1864 / 275 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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dessen beiden Söhnen, und beehrten am Abxnd die Vorstellung der französischen Truppe im Friedrich-Wilbelmssiadtischen Theater.

Heute begaben Sich Se. Majeftat zum Gottesdienst nach der Garnisonfirche und empfingen nach demselben den aus Schleswig zurückgekehrten «Prinzen Friedrich Karl, demnächst .drn Prinzen August von Württemberg und alsdann den Staatsminister Grafen Eulenburg. Um ck21 Uhr war feierlicher Empfang des englischen Botschafters am diesseitigen Hofe , Lord Napier, und um 2 Uhr empfingen Se. Majestät in fieinrr Audienz den österreichischen Ge- sandten, Grafen Karolyi , daraus arbeiteten Se. Majestät mit dem KriegSminifter. _

Die Jamilientafel fand bei Sr. Königlichen Hoheit dem Prin- zen Karl statt.

- Die Nummer 273 der hiesigen »Norddeutschen Allgemeinen Zeitung- vom 20. d. M. enthält einen Leitartikel iiber die hol- ßeinische Extentions-Angelegenheit. Wir sind in Beziehung darauf zu der Bemerkung veranlaßt, daß derselbe Weder in den thatsächlicben Angaben, noch in den daran gefniipftcn Räsonnements zutreffend isi.

Königsberg, 20. November. Bei dem in den leyten Tagen herrschenden südlichen Winde hat sich das Eis im frischen Haffe nach der Nordseite hinübergcscßt, so daß die Fahrt zwischen Pillau und hier mit *unbedeutendenUnterbrechungen frei ist. Uebrigens schwindet die Masse des Eises und dcffen Stärke bei dem anhaltenden Regen- wetter zusehends, das Elbinger Haff ist jeYt schon ganz eisfrei,

Aus Danzig meldet das vDampfboot-a unter dem 19tcn: Der Dampfer "Oliva“ ist mit den Maschinentheilen für Er. Majestät Korvetten "Hertha- und -Medusa- eingetroffen und zum Löschen an die Königliche Werft gelegt. Derselbe hat 7 Matrosen des an der holländischen Küste gestrandeten preußischen Schiffes »Wiiikomm- gerettet. Der Capitain und Steuermann des Schiffes sollen mit demselben Angesichts der Retter in den Grund gesunken sein.

Posen, 19. November. Die mehrfach in Aussicht gestellte Konferenz von Deputirtcn der städtischen Behörden, Bahnver- waltungen 2c. unter Leitung eines Ministerial-Kommissarius wegen Ermittelung eines angemessenen Terrains fiir die neuen Bahn- höfe soll, nach Bericht der »Pos. Ztg.-, dcn ergangenen Einla- ifoiungen zufolge , am 23. November 0. im hiesigen Rathhause statt-

nden.

“Zur Abhaltung der Ersaßwabl den zweiten Bromberger Wahlbezirk, Kreise in Stelle des Rittergutspächtcrs Schlieper in Königlichen Regierung zu Bromberg ein Termin auf den zember d. J., Mittags 12 Uhr, in Rakel anberaumt.

Stettin, 19.November. Die -Ostsce-Ztg.a veröffentlichtnach- stehende Verfügung des Herrn HandelSminifters an dirKönigl. Rc- gierung zu Stettin in Betreff der Rückgabe der von den Dänen ge- nommenen preußischen Schiffe vom 15. d. Mts.:

»Nach Art. )(lll. des Friedensvertrags mit Dänemark vom 30. b. M. sollen unmittelbar nach erfolgter Auswechselung der Ratificationen des Vertrages alle während des Krieges aufgebrachten preußischen, österreichi- schen und deutschen Schiffe mit ihren Ladungen, ingieichen die auf neu- tralen Schiffen in Beschlag genommenen Ladungen, weiche preußischen, österreichischen und deutschen Unterthanen gehören, von der Königlich dänischen Regierung zurückgegeben werden und zwar in dem Zustande, in welchem fie sich zur Zeit der Rückgabe befinden. Sofern die Gegen- stände seit der Beschlagnahme eine erhebliche Werthsverminderung erlitten haben. „sollen die Eigenthümcr eine verhältnißmäßige Entschädigung erhalten. Da der Schluß der diesjährigen Schifffahrt vorauSfichtlich nahe bevorsteht, so wird es für die Eigenthümer solcher Gegenstände, ins- besondere der noch vorhandenen Schiffe, von dem größten Werth sein, sobald als möglich wieder in den Besiß ihres Eigenthums zu gelangen, um dasselbe noch vor Eintritt des Winters in den Hafen der Besimmung bringen zu können. Die Königl. Regierung hat daher die im dortigen Verwaltungsbezirk befindlichen Interessenten ' richtigen, daß der Austausch der Ratificationen den nächsten Tagen bevorsteht und daß der Königliche Vice-Konsul _Ouehl in Kopenhagen angewiesen worden ist, bei der Rückgabe der daselbst noch vorhandenen preußischen Schiffe und der, preu-

, ßischen Unterthanen gehörigen Ladungen die- Jntereffcn der leßteren wahrzunehmen. Zugleich find diejenigen Interessenten, welche wegen erheblicher Werthverminderung ihres Eigentbums Entschädigungs-

ansprüche zu erheben beabsichtigen,

darauf aufmerksam zu machen, daß

es zur Vermeidung künftiger Weitcrungen fich empfiehlt, den Zustand

resp. den Werth der betreffenden Gegenstände (Schiffe oder Ladungen) zu

der Zeit ihrer Herausgabe in Kopenhagen in zuverläsfiger Weise feststellen zu lassen. DerKönigliche Vice-Konsui Ouehl ift angewiesen, auch hierbei seine Mitwirkung eintreken zu lassen.«

Nach dem vorläufigen Llnschlage soll, wie die nN. Steif. Ztg.- berichtet, für die hier projektirle Jnduftrie-Ausftellung cin Hauptgebäude, 24,000 []Juß groß und ein Maschinengebäude in einem Umfange ' von 16,000 [:]Juß zu einem Koßenanschlage von 24,000 Thlr. errichtet werden. Falls die Räumlichkeiten nißht „aus- reichen, würde noch ein drittes Gebäude zu errichten sein.

-- Die Stralsunder Hafenbahn vom Bahnbofe nach dem Hafen wurde am 15. d. M. zum ersten Mal: von einer Lokomotive mit einigen Waggons befahren.

Breölau, 18. November. Der "Prov. Ztg. f. Schlesien- zufolge, hat der Regimentsstab und ein Bataillon des 2. Ober"-

eines Abgeordneten für Wirfiß und Bromberg, Suchary, ist von der 12. De-

des Friedensvertrages in

seit dem Monat März dJ

schlesischen Jufanierie-Regimenis Nr. 23, am 25. d. M. in seine Gar.

hier im Cantonnement, Befehl erhalten, nison Neiffe zurückzukehren. Ju theils trifft am Zi.

Stelle des abriickenden “Truppen. ) d. M. der Regimentsstab und das 1. Bataillon

4. Niederschlefischen Jufanterie-Regimcnts Nr. 51 aus Glaß bicrein **

und soll bis “u Rückkehr des F. Garde-Grenadicr-Regiments Königin Elisabeth und des 3. Niederschlesischen Jufanterie- Regiments Nr. 50 einen Theil

der hiefigen Bcsaßung bilden. Nach der Rückkehr dicser b'eiden Re- des 2. Ober- ZZZ, 23 und das 2. Schlesische Ä"'Ü;_;'_. Jäger-Batailion Nr. 6 wieder in die Garnisonen Neisse, resp. Frei.

gimenter kehrt alsdann auch das andere Bataillon schlesischen Infanterie -Regiments Nr.

burg, zuriick. - Die . lage des Magistrats, betreffend die Aenderung des städtischen Steuer- systems und Beschaffung der Mittel für Verzinsung imd Amortisation ciner Anleihe von 1 Miliion Thaler, angenommen. Danach wird die Einkommensteuer erhöht, dagegen das Einzugs- und Bürger- recbtsgcld und die Brennmaterialienftcuer aufgehoben und das Sebul- geld in sämmtlichen städtischen Elementarscizulen auf den einheitlichen Satz von 5 Sgr. monatlich herabgeseßi. _ - 19. November. Heute Mittag 12 Uhr fand die feierliche Enwfangnabmc und Einweihung der beiden von dem Kommerzien- Ratb Flatau fiir den Stadtverordnetcn-Siyungssaal geschenftcn Marrnor-Staiuen statt. Dieselben stellen Friedrich den Großen und Friedrich Wilhelm 111. dar und find aus dem Atelier des Bild- hauers Sußmann Hellborn in Berlin hervorgegangen. Die Statue Friedrich Wilhelm's 111. erscheint in dcr Tracht von 1808, er ist dargcftclit als (Heber dcr Städteordnung. Friedrich der Große ift bier zum ersten Male als jugendlicher Held aus dem Jahre 1741 dargestelii. Es existiren feine Büsten oder Medaillons aus dieser Zeit seines Lebens, nur von Pesne gemalte Portraits. Doch schien diese Auffassung dcm Künsrlcr die fiir Breslau gebotene. Beid Figuren smd genau lebensgrdß (Friedrich Wilhelm 111. 11“ Fricdrirb der Große 514Z“) aus Tyroler Marmor, w Slanders, oberhalb Meran, gebrochen wird und überaus dem griechi schen Marmor gleicht, gemeißelt. Die Anordnung beider Figure ist der Art, daß beideHauptanfichtcn von drnSiYen des mit einem Blick zu übersehen find. wäblie Play im Saal ist die Barriere, dcm fiir die Stadtverordneten beftimmten scheidet. keit betbeiligien sich,

der Civil- Und I)iilitair-Bchörden. Die Feier selbst bestand aus einem Rcdeactus, welchen der Ober-Bürgermeister Hobrecht vollzog. :

Bochum, 16. November. Der "Elbf. Ztg.- wird geschrieben: Heute Morgen in aller Frühe riß in dem Neuen Schachte der und es stürzte der Betriebsführer den Schacht, der bis nahe unter der Bühne 30 Fuß tief mit Wasser angefüllt war. Steinbeck und vier Arbeiter haben sich gérettet, zwei andere find ertrunken. lichen Revierbeamten fand es sich, war und angeblich, wir auch anscheinend, aus Hanf angefertigt war. Die Stärke desselben betrug urspriinglich 11/4. Zoll, doch war es lose und schlecht gedreht, daß es sich auf 1Zoll Stärke zusammengezogen hatte. Der Riß war ganz scharf in der gut ausgeführten Befestigung an der Bühne erfolgt. Ein derartiges Seil soll über 14,000 Pfd.

tragen können, und doch riß es hier schon bei einer Belastung von

kaum 1500 Pfund. Essen, 16. Nobembcr. Dcr Königliche Wafferbau-Jnspefw Mich aelis, der sich schon seitJahren mit dem Projekte des Rhein

Weser-Kanals beschäftigte, hat nun das Resultat seiner Studien verfaßtrn Schrift Dieselbe enthält eine vollständige Begründung des

in einer im Auftrage des Handels - Ministeriums bekannt gegeben. Projektes nebst Minimalsracht-Berechnung und einem den Kostenanschlägen. des Rbein-Weser-Kanals

Auszuge aus mit allen möglichen

und eine Karte des Zufuhrgebietes des Rhein-Weser-Kanals inner- halb des Westfälischen Ober-BergamtSbezirkcs.

Neuß , 19. November. hier garnisonirende 2. Bataillon 8. Westfälischen Jnfanteric- Regi- ments Nr. 57 in nächfter Zeit sein Siandquartier in Wesel nehmen.

Trier, 18. November. Die »Tr. Ztg» schreibt: *Die leßten, wenn auch unerheblichen Differenzpunfte wegen des Baues der Eifelbabn find jeyt beseitigt. Die Unterstiißung des Bahnprojektes aller betreffenden Kreise in konformer Weise war blos durch die Ausnahmestellung eines einzigen Kreises, beanstandet worden, dieser- “halb hat fich nun die Rheinische Eisenbahn-Gesellsthaft zu einem Arrangement bereit finden lassen. Nachdem so nun alle Vorbedin- gungen erfiillt find , werden dem Vernehmen nach im Königlichen Handelsministerium schleunigst alle Vorarbeiten für die Bahnvorlage beendet, damit das Projekt gleich nach demZusaunnentreten des Landtages die erforderliche Genehmigung erlangen kann.“

der Anfang des nächsten Monats zu erwartenden __.

Stadtverordnetcn-Versammlung hat gestern die Vor-

Vorstandes '. Der für die Aufstellungg welche den Zuhörcrraum vo An der Feierlich- der »Breslauer Zeitung- zufolge, die sämmt-x lichen Magistratsmitglicder, viele Stadtverordnete und die Spihen?

das eine Seil eincr erbcitsbiihne Zeche von der Heydt bei Herne, Steinbeck nebst sechs Arbeitern in

Bei der heutigen Untersuchung des König- daß das zerrissene Seil ganz neu

Vier Beilagen enthalten eine Ueberfichtskarte Varianten desselben, -

das Ueberficbts-Längenprofil, die Längenprofile der verschiedenen Linien *

Der 'Elbf. Ztg.« zufolge wird das

ck. ».

* Civilbehörde festgestellt:

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Saarbrücien, 17. November. Ueber den Unglücksfall, dcr fich beute vor vier W9chen auf drr Grube Reden bci Neunkirchen ereignete, erfahrt man ]eyt folgendes Genaues: Im Ganzen wurden von dem Unglück betroffen 41 Mann, in der Grube blieben todt odcr starben bei den angestellten Rettungsversuchen 23. Von den 18 sofort ins Lazrrreth nach Neunkirchen gebrachten Verbrannten (unter welchen ein 1chcintodtcr Erstickter) starben bis zum 26. Oktober 10 und am 1. Novewber ciner, also 11 Mann. Im Ganzen verfielen daher dem Tode 34 Mann, Die Übrigen sieben sind außer Gcfabr und verrichten größtcntbcils schon wieder (Hrubcnarbeit, ,

Nkecklcuburg. Schwerin, 19. November. Wie die vMeckl. ZLF“ bört, Wird morgen Vormittag aus Schleswig zuriick- kehrendc preußische Artillerie hier einrücken, so wie denn auch in der nächsten Woche preußische Truppen auf der Riickfebr dnrch Mecklenburg kommen werden. - Die Truppentransporte sollen nicht allein über Lübeck, Schwerin und Parchim, sondern auch iibcr Boizenburg resp. Zarrentin, Hagenow, Redefin und Dömiß resp. Ludwigslust stattfinden.

Die Großberzoglich S t r c l i 1, sei) e Landtagspropofition verkiindigt:

1) die ordinaire Landes-Contribution vom 1. Juli 1861 bis Ende Juni 1865 nach Vorschrift des §. 91 des Landesgrundgcsryliciwn Erbver- gleiches und zwar mit denjenigen Abänderungen des ersten Artikels dcs Erbvergleicbs, welche in den Bestimmungen Über den städtischen Contributions-Modus, dic Baubülfsgeldcr und Neccffrrricn 2c. durch die Vereinbarung vom 18., 23. 11. 30. April 1663 Über Vcrändcrunqcn im Steuer- und Zollwcscn und einige andere mit zur Verhandlring gezogene Gegenstände eingetreten find,“

“' die Beiträge des Landes zur U ntcrhaliu ng des Bundrskoniingenis2c, so wie die sonstigen Bedürfnisse der Central :Sieucrkaffc, sollen auch für dieses Mal nicht in Anlaß der gesteigerter: Vunchforderungcu crhöbi werden, sondern wird die Bewilligung der bisherigen Summe von 28,500 Tblrn. Gold oder 31,350 Tblrn. Cour. als Beitrag des Landes zur Unterhaltung des Vundcs-Kontingcnts auch fiir das Jahr vom 1. Juli 1865/66 sowie zur Dechung dieser Ausgabe und der iibrigen Bedürfnisse der Ccntral-Stcuerkaffc dir Erbcbung eines außer- ordentlicbcn Sieurr-Edikts in dcr jeßt bereinbarirn abgeänderten Fas- sung proponirt.

Die dritte Proposition schließt sick) dem schwerinstben Entwurf der Verordnung, betreffend die Gewähr der Mängel bei der Veräuße- rimg bon Thieren, cm und proponirr die Annahme der neuen, fiir die Verkehrsverhältniffc des Landes und die Sicherstellung des Rechts wichtigen und gcdeiblicbcn Gcseßgebrmg. Holstein. Zufolgc Telegramm vom 20sten cnthäli das Ge-

scizz- und Verordnungsblatt fiir die „Herzogtbiimcr Holstein und Lauen- burg cine Bekanntmachung der Cibilkommiffarr, wodurch dieselben nach vorheriger Verständigung mit den Cibilkommiffaricn fiir Schles- wig, zum 4. Dezember eine kirchliche Friedensfeier anordnen. (S. Schleswig, Rundschrriben dcs Generalsrwerintendcnten.)

- Bezüglich der Besprechungen dcr Kommiffare der vier Exc-. cutionsregicrungcn bezüglich der R endsburgcr Vesaßnngs- Angelegenheit wird de111"»Dresd. Ionrrw aus Kiel gemeldet, daß dieselben zu einem Resuliat gefiihrt haben, das man als Liii be- friedigendes, bezcicbncn zu diirfen glaubt, und gebe man sich der Hoff- nung bin, das; das getroffene Ucbcrcinkomnrrn dic crfordcrlicbc ali- scitige Zirftirnmung der bctheiligtcn Regierungen erhalten werde.

Aus Rendsbrrrg wird dem »Mit. Merk,»; Unter dem 1Zten gemeldet, daß die Einquartierungs-Angelcgcnbcit nunmehr, was die Vcrgiiiungsfragc betrifft, im Sinne der Wünsche und auch zur Zufriedenbcit der Bürgerschaft von der Landesrrgicrung erledigt worden.

Aus Jßchoc wird unter dem 18. d. M. der feierliche Einzug

des 80. Jufantcrie-Regiments gemeldet. Sie

der ersten Ocftcrreicher

wurden begrüßt vom Magistrat und der Bürgerschaft. Dcr Biir- gcrmeifter bracbtc ein Hoch den siegreichen Bcfreicrn und ihrem ritter- lichen Kaiser. Der Oberst des Regiments erwiederte mit einem Hoch auf Schleswig-Holstein. Der Einzug geschah unter den Klängen des Schleswig-Holstein-Liedcs.

Großer Jubel herrschte in dcr festlich gc- sch1nückten Stadt. 1000 Mark

wurden fiir invalidc Oesterreicher ge- sammelt. In Kiel wurde an 35. Regiments von Kampfgenoffen und pfangcn und Abends im Zu Altona kam am mit dem Chef deffelben, General v. Moltke , vielen Stabs- und

anderen Offizieren, dcm Büreau-Personal und den zum Kommando gehörigen Mannschaften, Pferden und Equipagen an. Offiziere und Vüreau-Personal nahmen Quartier in Hamburg. Die Mann- schaften, Pferde, Equipagen kamen theils rrachinmsbüttel, theils nach dem Schulterblatt. Daselbst wurden auch die Pferde des Prin- zen Friedrich _Karl untergebracht. *" " Schleswig. In Betreff einer zeitgcrnaßen Abande- kung mehrerer Bestimmungen des Stadtrxchts m Friedrichstadt Ünd, vorbehaltlich einer späteren allgemeinen geschlichen Regelung der städtischen Verfassungen, nachstehende Normen von der obersten

der siädiiscben Kollegien, in Friedricbjiadt soll in Bürgerschaft, jedoch mit*der Emschrcznkung gesche- der Entrichtung eines bestimmten, noch

Bataiilon des festlich cm-

demsclbcn Tage das 3. vielen Bürgern Börsensaale bcwirthet.

17. der Generalstab der akliirien Arinee

1) Die Erganzung Zukunft durcb Wahl der hen, daß das aktive Wahlrecht von

näher zu ermittelnden Steuersaizes abhängig gemacht wird. 2) Die Wahl der Mggistratsmitglieder, wozu in Zukunft auch Mitglieder der katholischen- Konfrsnon gewähit werden können, geschieht auf Lebenszeit, die Wahl der deputrrten Bürger, wozu außer den Katholiken in Gemäßheit des Geseßes vom 8. Fxbruar 1854 nunmehr auch Juden wählbar find, geschieht auf 8„Jahßk- 10 daß nach Ablauf eines Jahres immer das älteste Mitglied aus- ")tt- 3) Zam Schutz der den Mennoniten und Reformirtcn bisher einge- raumien Rechte soll auch fernerhin, so wie ein Mitglied dieser Konfessionen YYY“, die Neuwahl nur auf ein Mitglied derjelben Konfession fallen Dic Seitens des Bürgervereins in Anregung gebrachte Neuwahl squmitlrcher Magistratsmitglieder, so wie aller deputirten Bürger hat die oberste Civilbehörde dagegen zufolge Eröffnung der Ober-Direction der Otridt vom 12, b. M. keine Veranlassung gefunden zu genehmi- gen, vielmehr ist von ihr bestimmt, daß die eben aufgestellten Nor- men nur bei den jeßt und auch fernerhin eintretenden Neuwahlen beobachtet Werden, wobei dieBcstätigung der Wahlen vorbehalten ist.

Der General-Superintendent dcs Herzogihums Schleswig, G odt, hat an die Geistlichen nnd die Gemeinden unter dem 10. d. Mis, em Rundschreiben erlassen, worin es heißt:

"GMD? sei UKix Euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem HErrxi Jesu Christo! Der für das Recht unsers Landes geführte Krieg 1ft„g[uchitch becndigt. Dic siegreichen Waffen der aliiirten deutschen Groß- mqchir haben den Weg zu einem Frieden gebahnt, der uns mit der leb- hast_estctr Freude erfiilicn muß und zu dem wärmsten Danke gegen die tap_7cre aiirrrie Armre und die erhabenen Monarchen, welche dieselbe zu U_11!crer Hiilfe entsendet haben, zuerst und zuleyi aber gegen Gott dcn HErrn uns verpflichtei, der so wunderbar und gnadcvoli zu uns und un- sern Reitern sich bekannt bak. Mit diesem Danke auch in vcrsammeiter Gemeinde vor dem Angesichts Gottes zu "erscheinen und gemeinschaftlich unser Land und dessen Zukunft seinem ferneren aklmäcbtigen Schulz? und Schirme zu befehlen“ und das Woblgefalirn und den Segen seiner väier lieben Gnade und Giite über uns und unsere Nachkommen herabzuflehen, muß _jedem frommen Herzen cin tiefcmpfundenes Bedürfniß sein. Zu dem Ende wird bierdurri) angeordnet, daß in sämmtlichen Kirchen des Hrrzogtbrrms dcr nächstkommendc zweite Sonntag des Advents zur Feier des Friedens festlich begangen und am Vorabende von 6 bis 7 Uhr, sb wir, auch am Morgen selbst von 6 bis 7 Uhr mit allen Kirchenglocken cmgelautet :'verden soil. In den öffentlichen Gottesdiensten des Tages ist die Predigt zU halten iibcr „Psalm 85 V. 9-14.«

Wo das Lied „Herr Gbit, dirb loben wire: nichr von der Gemeinde mörbic gesungen werden können, wird jedenfalls das Lied: »Nun danket Alle Gattcc zu fingen sein (i. Holstein, Vcrordn. d. Civii- Konrmiffarien).

Hamburg, 16. November. Heute Abend gegen 8 Uhr traf zufolge Berichts dcs vHamb. Korra von Altona das 1. Bataillon dcs Kaiserlich Königlich österreichischen Jnfantcrie-Regiments »König von Prcußcna auf seinem Rückmarsch in seine Heimat!) hier ein. An der Grenze ward das Bataillon von dem Chef der Dragoner, Major Heinscn, empfangen. Die Mufikrorps dcs Linienmilitairs waren daselbst aufgestellt, Die, Truppen nahmen ihren Weg längs der Reeperbahn, begleitet von einer zahllosen Menschenmenge,“ alle. Häuser bis zum Miilerntbor waren mit Flaggen geziert und bis zum Giebel iiluminirt, die ganze Strecke durch bengaiisches Feuer erleuchtet, aucb wurdcn Raketen und Leucbifugeln geworfen. Vor dem Holstcntbor empfing das Bataillon der Chef des Linienmilitairs, Oberst Bess, und geleitete es nach der Dammtborstraße, wo Prinz Friedrich Karl von Preußen Königliche Hoheit, begleitet von dem österreichischen Jeldmarscha[l-Lieutenant von Gablenz, fie erwartete und begrüßte. Von dort marscbirte das Bataillon, an dessen Spiße Sc. Königliche Hoheit sich gestellt hatte , längs der Dammtborftraße iiber den Gänsemarkt bis zu »Sireits Hotela , der Wohnung des Prinzen. Daselbst angekommen, defilirten die Trup- pen vor Sr. Königlichen Hoheit, dcr fiel) nebst seinem Gefolge vor dem Hotel aufgestellt hatte, vorbei. Auf dem ganzen Wege von St. Pauli bis zum Jungfernstieg begleitete einc zahllose Menge die Truppen unter fortwährenden Hurrahrufen. Gegen 93; Uhr fuhr der Prinz nebst Begleitung von »Streit's Hotela nch) dem Millern- tbor, um das gegen 10 Uhr hier eintreffende zweite Kaiserlich König- liche Jnfanterie-Bakaiilon zu empfangen.

Sacbfén. Altenburg, 18. Novcmber. In drei Sißungm vom I., 9. und 12. d. M. hat der L an d t ag die Regierungsvorlage wegen der Aufhebung des Jinanzkollegiums und der Landesregierung, der Neu- gestaltung des Herzoglichen Ministeriums in. 4 Abtheilungen und der Beschränkung des Jnstanzenzuges in reinen Verwaltungssachen dis- kutirt und schließlich, wie dem -Drcsd. Journ.: berichtet wird, bei namentlicher Abstimmung mit allen gegen 2 Stimmen angenom- men. Es wurde damit der Antrag verbunden, die Herzogliche Staatsregierung möge eine Reorganisation des Konsistoriums nach der Richtung, daß dem Wirkungskreise desselben die bisherigen" richter- _ lichen Geschäfte, vorbehältlich einer Vertretung der Kirche für die religiöse Seite derselben, so wie „diejenigen Verwaltungsgeschäfte, welche nicht in einer direkten Beziehring zu dem kirchlichen- Zwecke stehen, entzogen und andern Behörden, bezüglich den Gemeinden. zu- gewiesen würden, so daß das Konsistorium oder die an StelLe des- selben tretende kirchliche Behörde hauptsächlich nur für die inneren Angelegenheiten der Kirche bestehen bliebe, in Erwägung ziehen _und der Landschaft spätestens „bei Vorlxgung eines neuen Civilgesthbuches hiérauf bezügiiche Vorlagen machen. Nach dem höchsten Erlasse,“ mit