m der gesirigen Zeitung angedeutet wurde, beschlossen, vorbcbaltiich dcr Genchmrgung der obersten Civilbehörde auf Kosten der drei Stadtkommunrn durch einen Ingenieur genauere technische Voruntersuchungcn fur diese
vorne men u la en. LuneAus Zckeriifördse wird der vFlerrsb. Nordd. Ztgx'unter dem 6. November gemeldet, daß dort dem Yerrrehmen nach m, den nächsten Tagen eine» 12pfiindige Batterie einrucken und auf eiingr Zeit Canionnementsquartiere nehmen werde, auch soll das fruhrr
d eib kanstonnircnde brandenburgische Jägerbataillon. Nr. 3, rxeslche? bisjeßi in der Nähe vonHaderSicben lag, die Bcftmnnung
haben, seine früheren Cantonnemcnts
quartiere Wiechrl'ch beYFiebehn. d ambur 9. November. Die ehrengeri ii )rn er an - - lungeiißin Oldegriburg in Betreff der im Hamburgischen Offi- zier-Corps vorgekommenen Differenzen haben zu dem Resriltat gc- fiihrt, daß sämmtliche Offiziere von dem Verdacht, die Ehre drs Ossizier-Corps verleßt zu haben, freigesprochen worden find. ' Uebri- gens hat troß der scheinbaren Beilegmig dcriYngclegenbcit nach- träglich doch noch ein Duell zwischen zwei Bethciligien stattgefunden, in welchem eine erhebliche Verwundung vorgekommen ist. . Am Montag Abend brachte ein Extrazugjvom Norden wredcr eine bedeutende Anzahl Artikleric-Matcrial, theils preußiscbcs, theils erobertes dänisches, Dasselbe wird in, éihnlichcr Weiß, wie dgs be: “ reits angekommene, verladen, und find im Ganzen fur diese „Brans- porte 35 Oberländer Kähne “gechartert. , . “* Sachsen. Leipzig, 9. November. Ihre Komgl. Hoheit die Frau Großherzogin von Oldenburg traf. gestern Nach- mittag hier ein und reiste in Begleitung Sr. Hohrit dé Herzogs Joseph von Altenburg, welcher zur Begrußunxz seiner „rochie'r be- reits gestern Mittag hier eingetroffen war, nnr drm Nachmrttags 3/94 Uhr „abgehenden Zuge Weiter nach Altenburg. (L, Ztg.) . Hessen. Darmstadt, 8. November. In der heutigen Sißung der Zweiten Kammer wurde m der erathrikng der neuen Strafprozeßordnung fortgefahren und zunachst uber die Organisation der Bezirksstrafgerichte verbanden. Der Arissthuß hcrtte die vom Justizminister gemachten Abanderuxigsvorschlage acceptirt, wonach die zur Bestßung des Bezirksftrafgertchts (außer den Vor- siizenden) erforderlichen ständigen Richter aus den Assessbreri des be- treffenden Landgerichts ernannt wcrden"sollteri und a_ljo nicht, wie in dem Entwurf vorgesehen war, sammtlrche'Affesiorcn. des de- treffenden Gerichts ständige Mitglieder des Bezirksstrgfgerichts „sem sollten, und 2) die ständigen Mitglieder der “Bezirksstrafgerichtr die _verfaffungsmäßigen Rechte der Kollegialrichter (Juamjovr- iität) anzusprechen haben. Dagegen hatte der Aussthuß emen weiteren Abänderungsvorschlag des Justizministers, wonach im Falle des Bedürfnisses auch noch solche ständige Mitglieder dcsBczirks: «*Strafgerichts soliten ernannt werden dürfen, die nicht Assessoren des ““'/„betreffenden Landgerichts “sind ', nicht aufgenommen. Der _Antrag (“„des Ausschusses wurde angenommen. Zu Art. 16 war_dte Kaminer allseitig mit der bereits in Folge Beschlusses der vorigen Zweiten „Kammer in den Entwurf genommenen Beschränkung der Hof- gerichte auf die Entscheidung von Strafsachm in zweiter Instanz Einverßanden. Zu. Art“. 17, Abs. 2, die Bildung der einzelnen Se-
Naie der Hofgerichte und des Ober-Appellationsgerichts betreffend,“
nung, eine solche durch GeseY vorgeschlagen. Nach einer längeren Diskussion wurde der Aussthu antrag angenommen.
Oesterreich. Wien, 9. November. Die heutige "Wiener Zeitung: bringt die bereits telegraphisch angezeigte Bekanntmachung des Finanzministers von Plener. . Fürst Metternich kehrt heute auf seinen Gesandtschaftsposten nach Paris zuriick. . ' . . Zn Univcrfitätskrcisen wird, wre die »A. W. m. Z.« imithcilt, darauf hingearbeitet, dic akademischen Semester in Oesterreich denen auf deutschen Universitäten kongruent zu machen, cm Streben, du's fich vollkommen rechtfertigt, wenn man denkt, daß dann den Sind:- rcnden auf beiden Seiten das Besuchen der deutscb'cn urid dfter- reichischen Universitäten erleichtert wird. Darnach „wurde kUZLftlghln das akademische Wintersemester vom 15. Oktober bis 15. Marz, das Sommersemester vom 15, April bis 15. August währen. Nach einer im Gemeinderatb mitgetheilten Uebersicht beirungkas Vermögen der Stadt Wien am Schlusse de? Jahres 1663: 1) an Aftivkapitalien 8,320,087 Fl. , 2) an Rcalitaten und Grun- den 11,755,Z67 Fl., 3) an Gefällen und_ mißbarcn Rechten 99,340 Fl, Summe des AktiWcrm-dens 20,175,295 Fl., 13.1 das, Passw- vcrmd'gen belief sich auf 3,049,913 Fl. Das reine Vermögen der Stadt war mithin 17,125z382 Fl., im“ Vrrgkeirhje zum Jahre 1862 vermehrte fich das Vermögen der Stadt um 586,863 Fl. , . Ju Betreff der mehrfach in der Presse erörterten Nachrirht cines baldigen Znsammcntritts des ungarischen Landtags. brmgtidte Num- mer des »Siirgönyu vom 8. folgendes aus Wien datirte Com- muniqué: . _
»Die Prämissen, von deren Zustandekommen die Einberufung des Landtages abhängig gemacht wird, befinden fich sortwahrend-in der Arbeit, und auch nicht der geringste Umstand walter ob:_der axuf eineUn- terbrcchung dieser Arbeiten nur im Entferntesten hmwerien wurde; nach- dem aber dieses »Organisationswerfa nicht von einem Tag auf den an- dern improvifiri werden kann, so kann man auch die „Einberrifung des Landtages nicht als ein demnächst zu erwartcn'des Ereigiiiß bczrickmena
Zugleich theilt dasselbe Blatt bcrichtigend mri, daß uber die Ernen- nung von rveitcrn neuen Obergcspanen derzeit keine amtlichen Vcr- handlmrgcn gcpflogen werdcn.
Belgien. Brüssel, 8. Nowember. Der Senat und die Repräsentanten-Kan'nncr haben heute ihre Arbeiten wieder auf ge- nommen und die ersten Sißungcn nach ihrer Vertagung gebalten.
Der Senat hat sein Büreau, mit dem Fürsten von Ligne an der Spiizc, wie in dcr leßtcn Session zusannneiigeseßt; das Abgeordnetenhaus, welchcs heute die Wahlprüfung eines neu er- nannten Mitgliedes vornahm, wird morgen dasselbe thun.
Großbritannien und Irland. London, 8, November. Lord Wodehouse, dcr neubestallte Vice-König und Statthalter von Irland, hat heilte seinen festlichen Einzug in Dublin Castle gc- alten.
h Gestern Nachmittag ist die Hall'sche Pulvcr-Fabrik zu Daving- ion, anderthalbe Meile von JaVcrsbam, in die Luft geflogen. Zwei Menschen sind dabei ums Leben gekommen.
Die 'Saxonia« Wurde, telcgraphischcn Mittheilungen zufolge, am 9. Abends in Southampton erwartet. Der Ham- burger Dampfer *Bavaria-, der ebenfalls von Ncw-Ydrk einge- troffen, war zurückgehalten worden, um dir von der *Saxoniaa mitgebrachte Post zu übernehmen.
Die Königliche Yacht rOsbornea hat den Prinzen und die Prinzessin von Wales nach England zurückgebracht. Die Fahrt von Antwerpen nach Woolwick) war eine ruhige und nur von einem nicht lange anhaltenden Windstoße unterbrochen. Von Woolwich, wo sie um 2 Uhr gestern Nachmittag landeten , setzten sie ohne Verzug die Reise nach ihrer haupistädtischcn Residenz Marl- borough-house fort und empfingen hier kurz nach ihrer Ankunft den Besuch der Herzogin urid des Herzogs von Cambridge.
Die Nord-Londoner Jndustrie-Ausstellung der arbeitenden Klassen, deren Eröffnung Earl Russell vvrgenonimen hatte, ist gestern durch den Schaßkanzler Gladstone in feierlicher Weise geschlossen Worden. Die Ausstellung hat fich cines alle Erwartungen iiber- steigcndcn Erfolges zu erfreuen gehabt. In den vier Stunden von fünf bis neun Uhr Verzeichneten die Drehkreuze an einem Tage nichr weniger als 22,000 Besucher, während im Laufe des Tages bereits 6000 Personen zu höherem Eintrittsgelde zugelassen worden waren. Innerhalb der dreiwöchentlichen Dauer der Ausstellung smd über 205,000 Besucher gezählt worden. Die Folge ist, daß statt des er- warteten Defizits von etwa 300 Pfd. St. fich ein Ueberschuß der Einnahme iiber die Kosten im Betrage von mindestens 1000 Pfd. St. herausstellen wird.
In der gestrigen Sißung des deutschen Rechtsschußver- eins ist Inhalt und Wortlaut der an Ihre Majestät die Königin zu richtenden Petition, welche in Sachen Franz Müllcr's, Gc- fangenen in Neivgate, um Aufschub des Todesurthcils, bis die im Texte erwähnten Thatsachen eingehender untersucht worden seien, nachsucht, zur endgültigen Festseßung gelangt , und die Schrift wird
hatte der Aussthuß statt einer Regelung der Sache d'arch Verord-
morgen dem Staatssecretair des Innern eingereicht werden.
,mächtigung die Absolution zu ertheilen in allen Fällen, selbst in de-
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Frankreich. Paris, 9, November. diplomatische Convention zwischen Frankreich, Belgien, Holland und Engiiaird in Betreff der Zuckerzoll- Gescizgebung uuterzeichnet wor en.
Der frühere franzöfische Deputirte und Volksvertreter Creton ist gestorben. In der Nationalversammlung hatte er sich dadurch einen Namen gemacht, daß er mehrere Make dic Zurückbcrufung der beiden Königlicher: Familien verlangte.
Italien. Turin-, 9. Nobe'mber. In der heutigen Sihung der Deputirténkammcr erklärte Brioncdmpagni, fiir die Convention sowie für die Verlegung der Hauptstadt mit Riickficht auf die in Italien herrschende öffentliche Meinung stimmen zu wollen. Nack) Rom, äußerte er, Werden wir in iiicht ferner Zeit durch die Mittel der Civilisation gelangen. Laporta bekämpfte die Re- gierungsvorlage.
-- Dic *Unita Cattolica" veröffentliÖt eincn Protest von 26 Erz-
bischöfcn und Bischöfen und 12 Gcneral-Vikaren der Marken und *
Umbriens gegen das Cirfular dcs gewesenen piemdnicfiscben Kultus- Minisicrs Pisanélli, worin derselbe eine Ucbcrwachng dcr Semina- rien von Seite der Regierung anordncte. Sic Weisen dasselbe als einen Eingriff in die Rechte der Kirche zuriick nnd
»vcrlangen fiir lthere die Freiheit, welche ihr in eincmkathoiischcn Lande durch das religiöse und das soziale Recht zukonunt.-
Türkei. Aus Alexandrien wird uriter dem 30. Oktober gemeldet: »Das Llusfuhrverbot fiir Weizen, Mehl und Gerste ift verlängert, die freie Einfuhr bis 7. April gestattet worden.a
Aus Sarajevo wird der chneral-Corresp.a gemeldet, daß die mobammedanischen V0§nicr den die Einreibung in das Heer anbe- fcblenden kaiserlichen Fernran nicht angenommen , sondern dagegen Protest erhoben haben und Willens find, licbcr zu den Waffen zu greifen als die Durchfiihrung diescr Maßregel, wodurch auch christ- lichen Freiwilligen der Eintritt in die Armee und sonach die Er- idvelrkbung der Gleichheit mit den Moslims ermöglicht wird, zu 11 en.
„Rußland und Polen. St. Petersbnrg, 7. Novem- ber. Die (Heseß-Sammkung Nr. 94 bringt einen Allerhöch- sen Beschi, kraft dessen der in St. Petersburg ausizefiihrte Vcrsuch zur Herstellung der Kaffeneinhcii und zur Revision von Seiten der Reichskontrole vom 1. Januar 1865 ab auch auf die Gouverne- ments St.Petersburg, Archangelsk, Olonez, Noivgorod, Pskow, Livland,Estland, Kurland, Taurien, Cbcrsson, Zekaterinosslaw und dcis GebietB essarabicn angedehnt wird.
Die Großfürstin Helene Pawlowna ist am 3. Nobcm- ber von ihrer Reise zurückgekehrt. Der Vicekanzler Fürst Gori- schakow ist, von Berlin kommend, in St. Petersburg eingetroffen. Mit ihm zugleich ist auch Herr Muchariow, der Gehiiifc des Ministers des Arisivärtigen, angekommen.
Die Newa war am 5. Nobember zugefroren, Nach dem “»Kronstädter B.« trieb bereits am 1. November dünnes Eis auf der dortigen Rhede.
Aus dem Kaukasus wird gemeldet, daß von dem franzöfi- schen Unterthan Paul Castaing, welcher die Erlaubniß zum Auf- suchen von Goldsandlageru im Kaukasus erhalten hatte, in Swam- iien auf den Staatsländercien, wclche sich am Einfall des Berg- fluffes Jezi-Zchali, in den Jngur die Jugurschlucbt hinauf bis zum Dorfe Pari erstrecken, Goldsandlager gefunden worden find. Im ganzen Gouvernement Stawropol, im Lande der Doniscben Kosaken und in der Umgegend von Rostow ist eine vollständige Mißernte gewesen.
Warschau, 6. November. Wie der »Dziennika meldet, ist auf Anordnung Murawieff's die 'Zeitung für das südwcst1iche Ruß- landa in Kijew mit der »Wilnaer Zeitung- vereinigt worden. Als Grund der Vereinigung wird angegeben, daß beide Blätter ohnehin die gleiche Aufgabe hätten, nämlich die Sichtung und Prüfung der historischen Dokumente Wesirußlands , ferner die Belehrung der Uto- pisten, welche die Ansprüche Rußlands auf dieses alte Befißtbum bezweifeln, und insbesondere auch die denkenden Russen mit der Ver- gangenheit und Zukunft der westlichen Provinzen besser bekannt, zu machen und Vergleichungen zwischen Einst und Jeßt anzustellen. Das neue Blatt nimmt den Titel »Zeitung für Westrußland“ an.
Von der polnischen Grenze. Wie dem Krakauer szas- aus Rom geschrieben wird, hat der Papst am 24. D. M. einen Be- richt iiber die ungeheure Zahl der wegen Betheiligung am polni- schen Aufstands nach Sibirien und dem Innern Rußlands deportir- ten Gläubigen , so wieder von diesem Schicksal betroffenen Priester. erhalten und in Folge dessen mit Rücksicht darauf , daß erstere der Möglichkeit des Genusses der heiligen Sakramente und der Tröstun- gen der Religion, leßtere der Macht, die Beichte und Messe zu ver- richten," beraubt find, den in Rußla'nd und in Sibirien in der Ver- bannung lebenden Priestern beider katholischen Riten (des lateinischen Und unirten griechischen) die Erlaubniß erthcilt: 1) ohne bischöfliche Er-
nen, welche der apostolische Stuhl sich vorbehalten, 2) die Messe zu .. halten in jedem, auch einem ungeweihten Gefäß, wenn es nur von
Gestern ist hier die.
Glas ist„ mit Weizenbrod, wenn es auch nicht die Form der Hoftie hat , an jedem Ort, auf einem Tisch , Stein oder Kloß, ohne Ornat, Ut'id ,sogar ohne Priestcrgcwand, in jeder Kleidung, sobald die dazu rrothigen „und durch das Ritual vorgeschriebenen Sachen nicht zu be- 1chaffen jmd, selbst ohne Ministranten und Meßdiener, wenn fie iiicht zu haben snd, Alle diese Privilegien, die'nur in außerordent- lichen Zertxn schwerer Verfolgung den katholischen Priestern gewährt werdeii, Und den nach Sibirien und dem Innern Rußlands deportirtcir polnischen Priestern auf die ganze Dauer ihrer Verban- , nuirg derlichen. - Jm Gouvernement Augustowo find in schierer Zeri mchrrrr Geistliche verhaftet worden, Welche die päpstlich? En- cykiixa an die polnischen Erzbischöfe und Bischöfe ohne Eriaubniß der Behdrdc yon den Kanzelu verlesen hatten. Die Verbafteten find vor, daZ Kriegsgericht gestellt, - Der Andrang von Studirenden zur Univeriitätharsckwu war beim Beginn des gegenwärtigen Winter- sernefters starker als je. Zweibrmdcrtjungen Leuten wurde die Imma- trrciilation verweigert, weil fie die vorgeschriebene Bescheinigung der Mi- liiéiikbkhiirdcn nichr beibringen konnten, daß fie sich nicht an dem Auf- stande betheiligt haben. - Einem amtlichen Nachweise zufolge haben 949 am AUfstande betheiligt gewcsene polnische Offiziere sich ins Audland geflüchtet. Davon haben bis jeßt 79 bei dem Militair- agcntcn dcr Nationalregicrung in PariS, Oberst Dcmbinsfi, die Aus- stellung cines Dienstaitestes nachgcsucht. - Wie dem »Dzirnnikpozn.« aris zuverlässiger Quelle mitgetheilt wird, hat das österreichische Mi- nisterium beschlossen, den Belagerungszustand in Galizien vor dem Zusammentriti dcs Reichsraths in Wien aufzuheben, die Suspension des Geseßrs iiber die persönliche Freiheit und die Unverlcßlichkeit der Wohnungen aber fortbestehen zu lassen. (Ofts. Ztg.)
Schweden und NorWegen. Stockholm, 5. November. Auf dem Königlichen Refidenzschloß fand gesern zur Feier des Unionsfeftes große Galatafel statt, an welcher im Ganzen 430 Personen theilnahmen, darunter alle höheren Würdenträger und das diplomatische Corps. Abends fand allgemeine Illumination stati: imd die Mitglieder der Königlichen Familie fuhren durch die Straßen im offenen Wagen. Auch aus Christiania find bereits auf tele- graphischcm Wege ausfiihrliche Mittheilungen iiber die gestrige Unions- feierjemgelaufcn. Staatskath Birch-Reichenwald brachte daselbst den Königswast, Pastor Wezel einen Toast auf das vBruderreich Däne- marka aus. Die meisten norwegischen Städte haben Loyalitäts- telegramme an den König gesandt, welche der norwegische Staats- minister Sibbern im Namen des Königs beantwortete. Christiania war ebenfalls glänzend illuminirt- und Prinz OÖkar besuchte unter
dcmZuruf der Einwohnerschaft die Hauptpläße der norwegischen Hauptstadt. _
. Danemark. Kopenhagen, 7. Nowember. Vorgestern Mittags 12xUbr versammelten fich die Mitglieder des Reichsraths m) StHUirg-Isaale des VolkSthing; bald darauf traten die Minisier mri Ausnahme des Kriegsministers ein. Der Conseiis-Präsidcnt ?ZlaéZt folgende, bereits tclcgraphisch angezeigte Königliche Bot-
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pWir Christian [L., von Gottes Gnaden u. s. w., senden dcm Reichsrath unseren Königlichen Gruß.
Durch den Krieg, mit welchem zwei Großmächte Uns überzoqen haben und welcher einen so unglücklichen Ausgang nahm, find wir *ge- zwungen worden, auf ungünstige Friedensbedingungen einzugeben, *in Folge deren ein Theil der Monarchie dem Feinde abgetreten werden soll. Da solches jedoch nach §. 15 des Grundgeseßes vom 18. November 1863 iiicht obne'Einwilligung des Reichsraths geschehen kann, so haben Wir Curb zu einer außerordentlichen Sesfion einberufen; außerdem behalten» Wir Uns vor, die Veränderung in der Ordnung. der Verhältnisse, welcbe
Uns in Folge des Friedens nothwendig erscheinen möchte, dem Rcichsraih zur Bcraihung zu stellen.
Wir brauchen Euch nicht zu sagen, mit welchen Empfindungen Wir die Einwilligung des ReichSraths zur Abtretung eines Theils der Mönarchie begehren, denn dieselben Gefühle, die Uns bewegen, werden auch Euch durchdringen. Doch wie das Bewußtsein, was Wir dem dänischen Volke und der Zukunft des Landes schuldig sind Uns geleitet bat, so werdet auch Ihr Euch von diesem Gedanken bei der Aufgabe, welche Euch jeßt geworden ist, leiten lassen und die männliche Selbstbeherrschung zeigen, mit Welcher ein großes Unglück zur Vermeidung eines größeren ertragen werden muß. „
Indem Wir dem Reichsraih in' Königlicher Huld und Gnaden ge- wogen verbleiben, befehlen wir Euch (Hotfix
Darauf erklärte der Conseilsprästdent die außerordentliche Sihung
des Reichsraths fiir eröffnet und forderte die Thinge auf, fich zu fonstituiren. Jm Landesthing wurde Bruun (mit 37 Stim- men) zum Vorfißendcn, Madvig (mit 42 Stimmen) und Clausen (mit 32 Stimmen) zu Viccpräfidenten erwählt. Um LZ Uhr trat das Thing wieder zusammen und der Conseilspräsident legte den folgenden Antrag zur Annahme vor:
»Der Reichsrath ertheilt seine Einwilligung zu dem mit dem Kaiser von Oesterreich und dem König von Preußen am 30. Oxiober 1864 geschlossenen Friedenßtraktatx,
Gl_eichzett1g wurden Exemplare des Friedenstraktats vertheili
und den Mitgliedern angezeigt, daß eine Anzahl von Schriftstücken zu ihrer Einficht vorlägen. „
Jm Volksthing wurde Bregendahl (mit 55 Stimmen) zum