3392
Elisabe-fh Alexandrine Constanze, geborene Herzogin vo_n MMWbekg, Wiiüve des bochscligen Markgrafen Wilhelm Ludwig Äääiift von Baden, im 63. Leben§1ahre Ihrem schweren Leiden ei'ké'kn. . „ * . .
„ gDie hoben Tugenden der Verlobten lysen Se. Zömgltcheßo- heit den Großherzog und das hohe „Grdßherzogliche Haus "dte1en sckmerzlichen Verlust auf das Tiefsie empfinden.,- ,und dre wahrend eines edlen Lebens geübte ächt christliche Wohlthatrgkett wrrd der nun selig Entschlaferren ein gesegnetes Andenken rm gesammten Lande
bewa "ren.- .
Bäuern. "München, 6. Dezember. Die »Bayersche Ztg.:- von gestern m ldet die Ernennung des Freiherrn von der Pfordt en in folgender eise: vSe. Majestät der König hat sich bewoZen ge- funden, unterm 4. Dezember den bisherigen Bundestagsgeiandten und Staatsrath im außerordentlichcn Dienste, Dr. L. Freiherrn von der Pforten, unter Wiedereinreihung desselben in die Staatsräthe im ordentlichen Dienste zum Staatsminister des Königlichen Hauses und
des Aeußern zu ernennen.-
! Der neuernannte Staatsminister des Königlichen Hauses Und des Aéußern hat bereits gestern die Leitung des Ministeriums iiber- riommen. “Was das Handelsministerium “betrifft, so sollen die- Be- rathungcn zur Reorganisation desselben sofort beginnen, und es iirfte erst von dem Resultat derselben abhängen, ob und welcher eigene Staatsminister für dasselbe ernannt werden soll.
_ Oesterreich. Wien, 6. Dezember. Das heute ausgegebene R'e'ichsgeseßbiatt bringt einen Erlaß der Ministerien der Justiz und des Handels vom 2. Dezember 1864, wodurch das Institut der Bei- fißcr aus dem Handelsstande beiden Handelsgerichten und den Handelssenaten der Gerichtshöfe erster Instanz gleichmäßig geregelt wird, wirksam fiir die Königreiche Böhmen, Galizien und Lodomc= rien mit den Herzogthiimern Auschwiß und Zator und dem Groß- herzogthum Krakau, das Lombardisch-Venetianische Königreich und Dalmatien, das Erzherzogthum- Oesterreich unter und ob der Enns, die Herzogthümer Schlesien, Steiermark, Kärnten, Krain, Salzburg und Bukowina, dic Markgrafschaft Mähren, die gcfiirstctc Grafschaft Tirol, das Land Vorarlberg, dic gcfiirstetc Grafschaft Görz und (Hra- diSca, die Markgrafschaft Istrien und die Stadt Triest mit ihrem Gebiete.“
Die 'Wiencr Zciturzga enthält in Bezug ciuf die Feststellung des 1864er Silberanlehens folgende Kundmachung des Finanzministe- riums-vom Zten d.:
' »Das' mit der Kundmachung vom 2. Mai 1864 eröffnete Anlehcn zur Beschaffung von 70,000,000 Fl. öst. W. in Silber würde sich zum Ernisfionscourse von 771 Fl. öst. W. in Silber für 1000 Fl. in Obligatio- nen auf 90,791,000 Ji. öst. W. in Obligationen beziffert haben- In Folge der laut Kundmachun vom 8. November d. J. beschlossenen Verminderung dieser Schuld ist der ominalbetrag des Silberanlehens auf 62,500,000 Fl. öst. W. fcstgeseßt worden, wonach die in Folge der Bestimmung des §. 3 der Kundmachung vom 2. Mai d. J. jährlich cinzulösende Quote berechnet werden wird.«
In der gestern fortgeseßien Adrcßdebatte wurde der Paffus der Adressrübcr die “Finanzen verhandelt, wobei der Kriegsminister fich folgendermaßen äußerte:
Ich muß mir erlanen, die Aufmerksamkeit des hohen Hauses in An- spruch zu nehmen, und zwar zu, einer berechtigenden Aufklärung. Es ist hervorgehoben worden, daß im Budget pro 1865 der gesammte Yrmeestand “iiwlornbardisch - yenetianischen Königreich, Kärnten, Krain und Istrien zu- sammen 130-000 Mann betrügt. Er beträgt dort nur 113,000 Köpfe, dar- miter Truppen, Behörden und Anstalten Die übrigen 17,000, die der Herr Bérichierstatier dr. Giskra/angeführt hat, sind in den Bundesfestungen in Deutschland, Dalmatien, in Siebenbürgen, übérhaupt in den übrigen Pro- vinzen veriheilt, wo monientan derBedarf fich zeigte. Es ist aber auch in einer sehr düsteren" Schilderung des Hrn. Berichterstattershervorgehobenworden, in welcher beunruhigen'd'm Progresfion die"_ Anzahl der österreichischen Bataillone steigt. Ich muß das hohe Haus darauf aufmerksam machen, daß das eine orga- nisatorische Maßregcl war, diedaraus entstanden ist -- ich berühre den ganzen Gegenstand hier nur im Allgemeinen - daß wir aus der Drei- gliederung, in die Zweigliederung übergegangen smd," es war dies ein fak- tischer Fortschritt, bei dem wir gleichen Schritt “halten mußten mit den Arimen der .übrigen, Großmächte. Ja, wir sind diesen bei derselben aus finanziellen Gründen ehrt nachgehinkt. Es haben „sich die Cadres allerdings vermehrt,» “glied! *die Zahl derstreitbaren Mannschaft isi dieselbe. Ich sehe heute natürlich ganz vom Budget "ab,“ aber eine Benierkung'muß ich mir exiairbcnixl ich„ri)“uß“den" Vorwarf] vollkommen zurückweisen, der mir geinacht wurde, nach,] iiierr ohnedies ;sébhaften ***Krerizfeuer, daß ich die“ Ver- ireku'nZ, des] «Büdgéts vor dem" Ab'geordnéterihciusc scheue. Ich bitte “um ,_ nisciiirldig'ung. Ich scheue : _ r keine Vertretung. Ich muß erkläretr,_,„daß*“ 'ich vor JhrenBudgeiausYuß mit voller Wahrheit, mit vollem Vertrauen undxmit aller Qffenheit- “treten und daß ich bemüht sein werde,
humBudgetauH chuß die Noihwendigkeit unseres gegenwärtigen “Friedens-
gndesx um die „, chlaYextigkrii der Armee zu erhalten, darzulegen und ihn au_ch von der ;R-ochpe digkeit Md Ziveckni'äßigkeit unserer organisakorischen MaßreYki'zu' üßxréxugen. Jch'iöUdrmieh be'i'“'di“ese„r"„Gelegrnheit“ hinter gar keinen" nistrk'vxrschanzen, wie meinem hdchverehrten Vorgänger hier -- und wir ich glaube mit Unrecht - zum Vorwurf gemacht worden isi. Jch glgybe,„mqiz1§x;6erxe_ry hre, „Aufmerksamkeitxdqrauf lenken zu, sollen, ob es „an für den; „„ xgkmmi er wuyscheiiswerih fein kann," “wenn unsere schwachen än t“ werden. '“ “'Mit" der Versicherung- kann 'ich"
Xxx xn: ay?'dre'“„)osroxßé;© ?ck?! Wh , , „ * 61 er “sch“t'iéßen,“ sdas vierter“ ndr che Heer bestrebt sein werde; di'e-schweren _
finanziellen O fer, die Sie der Erhaltung seiner Schlagfertigkeit bringen -
und es verkennt, noch unterschäht es deren Tragweite - wenn der Augen. blick der Gefahr eintritt, wenn ein vielleicht nicht so ferner Angriff auf die Integrität “Oesterreichs erfolgt, mit Zinsen zurückzuzahlen. '
In der „heutigen Sißung dcs Abgeordnetenhauses beant. wortete Minister Burger dic Interpellation betreffs der Einschiffung derMexifaner und erklärte die Anschuldigungen für unbegründet, Plencr "überreicht das Geseß wegen Erhöhung der Stcuerrückvcrgü. turrg' fur Zucker. Die Adreßdcbatte gelangt zu dem Absaß iiber Mrrnsterverantwortlichkcit , für dieselbe sprechen Demi, Obert, Miihifeld. Dcr Absaß wird angenommen. Hierauf handels- iroirtt1che Frage; Winterstein tadelt scharf die bisherige Po. [1trk, von der nichts mehr zu erwarten. Nach Winterstein Skene und Riese gegen die Handelspolitik der Regierung. Leßtercr verlarrgt em Dienstbotcirgcseß, Feldschu§geseß , Waldgesetz, Donau. regulrrung urid Herabstßrmg der Koblcnsracht auf Eisenbahnen. Kalchberg theilt das Bedauern iiber das Nichtzustandekommen der Zollvcrhandluygen., Jeßt Werde die Regierung nur ößcrrcichischc J'nte'r'essen beruckfichttgen , autonom vorgehen und nach unseren Vc- durfrrrffen _den Tarif regeln. Er versichert, daß keine Unterhandlun- gen uber zxandeisverträge mit Frankreich und England bestehen, das neue Systcur wrrd cin mäßiges Schußzollsystem sein. Hierauf wird Absaß 22 bis 24 des Adreßcntwnrfs angenommen. Absaß 25, das Konkordat 6etrefrcnd, wird nach eincmAmcndcmcntMühlfelds, nach- dern Schneider und Greuttcr gesprochen, angenommen. Hierauf wrrd die ganze Adresse in dritter Lesung genehmigt. DaJHaus bcschl0ß, Sr. Majestät dem Kaiser die Adreffc auf schriftliciicm Wege zu überreichen. '
Die in dieser Sitzung angenommenen Säßc der Adresse lauten wörtlich:
Die Staatsrechnung für 1862 wird der vcrfaffungsrnäßigcn Prü- fung _vom ngse unterzogen werden," allein solche Prüfung kann nur durch das irn erisiragc Ew. Majestät schon längst in Airsficht qcstelltc Grieß uber die Ministerverciritivortlichkeit ihre wahre Bedeutung erlatrqen, und das Abgeordnetenhqus h'alt ck für seine Pflicht, klar und bestimmt äußzusprechcn, déiß dieses'chcß eme dcr dringendsten Ergänzungen der constitutioneilerr Staatsrmrichtungen für Oesterreich bilde.
Dre_1chwercn Bedrängniffe, unter welchen die Industrie in: Kaiser- siaaie lerdei, find-zum großen Theile die Folge unabwendbarcr Er- eignisse; nicht wenig aber tragen hierzu das Schwanken der Valuta, dre durch den' Bedarf des öffentlichen Kredites erzeugte Vertheu- rung des Kapitals, für aUe Zweige der Volkswirthschaft, dann die Unsicherheit bei„ M welchcr sich die Frage der [)andelspolitisciyen St'ellung Oesterreichs zu den anderen Staaten Deutschlands seit längerer Zeit und_nan1entltch mit Hinblick auf das nahe Ende des Vertraqcs vom Jahre 1853 befindet. '
Das Abgeordnetenhaus muß es daher auch bedauern, daß die Regie- rung Ew. Majestät noch immer nicht in der Lage ist, die Resultate der Verhandlungrn über diese Frage vorzulegen. Wir geben uns jedoch der Erwartung hm, das; die großen Nachtheile, welche durch die Erfolqlofigkeit der thhertgcn Verhandlungen auf handelspolitischem Gebiete den österreichi- schen Jntcreffezr erwachsen sind und fernerhin drohen, mittels der in Qlusficht gestellter Veranderungen der Zollgeseßgebung fich werdcn verringern lassen.
Eine kräftigere Wahrung und Förderung wird aber den volkswirth- schaftlichen Jirtereffcn nur durch deren im Staatsorganisnms bisher man- gelnde einheitliche Leitung zu Theil werden.
Die Wichtig_keit der Eisenbahnen als Verkehrsmittel hat das Ab- geordnetenhaus ichon in der leßten Session bestimmt, die Noihwcndigkeii eines neuen Eisenbahnkonzesfionsgeseßes auszusprechen, wodurch nicht nur der Unternehmungsgeist ermuntert, sondern auch der Reichsvertrctunq der ihr gebührende Einfluß bei Errichtung neuer Linien gesichert wird. 'Wir können daher nur wiederholt chrfurchtsvoil bitten, daß Ew. Majestät ge- ruhcn möge, die Regierung mit der Einbringung einer solchen Vorlage vor dem versammelten Reichßrath zu beauftragen. Die Geseßentwürfe zur Llusdehnung des Eisenbahnneßcs, dann zur Förderung der volkswirthschaft- lichen Jntercffen überhaupt, so wie die anderen zur Kompetenz des gesamm- ten ReichSrathes gehörigen Vorlagen wird das Abgeordnetenhaus dcr sorq- fältigften Berathung unterziehen. ' *
Auch geben wir uns mit Hinblick auf die von Ew. Majestät bereiis in Außficht gestellten Vorlagen ' fiir den engeren Reichsraih schon 121.31 der Hoffnung hin, daß die mit dem heiligen Stuhle einge- leiteten Unterhandlungen auch die gescßmäßigc Regelung jener in das Gebiet der Staatsgescßgebung fallenden Verhältniffe ermöglichen wer- den, welche durch die von Ew.Majestät mit Sr. Heiligkeit Vereinbarte Akte vom 18. August 1855 berührt sind.
Ew. Majestät! Die Kaiserliche Huld und Gnade, deren Gr.Majestät die Mitglieder der Reichsvert-rctung zu versichern gerubten, erhöht in uns „Allen das Gefühl der Treue für unsern geliebten Herrscher," und wie wir m Liebe zum Gesammtvaterlande ehrfurchtsvoll und offen die Anschauungen, die uns leiten, ausgesprochen, so werden wir uns unermüdlich und gewissen-
.h'aft dem Werke widmen, für welches Ew. Majestät den Rath-und Beistand
der Reichsvertretung verlangt haben". Möge Gottes segncnde Hand auf demselben ruhen, daß es gedeibe zur Ehre und Größe'des Reiches, zum th'hmc seines Kaisers, zum Heile seiner Bewohner! Gott erhalte, Gott schußc, (Hottsegne Ew. Majestät!
Schmeiz. Bern, 5. Dezember,
Heute Vormittag -um_ “ 10 Uhr hat *die B'undesxVersammlring ihre im Monat Juli unterbrochenen BeratHUngen wieder aufgen-oMUren. Da diese Sißung somiti'nur *eine Fortsehung der Sommerscsfion isi,- fand auch keine neue Besteliimg der Bureaus der beiden NätHe-Statt. Dies war auch- dieUrsache, warum weder Natio-nal- noch Ständerath? mit einer Präsidialredc eröffnet wurden. Nach der Beeidigung der neu
in den Hafenorten am Schwarzen Meere
eingetretcrren Mitglieder und nach der Vertheilung der Geschäfte ward zur sofortigenBebaudlrmg derselben geschritten. Jm National-
rathe ward das Budget für 1865, zu dessen Feststellung die Session
hauptsächlich bestimmt ist, in Angriff genommen und im Stände- rathe dem Grenzbereinigungs-Vertrage mit Italien die Ratification
criheilt. (Köln. Ztg.)
Großbritannien und Iriand. London, 5. Dezember. Lord Clarence P'agct , Secretair der Admiraiität, der vor seinen Wähikrn in Deal die übliche Rechenschaft abgelegt hat , [wb beson- ders hervor, daß troy der theils fertigen, theils im Bau begriffe- nen 30 Panzerschiffe nicht unerhebliche Ersparnisse in seinem Depar- tement erzielt worden seien. Der Behauptung Coddcn's, daß die Amerikaner in Folge friiherer Sparsamkeit jeßt größere Kriegsmittcl besäßen, stellte er die Erklärung des amerikanischen Marine-Secre- fairs entgegen, daß die Regierung durch ihre friihere falsche Spar- samkeit verhindert worden sei, dem Aufstande drs Siidcns schneiler ein Ende zu machen.
Die preußische Korvette »ViCtOkia“, welche in voriger Woche in dem Sunde von Plymouth Schuß vor dem stürmischen Weiter gesucht hatte, ist wieder in See gegangen, um eine Krcuzfaßrt anzutreten.
Der berühmte Sieger im Derby-chncn, »Blair AtHola, ist für die Summe von mehr als 50,000 Thalern (7500 Guineen) verkauft worden.
Heute starb zu Castle Howard dcr Earl von Carlisle nach kurzer Kratrkheii im Alter von 62 Jahren. Durch seinen Vatrr dem Hause Howard und durch seine Mutter dem Hause Cavcridist) enistammend, „ward er am 18. April 1802 geboren. Seine Erzie- hung erhielt er zn Eton und später in Christ Church zr: Oxford. JmJahrc 1826 ward er als Vertreter Von Morpcth -"1em dama- liger Titel war Lord Morpeth - ins Parlament gewahlt und im C“xcrhre 1835 ernannte ihn Lord Melbourne zum ersten Secretair fiir Zirland. Bei der allgemeinen Neuwahl, durch welche Sir R. Peel In das Ruder gelangte, büßte Lord Morpeth seinen Parlamentsfixz ein. Im Jahre 1846 gelangte er wieder ins Parlament rind zwei Jahre später zur Peerswiirdc. Im Jahre 1855 machte ihn Lord Palmerston zum Bierkönig von Irland, und auf diesemPoften rer- blicb er mit kurzer UnicrbrecHring, wclche in die Zeit des zweiten Ministeriums Derby fiel, so langc, bis ihn sein Gcsundheitdzuftand zum Rücktritte nöthigte. Verheirathct war er nie Und der Trick geht auf seinen Bruder über.
Frankreich. Paris, 5. Dezember. Die Regierungen von Frankreich und Rom haben fich Über eine rinfiirmigr und herab- geseßtc tclegraphisckyc Taxe geeinigt; der'Prets rmer emfachcrjr Dc- pesche zwischen Paris und Rom wird hinfort iiicht mehr 137 Fr., sondern nur 5 Fr. kosten. Der neue Tarif ward vom 1. Januar an in Wirksamkeit treten. ..
- 6. Dezember Am Montag kehrt derHof von _Comprczgne in die Tuilerieen zurück; am Sonntage wird m der Herbst-Rende'irz noch einmal großer Ministerrath gehalten Werden.'Sett, gestern halt die Kornmssion der Marschälle im Kriegs-Ministerrum ihre :xahres- berathungen unter dem Vorfiß Magnan's, und es handelt 1ich zii- nächst um Entwerfung der allgemeinen Jahres-Beförderungsusie m der Armee. Marschall Mac Mahon ist von Algier am Freitag auf der Fregatte vChristophe Colomba nach Marseille abgefrrhren ,und wird heute in Paris "erwartet, um an den Sißnngen 1111 Kriegs- Ministerium Theil zu nehmen. _ ,
- 7. Dezember. Heute ist das Urthcil im Prozeß »er Drei- zchna verkündigt worden. Das Appellaiionsgerichtkbat das 111 erster Instanz ergangene Erkenntniß, welches ]cden"d'cr 13 Angeklagten zu 500 Francs Geldstrafe vrrurthcilt hatte, bestatigt.
Spanien. Das oPMblda vom 1. Dezember schreibt: »Man sprach gestern in politischcn Kreisen nur ron der Flucht des Infan- ten Don Henriquez. Aber man weiß nicht, ob er sich nach Lon- don oder nach Paris gewandt hat. Es scheint, daß'er, sobaid er angelangt ist, ein Manifest an die Nation eriaffen wrrdz, worn) er seine politischen Ideen auszusprechen "und dre Beweggrunde seines gcheimnißvollen Verschwindens zu erklaren gedenkt.“
Portugal. Lissabon, 6. Dezember. Das französische Trarrsport-schiff »Ardéxchea ist hier aus Mexiko angekommen und hart ein französisches Regiment von dort zuriickgebracht. Es smd dies die ersten heimkehrenden Truppen des ExpedttionS-HeereZ;
Iralien. Im nächsten Konfistorium wird der Papß, wie aus Rom vom 3. Dezember gemeldet wird, eme A(locutron uber dre aligemeine Lage der Kirche erlassen; Kardinals:Ernernungen werdeii nicht erfolgen. - Das französische KriegsJericht m Rom hgt die Verhandlungen des Prozesses gegen sechs Brrganten eröffnet, die der Ermordung franzöfifthcr Gendarmen angeklagt find.
Türkei. Aus Konstantinopel, 29, November„ schreibt
man: Die hohe Pforte hat sich veranlaßt gesehen, an die Behörden strenge Jnftructtonen be-
züglich der Ueberwachung von verdächtigen Schiffsbewegungcn zu rrlasen. Unterrichtet darüber, daß die verunglückten Putschversuche rm Venetianischen durch Unternehmungen zur See unterstüßt werden sollten„ ist die türkische Regierung entschlossen, ihren internationalen Veryfltchtungen aufs genaueste nachzukommen. Mehrere Polen und Italiener, die hierher gekommen waren, um den obgedachten Unter- nehmungen fich anzuschließen, wurden im Augenblick ihrer Abreise verhaftet.
* Rußland und Polen. St. Pckchburg, 6. Dezember. ;_znydcr Gescßsammlung wird die ganze .Gescßgebung iiber die Yrrstrzreform publizirt. Dieselbe wird durch folgendes Allerhöchste Edikt an den dirigir. Senat vom 20. November d. J. eingeleitet:
_ »Als „Wir den Thron Unserer Ahnen bestiegen hatten, war einer Unicrrr ersten Wiinsche, die Wir in dem Manifest vom 19. März 1856 i_iffentiici) Fundthaien, in den Worten ausgedrückt: »Gerechtigkeit und Milde ioUen in den Gerichten herrschena. Seit dem Augenblick haben Wir inmitten der anderen Umgestaltungen, welche durch die Bedürfnisse des nationalen Lebens hervorgerufen worden, nicht aufgehört, für die Erreichung deJerwähnten Zieles vermittelst einer besseren Organisation des Gerichts- weiens Sorge zu tragen, und nach vielseitigen Vorbereitungsarbeiten in der zweiten Abtheilung Unserer cigenrn Kanzlei wurden am 29. September 1862 die Grundlagen für die Umgestaltung des Justizwesens von Uns be- stätigt und auf Unscrn Befehl veröffentlicht. Die zur Entwickelung dieser Grundlagen von einer von Uns eingesetzten besonderen Kommission abgefaß-
„ten Reglementsentwürfe sind nunmehr im Reichsrath ausführlich gepriii
und aucix verbessert worden, Nachdem Wir dirse Entwürfe durch- geseh'en, finden Wir, daß sie Unserem Wunsche vollkommen entsprechen, ein 1chneUes, gerechtes, mildes und fiir alle UnsereUnterihanen gleichmäßiges Gerichtsverfahrcn in Rußland einzuführen, die richterliche Gewalt zu er- höhen, ihr die gebührende Selbstständigkeii zu verleihen und überhaupt in Unserem Volke die Achtung vor dem (Heseße zu befestigen, ohne welcbe die öffentliche Wohlfahrt unmöglich ist und *welche die beständige Richtschnur dec Handlungen Jedes und Aller, vom Höchsten bis zum Niedrigsten sein muß. In Folge dessen haben Wir für gut befunden, folgende in der angegebenen Weise entworfene und geprüfte Reglements zu bestätigen: 1) Die Organisa- tion der Gerichts-Ordnung; 2,“ das Reglement für, das Krimi- nalgerichts - Verfahren,“ 3) das Reglement für das (Zivilgericht??- Verfahren und 4) das Reglement für die Strafen, welche von den Friedensrichtern erkannt werden. Zudem Wir die ganze bezeichnete (Heseygebung dem dirigirenden Senat Übergeben, befehlen Wir ihm, die er- forderlichen Anordnungen zur 5Yublication derselben zu treffen. . Der Modus ihrer Einfiihrung wird binneü kürzester Frist von Uns festgestellt werden. Zudem Wir den Segen des Höchsten auf das Gedeihen dieser großen ?in- gelcgenheit herabfirhcn, sprechen Wir freudig die Hoffnung aus, daß Unsere Absichten sich bei der eifrigen Mitwirkung Unserer treuen Unterthanen , so- wohl jedes Einzelnen im Kreise seiner persönlichen Wirksamkeit, als auch der Gesellschaft im Ganzen, aller Stände und der Unserem Willen gemäß auf neuer Grundlagezorganisirten Landbevölkerung, verwirklichen werden. Alexandera
Das freie BcftimmungMecht der Eltern über die Kon- fession der Kinder bildet seit langer Zeit in den westlichen Provinzen des Kaiserreichs, wo Misch-Ehen sehr häufig find, den Gegenstand lebhafter Wünsche. Auf der lehten Synode der Ostsceprovinzen ist beschlossen worden, beim Kaiser darum zu petitionisen, daß das Grieß, welches der russischen Kirche sämmtliche aus einer Misch-Ehe hervorgeherrden Kinder zuweist, zu Gunsten des bezeichneten Grund- saßes dcr Gleichberechtigung abgeändert werde.
Schweden und Norwegen. Stockholm, 2. Dezember. Der hiesige Königlich preußische Gesandte Baron von Roscirberg, welcher längere Zeit auf Urlaub abwesend war, ist in diesen Tagen nach Stockholm zurückgekehrt.
Die projektirte unterseeiscbc Tcl_egrapb_en-Verbindung zwischen der Provinz Schonen und der prerrßifthen Insel _Rrigen diirfte in naher Zeit in Ausführung gebracht werden. Dre“ _des- fallfigcn Unterhandlungen find nämlich zum Abschluffe grhrqcht worden und wird der Direktor des schwedischen Telegrapherrwesxns, Major Akrcli, binnen wenigen Tagen die Reise nach London im- treten, um daselbst den benöthigten Telegraphenfabel zu besteilerw
Nicht geringe Sensation hat hier und in der Proviriz die yißh- liche Zahlungseinstellung der in dcr Umgegrnd. vdn Wexiö bzexegznen Huscbyer Eisenhütte hervorgerufen. Dre -G,öteb9_rg§p9iia bringt inzwischen einige beruhigende- Mittheiiungen, und heißt es 1eßi,„_daß die meisten Kreditoren der Masse nicht." ungenergt sem sollen, zur Fortführung der Eisenhütte-(Heschäfte fur die Dauxr von Z IWF)?" eine Administration niederzuseßen. *
Am 5. d. tritt hier unter dem Vorfiße Sr. Königiichen Hoheit des Herzogs von Oftgothland eine aus den Genrralxn Wredrund Kleen , aus dem Obersten Lagcrcranß, aus dem Maxine- ngitain
* Skogman und aus dem Jngxnieur-Hauptmqmi Lxhdnhrxfyud gebil-
dete Kommisfion zusanimen, um einen y,o[_lsiärxdigerr VANYÉSCU der Befestigung Stoxxhylms auszyqrbeiixn. - 3. Dezember. Der bisherige Serrxtgir irn Mirristerizrwder auswärtigen Angelxgenheiten, Graf Albert Stenbock, rsx zum ViceyCerenro-nirnmeißer qm Köpigl, Hofe xrnqyzrt. wdrd rr. " Der erste direkte. Eilzug. von“ SxokaYxm ,xxzsxh... . x ließ gestern, Abends 6'; Uhr, die Hauptstadt und gelang-ie „
1 Uhr nach “Malmö. Der Zug tranSpoxxirxePgssagjrrxWs“