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lungen werde ich den betreffenden Beamten auf rechtzeitrgen Antrag ' en. „
mchtßxxiecrhxkgminder hat der Gärtner „der landwirthschaftlrchen Akade- mie fich die ArtSbildung von ObstJartnern zur „Aufgabe, zu machen. Es ist iiicht zu verkennen, daß die Kenntmß einer rattonelien Be- handlung des Obstbaumes und des Obste§ rwch WCMS ver- breitet ist, und daß es besonders an tric'httg'en Obstgartnern fehlt, Ew. rc. empfehle ich deshalb, allxahrlich "tm Garten und in der Baumschule der Akademie cinen Kursus uber die Be- handlung, den Schnitt, die Veredlung des Qbstbaumcs u. s. w. un- - entgeltlich halten zu lassen, außerdem aber die „Aufzrahme von Lehr- lingen zu fördern, welche fich Bchufs einer grundlrcheren Erlertrung der Obstbaumzucht längere Zeit dort aufhalten, wollen. Daruber, wie diese Zwecke zu erreichen und welche Eiyrichtungen dazu etwa noch erforderlich find, sehe ich Ew. 2c. Vorschlägen entgegen.
Unentbehrlich wird dabei allerdings die Einrichtung eines Obst- Mustergartens sein, in welchem alle als empfehlenswert!) anerkannte Obstsorten als Stanunhäume zu fultivirerr sein würden,. und aus dem alljährlich Edelreiser in möglichst großer Zahl, vicsllercht unein- geltlich, abgegeben werden können. Eine der vornrhrrrltchften Bedrrr- gungen dieses Muftergartens wiirde die schere Brsiimmunxz' dcr darrzr vorhandenen Obstsorten sein, dergestalt, daß dir Obftznchtcr mrt Sicherheit darauf zählen könnten, aus dem Mustergarten der Afa- demie nur Obstsorten mit richtiger Bezeichnung zu erhalten. Auch würde der Gärtner der Akademie den fich an ihn wendenden Obst- züchtern zu richtiger Bestimmung der von ihnen bereits fultivirtczr Sorten nach Kräften behülflicl) sein müssen und sie überhaupt Mit seinem Rath jederzeit bereitwilligst zu unterstüßcn haben. .
Bei Einrichtung eines solchen Mustergartcns wird auch die französische Kultur - Methode des Obftes nicht außer Licht zu lassen und denjenigen, welche sick) darüber unterrichten wollch (HeleZcu- heit zu geben sein, auch diese Methode und ihre Eigenthum- lichkeiten in der Baumschule der Akademie kennen zu lernen. Es wird daher auch auf die Anlegrmg von Obstmanern rind Spalieren in geeigneter Lage Bedacht zu nehmen sein.
Es empfiehlt sich, daß über die zn diesern Behuf zn machenden Anlagen, deren Umfang, die dazu zu benutzende Oertlichkeit rc dcm Departements-Rath des Ministeriums bei dessen nächster Anwesen- heit auf der Akademie yon Ew. 2c. und dem (Hartenvorstchcr Vor- schläge gemacht, und die zweckmäßigfte Art der AuIfiihrurrg darge- legt werde. Ich behalte mir demnächst die weitere Entschcidung iiber die zu machenden Vorschläge vor.
Berlin, den 30. Noyember 1864.
Der Minister für die landwirthschaftlirhen Angelegenheitcm.
von Selchow. An _ sämmtliche Direktoren der landwirthschaftlichen Akademieen.
Angekommen: Seine Excellcnz der Staats-Minister rind Minister des Königlichen Hauses, Freiherr von Schleiniy, aus Trachenhcrg,
Berlin, 8. Dezember. Se. Majestät der König haben Aller- gnädigst geruht, den nachbenanntcn Hofbeamtcn die Erlaubniß zur Anlegung der von Ihren Majestäten den Kaisern ron Rußland und Oesterreich, des Großherzogs von Sachsen Königlicher Hoheit und des Herzogs von Anhalt Hoheit ihnen verliehenen Orden zu ertheilen, und zwar: „
„Al_lerhöchftihrem Hofmarschall Grafen von Perponcher- Sedlnihky: &) des Kaiserlich russischen St. Stanislaus-Ordens zweiter Klaffer
“' mit «dem Stern,
b) des Comnrandeur-Kreuzes des Kaiserlich österreichischen Leopold- Ordens, ,
0) des Commandiur-Kteuzes des Großherzoglich sächsischen Falken- Ordens und
ci) des Commandeur = Kreuzes erster Klasse (mit dem Stern) des Herzoglich anhaltischen Ordens Albrechts des Bären, und
Allerhöchstihrem Hof-Stal-lmeifter von Rauch: der a. und c:. gedachten Orden, so wie des Commandeur-Kreuzes des Kaiserlich österreichischen Franz- Ioftph-Ordens.
Nichtamtliches. Bérlin, 8. Dezember. Se. Majestät der
Preußen. König empfingen heute früh um 10 Uhr den Genrral der Infan- „ terie von Hahn, um 11 Uhr einige andere militairische Meldungen,
namenrkich Se.theit den Prinzen von Hanau, kurhesfischen Haupt- mann, Iden“ “Genera“l-Lieuienant n.'D. v'on'Wangenheim, die Obersten pon 'Stülpnagel, Graf von der Grdeben, von Löbekl u. A. im Beisein des" Gouverneurs und des Kommandanten - und
nahmen hierauf die Vorträge des Kriegsminister?) und des Militair= Kabinets entgegen. Von 1Y Uhr ab hatten der Rittergutsbefißcr von dem Knesebeck-Tilscn, der Landrath a. D. von Kröcher-Vinzel- berg und der Oher-Schloßhauptmann Graf von Keller Audienzen, und um 4 Uhr fand der Vortrag des Miiristcr-Präfidcirteir stati. „ Mittags dinirten Ihre Majestäten Lk] F'3mj116.
- 7. Dezember. Ihre Majestät die Königin empfing gestern den Besuch der verwittwetcn Großherzogin von Mecklenburg - Schweer Heute folgte Ihre Majestät im offenen Wagen , in welchem A(ler. höchstdieselben von Ihren Königlichen Hoheiten der Prinzessin Karl, Prinzessin Friedrich Karl und der Großherzogin von Mecklenhnrg begleitet waren, Seiner Majestät dem Könige zum Empfang der heimkehrenden Truppen. Nachdem die Königin bei der Rückkehr im Prinzessinnen-Palais, ww sich die verwittwete Königin befand, verweilt und daselbst Ihre Enkel begrüßt hatte, wohnte Ihre Ma. jcstät dem Vorbeimarsrh der Truppen im offenen Wagen bei.
-- 8. Dezember. Ihre Majestät die Königin ließen sich gestern bei dem großen Diner auf dchöniglichcn Schloffc dir aus dem Kriege hcimgckehrtcn Offiziere vorstellen rmd erschienen gestern Abend mit Sr. Majestät dcm Könige in der Oper.
- 8. Dezember. Dcr feierliche Einzug der dazu destirnmren, ans Schleswig zririirkgckehrten Térnppcn hat gestern in der von Sr, Majestät dem Könige befohlcncir «Zeise unter der lebhaftestcn rmd hcgcistertstcn Theilnahme der Bevölkerung stattgefunden. Die Kürze der Zeit, welche zwischen der definitiven Bestimmung Über den Tag des Ein- zugs und diesem selbst lag, hatte umfaffende Vorbereitunch rm- möglich gemacht, aber ein lebendiger patriotischer Eifer geschaffen, was irgend möglich war, um für die einziehenden Truppen eine stattliche Feststraße und am Abend eine glänzende Beleuchtung der- zusteUen. Namentlich prangte der Pariser Play und der Raum vom Denkmale Friedrichs des Großen his zur Schldßbrücke in dem schönsten Schmuck, Hier und dort zog fich eine doppelte Reihe von Mast- bäumen hin, mit grünem Laub umwunden und mit Fahnen, Bannern, Wimpcln und Wappen geschmückt. An der Schloßhrr'ickc selbst aber lagen Oderkähne und Segelboote, von deren durch Land- gewinde verbundenen Masten die Flaggen aller Nationen der Erde wehren. Auf dem Pariser Platze am Eingange der Linden zur rechten Seite derselben war cin. Podium errichtet, anf welchem fich die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordncten-Vrrsamm- [img befanden. Diesem Podium gegeniiber war dem Verein schles- wig-holsteinscher Kampfgcnoffen aus dem Iahre WW cinPl'atz an- gewiesen worden. Links vom Brandcnbrrrger Thore hatten die Train-Mannschaften, neben diesen zu beiden Seiten des Pariser Plaßes die entlassenen Mannschaften der Reserve Und der Landwehr, welche die Campagne mitgeniacht, ihre Stellung eingcnounnen. Die Gewerke mit ihren Musikcorps bildeten zu beiden Seiten der Linden- Promenade eine Chaine.
Kurz nach 11 Uhr derlicßrn Sc. Majestät der König, Aller- höchstwelcher die Uniform des 8. (Leib-) Infanteric-Regiments und das Band des Schwarzen Adler-Ordens angelegt hatte, das Palais. Allerhöchßdieselben ritten,“umgehen von Ihren Koniglichen Hoheiten den Prinzen Albrecht, Albrecht (Sohn), Adalbert, Alexander, dem Großherzog von Mecklenburg-Schwcrin, Prinzen August von Württem- berg, so wie einer glänzenden Suite unter dem bcgcistertftcn Zuruf dcn Menge und den Klängen der Nationalhymne die Linden entlang.
Ein gleich begeisterter Empfang wurde auch Ihrer Majestät der Königin Augusta zu Theil, welche mit Ihren Königlichen Hoheiten dcn Prinzessinnen Karl, Friedrich Karl und der Großher- zogin von Mecklenburg-Schwcrin Sr. Majestät zu Wagen folgten.
Auf dem Pariser Platz angelangt, ritten Se. Majestät der König, gegleitct von den Königlichen Prinzen und mit stürmischcm Hrirrah empfangen, die Front der Reservisten und Wehrlcnte ent- lang, dieselben auf das Huldvollfte bewillkommncud. Darm Wen- deten Se. Majestät Allerhöchftslck) dem Brandenburger Thore zu, um die ReVue über die auf dem, Exerzierplah versammelten Truppen ah- zunehmen.
Dieselben hatten um 1175 Uhr auf dem alten Exerzierplaß im Thiergartcn die befohlene Aufstellung genommen: Der rechte Flügel lehnte fich an den Reitweg, der nach dem Krollschen Lokale führt, die Ironie mich dem Raczinsfyschen Palais. Die Infanterie in Compagniefrdntcn, die Bataillone mit den reglementSmäßigen Di- stanzen. Auf dem linken Flügel der Infanterie hatte das Branden- burgische Pionier- Bataiklon Nr. 3 seine Aufstellung genommen. Hinter der_Infanterie war die Kavallerie formirt. Die StabE-Or- donnanzen zu Fuß und zu Pferde hielten an dem Plaße, den sonst die Leib - Gendarmerie bei Parade - Aufstellungen einnimmt und wurden von dazu kommandi'rten Offizieren geführt. General-Lieute- nanx von Ma,:rftein kommandirte die Parade, Flies die kombinirtc Kavallerie und Artillerie. - Der Oberbefehls- haber in den Marken , General-Feldmarschall Graf von Wrangel, hielt ohne Adjutantur, aber mit dem Feldmarschallsstabe anf dem *rechren Flügel, dann folgte- der General der Infanterie Herwarth
von Birkenfeld mit seinem Stabe. -' Der Stab Sr. Königlichen
.. Namens der Stadt durch eine Ansprache begrüßen zu dürfen,
- Verdrdnrtcn-Vcrsammlung Allerhöchsiihrcn Dank aus für den schönen [ Empfang, welchen dirsclden den Truppen bei ihremEinzuge bereitet, ; nnd erklärten, daß Allcrhöchstfic sehr gern
' erklärten ferner, daß Ailcrhöchstfic dicse Thatsache als eine gntc Vor-
», Königliche Hoheit
General - Major von _
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Hoheit hielt in dem Qlligncmcnt dcr Stäbe, links von dem General- Jcldmarschall, der des Gcncral-Licutenants von Manstein links von dem Stabe des Generals der Infanterie Herwarth vonBittenfcld. Die Generale und Offiziere, welche seit der Campagnein höhere Stellen gerückt und behufs des Einzugs nach Berlin berufen waren, stellten fich rechts neben demTruppenbefehlshaber', welcher die Truppen cht kommandirt, die fie in dcr Campagne geführt haben, resp. ritten sic in den Stäben, welchen sie in der Campagne angehört hatten. Die in Berlin an- wesenden Landwehr-Offizicrc, "welchc während. der Campagne Dienste gethan haben, waren, sofern fie sich bei dem Einzuge betheiligtcn, bei ihren resp. Truppenthcilcn eingetreten. Der Anzug der- in der Parade stehenden Truppen waren feldmarschmäßig, dic Gcnxralc, in der kleinen Uniform, hatten aber das Ordens'band angelegt. -- Dic Dancbrogs, welche die einzelnen Truppcnthcilc erobert haben, fiihrten dieselben auch bei der Aufstellung und bei dem Vorhcimarsck). Außerdem hatten Sc. Majestät der König gcstattet, daß die Truppcntheile mit den Kränzcn und Blumen, welche fie cr- haltcn, beim Einmarsch geschmückt blieben und trugen fie dieselben hauptsächlich auf den Gewehren. Dagegen hatten Sc. Majestät der König befohlen, streng daraiif zu halten, daß die Truppen geschloffen bleiben, und daß weder bei dcr Aufstellrmg noch bei dem Marschc und dem Defilircn erschauer in ihre Reihen dringen durften.
Sc. Majestät der König wurdcn vor der Mitte der Front von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Karl und dem Ge- neral v. Manstein erwartet.
„Bei dem Erscheinen Sr. Majestät des Königs lief; auf Befehl Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Karl Von Preußen dcr General-Licutcnanr v. Manstein dic Honneurs im Ganzen machen und übergab dcn Rapport, während die Klänge der Natio- nal-vanc und ein begeistertes, weithin hranscndcs Harras) der Trnppen dcn geliebten Kriegsherrn begrüßten. Nachdem Se. Majestät der König die Besichtigung bcendigt, begaben Allerhöchstdieselben fich, von den Prinzen des Königlichen Hauses und der Generalität be- gleitet, nach der Statue des Fürsten Blücher, Unmittelbar hinter Sr. Majestät ritten rechts Feldmarschall Wrangel, links der General der Infanterie Herwarth von Bittenscld. Indcffen hatten fich die Truppen zum Eimnarsch und zwar in folgender Weise formirt. Die Stah-Zwachc zu Pferde an der Térc, dic Stabswache zu Fuß hinter der Musik 'des Leih-Grexmdicr-chimcnts Nr. 8, demnächst Sc. Königliche Hoheit der Prinz Fricdrich Karl von Preußen mit seinem Stade. Dann der (Hencral-Lientcnant von Manstein mit seinem Stade, und demnächst die Truppen nach der ()1'(_]1'€ (lc: ZarujUE, wic fie vorher angegeben und mit den reglemcnrsmäßigen Distanzen.
Unter dem Jubel der Menge gelangte Sc. Majestät durch das Brandenburger Thor his zu dem Podium, auf welchem der Magi- strat und die Sradtvcrordnctcn =Versammlung Platz genommen hatten. .
Der Oberdiir'gcrmcistcr Seidel trat hicranf, begleitet von einer Deputation drr beiden städtischen Behörden, an Se. Majestät heran“ und hat um die Erlaubniß, dic bravcn Truppen und deren Führer
Se. Majestät sprachen zunächst dem Magistrat und der Stadt-
genehmigten, daß die Ver- treter der Stadt die Truppen willkommen heißen., Sc. Majestät
bedeutung für die ganze Zukunft ansehen. Demnächst wendete fich dcr Oberdürgcrmeister Seidel an Seine den Prinzen Friedrich Karl Und begrüßte dcn- sclbcri mit folgender Ansprache: Königliche Hoheit! Durchlauchtigstcr Prinz!
»Im Namen der Stadt Berlin begrüße ich umd heiße ich in unseren Mauern herzlich *wilikommcn die ficgrcich heimkehrenden Krieger, unsere Brüder und Söhne in Waffen, die unter Eurer Königlichen Hoheit ruhm- Voller Jührrmg der an Thaten und Ehren rrichcn Geschichtc Preußens neue unverwclkliche Blätter angcrciht haben.
Was in vergangenen Tagen Preußen groß gemacht hat - der in der Brust des Königs still gereiste, aus dem, eigenstcn Leben, Pfticht und- Beruf , des Staats geschöpfte Entschluß, der fest und kühn die Gunst des Augenblichs bei der Stirnlocke faßt," das auf den Ruf seines Königs in Voller kriegerischer Rüstung bereitstehende Volk; die strengste Zucht des Gehorsams und der Pflicht, der freudige Todes- und Schlachtenmuth dieses »Volkes in Waffen« -- das ist auch die Signatur dieser jüngsten ruhmvollen Tage. Und wiederum ist es Preußens gutes Schwert, durch das die Grenzen des deutschen Vaterlandes weit hinaus gerückt sind.
Es ist ein Wort, das einst König Friedrich Wilhelm 111.» gesegneten, und theuren Andenkensgesprochen hat: »Was Preußen erworbenhai, es ist Deuschland gewonnen.« Ein halbes Jahrhundert , funfzig lehrreiche Jahre find seitdem verflossen, und ihre Lehren lasen ohne Selbsttärrschung
und ohne Uébermuth heute laut'cs sagen: Auch jener Boden, der
sich erstreckende, von zwei mächtig hinauslockenden Meeren umspülte Land Mit dem spröden Er; seiner Bevölkerung _ es wird dauernd und sicher urrd zu rechtem Gewinn nur dann Deutschland erworben und fich selbst wiedergegeben sein, wenn und soweit Preußens Macht und Wehr es 1chirmend umfängt, Preußens strenge Zucht und Ordnung und fort- bildcnde Kraft es erfaßt und durchdringt.
Wir freuen uns des glorreicl) errungenen Friedens und sind stolz darauf. Großes ist erreicht. Doch, es ruht die Hand noch am Schwerte. Wir vertrauen dem Könige. Er wird das rechte Wort sprechen zu rechter Zeit. Was Er aus freier Königlicher Entschließung zur Wahrung deut- scher Macht und Ehre begonnen, Er wird es hinausführen zu einem guten, für Preußen und Deutschland ehrenvollen und segensreichen Ende. Und Preußens Volk - dessen smd fie Alle dort Zeugen, die da [eben, wie die, die den schönen Tod für König und Vaterland starben -- Preußens Volk wird niemals es an fich fehlen (affen, wenn die Ehre und sein König cs ruft.
Doch auch das stolze Wort-, das treu gemeinte, es tritt gern be- schcidcn zurück in das Gefolge der That. Den ruhmgekrönten Feldherrn, (zum General Von Manstein gewendet) Eure Excellenz, dcn tapferen und kun- digen Führer, bewährt auf dem Felde der Schlacht und des Sieges, die todes- muthigen Schaaren der Krieger - fie Alle Söhne dieser festen treuen Mark -- heiße ich denn noch einmal in unserer Mitte, in ihrer Heimath willkommen und brinchhncn im Namen dieser guten und loyalen Stadt aus vollem Herzen den Dank dar, den mit seinem Könige das ganze Vaterland ihnen ent- gegenträgk, und durch alle künftigen Tage treu bewahren wird.«
Se. Königliche Hoheit erwiederten hieraiif ctwa Folgendes:
Gestatten Sie mir, rneine Herren vom Magistrat und der Stadtver- drdncten-Vcrsanmrlung Berlin's, daß ich Ihnen inr Namen Meiner Truppen den wärmsten herzlichsten Dank ausspreche, nicht blos für die Worte, die ich soeben hier von Ihnen, Herr Ober-Bürgcrmeister, vernommen, sondern auch für die liebevolle und uns chrcnde Gesinnung, welche Sie durch die prächtige Ausschmückung der Stadt, und dafür, daß uns Berlin so herz" lich empfangen und uns so freundlich entgegen [acht und entgegen rauscht. Mit Recht haben Sie in Ihren herzlichen und patriotischen Worten hervorgehoben, daß es gerade Regimenter find, die ich Ihnen zuführe, welche hauptsächlich dieser Provinz angehören. Viele Söhne dieser Stadt find unter ihren Fah- nen und ich freue mich, daß ich fie Ihnen zuführen kann. Ich kann Sie vcrfichcrn , das,“ ich mit ihnen und ihren Leistungen außerordentlich zufrieden bin. Fragen Sie Ieden, zu dem ich Gelegenheit hatte, mieh hierüber aus- zulaffen, was ich von den Berliner Soldaten halte. Mein Bestreben wäh- rend des Feldzuges war es stets, unsere Ziele mit möglichster Schonung der Truppen zu erreichen, mit anderen Worten , Ge- sundheit und Knochen zu sparen. NichtLllle kommen zurück, Viele ruhen in jener kühlen Erde,“ ich kann Ihnen aber versichern, fie Alle haben freudig ihr Leben hingegeben. Aber“ wir müssen heute auch Derer gedenken, die fie uns hinterlaffen und der armen Krüppel. Ich kann wohl sagen, wie ich zuversichtlich hoffe, daß Ieder das Seine thun wird, um das Loos der Hin- terhliebcncn und der armen Krüppel zu lindern. Wir hören hier heute nichts als Freude, aber ich weiß auch, daß Sie, meine Herren, mitten unter dieser Freude (mit tief bewegter Stimme) daran denken, daß wir auch noch Thränen, viele Thränen zu trocknen haben,“ und “das möchte ich Ihnen heut auch noch ganz besonders ans Herz legen. Nun nochmals meinen wärm- sten und verhindlichsten Dankiee 'Der Verein der schleswig-holsteinischcn Kampfgcnossen aus den Iahren 1849, iihcrreichtc hierauf dem Prinzen auf einem schwarzen Smrmretkiffen cinen Lorbeerkranz , welchen Se. Königliche Hoheit
auch huldvollst anzunehmen geruhten. _ Demnächst nahm der General von Manstein das Wort und
erwiderte der Deputation ungefähr Folgendes: »Im Namen der Truppen danke ich Ihnen, meine Herren vom Ma-
gistrat und der Stadtverordneten-Vcrsammlung, fiir den Willkonnnen, den Sie rms bereitet haben. Wir 52er waren berufen, zur Ehre des Vater- landes das Schwert zu ziehen und wir waren hochbeglückt, unter der Füh“ rung unsexrcs allverehrten ritterlichen Prinzen berufen zu sein, für die Ehre unseres Vaterlandes zu kämpfen. Wir“sind tief gerührt, bei der Rückkehr in_Zsunser Vaterland einen solchen begeisterten Empfang zu finden, und ich spreche nochmals im Namen der Truppen den Vertretern dieser Stadt mei- nen wärmsten Dank aus und schlage vor, daß Sie fich mit uns zu dem Ruf verbinden: Hoch lebe Se. Majestät drr König, Hoch und Hoch!
Untrr dem begeistertcnIubelrufen des Volkes sehten sich hieraus die Truppen inBewegung und marschirten die Linden-Allee entlang, wo die Häuser zu beiden Seiten mit Fahnen und Kränzen bedeckt und die Fenster dicht mit Zuschauern beseßt waren. Tücherschwezrkem Kränze und nie cndender Zuruf begrüßte die Einziehenden auf xeden Schritt. An der Statue Friedrichs des Großen angekomirren, for- mirten fick) die Truppen zum Parademarsch. *Se.*-.'“Maxxftä.t der König hatten fich mit den Königlichen Prinzen und-Mlerhöchßxhrem Gefolge nach dem Standbilde Blüchers begeben“, und nahmen,. da-
in diesen Tagen mit unserem Blut getränkt ist, jenes hoch nach Norden
selbst haltend, die Parade ab. Nach dem Defiliren nahmen .die