1887 / 119 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 24 May 1887 18:00:01 GMT) scan diff

- „, .. -.-.-.„..---q_-«.--» ....- -«„..,... *

- Die_KöniglicbeEisenbabn-Direktion zu Altona giebt bekannt, da:; zum Pfingstfest außer den mit besonderen) Plakat angezeigten Extra-Prrsonenzügen am Sonnabend, den 28. Mai d. J., noch nach- stehendx Vo_rzüge ab elaffen werdcn: Abfahrt aus Hamburg 1 Uhr _Nm. bts_ Wittenberge Ank. 5,55 Uhr); aus Hamburg 10,20 Uhr Adds, in Berlin um 5,33 Uhr Morgens; Abfahrt aus Berlin um 1,05 Uhr Nm. mit Ankunft in Hamburg um 9,35 Ubr Abds. Das Nabere ist mrsb den auf den Skationen zum Aushang gebrachten Plakaten zu er1e en. ,

,Hamburg, 23. Mai. (W. T. B.)_ Der Postdamxfer „Lei xing“ der Ha mburg - Amerikanischen Packetfa rt - Aktiengesellscbaft ist, von New-York kommend, beute Nach- mittag auf der Elbe eixigetroffen. - Der Postdampfer .Rbaetia“ derselben Geseüicbaft ist, von Hamburg kommend, beute VNorgen in New - Y 0 rk angekommen.

Berlin, 24. Mai 1887.

Amtliche Berichte aus den Königlichen Kunstsammlungen.

(Aus dem Zabrbuck; der Köniqiicb preußischen Kunstsammlungen, Berlin, (5). Grote'icbe Verlagshandlung.)

1. Königliche Museen. 1. Oktr-bir bis 31. Dezember 1886.

(Fortseßung)

12. Egyptische Abtheilung.

Unter den Erwerbungen cgvvtischer Aliertbümer stebt in diesem Viertrljabre eirx Geschenk des Hrn. Pxofeffors Schweinfurt!) obenan. das für die Kulturgeschichte von bcwnderer Bedeutung ist. Es ist eine Sammlung von 457 Kleidern und Kleidertbeilen aus den etwa dem scchsien Jabrbundert nach Christus angebörigcn Gräbern der aiten Stadt Arsinoe in Faijum. Gswebe aus diescm und aus anderen äbnlicben Friedhöfen find zWar in drn letzten Jahren vielfach nach Europa gekommen, aber man hat sick) bei dem Sammeln derselben fast immer auf die_ orngmcnjalen Theile der Kleider beschränkt, während die Schweinsurtb'1che Sammlung die Gewänder selbst in mbqlicbiter Voliständigkeit bietrt. Im Anschluß an dieses wertbbolle (Hesckyenx Wurde dcr Abtheilung aus dem KunstgeWerbe-Museum ein volijtcindiges Kinderkleidcben derselben Provenienz überwiesen, bei dem ebrnialls das kostümgeschicbtlicbe Jntercffe das ornamentale über- wiegt. - Hr. Prof. Dr. von Kaufmann überwies uns qütigst die Abdrücke von Abraangemmen, die seinerzeitBellc-rmann behufs seiner Untersuchungen über disse Stcine_gesamme[t batte. Hrn. ])r. Dümmler m_Halle werdankcn wir cinrn am Cbpcrn gefundenen Skarabäus. Die beiden letzteren Giscbknke schließen sich der großen Vermehrung an, welcbe dir cg_bptisch Sammlung durcb Ueberweisung der bisher in andxrcn Abibeckuygcn der Königlichen Museen aufbewahrten orien- talixcben Altertbimier erfährt. Uebernommen Wurden bisher die ein- schlagigen_A11ertbümer__dc's Antiquariums, darunter die wertbvoUen alten Bestande a_n egyvtiickyep und p[)öniziscbrn Skarabäen; die Abraxas- gexnmen;_ die iiberaus __reicbcn Sammlungen babyloniscb-affyrischer Siegrlcyxgider und xanamdiscbkr Gemmrn. Sodann die e yp- tisxrcizdc _Srlbcrscbale qiis (Cvprrn, die Sammlung Palmbreniscber T ,on- Zettera, eine _Reibe bleme: Bronzen aus Persien u. a. 111. Auch die alteren arabiichen Siegclsieme dcs Antiquariums und des Münzkabinets wiirden unxerrr Abtbeilmig überwiesen, unter den le teren das merk- wurdigc amtliche Bronzeiicgei mit dem Namen des . ujiden-Sultans Mmzzeddaula und des Cbaliien el Muti.

Dre Aiisstrllung dirier kleinen und der noch von_der Skulpturen- abtbeilung zu ubernehmendewgroßen Denkmäler vorderasiatischer Kunst kann ersx nach Abschluß baulicher Veränderungen erfolgen; inzwischen konnte fur die alsdamx zu _eröffnenden orientalischen Säle bereits ein Wertbvoller Zuwachs in einer Anzahl altarmeniscber Altertbümer er- worben werden. Dieselben stammen fast sämmtlicb aus dem in Ver- chtrden§ Musern zerstreuten Funde von Toprakqaleh am Wansee, der

eibgeicbenke. des Tempels drs Gottes Cbaldis enthielt. Unter unserZ Antsbtertl ragen beÉvorxch

ronzc «: ue eines unu en in reicher Gewandun , das aus Alabastrr, mit Resten yon Vergoldung. g Gesicht

Bronzefigur eines (_Hceiskn; mit Resten von Vergoldung und gleich der borigcn apgcnsxbemlicb zu dem großen Throne gehörig, von dem mehrfach Tlieil? grsunden find.

_ (Ern boüiiaiidtger Schild und Fragmente von zivei anderen; mit Reibcii vori SUUW und Löwen in gktriebencr Arbeit und mit der Weil'mscbrtft des Königs Rasa versehen.

_Bronzegefaß, am Rande drci Hieroglyphenzeicben, dcn cbctitiscben ähnlich. _ Erman.

1.7. Museum für Völkerkunde. _ ]. Etbnologischc Sammlung.

Aus Afrika bat_Hrrr Stabsarzi Dr. Wolf die frübkren bereits dem Muirum angefiigten Ergebnine seiner cbocbrmacbenden Ent- deck_ungsrei1e dur_ch wcrtrre Sammlungm vermehrt, in welchen jedes S_tuck, im Geprage ethnischer Originalität, als wertbdollster Baustein fur die fernere Bearbeitung central-afrikanisckxer Völkerkunde ber- bleibcw wird.

Emewintereffanten Bxiirag bon dvrtbcr bat Hr. Dr. v, Dunkel- mann geliefert. Voit dcriHerrero gingen dankenswchbe Gcscbenke des Hrn. ])r. Mgriotbcm. _Hr.Gencra1-Konsul Rohlfs schenkte wrrtb- voll_e abviiiniscbc Gegcmtandc im Anschluß an die durch seine Güte bereits fruber von dbrtbcr dem Museum überwiesenen kostbaren Be- rcichc__r_ungx_r_1. __ _ «FWB

_us .nicria in ein wi tiger eitrag für die al! eruani' (_Hesckchte gewbiincn, in zwei _Steinfiguren aus Huaratz, xelcbe Y_Y_? Pocbnmic des Hrn. Sokolowski zu danken sind, cines alten Gönners des MuyeiÉns.

Fiir ubana wurden aus dcr Sammlun des Rescndcn Ten ' T_ubleitcn erwbrbrn,_srwic_ solcbe (im Anstaiéscb) brn1dcm Kaisczrélcix Koniglicben Hbi-Mmrum m Wicn,_- wkrtbvoüc Erinnrrungsxsicben aus i_rubcrcn Rciic'n Natterer's in Brasilien.

_ „Hrn. Prosciwr Pbilibbi, Direktor des Museums zu Santiago, iind Aitertbiimcr aus _Cbili zu danken, Hrn. Geheimen Medizinal- Ratb Prbisyor 1)r, Virchow borzüglich erbaltene aus San Salvador.

Yu; Wiki: ba_t „(Or, Otto Blas orientalische Amulette zum Ge- scbeiik nberrcicbt, Hr. errings eine umfangreiche Sammlung von den Bana, Hrrr Panow Bootschche der Madras.

Aus Oceantcn Und Gegenstände von Viki, sowic einige von din Inseln Mikroneficns erworben. Bastian.

_ 11. Vorge1chichtlichc Altertbümer.

_ Tie iicbcxficdrlung i_n_ das nrur Gebäude und die dadurch cr- moglxcbte ix_bcx11_cht1|cbc Antitrllung bat_bcr2its begonnen (obwvbl nur erst ('in Tk111_05_11 dcr Sammlung _ausgestclit ist), ibre rvobltbätige Wirkung zuguxcrn, inwkcrn, (xls 1chon eine nambafte Reibe von Gcs_chen_ken_enxxzkgangcn i!t.__ Hbm'ntlich werden dieselben sich mit. dem Weiterwrtkcbrctixn dcr Aumtelluyg in gleichem Maße mehren.

Folacnch tit der Zuwachs fiir das verfiosiene Vierteljahr:

Provixiz Brandenburg:

3. Ge1cherxke_: Fund bon Mariexzdorf aus römischer Zeit (Schild- buckel, Lanzcmpißc, S_ÖWUT, Mciier und Riememunge), Geschenk des Hrn. OskegwMartendorf. - Scherben und Fcuersteinsvlitter, die vom Galerirricner Wapnemacber in Rosenthal bei Berlin ge- sammrlt wurden. -_ Pfeilspiyen und Gerätbe aus Feuerstein von (S_ckpmockwiß tm Krrtxe T_eltow. theils Geschenk des Hrn. Translators Finn, theilsErgcbniUe einer Erkurfion der Beamten der Abtheilung, - erner cin Grabfund von Amt Wittstock im Kreise Königsberg, beste ,end aus mehreren Urncn, einem Bronzemcffer und einem Stein- bammcr, Gescbenk des Hrn. Ober-Amtmanns Pfüßenreuter. - Drei sebr schone Tbongeiaßx aizs Freiwalde im Kreise Luckau, Geschenk des Hrn. Vr. chner bicriclbtt durch Vermittelung des Hrn. Direktors den im

Brynien und Gefäßscberben aus einem Gräberfelde bei Grünow im Kwise Apgxrmünde, Geschenk des rn. RittergutSbeFipers K_übn. - Enz Bletwirtel aus einem Gräb elde bei Breez,_tm Kreise West- Pngmß, Geschenk des rn.'1)r. Olsbausen bierselbjt.

121) Atikau : Zwei rmringe von Bronze aus der Laufiß.

rovmz a .

_ *; Gxscbenke: eine Bronzescheere und ein Hirscbbombammer aus Dollm bet Wolmirstädt, Geschenk des Hrn. Direktors W._ Sch biersel st. Em me aliibiscbes Steiumonument, sog. Speckieite, Ge- schenk des Hrn. Ge eimen Raibs Profeffors Virchow,

1). Ankauf: eiiie große Zahl von Bronzen verschiedener Art, wahrschmxlicb aus einem Gräberfelde bei Acken, im Kreise Kalbe.

rovmz-Pommern. Ankauf: __ _

_ erschiedene eiserne Waffen, ein Gesaß_ und Gefaßscherben aus

eineni Grabe elbe der La-Töne- eit, sowie eine größere Zahl fertiger

und _nx Herße _ung begriffener * ernsteinperlzn, aus einer Bernstein-

Zxxxxtatte roxmscher Zeit von Buske bci Nanow, im Regierungsbezirk o m.

_?)rovinz Westpreu en. Theils wobl e_rbaltene, tbeils zerbrochene foa e aus „“Doch-Za escbken bei Alt-Ki1chau, Geschenk des Herrn RittergutsbesiFrs _ reiche! daselbst,

Aus der rovmz Posen wurden verschiedene AuSgrabungen aus der Gegend von L_uscbwix, im Kreise Fraustadt angekauft.

_ Axis der Rheinprovinz wurden fränkische Grfäße, Waffen und Gurtelicbxiallen von Kärlich und Andernach aggekauit.

Grqßberzogtbum Heffen und Provinz Hevxn-Naffau. Tbongefäße aus Mainz und Alzey, Geschenk des Hrn. Ermt Zais in Wiesbaden.

Voß, (Schluß folgt.)

__Die Eröffnung der Ausstellung des künstlerischen Macb- [9,1192 des verstorbenen Professors H Spielberg in der Aula der Kontglicben T€ch111schen Hochicbule findet mßrgen, Mittwoch, den 25._d, M. (10 bis 3 Uhr), !iatt. An _den_wlgenden Tagen, mit Yusnabnie der Sbnn- und Festtage, iii die Ausstellung bis zum 30. Juni von 12 bis 6 Uhr geöffnet.

_ Beianntlicb verbindet sich in der Gegenwart bereits seit längerer Zrix mtt dem Interesse für die Erhaltung und stilgemäße Wieder- bxrtieUun-g der Bauten und Denkmäler früberer Zeiten das Bestreben, die _alteren plastischen Kunstryerke durcb Nachbildungen weiteren Meisen ztzganglicb zu machen und durcb die Anschauung den Kunstfinn zu fordern. So _bxfindet _ficb auch in dem Großherzoglichen Museum 313 SchWerin _eine wertbvolie Sammlung von antiken _(Yypsabgu1_sen, welche in dem vorigen und in dem laufenden Iabxzebnt _eme erfreuliche Vermebrung erhalten bat. Muicuyis-Direkior Hofrath 1)r. Scblie, welcber brreits vdr 5Jabren ein trenhches be]chreibendes_Ver;eichniß der Werke älterer Meister in dcr Großberzbglichxn Gemalde-Galerie berausgab, hat nun soeben e_men mxtruktiben Katalog jenrr Gypsabgüsse im Museum Véköfflnt' licht. Dr_e Abguse werden von ibm in kunstgescbicbtlicber Folge bescbrieben i_md erklart. Die Schrrxt (Kl.» 345 L_. gr. 8.) ist in der Bäreniprung- 1chen Hoxbucbdruckerxt ni Schwerin erichienrn. Das Vorwort giebt in kurzen Zugen an, wie die jexzt Zorbandsne Sammlung entstand. Im Jahre _1869 gab 95 nur 8Abgü11e nacb antiken Vildwerkcn in den Groß- herzoglichen Kunstiammlungen, bon welcben 2 der Verstorbene Geb, Kabi- netsZRatb 1)r, Ed. Prosch, damaliger Intendant der Großberzoglicben Kunstsammiupgen, ge1chenkt batte. Im Winter 1868/69 arbeitete alsdanix auf Wunsch des Ebengxnannten Dr. Schlie, damals unter drm_1ung_st verstorbrnen _Profenor ])r, Henzen Hülfsarbeiter am Zirckzaologischen Institut in Rom, eine Denkschrift über die Be- 1chaffuyg ein_er Sammlung von (besabgüffen nacb drn hervor- ragendstexx Bridwerken der Alten für die Stadt Schwerin aus. Diese Denk1chrtit beitiinmtr den yerewigten GroÉberzog Friedrich Franz 11. dazu,_Mitte1 fur die Be1chaffung bon bpsabgüisen zu gewähren und die ersten _Bestxllun en durch 131". Scblie in den Formereien bei Leopoldo Malyieri m om und Antonio Vanni in Frankfurt a. M. zu machkn. Die Aufstell_ung_der Abgüsse, welcbe später noch durch Lieferungen _aus Formereten tt_i München und Berlin ergänzt wurden, erfolgte ziinacbsi _in denz Hume, welches auch die Gemälde-Galerie und das KupfersttchxKabmxt rntbicli, und die Eröifnung der Samm- lutzg von Gypsabguffey fand _im Sowmer 1872 statt, um welche Zeit auch_1)r. Prosch eincn kleinen Leitfadcn über die neue Abtheilung der Kunstmmmsmxgen herausgab. Bereits 1875 war derselbe so ver- mehrt worden, daß der e_bxn genannt-Z Jntkndant ein zweiiks Hifi mit Erlauterungcn folgen ließ, und Oytern 1877, als Dr. Sch1ie als Direktor der Kunstiammlungen eintrat, zäblte die plastisckxe Sainmlung bereits 94 Numuxern. Bald kamen 1196) 16 Abgüiie binzu, aber dann wurden erst Endr18Z1 durch die Munificenz des bochsc1igen Großberzogs weitere Anicbanungcn möglich, um die Sammlung auf den Standbunkt zu bringen, bon_ welchem der Katalog jeßt Zeugnit'; giebt_. Derielbe zerfallt in 6 Abicbnitte: 1) Werke der altgriechischen Kuntt yon! 7. qurbundert bis in die erste Hälfte dcs 5. Jabr- bunderxs vor Cbruto (Nr.1-27), 2) Werke der altertbümelnden (axcbaijirenden) Kunst _(Nr. 28-34), 3) Werke aus der zweiten Halite des 5. Jabrbunderts vor Christo (Nr. 35-148). 4) Werke aus dcm 4. Zabrbundert vor Christo bis zu Alexander's drs __Großen_ ert (Nr. 149-206), 5) Wcrke der beiléniitisckx- romiicben Zett Nr. 207-263) und 6) Wirke der Kleinkunst und des Kynitbandwerks (Nr. 264-368). Anhang 1 bringt noob ein Ver- zeichnis; antiker Originalwcrke (Nr, 369-376) und Anhang 11 führt chchbildungen aiittker Werie in Marmor auf (Nr. 377-388), wor- aizs em alphabetisches Register den Schluß macht. Wenn nun aucb, wie ars den vdritebenden Angaben ercht, zur Veranicbaulickyung des Exitwrckelungsga_nges dcr antiken Plastik, immer noch cinige nicbt un- W1chUge _Denkmaler, z_. B. die Von Pbigalia und Halikarnaß, feblen, so gewahrt _docb im _Eanzrn die Sammlung, welcbe skit dem_ 22. thbber _ 1882 im _ neuerbautkn Großbetzrglicken _Muieum_ bereinigt,_ WWW sebr 1achgemäß aufgeiiellt ist, und in der iich aiich cm von Dr. H. Schliemann geichenkrer Abguß dcr Metbpe cines Tembels in Neu-Jlion befindet, schon ein treff- 1_i_ches Bild Lon _de_m Rcrcbtbum und der Schönbcit drr antiken Kunst. _4_i1rch_drn Schlichkbcii Katalog wird nun die Sammlung dem Vcr- Wndmß des kunsninnigen Publikums kreséntlich näher gebracht. Nicht xmr, was das aite Bildwerk vorstellt und kunstgescbicbtlich bedeutet, iondcrn auch auf wricbequege und in welchem Zusammenhange das _Yxiuliat giwbnnewnt, erfuhr! der gebildete Laie aus dem vorliegenden is_UHXYr- _Der Viriaffer des Katalogs bat fich mit Recht jkner Aus- iubriicbxcix befietgigt, die__in Werken über griechische und römische Kunitgc1ch2chxe iowie ln wmenscbaftlicben Katalogen üblicb ist. Dabei ind (ruck) langere_ Eirileitun en bei einzelnen Gslcgrnbeiten zur _ rie_ntirung boraizigesxbickt. anche bereits vorhandenen gutm Be- icbreibungen der_einzelnen Denkmäler, wie z. B. von Berndorf, ron §«Brunn, bon Michaelis und Klügmann, bat drr 1)r. Scblie wörtlich aufgenornmen._ Insbewndere sucht der Verfaffer den Prof. Dr. von Brunnm Munckyey, der_ die eigentliche griechische Kunstgeschichte in bervorragendcr WMC, __Wlé jeder Ichmann weiß, gefördert hat, zu Worte kommeii zu _lanen. An *idersprücben gegen einige wenige von den berioznmlicben Auffassungen abweichende Darlegungen im Katalog Schlies _wird es_irei1ich wobl nicbt feblen, sicherlich aber auch m_cbt i_m vieliaiber Zuitinimung zu denselben. da sie durchweg von grundlichem funitgcfchichtlichen Wissen und praktischer Erfahrung Zeugniß ablegrn.

_ _ _ (Tb. C.) Geleitet bon dem Wunsch, eine Stelle pxeiatdoller Erinnerung an Liszt zu schaffen, batte Se. König- liche-Hobeit der Großherzo 9 bestimmt. daß die von dem verstor- be_nen großen Tonkunstler bewohnten Räume in der ,vaaärtnerei' in ein Lt szt- M us eum umgewandelt würden. Dieselben find gestern offiziell

dieser Bestimmung übergeben worden. In Gegenwart der Gro [:

Weimar, 23. Mai.

lieben Herrschaften, des Erbgroßberzokxs und der Herzogin

Albrecbt von Mccklenburg-Scbwerin and unter entiprccbender eier-

Schwa ). - Zwei Géfäßc und zwei Bronzemeffer von Feb

Kreise önigsberg, Geschenk des Hrn. Paul Wendcler z'n c““oldin. -

*,_ „„...-«.....- „...,-..».

Der _

TK

rolle am Donnerstag als wl_g_en. - Jm „;_rreiscbüß', der am gaynrt Fri. Wenzel als Aennchen.

wix in_imer,__an beiden Pfingsifeiertagen prächtigen Sommergarten Frübconcerte

Nr. 2 Zausgefübrt und beginnen um 5 bébt bei dieser Gelkgenbett zum ersten Male das Kaiser'sche Charakter-

ponisb und Dirigent größerer Symphonie- vortbeilbaxt bexannter Tonkünstler, gab gestern im Saale der 513511- b_a_r_monie ein Zeyégeizt Pubdlixum _ Fichien. i: 11116171, e_ueix e ste, machte den An'ar'. . " ' - ___ng _ch_p_e___ch_ Kraft s g Des Kunstlers nie ver Faxten und origincilen Motiven, deren geschickte, stilvolle Durchfüh- "- [iiber Effektmittel Lang_e riitbalt, dem Eindruck Abbruch. Es concert (Ls-äur), das Hr. Arthur F klangvollen Flügel von Cbickering und wobnter Bravour bbitrug, und dem der von Liixt hinzufügte. den__gr513xen Tbeil des W_e11e erst zni_t_1„'einen F;!Fnders gunstiger Umttand; nichtsdesirweniger feffelien seine Werke lkkarbtek i_ind wbblverdiente _VeiZallsbezeugungen. zu „_.a ribeare's „S urm' ind esonders . . ' ' und die )ebr cbarakteriftiscb gebaltene Der Tanz der Schnitter hervorzuheben. der Skycken, Tbereic Zerbst“ noch das hübsche zusugte, machte " xomponirt und xtattet, den Bescbluß des Abends. Wendexe aÜen O_rcbeiter unter der wiederum böchst Lobenswertbes.

FÜÖÉU“.BÜUF bis zum 20, ipvivringe is zum 22. 5.1]?ai K '“ *

Neuenahr bis zum 20. M ' ( MWM)" ' Oeynbamen bis zum 20. Wiesbaden bis zum 22. Mai (Kurgäostéund ionitigr Frenide, Wildungen bis zum 22. Mai (257 'Nr'n.)' ' ' '

yon _96 5szrsonern (in 82 N 91 Kurgaiten und 27 sonstigen Fremden.

meine deutsche Mufikverein dem Großbexxog- seinem Erinnerung an den verstorbenen Meister uberxben bat, Ramm Vorstandes des Vereins brelt Prof. 1)r._ A. tern aus DWL»; Liszt's Beziehungen zu Weimar und Weimars Beke für die ** Richtung in der Tonkunst darlxgendxwarxue und geistvoae Jus ““ an die Anwesenden, Gefan _leitete dj_e Feier ein und endete MUST: Kunstwerk ist eine vortre liche Arbeit von monumentaler Wicky“ aber auch außgezeicbnet durch große Aehnlichkeit.

Protektor,

Coburg, 22. Mai. Die 17. Generalversammlung dekGesell scbaft fererbrettun vyn Volksbildung, welche heute ' morgen hier im Gesellschafts ame tag_t, wurde gestern Abend durch "und Kommers eiggeleitet. Heute Vormittag 8 Uhr besichtigten dumm" wesxnden Gatte dre _SebcnSwürdigkeitexi der Stadt, sowie eine Schau?“ ausstellung Ul der stadti]che_n Madchemchule, Sodann begann p ' ** 10 UZrb dieBexste WMWYambmliÉgö _ W

er- Urgermeifter ut er- o urg e r" edieV - Nam_e_n der _Stadt. _ __ T _ __JHUßt “sammlung" _ ur erten au_ er agesor nung e enden ra e d ', fahrung des Unterrichts _in der Geseyeskunde in Le &ckdequ 7chulen wurde folgende Re[oliztiqn einstimmig angenommen:

.Die Versammlugxg be1chlteßt:_ 1) Die Berücksichtigung der Geseßeskunde, sowobl sur das öffentliche als auch für das Pkiöatrecht in dem_ Unterricht der Fortbildungsscbule ist als ein dringendes Er- fordermß m_izuerkennen. 2) Dieser Unterricht ist in Anlebmmg au praktische Falledes Lebens_zu_ertbei1en und in möglichste Verbindung, FYsonderx mitAer__EekcbxcbteAundl deiZt _Dseutscben zu brii'geq

ur weiteren 11 ;: „nung ,er nge egen ei it die “7 " “..-' geeigrÖeten Lebrbtuckis Zünfäisensixertbé _ _ »Öaffung em“

um zwei en egen tax; e, “tu ien tiftungen für entlaffen linge der Volksschule, nahm die Ver ammlu e Re “JMFH _ __ __ E s ng nachstehende _ . ie er amm ung einb- e t die rricbtung von Stiftu Beichaffizng anderweitigcr Fonds zum _Zwecke der AußbilduriFY/Yk voller Zoglmge aus dxr armeren Klare der Bevölkerung für ck Ywerbitehen imd le_cbnticben Beruf. Sie empfiehlt insbesondere den tldungsvuetnen die Förderung dieskr Bestrebungen.“ __ ngxdelsxsmYer-Sexrctäx a.chD. ])J“. Fränkel-Berlin beriehtet; ann u et le Trage er rri tung auernder ew bl' , stellungen durcb Gerberbe- und BildungSvereine. g “„ icher Aus

London, 23. Mai. (W.T.B.) Nach einer heute ein e an Melduxig aus Saint Tbomas (am Golf von Guinea) istg gdiegéßnxt: pedxtton Stanlev's zur Aufsuckiung und Befreiung Emm Bev's giti 30, April von Stanley Pool in 4 Dampfern den Congo aizserts granaen. Von dem einen der Dampfer waren mehrere Lichter1chis7e ms Schlepptau genommen worden.

Im Deutscben Theater wird am nächsten reita Calderon' SÖZuspiel .Der Richter von Zalamca“ wieder a:?fgenoßimen. Di? Auffubrung i_olltr bereits in voriger Woche am zweibundertjäbrigen Todestage drs Dichters staiifiziden, mußte aber aufgeschoben werden, weil Hr. Friedmann durch _die vor einiger Zeit erfolgte Berleburg 1emes Armes _nocb gm Spielen verhindert war. Jetzt ist Hr. “*ried- mann wieder iwwert bergeytellx, daß er am Freitag in der RoJe des „:,-bn Lope de Figueroa zum eriten Mal wieder auftreten kann.

Kroll's Tbsater. Sgrq. Bendazzi läßt ihrer ersten Gast- zweite die _,Margaretbe' von Gounod “"renLg zur Aufführung gelangt, * er Sonnabend bringt Mozart's

»

.Zauberilöte“.

Belle-Alliance-Tbeater. Auch in diesem Jahre finden, TrinorÉeilyanen und in dem __ __ 1a . “te e e teren Werd

von dem Munkcorps drs Kaixer Franz Garde-erenadtiZer-Regimenet?

Ubr Morgens. Im Theater

ild „Doctor und Friseur“ in Scene.

Herr Frank von der Stiicken, ein in New- ork als Kom- und C oraufiübrungen

Con_cert, in welchem er zum ersten Mal vor dem Eine neue Sympbonie ( 13411011) von

zeigte sich auch bier in den höchst inter-

zualeich klar und gehalten ist ;

das unter

überall frei vom Uebermaß sinn-

nur tbut _die ungewöhnliche andern drei Moderato- Sätze folgie Liizi's beliebtes Clavier- riedbetm auf einem sehr Sozis m New-York mit ge- _ Virtuos noch eine Rhapsodie Dai; der Copcertgebkr nun nach so bedeutenden, (Concerts einnxbzuenden Leistungen bescheidener eigenen Kompontionen beroortrat, war ibm kein

des Werkes,

Jntereffe dcr Zubörer noch in reichem Maße und emarben ibm

Aus der Musik

_ „Heßjagd auf Caliban“ lobend Nach zwei _recht_an_mutbigen Liedern von Frank von denen die rubmlicbjt bekannte Concertsängerin «rl. _ _ _.Gute Nacht“ von Brabms in- .E_tn Sanger-Feiizug , vom Concertgeber für Orchester unt allrm Glanz moderner _Jnstrumentirung ausge- _ _ _ Das szlreich erschienene Publikum Vortragen_reichlichen_Beifall, Das pbilbarmoniicbe umiicbtigen Leitung des Concertgebers leistete

Väder-Statistik.

Personen

9667 192 352

615 26 229

_ . . . . . . 278 Von anderen Wadern wurden besucht: Elster bis zum 17. Mai

kn.); Salzbrmm bis zum 18. Mai von

kaemdr) _ ck22?(b""---ca 5" ne st 423 '-

(Nm der Kurgäste) DUrcbrenenden)

nebst Durchreiienden) .

lichkeit die Enthüllung der Marmorbüste Liszt's statt, die der [[ge-

F;: die Inhaltsau

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Scholz).

Druck der Norddeutsckoen Buchdruckerei und V s-A Berlin W., Wilbelmstraße Nr. _:ng "stau“

Sechs Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage),

abe zu Nr. 5 des öffentlilheu nmmuditgesells often a Akti «. .i- W.,;- „„:*1.;. 5621. » 1383

Berlin:

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Llnzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

„zy, 119.

Berlin, Dienstag, den 24. Mai

1887.

Reichstags - Angelegenheiten.

Die Begründun g zu dem dem Reichstage vorgelegten Ent- wurf eines GeseHLS, befrefsend die Besteuerung des Zuckers, hat folgenden_Wortlaut:

Das Geiey, die Vejteuerurzg des Zugkers betreffend, vom 1. Juni 1856, verfolgte die Absicht, die zur Wiedererlangung befriedigender Steucrerträge voni Zucker gebotene _Reiorm _ausscbließlicb aus dem Boden der Matenalsteuer, zu VVÜULHM. Die Erreichung des er- strebten finanziellen Erfolges war dadurch bedingt, daß die wirkliche duxckschnittliche Ausbeute an Zucker Zu:? den Rüben nicht erheblich über das bei der Negregxiung der Steuer und Steuerbergütung zu Grund? gelegte VerbaltmT binausgebe. Das letztere exitipricbt bei einer Steuer Okt! 1,70 eis. 1u_r_ 100 kJ robe Ruben und einer Steuer- rergütung von 17,25 «zzz sur 100 RZ- Robzucker_ der Annahme, dat“; zur Herstellung yon 10“) ];Z_Nobzucker_1m Durchschnitt 10,15 Doppel- centner Rüben erforderlich ieren. _Eme bbbere Durch1chnit1saus- beute war bis dabm 1111!" in dxn Beirikbsjabreix 188384 und 1884 85 erzielt worden._ Inzwischen Und die ErZebnine dicier bxiden Fabre durch die durch1chntitlicbe Zuckergusbeute im Iabre 1885 86 erbeblicb Übertwffen worden,_ und die lausendeCampagne 1886 87_wird voraus- fichilich abermals 2111 bbberes Ausbringen an Zucker aufweisen. Bei Ausbeuten von der rn den Campagncn 1885/86 und 1886/87 erreichten Höbe würde das gedachte Eeseß_9uch nach dem Inkrafttreten der drünitiven niedrigeren Vergutungsiaßr nur Reinrrträge von jährlich kaum 25 bis 30 Mislimirn Mark ergebZn. Unter dissrn Umständen bat die Ausficht auf fixbere __und _angemejien bobo _Steucrerträgr aus dem rdrigjäbrigen GJLH 11ch 1,0 _verrmgcrt, dai; cine alsbaldige weitsrc Abänderung unierer Zuckergeieygrbung im Interesse der Reichs- ünanzsn unvermeidlich LUÖLinT.

Trin bisberigen (Enrwickeluxigsgangr würde es entsprechen, wiedkr- Um cine Erbbbung des Steuer1_aßes der Rüben in Verbindung mit einer Korrektur der Vergütupssiäße _berbeizuiübrrn. Um auf rieiem Wégk einen dauernden jäbrlicben Reinertrag_bon annähernd 50 MiU. Mark mit einiger Sicberbeir zu erxielrn, müßtc die Steusr fiir1001xZ Rübkn auf 2 .“ erbbbt und die_ Strurrbkrgütung für 100 kJ Rob- zuckrr bis auf den,_ drm brrigjabrigen AUsbeutcverbältniß bon un- griäbr 8,50 : 1 entWrechden Betragron 17 „Fl; berabgeictzt werden. Erscheint Line ErbbbUng drr Matrrialitrusr in dem bézrichnerenMaße 1"(bini an iich berexxklick), 1,0 würde fir in Verbindung mit Liner "b nisdrigen cheiiung der Steuerbkrgütung unzweifelhaft bon var- dkrblicbkn Fblgén sein._ Denn bei einer dcraxrigén Einrichtung würde die Stsusrbergütung irlbit in ngrexi günstiger Rübenerntrn rirlen Zuckerfabriken nicbt den roilcn Eriax» drr VCkléZkéU bdben Steuer ge- wäbren, in Jahren mit scblccbtrren Rübeneriitsn 5er würde die Mcbrzabl drr Fabriken nambaitr Bcirägr an der Stéuer zuicizcn. Tirs müßte zu der Betricbscinstailimg ein:“r großsn Anzabl von Zuckerfabrikrn und einem crbiblicben Rückgang unserer Zuckerbrdduk- tion, damit abcr aucb zu einer weitgreifenden Srbädigung wichtig-sr winbickaft1icker Jnterencn fiibren. _

Kann biernack; in einer Umgeiralinng der Mairrialsteiier allein dir greignrte Art der Reform iiicht erblickt wcrdrn, so cr1cheint es andererseits aucb nicbt ratbsam, die Yiaterialsteuer gäileicb zu be- 1'ririgkn und binfort den Zucker etw.) aus1chließlich miitrl|t einer Ver- braucbsabgabe rom frrtigen Fabrikat zu beiteurrn. Die Material- fteuer bildrt seit langen Jahren die Grundxage umerer Zucker- beitcuerung; untsr der Herrschaft dieser Steuersornx bat ficb_ unjere Rübenzuckerproduktion aua kleinen Ansängrn ailmablicb zu einer der bedsutcndsten nationalen Industrien entwickslt. Dirie Steurribrrn batauidie Gestaltung des Rübenbaucsimd der Zuckerrabrikaiirn, irwie alicr damit in Verbindur-g stebenden Verbältnine einxn ent1cheidrn_dön Einiliii; ausgsübt und kann durcb rine andere Steuerwrm nicbt_ er!,exzt werdkn, ohne da:“; die bkziicbneten wiitberzwcigtcn Verbäitnii1e,r_nit wrlcben das wirtbsckßaftlicbe Gedeibrn großer Gebietstbkibe T_quÖ- lands eng zusammenbängt. davrn in tiefgreifender 11111“ icbädigsnder W211? berührt werden. Dir biérnacb gegen einen bbU!tändigen_W€ch- 1:21 bis Struersyitems iich crgcbendan Bedenken _wiegcn bexonders 'Öwer in der gegenwärtigen Zeit, in welcher uniere Zuckcrindunrxr rbnebin durcb din andauernd nikdrigen Stand der Zuckcrrreye Und die scharfe Konkurren'z der Zuckerbroduktibn andrrrr Länder in ?Zcbt günstiger Lage befindet. (Fs wird dabcr bon rixiem wichen Systrmwechsel Um so mehr Abstand 30 nebmen sein, als iicb ein 5311- der_rr Weg bistet, Welcher mixer grbßrrer Schonung der_therrnen Un'rrer Rübenzuckerindustrie und der betbeiligten Landwirtbickxast emen aué-reicbcndén finmziellen Erfolg in Ausficbt stcUt. (_Es i!.T dies die Verbindung einer Verbrauckysabgabe mit drr angemrmen abzuändern- den Materialsieuer. _

Für die Ausgestaltung Liner derartigen Zuckeriieusr wird davon T_Uszugebsn skin, da" drr beabficbtigxe Mebrcrtrag zu einem webent- licbeg Tbeile durcb eseitigung der bisber von derRübenziickerinduitrie gxiwnrnen Stcuervortbeile und tbun1ichft obne Mebrbelaitung drs m- iandiscbsn Zuckerberbraucbs erfolgen soil. Diesen GefiÖtspunkten ent- ?rrickyi es, wcnn die Maierialsteuer für einen Dopbelcentner Rüben von 1,70 «16 auf 1.56, die Steuervergütung für einen Doppelcentner Robzucker von 17,25 .56 auf 10 „FH berabgsscxxt und die Verbrauchs- Zbgabe für ] Dbbpelcentner Rübenzucker jrder Art, ausgenommeix ;":be und Melaffe, welche als solckye zum Vsrbrauck) gelangen, aui 10 .“ bestimmt wird. _ _ ,

Die bezeicbnete Herabicßung dcr Materialiteucr beirägt etwa 4190; in demiclben Maße verringern sich dir zufolge dieier Steuer- kbrm zwisxbcn den einzelnen Zuckerfabrikrn bestebendrn Ungleichheiten der Steuerbelastung des Fabrikats und die bon dcn Fabrikinbabern zu darlegcnden Steueriummen.

_ Die Steuervergütung für Robzucker würde um etwa 42 0/0 herab- SMM werden und in ihrem künfti en Satze von 10 «16 der An- nabme entivrecben, daß im DurchscZnitt aus 10 Doppelcentnern Rüben 1 Doppelcentner Robzucker gewonnen werde. Wie fick) die Ausbeuteverbältniffe während der 16 ten 10 Jahre gestaltet bqben, Xgiebt die (folgende) Tabelle, we_l _e auf Grund „der aizitlichen L_:tatistik mit der Ergänzung ausgeitcllt worden ist, daß auch _die bisber nicht zur amtlichen Erhebung gelangte Zuckerpwduktiqn der xelbständigen Melaffe-EntzuckerungSanftalten (obne Rübenverarbettung) auf Grund der bezüglicben Mittheilungen yon Fachzßiticbriften Berück- ficbtigung gefunden hat. Zu bemerken i1t_, daß die danach für die Betriebsjabre 1880/81 bis 188283 angeinZn Produktionsmengen jener Anstaltrn von 75 000, 85000 und 125 Doppelcentnxrn Rob- zucker größer smd, als die von der Zucker-Enquetekommtffion im Jahre 1883 ermittelten Mengen von 40 961, 62 233 und 74 463 Doppelcentnern Robzucker. _ __ _

Nach der (vorstehenden) Tabelle bat das Erfordernis an _Ruben zur Herstellung von 1 Doppelcentner Robzucker, die Produktion der xelbsiändigen Melasse-Entzuckerungßansialien eingerechnet, tm Durch- 1chnitt der 10 Jahre 1876/77 bis 1885/86 - 10,00 Doppelcentner, im Durchschnitt der 5 Jahre 1881/82 bis 1885/86 - 9,42 Doppel- centner betragen. Wird auch die laufende Campagne1886-**87 in Be- tracht gezogen und dabei übereinstimmend mit Scbä ungen axis sach- verständigen Kreisen angenommen, daß dießmal tm urcbschmtt 8,20 Doppelcentner Rüben zur Gewinnung von 1 Doppelcentner Robzuckex ge- nügen, mithin aus den verarbeiteten 83 066 518 Doppelcentnern Ruben 10 130 000 Doppelcentner Rabzucker werden erzeu t werden, so ergiebt eine vorläufige Berechnung für die Periode 1877/ 8 bis 1886/87, dax; sich die durchschnittliche Zuckerausbeute aus den Rüben wahrend der bezeichneten 10 Jahre auf 9,66 : 1 und während der leßten 5 Jahre

188283 bis 1886/87 auf 9,0031, estelir bat. Gegenüber diesen ErgebniÉen ist das Ausbeuteverbaitm von_ 10:1 als Grundsage für die künitige Bemessung der Stcuervergutung rechrxungsmäßig zu niedrig gegriffen. Es kommt jedoch in Betracht, daß zu den sehr boben uckerausbeuten aus den Rubin in den Iabrerx 1885/86 und 18868 außergewöhnlich günstige Witterungsberbältnine_ nicbt uner- beblicb mitgewirkt zu haben fcheinen,_und daß die große Vorfichi, deren es überbaupt bei dem AquaJ der Steurrvergütung bedarf, damit nicht die Zuckerfabriken mrt scblecbterem Rübenboden in der ngcl, die übrigen Fabriken gber wenigstens in unbefriedigenden Erntejabren empfindliche Einbußen czy dk! Steuer erleiden, gerade jetzt in besonderem Maße gebo_te_n nt. Denn der niedrige Preis- stand des Zuckers und die versÖaMe, zum_ Tbeil durcb bobe Prämien bcgünstigte Konkurrenz der Zucerproduftwn anderer Länder bedingt bei der Neugestaltung der Zuckeriteuer_dte Rücksicbtnabme, dai; unse're Zuckcrinduitrie aucb fernrr in einen ersolgrercbsn Wittbrwerb mit dem Auslande treten kann. - _ _ _

Die Zuckervrriie sind im L_guxe der _[cizieu Jabrc am dem englischen Weltmarkt und folgrweize guck; aui unsersm Inlandsmarkt erbeblicb gesunken. Der durcbicbmttlicbe Jabrespreis in Magdeburg für cinen Doppelceniner Robzucker 12971 96% betrug: 188081- 61,20 «sé; 1881/82 - 64,00 „46; 185283 - 59,20 „44; 1883/84 - 54,20 „.,/6; 1884/85 - 44,70 «46; 1885,-86_- 46,20 „FC.; zur Zsit beträgt dkrsclbe etwa 43 bis 44 „xs __E1116 Mitwirkende Ursacbe dirses für unsere Zuckerindustrie sebr empfindlicben Preisrückganges bilden die der Zuckerrroduktion in den Wlch1196kkn_ Produktionsiändern gswäbrten Steuervortbrile, durch welche rin !iarkes Wachsen der Produktion Und ein billigeres Angxbc-t gribrdsrt worden ist, Jnsofrrn kommen andrrerieits die Steyerpramien sur Zucker auch wieder den Konsumenten der Ursprungslander zu Giitr. _ _ _ _

Ein? Steuerbrgümtigung der_ Zuckeriiidmirie findii sait Überal] in den bayvtsäcbli-Öen Konkurrenzlarzdern itatx. _Jnsbcwndrre wird in Oriinreicb und Frankreich a_uch bei der drrmalixxn iimgsitaiiuvg der Zuckrritcuer dir Weitrrgewabrung erbebiicber

_ _ _ Steuervortbsils brab- sicbtigt. Ter bitrrreicbiscbe Gexeyentwur] WLU drn Zucker ausicblirß- lick7 im ngr der Verbraucbsabgabe be1truern,_7iebt jrddcb für die Ausiubr désirlbrn Prämien vor, welche nach beitimmtrn Säizen, ins- besondere für mittleren und benerén Robzuckir nacb Einem Says bon 1 Gulden 26 Krruzrr, bis zur be8 Links Jabrxsbstrages rbn4 Mil- lionen (Hu1d8n gszablt Werdrn 1OÜLU._ DUrcb Zlé'é Zablung würde auf 1 Drprclcsntner Robxucker, wcnn die Auskubr nicbt über die durch- sÖnittlick) wäbreiid der drei 17131371 Jabrr srbbrtirtr 2.1?enge VON 3106 336 Dobbelcentner bin.“.usgebt, dle borgedakbte Ausxubrbrämié von 1 Gulden 26 Kreuzer entfallen; außerdcux wird angenbmmcn, daß die Zuckerfabrikantcn aucb an drm 3_1_1m_1111anki1ch€71 Verbraiicb gr- [angenden Zucker in d€m_Jiilandsprei!c emen dem Prämisniaxe bon 1 Gulden 26 Kreuzrr rniiprccbenden SteUergcwiim fiir jr 1 Todbri- ceniner Robzucker macbcn werden. Was Frankrsicb betrifft, so wird nacb dem ©8171; vom 29. Juli 1884 den Zucbembrifanrcn für 1001xZ Rübeu eine Ausbsuxe von 6 kg beziebu_ngswx_iir 5 xx raiünirten Zuckrr, je nachdem die Saitgewinnung i_nittelit Dinufion _bder mittelst einss wenigér außgiebigrn Verfabrens 1tattfindet, zur Lait g_eschriebrn, und zwar nach drm Steueriaize von 50 Fr für 100 kx; raifiiiirten Zucker; der über das geießlickoe Ausbeuteverbaltniß hinaus grwbnnene Zucker ist steuerfrei. In Folge der seit dem Jahre 1884_gsmachten_Fbrt- schritte im Rübenbau und in der Fabrikationstecbnik bat die ytcuer- freie Zucksrgewinnung bereits ein so 55sz MW erretchi, dax; für die laufende Kampagne vorayssichtlich ein _Aussall_ bon 60_Mi[1ionrn Franken an der etatsmäxzigen Steueramkunit eintreten wird. Die wirkliche dermalige ZUckerausb-Zute (L_UZ din Rüben wird zu 90/0 raffinirten Zucker gescbätzt. Nicbxsdeitbwrniger wil nacb drm bor- gelrgtcn Gsieszeniwurs die JULZZÜTÖS Ausbeute aus100 kJ Rübrn nur festgesieüt wcrdrn: _ für 188788 aui 7

1888/90 . 7,35 , , ,

, 1890 91 , 7,50 , ,

. 189192 7,75 , _,

ZUr Begründung wird der in Fclgr des GUYS? vom 29. Juli 1884 cingerrstrne Auiscbwung drr Rübenzuckerinduitris narbdrücklizb grwürdigt imd dic Fortdaurr ron Stegrrvbrtbéilew al:“- im Interenr diéscr Industrie und der Landwirtb1chast _notbn*ci,d1g brzeicbnet. Bis zum 31. Tézkmbkr 1887 soll zur eimtweiligrn Ansbrfferung des Stiuerertragcs eine Erbbbung drr Zuckeriteurr itattünden.

Aus den vrriicbénd bexeicbnc-ten Gründen erscbeint ks zur Zei: bidcnklick), bei uns bis Sieusrvsrgütung für Rbszcker nacb rincm bbbrren Rendrtnent 3wischen__Rübe und Zucker als 10:1 zu be- stimmen. SoUte diese BLMMUUJ der Vergütung in Jabrcri gutsr Rübenkrntc zur eräbrung dj_ncr _durch)chnitilicbirx Yramie für die Zuckerbrbduktion führen, so 11; dics emr_unexwumchte,_aber aiich unvermeidlich “olg: dsr Lrwabniechrb-altniue. erenialls wird durch die Heraéseßung der Materialxteuer und der Vergütungx auf beziehungsweise 1 „46 und 10 „46 die Höhe der _ctwaigen Pramicn wesentlich abgemindert. Der Vortbeil,_welck;rr für die Riicbskaffe und die Zuckerkonsumentén bon €iner__weiteren HLWÖ'SFUUJ der Ver- gütUng, welche sich jedenfalls in_ quigen Grénzewbaltsn müßte, zu erwarten wäre, steht außer Verbaltmtz __zu der Größe des Skiiadens, welcher aus einer zu fnavpxn Yemenun der Vergütiing für die Zuckerindustrie, die Landwirtwcbait und die_ Wohlfahrt 1178116! L.;nd- striche und Bevölkerungskreise bervorgeben konnte.

Die für raffinirte Zucker in Y_YÉUÖT _ger-bmmenen Virgütungs- sätze von 12,50 „76 und 11,70 „!(-. ]md__aus Grund des VergütunZs- saßes für Robzucker nach den Vexbalimtzzabler] berechnet, welch; Pcb aus den bezüglichrn definitiben Saxen des Gen es_vom 1. Juni 1). I. (17,25 „74, 21,50 «x, 20,15 «) ergeben._ Dur die damalige Rege- lung wurden die raffinirten Zizcker gegenuber dem_Ro_bzucker ein wenig besser gestellt als nach den (Gemsen vom 26. Juni 1869 und 7, Juli 1883, um damit auf die Förderizng der in _d_er Entnoickelurxg zurück- gebliebenen Produktion und Ausiubr von Rassinaden hinzuwirken. Jm Betriebsjabre1885/86 find an Zucker gegen Steuervergütung ins- gesammt 4906 600 Doppelcrntner ausgefuhrt, darunter an Raffi- ,naden erster Klasse 660196 Dovpelcentner oder 13,46 0/0, an Rafßnaden zweiter Klasse 205 689 Doppelcentner _oder 4,10_0/0. In den ersten acht Monaten der Kampagne 1886/87, _bis Ende Marz 1887, betrug die Zuckerausfubr gegen Steuervergutung im Ganzen 4436 276 Doppelcentner, worunter 842 555 Doppelcentner, oder 18,99 0/0 Raffinaden erster Klaffe und 149 836 Doppelcentner oder 3,38% Raffinaden zweiter Klasse. Dieses Anwaxbsen d_er Raffinadenausfubr wird allerdings nicht bloß auf die Vexbenxxung im _AuSmaß der Ver- gütungsfäße, sondern auch darauf zuruckzuxubren sem,_da durch das vor'äbrige Geseß die Würfelzucker allgemein und demnacbt durch Be- sch des Bundesratbs auch die sogenannxen erjatabz und dj_x .granu- lirten Zucker in die Höchste Vergütuzigsklane verfeyt worden nnd. _

Die Steuerbelastung des inlandischen Zuckerkonsums durch die VerbrauchSabgabe von 10 „M und die umgestaltete Materialiteuer zusammen wird an efäbr die gleiche sein, wie bisher durch die Mate- rialsteuer allein. um inländischen Verbrauch gelaxigezi fast aus- schließlich raffinirte Zucker. Dieselben i_vürden kunfttg _un Inlands- preise durch den Betrag der VerYtungssaße der Materiglsteuer von 12,50 .,“ bezw. 11,70 «M für 1 oppelcentner unter Funzureckmung der VerbrauchSIbgabe mit 22,50 „ck b_ezw. 21,70 .“ be aste_t werden. Gegenwärtig beträgt die Steuerbelastung durch die Vergutungssaye 22,20 „“ bezw. 20,80 „M, vom 1. November d. I. ab 21,50 .“ bezw.

RZ- raffinirten Zucker

20,15 .“

Die Einführung eines einheitlichen_ Satzes _der Verbrgucbßabgabe isi im Hinblick auf die geringen_ Prrisuntericbxeds der etnzelnxn in Betracht kommenden Zuckerarten 1achlicb gerechtfertigt und gestattet, die Kontrolen einfacher zu gestalten,_ als es im Fa_[le der Erhebung der Abgabe nach verschiedenen Sgßen moglich ware. Die Frxt- laffung des Syrups und der Melone yon der Verbraucbsab abe ist zu empfeblen, weil diese Stoffs, insbrwnderc dcr l_eßtere, u erbaupt nicht in großer Menge zum menschlichen Genuy_ gelangen, _als Genußmittel aber vorzugsweise für die ärmeren Klanen der Bebolke- rung in Betracht kommen, und den letzteren durch die Auslegung einer Verbraucbsabgabe, auch nach einem niedrigeren STYL, ungeachtct der Herabsetzung der Materialstruer , voraussicbtli vertbeuert werden würden. Die Erstreckung der Verbrauchsabgabe aus den Stärkezucker ist nicht in Ausficbt genommen, weil, abgesrben W". der Frage, ob nicht durch die Steuerbelastung drs Stärkeiuckers dreier Industriezweig sbwie folgewrise dir Stärkebereitung und der Kartoffel- bau empfindlicb geicbädigt wrrdsn könnte, dermairn aus rincr wlchen Besteuerung cin nennenswiirtber Ertrag nickyt zu erwartrn wäre. Denn unsere Jahresrrbdnktibn an Stärkezrichr bkträiZt bisbrr nur zwischen 300 000 bis 400000 Tobyelcentnkr, wovon drr größte Tbril in das Ausiand gibt und nur Etwa kin Drittel im Inland verbrambt wird. Ueber den Ertrag der künftigen Zuckerfteuer ist die in der An- lage 1 entbaljenk Berccbnung möglichst vorficbtig aufgestellt und durch die beigrfiigten Beinérkungcn erläutert wordrn. Danach läßt fich ein jäbrlicbrr Rrincrtrag von 46 bis 52 MiUionen Mark erwartrii. Jm finanzirilen Interlis? würde es erwünscht (wiscn icin, die neus Steaer scbdn von drr nächstsn, mit dem 1. uguit d. I. be- ginnenden Betriebsverirde der Rübrnzuckeriabriken ab_ erbsben zu (affen. (Fs ift jkdccb nicbt möglich, bis dabin alle zur Kontrble und Erbsbun der Vrrbraucbsabgabe nötbigen Einricbtungen zu treffen. Auch baben die Fabrikanien ibrs Di::“ODÜÜOnM fiir das bebbritrbrnde Betriebsjabr bsrrits ÜÜZL'ÖWFSZ, wäbrsnd fie dabei dicnbcb unbrkannte Aenderung der Strarrbrrbäliniiié ;,u birückfickéxigrn um so wknigrr im Standrwarcn. als erstmals in der RÜÖÉUQSÜHLMZ rom 23.Märzd.J. amtlich die Absicbt öffentlich kundqsgcbcn worden ist, das Zuckerstcuergkiriz vom 1. Juni 1886 alsbald wieder ein.?r RCVÜOU zu unterZirbcn. Es

ist désbalb in Ausfilbt genommen, das nin? (Hiscxz erst mit dem

1. August 1888 111 Wirksamkrix ZU iexen.

Visbek gelien in Bktréff der Ziickerbeitsurrung eins Anzahl älterrr, nicbt durcké-wrg iii ailsn Einzeibsixen iibcrciiistimmcndsr Landis- grseßr, in Verbindung mir ipätcrsn abändrrndrii und érgäiizcndrn BUndcs- und RLiÖÖZÄLLZM. Ter H1115U1k111 drr Vrrbrauwsabgabe läßt es als notbwendig ericbrinen, 511€ brzÜglicky-cn Vsstimmungrn in Ein einbcitlicbcs (Heidy zasammrnzuiaffen und damit zugleicb di? jrxzt iebirndr Urberücbilicbkrit brrbsizniübrrn.

Zu den einxrinen Vsstimiiiungcn drs Gsicyrs ist iwcb Fblgéndcs zu bemerken:

1) ZU F. 1.

Tik- Unterscheidung dcr in dir bisbcrigcn zwci ZbUkiaffcr. gé- bbrigen Zucker unsrr Bcnuizung dsr Mustsrtbbeii iii mir Schwiirig- keiten und Unsicberbciten bei dcr Zanbiertigung berbundkn. Die ein- gefübrten Rcbzucker dsr zwritcn Zriiklaffs gciangen in der writ Über- wikgsndsn Mcnge ebenso Obr.? zuvorige Naiiinaxirn in den Verbrauch wie die Zucker drr critrn Kiaßr, Meistens zum Zweck dsr ib enannten Weinberbeß'erdng, welcbä nicbt ZU begünstigen iit und an mit in- ländischem Zuckcr brichaift warden kann. Aus diesen Gründen em- dfieblt 68 NÖ, die jexzt mit 24 „16 iür 100 kJ belrgten geringeren Robzucker künfrig gleicbiaUs dem für die Übrigen imbbrtirten Znckrr gritrnden ZdUsatZ von 30.16 zu unterwerirn. Die Einiubr yon ucker ist unbedéUt-cnd, neuerdings jäbrlicb ungeiäbr 12000 Dbbbeicsntncr erster Mass und 20000 bis 25 000 Torrelcentnrr _;wrirér Klass.

Dir Beiugnir'; der szfreieii Einfubr rbii Mélaffé zur Brannt- weiubkrririmg sbU nicbr wsitrr aaireckét crbalrenwrrden, weil kinrrieils ron derirlben in din leisten Jabrkn fast gar ksin Gebrauch grmacht worden ist, andrrcrieits der Forxbestand dsrislben, ialis dadurch die Melaffebrrnnerei wieder an Ausdehnung gcwbnne, unserer Landwirtb- s(baft ziim Nacbtbeil gerricbsn könnts. _

Da drr Eingangszoli rom Zucker Zugleich ein austricbrndes Akquibalcnt für bis auf dcm inländischen Zuckrr ruhende Steurr, ein- schließlich dsr Vrrbrauchabgabr entbält, so wird die letztere bon dem- jrnigcn Fabrikat, w21ckes dnrch Verarbcixung bon onpflicbtigem aus- iäiidiicbcn ZUcher in einer inländischen Zuckerfabrik, insbesondere z. B. einst Raffinrrie, bergestelii wird, nichr nocbmais erhoben werden dürfén. Tiefer Erwägung emipricbt die Bestimmxmg im zivriten Ab- satz des §. 1.

2) Zu §. 4.

Crzsnübrr finanziell unsicheren anabern WU Rübenzuckcrfabriken bat sick) dcr Mangel einer gcicßlickyen Bkstimmung füblbar gemacbt, irclcbe dsr Sicuerbebbrde ermöglicbi, die Steuerkaffe gegen Nach= tbsil aus der FUJéläffLnLn monatsweisen Nachweisung der Material- steuer ;u scbüich. Tem soll durch die Bestimmung am Schlusse drs ersicn Abiakrs abgebolién werdrn.

Nacb AbiaZ 2 ist dir Verbrauchabgabe von demjenigen zu ent- richten, welcbrr dcn ZUcker zur freien Verfügung erhält. Den Produ- zenten als solcbén trifft eins Verpflichtung zur Zahlung der Ver- braucbsabgabe nicht. Der Robzucksr wird Voraussichtlich künftig in der Regel nicht mebr in den freien Verkehr treten, sondern unter Sieuerkontrole direkt von der Robzuckerfabrik beziehungsweise über eine steuerfreie Niederlage entwrder in Eine Raffinerie oder in das

Ausland gehen. 3) Zu §§. 11 bis 38. _

Es ist Bedacht darauf genommen,_ die Kontrolxn _an das mit der Steurrfickyerbeit verträgliche Mindeitmaß zu be]chrankcn. Ins- besondere ist es vermieden worden, die Fabrikanten in Bezug auf die Art und den Gang des Betriebes in irgendwie bemmendcr _oder br- fcbwerender Weise zu binden. Dagegen ist es unvermeidlich, alle Rübenzuckerfabriken, auch die Raffinerien und die Melaffe-Enizixcke- rungsanstaiten, obne Rübenberarbeitun , so lange fie irn Betriebe find, einer ständigen Ueberwachung dur Steuerbeamte zu unterwerfen.

Daß den Inhabern bestehender uckerfabrikew die erstmaligen Kosten der im Steuerinterejse erforderlichen Umfriedcgung der Fabrik- anlagen aus der Reichskaste erstattet Werden (§. 13 am Ende), ent- spricht der Billigkeit. Die Koiten der sonstigen durch die neue bStcurrérstaltung bedingten baulichen Einrichtungen werden nicht er- eblich ein. _ _

Von der im . 14 auSgesprochenen Verpflichtun zur Gewabrung von Wohnungen ür die Steuerbeamten wird die S_itherbeborde be- züglich der Inhaber von Zuckerraffinerien und 1elbftandigen Melasse- Entzuckerun Sanftalten einen umfassender) Gebrczucb zu macbew voraus- fichtlich ni t genötbigt sein, weil die bezeichneten Etabitssements meistens in größeren Ortschaften 1iegen, in welchen leicht auch anderswo, als beim Fabrikanten die erforderliiyen prnungen zu erlangen find. Bei den Zuckerfabriken mii Rübenverarbextun . welche sich meist auf dem platten Lande befinden, ist übera_ll bereits obnung für die zur Kontrole der Materialtteuer erforderlichen _?lufjcber vor- handen, und es wird daher die Neube1chaffgng hauptsachlich nur in Bezug auf die Vermehrung der Beamtenkrafte von praktischer Be- deutung werden. _)

Zu §. 39. Die Bestimmung im Absatz 4 empfiebit sich für den Fall, daß demnächst die Vergütung der Zuckersteuer bei der Ausrubr von zucker- baltigen Fabrikaten, insbesondere von Cbokolade und Conßtüren, zu-

gestanden wird.